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Dokumentenidentifikation DE10222545A1 27.11.2003
Titel Auslegevorrichtung an einer Bogenverarbeitungsmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Lange, Rolf Martin, 63075 Offenbach, DE;
Braun, Eckhard, 63110 Rodgau, DE;
Beitel, Ulrich, 63834 Sulzbach, DE
DE-Anmeldedatum 17.05.2002
DE-Aktenzeichen 10222545
Offenlegungstag 27.11.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.11.2003
IPC-Hauptklasse B65H 29/04
IPC-Nebenklasse B65H 37/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Auslegevorrichtung an einer Bogenverarbeitungsmaschine, vorzugsweise einer Bogendruck- oder Bogenlackiermaschine.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Auslegevorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die insbesondere eine Inline-Verbindung von bedruckten und/oder lackierten Bogen mit wenigstens einer weiteren Arbeitslinie gestattet.
Gelöst wird dies dadurch, indem der Auslegevorrichtung 1 mit einem endlos umlaufenden, die Bogen zu einem ersten Auslegerstapel 9 zuführenden Bogenfördersystem 5 und mit einer in Förderrichtung vor diesem Auslegerstapel 1 angeordneten, als Weiche wirkenden Trommel 7 zur Bogenentnahme auf ein zweites Stapelsystem in Drehrichtung 10 der Trommel 7 ein Bogentransportmittel 20 und diesem ein Falzmodul 12 nachgeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Auslegevorrichtung an einer Bogenverarbeitungsmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Auslegevorrichtung ist bevorzugt für Bogendruck- und/oder Bogenlackiermaschinen einsetzbar.

Eine Auslegevorrichtung dieser Art ist für Bogenrotationsdruckmaschinen aus DE 24 30 212 A1 bekannt. Die Auslegevorrichtung weist eine Sortiervorrichtung auf, welche die Druckexemplare wahlweise auf zwei Auslegerstapel ablegt. Die Druckexemplare werden dazu innerhalb der Druckmaschine messtechnisch einer Qualitätskontrolle unterzogen. Ein umlaufender erster Kettenförderer führt die Druckexemplare einem ersten Auslegerstapel zu. Dem ersten Kettenförderer ist eine Entnahmetrommel mit Greifersystemen zugeordnet, der ein zweiter Kettenförderer nachgeordnet ist. Abhängig von der ermittelten Qualität sind die Druckexemplare auf den ersten oder zweiten Auslegerstapel ablegbar.

Aus DE 198 19 491 C1 ist ein Bogenausleger für eine Rotationsdruckmaschine mit einem endlos umlaufenden, die Bogen zu einem ersten Auslegerstapel zuführenden Fördersystem und mit einer vor dem Auslegerstapel als Weiche wirkenden, wenigstens ein Greifersystem aufweisenden Trommel bekannt. Die Trommel dient der wahlweisen oder ständigen Bogenentnahme und ist dem unteren Trum des Fördersystems zugeordnet. Zwecks Ablage der Bogen ist der Trommel ein weiteres Stapelsystem benachbart zugeordnet. Außerhalb des unteren Trums ist eine Bogenleiteinrichtung mit einer über die Formatbreite verlaufenden Aussparung angeordnet. Das Greifersystem der Trommel schneidet die Aussparung mit seinem Flugkreis und das weitere Stapelsystem ist annähernd unterhalb der Trommel angeordnet. Das zweite Stapelsystem ist als Palette oder Gitterbox, beispielsweise zur Aufnahme von Makulaturbogen, als auch als Stapelsystem mit Anschlagmitteln und Geradstoßern zur exakten Stapelbildung ausführbar.

Ein weiterer Ausleger für eine Bogenrotationsdruckmaschine ist aus DE 43 22 324 A1 bekannt, der unter anderem einen modularen Aufbau aufweist. Dabei ist beispielsweise eine Trocknerstrecke innerhalb des Auslegers als Modul angeordnet. Weiterhin ist dem Ausleger eine Exemplarweiche zugeordnet, die modular dem in Förderrichtung letzten Kettenrad des Bogenfördersystemes nachgeordnet ist. Makulatur- sowie Probebogen sind durch Aktivieren der Exemplarweiche außerhalb des Hauptstapels separat auslegbar.

Aus DE 195 23 881 A1 ist eine Rotationsdruckmaschine mit einer Auslegervorrichtung und umlaufenden Fördermitteln bekannt, der eine Weiterverarbeitungseinheit mit bogen- bzw. produktführenden Zylindern in Förderrichtung nachgeordnet ist. Während der Förderung der Bogen/Produkte sind Falzvorgänge realisierbar. Dazu ist der Auslegervorrichtung wenigstens ein Falzmodul in Förderrichtung nachgeordnet, wobei eines der Falzmodule in den Förderrpfad der umlaufenden Fördermittel integriert ist.

Von Nachteil ist bei den beiden letztgenannten Ausbildungen, dass durch die den Bogenfördersystemen nachgeordneten Baugruppen, wie Exemplarweiche und Stapel, bzw. den nachgeordneten Falzmodulen für die Weiterverarbeitung zwangsläufig die Länge einer Druckmaschine zunimmt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Auslegevorrichtung an einer Bogenverarbeitungsmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeidet, die insbesondere eine Inline-Verbindung von bedruckten und/oder lackierten Bogen mit wenigstens einer weiteren Arbeitslinie gestattet.

Die Aufgabe wird durch die Ausbildungsmerkmale von Anspruch 1 gelöst. Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Ein erster Vorteil ist dadurch begründet, dass die bedruckten und/oder lackierten Bogen auf einem ersten Auslegerstapel bzw. - unter Aktivierung einer als Weiche wirkenden Trommel - wahlweise auf einem zweiten Stapelsystem ablegbar sind oder einem Falzmodul mit zumindest einem nachgeordneten Falzapparat zuführbar sind.

Vorteilhaft ist ferner, dass das zweite Stapelsystem beim Non-Stop-Betrieb als Hilfsstapeleinrichtung nutzbar ist. Steht ein Stapelwechsel am ersten Auslegerstapel bevor, wird mittels der als Weiche wirkenden Trommel eine Bogentransportlücke geschaffen, um eine mögliche Kollision der ankommenden Bogen mit der einzuschiebenden Non-Stop-Vorrichtung zu vermeiden. Durch diese Betriebsweise wird die Prozessstabilität beim Auslegen der Bogen auf den ersten Auslegerstapel verbessert. Die Fortdruckgeschwindigkeit kann bei Ablage der Bogen auf den ersten Auslegerstapel beibehalten werden. Bogen mit Farbschwankungen sowie Anlaufbogen etc. sind auf dem ersten Auslegerstapel vermeidbar, indem ein vorhergehendes Aussortieren und Ablegen dieser Bogen auf das zweite Stapelsystem erfolgt.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Auslegevorrichtung durch eine Verkettung mit einem Falzmodul mit zumindest einem Falzapparat universeller nutzbar ist, so dass eine Zwischenlagerung von Bogen nicht erforderlich ist und formatvariable Verlagsprodukte herstellbar sind.

Der bzw. die Falzapparate sind als Falzmodul mit der Auslegevorrichtung, insbesondere einer die Bogen aussortierenden Trommel, koppelbar. Dabei ist ein derartiges Falzmodul vorzugsweise am Ausleger in Einschubtechnik seitlich ein- bzw. ausfahrbar.

Die Falzapparate sind bevorzugt nach dem Taschenfalzprinzip ausgebildet, alternativ ist auch eine Ausbildung nach dem Schwertfalzprinzip bzw. deren Kombination realisierbar. Da der Bedruckstoff bereits als Bogenmaterial vorliegt, ist der Einsatz eines Querschneiders im Ausleger hinfällig.

Von Vorteil ist ebenso, dass die Auslegevorrichtung unter Einsatz der als Weiche dienenden Trommel in einer Betriebsart ausschließlich für die Falzbogenproduktion einsetzbar ist. Weiterhin ist der erste Auslegerstapel als Makulatur- bzw. Probebogenauslage etc. nutzbar, indem die Trommel, beispielsweise kurzzeitig, inaktiv ist. Bei inaktiver Trommel ist die Auslegevorrichtung auch weiterhin für die Auslage von ungefalzten Bogen auf den ersten Auslegerstapel nutzbar.

Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Dabei zeigt schematisch:

Fig. 1 eine Auslegevorrichtung mit einem ersten und zweiten Stapelsystem und einem Falzmodul.

In einer Bogenrotationsdruckmaschine ist einem Druckwerk oder einem Lackwerk in Förderrichtung 2 der abzulegenden Bogen eine Auslegevorrichtung 1 nachgeordnet.

Die Auslegevorrichtung 1 besteht u. a. aus einem endlos umlaufenden Bogenfördersystem 5 mit mehreren daran fixierten Greifersystemen, wobei das Bogenfördersystem 5, vorzugsweise als Kettenförderer, mit einem oberen und einem unteren Trum 3, 4 ausgebildet ist. Das Bogenfördersystem 5 führt bedruckte und/oder lackierte Bogen einem ersten Auslegerstapel 9 (Hauptstapelsystem) zu und legt diese dort ab.

Dem unteren Trum 4 des Bogenfördersystems 5 ist in einem geringen Abstand eine vorzugsweise pneumatisch beaufschlagbare Bogenleiteinrichtung 6 zugeordnet. Außerhalb des unteren Trums 4 ist in geringem Abstand zum Bogenfördersystem 5 eine über die Formatbreite verlaufende Aussparung in der Bogenleiteinrichtung 6 angeordnet. Dem unteren Trum 4 ist im Bereich der Aussparung eine bogenführende Trommel 7 unterhalb zugeordnet. Die Trommel 7 weist umfangsseitig wenigstens ein Greifersystem auf, welches mit seinem Flugkreis die Aussparung schneidet. Für die Bogenablage ist bevorzugt annähernd unterhalb der Trommel 7 ein zweites Stapelsystem 8 angeordnet.

Das Bogenfördersystem 5 erstreckt sich bis über den als Hauptstapel fungierenden ersten Auslegerstapel 9. In Förderrichtung 2 ist dem Bogenfördersystem 5 die bogenführende Trommel 7 vor dem ersten Auslegerstapel 9 zugeordnet und in Förderrichtung 2 vor dieser Trommel 7 sind bevorzugt Trocknersysteme 21 (UV-Trockner, IR-Trockner bzw. sonstige Systeme) angeordnet. Ferner sind dieser Trommel 7, beispielsweise am letzten Druck-/Lackwerk, Messeinrichtungen für die Qualitätskontrolle der Bogen vorgeordnet.

Die Trommel 7 ist bevorzugt, bezogen auf einen einfachgroßen Gummituch- /Formzylinder, als doppeltgroße Trommel 7 mit zwei am Umfang symmetrisch verteilt angeordneten Greifersystemen ausgebildet. Ebenso ist die Trommel 7 mit einem einfachgroßen Durchmesser und einem Greifersystem als auch mit mehrfachgroßen Durchmessern mit entsprechender Anzahl symmetrisch am Umfang verteilt angeordneter Greifersysteme ausführbar.

Die Trommel 7 wirkt als Weiche zur wahlweisen oder ständigen Entnahme von Bogen aus dem Förderstrom des in Richtung ersten Auslegerstapel 9 umlaufenden Bogenfördersystems 5. Dazu ist die Trommel 7 bevorzugt in einem horizontal angeordneten Teil des Bogenfördersystems 5 diesem zugeordnet.

In Drehrichtung 10 der Trommel 7 ist im Bogenabgang in einem definierten Abstand zum Flugkreis der Greifersysteme eine Bogenführung 11 angeordnet, welche vorzugsweise mit einem Pneumatiksystem gekoppelt ist.

In erster Ausbildung ist der auf der Trommel 7 geführte Bogen auf das zweite Stapelsystem 8 ablegbar. Das zweite Stapelsystem 8 ist in einfachster Ausführung eine Palette oder eine Gitterbox zur Aufnahme von Makulaturbogen. Alternativ sind zumindest Anschlagmittel und Geradstoßer für eine exakte Kantenbildung zwecks Stapelbildung anordenbar.

In weiterer Ausbildung ist in Drehrichtung 10 der Trommel 7 dieser ein Falzmodul 12 nachgeordnet. Das Falzmodul 12 ist innerhalb der Auslegevorrichtung 1 bevorzugt zur Förderrichtung 2 der Bogen seitlich in Einschubtechnik ein- und ausfahrbar. Vorzugsweise ist das Falzmodul 12 an der B-Seite der Auslegevorrichtung 1 ein-/ausfahrbar. Hierzu ist das Falzmodul 12 vorzugsweise mit feststellbaren Rollen versehen oder ist mittels Linearführungen verfahrbar.

In einer ersten Betriebsweise verbleibt das zweite Stapelsystem 8 in der Auslegevorrichtung 1 und dient als Aufnahme von Bogen, welche von der Trommel 7 nicht zum Falzmodul 12 zugeführt werden. Beispielsweise sind dies beim Anlaufen der Verarbeitungsmaschine anfallende Makulaturbogen. Danach wird beispielsweise das zweite Stapelsystem 8 stillgesetzt und die Bogen von der Trommel 7 an das Falzmodul 12 zugeführt. In einer zweiten Betriebsweise ist das zweite Stapelsystem 8 in der Auslegevorrichtung 1 stillsetzbar oder aus der Auslegevorrichtung 1 entfernbar und die Bogen werden von der Trommel 7 ausschließlich dem Falzmodul 12 zugeführt. Bei einem stillgesetzten oder entfernten zweiten Stapelsystem 8 ist beispielsweise bei Anfall von Makulatur der erste Auslegerstapel 9 zwecks Bogenablage nutzbar.

In Drehrichtung 10 ist der Trommel 7 bevorzugt ein Bogentransportmittel 20, beispielsweise ein Bandfördersystem, nachgeordnet und diesem Bogentransportmittel 20 ist das Falzmodul 12 nachgeordnet, welches zumindest einen Falzapparat 13 aufweist.

Das Bogentransportmittel 20 ist beispielsweise als antreibbares Bandfördersystem mit je einem oberen und einem unteren, endlos umlaufenden Band zum reibschlüssigen Bogentransport ausgebildet. Dabei ist die Transportrichtung des Bandfördersystems entgegen der Förderrichtung 2 des darüber liegenden Bogenfördersystem 5 gerichtet.

Zwischen der bogenführenden Trommel 7 und dem Bogentransportmittel 20 ist bevorzugt ein Leitelement 22 achsparallel zur Trommel 7 angeordnet, welches das "Abschälen" des Bogens von der Trommel 7 unterstützt. Gleichzeitig dient das Leitelement 22 als Führungselement zur Weiterleitung der vom Greifersystem der Trommel 7 jeweils freigegebenen Bogen an das Bogentransportmittel 20. Das Leitelement 22 ist in Richtung Mantelfläche der Trommel 7 bevorzugt mit kammförmigen Zinken ausgebildet und ist in geringem Abstand zur Trommel 7 angeordnet, so dass die Greifer der Trommel 7 die Freiräume zwischen den Zinken des Abstreifelementes 22 passieren können. Die kammförmigen Zinken gehen in Richtung Bogentransportmittel 20 in eine Leitfläche für die Bogenführung über.

Bevorzugt ist in Richtung Trommel 7 das Vorderteil des Leitelements 22 verjüngt, vorzugsweise keilförmig, ausgebildet und in Richtung Bogentransportmittel 20 schließt sich der Verjüngung bevorzugt die Leitfläche für die Bogenführung an. Hierbei sind ebenfalls die kammförmigen Zinken verjüngt ausführbar.

In einer weiteren Ausbildung ist das Leitelement 22 ein zur Trommel 7 achsparallel angeordneter, mit einem Pneumatiksystem gekoppelter Strömungskanal mit in die Leitfläche übergehenden Zinken ausgebildet. Die Leitfläche und/oder die Zinken weisen Öffnungen für den Austritt von Blasluft auf, welche das "Abschälen" der Bogen von der Trommel 7 sowie die Überführung zum nachgeordneten Bogentransportmittel 20 unterstützen.

In einer weiteren Ausbildung ist die bogenführende Trommel 7 beispielsweise über eine Drehdurchführung in Achsmitte mit einem Pneumatiksystem gekoppelt und weist eine luftdurchlässige Mantelfläche auf, so dass die Trommel 7 als eine den Bogen auf einem Luftkissen tragende Trommel 7 betreibbar ist. Alternativ sind im Bereich der Greifer an der Trommel 7 mehrere pneumatisch beaufschlagbare Düsen und/oder mechanische Betätigungsmittel, beispielsweise Ausheber, angeordnet, um ein Ablösen der Vorderkante des jeweiligen Bogens von der Trommel 7 zwecks Weitertransport in Richtung Bogentransportmittel 20 zu unterstützen.

Das Falzmodul 12 weist zumindest einen Falzapparat 13 auf, wobei jeder Falzapparat 13 nach dem Taschenfalzprinzip oder Schwertfalzprinzip oder deren Kombination ausführbar ist.

Ein derartiger Falzapparat 13 weist einen unterhalb des Bogenfördersystems 5 in Richtung eines Auslegeraufganges 16 angeordneten justierbaren, vorzugsweise formatvariablen Anschlag 15 auf und in einem Stauchraum 17 sind zumindest zwei gegenläufig antreibbare, erste und zweite Falzwalzen 18, 19, vorzugsweise über die maximale Formatbreite des Bogenmaterials sich erstreckend, angeordnet.

Bei lediglich einem Falzapparat 13 im Falzmodul 12 ist den Falzwalzen 18, 19 eine Falzauslage bzw. ein Falzbogenstacker nachgeordnet, welche die Bogen mit Falzbruch bevorzugt seitlich aus der Auslegevorrichtung 1, beispielsweise an der B-Seite, liegend oder stehend transportieren.

Bei mehreren Falzapparaten 13 im Falzmodul 12 ist dem ersten Falzapparat 13 ein zweiter und ggf. ein weiterer Falzapparat 13 nachgeordnet, wobei sich dem letzten Falzapparat 13 die Falzauslage bzw. der Falzbogenstacker anschließt.

Beispielhaft soll nachstehend ein erster Falzapparat 13 nach dem Taschenfalzprinzip näher beschrieben werden. Der Trommel 7 ist in deren Drehrichtung 10 das Leitelement 22 sowie das Bogentransportmittel 20 nachgeordnet, dem Bogentransportmittel 20 sind im Stauchraum 17 über die maximale Formatbreite des Bogenmaterials zumindest die beiden gegenläufig betreibbaren Falzwalzen 18, 19 nachgeordnet und den Falzwalzen 18, 19 ist in Förderrichtung des Bogentransportmittels 20 eine Falztasche 14 nachgeordnet. Innerhalb der Falztasche 14 ist ein Anschlag 15 formatvariabel positionierbar angeordnet.

Nach dem erfolgten ersten Falz sind die Bogen je nach Bedarf wenigstens einem weiteren Falzapparat 13 zuführbar. Beispielsweise ist im ersten Falzapparat 13 ein Querfalz erzielbar und im nachgeordneten zweiten Falzapparat 13, bevorzugt nach dem Schwertfalzprinzip ausgebildet, erfolgt ein Längsfalz. Dem zweiten Falzapparat 13 ist ein dritter Falzapparat 13 nachgeordnet, welcher beispielsweise wiederum nach dem Schwertfalzprinzip ausgebildet ist. Im dritten Falzapparat 13 erfolgt dann ein erneuter Längsfalz. Das derart erzeugte Falzprodukt ist in Schuppenform oder bevorzugt auf einem Falzbruch stehend seitlich zur Förderrichtung 2 aus der Auslegervorrichtung 1 transportierbar.

Das Falzmodul 12 ist mit dem Maschinennetzwerk der Bogenverarbeitungsmaschine gekoppelt. Hierbei erfolgt die Voreinstellung der Maschinendaten synchron auch im Falzmodul 12. Beispielsweise wird das Falzmodul 12 an unterschiedliche Formatgrößen oder Bedruckstoffstärken automatisch angepasst und bei Wiederholaufträgen sind vorher gespeicherte Auftragsdaten erneut abrufbar.

Die Wirkungsweise ist wie folgt:

Die vom Bogenfördersystem 5 transportierten Bogen passieren das Trocknersystem 21 (bei Bedarf auch eine Pudereinrichtung) in Förderrichtung 2 und werden dem ersten Auslegerstapel 9 zugeführt und dort abgelegt. Dabei sind die Greifersysteme der antreibbaren Trommel 7 inaktiv.

Werden wahlweise die Greifersysteme der Trommel 7 aktiviert, so sind die Bogen in Drehrichtung 10 der Trommel 7 dem zweiten Stapelsystem 8 zuführbar. Diese Betriebsweise ist beispielsweise beim Anfall von Makulaturbogen bzw. Bogen verminderter Qualität, bei der Entnahme von Probebogen oder beim Non-Stop-Stapelwechsel (im ersten Auslegerstapel) realisierbar.

Alternativ sind die Bogen in Drehrichtung 10 der Trommel 7 dem nachgeordneten Falzmodul 12 kontinuierlich oder periodisch zuführbar. Bei periodischer Zuführung sind bei Bedarf ungefalzte Bogen dem ersten Auslegerstapel 9, alternativ dem zweiten Stapelsystem 8, zuführbar.

Bei aktivierter Trommel 7 und aktiviertem Falzmodul 12 stoßen die Bogen beim einzelnen Einlaufen in die Falztasche 14 an den formatvariablen Anschlag 15 an, bilden durch die noch vorhandene kinetische Energie im Stauchraum 17 jeweils eine durchhängende Stauchfalte, welche einzeln von den Falzwalzen 18, 19 erfasst wird, so dass die Bogen nacheinander durch den Walzenspalt der Falzwalzen 18, 19 gezogen werden und sich bei jedem Bogen ein erster Falzbruch ergibt. Die mit einem ersten Falzbruch versehenen Bogen werden bei Bedarf den nachgeordneten Falzapparaten 13 zugeführt und danach ausgelegt. Bezugszeichenaufstellung 1 Auslegevorrichtung

2 Förderrichtung

3 oberes Trum

4 unteres Trum

5 Bogenfördersystem

6 Bogenleiteinrichtung

7 Trommel

8 zweites Stapelsystem

9 erster Auslegerstapel

10 Drehrichtung

11 Bogenführung

12 Falzmodul

13 Falzapparat

14 Falztasche

15 Anschlag

16 Auslegeraufgang

17 Stauchraum

18 erste Falzwalze

19 zweite Falzwalze

20 Bogentransportmittel

21 Trocknersystem

22 Leitelement


Anspruch[de]
  1. 1. Auslegevorrichtung an einer Bogenverarbeitungsmaschine mit einem endlos umlaufenden, die Bogen zu einem ersten Auslegerstapel zuführenden Bogenfördersystem und mit einer in Förderrichtung vor diesem Auslegerstapel als Weiche wirkenden, wenigstens ein Greifersystem aufweisenden Trommel zur Bogenentnahme, wobei die Trommel dem unteren Trum des Bogenfördersystems zugeordnet ist, der Trommel ein zweites Stapelsystem für die Bogenablage zugeordnet ist und in geringem Abstand zum unteren Trum eine Bogenleiteinrichtung mit einer über die Formatbreite verlaufenden Aussparung für das Ausschleusen von Bogen zum zweiten Stapelsystem angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in Drehrichtung (10) der Trommel (7) ein Bogentransportmittel (20) und diesem ein zumindest einen Falzapparat (13) aufweisendes Falzmodul (12) nachgeordnet ist.
  2. 2. Auslegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Trommel (7) und dem Bogentransportmittel (20) achsparallel zur Trommel (7) ein Leitelement (22) angeordnet ist.
  3. 3. Auslegevorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitelement (22) in Richtung Mantelfläche der Trommel (7) kammförmige, in eine Leitfläche übergehende Zinken aufweist.
  4. 4. Auslegevorrichtung nach Anspruch 1 und zumindest 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorderteil des Leitelementes (22) in Richtung Trommel (7) verjüngt ist.
  5. 5. Auslegevorrichtung nach wenigstens Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Falzapparat (13) nach dem Taschenfalzprinzip oder Schwertfalzprinzip oder deren Kombination ausgebildet ist.
  6. 6. Auslegevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Falzapparat (13) unterhalb des Bogenfördersystems (5) in Richtung Auslegeraufgang (16) einen justierbar angeordneten Anschlag (15) aufweist und in einem Stauchraum (17) zumindest zwei gegenläufig antreibbare Falzwalzen (18, 19) angeordnet sind.
  7. 7. Auslegevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (15) in einer Falztasche (14) formatvariabel angeordnet ist.
  8. 8. Auslegevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Falzwalzen (18, 19) sich über die maximale Formatbreite erstrecken.
  9. 9. Auslegevorrichtung nach wenigstens Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Auslegevorrichtung (1) der Falzmodul (12) zur Förderrichtung (2) der Bogen seitlich ein- und ausfahrbar ist.






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