Die Aufgabe der Erfindung ist ein Erdfehlerschutzsystem für eine Wicklung
einer elektrischen Maschine mit einem geerdeten Neutralpunkt, insbesondere für eine
Generatorstatorwicklung, das sich während des Betriebs der Maschine verwenden läßt,
die in Reihe mit einem Transformator oder parallel zu einem Generator oder direkt
mit Sammelschienen verbunden ist.
Ein bekanntes Erdfehlerschutzsystem für eine Generatorstatorwicklung,
das in dem im November 1995 veröffentlichten ABB Network Partner-Katalog Nr. 1MDB
02012-EN auf Seite 3 in 4 vorgestellt wird, enthält zwei Widerstände,
wobei einer einen niedrigeren Widerstandswert und der andere einen Widerstandswert
aufweist, der etwa viermal so hoch, wie der erste ist. Diese Widerstände sind zwischen
den Neutralpunkt des Generators und Erde geschaltet und liegen miteinander in Reihe.
Ein System, das eine Spannungsquelle mit einer Frequenz gleich 1/4 der Generatornennfrequenz
enthält, ist parallel zu dem niederohmigen Widerstand geschaltet. Dieses System
ist mit der Erdfehlerschutzeinheit gekoppelt. Ein Spannungstransformator, dessen
Sekundärwicklung mit den Ausgängen der Erdfehlerschutzeinheit verbunden ist, ist
an den Widerstand angeschlossen, dessen Widerstandswert viermal so hoch ist wie
der des ersten Widerstands.
DE-A-4 329 381 zeigt ein Erdfehlerschutzsystem mit der gleichen Topologie.
Bei dem dargestellten Erdfehlerschutzsystem einer Generatorstatorwicklung
besteht ein Nachteil darin, daß der Wert des am Punkt des Erdfehlers vorbeifließenden
Erdfehlerstroms im Fall eines Erdfehlers in einem beliebigen Teil der Generatorstatorwicklung
hauptsächlich von dem Widerstandswert des zwischen den Neutralpunkt der Statorwicklung
und Erde geschalteten Widerstands abhängt. Mit dem Widerstandswert dieser Widerstände,
der in derartigen Schutzsystemen verwendet wird, bewirken diese Widerstände immer
einen Anstieg des Werts des Erdfehlers, so daß der Wert dieses Stroms immer 5 A
stark überschreitet. Falls in der Generatorstatorwicklung ein Erdfehler auftritt,
verursacht dieser Strom einen erheblichen Schaden an der Statorwicklung. Ein weiterer
Nachteil des vorgestellten Generatorstatorwicklungs-Erdfehlerschutzsystems besteht
darin, daß ein erheblicher Wert des Erdfehlerstroms, sowohl am Platz des Erdfehlers
im Generatorstator als auch am Generatorneutralpunkt, der von dem Widerstandswert
der zwischen den Generatorneutralpunkt und Erde geschalteten Widerstände abhängt,
die Länge des von diesem Erdfehlerschutzsystem geschützten Bereichs einschränkt.
Das wesentliche des Erdfehlerschutzsystems für die Wicklung einer
elektrischen Maschine, insbesondere für eine Generatorstatorwicklung, gemäß der
Erfindung, wobei das Erdfehlerschutzsystem einen an den Neutralpunkt der Wicklung
angeschlossenen Erdungszweig enthält, mit dem ein niederohmiger Widerstand verbunden
ist, der parallel zu einer Spannungsquelle mit einer Frequenz gleich 1/4 der Nennfrequenz
der Maschine verbunden ist und die Quelle dieser Spannung an eine Erdfehlerschutzeinheit
angekoppelt ist, deren Ausgänge mit der Sekundärwicklung eines Spannungstransformators
verbunden sind, und die Primärwicklung des Spannungstransformators mit dem Erdungszweig
verbunden ist, besteht darin, daß in dem durch die Primärwicklung des Spannungstransformators
und des Erdungszweigs gebildeten Stromkreis zwischen dem Neutralpunkt der Wicklung
und dem niederohmigen Widerstand eine Nebenschlußdrossel parallel geschaltet ist.
Die Induktanz der Nebenschlußdrossel liegt im Bereich 0,1 bis 20 Henry.
Die Aufgabe der Erfindung wird als ein Ausführungsbeispiel in der
Zeichnung erläutert, die ein Einheitsdiagramm eines Erdfehlerschutzsystems einer
Generatorstatorwicklung zeigt, die in einer Einheit mit einem in Reihe geschalteten
Transformator arbeitet.
In einen Generator 1 ist ein Erdungszweig
2 integriert, der zwischen den Neutralpunkt N und Erde geschaltet
ist und über Sammelschienen 4 mit einem Transformator
3 verbunden ist. In dem Erdungszweig 2 ist eine
Nebenschlußdrossel 5 installiert, die mit einem niederohmigen Widerstand
6 von mehreren hundert Ohm, der mit Erde verbunden ist, in Reihe
geschaltet ist. Die Nebenschlußdrossel 5 ist parallel zu der Primärwicklung
eines Spannungstransformators 7 geschaltet, dessen Sekundärwindung
parallel zu einer Erdfehlerschutzeinheit 8 geschaltet ist. Der Widerstand
6 ist parallel zu einer Spannungsquelle mit einer Frequenz gleich
¼ der Nennfrequenz des Generators 1 geschaltet, der ein einkoppelndes
System 9 ist, das mit der Erdfehlerschutzeinheit 8
verbunden ist.
Die von dem einkoppelnden System 9 eingekoppelte Spannung
dient zur Vorspannung der Leiter der Maschine bezüglich Erde mit einer Frequenz,
die von der Generatorfrequenz verschieden ist. Ein Erdfehler bewirkt einen Strom,
der von dem Charakter des Fehlers und von der Einkoppelspannung abhängt. Die Erdfehlerschutzeinheit
8 beobachtet diesen Strom und die eingekoppelte Spannung, bestimmt,
ob ein Fehler aufgetreten ist und welches die Art des Fehlers ist. Die Erdfehlerschutzeinheit
8 betätigt gegebenenfalls einen Unterbrecher, um den Generator abzutrennen.
In einem problemlosen Betriebszustand des mit dem Transformator
3 verbundenen Generators 1 ist die Spannung zwischen
dem Neutralpunkt N und Erde gleich Null. Der Erdfehlerkapazitätsstrom und der Strom,
der durch die Elemente fließt, die zwischen den Neutralpunkt N des
Generators 1 und Erde geschaltet sind, sind ebenfalls gleich Null.
Die Induktanz der Nebenschlußdrossel 5, die den Neutralpunkt N des
Stators des Generators 1 erdet, ist so gewählt, daß sie den während
des Erdfehlers durch die Wicklung des Stators des Generators
1 durch die Hauptisolation fließenden Strom auf unter 5 A begrenzt
und außerdem bewirkt, daß am Neutralpunkt N kein Erdfehlerstrom
über 5 A fließt. Der Wert dieser Induktanz liegt im Bereich von 0,1 bis 20 Henry.
Durch eine angemessene Auswahl der Induktanz der Nebenschlußdrossel 5
wird für Fehler entlang der ganzen Länge der Rotorwicklung des Generators
1 ein ordnungsgemäßer Betrieb der Erdfehlerschutzeinheit
8 sichergestellt, wodurch Schäden am Magnetkreis des Stators des
Generators 1 reduziert und sogar völlig eliminiert werden.
Die Erfindung kann auf den Schutz nicht nur eines Generators, sondern
auch auf eine andere Art elektrischer Maschine mit einer Wicklung angewendet werden,
die einen Neutralpunkt aufweist, wie etwa einen Motor oder einen Transformator.