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Dokumentenidentifikation DE10325186A1 15.01.2004
Titel Bahneinzugsvorrichtung für Rotationsdruckmaschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Boucher, Ronald Henry, Foffstown, N.H., US;
Zlatin, Lev, Portsmouth, N.H., US
DE-Anmeldedatum 04.06.2003
DE-Aktenzeichen 10325186
Offenlegungstag 15.01.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.2004
IPC-Hauptklasse B41F 13/03
Zusammenfassung Ein Bahneinzugselement mit einem flexiblen Abschnitt (30) und mit einem eine Spitze aufweisenden Nasenstück (20, 120, 220) zeichnet sich dadurch aus, dass das Nasenstück (20, 120, 220) einen im Wesentlichen konkaven Seitenabschnitt (24, 124, 224) aufweist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bahneinzugsvorrichtung für Rotationsdruckmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die US 5,967,036 beschreibt eine Bahneinzugsvorrichtung für Rotationsdruckmaschinen, die den Einzug einer Bahn durch eine Druckmaschine ermöglicht. Ein flexibles, endliches Einzugselement zum Halten einer Vorderkante der Bahn läuft in einer Führung oder Schiene. In Öffnungen des Einzugselements sind regelmäßig voneinander beabstandete Kugeln eingefügt, die in einer Ausnehmung in der Führung laufen. Die Kugeln und/oder das Band können von Antriebselementen angetrieben werden, so dass das Einzugselement zum Einziehen der Bahn durch die Druckmaschine bewegt wird. Es ist bekannt, dass die Spitze des in der erwähnten Schrift beschriebenen Einzugselements dazu neigt, sich insbesondere in Kurven oder Spalten der Führung zu verhaken oder zu verkanten.

Die US 5,320,039 offenbart ein Einzugssystem für eine Rollendruckmaschine, bei der ein Führungsstück in einem Führungskanal bewegbar aufgenommen ist. Das Führungsstück ist vorzugsweise als ein flexiblerer Kunststoffabschnitt mit quadratischem Querschnitt ausgebildet. Der vordere Teil ist zugespitzt, ein hinterer Teil ist geschlitzt.

Die US 4,987,830 offenbart ein Einzugssystem für Rotationsdruckmaschinen mit einem zylinderförmigen linearen Element, das aus einem Kunstharz oder aus Leder mit Kappen aus einem relativ harten Material hergestellt ist.

Bei den in der US 5,320,039 und der US4,987,830 beschriebenen Vorrichtungen handelt es sich um lange, flexible Elemente, die in Führungen laufen und diese über eine entsprechend lange Strecke kontaktieren. Die Reibung, die entsteht, wenn flexible Elemente einen Kurvenabschnitt passieren, ist dem Capstan-Effekt unterworfen, d.h. die Reibkräfte steigen mit dem Umschlingungswinkel exponentiell an, wenn sich das flexible Element um die Fläche legt.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Endung, ein Bahneinzugselement sowie eine Bahneinzugsvorrichtung mit geringer Reibung und verbesserten Einzugseigenschaften zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale gemäß Anspruch 1 gelöst.

Ein erfindungsgemäßes Bahneinzugselement mit einem flexiblen Abschnitt und mit einem eine Spitze aufweisenden Nasenstück zeichnet sich dadurch aus, dass das Nasenstück einen im Wesentlichen konkaven Seitenabschnitt aufweist.

Das erfindungsgemäß vorgesehene Nasenstück mit einem im Wesentlichen konkaven Seitenabschnitt ermöglicht einen verbesserten Bahneinzug bei reduzierter Reibung an der Führung.

Bei geradliniger Führung verringert der im Wesentlichen konkave Seitenabschnitt in vorteilhafter Weise den Kontaktbereich des Nasenstücks mit einer Führung für das Bahneinzugselement, so dass die Reibung herabgesetzt wird. Des Weiteren kann das Nasenstück in vorteilhafter Weise ohne flexibel ausgestaltet sein zu müssen um Kurven in der Führung bewegt werden. Dabei kann der im Wesentlichen konkave Seitenabschnitt einen Krümmungsradius aufweisen, der im Wesentlichen dem Krümmungsradius der Führungskurve entspricht. Dadurch ist eine Bewegung entlang der Kurve ohne ein Verbiegen des Nasenstücks möglich, so dass unter Vermeidung des Capstan-Effekts die Reibung auch in gebogenen oder kurvigen Führungsabschnitten verringert werden kann.

Das Nasenstück ist in vorteilhafter Weise in Form eines Geschosses ausgebildet, d. h. es umfasst eine Spitze, wobei es in einem mittleren Abschnitt erfindungsgemäß eine im Wesentlichen konkave Einschnürung aufweist.

Der flexible Abschnitt umfasst vorzugsweise ein im Wesentlichen bandförmiges und flexibles Metallstück, das Bohrungen mit in diesen angeordneten Kugeln aufweisen kann.

Das spitze Nasenstück besteht vorzugsweise aus einem steifen Material und weist an seinem hinteren Ende eine Ausnehmung zur Aufnahme des bandförmigen Metallblechs auf. Die Spitze des Nasenstücks kann einen Krümmungsradius aufweisen, welche im Wesentlichen dem Krümmungsradius einer Führung für das Einzugselement entspricht.

Die Ausnahme kann teilweise breiter als die Dicke des flexiblen Abschnitts sein.

Ein hinterer Abschnitt des Nasenstücks ist vorzugsweise gebogen oder halbkugelförmig ausgeführt, um eine Rückwärtsbewegung des Einzugselements zu erleichtern.

Das Nasenstück ist vorzugsweise zu einer durch den flexiblen Abschnitt definierten Ebene und einer zu dieser Ebene senkrechten Ebene spiegelsymmetrisch ausgebildet. Insbesondere wird bevorzugt, dass das Nasenstück bezüglich einer zum flexiblen Abschnitt definierten Achse rotationssymmetrisch ist.

Es kann auch vorgesehen sein, dass das Bahneinzugselement einen ersten flexiblen Abschnitt, einen zweiten flexiblen Abschnitt und ein den ersten flexiblen Abschnitt mit dem zweiten flexiblen Abschnitt verbindendes Verbindungsstück mit im Wesentlichen konkaven Seitenabschnitten umfasst.

Der flexible Abschnitt ist vorzugsweise aus Metall.

Das Verbindungsstück besteht vorzugsweise aus einem steifen Material, insbesondere aus einem Metall.

Eine erfindungsgemäße Bahneinzugsvorrichtung für eine Rollenrotationsdruckmaschine, mit einer Führung, in welcher ein Bahneinzugselement bewegbar aufgenommen ist und mit wenigstens einer Antriebseinheit, welche das Bahneinzugselement entlang der Führung antreibt, zeichnet sich aus durch ein erfindungsgemäßes Bahneinzugselement.

Weitere Merkmale und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen in Zusammenhang mit den beigefügten, nachfolgend aufgeführten Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Darstellung einer Führung des Stands der Technik;

2 einen Querschnitt der in 1 gezeigten Führung;

3 eine Draufsicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Einzugselements;

4 eine perspektivische Darstellung der in 3 gezeigten Ausführungsform;

5 eine Seitenansicht der in 3 gezeigten Ausführungsform;

6 das Nasenstück der in 3 gezeigten Ausführungsform;

7, 8 alternative Ausführungsformen des Nasenstücks des Einzugselements; und

9 das erfindungsgemäße Verbindungsstück.

1 zeigt eine Führung 10 nach dem Stand der Technik, die beispielsweise ähnlich ausgebildet ist wie die in der bereits erwähnten US 5,967,036 beschriebene Führung. Wie in 2 gezeigt ist, hat die Führung 10 einen im Wesentlichen sechseckigen Führungsbereich 12 mit seitlich des Bereichs 12 verlaufenden Aufnahmebereichen 14, 16 für bandförmige Abschnitte eines Einzugselements.

3 zeigt eine Draufsicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Einzugselements 50. Das Einzugselement 50 umfasst einen flexiblen bandförmigen Abschnitt 30, der z.B. aus einem Metallband besteht, und weist Bohrungen auf, in die Kugeln 32 oder kugelförmige Elemente, z.B. auch Halbkugeln, passen. Weiterhin umfasst das Einzugselement 50 ein Nasenstück 20, das vorzugsweise aus einem steifen Material besteht. Das Nasenstück 20 weist ein konisches oder spitzes vorderes Ende 22 und einen konkaven Seitenabschnitt 24 auf. Das hintere Ende 26 kann als Halbkugel ausgebildet sein, die eine Rückwärtsbewegung des Nasenstücks 20 ermöglicht.

Wie auch 4 und 5 zu entnehmen ist, verläuft ein abgeschrägtes vorderes Ende des Abschnitts 30 durch einen Schlitz 29 im hinteren Ende 26 des Nasenstücks 20 und wird z.B. mit Hilfe eines Stifts 28 am Nasenstück 20 befestigt. In eine Ausnehmung in der Führung oder Schiene 10 greift eine Antriebseinheit 40 ein. Die Antriebseinheit 40 weist einen in Umfangsrichtung verlaufenden Ausschnitt auf, durch den das Nasenstück 20 und die Kugeln 32 passieren können. Dabei drückt die Antriebseinheit 40 die Kanten des Abschnitts 30 gegen die Führung 10, um den flexiblen, bandförmigen Abschnitt 30 und das Nasenstück 20 in die Richtung D zu bewegen. Es kann ein Verbindungsstück 60 vorgesehen sein, das einen zweiten flexiblen bandförmigen Abschnitt 62 mit dem Abschnitt 30 verbindet. Das Verbindungsstück 60 weist konkave Seitenabschnitte auf und passt ebenfalls durch den in Umfangsrichtung verlaufenden Ausschnitt der Antriebseinheit 40. Entlang der Führung 10 ist eine Vielzahl von Antriebseinheiten 40 angeordnet.

In 6 ist das Nasenstück 20 näher dargestellt. Zur Aufnahme des Stifts 28 ist eine Bohrung 21 vorgesehen. Sowohl der Stift 28 als auch die Bohrung 21 können beispielsweise ein Gewinde aufweisen. Der Schlitz 29 im hinteren Ende 26 kann einen Abschnitt 23 aufweisen, der breiter als die Dicke des bandförmigen Abschnitts ist und der beim Passieren von Kurven in der Führung 10 ein verbessertes Biegen des flexiblen bandförmigen Abschnitts bezüglich des Nasenstücks 20 ermöglicht.

7 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Nasenstücks 120. Das Nasenstück 120 umfasst ein spitzes vorderes Ende 122, konkave Seitenabschnitte 124, eine Stiftbohrung 121 und einen hinteren Schlitz 129. Das Nasenstück ist im Wesentlichen flach ausgebildet und weist eine Kontur auf, die mit einem Querschnitt des Nasenstücks vergleichbar ist.

8 zeigt eine weitere alternative Ausführungsform eines Nasenstücks 220. Das Nasenstück 220 umfasst ein spitzen vorderes Ende 222, konkave Seitenabschnitte 224, eine Stiftbohrung 221 und einen hinteren Schlitz 229.

9 zeigt das Verbindungsstück 60 mit konkaven Seitenabschnitten 64, 66 und mit Stiftbohrungen 68, 69 zum Befestigen von zwei flexiblen Abschnitten.

Als "spitz" wird hier z.B. jeder mögliche konische oder abgeschrägte Abschnitt bezeichnet. Die Bezeichnung kann sich auch auf einen kugelförmigen oder gewölbten Abschnitt beziehen.

Als "konkaver Seitenabschnitt" des Nasenstücks wird hier ein Oberflächenabschnitt des Nasenstücks bezeichnet, welcher in Bewegungsrichtung des Nasenstücks konkav ausgebildet ist. Das Nasenstück weist somit in einem mittleren Abschnitt einen reduzierten Querschnitt auf.

Die erfindungsgemäßen konkaven Seitenabschnitte ermöglichen es dem Nasenstück, bei verringerter Reibung Kurven in vorteilhafter Weise zu passieren. Außerdem wirken sich diese Abschnitte auch bei einer geradlinigen Bewegung des Nasenstücks positiv aus, d.h. sie verringern durch verminderten Flächenkontakt mit der Führung 10 die Reibung.

10 Führung 12 sechseckiger Führungsbereich 14 Aufnahmebereich für bandförmigen Abschnitt 16 Aufnahmebereich für bandförmigen Abschnitt 20 Nasenstück 21 Bohrung 22 spitzes vorderes Ende 23 breiterer Abschnitt 24 konkaver Seitenabschnitt 26 hinteres Ende 28 Stift 29 Schlitz 30 flexibler bandförmiger Abschnitt 32 Kugeln 40 Antriebseinheit 50 Einzugselement 60 Verbindungsstück 62 zweiter flexibler bandförmiger Abschnitt 64 konkaver Seitenabschnitt 66 konkaver Seitenabschnitt 68 Stiftbohrung 69 Stiftbohrung 120 Nasenstück 121 Stiftbohrung 122 spitzes vorderes Ende 124 konkaver Seitenabschnitt 129 hinterer Schlitz 220 Nasenstück 221 Stiftbohrung 222 spitzes vorderes Ende 224 konkaver Seitenabschnitt 229 hinterer Schlitz D Bewegungsrichtung

Anspruch[de]
  1. Bahneinzugselement mit einem flexiblen Abschnitt (30) und mit einem eine Spitze aufweisenden Nasenstück (20, 120, 220), dadurch gekennzeichnet, dass das Nasenstück (20, 120, 220) einen im Wesentlichen konkaven Seitenabschnitt (24, 124, 224) aufweist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der flexible Abschnitt (30) ein im Wesentlichen bandförmiges Metallstück umfasst.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der flexible Abschnitt (30) Bohrungen umfasst, in denen Kugeln (32) oder im Wesentlichen kugelförmige oder halbkugelförmige Elemente angeordnet sind.
  4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nasenstück (20, 120, 220) aus einem steifen Material hergestellt ist.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nasenstück (20, 120, 220) am hinteren Ende (26) eine Ausnehmung (29, 129, 229) aufweist, in welcher der flexible Abschnitt (30) aufnehmbar ist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (29, 129, 229) teilweise breiter als die Dicke des flexiblen Abschnitts (90) ist.
  7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nasenstück (20, 120, 220) einen gebogenen hinteren Abschnitt (26) aufweist, insbesondere einen halbkugelförmigen hinteren Abschnitt (26).
  8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Nasenstück (20, 120, 220) bezüglich einer durch den flexiblen Abschnitt (30) definierten Ebene oder zu einer zu dieser Ebene senkrechten Ebene spiegelsymmetrisch ausgebildet ist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Nasenstück (20, 120, 220) bezüglich einer vom flexiblen Abschnitt definierten Achse rotationssymmetrisch ausgebildet ist.
  10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bahneinzugselement (50) einen ersten flexiblen Abschnitt (30), einen zweiten flexiblen Abschnitt (62) und ein den ersten flexiblen Abschnitt (30) mit dem zweiten flexiblen Abschnitt (62) verbindendes Verbindungsstück (60) mit im Wesentlichen konkaven Seitenabschnitten umfasst.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsstück (60 aus einem steifen Material, insbesondere aus einem Metall hergestellt ist.
  12. Bahneinzugsvorrichtung für eine Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Führung (10), in welcher ein Bahneinzugselement (50) bewegbar aufgenommen ist, und mit wenigstens einer Antriebseinheit (40), welche das Bahneinzugselement (50) entlang der Führung (10) antreibt, dadurch gekennzeichnet, dass das Bahneinzugselement (50) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgestaltet ist.
  13. Rollenrotationsdruckmaschine, gekennzeichnet durch eine Bahneinzugsvorrichtung nach Anspruch 12.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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