Der Zweck für pyrotechnische gaserzeugende Substanzen, die in Airbag-Baugruppen
verwendet werden, ist es, den Gewebesack des Airbags schnell mit Gas zu füllen,
um ein flexibles Schutzmedium zwischen dem Passagier und der Ausstattung in dem
Wagen zu schaffen. Die pyrotechnischen, gaserzeugenden Substanzen und das Gas, das
durch sie gebildet wird, muß eine Anzahl von Anforderungen erfüllen, um sicherzustellen,
dass die Airbag-Baugruppe funktioniert und zuverlässig ist, und dass die Umwelt
nicht beeinträchtigt wird. Die gleichen Anforderungen sind auch an die pyrotechnischen
gaserzeugenden Substanzen in anderen gasbetätigten Sicherheitsvorrichtungen in Kraftfahrzeugen
wie beispielweise Sicherheitsgurtspannern, aufblasbaren Kopfstützen etc. zu stellen.
Somit sollte das Gas, das in allen derartigen Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen
gebildet wird, keine heißen, festen Teilchen enthalten, die sich durch den Hauptteil
des Systems hindurchbrennen könnten und die den gasgefüllten Gewebesack in Brand
setzen könnten und die Passagiere verletzen könnten, oder die gesamte Funktion der
Sicherheitsvorrichtung gefährden könnten. Natriumazid, das die heute am häufigsten
verwendete pyrotechnische, gaserzeugende Substanz für diesen Zweck ist, erfüllt
diese Anforderungen nicht vollständig und muß daher mit speziellen verstärkten Gewebesäcken
verwendet werden, um die Bewegung der festen Teilchen zu stoppen, die bei der Verbrennung
von Natriumazid gebildet werden. Die Notwendigkeit für diese Extraverstärkung bedeutet,
dass eine derartige Sicherheitsvorrichtung größer ist und mehr wiegt als dies für
ihre Funktion tatsächlich erforderlich ist.
Weiterhin erfordern die Umweltanforderungen, mit denen pyrotechnische,
gaserzeugende Substanzen, die für diesen infragestehenden Zweck verwendet werden,
beaufschlagt sind, dass diese Substanzen keine gasförmigen Gemische bilden dürfen,
die giftige Gase in einer für die Gesundheit beeinträchtigenden Menge enthalten.
Die giftigen Gase, die hauptsächlich in diesem Zusammenhang relevant sind, weil
sie bei der Verbrennung der gaserzeugenden Substanzen gebildet werden, sind salpeterhaltige
Verbindungen, NOX und Kohlenmonoxid. Wenn die gaserzeugende Substanz
Chlor enthält, wird auch Salzsäure gebildet.
Weiterhin müssen die pyrotechnischen, gaserzeugenden Substanzen, die
in einer gasbetätigten Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtung verwendet werden, eine
hohe Effizienz haben, d.h. sie sollten eine große Menge Gas pro Gewichtseinheit
oder Volumen der gaserzeugenden Substanz erzeugen. Die Effizienz von Natriumazid
ist jedoch nicht besonders hoch, da es nur in einer Menge von ungefähr 40% der festen
Substanz Gas bildet. Diese geringe Effizienz macht es schwierig, die Anforderungen
der Kraftfahrzeughersteller an Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen mit einem geringen
Gewicht und kleiner Größe zu erfüllen, wenn Natriumazid als eine gaserzeugende Substanz
verwendet wird.
Eine weitere Anforderung, die an diese pyrotechnischen gaserzeugenden
Substanzen gestellt wird, ist, dass sie alle thermisch stabil sein sollten in dem
Sinne, dass sie nicht stark durch die hohen Temperaturen beeinflußt werden, die
am Armaturenbrett in Ländern mit warmem Klima auftreten können. Nitrozellulose ist
ein weiteres Beispiel einer Substanz, die diese Anforderung nicht erfüllt, aber
die ansonsten geeignet wäre und in der Tat wird sie heutzutage zu diesem Zweck verwendet,
obwohl sie die Lebensdauer dieser Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen begrenzt.
Zusätzlich zu den vorstehenden Anforderungen muß das Produkt, das
in Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen als eine pyrotechnische, gaserzeugende
Substanz verwendet wird, auch mehrere Anforderungen bezüglich ihrer Verbrennungseigenschaften
erfüllen, wenn ein vollständig zufriedenstellender Betrieb sichergestellt werden
soll. Somit sollte die ideale pyrotechnische gaserzeugende Substanz in dieser Hinsicht
eine hohe Verbrennungsrate haben und eine Substanz sein, die sich mit dem Druck
oder der Temperatur nicht sehr verändert. Natriumazid ist von diesem Standpunkt
aus betrachtet eine ideale Substanz, aber sie hat mehrere Nachteile wie dies vorstehend
angegeben ist.
Es gibt eine weitere Gruppe von Substanzen, die bei der Verbrennung
Gase erzeugen, und die als Gasgeneratoren für Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen
versucht worden sind. Diese Gruppe umfaßt auf Nitramin basierende Schießpulververbindungen
wie beispielsweise RDX, die beispielsweise in einem Gemisch mit Zelluloseacetylbutyrat
verwendet werden. Der Nachteil der auf Nitramin basierenden Schießpulver ist jedoch
der, dass die Abbrandgeschwindigkeit zu einem großen Anteil von dem Druck abhängt.
Wenn der Druck zu niedrig ist, verlöscht die Verbrennung vollständig, während, wenn
der Druck zu hoch ist, die Verbrennung einen explosiven Verlauf hat. Gemäß der US-PS-56952161
können diese Nachteile dadurch korrigiert werden, dass ein starker Behälter für
die gasbildende Substanz konstruiert wird und der Behälter mit einer Dekompressionseinrichtung
ausgerüstet wird. Selbst wenn dies funktioniert und gut funktioniert, erfordert
die Konstruktion noch extra Teile und kostet mehr.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung einer pyrotechnischen,
gaserzeugenden Substanz, die in diesem Zusammenhang vollständig neu für die Anwendung
ist, nämlich Guanidindinitramid, das die folgende chemische Formel hat, und das
leicht aus Guanidin und Ammoniumdinitramid hergestellt werden kann.
Gemäß der Erfindung kann Guanidindinitramid vorteilhafterweise als
eine pyrotechnische gaserzeugende Substanz in gasbetätigten Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen,
wie beispielsweise Airbags, Sicherheitsgurtspannern, aufblasbaren Kopfstützen etc.,
verwendet werden. Zu diesem Zweck wird das Guanidindinitramid entweder in der reinen
Form oder als ein Gemisch mit anderen gasfreigebenden oder sauerstoff-freigebenden
Substanzen verwendet, wie beispielsweise Guanylureadinitramid, das die Verbrennungsrate
und die Rate der Gasentwicklung der Hauptsubstanz gemäß jeder speziellen Anforderung
modifizieren kann.
Wie zuvor erwähnt, betrifft die vorliegende Erfindung auch das Gemisch
aus Guanidindinitramid mit anderen Substanzen, um ein Gemisch zu erhalten, dessen
Verbrennungseigenschaften für die infragestehende Anwendung optimal sind.
Ein wesentlicher Vorteil von Guanidindinitramid und Gemischen desselben,
in denen es die Hauptkomponente ist, ist, dass diese Substanzen sowohl Oxidiermittel
als auch einen Kraftstoff enthalten. Sie sind daher im Prinzip vom Typ Einkomponentenschießpulver,
das keine andere Substanz für die Verbrennung benötigt, oder Zugriff zu atmosphärischem
Sauerstoff hat.
Reines Guanidindinitramid verbrennt selbst bei niedrigem Druck sehr
schnell und seine Verbrennung ist nicht sehr druckabhängig, wobei der Druckexponent
ungefähr 0,75 beträgt. Bei atmosphärischem Druck verbrennt Guanidindinitramid schneller
als Nitrozellulose und fast genauso schnell wie Natriumazid. Ein signifikanter Vorteil
gegenüber Natriumazid ist weiterhin, dass Guanidindinitramid keine festen Verbrennungsprodukte
bildet, sondern stattdessen bei der Verbrennung vollständig in Gase umgewandelt
wird. Das heißt wiederum, dass wenn Guanidindinitramid als gaserzeugende Substanz
in Airbag-Baugruppen verwendet wird, keine Extraverstärkung für die Gassäcke benötigt
wird, um zu verhindern, dass die Substanz durch diese hindurchbrennt. Diese Tatsache
ermöglicht es den Designern derartiger Kraftfahrzeugssicherheitsvorrichtungen, das
Gewicht und die Größe der zuletzt genannten zu reduzieren, ohne dass ihre Funktion
gefährdet wird. Darüberhinaus enthält Guanidindinitramid nur ein Kohlenstoffatom,
so dass vorteilhafterweise bei seiner Verbrennung nur wenig Kohlenmonoxid gebildet
wird. Zusätzlich hat Guanidindinitramid eine ideale thermische Stabilität mit einem
Schmelzpunkt oberhalb von 130°C und eine Zersetzungstemperatur von über 160°C.
Wie zuvor angegeben, kann die Verbrennungsgeschwindigkeit von Guanidindinitramid
und daher der Verlauf der Gaserzeugungsgeschwindigkeit modifiziert werden, indem
andere gaserzeugende oder sauerstofffreigebende Substanzen mit ihm vermischt werden.
Ein speziell geeigneter Zusatz der in diesem Zusammenhang verwendet werden kann,
ist Guanylureadinytramid, das die folgende chemische Formel hat:
Guanylureadinitramid ist realtiv einfach aus Gunalyharnstoff durch Reaktion mit
Ammoniumdinitramid herzustellen. Reines Guanylureadinitramid brennt sehr viel weniger
schnell als Guanidindinitramid, so dass es zumindest in gewissen Anwendungen allein
nicht so geeignet für die Verwendung als gaserzeugende Substanz in Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen
ist. Weiterhin enthält Guanylureadinitramid ein zusätzliches Kohlenstoffatom, so
dass seine Verbrennungsgase zuviel Kohlenmonoxid enthalten, wenn diese Verbindung
als die Hauptgaserzeugende Substanz verwendet wird. Andererseits ist seine Verbrennung
selbst bei einem niedrigen Druck stabil, daneben ist es ziemlich unabhängig von
dem Druck und der Temperatur. Weiterhin brennt Guanylureadinitramid auch ohne dass
es irgendwelche festen Teilchen bildet. Zusätzlich ist es thermisch stabil mit einem
Schmelzpunkt oberhalb von 160°C und seine Zersetzung beginnt nicht bevor 180°C
erreicht sind. Eine geringere Abbrandgeschwindigkeit und seine chemische Ähnlichkeit
zu Guanidindinitramid macht es insbesondere als einen Verbrennungsmodifikator geeignet,
um die Abbrandgeschwindigkeit eines Gemisches dieser zwei Substanzen einzustellen.
Das Vermischen dieser Verbindungen hat es daher möglich gemacht, gaserzeugende Materialien
mit einer geeigneten Abbrandgeschwindigkeit für jede spezielle Anwendung herzustellen.
Gemische aus Gunanidindinitramid und Guanylureadinitramid brennen
mit so wenig Rauch, dass kein Risiko besteht, das Auslösen einer Airbag-Baugruppe
mit dem Beginn eines Brandes im Kraftfahrzeug zu verwechseln, das manchmal zuvor
bei den vorstehend genannten Arten von Airbag-Baugruppen vorgekommen ist, wie diejenigen,
welche Azide als gaserzeugende Substanzen verwenden.
Sowohl Guanidindinitramid als auch Gunaylureadinitramid können zu
Tabletten mit guter mechanischer Festigkeit gepreßt werden, unabhängig davon, ob
sie einzeln oder als Gemische verwendet werden. Das heißt, dass
sowohl reines Guanidindinitramid als auch Gemische mit Guanylureadinitramid für
die Verwendung bei den meisten Anwendungen in Form von gepreßten Tabletten geeignet
ist. Falls erforderlich, kann eine kleine Menge, vorzugsweise nicht mehr als 10
Gew% eines Bindemittels hinzugefügt werden, um den gepreßten Tabletten eine noch
bessere mechanische Festigkeit zu verleihen.
Die Substanzen gemäß der Erfindung haben den weiteren Vorteil, dass,
wenn sie das Ende ihrer Lebensdauer als potentielle gaserzeugende Substanzen in
Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen erreichen, wünschenswerterweise ohne aktiven
Gebrauch, sie einfach für die Wiederverwendung als gaserzeugende Substanzen in einem
ähnlichen oder unterschiedlichen Produkt wiedergewonnen werden können.
Bei der Herstellung von neuen Chemicalien ist es heutzutage wesentlich,
aus Umweltschutzgründen daran zu denken, wie diese Substanzen wiedergewonnen und
recycelt werden können. Noch keines der Materialien, die heutzutage als gasbildende
Substanzen als Kraftfahrzeugssicherheitsvorrichtungen verwendet werden, kann auf
eine einfache Art wiedergewonnen werden, wenn es ohne aktiven Gebrauch an sein Lebensdauerende
gelangt ist. Nebenbei gesagt, da diese Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen Produkte
sind, die vorzugsweise nie aktiv gebraucht werden sollten, kann davon ausgegangen
werden, dass die Anzahl der nichtverwendeten Einheiten, die zu sammeln sind, nachdem
die mit ihnen ausgestatteten Fahrzeuge verschrottet werden, mit der Geschwindigkeit
steigen, mit der diese Sicherheitsvorrichtungen in neuen Kraftfahrzeugen installiert
sind.
Natriumazid, das heutzutage in Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen
in großem Umfang verwendet wird, ist tatsächlich immer in einem Gemisch verwendet,
das Fe2O3 und Silikate enthält und es ist bis heute keine
wirksame Weise der Wiederverwendung dieser Substanzen bekannt. Weiterhin ist Natriumazid
sehr toxisch, was ein weiterer Grund dafür ist, warum keine andere Möglichkeit besteht,
als es so schnell wie möglich zu zerstören, wenn die Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtung,
in welcher es eingebaut ist, ihr Lebensdauerende erreicht hat. Ähnlich kann Nitrozellulose
auch nicht wiederverwendet werden, weil sie unstabil ist und sich im Laufe der Zeit
zersetzt. Das einzige praktische Verfahren der Zerstörung von Nitrozellulose, die
aus verschrotteten Produkten gesammelt worden ist, ist daher die gleiche wie im
Fall von Natriumazid, d.h. Veraschung.
Im Gegensatz hierzu sind Guanidindinitramid und Guanylureadinitramid
gleichförmige und stabile Produkte, die weiterhin leicht rekristallisiert werden
können. Wenn sie aus irgendeinem Grund bis zu einem gewissen Maß einer Zersetzung
unterliegen, können sie noch nach der Rekristallisation recycelt werden. Tatsache
ist, dass dieser Prozess jegliche Zersetzungsprodukte entfernt und die relaistallisierte
Verbindung vollständig mit der neu hergestellten vergleichbar ist. Ein weiterer
Vorteil ist, dass diese zwei Verbindungen aus Wasser ohne die Verwendung von Lösungsmitteln
rekristallisiert werden können. Diese Möglichkeit der Wiedergewinnung und des Recyclings
der gaserzeugenden Substanzen aus verschrotteten Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen
der hier in Betracht gezogenen Art hat selbstverständlich signifikante Umweltvorzüge
verglichen mit den derzeit üblichen Aziden und Nitrozellulose-Schießpulvern, die
immer durch Veraschung zerstört werden müssen.
Guanidindinitramid selbst ist moderat in Wasser bei Zimmertemperatur
löslich und ist nicht hygroskopisch, während Guanylureadinitramid in kaltem Wasser
fast unlöslich ist, jedoch in warmem Wasser moderat löslich. Beide Verbindungen
können daher aus Wasser bei niedriger Temperatur rekristallisiert werden. Dies ist
ein besonders einfacher und billiger Prozess, der es möglich machen sollte, die
gaserzeugenden Substanzen aus verschrotteten, jedoch nicht verwendeten Airbag-Baugruppen
und ähnlichen anderen pyrotechnisch betätigten Kraftfahrzeugsicherheitsvorrichtungen
wieder zu gewinnen und wieder zu verwenden.
Die verschiedenen Aspekte der Erfindung sind in den Patentansprüchen
spezifiziert und das anhängende Diagramm zeigt, wie die Abbrandgeschwindigkeit sich
mit dem Verbrennungsdruck für den Fall von unterschiedlichen Gemischen dieser zwei
in Frage stehenden Verbindungen variiert.
Dieses Diagramm wurde auf der Basis von experimentiellen Werten, die
wie folgt erzielt wurden, konstruiert. Für den Fall jedes Gemisches wurde die gleiche
Menge einer Probe in Form von gepressten Tabletten in einer hermetisch abgeschlossenen
Verbrennungskammer zusammen mit einer Standardmenge Hilfsschießpulver, das als Hilfe
und drucksteigernder Zusatz verwendet wurde, verbrannt. Der Druck innerhalb der
Verbrennungskammer wurde mit einem Manometer gemessen und die Abbrandgeschwindigkeit
wurde aus den Kurven bestimmt, die für die Druckänderung erhalten worden sind. Die
erhaltenen experimentiellen Werte wurden dazu verwendet, die in dem Diagramm gezeigten
Kurven zu zeichnen.
Die Buchstaben A und B in diesem Diagramm beziehen sich auf Guanyl
Urea Dinitramid bzw. Guanidin Dinitramid und die Mengen der beiden sind in dem Diagramm
angegeben.
Anspruch[de]
Ein Verfahren zur Herstellung von gasbetriebenen Kfz-Sicherheitsvorrichtungen
vom Typ Airbags, Sicherheitsgurtstraffern und aufblasbaren Kopfstützen und ähnlichen
Vorrichtungen, wo die als Gaserzeuger verwendeten chemischen Substanzen, falls die
Vorrichtung nicht aktiv ausgelöst wurde und ihre normale Lebensdauer abgelaufen
ist, nach Ausbauen der Kfz-Sicherheitsvorrichtung rückgewonnen werden können,
dadurch gekennzeichnet, daß eine pyrotechnische Substanz,
die Guanidindinitramid enthält, das in Wasser umkristallisiert werden kann, als
gasbildende Substanz in diesen Kfz-Sicherheitsvorrichtungen verwendet wird.
Ein Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung von Kfz-Sicherheitsvorrichtungen,
deren chemische Substanzen nach Ablauf der normalen Lebensdauer rückgewonnen werden
können, dadurch gekennzeichnet, daß die gasbildende Substanz Guanidindinitramid
ist, dessen Abbrandgeschwindigkeit durch Einmischen von Guanylureadinitramid zu
dem gewünschten Wert geregelt wird.
Ein Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 zur Rückgewinnung der erwähnten Chemikalien,
Guanidindinitramid und Guanylureadinitramid, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückgewinnung
durch Umkristallisieren in Wasser bei verschiedenen Temperaturen erfolgt.
Pyrotechnische gaserzeugende Substanzen für gasbetriebene Kfz-Sicherheitsvorrichtungen
wie Airbags, Sicherheitsgurtstraffern u.a.m., die durch das in Ansprüchen 1–3
beschriebene Verfahren hergestellt werden, dadurch gekennzeichnet, daß sie Guanidindinitramid
als die gasbildende Substanz enthalten.
Pyrotechnische gaserzeugende Substanzen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hauptbestandteil Guanidindinitramid ist, dessen Abbrandgeschwindigkeit durch
Einmischen von einer geeigneten Menge Guanylureadinitramid zu dem gewünschten Wert
geregelt wird.
Pyrotechnische gaserzeugende Substanzen nach Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mehr als 50 Gewichtsprozent von Guanidindinitramid enthalten.
Pyrotechnische gaserzeugende Substanzen nach Ansprüchen 4–6, dadurch gekennzeichnet,
daß sie in der Form von gepreßten Tabletten verwendet werden, die ggf. mit Bindemittel,
insgesamt höchstens 10 Gewichtsprozent, hergestellt werden.