Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Verkleben von Schuhkomponenten im Produktionsprozess von Schuhen
sowie einen Film, der aus thermoplastischem Material besteht,
das zum Verkleben von Schuhkomponenten gemäß dem obigen
Verfahren verwendet werden kann.
Wiewohl bekannt ist, sind aufeinander folgende Phasen des
gegenseitigen Verbindens der verschiedenen Komponenten
mittels Näh- und/oder Klebeoperationen während des
Produktionsprozesses von Schuhen vorgesehen. Die Klebephase, die von
Hand ausgeführt wird, ist insbesondere kritisch und
problematisch aus Gründen hinsichtlich der Produktionseffizienz und
auch der Gefahr für Arbeiter und für die Umgebung.
Tatsächlich werden während der Klebephase flüssige Adhäsive oder
Adhäsive, die in geeigneten Lösungsmitteln gelöst sind, weit
verbreitet verwendet. Dies führt zur kontinuierlichen
Zuführung von toxischen und brennbaren Dämpfen, die fortwährend
entfernt und abgebaut werden müssen, in die Arbeitsumgebung,
und auch zum Lagern von extrem gefährlichen Materialien.
Ferner machen es die Klebemodalitäten, die ausgeführt werden
(einschließlich dem Auftragen des Adhäsivs, dem Warten, bis
das Lösungsmittel verdampft, dem tatsächlichen Verbinden der
Komponenten, dem Reinigen des Produkts, um Spuren des
Adhäsivs zu entfernen), sehr schwierig, die Automation dieser
Phase des Herstellungsprozesses von Schuhen zu
implementieren, und dies beeinträchtigt die Herstellungskosten negativ.
Die DE-24 42 083 offenbart ein Verfahren zum Verbinden eines
Schuhoberteils mit einer Sohle durch Bereitstellen eines
Adhäsivfilms an der Sohle und Heißpressen des Oberteils darauf.
Die EP 237657 offenbart ein Verfahren zum Verbinden von
Teppichfäden mittels eines zusammengesetzten Klebebandes,
enthaltend eine Heißschmelztyp-Adhäsivschicht, die darin ein
Hochfrequenz-Induktorpulver enthält.
Die EP 381897 offenbart ein Heißschmelz-Polyurethan-Adhäsiv
zur Verwendung beim Verbinden von Schuhsohlen mit
Schuhoberteilen. Die Betriebstemperatur zum Schmelzen des Adhäsivs ist
jedoch 100-150ºC.
Die US 3951919 offenbart einen Polyurethan-Klebefilm, der
zwischen der Befestigungsfläche eines Schuhoberteils und
Randbereichen einer Form anzuordnen ist. Wenn ein
heißgeschmolzener Kunststoff in die Form eingespritzt wird, wird
das Adhäsiv geschmolzen, um ein Laufflächenteil zu bilden,
das mit Hilfe des Adhäsivs fest an die Schuhunterseite
angeklebt ist. Die Betriebstemperatur ist ungefähr 180ºC in
Abhängigkeit vom Typ des verwendeten Kunststoffes.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, zum Verkleben von
Schuhkomponenten ein Verfahren bereitzustellen, welches die
Verwendung von flüssigen Adhäsiven oder Adhäsivlösungen nicht
enthält, wodurch Probleme in Verbindung mit dem Vorhandensein
von toxischen oder brennbaren Dämpfen in der Arbeitsumgebung
und mit dem Lagern dieser adhäsiven Produkte eliminiert
werden.
Ein weiteres Ziel det vorliegenden Erfindung ist es, ein
Klebeverfahren der oben angegebenen Art bereitzustellen, welches
weniger beschwerlich und einfacher im Vergleich zu herkömmlichen
Techniken ist und welches daher geeigneter zum
Automatisieren ist.
In seiner allgemeinsten Ausführung sieht das Klebeverfahren
der Schuhkomponenten gemäß der vorliegenden Erfindung
zwischen den zu verklebenden Komponenten das Anordnen eines aus
einem thermoplastischen Material bestehenden Films vor,
welcher als ein Adhäsiv wirkt, nachdem er geschmolzen wurde,
welcher Film geeignet ist, unter Heizbedingungen zu
schmelzen, die keine Verschlechterung der Materialien verursachen,
aus welchen die Komponenten bestehen; das Verfahren sieht
ferner vor, dass der Zusammenbau, der aus den Komponenten,
die zu verbinden sind, und dem thermoplastischen Film, der
zwischen ihnen angeordnet ist, besteht, unter Druck erhitzt
wird, bis der Film schmilzt, was schließlich zu einem
schnellen Abkühlen unter Druck führt.
Der thermoplastische Film kann von herkömmlichen
thermoplastischen Polymermaterialien erhalten werden, wie Polyethylen,
Polypropylen, Polyethylenterephthalat, Polyvinylchlorid,
Polyvinylbutyral, Polyurethan, Polyester und deren Kopolymere
und Mischungen. Thermoplastische Polymermaterialien der oben
angegebenen Art, die zur Verwendung bei der vorliegenden
Erfindung geeignet sind, müssen mit Substanzen versetzt sein,
die geeignet sind, die Schmelztemperatur des
thermoplastischen Films erforderlichenfalls herabzusetzen oder wenigstens
das Schmelzen unterhalb einem Temperaturniveau zu
ermöglichen, über welchem die Materialien, die die zu verbindenden
Komponenten bilden, beginnen würden, sich zu verschlechtern.
Im Fall von Leder, das das Material ist, das bei der
Schuhherstellung für gewöhnlich verwendet wird, hängt das
Temperaturniveau allgemein von den Behandlungen ab, die das Leder
durchmacht. Im Fall von empfindlicherem Leder oder
Synthetikmaterialien ist das Temperaturniveau ungefähr 60ºC.
Um das Schmelzen des thermoplastischen Films, der zwischen
den zwei Schuhkomponenten, die zu verbinden sind, angeordnet
ist, zu erreichen, wird ein Induktionsheizsystem mit
thermoplastischen Filmen verwendet, die geeignet sind, mittels
Hochfrequenzenergie vorzugsweise zwischen 400 und 1000 kHz,
erhitzt zu werden, nachdem metallisches Material in die
Polymermatrix, vorzugsweise in der Form von Pulver, Fasern oder
Gewebe, eingeführt wurde; das Heizen wird ausgeführt durch
den Joule-Effekt aufgrund der Wirbelströme, die in die
Teilchen des metallischen Materials induziert werden. Metallische
Materialien, die für die Zwecke der vorliegenden Erfindung
profitabel verwendet werden können, sind Feritpulver und
-fasern, Stahlpulver und -fasern, Nickelpulver, Gewebe aus
rostfreiem Stahl, Messinggewebe, Aluminiumgewebe, Kupfer-,
Eisenspäne. Offensichtlich werden konduktive Metalle mit
hohen Verlusten bei den verwendeten Frequenzen als bevorzugt
angesehen. Wenn Metallgewebe verwendet wird, ist es dafür
bevorzugt, elektroverschweißt oder in der Form einer
perforierten Platte zu sein. Insbesondere können Eisenspäne aus
Abfallmetallmaterial von Marmor-, Stein- und
Granitsägeprozessen in der Steinindustrie gebildet sein.
Unter den verschiedenen thermoplastischen Filmen, die
verwendet werden, werden jene in Polyurethan als insbesondere
bevorzugt hinsichtlich den Zielen der vorliegenden Erfindung
angesehen.
Um die Kompatibilität zwischen dem thermoplastischen Film und
den Materialien der Komponenten, die zu verkleben sind, zu
verbessern, kann es günstig sein, die Oberflächen, die dazu
bestimmt sind, in Kontakt mit dem Film zu kommen, mit einem
Polyurethan- oder Neoprenprimer zu behandeln. Ein
Polyurethan- oder Neoprenprimer erhöht die Kohäsion zwischen dem
thermoplastischen Film und den zu verbindenden Oberflächen,
wodurch eine größere Klebeeffizienz aufgrund der Erhöhung des
zu verklebenden Volumens zugestanden wird dank eines
tieferen Eindringens in einer Richtung senkrecht zu den
Kontaktoberflächen.
Gemäß einer praktischen Ausführung des Verfahrens der
Erfindung und unter Bezugnahme auf das Verbinden von Sohle und
Oberteil, was typisch für den Herstellungsprozess von Schuhen
ist, wird ein geeignet geformter Film aus thermoplastischem
Material und zum Erhitzen vorbereitet, wie oben angegeben
ist, zwischen der Sohle und dem Oberteil angeordnet. Das
zusammengefügte Werkstück wird in einem im Wesentlichen
herkömmlichen Induktionsheizer angeordnet, und ein moderater
Druck wird darauf angewandt. Dank dem elektromagnetischen
Feld, das von dem Spulensystem des Induktionsheizers erzeugt
wird, wird der thermoplastische Film erhitzt und erreicht
nach einer kurzen Weile seine Schmelztemperatur, wohingegen
die zu verbindenden Komponenten in keiner Weise überhitzt
werden. Wenn das elektromagnetische Feld eingestellt wird,
während das Werkstück noch unter Druck ist, tritt ein rapides
Kühlen auf, was das definitive Verklebendes Oberteils mit
der Sohle beendet.
Bei einem praktischen, nicht beschränkenden Beispiel Wurde
ein thermoplastischer Film aus Polyurethan und enthaltend
ungefähr 30 Gewichtsprozent Stahlfasern verwendet, welcher
geschnitten wurde, um ihm eine Form zu geben, die geeignet ist,
um auf der Sohlenseite angeordnet zu werden, die mit dem
Oberteil zu verbinden ist. Der Film wurde in dem
Induktionsheizer in 5 Sekunden zum Schmelzen gebracht unter
Aufrechterhaltung eines Druckes auf ihn von ungefähr 25 kg/cm², wobei
dann ein rapides Kühlen des Werkstücks verursacht wurde durch
Unterbrechen des Magnetfeldes. Tests, die an dem gekühlten,
halb gefertigten Produkt ausgeführt wurden, zeigten eine größere
Klebeeinheitlichkeit im Vergleich zum herkömmlichen
Verfahren und einen exzellenten Halt der Verklebung selbst.
Das Stahlpulver, das verwendet wurde, hatte eine
Granulometrie zwischen 0,1 und 0,8 mm (ermittelt mit den Verfahren
"STAV 2003" und "JEL 200"); die Fasern der Stahlfasern haben
eine durchschnittliche Länge zwischen 1,5 und 2 mm mit einem
durchschnittlichen Querschnitt zwischen 0,4 und
0,8 Mikrometer.
Im Fall des oben angegebenen praktischen Beispiels war das
Polyurethanmaterial, das verwendet wurde, DESMOCOLL ® von der
Firma BAYER. Jegliches andere Produkt mit äquivalenten
technologischen Eigenschaften kann als eine Alternative verwendet
werden, wie für einen Fachmann auf diesem Gebiet
offensichtlich ist. Ferner wurde bei dem angegebenen Beispiel ein
Induktionsheizer der Firma AETRON verwendet, aber es ist klar,
dass jeglicher andere Typ eines äquivalenten Heizers
alternativ verwendet werden kann.
Es ist klar, dass, obwohl bis jetzt auf das Verbinden eines
Oberteils und einer Sohle Bezug genommen wurde, dieses
Verfahren identisch beim Verbinden von anderen Schuhkomponenten
angewandt werden kann, wie zum Beispiel Einfassungen,
Flickstücke, Gegenstücke oder Marken, etc. Verständlicherweise
muss bei jeder dieser verschiedenen Anwendungen der
thermoplastische Film durch Stanzen entsprechend geformt werden.
Die Betriebsfrequenz des Induktionsheizers bei dem genannten
Beispiel war ungefähr 850 kHz, wobei sie, wie einem Fachmann
auf dem Gebiet klar wird, jedoch gemäß der Granulometrie und
der Dichte de. metallischen Materials, das in der
Polymermatrix enthalten ist, variiert werden kann.
Der adhäsive thermoplastische Film gemäß der Erfindung kann
in seiner allgemeinsten Formulierung von 15 bis 45
Gewichtsprozent metallisches Material vorzugsweise in der Form von
Fasern oder Pulver enthalten, und kann vorzugsweise mit
Harzen versetzt sein, die zum Erhöhen der Adhäsivität geeignet
sind, wie Epoxyharze, Terpenharze, niedrigschmelzende
Terpenphenolharze; auf diese Weise werden, die Operationen, die dem
tatsächlichen Kleben vorangehen und die das Positionieren der
zu verklebenden Teile betreffen, erleichtert: Die adhäsiven
Harze können in einem Maß enthalten sein, das zwischen 10 und
40 Gewichtsprozent variiert.
Der adhäsive thermoplastische Film gemäß der vorliegenden
Erfindung ist in Folien mit eine Dicke verfügbar, die zwischen
0,2 und 0,5 mm variiert, geeignet, um geschnitten oder
gestanzt zu werden, auch in einer automatisierten Weise, um
Elemente mit einer Form herzustellen, die geeignet sind,
zwischen den zu verbindenden Schuhkomponenten angeordnet zu
werden.
Falls es als geeignet angesehen wird, kann der
thermoplastische Film zumindest behandelt oder mit Substanzen versetzt
sein, die in der Lage sind, um eine oder mehrere seiner
Eigenschaften zu verbessern: Thermische Isolation,
Wasserfestigkeit, Transpiration, mechanische Widerstandsfähigkeit,
Verschleißfestigkeit, Beständigkeit gegen niedrige
Temperaturen.
Die wirtschaftlichen Vorteile, die aus der Anwendung des
Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung erhalten werden,
betreffen in erster Linie die Verringerung der Arbeitszeit und
das Erhalten einer effizienteren Verklebung zum Nutzen der
Produktivität und Produktionsqualität. Die geschätzte
Einsparung bei den globalen Herstellungskosten ist ungefähr 10%
und wird durch die folgenden Faktoren bestimmt:
- Vereinfachung der Verklebeoperationen;
- größere Klebeleistung;
- Verringerung der zum Kleben benötigten Zeit;
- Eliminieren der Reinigungsphase, die der Verwendung
herkömmlicher Kleber folgt;
- Möglichkeit der Automation von Klebeoperationen;
- Möglichkeit des Recycelns von Abfall des
thermoplastischen Films.
Zweitens gestattet die Anwendung des Verfahrens gemäß der
vorliegenden Erfindung wichtige Vorteile auch vom Standpunkt
der Sicherheit in der Arbeitsumgebung und der
Umgebungsverschmutzung aufgrund der Tatsache zu erreichen, dass es weder
die Verwendung von entflammbaren Lösungsmitteln noch die
Freisetzung von giftigen Lösungsmitteln für die Arbeiter
enthält, dies verursacht eine geringere Produktion von
Abfallmaterial, da der Schnitt- oder Stanzabfall des
thermoplastischen Films recycelbar ist, und auch weil Behälter für
Adhäsive nicht verwendet werden, die nach ihrer Verwendung als
Giftmüll entsorgt werden müssen.
Variationen und/oder Modifikationen können dem Verfahren zum
Verkleben von Schuhkomponenten, wie es oben beschrieben
wurde, hinzugefügt werden, ohne vom Umfang der Erfindung
selbst abzuweichen, wie sie in den angefügten Ansprüchen
angegeben ist.