Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung oder
Gewinnung von Cäsium aus Materialien, die Cäsium enthalten.
Verfahren zur Gewinnung von Cäsium, in Form einer Cäsiumverbindung,
aus Materialien, die Cäsium enthalten, wie z.B. Pollucit und anderen Cäsium enthaltenden
Mineralien, wurden in der technischen Literatur beschrieben.
Ein Verfahren, das beschrieben wird, umfasst das Auslaugen von gemahlenem
Polluciterz mit konzentrierter Schwefelsäure, um einen Extrakt zu erhalten, der
Cäsiumalaun enthält, das dann mittels Kristallisation gewonnen wird.
Cäsiumalaun ist Cäsiumaluminiumsulfat-Hydrat. Die empirisch ermittelte
Formel dieser Verbindung ist CsAl(SO4)2·12H2O
oder Cs2SO4·Al2(SO4)3·24H2O.
Das Cäsiumalaun, das in Schwefelsäureextrakten von Pollucit enthalten ist oder daraus
kristallisiert wurde, ist gewöhnlich mit anderen Metallionen, wie z.B. Rubidium-,
Natrium-, Kalium-, Magnesium- und Eisenionen, verunreinigt.
Das Cäsiumalaun wird dann wieder bei erhöhter Temperatur in Wasser
gelöst und mit einem Erdalkalimetallhydroxid, wie z.B. mit Bariumhydroxid oder Calciumhydroxid,
umgesetzt, um einen Niederschlag von Aluminiumhydroxid, der zusammen mit schwerlöslichem
Bariumsulfat oder Calciumsulfat gebildet wird, zu erhalten. Alternativ kann Cäsiumalaun
mit Ammoniak umgesetzt werden, wobei das Aluminium als Aluminiumhydroxid ausfällt.
Das Cäsiumsulfat verbleibt in der überstehenden Lösung. Das Cäsium kann dann aus
der überstehenden Lösung gewonnen und in andere Cäsiumverbindungen umgewandelt werden.
Das US-Patent Nr. 3207571 (Berthold) beschreibt ein Verfahren zur
Herstellung von Cäsiumverbindungen aus einem Alumosilikaterz. Das deutsche Patent
DE 4313480 (Hoffmann et al.) beschreibt
ein Verfahren, bei dem die Verwendung von Bariumverbindungen bei der Herstellung
von Cäsiumsalzen aus Cäsiumalaun vermieden wird. Dieses Verfahren führt zu einem
Produkt, das Calciumsulfat und Magnesium enthält. Das US-Patent Nr. 3489509 beschreibt
die Herstellung von reinen Cäsiumverbindungen mit niedrigem Sulfatgehalt durch direkte
Umsetzung von Cäsiumalaun mit Ba(OH)2 in Abwesenheit von Calcium.
Es wird beschrieben, dass Cäsiumverbindungen, wie z.B. Cäsiumformiat,
in Bohrflüssigkeiten mit einer hohen relativen Dichte für Öl- und Gasbohrungen verwendet
werden können. Bohrlochrückstände können den Bohrprozess verlangsamen oder zum Stillstand
bringen und in einigen Fällen die porösen Gesteinsschichten des Bohrloches verstopfen.
Daten über den Verlauf der Bohrung können im Bereich verstopfter Gesteinsschichten
nur in begrenztem Umfang erhalten werden, wodurch die Effektivität des Bohrprozesses
verringert wird. Deshalb wurden bisher Flüssigkeiten mit einer hohen relativen Dichte
von etwa 1,8 oder darüber verwendet, um die Bohrlochrückstände an die Erdoberfläche
zu fördern. Bei Bohrlöchem mit einer Tiefe von mehr als einer Meile wurden Zinkbromid
und Gemische mit anderen Salzen verwendet, um die Leistungsfähigkeit der Flüssigkeiten
zu verbessern. Diese Materialien haben jedoch Nachteile. Deshalb wurde vorgeschlagen,
Cäsiumformiat an Stelle von Zinkbromid zu verwenden. Gemische aus Cäsiumformiat
und anderen Alkalimetallformiaten werden ebenfalls beschrieben. In diesem Zusammenhang
wird auf das europäische Patent Nr. 572113 verwiesen.
Ein Problem, das auftreten kann, ist die Unverträglichkeit von Verunreinigungen,
die in Cäsiumverbindungen, wie z.B. Cäsiumformiat, vorkommen, mit verschiedensten
Lösungen, Mitteln zum Einstellen der Viskosität und Additiven, die in Bohrflüssigkeiten
verwendet werden. Zweiwertige Verunreinigungen, wie z.B. Calcium, in Cäsiumverbindungen
können die Eigenschaften der Polymere verschlechtern, die in Mitteln zum Einstellen
der Viskosität verwendet werden. Die Gegenwart von zweiwertigen Verunreinigungen
wirkt sich besonders nachteilig bei Bohrungen bei hoher Temperatur und unter hohem
Druck aus, z.B. dann, wenn in große Tiefen gebohrt wird, weil bei diesen Bohrungen
Mittel zum Einstellen der Viskosität verwendet werden, welche die Bohrlochrückstände
suspendieren und gleichzeitig als Bohrgleitmittel bzw. Bohrschmiermittel dienen.
Cäsiumverbindungen, die unter Anwendung der zuvor beschriebenen Verfahren
hergestellt wurden, können jedoch nicht die Probleme lösen, da die zweiwertigen
und mehrwertigen kationischen Verunreinigungen in den Cäsiumverbindungen mit den
Carbonaten, die beim Bohren freigesetzt werden, Niederschläge bilden und da die
Sulfationen, die als Verunreinigung in den Cäsiumverbindungen enthalten sind, die
Anlagen, die beim Bohren verwendet werden, korrodieren. Es besteht daher ein Bedarf
an einem Verfahren, mit dem Cäsiumverbindungen, die unter Anwendung eines herkömmlichen
Verfahrens hergestellt wurden, gereinigt werden können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Cäsiumverbindung mit
einem deutlich verringerten Gehalt an zweiwertigen und mehrwertigen kationischen
Verunreinigungen und an Sulfationen sowie ein Verfahren zu Herstellung einer solchen
Cäsiumverbindung bereitzustellen.
Die zuvor genannte Aufgabe sowie andere Aufgaben werden mit dem Verfahren
entsprechend der vorliegenden Erfindung gelöst.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Cäsiumsalzes, umfassend
- (a) das Behandeln von Cäsiumalaun mit gelöschtem Kalk oder Calciumcarbonat und
einer Säure, um ein Cäsiumsalz der Säure und einen ungelösten Feststoff, der Aluminiumhydroxid
umfasst, zu erhalten, wobei das Cäsiumsalz Calciumionen und Sulfationen als Verunreinigungen
enthält;
- (b) das Abtrennen der Lösung mit dem gelösten Cäsiumsalz vom ungelösten Feststoff;
und
- (c) das Zugeben von Bariumhydroxid zu der Lösung des Cäsiumsalzes, das die Verunreinigungen
enthält, in einer Menge, die ausreichend ist, um die Sulfationen auszufällen, so
dass das Cäsiumsalz weniger als 1000 ppm Sulfationen enthält.
Das Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung kann angewandt
werden, um eine Cäsiumverbindung, wie z.B. Cäsiumformiat, Cäsiumnitrat, Cäsiumchlorid,
Cäsiumiodid, Cäsiumbromid oder Cäsiumacetat, herzustellen, die, bezogen auf das
Trockengewicht, umfasst: weniger als 1000 ppm Sulfat, weniger als 0,3% Barium, Calcium
oder Magnesium, einschließlich der Verbindungen davon, und weniger als 0,2% andere
mehrwertige kationische Verunreinigungen. Es ist bevorzugt, dass die Cäsiumverbindung,
bezogen auf das Trockengewicht, weiterhin weniger als 0,50% Chlorid und weniger
als 0,3% Aluminium umfasst. Das Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung
kann ebenfalls angewandt werden, um eine Cäsiumverbindung, wie z.B. Cäsiumformiat,
Cäsiumnitrat, Cäsiumchlorid, Cäsiumiodid, Cäsiumbromid oder Cäsiumacetat, herzustellen,
die, bezogen auf das Trockengewicht, umfasst:
weniger als 1000 Teile pro 1 Million Teile (ppm), bevorzugt weniger als 500 ppm
und besonders bevorzugt weniger als 30 ppm Sulfat;
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Calcium;
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Barium; und
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Magnesium.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann
gereinigtes Cäsiumformiat mit einem sehr geringen Gehalt an Verunreinigungen für
die Verwendung in Bohrflüssigkeiten erhalten werden.
Die Cäsiumverbindung, die unter Anwendung des Verfahrens entsprechend
der vorliegenden Erfindung hergestellt wurde, kann in einer Flüssigkeit mit einer
relativen Dichte im Bereich von etwa 1,2 g/cm3 bis etwa 2,5 g/cm3
verwendet werden, welche die Cäsiumverbindung in einer Menge im Bereich von 10 Gew.%
bis 100 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des trockenen Salzes, und in einer Menge
von weniger als 85 Gew.%, bezogen auf das Gewicht der Lösung, umfasst. Es ist bevorzugt,
dass die Cäsiumverbindung, bezogen auf das Trockengewicht, umfasst:
weniger als 0,50% Chlorid, weniger als 0,3% Aluminium, Barium, Calcium oder Magnesium,
einschließlich der entsprechenden Verbindungen, und weniger als 0,2% andere mehrwertige
kationische Verunreinigungen. In einer anderen Ausführungsform der Flüssigkeit umfasst
die Cäsiumverbindung, bezogen auf das Trockengewicht:
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Sulfat;
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Calcium;
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Barium; und
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Magnesium.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung einer Cäsiumverbindung
können Cäsiumverbindungen wirtschaftlich und effizient hergestellt werden.
Die folgende genaue Beschreibung der vorliegenden Erfindung beschreibt
weitere Einzelheiten des erfindungsgemäßen Verfahrens.
1 zeigt ein Blockdiagramm einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Reinigen von Cäsiumverbindungen.
3 ist ein Blockdiagramm einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Cäsium.
Die 4A bis 4C
sind Blockdiagramme von verschiedenen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Herstellung von Cäsium.
5 ist ein Blockdiagramm einer anderen
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Cäsium.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung habe ein verbessertes Verfahren
zur Herstellung von Cäsiumverbindungen erfunden. In dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird Kalk verwendet. Das Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung kann
in industriellem Maßstab durchgeführt werden, wobei herkömmliche Mischbehälter und
Ausrüstungen für die industrielle Verarbeitung von Cäsium enthaltenden Materialien
(z.B. Erzen) und für die Handhabung von stark sauren oder basischen Lösungen verwendet
werden können. Die Anlagen und Vorrichtungen, die bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens verwendet werden können, sind dem Fachmann bekannt und müssen deshalb
nicht genauer beschrieben werden.
Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Reinigen
von Cäsiumverbindungen, ausgehend von einer Cäsiumverbindung, die als ionische Verunreinigungen
Calcium, Sulfat, Magnesium oder Gemische davon enthält, umfasst das Umsetzen der
Verunreinigungen, umfassend Calcium, Sulfat, Magnesium oder Gemische davon, die
in einer Lösung des gelösten Ausgangsmaterials (d.h. in einer Lösung der Cäsiumverbindung)
vorliegen, mit geeigneten Niederschlagsbildnern, um einen unlöslichen Niederschlag
zu bilden, der die Verunreinigung oder die Verunreinigungen enthält. Bariumionen
werden verwendet, um Sulfationen (SO4
2-)
als Bariumsulfat auszufällen. Weitere bevorzugt verwendete Niederschlagsbildner
umfassen Hydroxidionen, mit denen Magnesiumionen als Magnesiumhydroxid ausgefällt
werden und mit denen Calciumionen als Calciumhydroxid ausgefällt werden, sowie Kohlendioxid
oder Carbonationen, mit denen Calciumionen als Calciumcarbonat ausgefällt werden.
Die unlöslichen Niederschläge können von der gereinigten Cäsiumverbindung mit herkömmlichen
Techniken, wie z.B. durch Filtrieren und/oder durch Anwendung anderer physikalische
Abtrenntechniken, wie z.B. durch Zentrifugieren, abgetrennt werden. Entsprechend
einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, die in 1
dargestellt wird, werden die Verunreinigungen in der Lösung, welche die gelöste
Cäsiumverbindung als Ausgangsmaterial enthält, zuerst mit Bariumionen und Hydroxidionen
umgesetzt, und die erhaltene Lösung wird dann mit Kohlendioxid oder Carbonationen
behandelt, um restliche Calciumionen auszufällen.
Die Quelle für die Bariumionen und die Quelle für die Hydroxidionen
kann die gleiche Quelle sein, oder es können verschiedene Quellen verwendet werden.
Die Quelle für Bariumionen ist Bariumhydroxid. Die Quelle für die Bariumionen wird
in einer Menge verwendet, die ausreichend ist, damit unter geeigneten Bedingungen
mindestens ein Teil der Verunreinigungen ausgefällt wird. Es ist bevorzugt, dass
die Quelle für die Bariumionen in einer Menge verwendet wird, die ausreichend ist,
damit unter geeigneten Bedingungen alle oder fast alle Verunreinigungen ausgefällt
werden. Entsprechend einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Reinigungsverfahrens werden Bariumionen in einer Menge zugegeben, die in etwa der
stöchiometrischen Menge an Sulfationen in der Lösung entspricht. Wenn Bariumhydroxid
verwendet wird, enthalten die unlöslichen Niederschläge Bariumsulfat, Calciumhydroxid
und/oder Magnesiumhydroxid, abhängig davon, ob Sulfat-, Calcium- und Magnesiumionen
in der Cäsiumverbindung, die als Ausgangsmaterial verwendet wird, enthalten sind.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung fanden heraus, dass es möglich ist, unlösliche
Niederschläge zu erzeugen, wenn weniger als 0,12 kg Bariumhydroxid pro 1 kg der
Cäsiumverbindung, die als Ausgangsmaterial verwendet wird und die in der Lösung
enthalten ist, zu der Lösung gegeben werden.
Geeignete Quellen für Hydroxidionen umfassen Bariumhydroxid, Alkalihydroxide
und Calciumhydroxid, wobei Bariumhydroxid bevorzugt verwendet wird. Die Quelle für
die Hydroxidionen wird in einer Menge verwendet, die ausreichend ist, damit unter
geeigneten Bedingungen mindestens ein Teil der Verunreinigungen ausgefällt wird.
Es ist bevorzugt, dass die Quelle für die Hydroxidionen in einer Menge verwendet
wird, die ausreichend ist, damit unter geeigneten Bedingungen alle oder fast alle
Verunreinigungen ausgefällt werden. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens werden die Hydroxidionen in einer Menge
zugegeben, die ausreichend ist, um den pH-Wert der erhaltenen Lösung auf einen Wert
von 11,5 oder darüber einzustellen. Wenn der pH-Wert der erhaltenen Lösung auf einen
Wert von 11,5 oder darüber angehoben wird, werden die Magnesiumionen in der Lösung
ausgefällt, und wenn der pH-Wert der erhaltenen Lösung auf einen Wert von mehr als
13 angehoben wird, werden die Calciumionen in der Lösung ausgefällt.
Wie zuvor beschrieben wurde, kann das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren
weiterhin die Behandlung der Lösung, welche die gelöste Cäsiumverbindung als Ausgangsmaterial
enthält, mit Carbonationen oder Kohlendioxid umfassen, so dass ein unlöslicher Niederschlag
gebildet wird, der mindestens einen Teil der in der Lösung verbliebenen Calciumionen
enthält. Beispiele für geeignete Quellen für Carbonationen umfassen Alkalicarbonate,
wie z.B. Cäsiumcarbonat, Kaliumcarbonat oder Natriumcarbonat. Die Quelle für die
Carbonationen wird in einer Menge verwendet, die ausreichend ist, damit unter geeigneten
Bedingungen mindestens ein Teil der in der Lösung verbliebenen Calciumionen ausgefällt
wird. Es ist bevorzugt, dass die Quelle für die Carbonationen in einer Menge verwendet
wird, die ausreichend ist; damit unter geeigneten Bedingungen alle oder fast alle
in der Lösung verbliebenen Calciumionen ausgefällt werden.
Der Grad, bis zu dem die Cäsiumverbindung gereinigt wird, hängt von
der Verwendung der gereinigten Cäsiumverbindung ab.
Die zuvor beschriebenen Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Herstellung einer Cäsiumverbindung sind insbesondere zur Herstellung von Cäsiumverbindungen,
wie z.B. Cäsiumformiat, Cäsiumchlorid, Cäsiumiodid, Cäsiumnitrat, Cäsiumbromid oder
Cäsiumacetat, geeignet. Diese Cäsiumverbindungen können aus Cäsium enthaltenden
Verbindungen, umfassend natürlich vorkommende Mineralien oder Erze, einschließlich
Pollucit, Lösungen, enthaltend Cäsiumaluminiumsulfat, und anderen Materialien, umfassend
verbrauchte Katalysatoren oder Rückstände, umfassend Cäsiumfluorid oder Cäsiumsulfat,
hergestellt werden.
Eine Lösung, enthaltend gelöstes Cäsiumformiat, Cäsiumchlorid, Cäsiumiodid,
Cäsiumnitrat, Cäsiumbromid oder Cäsiumacetat, kann unter Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens erhalten werden, umfassend:
das Behandeln eines Cäsium enthaltenden Materials mit einem geeigneten Reagenz,
um mindestens einen Teil des Cäsiums, das in dem Material enthalten ist, zu lösen
und um einen Schlamm zu erhalten, der Cäsiumalaun enthält,
das Zugeben einer Base, ausgewählt aus gelöschtem Kalk und Calciumcarbonat, und
einer Säure, umfassend ein Anion von Cäsiumformiat, Cäsiumchlorid, Cäsiumiodid,
Cäsiumnitrat, Cäsiumbromid oder Cäsiumacetat, zu dem Schlamm, um
gelöstes Cäsiumformiat, Cäsiumchlorid, Cäsiumiodid, Cäsiumnitrat, Cäsiumbromid oder
Cäsiumacetat zu erhalten, und
das Abtrennen der Lösung mit der gelösten Cäsiumverbindung in Gegenwart des Restes
an Material, das Cäsium enthält und das als Ausgangsmaterial verwendet wird.
Geeignete Quellen für Hydroxidionen (Basen) umfassen Hydroxide von
Metallen der Gruppen 1A und 2A des Periodensystems der Elemente sowie Gemische dieser
Hydroxide. Die Quelle für die Hydroxidionen (Base) kann z.B. Kalk, gelöschter Kalk,
Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid, Cäsiumhydroxid oder ein Gemisch dieser Materialien
sein, wobei gelöschter Kalk bevorzugt verwendet wird. Es ist bevorzugt, dass die
Quelle für die Hydroxidionen in einer Menge verwendet wird, die den pH-Wert der
Lösung auf einen Wert einstellt, bei dem mindestens ein Teil der Verunreinigungen
ausfällt. Wenn der pH-Wert der erhaltenen Lösung auf einen Wert von 11,5 oder darüber
erhöht wird, werden die Magnesiumionen in der Lösung ausgefällt.
Wie zuvor beschrieben wurde, kann das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren
weiterhin die Behandlung der Lösung, welche die gelöste Cäsiumverbindung als Ausgangsmaterial
enthält, mit Carbonationen oder Kohlendioxid umfassen, so dass ein unlöslicher Niederschlaggebildet
wird, der mindestens einen Teil der in der Lösung verbliebenen Calciumionen enthält.
Beispiele für geeignete Quellen für Carbonationen umfassen Alkalicarbonate, wie
z.B. Cäsiumcarbonat, Kaliumcarbonat oder Natriumcarbonat. Die Quelle für die Carbonationen
wird in einer Menge verwendet, die ausreichend ist, damit unter geeigneten Bedingungen
mindestens ein Teil der in der Lösung verbliebenen Calciumionen ausgefällt wird.
Es ist bevorzugt, dass die Quelle für die Carbonationen in einer Menge verwendet
wird, die ausreichend ist, damit unter geeigneten Bedingungen alle oder fast alle
in der Lösung verbliebenen Calciumionen ausgefällt werden.
Das Cäsiumsalz, das unter Anwendung des Verfahrens entsprechend der
vorliegenden Erfindung hergestellt wurde, kann zur Herstellung einer Flüssigkeit
mit einer hohen relativen Dichte, umfassend ein wässriges Gemisch, enthaltend 10
bis 100%, bezogen auf das Gewicht des trockenen Salzes, einer Cäsiumverbindung,
gereinigt unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens, verwendet werden. Die
hergestellte Flüssigkeit mit einer hohen relativen Dichte kann z.B. als Bohrflüssigkeit
oder bei der Extraktion von Mineralien verwendet werden. Die Flüssigkeit hat eine
relative Dichte im Bereich von 1,2 g/cm3 bis etwa 2,5 g/cm3
und umfasst, bezogen auf das Gewicht des trockenen Salzes, weniger als 0,50 Gew.%
Chlorid- oder Sulfationen, weniger als 0,3 Gew.% Aluminium, Barium, Calcium oder
Magnesium, einschließlich der entsprechenden Verbindungen, und weniger als 0,2 Gew.%
andere mehrwertige kationische Verunreinigungen. Entsprechend einer bevorzugten
Ausführungsform umfasst die Cäsiumverbindung:
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Sulfat;
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Calcium;
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Barium; und
weniger als 1000 ppm, bevorzugt weniger als 500 ppm und besonders bevorzugt weniger
als 30 ppm Magnesium.
Das Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung kann unter Verwendung
herkömmlicher Mischbehälter und Ausrüstungen für die industrielle Verarbeitung von
Cäsium enthaltenden Materialien (z.B. Erzen) und für die Handhabung von stark sauren
oder basischen Lösungen durchgeführt werden. Die Anlagen und Vorrichtungen, die
bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet werden können, sind
dem Fachmann bekannt und müssen deshalb nicht genauer beschrieben werden.
Entsprechend einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, die
in 3 dargestellt ist, werden ein Cäsium enthaltendes
Material, wie z.B. Polluciterz, und eine Säure, die das Erz aufschließen bzw. auslaugen
kann und die mindestens das Cäsium aus dem Erz lösen kann, miteinander vermischt,
wobei ein Schlamm gebildet wird. Beispiele für geeignete Säuren umfassen Mineralsäuren
(wie z.B. Schwefelsäure) und Fluorwasserstoffsäure, Bromwasserstoffsäure und Chlorwasserstoffsäure.
Es ist möglich, zusätzlich Wasser zuzugeben, um das Lösen des Cäsiums sowie des
Aluminiums und anderer Alkalimetalle, die in dem Erz enthalten sein können, zu beschleunigen.
Weiterhin kann das Erz, bevor es mit der Säure vermischt wird, gemahlen werden,
um das Lösen des Cäsiums sowie des Aluminiums und anderer Alkalimetalle, die in
dem Erz enthalten sein können, zu beschleunigen. Entsprechend einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung wird das Erz unter Verwendung einer Kugelmühle gemahlen,
so dass Teilchen mit einer Teilchengröße von etwa –200 mesh erhalten werden.
Entsprechend einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
die Menge an Säure, die mit dem Erz vermischt wird, so gewählt, dass die Säure in
einer äquimolaren Menge oder im Überschuss, bevorzugt mehr als 110%, zur stöchiometrischen
Menge an Säure, die theoretisch erforderlich ist, um das gesamte Cäsium sowie das
Aluminium und/oder andere Alkalimetalle, die in dem Erz enthalten sind, zu lösen,
verwendet wird. (Der Gehalt an Cäsium, Aluminium und Alkalimetallen in dem Erz kann
mittels Analyse bestimmt werden.) Entsprechend einer anderen Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung wird eine 45 gew.%-ige Säurelösung, hergestellt
aus 93 gew.%-iger Schwefelsäure, in einem Verhältnis von 1 l Säurelösung
pro 0,2 bis 0,8 kg Erz verwendet.
Der Fachmann weiß, dass die Säure, die zur Herstellung des Schlamms
verwendet wird, eine Säure oder ein Säuregemisch sein kann. Die Menge an Säure und/oder
die Art der Säure oder des Säuregemisches werden in Abhängigkeit von der Erzzusammensetzung
oder der Zusammensetzung des Rückstandes, aus dem das Cäsium extrahiert werden soll,
gewählt. Die folgenden Beispiele und die folgende Beschreibung betreffen die Verarbeitung
von Polluciterz; der Ausdruck "Cäsium enthaltendes Material" umfasst jedoch alle
natürlich vorkommenden Cäsium enthaltenden Mineralien und Erze sowie andere feste
oder flüssige Materialien, die Cäsium enthalten, wie z.B. Prozessrückstände, wie
z.B. verbrauchte Katalysatormaterialien.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird Cäsiumalaun als Zwischenprodukt
gebildet. Die Bildung dieses Cäsiumalaun-Zwischenproduktes erfolgt in Gegenwart
von Sulfationen und Aluminiumionen. Wenn die Säure oder das Säuregemisch keine Schwefelsäure
enthält, kann eine Quelle für Sulfationen zugegeben werden, um die Bildung des Cäsiumalaun-Zwischenproduktes
zu beschleunigen. Wenn das Cäsium enthaltende Material kein Aluminium umfasst, kann
eine Quelle für Aluminiumionen zugegeben werden, um die Bildung des Cäsiumalauns
zu beschleunigen.
Wie in 4A gezeigt wird, kann die Säure
in den Behälter, in dem das Erz aufgeschlossen wird, zurückgeführt werden, wodurch
die Menge an verwendeter Säure verringert werden kann.
Das Aufschließen bzw. das Auslaugen des Erzes mit der Säure oder mit
dem Säuregemisch wird bevorzugt unter solchen Bedingungen über einen geeigneten
Zeitraum durchgeführt, dass eine ausreichende Menge an Cäsium aus dem Erz extrahiert
wird, so dass das Verfahren wirtschaftlich durchgeführt werden kann. Es ist besonders
bevorzugt, dass die Umsetzung so lange durchgeführt wird, bis mindestens etwa 90%
des Cäsiums aus dem Erz extrahiert wurden; die extrahierte Menge an Cäsium kann
durch Analyse des aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten Erzes ermittelt werden. Entsprechend
einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Umsetzung des Erzes
mit der Säure mit heißer Schwefelsäure bei einer Temperatur im Bereich von etwa
115°C bis etwa 200°C, bevorzugt bei einer Temperatur von etwa 120°C-durchgeführt.
Die Reaktionszeit (d.h. die Zeit, die zum Auslaugen erforderlich ist) beträgt bevorzugt
mindestens 4 Stunden und besonders bevorzugt etwa 16 Stunden. Wenn die Zeit, die
zum Auslaugen erforderlich ist, kürzer ist oder die Temperatur der Schwefelsäure
unterhalb des zuvor angegebenen Bereiches liegt, wird das Cäsium nicht vollständig
aus dem Erz gelöst. Während der Umsetzung nimmt die heiße Auslaugflüssigkeit allmählich
eine pastenartige Konsistenz an. Es kann Wasser zugegeben werden, um das ursprüngliche
Volumen des Gemisches konstant zu halten. Wenn das verdampfte Wasser nicht ersetzt
wird, verfestigt sich der Schlamm. Alternativ kann das ursprüngliche Volumen des
Gemisches unter Rückfluß konstant gehalten werden. Wenn das Erz Aluminium enthält,
enthält der Erz/Schwefelsäure-Schlamm gelöstes Cäsiumaluminiumsulfat (d.h. Cäsiumalaun),
das aus dem Cäsium gebildet wurde, das aus dem Erz herausgelöst wurde. Wenn die
Säure nach dem Aufschließen bzw. Auslaugen im Überschuss vorliegt, kann der Schlamm
wahlweise mit Wasser verdünnt und auf eine Temperatur von etwa 30°C abgekühlt
werden, um das Cäsiumalaun auszukristallisieren. Die in dem Gemisch verbliebene
Schwefelsäure wird bevorzugt dekantiert und erneut verwendet, und das verbliebene
aufgeschlossene bzw. ausgelaugte Erz und das Cäsiumalaun können wahlweise wieder
aufgeschlämmt werden (siehe 2A).
Das erneute Aufschlämmen kann durchgeführt werden, indem Wasser zu
dem aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten Erz und dem Cäsiumalaun gegeben wird. Die
Löslichkeit des Cäsiumalauns in der neuen Aufschlämmung hängt hauptsächlich von
dem Volumen an Wasser und der Temperatur ab, und deshalb kann ein Fachmann leicht
die Bedingungen ermitteln, unter denen das Cäsiumalaun aus- bzw. umkristallisiert
werden kann. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt
die Temperatur der neuen Aufschlämmung nach der Zugabe des Wassers etwa 100°C.
Im Hinblick auf 4B kann der Fachmann
leicht erkennen, dass das Cäsiumalaun und damit die gewünschte Cäsiumverbindung
zu diesem Zeitpunkt des Verfahrens weiterhin gereinigt werden kann, wenn das gelöste
Cäsiumaluminiumsulfat in dem Schlamm umkristallisiert wird, bevor es weiterverarbeitet
wird. Das Umkristallisieren kann beliebig oft durchgeführt werden, um das Cäsiumalaun
weiterhin zu reinigen.
Wie in 3 gezeigt wird, werden eine Base,
umfassend gelöschten Kalk oder Calciumcarbonat, -und eine Säure, umfassend das Anion
der gewünschten Cäsiumverbindung, zu dem Schlamm und dem aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten
Erz gegeben, entweder zusammen oder nacheinander in beliebiger Reihenfolge, um den
pH-Wert des Gemisches auf einen Wert im Bereich von etwa 4 bis etwa 9 einzustellen.
Der gelöschte Kalk wird hergestellt, indem gebrannter Kalk (Calciumoxid)
mit Wasser umgesetzt wird (dies wird als "Löschen" bezeichnet). Die Löschungsreaktion
wird durch die Gleichung (1) beschrieben:
CaO + H2O → Ca(OH)2
(1)
Wenn der gebrannte Kalk vorab gelöscht wird, kann
der pH-Wert des Gemisches so eingestellt werden, dass die gelöste Cäsiumverbindung
möglichst geringe Mengen an Aluminium und Calcium, welche die Verunreinigungen darstellen,
enthält.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
umfasst die Base gelöschten Kalk. Der gelöschte Kalk wird mit dem Schlamm und der
Säure unter solchen Bedingungen über einen geeigneten Zeitraum umgesetzt, dass Aluminium
und alle Verunreinigungen aus Siliciumoxid und/oder Eisen, die im flüssigen Teil
des Schlamms vorliegen, ausgefällt werden. Wie zuvor beschrieben wurde, ist es erforderlich,
eine ausreichende Menge an Base zu dem Gemisch zu geben, so dass der pH-Wert des
Gemisches im Bereich von etwa 4 bis etwa 9 liegt, damit Aluminiumhydroxid ausgefällt
wird. Entsprechend einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird
die Base in einer Menge zugegeben, so dass der pH-Wert des Gemisches im Bereich
von etwa 7 bis etwa 8 liegt. In diesem besonders bevorzugten pH-Bereich wird im
Wesentlichen die Gesamtmenge an Aluminium ausgefällt.
Nachdem der gelöschte Kalk zugegeben wurde, werden das aufgeschlossene
bzw. ausgelaugte Erz, das ausgefällte Aluminiumhydroxid und das ausgefällte Calciumsulfat
vom Gemisch, das die gelösten Cäsiumionen enthält, abgetrennt. Das Abtrennen kann
unter Anwendung bekannter Verfahren erfolgen, z.B. mittels Filtration.
Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird das aufgeschlossene bzw.
ausgelaugte Erz oder der ungelöste Anteil des Cäsium enthaltenden Materials als
Filterhilfe verwendet, um das Aluminiumhydroxid abzutrennen, das bei der Zugabe
einer Base zu der sauren Lösung des aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten Erzes oder
zu dem behandelten Cäsium enthaltenden Material gebildet wurde. Die Verwendung des
aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten Erzes oder des ungelösten Materials führt dazu,
dass das gebildete Aluminiumhydroxid schneller abfiltriert werden kann und dass
die Feststoffe schneller ausgewaschen werden können, so dass die Effektivität der
Cäsiumgewinnung verbessert wird. Die Verwendung des aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten
Erzes führt ebenfalls dazu, dass die Feststoffe besser verdichtet und entwässert
werden können.
Entsprechend einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung werden der gelöschte Kalk und Calciumcarbonat in Kombination miteinander
verwendet. Der gelöschte Kalk und das Calciumcarbonat können, je nachdem, ob sie
als Einzelsubstanzen oder in Kombination miteinander verwendet werden, in Kombination
mit einer oder mehreren zusätzlichen Basen, umfassend ein Metallion eines Metalls
der Gruppe 1A (Alkalimetalle) oder der Gruppe 2A (Erdalkalimetalle) des Periodensystems
der Elemente, oder ein Gemisch dieser Metallionen, verwendet werden. Beispiele für
solche zusätzlichen Basen umfassen KOH, NaOH, K2CO3, Na2CO3,
RbOH, Rb2CO3, LiOH, Li2CO3, Mg(OH)2,
MgCO3, Cs2CO3 und CsOH.
Die Art der Säure, die zur Herstellung der gewünschten Cäsiumverbindung
verwendet wird und die dem Schlamm (und wahlweise der neuen Aufschlämmung) zugegeben
wird, wird in Abhängigkeit von der Art der gewünschten Cäsiumverbindung gewählt.
Wenn z.B. Cäsiumnitrat erhalten werden soll, wird eine Kombination von gelöschtem
Kalk und Salpetersäure in einer ausreichenden Menge zugegeben, so dass der pH-Wert
des Gemisches bei etwa 7 bis 8 liegt. Es wird davon ausgegangen, dass die Umsetzung
entsprechend der Gleichung (2) verläuft und dass bei der Verwendung anderer Säuren
ähnliche Reaktionen ablaufen:
CsAl(SO4)2 + 2Ca(OH)2 + HNO3 +
3H2O → CsNO3 + Al(OH)3 + 2CaSO4·2H2O
(2)
Wie zuvor beschrieben wurde, ist die Zugabe von Sulfatanionen in Form
einer Säure, um Cäsiumsulfat herzustellen, nicht erforderlich, da die Lösung, welche
das Cäsiumalaun enthält, bereits Sulfationen enthält.
Beispiele für Säuren, die bei der Herstellung der gewünschten Cäsiumverbindung
(bzw. bei der Herstellung des gewünschten Cäsiumsalzes) verwendet werden können,
umfassen die Säuren, die in Tabelle 1 angegeben sind:
Tabelle 1: Säuren/Cäsiumverbindungen
zugegebene Säure
Cäsiumverbindung (Produkt)
Salpetersäure (HNO3)
Cäsiumnitrat (CsNO3)
Ameisensäure (HCOOH)
Cäsiumformiat (CsCOOH)
Chlorwasserstoffsäure (HCl)
Cäsiumchlorid (CsCl)
Bromwasserstoffsäure (HBr)
Cäsiumbromid (CsBr)
Essigsäure (HC2H3O2)
Cäsiumacetat (CsC2H3O2)
lodwasserstoffsäure (Hl)
Cäsiumiodid (Csl)
Der Fachmann kann leicht erkennen, dass in Tabelle 1 nur eine Auswahl
von Säuren angegeben ist, die erfindungsgemäß verwendet werden können, und dass
die Erfindung nicht auf die Verwendung dieser Säuren beschränkt ist. Es können im
Prinzip alle Säuren verwendet werden, die mit den Cäsiumionen umgesetzt werden können
und die das gewünschte Endprodukt ergeben.
Wie in 4C gezeigt, kann die gelöste Cäsiumverbindung
in dem Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens, der die Abtrennung
und die Gewinnung der Cäsiumverbindung umfasst, gereinigt werden, um Verunreinigungen,
die in Spurenmengen vorliegen, zu entfernen. Wie in 4C
gezeigt, können lösliche Bariumverbindungen und lösliche Carbonate (oder Kohlendioxid)
zu der Lösung, die ein Gemisch der gelösten Cäsiumionen und der Anionen der gewünschten
Cäsiumverbindung enthält, gegeben werden. Um die Cäsiumverbindung zu reinigen, werden
gewöhnlich weniger als 0,12 kg Bariumhydroxid pro 1 kg der in der Lösung enthaltenen
Cäsiumverbindung gegeben. Unlösliches Bariumsulfat, Calciumhydroxid und Magnesiumhydroxid,
die beim Reinigen der Cäsiumverbindung gebildet werden, können dann mittels Filtration
entfernt werden. In der Lösung verbliebene Calciumionen können durch die Zugabe
eines Alkalicarbonats, wie z.B. Cäsiumcarbonat, Kaliumcarbonat oder Natriumcarbonat,
oder durch eine Behandlung mit Kohlendioxid, um unlösliches Calciumcarbonat auszufällen,
entfernt werden. Das Alkalicarbonat wird in einer Menge zugegeben, die ausreichend
ist, um alle Calciumionen in der Lösung auszufällen. Der Grad, bis zu dem die gewünschte
Cäsiumverbindung gereinigt wird, hängt von der Verwendung der gereinigten Cäsiumverbindung
ab.
Nach dem Reinigen der Cäsiumverbindung liegt der pH-Wert der Lösung,
welche die gelöste Cäsiumverbindung enthält, bei einem Wert oberhalb von 11. Um
die Effektivität der Gewinnung der Cäsiumverbindung zu verbessern, kann eine zusätzliche
Menge an Säure (die gleiche Säure, die zur Herstellung der gewünschten Cäsiumverbindung
verwendet wurde) zugegeben werden, um den pH-Wert der Lösung auf einen gewünschten
Wert einzustellen. Der gewünschte pH-Wert wird in Abhängigkeit von der Verwendung
der Cäsiumverbindung gewählt. Die Cäsiumverbindung kann dann gewonnen oder abgetrennt
werden, indem z.B. das Wasser durch Erwärmen entfernt wird.
Entsprechend dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist es möglich,
die gewünschte Cäsiumverbindung als Feststoff oder in Form einer Lösung zu erhalten,
oder es ist möglich, die Cäsiumverbindung in Form eines Gemisches zu erhalten, das
fest oder flüssig sein kann und das die gewünschte Cäsiumverbindung und eine oder
mehrere Verbindungen, umfassend ein anderes Metall (wie z.B. ein Alkalimetall) und
das Anion der gewünschten Cäsiumverbindung, enthält.
In 5 ist eine Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung dargestellt, bei der eine Base, umfassend gelöschten Kalk oder Calciumcarbonat,
und eine Säure, umfassend das Anion der gewünschten Cäsiumverbindung, zugegeben
werden, nachdem der Erz/Säure-Schlamm mit einem ersten Teil einer Base behandelt
wurde. Wie zuvor beschrieben wurde und in 3 dargestellt
ist, wird das Erz, das bevorzugt zu Teilchen mit einer Teilchengröße von -200 mesh
zermahlen wurde, in einem Behälter mit einer geeigneten Säure (wie z.B. Schwefelsäure)
und Wasser vermischt, um Cäsium und Aluminium aus dem Erz herauszulösen. Die Menge
an Säure, die in diesem Verfahrensschritt verwendet wird, entspricht bevorzugt mindestens
der stöchiometrischen Menge, bezogen auf die Elemente der Gruppe 1A des Periodensystems
der Elemente und Aluminium in dem Erz. Wasser kann zugegeben werden, um das ursprüngliche
Volumen konstant zu halten. Die Ausführungsform, die in 5 dargestellt
ist, kann, obwohl dies nicht in der Figur gezeigt ist, das Abkühlen des heißen Schlamms
des ausgelaugten Materials, um Cäsiumalaun und aufgeschlossenes Erz, wobei das Cäsiumalaun
auskristallisiert, zu erhalten, das Dekantieren der überstehenden Flüssigkeit, die
nicht umgesetzte Säure enthalten kann, und das erneute Aufschlämmen des auskristallisierten
Cäsiumalauns und des ausgelaugten Erzes in Wasser umfassen. Das Auskristallisieren
und das erneute Aufschlämmen können durchgeführt werden, selbst wenn die Säure nicht
im Überschuss vorliegt.
Wie in 5 gezeigt wird, wird ein erster
Teil einer Base mit dem heißen Schlamm des aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten Materials
oder mit der neuen Aufschlämmung des Cäsiumalauns und des aufgeschlossenen bzw.
ausgelaugten Erzes vermischt, um den pH-Wert auf einen Wert im Bereich von etwa
4 bis etwa 9 einzustellen. Die Base umfasst Ionen eines Metalls der Gruppe 1A oder
2A des Periodensystems der Elemente (die Base kann z.B. gelöschter Kalk, Calciumcarbonat,
gebrannter Kalk, Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid, Kaliumcarbonat oder Natriumcarbonat
sein) oder ein Gemisch davon. Die Base wird mit dem Schlamm oder mit der neuen Aufschlämmung
unter solchen Bedingungen über einen geeigneten Zeitraum umgesetzt, dass das Aluminium
als Aluminiumhydroxid (Al(OH)3) sowie Siliciumoxid und Eisen, die in
dem Schlamm oder in der neuen Aufschlämmung enthalten sind, ausgefällt werden und
gelöstes Cäsiumsulfat erhalten wird. Es wird davon ausgegangen, dass die Ausfällung
entsprechend der Reaktion abläuft, die durch die Gleichung (3) beschrieben wird:
2CsAl(SO4)2 + 3Ca(OH)2 + 6H2O →
2Al(OH)3 + 3CaSO4·2H2O + Cs2SO4
(3)
Nach der Zugabe von gelöschtem Kalk und nach der Bildung des gelösten
Cäsiumsulfats werden die ungelösten Feststoffe, wie z.B. ausgefälltes Aluminiumhydroxid,
ausgefälltes Calciumsulfat und aufgeschlossenes bzw. ausgelaugtes Erz, vom flüssigen
Teil des Gemisches abgetrennt. Der flüssige Teil enthält rohes Cäsiumsulfat. Das
Abtrennen kann unter Anwendung bekannter Verfahren durchgeführt werden, wie z.B.
durch Filtration.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung fanden heraus, dass das aufgeschlossene
bzw. ausgelaugte Erz das Filtrieren, das Waschen und das Entwässern des ausgefällten
Al(OH)3 und des ausgefällten CaSO4·2H2O
mehr als körniges Siliciumoxid, das als Filterhilfe verwendet wird, unterstützt.
Dann werden eine zweite Base, umfassend gelöschten
Kalk oder Calciumcarbonat, und eine Säure, umfassend das Anion der gewünschten Cäsiumverbindung,
zu dem gelösten Cäsiumsulfat gegeben. Die Umsetzung erfolgt entsprechend der folgenden
Glei chung (4):
Cs2SO4 + 2HCOOH + CaO + H2O → 2CsCOOH
+ CaSO4·2H2O (4)
Es kann ein geringer Überschuss an gelöschtem Kalk zugegeben werden,
um den pH-Wert so einzustellen, dass zumindest ein Teil der Magnesiumionen als Magnesiumhydroxid
ausgefällt werden, und es ist bevorzugt, dass der pH-Wert so eingestellt wird, dass
das gelöste Magnesium in dem Gemisch vollständig oder fast vollständig als Magnesiumhydroxid
ausgefällt wird, so dass es unter Anwendung herkömmlicher Abtrenntechniken leicht
entfernt werden kann.
Als Säure wird eine Säure gewählt, die das Anion der gewünschten Cäsiumverbindung,
d.h. des gewünschten Endproduktes, enthält. Beispiele für solche Säuren sind in
Tabelle 1 angegeben.
Die zweite Base kann weiterhin mindestens eine Base umfassen, die
ein Ion eines Metalls der Gruppe 1A oder 2A des Periodensystems der Elemente oder
Gemische davon umfasst. Die zweite Base kann z.B. gelöschten Kalk oder Calciumcarbonat
oder gelöschten Kalk und/oder Calciumcarbonat und eine oder mehrere der folgenden
Basen umfassen: Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid, Kaliumcarbonat und Natriumcarbonat.
Die Cäsiumverbindungen, die entsprechend dieser Ausführungsform der
Erfindung erhalten wurden, können weiterhin gereinigt werden, wie zuvor beschrieben.
Nach dem Reinigen der Cäsiumverbindung liegt der pH-Wert der Lösung,
welche die gelöste Cäsiumverbindung enthält, bei einem Wert oberhalb von 11. Um
die Effektivität der Gewinnung der Cäsiumverbindung zu verbessern, kann eine zusätzliche
Menge an Säure (die gleiche Säure, die zur Herstellung der gewünschten Cäsiumverbindung
verwendet wurde) zugegeben werden, um den pH-Wert der Lösung auf einen gewünschten
Wert einzustellen. Der gewünschte pH-Wert wird in Abhängigkeit von der Verwendung
der Cäsiumverbindung gewählt. Die Cäsiumverbindung kann dann gewonnen oder abgetrennt
werden, indem z.B. das Wasser durch Erwärmen entfernt wird.
Entsprechend dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist es möglich,
die gewünschte Cäsiumverbindung als Feststoff oder in Form einer Lösung zu erhalten,
oder es ist möglich, die Cäsiumverbindung in Form eines Gemisches zu erhalten, das
fest oder flüssig sein kann und das die gewünschte Cäsiumverbindung und eine oder
mehrere Verbindungen, umfassend ein anderes Metall (wie z.B. ein Alkalimetall) und
das Anion der gewünschten Cäsiumverbindung, enthält.
Bestimmte Cäsiumverbindungen mit unterschiedlicher Zusammensetzung
und Reinheit, die unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt und
gereinigt wurden, können zur Herstellung von Bohrflüssigkeiten oder zur Herstellung
von Flüssigkeiten, die verwendet werden, um Materialien mit einer hohen Dichte abzutrennen,
verwendet werden. Die erfindungsgemäß hergestellten Cäsiumverbindungen können auch
mit Salzen anderer Metalle, wie z.B. mit Natrium- oder Kaliumsalzen, versetzt werden,
indem Ionen dieser Metalle zu den Gemischen, die gelöstes Cäsium enthalten, gegeben
werden, wobei die Zugabe in jedem Verfahrensschritt erfolgen kann. Entsprechend
einer Ausführungsform der Erfindung kann, unter Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, Cäsiumformiat zusammen mit Natriumformiat oder Kaliumformiat hergestellt
werden, um ein Mischsalz herzustellen. Die Zusammensetzung des hergestellten Salzes
oder Mischsalzes hängt von dem Anion der verwendeten Säure und dem Kation der verwendeten
Base und den verwendeten Mengen an Säure und Base ab, die mit dem gelösten Cäsiumsulfat
oder mit dem gelösten Cäsiumalaun umgesetzt werden.
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden an Hand von Beispielen,
welche die Erfindung jedoch nicht beschränken, näher beschrieben. Die Flüssigkeit
mit einer hohen relativen Dichte kann weiterhin Natrium- oder Kaliumverbindungen
umfassen, die ein Anion enthalten, das dem Anion der in der Flüssigkeit enthaltenen
Cäsiumverbindung entspricht.
Die Cäsiumverbindungen wurden mittels gravimetrischer Analyse, Emissionsspektroskopie
und Atomabsorptionsspektroskopie analysiert; diese Analyseverfahren sind dem Fachmann
bekannt.
Beispiel 1
Dieses Beispiel veranschaulicht die Herstellung von Cäsiumformiat
in nur einem Reaktionsschritt und das Reinigen des Cäsiumformiats entsprechend der
vorliegenden Erfindung.
In einen 4 l Glasbehälter wurden 444 g gemahlenes Polluciterz mit
einer Teilchengröße von nominal -200 mesh, 670 ml Wasser und 310 ml 98 gew.%-ige
H2SO4 eingebracht. Diese Menge entspricht einem etwa 82%-igen
Überschuss an Säure, zusätzlich zur stöchiometrischen Menge, die erforderlich ist,
um die Alkalimetalle und das Aluminium aus dem Erz zu lösen. Das Gemisch wurde 16
Stunden lang kontinuierlich bei einer Tempe ratur von etwa 115°C gerührt. Das
Volumen wurde durch Zugabe von Wasser konstant gehalten.
Nach 16 Stunden wurde der Schlamm mit Wasser auf ein Volumen
von 2200 ml verdünnt, erneut auf eine Temperatur im Bereich von 80 bis 90°C
erwärmt und dann auf Raumtemperatur abgekühlt. 940 ml der überstehenden Lösung wurden
dekantiert, um den Großteil der verbliebenen nicht umgesetzten
H2SO4 zu entfernen. Dann wurden Neunhundert (900)
ml Wasser zugegeben, um das aufgeschlossene bzw. ausgelaugte Erz erneut aufzuschlämmen
und um das Cäsiumalaun auszukristallisieren, und das erneut aufgeschlämmte Gemisch
wurde dann unter Rühren auf eine Temperatur von 80°C erwärmt.
Ein Schlamm aus gelöschtem Kalk, hergestellt aus 185 g Calciumoxid
und 700 ml Wasser, wurde zusammen mit 30 ml einer 88 gew.%-igen Ameisensäure zu
der erwärmten neuen Aufschlämmung des Cäsiumalauns und des aufgeschlossenen bzw.
ausgelaugten Erzes gegeben. Nach dieser Zugabe betrug der pH-Wert des erhaltenen
Gemisches 7,5. Das Gemisch wurde auf eine Temperatur von etwa 70°C erwärmt und
dann 1 Stunde lang gerührt.
Der flüssige Teil des Gemisches (enthaltend das gelöste Cäsiumformiat)
wurde dann mittels Filtration von dem aufgeschlossenen bzw. ausgelaugten Erz und
von den ausgefallenen Niederschlägen von Al(OH)3 und CaSO4
abgetrennt. Der abfiltrierte Rückstand hatte ein Gewicht von 736 g, bezogen auf
das Trockengewicht. Die abfiltrierten Feststoffe wurden mit 600 ml kochendem Wasser
gewaschen. Die Filtrate, die das gelöste Cäsiumformiat enthielten, wurden vereint
und miteinander vermischt, während zuerst 38 g Ba(OH)2·8H2O,
um restliche Sulfationen (SO4
2-) auszufällen, und dann 15
g Cs2CO3, um restliche Calciumionen auszufällen, zugegeben
wurden. Das gelöste Cäsiumformiatprodukt wurde dann filtriert, um Bariumsulfat,
Calciumcarbonat, Calciumhydroxid und Magnesiumhydroxid abzutrennen. Das Filtrat
wurde dann analysiert, wobei sich die folgende chemische Zusammensetzung ergab.
(Die Werte sind in Teilen pro 1 Million Teile, bezogen auf das Trockengewicht, des
Cäsiumformiatproduktes angegeben.)
Rb
9500 ppm
K
500 ppm
Na
7900 ppm
Li
90 ppm
Ca
20 ppm
Cl
500 ppm
SO4
<100 ppm
Al
50 ppm
Ba
50 ppm
Fe
4 ppm
Mg
1 ppm
Die Gesamtextraktionsausbeute betrug etwa 85%.
Das Filtrat, welches das Cäsiumformiat enthielt, wurde dann mit einer
kleinen Menge einer 88 gew.%-igen Ameisensäure (weniger als 1 ml) vermischt, um
den pH-Wert der Lösung auf einen Wert im Bereich von etwa 6 bis etwa 7 einzustellen.
Das Cäsiumformiat enthaltende Filtrat wurde dann auf ein Volumen von 53 ml eingedampft;
die erhaltene Lösung hatte eine Dichte von 2,20 g/ml (etwa 79% CsCOOH).
Beispiel 2
Dieses Beispiel veranschaulicht ebenfalls die Herstellung von Cäsiumformiat
und das Reinigen des Cäsiumformiats entsprechend der vorliegenden Erfindung.
In einen 4 lGlasbehälter wurden 444 g Pollucit, gemahlen bis zu einer
Teilchengröße von -200 mesh, 670 Milliliter (ml) Wasser und 310 ml 98 gew.%-ige
H2SO4 eingebracht. Das Gemisch wurde 16 Stunden lang bei einer
Temperatur von etwa 115°C gerührt. Das Volumen wurde durch Zugabe von Wasser
konstant gehalten.
Nach 16 Stunden wurde der Schlamm mit Wasser auf ein Volumen von 2200
bis 2500 ml verdünnt, erneut erwärmt und dann auf Raumtemperatur abgekühlt. 1135
ml der überstehenden Lösung wurden dekantiert, um den Großteil der verbliebenen
H2SO4 zu entfernen. Das verbliebene Cäsiumalaun und das aufgeschlossene
bzw. ausgelaugte Erz wurden dann mit etwa 800 ml Wasser erneut aufgeschlämmt, und
das erneut aufgeschlämmte Gemisch wurde unter Rühren auf eine Temperatur von etwa
70°C erwärmt.
Ein Schlamm aus gelöschtem Kalk, hergestellt aus 150 g Calciumoxid
und etwa 500 ml Wasser, wurde zugegeben; nach dieser Zugabe lag der pH-Wert des
erhaltenen Gemisches im Bereich von 7 bis 8. Der Schlamm wurde 1,5 Stunden lang
bei einer Temperatur von 90°C gerührt, dann auf eine Temperatur von 60°C
abgekühlt und danach abfiltriert, um die unlöslichen Feststoffe, umfassend Aluminiumhydroxid,
Calciumsulfat und aufgeschlossenes bzw. ausgelaugtes Erz, zu entfernen. Der abfiltrierte
Rückstand hatte ein Gewicht von 675 g, bezogen auf das Trockengewicht.
Das erhaltene Filtrat, enthaltend Cs2SO4, wurde
zusammen mit Wasser auf eine Temperatur von 70°C erwärmt, und dann wurden unter
Rühren ein Gemisch aus 20 g Calciumoxid und 100 ml Wasser sowie 28 ml einer 88 gew.%-igen
Ameisensäure zugegeben. Dann wurde zusätzlich ein Schlamm aus 2 g Calciumoxid und
einer geringen Menge an Wasser zugegeben, um den pH-Wert auf einen Wert von oberhalb
11,5 einzustellen und um Magnesiumhydroxid auszufällen.
Das Gemisch wurde auf eine Temperatur von 70°C erwärmt und 1,5
Stunden lang gerührt, und dann wurden die Feststoffe abfiltriert und mit Wasser
gewaschen. Das Cäsiumformiat enthaltende Filtrat wurde dann unter Anwendung der
folgenden Schritte gereinigt:
Das Cäsiumformiat enthaltende Filtrat wurde mit 20 g Ba(OH)2·8H2O,
um restliche Sulfationen (SO4
2-) als BaSO4 auszufällen,
und dann mit 20 g Cs2CO3 , um restliche Calciumionen als CaCO3
auszufällen, vermischt. Der Niederschlag aus BaSO4 wurde abfiltriert,
bevor das Cs2CO3 zugegeben wurde. Nach dem
Abfiltrieren des CaCO3 wurde das gereinigte Filtrat, enthaltend CsCOOH,
analysiert, wobei sich die folgende chemische Zusammensetzung ergab:
Rb
6000 ppm
K
270 ppm
Na
4500 ppm
Li
25 ppm
Ca
45 ppm
Cl
415 ppm
SO4
<80 ppm
Al
25 ppm
Fe
5 ppm
Ba
100 ppm
Mg
3 ppm
Die Gesamtextraktionsausbeute betrug etwa 80%.
Das Filtrat, welches das Cäsiumformiat enthielt, wurde dann mit einer
kleinen Menge einer 88 gew.%-igen Ameisensäure (weniger als 1 ml) vermischt, um
den pH-Wert der Lösung auf einen Wert im Bereich von 6 bis 7 einzustellen. Das Cäsiumformiat
enthaltende Filtrat wurde dann auf ein Volumen von 42 ml eingedampft; die erhaltene
Lösung hatte eine Dichte von 2,34 g/ml (etwa 83% CsCOOH).
Beispiel 3
Dieses Beispiel veranschaulicht die Herstellung von Cäsiumnitrat und
das Reinigen des Cäsiumnitrats entsprechend der vorliegenden Erfindung.
In einen Behälter mit einem Volumen von 11365 l(2500 Gallonen) wurden
1591,1 l (350 Gallonen) Wasser und 795,55 l (175 Gallonen) technische 93%-ige H2SO4
eingebracht.
907,2 kg (zweitausend (2000) Pfund) Polluciterz, gemahlen bis zu einer
Teilchengröße von -200 mesh, wurden dann unter Rühren zugegeben. Das Gemisch wurde
16 Stunden lang bei einer Temperatur von etwa 115 bis 120°C umgesetzt. Das Volumen
wurde durch Zugabe von Wasser konstant gehalten. Nach 16 Stunden wurde der Schlamm
mit Wasser auf ein Volumen von etwa 907,2 l (2000 Gallonen) verdünnt, erneut auf
eine Temperatur von 90°C erwärmt und dann auf Raumtemperatur abgekühlt. Etwa
6819 l (1500 Gallonen) der überstehenden Lösung wurden dekantiert, um den Großteil
der verbliebenen H2SO4 zu entfernen. Das erhaltene Cäsiumalaun
und das aufgeschlossene bzw. ausgelaugte Erz wurden erneut in etwa 6364,4 l (1400
Gallonen) Wasser aufgeschlämmt, unter Rühren auf eine Temperatur von 90°C erwärmt
und dann durch eine Filterpresse abfiltriert, um das aufgeschlossene bzw. ausgelaugte
Erz zu entfernen. Das abfiltrierte Erz wurde mit 909,2 l (200 Gallonen) Wasser gewaschen.
Die heiße Cäsiumalaunlösung wurde mit dem Waschwasser vermischt, und das Gemisch
wurde auf ein Volumen von etwa 5909,8 l (1300 Gallonen) eingedampft und dann auf
Raumtemperatur abgekühlt. Etwa 4546 l(1000 Gallonen) der überstehenden Lösung wurden
entfernt. Das Cäsiumalaun wurde weiterhin gereinigt, indem es umkristallisiert wurde.
Das gereinigte Cäsiumalaun wurde in 4546 l(1000 Gallonen) Wasser aufgeschlämmt,
und die Aufschlämmung wurde erwärmt. Ein Schlamm aus 120,7 kg (266 Pfund) Calciumhydroxid,
aufgeschlämmt in etwa 568,25 l(125 Gallonen) Wasser, wurde zu der gereinigten Aufschlämmung
gegeben; der pH-Wert des Gemisches lag bei 8,1. Der Schlamm wurde etwa 1 Stunde
lang bei 80°C gerührt, dann auf etwa 60°C abgekühlt und danach abfiltriert.
Das erhaltene Filtrat mit Cs2SO4 und Wasser wurde auf etwa
80°C erwärmt, und ein Schlamm aus gelöschtem Kalk, umfassend 36,3 kg (80 Pfund)
Calciumhydroxid und 568,25 l(125 Gallonen) Wasser, sowie 90,3 kg (199 Pfund) 70%-ige
HNO3 wurden unter Rühren zugegeben. Der pH-Wert des Gemisches wurde gemessen
und betrug >11,5. Das Gemisch wurde 2 Stunden lang gerührt und dann filtriert, um
unlösliche Bestandteile, wie z.B. Calciumsulfat, Calciumhydroxid und Magnesiumhydroxid,
zu entfernen. Das Filtrat mit Cs2NO3 wurde auf ein Volumen
von etwa 1818,4 l(400 Gallonen) eingedampft. Dann wurden 29,5 kg (65 Pfund) Ba(OH)2·8H2O
zugegeben, um restliche Sulfationen (SO4
2-) als BaSO4
auszufällen. Dann wurden 13,6 kg (30 Pfund) Cs2CO3 zugegeben,
um restliche Calciumionen als CaCO3 auszufällen. Bariumsulfat, Calciumhydroxid
und Calciumcarbonat wurden abfiltriert, der pH-Wert des Filtrats mit CsNO3
wurde mit HNO3 auf etwa 7 eingestellt, und das Gemisch wurde erwärmt,
um Wasser zu verdampfen. Dabei wurden 141,5 kg (312 Pfund) CsNO3-Kristalle
als Produkt erhalten.
Das getrocknete CsNO3 hatte folgende chemische Zusammensetzung:
Rb
225 ppm
K
1 ppm
Na
2 ppm
Li
<1 ppm
Al
<1 ppm
Ba
25 ppm
Ca
8 ppm
Mg
<1 ppm
Si
1 ppm
SO4
<100 ppm
Cl
<50 ppm
Beispiel 4
Dieses Beispiel veranschaulicht die Reinigung einer Cäsiumformiatlösung,
enthaltend >5 g/l Sulfat, >1 g/l Calcium und etwa 0,05 g/l Magnesium. Auf das Trockengewicht
des Cäsiumformiats bezogen bedeutet dies >5% Sulfat, >1% Calcium und etwa 600 ppm
Magnesium.
Etwa 5909,8 l(1300 Gallonen) einer verdünnten Lösung von Cäsiumformiat
(5 bis 10% CsCOOH) wurden mit 13,6 kg (30 Pfund) gelöschtem Kalk
vermischt, um den pH-Wert der Lösung von 7,1 auf >12 anzuheben. Das Gemisch wurde
auf ein Volumen von etwa 2273 l(500 Gallonen) eingedampft, und die Flüssigkeit mit
dem Cäsiumformiat wurde filtriert, um ausgefälltes Mg(OH)2 und CaSO4
zu entfernen. Das Filtrat mit Cäsiumformiat wurde auf eine Temperatur von >60°C
erwärmt, und 49,9 kg (110 Pfund) Ba(OH)2·H2O wurden
zugegeben. Das ausgefällte BaSO4 und Ca(OH)2 wurden mittels
Filtration abgetrennt. Restliche Calciumionen wurden aus dem Cäsiumformiat enthaltenden
Filtrat durch Zugabe von 0,91 kg (2 Pfund) Kaliumcarbonat als Calciumcarbonat ausgefällt.
Das ausgefällte Calciumcarbonat wurde mittels Filtration abgetrennt, und die Cäsiumformiatlösung
wurde bis zu einer relativen Dichte von etwa 2,3 g/ml (etwa 82% Cäsiumformiat) eingedampft.
Dann wurde eine kleine Menge an 90%-iger Ameisensäure zugegeben, um den pH-Wert
der Cäsiumformiat enthaltenden Flüssigkeit auf einen Wert im Bereich von 8 bis 9
einzustellen. Die erhaltene Flüssigkeit mit dem Cäsiumformiat wurde analysiert und
hatte, bezogen auf das Trockengewicht des Cäsiumformiats, die folgende chemische
Zusammensetzung:
Ca
<10 ppm
Mg
<1 ppm
SO4
200 ppm