Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Laseroptik. Sie bezieht
sich auf einen Faserlaser gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Stand der Technik
Ein derartiger, den Oberbegriff des Patentanspruches 1 bildender Faserlaser
ist beispielsweise aus der Veröffentlichung D. Pureur et al., Single-Polarization
Fiber Lasers Using Bragg Gratings in Hi-Bi Fibers, Journal of Lightwave Technology
13, No.3, März 1995, 350-355 bekannt. Dort ist ein Faserlaser offenbart,
der aus einer einstückigen Laserfaser und zwei als Faser-Bragg-Gitter (FBG) ausgebildeten
Endreflektoren besteht. Als Pumplichtquelle für den Faserlaser dient ein Diodenlaser.
Die Laserfaser ist Nd3+dotiert und dient dadurch als laserverstärkende
Faser. Durch Einwirkung anisotroper mechanischer Druckkräfte wurde in der Laserfaser
eine Doppelbrechung für lineare Polarisation induziert.
Die FBG sind holographisch in die Laserfaser eingeschrieben. Dadurch
weisen sie ebenfalls eine Doppelbrechung für lineare Polarisation auf. Um einen
der zwei Polarisationmoden im Faserlaser zu unterdrücken sind die beiden FBG mit
unterschiedlichen Belichtungsparametern (Anzahl Belichtungspulse, Lichtfluss) eingebracht.
Dadurch weisen die beiden FBG eine unterschiedlich starke Doppelbrechung auf. Die
Reflexionsmaxima (Bragg-Peaks bei der Bragg-Wellenlänge λB) für
entlang der schnellen Achse f der Laserfaser linearpolarisiertes Licht und für
entlang der langsamen Achse s der Laserfaser linearpolarisiertes Licht weisen somit
unterschiedliche Wellenlängenabstände ΔλbirefFBG1
= (λB,sFBG1 - λB,fFBG1)
beziehungsweise ΔλbirefFBG2 = (λB,sFBG2
- λB,fFBG2) auf. Durch axiale Streckung eines der
beiden FBG wird dieses FBG gegenüber dem anderen FBG so weit verstimmt (Verschiebung
der Bragg-Wellenlänge λB), dass für eine erwünschte Linearpolarisation
die entsprechenden Reflexionsmaxima beider FBG im wesentlichen übereinanderliegen.
Dadurch ergibt sich für die Reflexionspeaks der beiden FBG für die unerwünschte
Linearpolarisation ein Wellenlängenabstand von
abs(ΔλbirefFBG1 - ΔλbirefFBG2).
Weil sich die Reflexionspeaks für die unerwünschte Polarisation somit weniger stark
oder nur noch geringfügig überlappen, sind die Resonatorverluste für die unerwünschte
Polarisation grösser, so dass sich verschieden hohe Laserschwellen für die erwünschte
und die unerwünschte Polarisation ergeben. Bei entsprechend niedriger Pumpleistung
schwingt der Laser ausschliesslich mit der erwünschten Polarisation. Laserschwingungen
in dem unerwünschten Polarisationsmode sind somit unterdrückbar.
In der genannten Veröffentlichung von D. Pureur et al. sind ΔλbirefFBG1
und ΔλbirefFBG2 um etwa 10% verschieden. Es
sind beispielsweise Werte von 94 pm (entsprechend 24.1 GHz) und 85.9 pm (entsprechend
22.0 GHz) für ΔλbirefFBG1 und ΔλbirefFBG2
angegeben. Daraus ergibt sich abs(ΔλbirefFBG1
- ΔλbirefFBG2) = 8.1 pm als Wellenlängenabstand
der Bragg-Peaks der unerwünschten Polarisation für die beiden FBG. Die Breite der
Reflexionspeaks ist als etwa 23.4 pm (entsprechend 6 GHz) angegebenen und ist somit
deutlich grösser als der Wellenlängenabstand von 8.1 pm zwischen den Bragg-Peaks
der unerwünschten Polarisation für die beiden FBG. Entsprechend ist die unerwünschte
Polarisation nur schwach unterdrückt. Bei hohen Pumpleistungen ist darum eine Laseremission
auf beiden Polarisationen möglich.
Die Gitter der in der genannten Schrift von D. Pureur et al. beschriebenen
Faserlaser weisen ein relativ kleines Reflexionsvermögen R auf (25% bis 62%).
Dadurch ergeben sich hohe Resonatorverluste und die Notwendigkeit hoher Pumpleistungen
zum Betreiben des Lasers sowie eine geringe Lasereffizienz. Da die beiden FBG zur
Erzeugung unterschiedlicher Doppelbrechungen mit unterschiedlichen Belichtungsparametern
in die Laserfaser eingebracht sind, ist es nicht ohne weiteres möglich, für beide
FBG ein optimal hohes Reflexionsvermögen R zu erreichen. Zudem ist die Herstellung
eines solchen Faserlasers aufgrund der unterschiedlichen Herstellungsparameter
für die zwei FBG aufwendig.
Wie den Zahlenbeispielen zu entnehmen ist, ist es kaum möglich, in
der beschriebenen Weise eine vollständige Unterdrückung der unerwünschten Polarisation
bei hohen Pumpleistungen zu erreichen, da die erzeugbaren Wellenlängenabstände
abs(ΔλbirefFBG1 - ΔλbirefFBG2)
deutlich kleiner als die typischen Linienbreiten der Bragg-Peaks sind.
Darstellung der Erfindung
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, einen Faserlaser der eingangs
genannten Art zu schaffen, welcher die oben genannten Nachteile nicht aufweist.
Insbesondere soll ein Faserlaser geschaffen werden, der eine starke Unterdrückung
von Laserschwingungen eines unerwünschten Lichtmodes gegenüber einem erwünschten
Lichtmode aufweist.
Diese Aufgabe löst ein Faserlaser mit den Merkmalen des Patentanspruches
1.
Der erfindungsgemässe Faserlaser weist einen ersten Endreflektor und
einen zweiten Endreflektor sowie eine Laserfaser auf. Zumindest ein Teil der Laserfaser
wirkt als laserverstärkende Faser. Der erste Endreflektor ist gegenüber dem zweiten
Endreflektor verstimmt. Der erste Endreflektor weist für zwei zueinander orthogonale
Lichtmoden der Laserfaser eine Doppelbrechung auf, wobei die zwei zueinander orthogonalen
Lichtmoden der Laserfaser aufgrund ihres Zustandes der linearen Polarisation und/oder
ihrer transversalen Raumstruktur zueinander orthogonal sind. Im Faserlaser oder
zwischen den beiden Endreflektoren ist ein Mittel zur Modenkopplung angeordnet,
durch welches die zwei zueinander orthogonalen Lichtmoden der Laserfaser miteinander
koppelbar sind. Bei sich deutlich überlappenden Reflexionspeaks der beiden Endreflektoren
für den erwünschten Lichtmode wird auf diese Weise ein grosser Wellenlängenabstand
zwischen Reflexionspeaks der beiden Endreflektoren für den unerwünschten Lichtmode
realisiert.
Der Faserlaser weist somit eine starke Unterdrückung von Laserschwingungen
eines unerwünschten Lichtmodes gegenüber einem erwünschten Lichtmode auf.Die Laserschwelle
für den unerwünschten Lichtmode ist viel höher sein als die Laserschwelle für den
erwünschten Lichtmode. Mit Lichtmoden sind hier solche Lichtmoden gemeint, die
durch ihren Zustand der linearen Polarisation und/oder ihre transversale Raumstruktur
definiert sind. Der Faserlaser ist weiterhin einfach herstellbar und kann Endreflektoren
mit hohen Reflexionsvermögen aufweisen. Auch hat der Faserlaser eine hohe Stabilität
der Lichtintensität und eine hohe Stabilität der linearen Polarisation und/oder
transversalen Raumstruktur des emittierten Laserlichts, wobei diese Eigenschaften
auch bei hohen Pump- und Laserleistungen erhalten bleiben.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Faserlasers kennzeichnet sich
dadurch, dass die gegenseitige Verstimmung der Endreflektoren und die Doppelbrechung
des ersten Endreflektors derart gewählt sind, dass auf jeder Seite des Mittels
zur Modenkopplung genau ein durch seinen Zustand der linearen Polarisation und/oder
seine transversale Raumstruktur definierter Lichtmode zu Laserschwingungen fähig
ist. Die Überlappung von Reflexionspeaks der beiden Endreflektoren für unerwünschte
Lichtmoden ist dann so gering, dass diese auch bei der maximal zulässigen Pumpleistung
nicht zu Laserschwingungen fähig sind. Die Unterdrückung von Laserschwingungen
unerwünschter Lichtmoden ist praktisch vollständig. Nur der erwünschte Lichtmode
kann schwingen, selbst bei hohen Pumpleistungen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt
gegenseitige Verstimmung ΔλB der beiden Endreflektoren
im wesentlichen ΔλB = (ΔλbirefFBG1
+ ΔλbirefFBG2)/2, wobei ΔλbirefFBGi
der Wellenlängenabstand zwischen Reflexionsmaxima des i-ten Endreflektors für die
zwei zueinander orthogonalen Lichtmoden der Laserfaser ist. Dadurch ist die Überlappung
der Reflexionspeaks der beiden Endreflektoren für den erwünschten Lichtmode maximal.
Entsprechend sind die Resonatorverluste für den erwünschten Lichtmode minimal,
so dass die Lasereffizienz gross ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind die beiden Endreflektoren
gleichartig hergestellte gegeneinander verstimmte oder verstimmbare Faser-Bragg-Gitter.
Dadurch wird die Herstellbarkeit des Faserlasers verbessert. Und die Stabilität
des vom Laser emittierten Lichtes bei Störeinflüssen wie Temperatur- oder Druckschwankungen
ist verbessert.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wirkt die ganze Laserfaser
als laserverstärkende Faser, so dass nur relativ geringe Dotierungen notwendig
sind. Weiter ist die Laserfaser eine polarisationserhaltende Faser, wodurch Modenkopplungen
ausserhalb des Mittels zur Modenkopplung vermieden werden und der Faserlaser unempfindlich
gegen Störeinflüsse wie Verformungen der Laserfaser wird. Zudem sind die beiden
Endreflektoren gleichartige, holographisch in gegenüberliegende Enden der Laserfaser
eingeschriebene Faser-Bragg-Gitter, die sich durch ihre gegenseitige Verstimmung
und durch unterschiedliche (maximale) Reflexionsvermögen unterscheiden. Das ermöglicht
eine deutlich verbesserte Herstellbarkeit und Stabilität des Faserlasers.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Mittel zur
Modenkopplung in der Mitte der optischen Weglänge zwischen den beiden Endreflektoren
angeordnet, so dass Störeinflüsse, wie sie beispielsweise durch eine Polarisation
des Pumplichtes hervorgerufen werden können, die Stabilität des vom Laser emittierten
Lichtes kaum beeinträchtigen können.
In weiteren bevorzugten Ausführungsformen sind die am einfachsten
und stabilsten nutzbaren Lasermoden und dazugehörige simple und effiziente Mittel
zur Modenkopplung gewählt.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist nur genau ein Longitudinalmode
in dem Faserlaser zu Laserschwingungen fähig. Dadurch ergibt sich eine sehr schmale
Linienbreite des Faserlasers, und ein Single-Mode-Laser wird realisiert.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen und Vorteile gehen aus den abhängigen
Patentansprüchen und den Figuren hervor.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Faserlasers, der mit
Polarisationsmoden arbeitet;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Faserlasers, der mit
Transversalmoden arbeitet;
- Fig. 3a, 3b
- eine schematische Darstellung der Reflexionspeaks der Endreflektoren eines
erfindungsgemässen Faserlasers mit Polarisationsmoden;
- Fig. 4a, 4b
- eine schematische Darstellung der Reflexionspeaks der Endreflektoren eines
Faserlasers mit linearpolarisierten Lichtzuständen für
- Fig. 4a:
- unverstimmte Endreflektoren (ΔλB=0) und x- Polarisation,
- Fig. 4b:
- unverstimmte Endreflektoren (ΔλB=0) und y- Polarisation,
- Fig. 5a, 5b
- eine schematische Darstellung der Reflexionspeaks der Endreflektoren eines
erfindungsgemässen Faserlasers mit linearpolarisierten Lichtzuständen für
- Fig. 5a:
- verstimmte Endreflektoren (0<ΔλB<Δλbiref)
und x- Polarisation,
- Fig. 5b:
- verstimmte Endreflektoren (0<ΔλB<Δλbiref)
und y- Polarisation,
- Fig. 6a, 6b
- eine schematische Darstellung der Reflexionspeaks der Endreflektoren eines
erfindungsgemässen Faserlasers mit linearpolarisierten Lichtzuständen für
- Fig. 6a:
- verstimmte Endreflektoren (ΔλB=Δλbiref)
und x- Polarisation,
- Fig. 6b:
- verstimmte Endreflektoren (ΔλB=Δλbiref)
und y- Polarisation,
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung
sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind
in den Figuren gleiche oder zumindest gleichwirkende Teile mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Fig. 1 zeigt schematisch einen erfindungsgemässen Faserlaser 1, der
linear polarisiertes Licht, also einen Polarisationsmode, erzeugt. Der Faserlaser
1 ist hergestellt aus einer polarisationserhaltenden optischen Faser, die somit
als Laserfaser 10 dient. Es wurde hier eine Faser mit elliptischem Kernquerschnitt
eingesetzt. In die Laserfaser 10 ist ein erstes Faser-Bragg-Gitter (FBG) und ein
zweites FBG holographisch eingeschrieben. Das erste FBG stellt einen ersten Endreflektor
11 des Faserlasers 1 dar, und das zweite FBG einen zweiten Endreflektor 12. Die
beiden FBG 11,12 sind wegen ihres elliptischen Kernquerschnittes doppelbrechend
bezüglich linearer Polarisation und bis auf eine gegenseitige Verstimmung gleichartig
ausgebildet. In der Mitte zwischen den beiden FBG 11,12 ist die Laserfaser 10 auseinandergeschnitten
und um 90° verdreht wieder zusammengespleisst. Dadurch befindet sich in der Mitte
zwischen den beiden FBG 11,12 ein 90°-Faserspleiss 15. Dieser dient als Mittel
zur Modenkopplung 15. Somit sind auch die Achsen der FBG 11,12 um 90° gegeneinander
verdreht. Die Laserfaser ist Er3+-dotiert und dient somit als laserverstärkende
Faser 13.
Die Raumachsen x,y,z sind in Fig. 1 skizziert, wobei z entlang der
Faserachse ausgerichtet ist. In Fig. 1 oberhalb des Faserlasers 1 ist die Orientierung
des elliptischen Faserkerns mitsamt den Faserachsen s,f angedeutet. Für das erste
FBG 11 liegt die langsame (lange) Achse s parallel zu y. Und die schnelle (kurze)
Achse f liegt entlang x. Für das zweite FBG 12 sind die Verhältnisse wegen des
90°-Spleisses 15 umgekehrt: Die langsame (lange) Achse s ist entlang x ausgerichtet,
während die schnelle (kurze) Achse f entlang y verläuft. Für die Achsen der Doppelbrechung
der auf jeder Seite des 90°-Faserspleisses 15 angeordneten Laserfaser 10 gilt selbstverständlich
das gleiche. Diese Verhältnisse sind in Fig. 1 skizziert. Der dicke Pfeil deutet
die Polarisationsrichtung eines in dem Faserlaser 1 zu Laserschwingungen fähigen
Lichtmodes (stehende Welle) an. Zwischen dem ersten FBG 11 und dem Mittel zur
Modenkopplung 15 ist die Polarisationsachse des Lichtmodes entlang der Faserachse
s ausgerichtet. Zwischen dem zweiten FBG 12 und dem Mittel zur Modenkopplung 15
ist die Polarisationsachse des Lichtmodes entlang der Faserachse f ausgerichtet.
Fig. 2 zeigt schematisch und analog zu Fig. 1 einen erfindungsgemässen
Faserlaser 1, der Licht einer bestimmten transversalen Raumstruktur, also einen
Transversalmode, erzeugt. Der Aufbau des Faserlasers 1 ist identisch mit dem Faserlaser
1 aus Fig. 1, ausser dass das Mittel zur Modenkopplung 15 hier ein seitliche versetzter
Faserspleiss 15 ist. In Fig. 2 oberhalb des Faserlasers 1 ist die Orientierung
des elliptischen Faserkerns und sind die im Faserlaser 1 zu Laserschwingungen fähigen
Transversalmoden LP01
und LP11even angedeutet. Zwischen
dem ersten FBG 11 und dem Mittel zur Modenkopplung 15 ist der Transversalmode LP01
schwingungsfähig. Zwischen dem zweiten FBG 12 und dem Mittel zur Modenkopplung
15 ist der Transversalmode LP11even schwingungsfähig.
Im folgenden wird die Erfindung vorwiegend anhand eines Faserlasers
1 erläutert, der mit Polarisationsmoden arbeitet, ähnlich dem in Fig. 1 skizziertem
Faserlaser 1. Dem Fachmann ist es ohne weiteres möglich, die Erläuterungen sowohl
auf Faserlaser 1 mit Transversalmoden (vergleiche Fig. 2) und auf Faserlaser 1
mit linearpolarisierten Transversalmoden zu übertragen (keine Abbildung).
In Fig. 3a und 3b sind die Reflexionsvermögen RFBG1,RFBG2
der Endreflektoren 11,12 schematisch dargestellt. Fig. 3a zeigt das Reflexionsvermögen
RFBG1 des ersten FBG 11. Aufgrund der Doppelbrechung des FBG 11 gibt
es für Licht, das entlang der schnellen Achse f polarisiert ist, einen Reflexionspeak
(Bragg-Peak) bei einer kürzeren Wellenlänge λB,fFBG1
als für Licht, das entlang der langsamen Achse s polarisiert ist. Der Wellenlängenabstand
Δλbiref zwischen den beiden Reflexions-Peak-Wellenlängen
(Bragg-Wellenlängen) beträgt
ΔλbirefFBG1 = λB,sFBG1
- λB,fFBG1.
Für das zweite FBG 12 sind die Verhältnisse in Fig. 3b dargestellt.
Wie schon in Fig. 1 diskutiert ist für das zweite FBG 12 die Zuordnung der Faserachsen
s,f zu den Raumachsen x,y gerade umgekehrt wie für das erste FBG 11. Da in dem
vorliegenden Ausführungsbeispiel die beiden FBG 11,12 bis auf eine gegenseitige
Verstimmung identisch ausgebildet sind, liegen die Reflexionspeaks zwar nicht bei
denselben Wellenlängen (λB,fFBG1 ≠ λB,fFBG2
und λB,sFBG1 ≠ λB,sFBG2),
aber die Reflexionspeaks für das zweite FBG 12 und somit die Bragg-Wellenlängen
sind um dasselbe
ΔλbirefFBG2 = λB,sFBG2
- λB,fFBG2 = ΔλbirefFBG1.
voneinander beabstandet. Im allgemeinen können ΔλbirefFBG1
und ΔλbirefFBG2
selbstverständlich voneinander
verschieden sein.
Anhand von Fig. 4a und b, Fig. 5a und b und Fig. 6a und b wird die
gegenseitige Verstimmung der FBG 11,12 und die Unterdrückung der Laserschwingung
auf einer unerwünschten Polarisation erläutert. In den Figuren ist weiterhin der
Fall ΔλbirefFBG2 = ΔλbirefFBG1
= Δλbiref dargestellt.
Die Fig. 4a und 4b zeigen zunächst den nicht erfindungsgemässen Fall,
dass die beiden FBG 11,12 dieselbe Bragg-Wellenlänge aufweisen, also nicht gegeneinander
verstimmt sind. Der Unterschied in der Bragg-Wellenlänge, ΔλB,
beträgt somit
ΔλB = λB,fFBG2 - λB,fFBG1
= λB,sFBG2 - λB,sFBG1
= 0.
Fig. 4a zeigt das Reflexionsvermögen der beiden FBG 11,12 für entlang
der x-Achse linearpolarisiertes Licht. Fig. 4b zeigt das Reflexionsvermögen der
beiden FBG 11,12 für entlang der y-Achse linearpolarisiertes Licht. Bei der durch
die dicken Punkte und die gepunktete Linie gekennzeichneten Wellenlänge ist das
Produkt der Reflexionsvermögen der beiden FBG 11,12 maximal, und somit sind Resonatorverluste
minimal, so dass der Laser auf dieser Wellenlänge schwingt. Aufgrund der Gleichartigkeit
der FBG 11,12 und der Gleichartigkeit der Reflexionspeaks für die beiden Polarisationen
x,y schwingt der Faserlaser 1 für x- und für y-Polarisation auf derselben Wellenlänge
und mit derselben Intensität. Somit wird ein Faserlaser 1 mit Endreflektoren 11,12,
die Reflexionsvermögen aufweisen, wie sie in Fig. 4a und b dargestellt sind, im
allgemeinen stets auf zwei Polarisationsmoden s,f auf jeder Seite des Mittels zur
Modenkopplung 15 schwingen.
Fig. 5a und 5b zeigen den Fall, dass die Braggwellenlänge des ersten
FBG 11 von der Braggwellenlänge des zweiten FBG 12 verschieden ist, also
ΔλB = abs(λB,fFBG2 - λB,fFBG1)
= abs(λB,sFBG2 - λB,sFBG1)
≠ 0.
Die Bragg-Wellenlänge λB eines doppelbrechenden
FBG ist hier definiert als eine mittlere Bragg-Wellenlänge definiert:
λBFBGi = (λB,sFBGi
+ λB,fFBGi) / 2.
Es ist ein Wert für ΔλB gewählt, der kleiner
ist als Δλbiref. Die Reflexionspeaks der beiden FBG 11,12
für x-polarisiertes Licht (Fig. 5a) sind in diesem Fall weiter beabstanded als
die Reflexionspeaks der beiden FBG 11,12 für y-polarisiertes Licht (Fig. 5b).
Die Wellenlängen, bei denen der Faserlaser 1 minimale Resonatorverluste
hat, sind aber immer noch gleich für x- und y-Polarisation (gestrichelte Linie,
dicke Punkte). Aber die Resonatorverluste sind für x-polarisiertes Licht viel
grösser als für y-polarisiertes Licht. Denn für für x-polarisiertes Licht liegt
die Wellenlänge minimaler Resonatorverluste in der Flanke der Reflexionspeaks,
während für y-polarisiertes Licht die Wellenlänge minimaler Resonatorverluste nahe
dem Maximum der Reflexionspeaks liegt. Die Laserschwelle ist somit für y-polarisiertes
Licht niedriger als die Laserschwelle für x-polarisiertes Licht. Bei Pumpleistungen,
die zwischen diesen beiden Laserschwellen liegen, wird somit der Faserlaser nur
auf y-polarisiertem Licht schwingen, so dass zwischen dem ersten FBG 11 und dem
Mittel zur Modenkopplung 15 einzig der entlang der Achse s linearpolarisierte Lichtmode
s und zwischen dem zweiten FBG 12 und dem Mittel zur Modenkopplung 15 einzig der
entlang der Achse f linearpolarisierte Lichtmode f zu Laserschwingungen fähig ist.
Laserschwingungen von x-polarisiertem Licht sind hingegen unterdrückt.
Fig. 6a und 6b zeigen den Fall, dass die Verstimmung ΔλB
der FBG 11,12 als ΔλB = ΔλbirefFBG1
= ΔλbirefFBG2 gewählt ist. In diesem Fall fallen
die Bragg-Peaks der beiden FBG 11,12 für y-polarisiertes Licht zusammen. Dadurch
sind die Resonatorverluste für y-polarisiertes Licht minimal (Fig. 6b, gestrichelte
Linie, dicker Punkt). In dem allgemeinen Fall, dass ΔλbirefFBG1
≠ Δλbi- refFBG2 ist, fallen die
Bragg-Peaks zusammen, wenn
ΔλB = (ΔλbirefFBG1
+ ΔλbirefFBG2) / 2
gilt. Für x-polarisiertes Licht hingegen sind die beiden Reflexionspeaks weit beabstandet,
nämlich um 2&peseta;Δλbiref oder allgemein um ΔλbirefFBG1
+ ΔλbirefFBG2. Dadurch gibt es in dem in Fig.
6a dargestellten Fall keine Überlappung der Peaks mehr, so dass auch bei der maximal
zulässigen Pumpleistung keine Lasersschwingungen in x-Polarisation mehr möglich
sind. Der unerwünschte Polarisationsmode ist somit vollständig unterdrückt. Je
nach Breite der Reflexionspeaks und Betrag von Δλbiref
ist der unerwünschte Polarisationsmode auch schon bei kleineren Verstimmungen oder
erst bei Verstimmungen von mehr als ΔλbirefFBG1
+ ΔλbirefFBG2 vollständig unterdrückt. Wenn der
unerwünschte Lichtmode unterdrückt ist, liegt also ein Faserlaser vor, der auf
der dem ersten Endreflektor 11 zugewandten Seite des Mittels zur Modenkopplung
15 nur auf dem durch seine lineare Polarisation entlang der Achse s definiterten
Lichtmode schwingt und der auf der dem zweiten Endreflektor 12 zugewandten Seite
des Mittels zur Modenkopplung 15 nur auf dem durch seine lineare Polarisation entlang
der Achse f definiterten Lichtmode schwingt.
Typische Masse und Grössenordnungen für eine beispielhafte Ausführungsform
eines erfindungsgemässen Faserlasers 1, bei dem die Laserfaser 10 mit der laserverstärkenden
Faser 13 identisch ist, sind beispielsweise:
- Laserschwelle: unter 10 mW Pumpleistung
- Länge der Laserfaser 10: 40 cm
- Länge der Hauptachsen des Kerns der Laserfaser 10: 3 µm und 15 µm
- Er3+-Konzentration der laserverstärkenden Faser 13: 5000 ppm (Gewicht)
- 90°-Faserspleiss auf ±5°, besser noch ±2° genau justiert
- Unterschied der Brechungsindices von Kern und Ummantelung der Laserfaser: 0.011
- Doppelbrechung der Laserfaser 10 und der FBG 11,12: 5.7×10-5
- Bragg-Wellenlänge der FBG 11,12: λB≈1535 nm
- Unterschied der Bragg-Wellenlängen der FBG 11,12 für s- und f-Polarisation:
Δλbiref = 60 pm
Die weiter oben und im folgenden aufgeführten alternativen oder zusätzlichen
Merkmale sind optional und untereinander sowie mit den in der Beschreibung dargestellten
Ausführungsbeispielen beliebig kombinierbar.
Die Erfindung kann nicht nur mit Lichtmoden, die aufgrund ihrer linearen
Polarisation zueinander orthogonal sind, durchgeführt werden. Wie im Zusammenhang
mit Fig. 2 bereits erwähnt, ist es auch möglich, mit Lichtmoden zu arbeiten, die
aufgrund ihrer transversalen Raumstruktur zueinander orthogonal sind. Der Begriff
"orthogonal" ist also nicht einfach als rechtwinklig im Sinne von 90° aufzufassen,
sondern wird im mathematischen Sinne gebraucht: für zueinander orthogonale Basisfunktionen
oder Lichtmoden, aus welchen sich durch Linearkombination ein beliebiger Lichtzustand
der entsprechenden Art, beispielsweise ein Lichtzustand mit einer beliebigen transversalen
Raumstruktur, darstellen lässt. Die LPmn-Transversalmoden können darum
verwendet werden. Sie sind zwar nur eine (gute) Approximation zur Beschreibung
der transversalen Raumstruktur, aber sie sind auch in guter Näherung zueinander
orthogonal. Es können beispielsweise die transversalen Raummoden LP01
und LP11even anstelle der oben diskutierten linearpolarisierten
Moden eingesetzt werden. Statt eines 90°-verdrehten Faserspleisses 15 dient hier
vorzugsweise ein seitlich versetzter Faserspleiss 15 als Mittel zur Modenkopplung
15. Durch das Mittel zur Modenkopplung 15 wird Licht im LP01-Mode überführt
in Licht im LP11even-Mode. Ein derartiger Laser emittiert
an einem der Endreflektoren 11,12 Licht im LP01-Mode und an dem anderen
Endreflektor 11,12 Licht im LP11even-Mode
Der Faserlaser 1 kann auch mit zueinander orthogonal linearpolarisierten
orthogonalen Transversalmoden, beispielsweise LP01,s und LP11,feven
oder LP01,f und LP11,seven betrieben werden, die
also sowohl aufgrund ihres Polarisationszustandes als auch aufgrund ihrer transversalen
räumlichen Struktur zueinander orthogonal sind. Als Mittel zur Modenkopplung dient
dann vorzugsweise ein seitlich versetzter 90°-Faserspleiss.
Die Mittel zur Modenkopplung 15 sind vorteilhaft derart ausgebildet,
dass die Kopplung der beiden orthogonalen Lichtmoden der Laserfaser 10 möglichst
vollständig, grösser als 60%, besser grösser als 80% ist.
Wenn der Faserlaser 1 mit orthogonalen Moden der linearen Polarisation
betrieben wird, weisen diese vorzugsweise dieselbe transversale Raumstruktur auf;
vorzugsweise schwingen beide in dem transversalen Grundmode LP01. Wird
der Faserlaser 1 mit zueinander orthogonalen transversalen Raummoden betrieben,
beispielsweise mit LP01 und LP11even, so werden
vorzugsweise zwei orthogonale Raummoden mit derselben linearen Polarisation gewählt.
Statt einer Laserfaser 10 mit elliptischem Kernquerschnitt können
auch andere, vorzugsweise polarisationerhaltende, Fasern, wie beispielsweise "Panda"-Fasern,
"bow-tie"-Fasern oder Fasern mit elliptischer innerer Ummantelung, eingesetzt
werden. Die Laserfaser 10 kann aus mehreren Segmenten verschiedenartiger Faser
zusammengesetzt sein, beispielsweise aus dotierten und undotierten Fasern und/oder
aus Fasersegmenten mit verschiedenartigem Kern und/oder verschiedenartiger Ummantelung.
Als laserverstärkende Faser 13 kann ein beliebiger Teil der Laserfaser 10 dienen,
vorteilhaft sind laserverstärkende Faser 13 und Laserfaser 10 identisch. Statt
einer Er3+-Dotierung kann auch eine Nd3+-Dotierung oder ein
anderes Mittel zur Laserverstärkung eingesetzt werden.
Die Endreflektoren 11,12 sind im Falle von Polarisations- und/oder
Transversalmoden vorzugsweise als Faser-Bragg-Gitter ausgebildet. Diese FBG 11,12
sind vorzugsweise in doppelbrechende Fasern, beispielsweise in Fasern mit elliptischem
Kern, "bowtie"-Fasern oder "Panda"-Fasern, und insbesondere bevorzugt in die Laserfaser
10 eingebracht. Es ist aber auch möglich, nicht intrinsisch doppelbrechende Fasern
dafür zu benutzen, wobei dann eine Doppelbrechung des FBG vorzugsweise durch den
Gitterschreib-Vorgang oder durch eine zusätzliche Vorrichtung erzeugt wird. Die
zusätzliche Vorrichtung dient dann zur Erzeugung einer permanenten mechnischen
Spannung in dem FBG. Vorteilhaft werden eine geeignete Verstimmung ΔλB
und geeignete Δλbiref bei der Herstellung der Endreflektoren
11,12 eingebracht. Die FBG 11,12 sind vorteilhaft holographisch erzeugt. Sie können
aber auch anders hergestellt sein, beispielsweise durch Ätzen oder durch ein mechanisches
Verfahren. Wenn mindestens einer der Endreflektoren 11,12 nicht in die Laserfaser
10 eingebracht ist, muss dieser Endreflektor 11,12 optisch an die Laserfaser 10
angekoppelt, beispielsweise angespleisst sein. An dieser Kopplungs- oder Spleiss-Stelle
kann dann vorteilhaft das Mittel zur Modenkopplung 15 (90°-rotierter und/oder seitlich
versetzter Faserspleiss) realisiert werden. Es ist auch denkbar, dass einer der
Endreflektoren 11,12 als Mittel zur Modenkopplung 15 wirkt.
Die Achsen der Doppelbrechung der Endreflektoren 11,12 sind vorteilhaft
derart orientiert, dass sie die gleiche Orientierung aufweisen wie die Achsen
der Doppelbrechung desjenigen Segmentes der Laserfaser 10, das zwischen dem jeweiligen
Endreflektor und dem Mittel zur Modenkopplung 15 angeordnet ist. In dem Fall, dass
das Mittel zur Modenkopplung 15 unmittelbar an einem der Endreflektoren angeordnet
ist, so dass dazwischen kein Teil der Laserfaser 10 angeordnet ist, ist die Orientierung
der Achsen der Doppelbrechung des entsprechenden Endreflektors durch das Mittel
zur Modenkopplung 15 vorgegeben.
Sehr vorteilhaft ist es, wenn beide FBG 11,12 doppelbrechend sind,
es ist aber ausreichend, wenn einer der Endreflektoren 11,12 doppelbrechend ist.
Die Doppelbrechung der Endreflektoren 11,12 kann auch als modenselektives Reflexionsvermögen
der Endreflektoren 11,12 bezeichnet werden, weil das Reflexionsvermögen eines doppelbrechenden
FBG von dem Lichtzustand (lineare Polarisation, transversale Raumstruktur) abhängt.
Statt FBG 11,12 können auch andersartige wellenlängenselektiv reflektierende Endreflektoren
11,12 benutzt werden, beispielsweise sind dielektrische Spiegel, Spiegel mit einem
Farbfilter oder auch photonische Kristalle denkbar. Es können auch zwei verschiedenartig
ausgebildete FBG 11,12 oder eine Kombination von einem FBG mit einem andersartigen
Endreflektor benutzt werden.
Wellenlängenselektives Reflexionsvermögen der Endreflektoren 11,12
bedeutet hier, dass die Reflexionsspektren der Endreflektoren 11,12 einen oder
mehrere Peaks (Maxima) abhängig von der Wellenlänge aufweisen. Oder: Dass nicht
einer der Endreflektoren 11,12 eine (nahezu) konstantes Reflexionsvermögen in dem
Wellenlängen-Bereich aufweist, in welchem der andere Endreflektor 12,11 ein hohes
Reflexionsvermögen aufweist oder einen Peak im Reflexionsspekrum hat. Man kann
auch von einem schmalbandigen spektralen Reflexionsvermögen der Endreflektoren
11,12 sprechen. Mehrere Reflexions-Peaks der Endreflektoren bei verschiedenen Wellenlängen
sind auch möglich.
Eine gegenseitige Verstimmung der Endreflektoren 11,12 bedeutet, dass
der Mittelwert der Zentral-Wellenlängen der Reflexionspeaks des ersten Endreflektors
11 für zwei aufgrund ihrer linearen Polarisation und/oder ihrer transversalen
Raumstruktur zueinander orthogonalen Lichtmoden (s,f; LP01,LP11even)
verschieden ist von dem Mittelwert der Zentral-Wellenlängen der Reflexionspeaks
des zweiten Endreflektors 12 für die beiden Lichtmoden. Falls einer der Endreflektoren
11,12 nicht doppelbrechend ist, ist der Mittelwert durch die Zentral-Wellenlänge
des einen Reflexionspeaks zu ersetzen. Bei doppelbrechenden Faser-Bragg-Gittern
11,12 gilt:
ΔλB = (λB,fFBG1 + λB,sFBG1)/2
- (λB,fFBG2 + λB,sFBG2)/2.
Für nicht-doppelbrechende FBG ist λB = λB,f
= λB,s. Es versteht sich, dass in dem Fall, dass mindestens einer
der Endreflektoren 11,12 mehrere Reflexionspeaks aufweist, stets ein solcher Reflexionspeak
gemeint ist, der mindestens eine der Wellenlängen enthält, auf denen der Faserlaser
1 schwingt. Eine gegenseitige Verstimmung der Endreflektoren 11,12 liegt auch dann
vor, wenn die Mittelwerte der Zentral-Wellenlängen der Reflexionspeaks für die
beiden Endreflektoren 11,12 zusammenfallen, aber aufgrund unterschiedlicher Peak-Breiten
für die zueinander orthogonalen Lichtmoden mindestens eines der Endreflektoren
11,12 nur ein Lichtmode zu Laserschwingungen fähig ist.
Die beiden Wellenlängenabstände ΔλB und Δλbiref
wurden so definiert, dass sie niemals ein negatives Vorzeichen haben. Bei der Verstimmung
ΔλB kann ausgewählt werden, welcher der Endreflektoren
11,12 zu grösseren oder zu kleineren Wellenlängen verstimmt wird, je nachdem, welcher
Lichtmode der zu unterdrückende Lichtmode ist.
Es ist möglich, ΔλB und/oder Δλbiref
mittels eines Verstimmungsmittels veränderlich einstellbar zu machen und/oder zu
stabilisieren. Dazu kann beispielsweise ein einstellbarer, auf mindestens einen
der Endreflektoren 11,12 wirkender, mechanischer Stress (Zug- oder Druckkraft)
durch das Verstimmungsmittel ausgeübt werden. Und/oder mindestens einer der Endreflektoren
11,12 wird, beispielsweise durch einen Röhrenofen auf einer wählbaren Temperatur
gehalten.
Es ist vorteilhaft, den Faserlaser 1 derart zu dimensionieren, dass
nur ein einziger Longitudinalmode im Faserlaser 1 schwingungsfähig ist. Dies kann
beispielsweise dadurch erreicht werden, dass eine entsprechend kurze Resonatorlänge
des Faserlasers 1 gewählt wird. Alternativ oder ergänzend kann auch die spektrale
Breite des Reflexionspeaks (für den erwünschten Lichtmode) mindestens eines Endreflektors
11,12 so klein gewählt werden, dass nur ein Longitudinalmode im Faserlaser 1 schwingungsfähig
ist. So kann ein Single-Mode-Laser realisiert werden.
Eine vorteilhafte Ausführungsform weist für die beiden Endreflektoren
11,12 Reflexionsvermögen von nahe 100% beziehungsweise 90% bis 98% (für die bevorzugte
Licht-Auskoppelseite) auf.
Ein erfindungsgemässer Faserlaser kann für verschiedenste Zwecke eingesetzt
werden, beispielsweise in der optischen Telekommunikation, der chemischen Analytik,
der Umweltanalytik oder der optischen Sensorik.
Die genannten Merkmale können gemeinsam oder auch einzeln oder in
beliebiger Kombination vorteilhaft sein.
Bezugszeichenliste
- 1
- Faserlaser
- 10
- Laserfaser
- 11
- erster Endreflektor; erstes FBG
- 12
- zweiter Endreflektor; zweites FBG
- 13
- laserverstärkende Faser
- 15
- Mittel zur Modenkopplung; 90°-Faserspleiss; seitlich versetzter Faserspleiss
- f
- schnelle Achse (fast axis)
- FBG
- Faser-Bragg-Gitter
- LP01
- transversaler Raummode nullter Ordnung (Grundmode)
- LP11even
- transversaler Raummode erster Ordnung
- R
- Reflexionsvermögen eines Endreflektors
- Rx
- Reflexionsvermögen eines Endreflektors für x-Polarisation
- Ry
- Reflexionsvermögen eines Endreflektors für y-Polarisation
- s
- langsame Achse (slow axis)
- x
- Koordinatenachse; Achse einer linearen Polarisation
- y
- Koordinatenachse; Achse einer linearen Polarisation
- z
- Koordinatenachse; Faserachse
- λ
- Wellenlänge
- λB
- Bragg-Wellenlänge; Wellenlänge eines Reflexionmaximums eines Endreflektors
- λB,s
- Bragg-Wellenlänge für Licht mit linearer Polarisation parallel zu s
- λB,f
- Bragg-Wellenlänge für Licht mit linearer Polarisation parallel zu f
- ΔλB
- Differenz der Bragg-Wellenlängen der beiden FBG; gegenseitige Verstimmung der
Endreflektoren
- Δλbiref
- Wellenlängendifferenz der Reflexionmaxima (Bragg-Wellenlängen) eines FBG für
die zwei orthogonalen Lichtzustände x,y