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Dokumentenidentifikation DE10227358A1 15.01.2004
Titel Variables Klöppelkissen
Anmelder Siewe-Kuperjans, Maike, 83052 Bruckmühl, DE
Erfinder Siewe-Kuperjans, Maike, 83052 Bruckmühl, DE
DE-Anmeldedatum 19.06.2002
DE-Aktenzeichen 10227358
Offenlegungstag 15.01.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.2004
IPC-Hauptklasse D04C 7/00
Zusammenfassung Bei bekannten Klöppelkissen werden Teilkissen nur in vertikaler Richtung geschoben. Dadurch ist es schwierig, Ecken zu klöppeln. Man muss das Teilkissen mit den daran hängenden Klöppeln herausnehmen und um 90° drehen. Zwischen den Teilkissen entstehen Ritzen, in denen die Stecknadeln nicht halten.
Dieses Klöppelkissen soll die Schwierigkeiten beim Klöppeln von Ecken und die Nachteile der Ritzen zwischen den Teilkissen beheben.
Bei diesem Klöppelkissen sind die Teilkissen so angeordnet, dass man in horizontaler und vertikaler Richtung schieben kann. Nur die Teilkissen in den Ecken (1) sind fest. Sie geben die Schieberichtungen vor. Die übrigen Teilkissen (2, 3, 4) sind herausnehmbar. Sie haben ein bestimmtes Größenverhältnis und sind beidseitig verwendbar. Zwischen den Teilkissen befindet sich Filz, der beim Schieben zusammengedrückt wird und so den Nadeln besseren Halt gibt.
Zum Klöppeln von Ecken schiebt man die Teilkissen zur Mitte und klöppelt von der Mitte aus in die andere Richtung.

Beschreibung[de]

Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Klöppelkissen, das zur Herstellung handgeklöppelter Spitzen als Unterlage gebraucht wird. Das Spitzenklöppeln ist eine alte Handarbeit. Dabei wird die Vorlage für die Spitze, der Klöppelbrief, mit Stecknadeln auf einem Klöppelkissen befestigt. Auf diesem Klöppelbrief wird die Spitze dann gearbeitet. Auf Spulen (Klöppel) gewickelte Fäden werden durch kreuzen und drehen in einem bestimmten Muster miteinander verbunden. Das Muster ist auf dem Klöppelbrief vorgegeben. Die Fäden werden mit Stecknadeln an den Kreuzungspunkten auf dem Brief fixiert.

Bekannt sind bislang Schiebekissen, nur in vertikaler Richtung verschiebbar, auf denen Meterspitzen gefertigt werden können. Klöppelt man mit diesem Schiebekissen eine Ecke, so muss man nach der Ecke das Teilkissen, auf dem sich die Spitze mitsamt den daran hängenden Klöppeln befindet, herausnehmen, um 90° drehen und wieder hineinlegen, damit man weiterarbeiten kann. Da beim Klöppeln meistens sehr feines Garn verwendet wird, kann sich bei dieser Aktion die Spitze leicht verziehen oder die Fäden reißen. Dieses Klöppelkissen ist nur für Meterspitzen geeignet.

Außerdem gibt es ein Klöppelkissen mit vielen kleinen Teilkissen in einem festen Rahmen. Klöppelt man mit diesem Kissen, so muss man, da man nicht schieben kann, oben ein Teilkissen herausnehmen und unten (unter die herabhängenden Klöppel) wieder hineinstecken.

Bei den vorhandenen Klöppelkissen sind die einzelnen Teile nur von einer Seite verwendbar.

Beim Klöppeln müssen die Fäden gleichmäßig angezogen werden. Dazu müssen die Stecknadeln guten Halt haben. Bei den vorhandenen Klöppelkissen entstehen Ritzen zwischen den Teilkissen, in denen die Stecknadeln keinen Halt haben. Dies kann das Verziehen der Spitze zur Folge haben. Eine Ungleichmäßigkeit der Nadelpunkte würde sich negativ auf die Spitze auswirken.

Die Vorteile dieser neuen Erfindung sind, dass man nun in vertikaler und horizontaler Richtung die einzelnen Einsätze (Teilkissen) auf dem Klöppelkissen heraus- oder hineinschieben kann (Patentanspruch 1). Klöppelt man mit diesem Kissen eine Ecke, so schiebt man den Einsatz (oder die Einsätze) mit der Ecke in die Mitte, dreht das Klöppelkissen um 90° und arbeitet in der anderen Richtung weiter. Die Spitze bleibt vom Anfang bis zur Fertigstellung auf dem Kissen liegen.

Durch die Möglichkeit, in 2 Richtungen zu schieben, wird das Klöppelkissen universell einsetzbar. Es lassen sich z.B. auch große, runde Spitzen bequem durch hin- und herschieben komfortabel in einer angenehmen Arbeitshaltung klöppeln.

Durch das Größenverhältnis der Teilkissen untereinander, kann man jederzeit die Ecke des Klöppelbriefes ansetzen und die Ecke klöppeln. An jeder Stelle ist es möglich, in die andere Richtung zu arbeiten (Patentanspruch 2).

Die Filzumrandung an den Seiten überbrückt die Ritzen zwischen den Teilkissen. Beim Schieben der Teilkissen drückt der Filz zusammen und gibt auch Nadeln, die in die Ritze gesteckt werden müssen, guten Halt (Patentanspruch 3).

Alle Einsätze sind von beiden Seiten verwendbar, was die Lebensdauer der einzelnen Teilkissen erhöht und das Suchen nach der richtigen Seite erspart (Patentanspruch 4).

Das Klöppelkissen wird bei der Arbeit häufig hin- und hergedreht. Durch die abgerundeten Ecken kommt man immer gut an die Arbeit heran (bei vorhandenen Ecken vergrößert sich der Abstand zur Arbeit, die Ecke sticht in den Bauch). Man klöppelt in einer angenehmen Arbeitshaltung (Patentanspruch 1).

Die Filzunterlage unter der Grundplatte verbessert die Dreheigenschaften des Klöppelkissens. Es gleitet leicht über den Tisch, lässt sich angenehm bei der Arbeit hin- und herdrehen (Patentanspruch 5).

Aufbau des Klöppelkissens

Die beiliegenden Zeichnungen zeigen eine mögliche Ausführungsform. Denkbar sind aber auch andere Zusammenstellungen der Teilkissen und eine andere Größe des gesamten Klöppelkissens. Es ist nur darauf zu achten, dass die Teilkissen hintereinander geschoben immer wieder die Größe des mittleren Quadrates ergeben.

1 zeigt die Gesamtansicht des Klöppelkissens von oben. Das Klöppelkissen besteht aus einer Grundplatte mit 4 festen Eckelementen und mehreren Teilkissen.

Bei dieser Erfindung ist es erforderlich, dass die Grundplatte quadratisch ist. Die Grundplatte ist aus Holz (beispielsweise 56 cm × 56 cm) mit abgerundeten Ecken (Patentanspruch 1). Die eingezeichneten Eckelemente 1 sind mit der Holzplatte verleimt. Die 2 Schieberichtungen der Einsätze sind dadurch vorgegeben und als Vertiefung, Laufrinne für die Teilkissen klar ersichtlich (Patentanspruch 1). Die Teilkissen können jeweils über die Mitte in die andere Richtung geschoben werden.

Die Eckelemente sind folgendermaßen aufgebaut. Innen ein Kern aus Styrodur (Glascofoam XPS III-S), darüber 2 × Filzzuschnitt in derselben Größe. Die 4 Eckelemente sind mit Stoff überzogen. Diese Elemente sind in den abgerundeten Ecken der Platte fest verleimt.

Von unten ist die Holzplatte mit Filz beklebt. Der Filz ermöglicht eine gleitende Drehbewegung des Klöppelkissens beim Arbeiten (Patentanspruch 5). Zum Klöppelkissen gehören herausnehmbare Einsätze in verschiedenen Größen (Patentanspruch 2). Das Teilkissen 2 (z.B. 24 cm × 24 cm) füllt genau das mittlere Loch. Die Teilkissen 3 (z.B. 16 cm × 24 cm) liegen jeweils zwischen 2 Eckelementen. Dieses Teilkissen gibt es 3 mal. Zwei Teilkissen 4 (z.B. 8 cm × 24 cm) befinden sich zwischen den beiden letzten Eckelementen. Diese Einsätze füllen genau die Zwischenräume der Eckkissen und ergänzen diese zu einer ebenen Fläche des Klöppelkissens.

Das Größenverhältnis der herausnehmbaren Teilkissen ist folgendermaßen: Teilkissen 2 ist so groß wie das entstandene Quadrat in der Mitte der Grundplatte. Die Ecken dieses Kissens stoßen an die Ecken der festgeleimten Eckelemente 1. Teilkissen 3 und Teilkissen 4 ergeben zusammen genau die Größe von Teilkissen 2. Zwei Teilkissen 4 sind so groß wie Teilkissen 3.

Die Teilkissen sind folgendermaßen aufgebaut (Patentanspruch 4): Innen ein Kern aus Styrodur (Glascofoam XPS III-S). Oben und unten befindet sich ein Filzzuschnitt in derselben Größe. Der Filz liegt bei den herausnehmbaren Einsätzen auf beiden Seiten, damit man diese beidseitig verwenden kann. Die Einsätze sind rundum mit Stoff bezogen. Sollte einmal ein Teilkissen durch die vielen Stecknadeln zu sehr durchlöchert sein, so kann man es leicht und kostengünstig ersetzen.

2 zeigt einen Querschnitt des Klöppelkissens mit den herausnehmbaren Einsätzen. Oben befindet sich eine Filzauflage (5), darunter der Kern aus Styrodur (6). Unter dem Styrodur befindet sich eine Lage Filz (5, beidseitige Verwendbarkeit der Einsätze). Die Teilkissen liegen auf einer Holzplatte (7), die eine Filzunterlage (5) hat.

An 3 Seiten (3) sind die Einsätze mit Filz umrandet (Patentanspruch 3). 3 zeigt die Ansicht eines Teilkissens von oben, den Kern aus Styrodur (6) mit der Filzumrandung (5). Die Filzumrandung überbrückt die Ritzen zwischen den Einsätzen. In den Ritzen würden die Stecknadeln nicht genügend Halt haben, was an wichtigen Nadelpunkten im Klöppelbrief zu Problemen führt. Bei diesem Klöppelkissen (Maße des Beispiels) schiebt man die Einsätze mit der 24 cm breiten Seite nach, und zwar so, dass immer eine Seite mit Filz umrandet auf eine ohne Filz stößt. Es befindet sich also immer eine Filzschicht zwischen den Einsätzen. Der Filz wird beim Schieben der Teilkissen fest zusammengedrückt, wodurch die Stecknadeln wesentlich besseren Halt finden.

Arbeitsweise mit diesem Klöppelkissen

Anhand des Beispiels einer Tischdeckenspitze möchte ich die Arbeitsweise mit diesem Klöppelkissen (Maße des Beispiels) erläutern. Man beginnt in einer Arbeitsrichtung und arbeitet eine Seite der Spitze. Man schiebt unten immer wieder neue Einsätze hinein, abwechselnd Teilkissen 3 und Teilkissen 4 oder Teilkissen 2. Die Reihenfolge sollte eingehalten werden, da Teilkissen 3 und 4 zusammen genau so groß sind wie Teilkissen 2 und somit auch über die Mitte in die andere Richtung geschoben werden können. Die Teilkissen müssen immer so hineingeschoben werden, dass immer wieder die Größe des mittleren Kissens entsteht. So kann man an jeder beliebigen Stelle die Teilkissen in die andere Richtung verschieben (Patentanspruch 1 + 2). In diesem Beispiel schiebt man 16 cm, 8 cm, 16 cm, 8 cm, 16 cm nacheinander ein, das Teilkissen mit 24 cm kann an jeder Stelle eingefügt werden.

Ebenso wäre ein Klöppelkissen mit folgenden Größenverhältnissen denkbar: Die Größe der Grundplatte beträgt 42 cm × 42 cm. Die herausnehmbaren Teilkissen haben dann die Größen 18 cm × 18 cm, 12 cm × 18 cm und 6cm × 18cm.

Man arbeitet also zunächst in die eine Richtung. Die fertige Spitze wird dabei oben herausgeschoben, solange, bis die erste Ecke erreicht ist. Durch die beweglichen Einsätze kann man immer in einer angenehmen Arbeitshaltung klöppeln (die Spitze befindet sich nie oben am Klöppelkissen). Bei der Ecke angekommen, ergänzt man zunächst den Klöppelbrief mit der Ecke und arbeitet diese soweit, wie es in dieser Richtung möglich ist. Nun schiebt man die letzten 2 Einsätze zur Mitte, nachdem man alle übrigen Stecknadeln entfernt hat, dreht das Klöppelbrett um 90° und arbeitet in dieser Richtung weiter (Patentanspruch 1). Bei Bedarf kann man diese 2 Einsätze auch noch in diese Richtung verschieben. Nun schiebt man in der neuen Richtung immer neue Einsätze nach, bis die nächste Ecke erreicht wird. Wiederum 90° drehen und in der neuen Richtung weiterarbeiten.

Bis zum Abschluss der Klöppelarbeit ist kein Anheben der Spitze oder der Klöppel mehr nötig. Die Spitze bleibt auf dem Klöppelkissen liegen. Das Verziehen der Spitze, abreißen der Fäden durch Umstecken der begonnenen Arbeit oder ungleichmäßige Nadelpunkte sind nun ausgeschlossen. Egal wie groß ein Deckchen ist, durch die Möglichkeit in 2 Richtungen zu verschieben, kann man immer in einer angenehmen Arbeitshaltung klöppeln.


Anspruch[de]
  1. Variables Klöppelkissen, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Teilkissen in verschiedenen Größen auf einer quadratischen Grundplatte mit abgerundeten Ecken in horizontaler und vertikaler Richtung verschiebbar sind.
  2. Variables Klöppelkissen, nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die herausnehmbaren Teilkissen in einem bestimmten Größenverhältnis zueinander stehen, nämlich so, dass 2 Teilkissen aneinander geschoben immer das mittlere Quadrat füllen.
  3. Teilkissen, nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhen der mit Stoff bezogenen Teilkissen an 3 Seiten (nur das mittlere, quadratische an 4 Seiten) mit Filz umrandet sind.
  4. Teilkissen, nach Patentanspruch 2–3, dadurch gekennzeichnet, dass alle Teilkissen beidseitig verwendbar sind, bestehend aus einem Kern von Styrodur (Glascofoam XPS III-S) mit Filzauflage (beidseitig), mit Stoff bezogen.
  5. Variables Klöppelkissen, nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass das Klöppelkissen unter der Holzplatte, also auf der Unterseite mit Filz beklebt ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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