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Dokumentenidentifikation DE69812988T2 18.12.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1025306
Titel GEWEBE
Anmelder Albany International Corp., Albany, N.Y., US
Erfinder ÖSTERBERG, Lars, S-302 40 Halmstad, SE;
NILSSON, Göran, S-313 30 Oskarström, SE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69812988
Vertragsstaaten AT, BE, DE, ES, FI, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 14.12.1998
EP-Aktenzeichen 989637095
WO-Anmeldetag 14.12.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/SE98/02295
WO-Veröffentlichungsnummer 0099031316
WO-Veröffentlichungsdatum 24.06.1999
EP-Offenlegungsdatum 09.08.2000
EP date of grant 02.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.12.2003
IPC-Hauptklasse D21F 1/10

Beschreibung[de]
GEBIET DER ERFINDUNG

Diese Erfindung betrifft ein Gewebe zur Verwendung in einer Papiermaschine, einer Kartonmaschine oder dergleichen. Die Erfindung ist insbesondere für den formenden Abschnitt entwickelt worden, aber sie kann auch an anderen Positionen verwendet werden.

Stand der Technik

Die mechanische Entwässerung in einer Papiermaschine wird gewöhnlich in drei verschiedenen Stufen gemacht, und um so früher in der Maschine die mechanische Entwässerung gemacht wird, um so kosteneffektiver ist dies:

1. Der formende Abschnitt entfernt das Wasser mittels Trockenlegung aus einem Gewebe mittels Vorrichtungen von Saugkästen, Vakuum, Registerwalzen unter dem Vorsieb, Folien etc.. Bei älteren Maschinen des Langsieb-Typs findet eine solche Entwässerung auf einer Seite durch den so genannten erweiterten Faden statt. Bei modernen Faden-Abschnitten ist es möglich gewesen, die Entwässerung mittels Einspritzen des Vorrats zwischen einem Fadenpaar, das dem Wasser erlaubt sowohl von der oberen als, auch der unteren Seite entwässert zu werden. Dieses hat zur Folge, dass der Faden- Abschnitt im Allgemeinen kürzer und weitaus kompakter gemacht werden kann. Das Gewebe ist hier noch schwach und wird normalerweise zu der Presse über einen Aufnahmefilz übermittelt. Der Zweck der neuesten Entwicklung war, die Papiercharakteristiken unter anderen zu verbessern, mittels Ermöglichung, die Zweiseitigkeit des Gewebes zu reduzieren. Dies ist auch eine Bedingung zum Betrieb in einem stabilen Zustand bei hohen Geschwindigkeiten.

2. Im Pressenabschnitt wird das Gewebe entwässert, in dem es in Pressklemmstellen zwischen einem oder alternativerweise zwei Filzen Druck unterworfen wird. Die Filzabdeckung entfernt das Wasser und es wird wieder aufgefrischt. Um zu ermöglichen, die Wirksamkeit in diesem Abschnitt zu erhöhen, wurde die Anzahl der Pressklemmstellen in vielen Fällen auf vier erhöht. Eine andere Lösung zur Erhöhung der Kapazität ist gewesen, die traditionellen Pressklemmstelten mit den so genannten erweiterten Klemmstellen zu ersetzen, wo das Pressen mit einem Gleitstück als Unterstützung stattfindet. Bei diesem Pressentyp werden flexible Bändern verwendet, die den Rollüberzug um das Gleitstück bilden. Die an diesen Typ von polymerüberzogenen Verfahrensbändern gesetzten Forderungen sind derart, dass sie eine glatte Oberfläche aufweisen sollten und eine gleichmäßige Verteilung des Drucks hervorbringen sollten, wenn sie über das Gleitstück passieren. Nach dem Pressenabschnitt hat das Papiergewebe solch eine Festigkeit und einen trockenen Feststoffanteil, dass es einer bestimmten Spannungsmenge im nächsten Transfer zum Trockenabschnitt ausgesetzt werden kann. In der Zukunft werden Maschinenkonzepte verfügbar sein, bei denen das Gewebe über verschiedene Bänder etc. durch die vollständige Maschine getragen wird.

3. Der Trockenabschnitt entwässert dadurch, dass das Gewebe gegen dampferwärmte Trocknungszylinder gepresst wird. Es gibt eine Anzahl von verschiedenen Lösungen bezüglich der Anordnung dieser Zylindern und der Orientierung daran, um die Wirksamkeit im Trockenabschnitt zu erhöhen.

Bei Faden-Abschnitten des doppelten Fadentyps, wie unter eins oben dargelegt, ist es möglich, neue Freiheitsgrade bezüglich der Konstruktion von geeigneten Geweben zu haben. Dies hängt von den Tatsachen ab, das sowohl das Gewebe als auch die Bearbeitung mittels verschiedenen Maschinenelementen in der Langsieb-Schleife unterstützt werden, und dass diese nah beieinander platziert sind. Das Gewebe ist einer weitaus konstanteren Belastung um die Faden-Schleife unterworfen, als in den älteren Faden- Abschnitten des Langsiebtyps. Bei diesen wurde eine sehr hohe Stabilität gefordert z. B. in der Maschinenrichtung für das Gewebe, um den pulsierenden Spannungen zu widerstehen, die bei der Umdrehung herum auftreten können.

Bekannte Gewebe existieren sowohl bei den einlagigen, als auch bei viellagigen Konstruktionen. Diese umfassen ein- oder mehr- Faden-Systeme jeweils in der Maschinenrichtung (MD) und in der Querrichtung (CD). Um eine Verschleißbestädigkeit zu erreichen, ist es üblich, grobe Fäden in der CD-Richtung im Gewebeboden zu wählen, der zu den tragenden Teilen der Maschine gedreht ist. Bei Betrachtung dieser Verstärkungen in bekannten Geweben, sind die verstärkenden Fäden im Allgemeinen grober und haben eine höhere Verschleißfestigkeit als andere Fäden. Es ist üblich PA im Boden zu verwenden. Dieses Material weist nicht einen höheren Modul als PET auf.

Ältere einlagige Gewebe aus Metall (Bronzelegierungen) hatten den Nachteil, dass ihre Laufzeit zu kurz war. In den 70-iger Jahren machten die aus polymerischem Material hergestellten Gewebe einen Durchbruch. Einlagige Gewebe mit 2-Fach-Fläche waren jedoch nicht stabil genug, so dass viel-Fach-Muster (5-Fach und oben) mit einigem Erfolg betrieben wurden. Diese einlagigen Gewebe hatten eine zu geringe Stabilität und eine zu kurze Laufzeit. In einem großen Ausmaß wurden sie durch viellagige Konstruktionen des doppellagigen und des dreifachlagigen Gewebetyps ausgetauscht. Einlagige Gewebe sind fast vollständig vom Markt verschwunden.

Die EP-A-0 449 192 offenbart ein Einschichtgewebe zur Papierherstellung, wobei mehr als fünf Webeschafts, Hilfsschußfäden, die jeweils einen kleineren Durchmesser als die Primärschußfäden aufweisen, zwischen jedem der Primärschußfäden angeordnet sind. Jede der Hilfsschußfäden wird zweimal in einer sich wiederholenden Einheit einer Textur mittels einer Gewebeeinlage gewebt. Jeder Hilfsschußfaden wird mittels zumindest zwei anderen Gewebeeinlagen, die sich über zwei angrenzende Primärschußfäden erstrecken, platziert. Die Hilfsschußfäden werden mittels diesen zumindest zwei anderen Gewebeeinlagen aufwärts gedrückt oder oben gezwungen, um eine flache Papierherstellung zu bilden.

Die Nachteile der heutigen viellagigen Gewebe sind unter anderen Dingen, dass sie nicht den hohen Geschwindigkeiten gewachsen sind, die gewünscht werden und dass sie zu viel Wasser mit sich bringen. Das Wasser fließt und Pulsierungen können im Gewebe auftreten. Einlagige Gewebe nach dem Stand der Technik mit 2-Fach-Mustern leiden insbesondere am Nachteil, dass sie instabil infolge eines hohen Grads von Welligkeit (gekräuselt) in den individuellen Fäden sind.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein dünnes und stabiles Gewebe bereitzustellen, dass insbesondere bei einem doppelten Faden-Abschnitt funktioniert und dass eine gute Entwässerung auch bei hohen Maschinengeschwindigkeiten, über 2000 m/min., erzeugt. Das Gewebe sollte leicht sauber gehalten werden können und sollte ein Minimum einer Wassermenge mit sich bringen. Dies resultiert in einer besseren Produktionswirtschaftlichkeit während die Papierqualität beibehalten bleibt. Wenn das verwendete Gewebe im Trockenabschnitt ist, sind ein Minimum an Luftreibung und dünne Grenzschichten um das Gewebe wünschenswert.

Zusammenfassung der Erfindung

Im Licht des vorstehend Dargelegten wird ein Gewebe für eine Papiermaschine, eine Kartonmaschine oder dergleichen nach der Erfindung geschaffen, wobei das Gewebe in Funktion eine definierte Maschinenrichtung (MD) und eine definierte Querrichtung (CD) hat und das Gewebe eine einlagige Struktur, die aus Fäden in der Maschinenrichtung (MD-Fäden) besteht, die mit Fäden in der Querrichtung (CD-Fäden) in einem 2-Fach- Rapportmuster dazwischen eingewebt sind, um eine 2-Fach-Oberseite zu erzeugen, die eine Bahn aus Material trägt, und eine Verstärkung umfasst, die an der gegenüberliegenden Seite (der Unterseite) der einlagigen Struktur angeordnet ist und die Form von verstärkenden Fäden in der Maschinenrichtung (MDF-Fäden) hat, die nur mit den CD- Fäden in einem n-Fach-Rapportmuster Bindung bilden, wobei n ≥ 5, und so verstärkende Flottierungen in der Maschinenrichtung an der Unterseite der einlagigen Struktur bilden, wobei die MDF-Fäden nur mit einem CD-Faden pro Rapport Bindung bilden und so fein sind wie die MD-Fäden oder feiner als diese, und die MD-Fäden sowie die CD- Fäden und die MDF-Fäden aus Polymermaterial bestehen.

Es sollte bemerkt werden, dass das erfindungsgemäße Gewebe verstärkende Fäden nur in der Maschinenrichtung MD hat. Es gibt keine verstärkenden Fäden im Boden quer zu der Maschinenrichtung. Es sollte auch bemerkt werden, dass die Flottierungen auf der Unterseite, die mittels den MDF-Fäden geschaffen werden, zwischen diesen selbst gleichlang sind, da die MDF-Fäden mit den CD-Fäden nur einmal pro Rapport Bindung bilden.

Die im Gewebe enthaltenen MD-Fäden, die CD-Fäden und die MDF-Fäden können individuell mit einem runden oder nichtrunden Querschnitt gewählt werden. Der vorstehende Ausdruck "so fein oder feiner als" betrifft die Beziehung zwischen den Querschnittsflächen der Fäden. Bei Fäden, die einen runden Querschnitt haben, wird den MDF- Fäden, nach der Erfindung, nicht erlaubt einen größeren Durchmesser als die MD- Fäden zu haben. Zum Beispiel, ist es möglich, Fadendurchmesser in der Reihenfolge von 0,15 mm im Boden für die MDF-Fäden und 0,17 mm für die MD- und CD-Fäden der einlagigen Struktur zu wählen.

Nach der Erfindung sind die verstärkenden Fäden (MDF-Fäden) in der Maschinenrichtung (MD) des Gewebes orientiert. Wenn das Gewebe als Flachgewebe hergestellt wird, sind sowohl die MD-Fäden der einlagigen Struktur als auch die MDF-Fäden Gewebeeinlagefäden, und das Gewebe ist mit einer Gewebeeinlage verstärkt. Wenn man anstatt dessen wählt, das Gewebe als Abrundungs-Gewebe herzustellen, das vorteilhaft sein kann, da keine Naht erforderlich ist, wird die Verstärkung mittels Schußfäden gemacht, und das Gewebe wird Schußfaden-verstärkt sein. Unabhängig von der Webtechnik hat jedoch das Gewebe eine definierte Maschinenrichtung und die verstärkenden Fäden sind in dieser Maschinenrichtung orientiert.

Nach der Erfindung bilden die verstärkenden Fäden (MDF-Fäden) mit den CD-Fäden n- Fach eine Bindung, wobei n ≥ 5 ist. Wenn n kleiner als 5 gewählt wird, werden kürzere Flottierungen und mehr Bindungspunkte bei der Oberseite erhalten, die weniger Material zum Verschleiß auf dem Boden geben und mehr Störungen auf der Oberseite veranlassen.

Das erfindungsgemäße Gewebe, dass die oben dargelegten Merkmale aufweist, verleiht eine Vielzahl von Vorteilen verglichen mit den heute verwendeten Geweben:

1. Reduzierte Kennzeichnung

Die Gewebeoberfläche, die eine Bahn aus Material trägt, weist ein 2-Fach Bandmuster auf, das aus der Sicht der Kennzeichnung eine optimale Oberfläche mit einer minimalen Kennzeichnung hergibt. Eine 2-Fach Fläche weist eine große Zahl von Stützpunkten und Entwässerungslöchern auf, die außerdem gleichmäßig über die vollständige Oberfläche verteilt sind. Folglich wird die Kennzeichnung klein sein, da unter anderen Dingen, das Auge das Muster nicht als besonders störend wahrnimmt, verglichen mit diagonalen Mustern. Es sollte insbesondere bemerkt werden, dass die MD-Verstärkung, d. h. die MDF-Fäden, nur über einen CD-Faden pro Rapport der MDF-Fäden Bindung bilden, und deshalb erzeugen die MDF-Fäden keine kennzeichnenden Flottierungen auf der Oberfläche, dass somit seine 2-Fach Fläche beibehält. Zusätzlich wird nach der Erfindung den MDF-Fäden nicht erlaubt, gröber zu sein als den MD-Fäden, welches auch ein Grund ist, warum die gewünschte 2-Fach Fläche nicht mittels den MDF-Fäden beeinflußt wird.

2. Höhere Maschinengeschwindigkeit

Die Maschinengeschwindigkeit kann erhöht werden, verglichen mit den Fällen, in welchen einlagige Gewebe heute laufen.

3. Sauberes Gewebe

Das erfindungsgemäße Gewebe bleibt leichter sauber verglichen mit den bekannten Geweben, was es möglich macht, die Intervalle zwischen den Pausen zum Reinigen zu verlängern. Der Grund, warum das Gewebe leichter sauber bleibt, ist, dass Schmutz/Fasern leichter mittels des Naßspritzens weggewaschenen werden (kontinuierlich oder nicht kontinuierlich während der Produktion bewirkt), da die Entwässerungskanäle kurz sind und es nicht viel Material im Gewebe gibt, das ein solches Auswaschen verhindert.

4. Schnelle Entwässerung und eine kleine Menge von mitgenommenem Wasser

Die geringe Gewebestärke und die Tatsache, dass das Gewebe viele Entwässerungslöcher gleichmäßig über die Oberfläche verteilt aufweist, führt zur verbesserten Entwässerung der Bahn aus Material. Als eine Konsequenz daraus, wird die Menge von mitgenommenem Wasser reduziert, so dass Störungen und Wasserspritzer reduziert werden. Wenn das Gewebe insbesondere als ein Basisgewebe in einem Pressfilz verwendet wird, wird die erhöhte Entwässerung das Wiederbefeuchten bei der Ausgangsseite der Pressklemmstelle reduzieren. Die Tatsache, dass die verstärkenden Fäden (MDF- Fäden) in der Maschinenrichtung und nicht in der Querrichtung orientiert sind, trägt auch positiv zu ihrem nicht mitnehmenden Wasser im Boden des Gewebes bei.

5. Lebensdauer

Die MDF-Faden-Flottierungen auf der Bodenfläche der einlagigen Struktur erhöhen die Verschleißbeständigkeit des Gewebes, und es gibt eine akzeptable Materialmenge (d. h. die MDF-Fäden), um sich bei einem normalen Lebenszyklus des Gewebes abzunutzen.

6. Montage

Die Montage eines erfindungsgemäßen Gewebes ist wegen der Tatsache vereinfacht, da das Gewebe ein kleineres Gewicht aufweist und weniger steif und hart ist, verglichen mit den heutigen dickeren zwei- oder dreilagigen Geweben.

7. Wirtschaftlichkeit

Die mittels den MDF-Fäden auf der Unterseite in der Maschinenrichtung hergestellten Flottierungen resultieren in einer geringeren Reibung gegen die tragenden Maschinenteile und tragen deshalb zu einer Senkung des Stromverbrauchs bei. Da das Gewebe sich leichter sauber hält und, wenn es kontaminiert ist, leichter zu reinigen ist und weniger Energie benötigt, um Schmutz/Fasern, wenn benötigt, zu entfernen.

Bei Betrachtung der MDF-Fäden können die folgenden Hauptzwecke zusammengefasst werden:

- Kleine Risiken von Spannung

- Verschleißbeständigkeit im Gewebe

- Wasserführung (Kanalisierung) in der Maschinenrichtung

- Reduzierung der Reibung gegen tragende Maschinenelemente

Das erfindungsgemäße Gewebe wurde insbesondere zur Verwendung als ein formendes Gewebe entwickelt. Das Konzept, das ein MD-verstärktes Muster mit einer 2-Fach Fläche auf der Oberseite miteinbezieht (das in einer geringen Kennzeichnung und vielen Kontaktpunkten resultiert) kann jedoch auch für ein Basisgewebe in einem Pressfilz verwendet werden, als ein Trockengewebe oder als ein Teil eines Verfahrensbandes. Die an das Material gesetzten Anforderungen müssen dann zu den jeweiligen Umgebungen bezüglich der Belastung, der Temperatur, der Funktion und den Entwässerungsanforderungen angepasst werden. Zum Beispiel, wenn das Gewebe als ein Trockengewebe verwendet wird, muss es beständig gegen Hydrolyse, Verschleißbeständigkeit in feuchter und trockener Wärme und in den Dimensionen stabil sein. Wenn das Gewebe als ein Verfahrensband angewendet wird, kann die offene Struktur des Gewebes zu einem Überzug eines polymerischen Materials beitragen, das bis zu einem gewünschten Niveau durchdringt oder vollständig durch das Gewebe "ausschwitzt".

Unabhängig vom gewählten Querschnitt der im Gewebe enthaltenen Fäden sind die MDF-Fäden in der bevorzugten Ausführungsform feiner als die MD-Fäden. Der Vorteil von feineren aufweisenden MDF-Fäden ist, die MDF-Fäden an einer Störung der 2-Fach Fläche zu hindern. Ein weiterer Vorteil besteht darin, wie er aus dem nächsten Absatz ersichtlich wird, dass feinere MDF-Fäden eine vorteilhafte Differenz im Modul/Spannung, auf der einen Seite der einlagigen Struktur und auf der anderen Seite der Verstärkung, bewirken können.

Bei Betrachtung der MD-Fäden und der CD-Fäden bei der einlagigen Struktur, sollten diese nicht zu viel voneinander hinsichtlich der Dimensionen abweichen, da dieses zu einer Instabilität führen könnte. Normalerweise haben sie die gleichen Dimensionen, aber wenn verschiedene Materialien für die MD-Fäden und die CD-Fäden gewählt wurden, kann eine bestimmte Kompensation mittels der gewählten verschiedenen Dimensionen erzeugt werden.

Nach der bevorzugten Ausführungsform ist der Modul der MD-Fäden im ungewebten Zustand kleiner als der Modul der MD-Fäden im ungewebten Zustand. Diese Ausführungsform ist mittels der 2-Fach Oberfläche vorteilhaft, da sie nicht mittels den MDF- Fäden im Fall einer Verlängerung in den MD gestört wird. Mittels Begrenzung des Moduls der MDF-Fäden kann man diese an einem unerwünschten Herunterziehen der CD- Fäden hindern und dadurch kennzeichnende Löcher/Krater in der Oberfläche schaffen, wenn das Gewebe, während es hergestellt wird, im wärmefixierenden Prozess gespannt wird. Jedoch wird bevorzugt, dass das Material bei den MDF-Fäden eine bestimmte Schrumpfung während der kühlenden Phase nach dem wärmefixierenden Prozess aufweist, so dass die MDF-Flottierungen auf der Unterseite keine Bögen während der Entspannung des Gewebes nach dem wärmefixierenden Prozess schaffen. Dieser Unterschied im Modul zwischen den MDF-Fäden und den MD-Fäden kann mittels Wahl einer feineren Faden-Dimension für die MDF-Fäden als für die MD-Fäden oder mittels der Materialwahl erhalten werden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die MD-Fäden und CD-Fäden der einlagigen Struktur aus Polyester (PT) und/oder Polyethylennaphtahlat (PEN) hergestellte Fäden.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die verstärkenden Fäden (MDF- Fäden) aus Polyamid (PA) hergestellte Fäden.

Zusätzlich zu den Ausführungsformen, die insbesondere in den vorhergehenden zwei Absätzen dargestellt wurden, können die Materialien für die verschiedenen Fäden insbesondere nach den in den abhängigen Ansprüchen angegebenen gewählt werden.

Die Anzahl der MD-Fäden in Relation zu der Anzahl der MDF-Fäden ist vorzugsweise 1 : 1, aber das Verhältnis 2 : 1 ist auch möglich. Eine niedrigere Anzahl auf die MDF-Fäden ist nicht bevorzugt, da die gewünschten Zwecke der Verstärkung dann nicht erreicht werden.

Beschreibung einer Ausführugsform

Wie vorstehend erwähnt, ist das Folgende auf alle Ausführungsformen der Erfindung anwendbar:

1. Das Webmuster ist 2-Fach für die einlagige Struktur, das aus MD-Fäden und CD- Fäden aufgebaut ist, d. h. die MD-Fäden bilden mit den CD-Fäden eine Bindung 2-Fach.

2. Das Webmuster ist n 5 für die MDF-Fäden (d. h. bei den MD-verstärkenden Fäden am Boden), die jeweils mit den CD-Fäden in der Unterseite einmal pro Rapport für die MDF-Fäden eine Bindung bilden. Diese Bindung kann ein Muster in einer geraden oder ungeraden Anzahl von Webeschaften, zum Beispiel 5-, 7-, 8-oder 10-Fach, sein.

Der komplette Geweberapport muss auf eine gerade Anzahl von Webeschafts verteilt sein, so dass das Flächenmuster gleichmäßig über das Bodenmuster wiederholt wird. Somit muss ein 5- und 7-Fach-Muster über zumindest jeweils 10- und 14-Bebänderungen verteilt werden.

Vier Beispiele von möglichen Webmustern jeweils für die einlagige Struktur (immer in 2- Fach, Bebänderung Nr. 1-10) und die verstärkenden Fäden in der MD (Bebänderung Nr. 11-20) wurden herausgefunden. Das "x" in den Tabellen bedeutet, dass ein MD-Faden oder alternativerweise ein MDF-Faden eine Bindung über einen CD-Faden bildet. Bei allen Beispielen zeigt der MDF-Web-Rapport (Bebänderung Nr. 11-20) keine geschlossenen Diagonalen.

Beispiel 1: 2/10-Fach MD verstärkt
Beispiel 2: 2/10-Fach MD verstärkt mit gebrochener Diagonale
Beispiel 3: 2/5-Fach, MD verstärkt
Beispiel 4: 2/5-Fach, MD verstärkt mit gebrochenen 5-Fach auf 10 Bebänderungen verteilt

Dieses Muster kann auch analog in jeweils gebrochener auf 7/14 und 8/16-Fach Verteilung hergestellt werden.

Es ist möglich, die Webmaschine mit wiederholten Diagonalveränderungen in einem Webmuster in diesem gebrochenen 5-Fach zu bekleiden, dass die Führung des Gewebes ermöglicht und das Risiko eines diagonalen Musters, das in dem Papiergewebe während des formenden Verfahrens in dem Faden-Abschnitt auftritt, zu reduzieren.


Anspruch[de]

1. Gewebe für eine Papiermaschine, eine Kartonmaschine oder dergleichen, wobei das Gewebe in Funktion eine definierte Maschinenrichtung (MD) und eine definierte Querrichtung (CD) hat und umfasst:

eine einlagige Struktur, die aus Fäden in der Maschinenrichtung (MD-Fäden) besteht, die mit Fäden in der Querrichtung (CD-Fäden) in einem 2-Fach- Raportmuster Bindung bilden, um eine 2-Fach-Oberseite zu erzeugen, die eine Bahn aus Material trägt, und

eine Verstärkung, die an der gegenüberliegenden Seite, d. h. der Unterseite, der einlagigen Struktur, angeordnet ist und die Form von verstärkenden Fäden in der Maschinenrichtung (MDF-Fäden) hat, die nur mit den CD-Fäden in einem n-Fach-Rapportmuster Bindung bilden, wobei n ≥ 5, und so verstärkende Flottierungen in der Maschinenrichtung an der Unterseite der einlagigen Struktur bilden, wobei die MDF-Fäden nur mit einem CD-Faden pro Rapport Bindung bilden und die Querschnittsflächen der MDF-Fäden so fein sind wie die Querschnittsflächen der MD-Fäden oder feiner als diese, und die MD-Fäden sowie die CD-Fäden und die MDF-Fäden aus Polymermaterial bestehen.

2. Gewebe nach Anspruch 1, wobei die MDF-Fäden feiner sind als die MD-Fäden.

3. Gewebe nach Anspruch 1 oder 2, wobei der MDF-Faden-Modul in ungewebtem Zustand geringer ist als der MD-Faden-Modul in ungewebtem Zustand.

4. Gewebe nach einem der Ansprüche 1-3, wobei die MDF-Fäden aus anderem Material als dem/denen bestehen, das/die für die MD-Fäden und die CD-Fäden der einlagigen Struktur verwendet wird/werden.

5. Gewebe nach Anspruch 4, wobei die MD-Fäden und die CD-Fäden der einlagigen Struktur aus dem gleichen Material bestehen.

6. Gewebe nach Anspruch 4, wobei die MD-Fäden und die CD-Fäden der einlagigen Struktur aus verschiedenen Materialien bestehen.

7. Gewebe nach einem der Ansprüche 4-6, wobei die MD-Fäden und/oder die CD- Fäden der einlagigen Struktur Fäden umfassen, die aus Polyester (PET) bestehen.

8. Gewebe nach einem der Ansprüche 4-7, wobei die MD-Fäden und/oder CD- Fäden der einlagigen Struktur Fäden umfassen, die aus Polyethylennaphthalat (PEN) bestehen.

9. Gewebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die MD-Fäden Fäden umfassen, die aus einem verschleißbeständigen Material, wie beispielsweise Polyamid (PA), bestehen.

10. Gewebe nach einem der Ansprüche 1-3, wobei die MD-Fäden der einlagigen Struktur, die CD-Fäden der einlagigen Struktur und die MDF-Fäden Fäden umfassen, die aus dem gleichen Material bestehen.

11. Gewebe nach Anspruch 10, wobei es sich bei dem gleichen Material um Polyester (PET) handelt.

12. Gewebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die MD-Fäden Kettfäden sind und die CD-Fäden Schussfäden sind.

13. Gewebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die CD-Fäden Kettfäden sind und die MD-Fäden Schussfäden sind.

14. Gewebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die CD-Fäden und die MD-Fäden der einlagigen Struktur gleich fein sind.

15. Gewebe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Anzahl von MD- Fäden im Verhältnis zu der Anzahl von MDF-Fäden 1 : 1 beträgt.

16. Gewebe nach einem der Ansprüche 1-14, wobei die Anzahl von MD-Fäden im Verhältnis zu der Anzahl von MDF-Fäden 2 : 1 beträgt.

17. Einsatz eines Gewebes nach einem der Ansprüche 1-16 als Tuch in einem Siebabschnitt einer Papiermaschine, einer Kartonmaschine oder dergleichen.

18. Einsatz eines Gewebes nach einem der Ansprüche 1-16 als Tuch in einem Pressenabschnitt einer Papiermaschine, einer Kartonmaschine oder dergleichen.

19. Einsatz eines Gewebes nach einem der Ansprüche 1-16 als Tuch in einem Trockenabschnitt einer Papiermaschine, einer Kartonmaschine oder dergleichen.







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