Beschrieben wird ein Verfahren zur Herstellung von Lithiumiodidlösungen durch Reaktion eines lithiumhaltigen Stoffes mit elementarem Iod, wobei die Herstellung des Lithiumiodids in einem aprotischen Lösungsmittel, welches als Lösungsmittel in einer Flüssigelektrolytlösung eingesetzt werden kann, erfolgt.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Lithiumiodidlösungen.
Die heutzutage gängigen Lithiumbatterien (sowohl primäre als auch
sekundäre Batteriezellen) enthalten normalerweise wasserfreie, flüssige, ionenleitende
Elektrolyte, in denen Leitsalze wie LiPF6, LiClO4, Lithiumimide,
Lithiumborate oder Lithiumiodid in gelöster Form vorliegen. Als Lösungsmittel werden
typischerweise Carbonate (z.B. Ethylencarbonat, Dimethylcarbonat), Carbonsäureester,
Lactone und/oder Ether, jeweils einzeln oder als Gemisch, verwendet.
Lithiumiodid kann als Elektrolyt in nichtwässrigen Batterien eingesetzt
werden. Aufgrund seiner begrenzten Oxidationsstabilität kann dieses Salz nur für
elektrochemische Zellen mit bis zu 2 V Zellenspannung verwendet werden. Gebräuchliche
Systeme enthalten z.B. Eisensulfidkathoden und Lithiummetallanoden. Der verwendete
Flüssigelektrolyt muss eine genügend hohe Leitfähigkeit (mindestens 10–4
mS/cm) und Beständigkeit gegenüber den verwendeten Aktivmaterialien aufweisen. In
der US 6,218,054 werden für diesen Zweck
Lösungen von Lithiumsalzen, z.B. Lithiumiodid, in einem Gemisch aus 1,3-Dioxolan
und 1,2-Dimethoxyethan vorgeschlagen.
Solche Flüssigelektrolyte werden normalerweise durch Auflösen von
festem, wasserfreiem Lithiumiodid im gewünschten Lösemittelgemisch hergestellt.
Nachteilig an diesem Prozess ist, dass es sich dabei um ein Mehrstufenverfahren
handelt:
– Herstellung von festem Lithiumiodid
– Nachtrocknung bis zu einem sehr geringen Wasserwert (z.B. < 100 ppm)
– Auflösen im gewünschten Lösemittel(gemisch)
– Nachkonditionierung des Flüssigelektrolyten (Trocknung, Filtration)
Die Kosten eines solchen mehrstufigen Verfahrens sind relativ hoch.
Ein weiterer Nachteil dieses gängigen Verfahrens ist, dass die für
den Einsatz in nichtwässrigen Elektrolyten geeigneten Lithiumiodidqualitäten nicht
einfach durch Eindampfung wässriger Lithiumiodidlösungen gewonnen werden können.
Aus wässriger Lösung kristallisiert nämlich ein Monohydrat, das nicht ohne hydrolytische
Zersetzung gemäß:
getrocknet werden kann.
Das bei der Zersetzung entstehende Lithiumhydroxid LiOH ist als Verunreinigung
in Lithiumiodid für Batterieelektrolyte nicht akzeptabel, da es nur schwierig abtrennbar
ist, aber andererseits in der elektrochemischen Zelle stören würde. Außerdem lösen
sich LiOH-verunreinigte Produkte nur langsam und unvollständig in organischen Lösungsmitteln.
Deshalb muss das Lithiumiodid in Abwesenheit von Wasser synthetisiert
werden. Ein solches Verfahren besteht in der Umsetzung von Lithiumhydrid mit Iod
in Diethylether (M.D. Taylor und L.R. Grant, J. Am. Chem. Soc. 77 (1955) 1507–
1508) gemäß:
Nachteilig an diesem Verfahren ist, dass aufgrund des sehr niedrigen
Siedepunktes von Diethylether (35 °C) und des entsprechend hohen Dampfdruckes
aufwändige Vorkehrungen zum sicheren Umgang mit diesem Stoff getroffen werden müssen.
Auch ist das bei diesem Verfahren entstehende Wasserstoffgas lösemittelgesättigt,
wobei aufgrund der hohen Flüchtigkeit des Diethylethers die Lösungsmittelbelastung
im Wasserstoffgas entsprechend hoch ausfällt.
In der von Taylor und Grant beschriebenen Synthese werden die beiden
als Feststoffe vorliegenden Reaktanden (LiH-Pulver und Iod) vorgemischt. Anschließend
wird die Umsetzung durch portionsweise Zugabe von Diethylether gestartet. Diese
Vorgehensweise ist wegen der hohen Exothermie der Reaktion und der Gasentwicklung
nicht gefahrlos in einen größeren (technischen) Maßstab (sogenannte "Batchfahrweise")
zu übertragen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung
von Lithiumiodid zu schaffen, das die Nachteile des Standes der Technik vermeidet
und insbesondere eine ungefährliche, kostengünstige Herstellung von reinen Lithiumiodidelektrolyten
erlaubt.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, bei dem die Herstellung
des Lithiumiodids durch Reaktion eines lithiumhaltigen Stoffes mit elementarem Iod
in einem aprotischen Lösungsmittel, welches als Lösungsmittel in einer Flüssigelektrolytmischung
eingesetzt werden kann, erfolgt. Auf diese Weise werden direkt verwendungsfähige,
wasserfreie, lithiumiodidhaltige Flüssigelektrolytlösungen erhalten.
Als aprotische Lösungsmittel eigenen sich solche Lösungsmittel, die
in Lithiumbatterien und gegenüber Lithiummetall oder Lithiumhydrid
und gegenüber Iod ausreichend beständig sind. Bevorzugt können cyclische oder offenkettige
di- oder mehr-funktionelle Ether, Carbonate (= Kohlensäureester), Carbonsäureester
oder Lactone (insbesondere ?-Lactone, wie ?-Butyrolacton), oder Mischungen davon
eingesetzt werden.
Zu den bevorzugten Ethern gehören insbesondere Dioxolane und Glykolether
(Glymes mit der allgemeinen Formel
R1-Ο-(-CH2CH2-Ο-)n-R2 mit R1, R2 = unabhängig voneinander CH3,
C2H5 oder C4H9,und n = 1 bis 50). Zu
den bevorzugten Carbonaten gehören Ethylencarbonat (EC), Propylencarbonat (PC),
Butylencarbonat (BC), Vinylencarbonat (VC), Dimethylcarbonat (DMC), Diethylcarbonat
(DEC), Dipropylcarbonat (DPC), Ethylmethylcarbonat (EMC), Methylpropylcarbonat (MPC),
Butylmethylcarbonat (BMC), Ethylpropylcarbonat (EPC) und Butylethylcarbonat (BEC).
Zu den bevorzugten Carbonsäureestern gehören Ethylacetat und Butylacetat. Ganz besonders
bevorzugt sind folgende Lösungsmittel:
Als lithiumhaltiger Stoff werden bevorzugt Lithiummetall oder Lithiumhydrid
eingesetzt.
Bevorzugt wird das Verfahren so durchgeführt, dass das Lithiummetall
oder das Lithiumhydrid im Lösungsmittel vorgelegt wird und das Iod als Feststoff
zudosiert wird. So wird vermieden, dass elementares Iod mit dem Lösungsmittel reagieren
kann. Es ist aber auch möglich, eine Lösung von Iod im Lösungsmittel zuzudosieren.
Prinzipiell ist es auch möglich, das Iod im Lösungsmittel vorzulegen und den Lithiumrohstoff
zuzudosieren.
Die Reaktionen gemäß
sind stark exotherm, wobei die Reaktionsgeschwindigkeit im wesentlichen vom Verteilungsgrad
(also der Partikelgrößenverteilung) der Lithiumkomponente abhängt.
Das Lithiummetall oder das Lithiumhydrid kann in grobstückiger bis
sehr feiner Form eingesetzt werden. Bevorzugt ist der Einsatz von Pulver mit einer
Korngröße von 10 bis 500 &mgr;m oder Granulat mit einer Korngröße von 0,5 bis 10
mm. Falls grobstückiges Material eingesetzt wird, dauert die Umsetzung (erkennbar
an der Entfärbung der Lösung) manchmal einige Stunden. In diesem Fall besteht eine
besonders bevorzugte Variante darin, gegen Reaktionsende eine kleine Menge (z.B.
1 bis 10 % der insgesamt eingesetzten Lithiumrohstoffmenge) pulverförmiges, also
sehr reaktives Lithiummetall oder Lithiumhydrid einzusetzen. Dies bewirkt eine wesentliche
Verkürzung der Reaktionsendphase.
Für die Verwendungsfähigkeit von Lithiumiodidlösungen in elektrochemischen
Applikationen ist ein möglichst niedriger Gehalt an freiem Iod entscheidend. I2
würde nämlich aufgrund seiner Reaktivität Batteriebestandteile angreifen und korrodieren.
Aus diesem Grund wird die Lithiumkomponente bevorzugt im Überschuss eingesetzt.
Besonders bevorzugt ist ein Überschuss von 1 bis 100 mol-%, ganz besonders bevorzugt
von 3 bis 20 mol-%. Ein Überschuss empfiehlt sich auch insbesondere in den Fällen,
in denen relativ grobstückige Lithiumrohstofte, das heißt solche mit kleinen spezifischen
Oberflächen, eingesetzt werden. Da die Reaktionsgeschwindigkeit eine Funktion der
Oberfläche des unlöslichen Lithiumrohstoffes ist, kann z.B. durch Verdoppelung der
Lithiumrohstoffmenge eine proportionale Beschleunigung der Reaktion erreicht werden.
Bevorzugt wird die Ansatzkonzentration so gewählt, dass eine 5 bis
30 Gew.-%ige Lösung von Lithiumiodid im aprotischen Lösungsmittel erhalten wird.
Mögliche Umsetzungstemperaturen liegen im Bereich, in dem die Lösungsmittel
flüssig sind, das heißt bei ca. -20 bis 150 °C. Um jedoch Lösungsmittelverluste
durch den Gasstrom gemäß Reaktion (1) und mögliche Nebenreaktionen zwischen Lithium
und/oder Iod auf der einen und dem Lösungsmittel auf der anderen Seite zu vermeiden,
wird die Reaktion bevorzugt unter Kühlung im Temperaturbereich von -20 bis 100 °C,
besonders bevorzugt von 0 bis 60 °C durchgeführt.
Unter den bevorzugten Temperaturbedingungen erfolgt die Zudosierung
des Jods innerhalb etwa 10 Minuten bis 5 Stunden. Der Fortschritt
der Reaktion kann im Falle der Reaktion (1) bequem über eine Messung der Gasentwicklung
erfolgen. Außerdem ist der Endpunkt leicht an einer Entfärbung des Reaktionsgemisches
zu erkennen: wenn sich alles Iod umgesetzt hat, verschwindet die braune Farbe des
gelösten elementaren Iods. Eine weitere, für beide Reaktionsvarianten (1) und (2)
geeignete Form der Reaktionsverfolgung besteht in der Messung der elektrischen Leitfähigkeit
der Reaktionslösung. Während anfangs nur eine sehr geringe Leitfähigkeit von < 0,05
mS/cm gemessen wird, steigt diese im Reaktionsverlauf proportional zur LiI-Konzentration.
Bevorzugt wird die Reaktion unter Lichtausschluss durchgeführt. So
können unerwünschte, durch Licht induzierte Radikalreaktionen von Iod mit dem Lösungsmittel
unterbunden werden.
Wegen der Oxidationsempfindlichkeit von Iodidlösungen (Rückbildung
von elementarem Iod) wird die Umsetzung bevorzugt unter Ausschluss von Luft und
insbesondere Sauerstoff, also unter Inertgas, durchgeführt. Für den Fall, dass als
Lithiumrohstoff Lithiumhydrid verwendet wird, ist beispielsweise Stickstoff geeignet.
Wird Lithiummetall als Lithiumrohstoff verwendet, wird ein Edelgas, bevorzugt Argon,
eingesetzt.
Nach Abschluss der Reaktion (dies ist z.B. erkenntlich an der Entfärbung
der Reaktionsmischung) können der überschüssige Lithiumrohstoff und gegebenenfalls
andere, unlösliche Nebenprodukte ohne größeren Aufwand quantitativ durch eine festflüssig-Trennoperation,
also Filtration, Dekantation oder Zentrifugation entfernt werden.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens liegen insbesondere
darin, dass die gefährliche Handhabung von Diethylether vermieden wird, die Isolierung
des hygroskopischen Lithiumiodidfeststoffes vermieden wird, das Verfahren einstufig
ist und zu einer reinen, wasserfreien Lithiumiodidlösung in einem aprotischen, elektrochemisch
stabilen Lösungsmittel führt.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
dass die Lithiumiodidlösungen durch den Lithiumrohstoff extrem gut getrocknet werden.
Sowohl Lithium als auch Lithiummetall reagieren nämlich schnell und irreversibel
mit Feuchtigkeitsspuren gemäß:
Die dabei gebildeten Nebenprodukte beeinträchtigen die Produktqualität
nicht, da sie entweder gasförmig entweichen oder völlig unlöslich sind, so dass
sie bei der festflüssig-Separation quantitativ abgetrennt werden.
Ein ganz besonderer Vorteil des Verfahrens besteht deshalb darin,
dass für die Elektrolytbereitung keine hochreinen Lösemittel verwendet werden müssen,
sondern auch deutlich preiswertere Qualitäten mit höherem Wassergehalt (z.B. 0,1
bis 0,5 %) einsetzbar sind.
Verwendung findet die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte
Lithiumiodidlösung als Elektrolyt in galvanischen Zellen oder als Reagenz in der
organischen Synthese, z.B. zur Öffnung von Epoxiden zu β-Halohydrinen, Etherspaltungen
oder als Additive für Palladiumkatalysierte Reaktionen.
Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher
erläutert:
Beispiel 1: Herstellung einer 29 %-igen Lithiumiodidlösung
in 1,3-Dioxolan aus Lithiumhydrid und Iod
Ein 500-ml-Glasreaktor mit Glasdosierbirne, Rückflusskühler und Leitfähigkeitsmesszelle
wurde getrocknet und mit Argon inertisiert. In dem Glasreaktor wurden 11,9 g (1,50
mol) LiH-Granulat in 315 g wasserfreiem 1,3-Dioxolan vorgelegt und auf 40 °C
erwärmt. Das Lithiumhydrid wurde als staubfreies Granulat mit 1 bis 5 mm großen
Partikeln eingesetzt.
Das in Schuppenform vorliegende Jod (134,1 g, 1,06 mol) wurde in 6
Portionen innerhalb von 80 Minuten zudosiert. Sofort nach Zugabe setzte eine stark
exotherme Reaktion ein. Die Temperaturdifferenz zwischen Kühlmantel und dem Reaktorinneren
betrug bis zu 20 °C. Bei Zugabeende hatten sich 8,8 l H2 (ca. 70
% der Theorie) und eine halbe Stunde nach Zugabeende 12,9 1 (102 % der Theorie)
Gas entwickelt. Die Lösung war immer noch bräunlich. Um die letzten Iodreste umzusetzen,
wurden 0,3 g (40 mmol) LiH-Pulver zudosiert. Daraufhin bildeten sich noch 300 ml
Gas und die Lösung entfärbte sich innerhalb von 10 Minuten weitgehend. Erhalten
wurde eine hellgelbe Lösung. Die Leitfähigkeit der Lösung nahm von anfangs < 1 &mgr;S/cm
auf zum Schluss 5 mS/cm zu. Bei den einzelnen Iodzugaben erreichte die Leitfähigkeit
jeweils ein relatives Maximum, um dann wieder auf einen niedrigeren Wert abzufallen.
Aufgrund der Inhomogenität der Reaktionsmischung schwankte die Leitfähigkeit stark.
Die klare, sehr schwachgelbe Lösung wurde zur Abtrennung von überschüssigem
Lithiumhydrid über eine G3-Fritte filtriert und mit 26 g Dioxolan
nachgewaschen.
Wassergehalt: 50 ppm (Karl Fischer-Titration)
Aus diesen Daten errechnet sich eine LiI-Ausbeute von 95 % der Theorie.
Beispiel 2: Herstellung einer 20%igen LiI-Lösung aus LiH/Iod
in 1,2-Dimethoxyethan
In einem mit Stickstoff inertisierten 0,5 l-Vierhalskolben mit Rückflusskühler,
Feststoffdosiervorrichtung und Thermoelement wurden 1,26 g (167 mmol) Lithiumhydridpulver
(Partikelgröße < 150 &mgr;m) in 80 g (ca. 100 ml) 1,2-Dimethoxyethan vorgelegt.
Unter magnetischem Rühren wurden insgesamt 19,1 g (150 mmol) Iod innerhalb von 25
Minuten zugegeben. Unter heftiger Gasentwicklung erwärmte sich das Reaktionsgemisch
bis auf max. 52 °C (Wasserbadkühlung). Etwa 30 Minuten nach Dosierende hatte
sich die zuvor dunkelbraune Lösung vollständig entfärbt. Es begann ein Feststoff
auszufallen, bei dem es sich um einen Lithiumiodid/1,2-Dimethoxyethan-Komplex handelte.
Durch Erwärmen auf 70 °C wurde der Feststoff wieder in Lösung
gebracht. Nach Filtration über eine erwärmte Glasfritte wurden 98 g einer Lösung
enthalten, die beim Abkühlen kristallisierte. Aus der heißen, homogenen Lösung wurde
eine Probe entnommen und auf Lithium und Iod analysiert. Daraus berechnete sich
ein Gehalt von 20,1 % LiI, d.h. die in Form der Lösung isolierte LiI-Ausbeute betrug
98 %.
Beispiel 3: Herstellung einer 8 %-igen LiI-Lösung aus Lithiummetallgranulat/Iod
in 1,2-Dimethoxyethan
In der im Beispiel 2 beschriebenen Apparatur wurden 1,63 g Lithiummetallgranulat
(235 mmol, Partikelgröße 2 bis 3 mm) in 225 g Dimethoxyethan vorgelegt und auf 30
°C erwärmt. Unter Rühren wurden 19,0 g (150 mol) Iod innerhalb von 80 Minuten
zugegeben. Die Reaktion startete (erkenntlich an der Exothermie) nach ca. 20 Minuten.
Durch die frei werdende Reaktionswärme erhitzte sich das Gemisch bis auf maximal
51 °C.
Nach etwa 3 Stunden war die Reaktion (erkenntlich am Temperaturausgleich)
im wesentlichen abgeschlossen. Zur Entfärbung des braunen Reaktionsgemisches war
jedoch noch ca. 10-stündiges Rühren bei 30 °C notwendig.
Ausbeute: 240 g gelbliche Lösung mit 8,1 % Gehalt an LiI = 97 % der
Theorie.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung von Lithiumiodidlösungen durch Reaktion eines lithiumhaltigen
Stoffes mit elementarem Iod, dadurch gekennzeichnet, dass die Herstellung
des Lithiumiodids in einem aprotischen Lösungsmittel, welches als Lösungsmittel
in einer Flüssigelektrolytlösung eingesetzt werden kann, erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das aprotische Lösungsmittel
cyclische oder oftenkettige di- oder mehr-funktionelle Ether, Carbonate, Carbonsäureester
oder Lactone, oder Mischungen davon enthält.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel
cyclische oder offenkettige di- oder mehr-funktionelle Ether enthält.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das
Lösungsmittel 1,3-Dioxolan, 1,2-Dimethoxyethan, 1,2-Diethoxyethan, Diethylenglykoldimethylether
oder Diethylenglykoldiethylether enthält.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Lithiummetall
oder Lithiumhydrid im aprotischen Lösungsmittel mit elementarem Iod umgesetzt wird.
Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Lithiummetall oder
das Lithiumhydrid im Lösungsmittel vorgelegt wird und das Iod als Feststoff oder
als Lösung zudosiert wird.
Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Lithiummetall
oder das Lithiumhydrid als Pulver mit einer Korngröße von 10 bis 500 &mgr;m oder
als Granulat mit einer Korngröße von 0,5 bis 10 mm eingesetzt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das
Lithiummetall oder das Lithiumhydrid im Überschuss von 1 bis 100 mol-% eingesetzt
wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das
Lithiummetall oder das Lithiumhydrid im Überschuss von 3 bis 20 mol-% eingesetzt
wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ansatzkonzentration so gewählt wird, dass eine 5 bis 30 Gew.-%-ige Lösung von Lithiumiodid
im aprotischen Lösungmittel erhalten wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die
Reaktion bei Temperaturen von -20 bis 100 °C durchgeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion bei Temperaturen
von 0 bis 60 °C durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die
Reaktion unter Lichtausschluss durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die
Reaktion unter Inertgas durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Überschuss an Lithiummetall oder Lithiumhydrid und andere unlösliche Nebenprodukte
von der Lösung abgetrennt werden.
Verwendung der nach einem Verfahren der Ansprüche 1 bis 15 hergestellten Lithiumiodidlösung
als Elektrolyt in galvanischen Zellen.
Verwendung der nach einem Verfahren der Ansprüche 1 bis 15 hergestellten Lithiumiodidlösung
als Reagenz in der organischen Synthese.