Die vorliegende Erfindung betrifft einen Seltenerd-Verbundmagneten, der ein mit einem Harz
gebundenes Seltenerd-Magnetpulver enthält, sowie eine magnetische Seltenerd-Zusammensetzung,
die zur Herstellung des Seltenerd-Verbundmagneten verwendet wird, und ein Verfahren zur
Herstellung des Seltenerd-Verbundmagneten unter Verwendung der magnetischen Seltenerd-
Zusammensetzung.
Im allgemeinen werden Seltenerd-Verbundmagneten mit unterschiedlicher Gestalt aus Massen, die
aus Seltenerd-Magnetpulvern und Bindemittelharzen oder organischen Bindemitteln bestehen, durch
Anwendung eines Pressformgebungsverfahrens, z. B. eines Kompaktierformgebungs-, Spritzgieß-
oder Extrusionsverfahrens, geformt.
Bei der Kompaktierformgebung wird ein Verbundmagnet hergestellt, indem man eine Masse in eine
Form gibt, die Masse zu einem Rohkörper verdichtet und sodann zur Härtung eines hitzehärtenden
Bindemittelharzes erwärmt. Da das Kompaktierformgebungsverfahren im Vergleich zu anderen
Formgebungsverfahren eine Formgebung unter Verwendung einer geringeren Menge an
Bindemittelharz ermöglicht, ergeben sich stärkere magnetische Eigenschaften des erhaltenen Magneten.
Jedoch ist die Vielseitigkeit der Formgebung in Bezug auf die Gestalt des Magneten eingeschränkt
und es ergibt sich eine geringe Produktivität.
Beim Spritzgießen wird ein Verbundmagnet hergestellt, indem man eine Masse schmilzt und sodann
die fließfähige Schmelze in eine Form mit einer bestimmten Gestalt einspritzt. Beim
Spritzgießverfahren ergibt sich bezüglich der Gestalt des Magneten eine ausgeprägte Vielseitigkeit und es lassen
sich in einfacher Weise Magneten mit unregelmäßiger Gestalt herstellen. Da jedoch beim
Spritzgießen eine hochgradig fließfähige Beschaffenheit der Schmelze notwendig ist, muss eine große
Menge an Bindemittelharz zugesetzt werden. Der Gehalt an Bindemittelharz im Magneten ist
dementsprechend hoch, was zu schlechteren magnetischen Eigenschaften führt.
Beim Extrudieren wird ein Verbundmagnet hergestellt, indem man eine in einen Extruder
eingespeiste Masse schmilzt, extrudiert und die aus einem Extruderwerkzeug austretende Masse zu einem
länglich geformten Körper abkühlt, wonach der längliche Körper auf eine bestimmte Länge
zugeschnitten wird. Beim Extrudierverfahren sind die Vorteile der Verdichtungsformgebung und des
Spritzgießens vereinigt. Dies bedeutet, dass beim Extrudieren die Gestalt des Magneten durch
Verwendung eines geeigneten Werkzeugs in gewissem Umfang variiert werden kann und sich leicht
dünnwandige oder lange Magneten herstellen lassen. Ferner zeigt der erhaltene Magnet aufgrund
der verringerten Menge an Bindemittelharz verstärkte magnetische Eigenschaften, was darauf
zurückzuführen ist, dass anders als beim Spritzgießen eine hohe Fließfähigkeit der Schmelze nicht
erforderlich ist.
Hitzehärtende Harze, wie Epoxyharze, werden im allgemeinen als Bindemittelharze in den Massen
verwendet; vergl. JP-B-56-31841 und JP-B-56-44561. Der Anteil der hitzehärtenden Harze ist gering
und beträgt aufgrund ihrer hohen Fließfähigkeit 0,5 bis 4,0 Gew.-%.
Bezüglich der optimalen Bedingungen zur Formgebung unter Verwendung von thermoplastischen
Harzen als Bindemittelharzen, sind jedoch zahlreiche Punkte noch nicht geklärt, z. B. der Einfluss
des Anteils des Seltenerd-Magnetpulvers auf die Formbarkeit, die magnetischen Eigenschaften und
die mechanischen Eigenschaften des Verbundmagneten.
EP-A-0 605 934 führt aus, dass Zusammensetzungen, deren Anteil des magnetischen Materials 65
Vol.-% oder mehr beträgt, wünschenswert sind. Diese Druckschrift enthält jedoch keine
Ausführungen darüber, dass auch der Hohlraumanteil für die Erzielung einer guten Formbarkeit von Bedeutung
ist.
Eine erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines Seltenerd-
Verbundmagneten, der sich leicht in unterschiedlicher Gestalt herstellen lässt und der
hervorragende magnetische Eigenschaften und eine hohe mechanische Festigkeit besitzt. Ferner soll
erfindungsgemäß eine magnetische Seltenerd-Zusammensetzung zur Herstellung des Magneten,
der eine hervorragende Formbarkeit zeigt, bereitgestellt werden, wobei ein minimaler Anteil eines
thermoplastischen Bindemittelharzes enthalten ist. Schließlich soll ein Verfahren zur Herstellung des
Magneten unter Ausnutzung der vorerwähnten Vorteile des Extrusionsverfahrens bereitgestellt
werden.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Gegenständen der Patentansprüche.
Eine zweite Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines Seltenerd-
Verbundmagneten, der sich leicht in unterschiedlicher Gestalt herstellen lässt und der
hervorragende magnetische Eigenschaften und eine hohe mechanische Festigkeit besitzt. Ferner soll
erfindungsgemäß eine magnetische Seltenerd-Zusammensetzung zur Herstellung des Magneten,
der eine hervorragende Formbarkeit zeigt, bereitgestellt werden, wobei ein minimaler Anteil eines
thermoplastischen Bindemittelharzes enthalten ist. Schließlich soll ein Verfahren zur Herstellung des
Magneten unter Ausnutzung der vorerwähnten Vorteile des Spritzgießverfahrens bereitgestellt
werden.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der nachgeordneten Ansprüche.
Ein Seltenerd-Verbundmagnet mit einem geringen Hohlraumanteil, einer hohen mechanischen
Festigkeit und hervorragenden magnetischen Eigenschaften lässt sich leicht aus einer derartigen
Zusammensetzung, die eine hohe Fließfähigkeit, eine hervorragende Formbarkeit und eine
unterdrückte Oxidationsbereitschaft des Magnetpulvers beim Extrusionsverfahren zeigt, herstellen.
Diese und weitere Ziele, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen.
Fig. 1 ist eine isometrische Ansicht einer Ausführung eines erfindungsgemäßen
Seltenerd-Verbundmagneten.
Nachstehend werden ein Seltenerd-Verbundmagnet, eine magnetische Seltenerd-Zusammensetzung
und ein Verfahren zur Herstellung des Seltenerd-Verbundmagneten gemäß der vorliegenden
Erfindung ausführlich unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. Es ist darauf hinzuweisen,
dass die Beschreibung sich jeweils sowohl auf die Extrusion als auch auf das Spritzgießen bezieht,
sofern das Formgebungsverfahren nicht speziell angegeben ist.
Zu Beispielen für den erfindungsgemäßen Seltenerd-Verbundmagneten gehören ein stabförmiger
Verbundmagnet 1 gemäß der Darstellung in Fig. 1A, ein zylindrischer Verbundmagnet 2 gemäß der
Darstellung in Figur iß und ein bogenförmiger Verbundmagnet 3 gemäß der Darstellung in Fig. 1C.
Die Seltenerd-Verbundmagneten 1, 2 und 3 enthalten ein Seltenerd-Magnetpulver und ein
thermoplastisches Harz gemäß den nachstehenden Angaben sowie gegebenenfalls ein
Antioxidationsmittel.
1. Seltenerd-Magnetpulver
Vorzugsweise umfasst das Seltenerd-Magnetpulver eine Legierung von einem oder mehreren
Seltenerdelementen und einem oder mehreren Übergangsmetallen. Nachstehend sind bevorzugte.
Beispiele für eine derartige Legierung aufgeführt:
[1] Eine Sm-Co-Legierung, die als Hauptbestandteile Sm (ein oder mehr weitere Seltenerdelemente
können zusätzlich enthalten sein, wobei Sm unter den Seltenerdelementen den höchsten Anteil
ausmacht) und ein oder mehr Übergangsmetalle, einschließlich Co, enthält.
[2] Eine R-Fe-B-Legierung, die als Hauptbestandteile R (R bedeutet mindestens eines der
Seltenerdelemente, einschließlich Y), Fe als Übergangsmetall (ein oder mehr weitere Übergangsmetalle
können zusätzlich enthalten sein, wobei Fe den höchsten Anteil unter den Übergangsmetallen
ausmacht) und B enthält.
[3] Eine Sm-Fe-N-Legierung, die als Hauptbestandteile Sm (ein oder mehr weitere
Seltenerdelemente können zusätzlich enthalten sein, wobei Sm den höchsten Anteil unter den
Seltenerdelementen ausmacht), Fe (ein oder mehr weitere Übergangsmetalle können zusätzlich enthalten sein, wobei
Fe den höchsten Anteil unter den Übergangsmetallen ausmacht) und N (ein oder mehr weitere
interstitielle Elemente können enthalten sein, wobei N den höchsten Anteil unter den interstitiellen
Elementen ausmacht) enthält.
[4] Ein nanokristalliner Magnet, der R (R bedeutet mindestens ein Seltenerdelement, einschließlich
Y) und ein oder mehr Übergangsmetalle, die Fe als Hauptbestandteil enthalten, enthält und
magnetische Phasen in Nanometergröße aufweist.
[5] Ein Gemisch aus mindestens zwei dieser Legierungen [1] bis [4] gemäß den vorstehenden
Angaben. In diesem Fall lässt sich leicht ein Seltenerd-Magnetpulver mit hervorragenden
magnetischen Eigenschaften unter Kombination von Vorteilen und insbesondere von Vorteilen in Bezug auf
magnetische Eigenschaften, aus den gemischten Magnetpulvern erhalten. Der Orientierungsgrad
des Magneten wird durch Vermischen von mindestens zwei anisotropen Magnetpulvern verbessert.
Zu typischen Beispielen für eine Sm-Co-Legierung gehören SmCo&sub5; und Sm&sub2;TM&sub1;&sub7;, wobei TM ein
Übergangsmetall bedeutet.
Zu typischen Beispielen für die R-Fe-B-Legierung gehören Nd-Fe-B, Pr-Fe-B, Nd-Pr-Fe-B, Ce-Nd-
Fe-B, Ce-Pr-Nd-Fe-B und modifizierte Legierungen davon, wobei Fe teilweise durch andere
Übergangsmetalle, wie Ni und Co, ersetzt ist.
Ein typisches Beispiel für die Sm-Fe-N-Legierung ist Sm&sub2;Fe&sub1;&sub7;N&sub3;, das durch Nitridieren einer
Sm&sub2;Fe&sub1;&sub7;-Legierung hergestellt wird.
Zu Beispielen für Seltenerdelemente im Magnetpulver gehören Y, La, Ce, Pr, Nd, Pm, Sm, Eu, Gd,
Tb, Dy, Ho, Er, Tm, Yb, Lu und Mischmetall. Das Magnetpulver kann ein oder mehr dieser Elemente
enthalten. Zu Beispielen für Übergangsmetalle gehören Fe, Co und Ni. Das Magnetpulver kann ein
oder mehr dieser Metalle enthalten. Das Magnetpulver kann ferner gegebenenfalls B, Al, Mo, Cu,
Ga, Si, Ti, Ta, Zr, Hf, Ag und Zn enthalten, um die magnetischen Eigenschaften zu verbessern.
Obgleich der durchschnittliche Teilchendurchmesser des Magnetpulvers nicht beschränkt ist, beträgt
er vorzugsweise etwa 0,5 bis 50 um und insbesondere etwa 1 bis 30 um. Der Teilchendurchmesser
kann beispielsweise mit einer FSSS-Vorrichtung (Fischer-Sub-Sieve Sizer) bestimmt werden.
Vorzugsweise weist das Magnetpulver eine relativ breite Verteilung des Teilchendurchmessers auf,
um eine hervorragende Formbarkeit bei einem geringen Anteil des Bindemittelharzes während des
Spritzgießens oder Extrudierens zu erzielen. In diesem Fall kann der Hohlraumanteil (Verhältnis von
Hohlräumen zum gesamten Volumen) im erhaltenen Verbundmagneten vermindert werden.
Im vorstehend erwähnten Gemisch [5] kann jeder der Pulverbestandteile einen unterschiedlichen
durchschnittlichen Teilchendurchmesser aufweisen. Wenn mindestens zwei Arten von
Magnetpulvern mit unterschiedlichen durchschnittlichen Teilchendurchmessern verwendet werden, lassen sich
Teilchen mit einem kleineren Durchmesser leicht zwischen Teilchen mit größeren Durchmessern
packen, nachdem die Pulver gründlich vermischt und geknetet worden sind. Somit lässt sich die
Packungsrate des Magnetpulvers in der Masse erhöhen, was zu verbesserten magnetischen
Eigenschaften führt.
Das Magnetpulver lässt sich nach beliebigen herkömmlichen Verfahren herstellen, z. B. durch
Mahlen und gegebenenfalls anschließendes Sieben eines Legierungsblockes, der durch Schmelzen
und Gießen hergestellt worden ist, unter Erzielung eines geeigneten Teilchengrößenbereiches; und
durch Mahlen und gegebenenfalls anschließendes Sieben eines durch Schmelzspinnen
hergestellten Bandes mit einer feinen polykristallinen Textur, dessen Herstellung durch eine
Schmelzspinnvorrichtung zur Herstellung von amorphen Legierungen erfolgt ist.
Der bevorzugte Anteil des Magnetpulvers im Verbundmagneten hängt vom Formgebungsverfahren
ab:
Bei dem durch Extrusion hergestellten Seltenerd-Verbundmagneten liegt der Anteil des Seltenerd-
Magnetpulvers im Bereich von etwa 78,1 bis 83 Vol.-%, vorzugsweise im Bereich von etwa 79,5 bis
83 Vol.-% und insbesondere im Bereich von etwa 81 bis 83 Vol.-%.
Im Seltenerd-Verbundmagneten, der durch Spritzgießen hergestellt worden ist, liegt der Anteil des
Seltenerd-Magnetpulvers im Bereich von etwa 68 bis 76 Vol.-%, vorzugsweise im Bereich von etwa
70 bis 76 Vol.-% und insbesondere im Bereich von etwa 72 bis 76 Vol.-%.
Sowohl beim Extrudieren als auch beim Spritzgießen ergeben sich dann, wenn der Anteil des
Seltenerd-Magnetpulvers zu gering ist, keine hervorragenden magnetischen Eigenschaften und
insbesondere kein hervorragendes magnetisches Energieprodukt, während bei einem zu hohen
Anteil der entsprechendenrweise niedrige Anteil des Bindemittelharzes eine Verringerung der
Fließfähigkeit während des Extrudierens/Spritzgießens bewirkt, was die Formgebung erschwert oder
unmöglich macht.
2. Bindemittelharz
Bei den erfindungsgemäß verwendeten Bindemittelharzen handelt es sich um thermoplastische
Harze. Bei Verwendung von hitzehärtenden Harzen, z. B. Epoxyharzen, bei denen es sich um
herkömmliche Bindemittelharze handelt, ergibt sich eine geringe Fließfähigkeit beim Extrusions-
oder Spritzgießverfahren, was zu einer schlechten Formbarkeit, einem erhöhten Hohlraumanteil des
Magneten, einer geringen mechanischen Festigkeit und einer verminderten Korrosionsbeständigkeit
führt. Im Gegensatz dazu verursachen thermoplastische Harze keine derartigen Probleme.
Zu Beispielen für geeignete thermoplastische Harze gehören Polyamide, z. B. Nylon 6, Nylon 12,
Nylon 66, Nylon 610, Nylon 612, Nylon 11, Nylon 12, Nylon 6-12 und Nylon 6-66; Flüssigkristall-
Polymere, z. B. thermoplastische Polyimide und aromatische Polyester; Polyphenylenoxide;
Polyphenylensulfide; Polyolefine, z. B. Polyethylene und Polypropylene; modifizierte Polyolefine;
Polycarbonate; Polymethylmethacrylat; Polyether; Polyetherketone; Polyetherimide; Polyacetale;
und Copolymere, Gemische und Polymerlegierungen mit einem Gehalt an den vorstehenden
Produkten als Hauptbestandteil. Diese Harze können allein oder in Kombination miteinander
verwendet werden. Darunter werden vorzugsweise thermoplastische Harze mit einem Gehalt an
Polyamiden, Flüssigkristall-Polymeren und/oder Polyphenylensulfiden als Hauptbestandteilen
verwendet, und zwar aufgrund ihrer hervorragenden Verknetbarkeit mit dem Magnetpulver, ihrer
hervorragenden Formbarkeit und ihrer hohen mechanischen Festigkeit. Insbesondere verbessern
Polyamide in erheblichem Maße die Formbarkeit. Flüssigkristall-Polymere und Polyphenylensulfid
können zur Verbesserung der Wärmebeständigkeit beitragen.
Ein besonders geeignetes thermoplastisches Harz lässt sich in beliebiger Weise unter den
vorstehenden Harzen auswählen, indem man die Art des Harzes festlegt und/oder das Harz
copolymerisiert, z. B. unter Berücksichtigung von Formbarkeit, Wärmebeständigkeit oder mechanischer
Festigkeit.
Vorzugsweise verwendete thermoplastische Harze weisen einen Schmelzpunkt von 400ºC oder
darunter und insbesondere von 300ºC oder darunter auf. Bei Verwendung von thermoplastischen
Harzen mit einem Schmelzpunkt über 400ºC wird das Magnetpulver aufgrund der höheren
Formgebungstemperatur leicht oxidiert.
Vorzugsweise weisen die thermoplastischen Harze ein durchschnittliches Molekulargewicht von
10 000 bis 60 000 und insbesondere von 12 000 bis 30 000 auf.
3, Antioxidationsmittel
Beim Antioxidationsmittel handelt es sich um ein erfindungsgemäß zugesetztes Additiv, um eine
Oxidation, Beeinträchtigung oder Modifikation des Seltenerd-Magnetpulvers und die Oxidation des
Bindemittelharzes, die durch eine katalytische Wirkung der Metallkomponente im Seltenerd-
Magnetpulver während des Verknetens der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung verursacht
werden können, zu verhindern. Die Zugabe des Antioxidationsmittels führt zu folgenden Vorteilen.
Erstens kann das Antioxidationsmittel eine Oxidation des Seltenerd-Magnetpulvers und des
Bindemittelharzes verhindern. Somit lässt sich eine hervorragende Benetzbarkeit zwischen
Seltenerd-Magnetpulver-Oberfläche und Bindemittelharz aufrechterhalten, was eine verbesserte
Verknetbarkeit zwischen dem Seltenerd-Magnetpulver und dem Bindemittelharz bewirkt. Zweitens
werden aufgrund der Tatsache, dass das Antioxidationsmittel die Oxidation des
Seltenerd-Magnetpulvers verhindern kann, die magnetischen Eigenschaften des Magneten und die thermische
Stabilität der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung während des Knet- und
Formgebungsvorgangs verbessert und es lässt sich eine hervorragende Formbarkeit mit einer geringeren Menge an
Bindemittelharz erreichen.
Da das Antioxidationsmittel während der Knet- und Formgebungsstufen der magnetischen
Seltenerd-Zusammensetzung verdampft oder zersetzt wird, enthält der gebildete
Seltenerd-Verbundmagnet einen Teil des Antioxidationsmittels als Rückstand. Somit beträgt der Anteil des
Antioxidationsmittels im Seltenerd-Verbundmagnet im allgemeinen etwa 10 bis 90% und insbesondere 20 bis
80%, bezogen auf die der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung zugesetzten Menge. Das
Antioxidationsmittel verbessert auch die Korrosionsbeständigkeit des gebildeten Magneten,
zusätzlich zur Verhinderung der Oxidation des Seltenerd-Magnetpulvers und des Bindemittelharzes
beim Verfahren zur Herstellung des Magneten.
Beliebige herkömmliche Antioxidationsmittel, die die Oxidation des Seltenerd-Magnetpulvers und
des Bindemittelharzes verhindern oder vermindern, können verwendet werden. Zu Beispielen für
bevorzugte Antioxidationsmittel gehören chelatbildende Mittel, wie Amine, Aminosäuren,
Nitrocarbonsäuren, Hydrazine, Cyanide und Sulfide, die die Oberfläche des Seltenerd-Magnetpulvers
inaktivieren. Derartige chelatbildende Mittel weisen eine ausgeprägt hohe Antioxidationswirkung auf.
Die Art und der Anteil des Antioxidationsmittels sind nicht auf die vorstehenden Angaben
beschränkt.
Der Seltenerd-Verbundmagnet kann ferner folgende Bestandteile enthalten: einen Weichmacher, wie
Stearatsalze und Fettsäuren, zum Weichmachen des Bindemittelharzes; ein Gleitmittel, wie
Siliconöle, Wachse, Fettsäuren und anorganische Gleitmittel, z. B. Aluminiumoxid, Siliciumdioxid
und Titanoxid; und weitere Additive, z. B. einen Formgebungsaktivator. Bei Zugabe mindestens
eines Weichmachers und eines Gleitmittels werden die Fließfähigkeit der magnetischen Seltenerd-
Zusammensetzung während des Verknetens und die Formgebung des Seltenerd-Verbundmagneten
zusätzlich verbessert.
Erfindungsgemäß beträgt der Hohlraumanteil des Seltenerd-Verbundmagneten vorzugsweise 2 Vol.-
% oder weniger und insbesondere 1,5 Vol.-% oder weniger. Ein übermäßiger Hohlraumanteil kann
zu einer Verringerung der mechanischen Festigkeit und der Korrosionsbeständigkeit führen, und
zwar je nach der Zusammensetzung und dem Anteil des thermoplastischen Harzes, der
Zusammensetzung und der Teilchengröße des Magnetpulvers und dergl.
Erfindungsgemäß zeigen sowohl isotrope als auch anisotrope Seltenerd-Verbundmagneten
hervorragende magnetische Eigenschaften, was auf die Zusammensetzung des Magnetpulvers und
den hohen Magnetpulveranteil zurückzuführen ist.
Der durch Extrusion hergestellte Seltenerd-Verbundmagnet weist ein magnetisches Energieprodukt
(BH)max von 8 MGOe (64 kJ/m³) oder mehr und insbesondere von 9,5 MGOe (76 kJ/m³) oder mehr
auf, wenn er ohne Anlegen eines magnetischen Feldes geformt wird, oder er weist ein magnetisches
Energieprodukt (BH)max) von 12 MGOe (96 kJ/m³) oder mehr und insbesondere von 14 MGOe (112
kJ/m³) oder mehr auf, wenn er unter Anlegen eines magnetischen Feldes geformt wird.
Die Gestalt und die Größe des erfindungsgemäßen Seltenerd-Verbundmagneten unterliegt keinen
Beschränkungen. Beispielsweise kann der Seltenerd-Verbundmagnet verschiedene Gestalten
aufweisen, z. B. eine hohle, eine feste prismatische oder eine plattenförmige Gestalt, sowie eine
stabförmige, zylindrische oder bogenförmige Gestalt, wie in Fig. 1 dargestellt ist. Die Größe kann
von sehr großen Ausmaßen bis zu einem ultrakleinen Ausmaß variieren.
Magnetische Seltenerd-Zusammensetzung
Die erfindungsgemäße magnetische Seltenerd-Zusammensetzung enthält das
Seltenerd-Magnetpulver und das thermoplastische Harz gemäß den vorstehenden Angaben. Vorzugsweise enthält die
magnetische Seltenerd-Zusammensetzung das Antioxidationsmittel gemäß den vorstehenden
Angaben.
Der Anteil des Seltenerd-Magnetpulvers in der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung wird
unter Berücksichtigung der magnetischen Eigenschaften des erhaltenen
Seltenerd-Verbundmagneten und der Fließfähigkeit der Schmelzzusammensetzung während des Formgebungsvorgangs
festgelegt.
In der zum Extrudieren verwendeten magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung beträgt der Anteil
des Seltenerd-Magnetpulvers in der Zusammensetzung vorzugsweise etwa 77,6 bis 82,5 Vol.-% und
insbesondere etwa 79 bis 82,5 Vol.-%.
In der zum Spritzgießen verwendeten magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung beträgt der Anteil
des Seltenerd-Magnetpulvers vorzugsweise etwa 67,6 bis 75,5 Vol.-% und insbesondere etwa 69,5
bis 75,5 Vol.-%.
Sowohl beim Extrudieren als auch beim Spritzgießen ergeben sich dann, wenn der Anteil des
Seltenerd-Verbundmagneten zu nieder ist, keine hervorragenden magnetischen Eigenschaften,
insbesondere was das magnetische Energieprodukt betrifft, während bei einem zu hohen Anteil
durch den entsprechend geringen Anteil des Bindemittelharzes die Fließfähigkeit während des
Extrudierens/Spritzgießens vermindert wird, was den Formgebungsvorgang erschwert oder sogar
unmöglich macht. Die hier erörterte magnetische Seltenerd-Zusammensetzung führt zu den
vorstehend erörterten Magneten. Der im Vergleich zur Zusammensetzung geringfügig höhere Anteil
an Magnetpulver ist auf einen gewissen Verlust an Additiven, der während der Herstellung und
insbesondere durch Verdampfen während des Verknetens erfolgt, zurückzuführen.
Die Anteile des thermoplastischen Harzes und des Antioxidationsmittels in der magnetischen
Seltenerd-Zusammensetzung können je nach Art und Zusammensetzung des Harzes und des
Antioxidationsmittels, je nach den Formgebungsbedingungen, z. B. je nach Temperatur und Druck,
und je nach Gestalt und Größe des Formkörpers, variieren.
Um die magnetischen Eigenschaften des erhaltenen Seltenerd-Verbundmagneten zu verstärken, ist
es bevorzugt, dass das thermoplastische Harz in einer möglichst geringen Menge, die aber zur
Durchführung des Knet- und Formgebungsvorgangs ausreicht, zugesetzt wird.
Der Anteil des Antioxidationsmittels in der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung beträgt
vorzugsweise etwa 2,0 bis 12,0 Vol.-% und insbesondere etwa 3,0 bis 10,0 Vol.-%. Vorzugsweise
wird das Antioxidationsmittel in einer Menge von 10 bis 150%, bezogen auf das zugesetzte
Bindemittelharz, und insbesondere von 25 bis 90% zugesetzt. Jedoch ist erfindungsgemäß ein
Anteil des Antioxidationsmittels, der unter der vorgenannten Untergrenze liegt, zulässig. Ferner ist
die Zugabe des Antioxidationsmittels nicht immer wesentlich.
Wenn der Anteil des thermoplastischen Harzes in der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung
zu gering ist, so steigt die Viskosität des Gemisches der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung
an, was zu einem erhöhten Drehmoment beim Verkneten und zu einer beschleunigten Oxidation des
Magnetpulvers aufgrund von Wärmeentwicklung führt. Somit kann die Oxidation des Magnetpulvers
bei einem geringen Gehalt an Antioxidationsmittel nicht unterdrückt werden. Da außerdem die
Formbarkeit aufgrund der erhöhten Viskosität des Gemisches (Harzschmelze) nicht so gut ist, lässt
sich ein Magnet mit einem geringen Hohlraumanteil und einer hohen mechanischen Festigkeit nicht
erhalten. Wenn auf der anderen Seite der Anteil des thermoplastischen Harzes zu hoch ist, so
verschlechtern sich die magnetischen Eigenschaften, wenngleich die Formbarkeit verbessert wird.
Wenn der Anteil des Antioxidationsmittels in der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung zu
nieder ist, so reicht die Antioxidationswirkung bei einem hohen Anteil an Magnetpulver nicht aus, die
Oxidation des Magnetpulvers zu unterdrücken. Andererseits kann ein zu hoher Anteil an
Antioxidationsmittel die mechanische Festigkeit des Formkörpers aufgrund des relativ geringen Harzgehaltes
vermindern.
Wie vorstehend ausgeführt, kann der Anteil des Antioxidationsmittels verringert werden, wenn ein
relativ hoher Anteil an thermoplastischem Harz zugegeben wird, während der Anteil des
Antioxidationsmittels bei einem geringeren Gehalt an thermoplastischem Harz steigen muss.
Bei Verwendung zum Extrudieren ist es bevorzugt, dass der gesamte Anteil des thermoplastischen
Harzes und des Antioxidationsmittels 15,0 bis 22,4 Vol.-%, vorzugsweise 15,0 bis 20,5 Vol.-% und
insbesondere 15,0 bis 18,5 Vol.-% der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung beträgt. Bei
Verwendung zum Spritzgießen ist es bevorzugt, dass der gesamte Anteil des thermoplastischen
Harzes und des Antioxidationsmittels 24,5 bis 32,4 Vol.-%, vorzugsweise 24,5 bis 30,5 Vol.-% und
insbesondere 24,5 bis 28,0 Vol.-% der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung beträgt. Bei
derartigen Bereichen werden die Fließfähigkeit, die Formbarkeit und die Antioxidationswirkung der
magnetischen Zusammensetzung verbessert, was zu einem Magneten mit einem geringen
Hohlraumanteil, einer hohen mechanischen Festigkeit und hervorragenden magnetischen Eigenschaften
sowohl beim Extrudieren als auch beim Spritzgießen führt.
Die magnetische Seltenerd-Zusammensetzung kann gegebenenfalls verschiedene Additive gemäß
den vorstehenden Angaben enthalten.
Der Weichmacher und das Gleitmittel werden vorzugsweise zur Verbesserung der Fließfähigkeit
während der Formgebung und zur Erzielung von hervorragenden Eigenschaften bei einem
geringeren Anteil an Bindemittelharz zugegeben. Vorzugsweise beträgt der Anteil des Weichmachers 0,1
bis 2,0 Vol.-% und der Anteil des Gleitmittels 0,2 bis 2,5 Vol.-%, um die Vorteile durch Zugabe
derartiger Additive zu optimieren.
Die magnetische Seltenerd-Zusammensetzung kann verschiedene Formen aufweisen, z. B. kann es
sich um ein Gemisch aus einem Seltenerd-Magnetpulver und einem thermoplastischen Harz, um ein
Gemisch der vorstehenden Bestandteile mit anderen Additiven, z. B. einem Antioxidationsmittel, um
Gemische, die daraus durch Verkneten hergestellt worden sind, und um ein daraus hergestelltes
pelletisiertes Gemisch mit einer Pelletgröße von 1 bis 12 mm handeln. Wenn diese Gemische oder
Pellets davon verwendet werden, wird die Formbarkeit beim Extrudieren und Spritzgießen weiter
verbessert. Außerdem kann die Verwendung von Pellets zu einer verbesserten Handhabung führen.
Die vorstehend dargelegten Gemische können beispielsweise mit einer Walzenmühle, einem Kneter
oder einem Doppelschneckenextruder geknetet werden.
Die Knettemperatur lässt sich je nach der Zusammensetzung und den Eigenschaften des
verwendeten thermoplastischen Harzes festlegen. Vorzugsweise handelt es sich um eine Temperatur über
der Wärmedeformationstemperatur oder Erweichungstemperatur (Erweichungspunkt oder
Glasübergangstemperatur). Bei Verwendung eines thermoplastischen Harzes mit einem relativ niederen
Schmelzpunkt handelt es sich bei der Knettemperatur vorzugsweise um eine Temperatur, die nahe
an Schmelzpunkt des thermoplastischen Harzes oder darüber liegt.
Bei Durchführung des Knetens bei einer derartigen Temperatur kann das Gemisch homogen
innerhalb einer kürzeren Zeitspanne verknetet werden, was auf den erhöhten Knetwirkungsgrad
zurückzuführen ist. Ferner ist zu einer Verminderung des Hohlraumanteils des
Seltenerd-Verbundmagneten das Knetverfahren sehr kritisch, da die Teilchen des Seltenerd-Magnetpulvers durch
dieses Verfahren vollständig vom thermoplastischen Harz umgeben werden.
Nachstehend werden bevorzugte Beispiele zur Herstellung des erfindungsgemäßen Seltenerd-
Verbundmagneten erläutert. Der erfindungsgemäße Seltenerd-Verbundmagnet kann unter
Verwendung der magnetischen Seltenerd-Zusammensetzung gemäß den vorstehenden Angaben durch die
nachstehend erläuterten Extrudier- oder Spritzgießverfahren hergestellt werden.
[I] Extrudieren
Eine magnetische Seltenerd-Zusammensetzung (Gemisch), die ein Seltenerd-Magnetpulver, ein
thermoplastisches Harz und gegebenenfalls ein Antioxidationsmittel enthält, wird mit einer
Knetmaschine gemäß den vorstehenden Ausführungen zur Herstellung des verkneteten Gemisches
gründlich verknetet. Die Knettemperatur kann unter Berücksichtigung der vorstehend dargelegten
Parameter beispielsweise auf 150 bis 350ºC festgelegt werden. Das verknetete Gemisch kann vor
der Verwendung pelletisiert werden.
Die magnetische Seltenerd-Zusammensetzung wird nach dem Verkneten in einem Zylinder eines
Extruders durch Erwärmen auf eine Temperatur über dem Schmelzpunkt des thermoplastischen
Harzes verknetet und aus einem Extrudierwerkzeug unter Einwirkung eines magnetischen Feldes (z.
B. unter einem Ausrichtungsfeld von 10 bis 20 kOe (8 bis 16 kA/cm)) oder ohne Einwirkung eines
magnetischen Feldes extrudiert. Vorzugsweise gelten folgende Bedingungen: Temperatur des
Materials im Zylinder etwa 20 bis 330ºC, Extrudiergeschwindigkeit von etwa 0,1 bis 10 mm/sec und
Temperatur der Form im Bereich von 200 bis 350ºC.
Der Formkörper wird zur Verfestigung abgekühlt, während er beispielsweise aus dem Werkzeug
extrudiert wird. Der längliche Formkörper wird sodann zu Seltenerd-Verbundmagneten von
bestimmter Gestalt und Größe zugeschnitten.
Die Querschnittgestalt des Seltenerd-Verbundmagneten wird durch die Gestalt des
Extrudierwerkzeugs (Innenwerkzeug und Außenwerkzeug) festgelegt. Es lassen sich leicht
Seltenerd-Verbundmagneten mit dünnwandiger oder unregelmäßiger Gestalt herstellen. Ferner lässt sich ein langer
Seltenerd-Verbundmagnet durch Einstellung der Schneidelänge herstellen.
Ein Seltenerd-Verbundmagnet, der sich für die Massenproduktion eignet, lässt sich in
kontinuierlicher Weise unter ausgeprägter Vielseitigkeit der Gestalten, mit hervorragender Fließfähigkeit und
Formbarkeit auch bei einem geringeren Harzgehalt herstellen, wobei eine hohe Maßhaltigkeit erzielt
wird.
[II] Spritzgießen
Eine magnetische Seltenerd-Zusammensetzung (Gemisch), die ein Seltenerd-Magnetpulver, ein
thermoplastisches Harz und gegebenenfalls ein Antioxidationsmittel enthält, wird mit einer
Knetmaschine gemäß den vorstehenden Ausführungen zur Herstellung des verkneteten Gemisches
gründlich verknetet. Die Knettemperatur kann unter Berücksichtigung der vorstehend dargelegten
Parameter beispielsweise auf 150 bis 350ºC festgelegt werden. Das verknetete Gemisch kann vor
der Verwendung pelletisiert werden.
Nach dem Verkneten wird die magnetische Seltenerd-Zusammensetzung in einem Zylinder einer
Spritzgießmaschine unter Erwärmen auf eine Temperatur über dem Schmelzpunkt des
thermoplastischen Harzes geschmolzen und unter Einwirkung eines magnetischen Feldes oder ohne Einwirkung
eines magnetischen Feldes (z. B. ein Ausrichtungsfeld von 6 bis 18 kOe (5 bis 10 kA/cm)) in eine
Form gespritzt. Vorzugsweise gelten folgende Bedingungen: Temperatur im Zylinder etwa 220 bis
350ºC, Einspritzdruck von etwa 30 bis 100 kp/cm² (3 bis 10 MPa) und Formtemperatur 70 bis
100ºC.
Der Formkörper wird zur Verfestigung abgekühlt. Man erhält einen Seltenerd-Verbundmagneten von
bestimmter Gestalt und Größe. Vorzugsweise wird der Formkörper etwa 5 bis 30 Sekunden
abgekühlt.
Die Gestalt des Seltenerd-Verbundmagneten wird durch die Spritzgießform festgelegt. Es lasen sich
leicht Seltenerd-Verbundmagneten mit dünner Wandstärke oder unregelmäßiger Gestalt herstellen,
indem man die Gestalt der Form in entsprechender Weise wählt.
Ein Seltenerd-Verbundmagnet, der sich für die Massenproduktion eignet, kann in kontinuierlicher
Weise mit einem kurzen Formgebungszyklus, mit einer im Vergleich zum Extrudieren größeren
Vielseitigkeit in Bezug auf die Gestalt, mit hervorragender Fließfähigkeit und Formbarkeit auch bei
einem geringeren Harzgehalt und einer hohen Maßhaltigkeit hergestellt werden.
Es können auch Mischbedingungen und Formgebungsbedingungen, die von den vorstehend
genannten Bedingungen abweichen, beim Herstellungsverfahren des erfindungsgemäßen Seltenerd-
Verbundmagneten herangezogen werden.
Beispiele
Nachstehend wird die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf Beispiele erläutert.
Beispiele 1 bis 13 und Vergleichsbeispiele 1 und 2
Verschiedene Gemische mit den in Tabelle 1 angegebenen Zusammensetzungen wurden aus sieben
Arten von Seltenerd-Magnetpulvern (nämlich (1) bis (7)), deren Zusammensetzungen nachstehend
aufgeführt sind, aus drei thermoplastischen Bindemittelharzen A, B und C, N,N-Diphenyloxamid als
Antioxidationsmittel oder chelatbildendem Mittel, einer Metallseife als Weichmacher und einer
Fettsäure als Gleitmittel erhalten.
Die einzelnen Gemische wurden mit einem Schneckenextruder unter den in den Tabellen 2 und 3
angegebenen Bedingungen verknetet. Die erhaltene magnetische Seltenerd-Zusammensetzung
(Masse) wurde einem Formgebungsverfahren unter den in den Tabellen 2 und 3 angegebenen
Bedingungen unterworfen, wodurch man einen Seltenerd-Verbundmagneten erhielt. Die Gestalt, die
Größe, die Zusammensetzung, das visuelle Erscheinungsbild und verschiedene Eigenschaften der
einzelnen erhaltenen Magneten sind in den Tabellen 4 bis 6 aufgeführt.
B. Flüssigkristallines Polymeres, Schmelzpunkt 180ºC
C. Polyphenylensulfid (PPS), Schmelzpunkt 280ºC
Die in den Tabellen 4 bis 6 angegebene mechanische Festigkeit wurde durch ein Scher-Stanz-
Verfahren unter Verwendung eines Testkörpers mit einem Außendurchmesser von 15 mm und einer
Höhe von 3 mm, der durch Spritzgießen unter den in den Tabellen 2 und 3 angegebenen
Bedingungen ohne Einwirkung eines Magnetfeldes geformt worden war, bestimmt.
Die Korrosionsbeständigkeit in den Tabellen 4 bis 6 wurde durch einen beschleunigten Test an dem
erhaltenen Seltenerd-Verbundmagneten bei 80ºC und 90% relativer Luftfeuchtigkeit bewertet. Die
Ergebnisse wurden in vier Bewertungsgruppen eingeteilt, d. h. A (hervorragend), B (gut), C (weniger
gut) und D (schlecht), und zwar auf der Basis der Zeitspanne, nach der erstmals Rost festgestellt
worden ist.
Vergleichsbeispiel 3
Ein Seltenerd-Verbundmagnet wurde auf folgende Weise hergestellt: Das vorstehend aufgeführte
Magnetpulver (1) und ein Epoxyharz als hitzehärtendes Harz wurden in den in Tabelle 1
angegebenen Mengen vermischt. Das Gemisch wurde bei Raumtemperatur verknetet. Die erhaltene Masse
wurde unter den in Tabelle 3 angegebenen Bedingungen einem Kompaktierformgebungsverfahren
unterzogen. Der Formkörper wurde zur Härtung des hitzehärtenden Harzes 1 Stunde auf 150ºC
erwärmt.
Die Gestalt, die Größe, die Zusammensetzung, das visuelle Erscheinungsbild und verschiedene
Eigenschaften des erhaltenen Magneten sind in Tabelle 6 aufgeführt. Die in Tabelle 6 angegebene
mechanische Festigkeit wurde durch ein Scher-Stanz-Verfahren eines Prüfkörpers mit einem
Außendurchmesser von 15 mm und einer Höhe von 3 mm, der durch Kompaktierformgebung unter
den in Tabelle 6 angegebenen Bedingungen ohne Anlegen eines magnetischen Feldes erhalten
worden war, bewertet. Die Korrosionsbeständigkeit wurde gemäß dem vorstehend erläuterten
Verfahren bewertet.
Beispiels 14 bis 26 und Vergleichsbeispiele 4 bis 6
Verschiedene Gemische mit den in Tabelle 7 angegebenen Zusammensetzungen wurden aus sieben
Arten von Seltenerd-Magnetpulvern, nämlich (1) bis (7), deren Zusammensetzung nachstehend
angegeben ist, aus drei thermoplastischen Bindemittelharzen A, B und C gemäß den vorstehenden
Angaben, einem Hydrazin-Antioxidationsmittel oder -Chelatbildner, Zinkstearat als Weichmacher und
einem Siliconöl als Gleitmittel hergestellt.
Die einzelnen Gemische wurden mit einem Schneckenkneter unter den in den Tabellen 8 und 9
angegebenen Bedingungen verknetet. Die erhaltene magnetische Seltenerd-Zusammensetzung
(Masse) wurde einem Formgebungsverfahren unter den in den Tabellen 8 und 9 angegebenen
Bedingungen unterzogen. Man erhielt einen Seltenerd-Verbundmagneten. Die Gestalt, die Größe,
die Zusammensetzung, das visuelle Erscheinungsbild und verschiedene Eigenschaften der
einzelnen erhaltenen Magneten sind in den Tabellen 10 bis 12 zusammengestellt.
Die in den Tabellen 10 bis 12 angegebene mechanische Festigkeit wurde durch ein Scher-Stanz-
Verfahren unter Verwendung eines Prüfkörpers mit einem Außendurchmesser von 15 mm und einer
Höhe von 3 mm, der durch ein Spritzgießverfahren unter den in den Tabellen 8 und 9 angegebenen
Bedingungen ohne Anlegen eines magnetischen Feldes geformt worden war, bestimmt. Die
Korrosionsbeständigkeit wurde nach dem vorstehend erläuterten Verfahren bewertet.
Diskussion der Ergebnisse
Wie in den Tabellen 4 bis 6 und 10 bis 12 dargelegt ist, zeigten die Seltenerd-Verbundmagneten der
Beispiele 1 bis 26 eine hervorragende Formbarkeit, einen geringen Hohlraumanteil, eine hohe
mechanische Festigkeit, hervorragende magnetische Eigenschaften, z. B. in Bezug auf das
magnetische Energieprodukt, und eine hohe Korrosionsbeständigkeit.
Im Gegensatz dazu konnten in den Vergleichsbeispielen 1 und 4 die jeweiligen magnetischen
Seltenerd-Zusammensetzungen aufgrund des übermäßig hohen Anteils an Seltenerd-Magnetpulvern
nicht verknetet werden.
In den Vergleichsbeispielen 2 und 5 konnten die jeweiligen magnetischen
Seltenerd-Zusammensetzungen aufgrund eines übermäßigen Anteils an Seltenerd-Magnetpulver nicht geformt werden,
obgleich ein Knetvorgang erfolgreich durchgeführt wurde.
Im Vergleichsbeispiel 3 befand sich das ausgetragene Harz an der Oberfläche des Magneten.
Im Vergleichsbeispiel 6 zeigte der Seltenerd-Verbundmagnet einen schlechten Wert des
magnetischen Energieprodukts, und zwar aufgrund der äußerst geringen Menge des
Seltenerd-Magnetpulvers, obgleich eine Formgebung erfolgreich durchgeführt wurde.
Wie vorstehend dargelegt, lässt sich erfindungsgemäß ein Seltenerd-Verbundmagnet mit
hervorragender Formbarkeit, hoher Korrosionsbeständigkeit und mechanischer Festigkeit und
hervorragenden magnetischen Eigenschaften bei einem minimalen Anteil an Bindemittelharz bereitstellen, wobei
die Vorteile des Extrudierformgebungsverfahrens, d. h. eine ausgeprägte Vielseitigkeit in Bezug auf
Gestalt und Größe des Magneten, eine hohe Präzision der Abmessungen und eine hohe
Produktivität, die sich für die Massenproduktion eignet, ausgenützt werden.
Ferner lässt sich erfindungsgemäß ein Seltenerd-Verbundmagnet mit hervorragender Formbarkeit,
hoher Korrosionsbeständigkeit und mechanischer Festigkeit sowie hervorragenden magnetischen
Eigenschaften bei einem minimalen Anteil an Bindemittelharz bereitstellen, wobei die Vorteile des
Spritzgießverfahrens, d. h. große Vielseitigkeit in Bezug auf Gestalt und Größe des Magneten, hohe
Präzision der Abmessungen und kurzer Formgebungszyklus, ausgenützt werden.
Tabelle 1Tabelle 2
*: Dieser Wert gibt die Knetintensität wieder (Gesamtlänge von Knetscheibenabschnitten in Kneter)
Tabelle 3
*: Dieser Wert gibt die Knetintensität wieder (Gesamtlänge von Knetscheibenabschnitten in Kneter)
Tabelle 4Tabelle 5Tabelle 6Tabelle 7Tabelle 8
*: Dieser Wert gibt die Knetintensität wieder (Gesamtlänge von Knetscheibenabschnitten in Kneter)
Tabelle 9
*: Dieser Wert gibt die Knetintensität wieder (Gesamtlänge von Knetscheibenabschnitten in Kneter)
Tabelle 10Tabelle 11Tabelle 12
Anspruch[de]
1. Seltenerd-Verbundmagnet, umfassend ein Seltenerd-Magnetpulver und ein
thermoplastisches Harz, wobei der Anteil des Seltenerd-Magnetpulvers im Seltenerd-Verbundmagneten 78,1
bis 83 Vol.-% beträgt und wobei
das Seltenerd-Magnetpulver einen Hohlraumanteil von 2 Vol.-% oder weniger aufweist und
das Seltenerd-Magnetpulver mindestens einen aus folgender Gruppe ausgewählten
Bestandteil enthält:
eine erste Zusammensetzung, die als Hauptbestandteile ein oder mehr Seltenerdelemente,
die hauptsächlich Sm umfassen, und ein oder mehr Übergangsmetalle, die hauptsächlich Co
umfassen, enthält;
eine zweite Zusammensetzung, die als Hauptbestandteile R (das mindestens ein
Seitenerdelement unter Einschluss von Y bedeutet), ein oder mehr Übergangsmetalle, die hauptsächlich
Fe umfassen, und B enthält; und
eine dritte Zusammensetzung, die als Hauptbestandteile ein oder mehr Seltenerdelemente,
die hauptsächlich Sm umfassen, ein oder mehr Übergangsmetalle, die hauptsächlich Fe umfassen,
und ein oder mehr interstitielle Elemente, die hauptsächlich N umfassen, enthält.
2. Magnet nach Anspruch 1, wobei der Magnet entweder magnetisch isotrop ist und das
magnetische Energieprodukt (BH)max 8 MGOe (64 kJ/m³) oder mehr beträgt oder der Magnet
magnetisch anisotrop ist und das magnetische Energieprodukt (BH)max 12 MGOe (96 kJ/m³) oder
mehr beträgt.
3. Magnet nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das thermoplastische Harz
einen Schmelzpunkt von 400ºC oder weniger aufweist.
4. Magnet nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das thermoplastische Harz
unter Polyamidharzen, flüssigkristallinen Polymeren und Polyphenylensulfidharzen ausgewählt ist.
5. Magnet nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Seltenerd-Magnetpulver
mindestens zwei Seltenerd-Magnetpulver mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und/oder
unterschiedlichen durchschnittlichen Teilchendurchmessern umfasst.
6. Verfahren zur Herstellung eines Seltenerd-Verbundmagneten nach Anspruch 1,
umfassend:
das Herstellen einer magnetischen Seltenerd-Verbundzusammensetzung, die ein Seltenerd-Magnetpulver,
ein Antioxidationsmittel und ein thermoplastisches Harz umfasst, wobei der Anteil
des Seltenerd-Magnetpulvers 77,6 bis 82,5 und der Anteil des Antioxidationsmittels 2,0 bis 12,0
Vol.-% der magnetischen Seltenerdzusammensetzung betragen, und
das Extrudieren der magnetischen Seltenerdzusammensetzung, wobei
das Seltenerd-Magnetpulver mindestens einen aus folgender Gruppe ausgewählten
Bestandteil enthält:
eine erste Zusammensetzung, die als Hauptbestandteile ein oder mehr Seltenerdelemente,
die hauptsächlich Sm umfassen, und ein oder mehr Übergangsmetalle, die hauptsächlich Co
umfassen, enthält;
eine zweite Zusammensetzung, die als Hauptbestandteile R (das mindestens ein
Seltenerdelement unter Einschluss von Y bedeutet), ein oder mehr Übergangsmetalle, die hauptsächlich
Fe umfassen, und B enthält; und
eine dritte Zusammensetzung, die als Hauptbestandteile ein oder mehr Seltenerdelemente,
die hauptsächlich Sm umfassen, ein oder mehr Übergangsmetalle, die hauptsächlich Fe umfassen,
und ein oder mehr interstitielle Elemente, die hauptsächlich N umfassen, enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 7, wobei es sich beim Antioxidationsmittel um ein
chelatbildendes Mittel zur Inaktivierung der Oberfläche des Magnetpulvers handelt.
8. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei die magnetische
Seltenerd-Verbundzusammensetzung ferner mindestens einen Weichmacher und ein Gleitmittel enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 7, 8 oder 9, wobei der Gesamtanteil des thermoplastischen
Harzes und des Antioxidationsmittels 15,0 bis 22,4 Vol.-% der magnetischen
Seltenerd-Verbundzusammensetzung beträgt.