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Dokumentenidentifikation DE10000464B4 05.02.2004
Titel Fluidisches Schaltelement
Anmelder Zeuna-Stärker GmbH & Co KG, 86154 Augsburg, DE
Erfinder Birke, Marek, 86161 Augsburg, DE;
Elfinger, Gerhard, Dr., 85304 Ehrensberg, DE;
Hahnl, Wolfgang, Dr., 04668 Grimma, DE;
Klement, Jürgen, 86663 Asbach-Bäumenheim, DE;
Mayr, Andreas, 86405 Meitingen, DE;
Olesen, Mark, Dr., 86150 Augsburg, DE;
Regenold, Klaus, 86316 Friedberg, DE
Vertreter Grättinger & Partner (GbR), 82319 Starnberg
DE-Anmeldedatum 07.01.2000
DE-Aktenzeichen 10000464
Offenlegungstag 26.07.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.02.2004
IPC-Hauptklasse F15C 1/14
IPC-Nebenklasse F02M 25/07   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein fluidisches Schaltelement gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie bezieht sich auf Auspuffvorrichtungen für Gase von Kraft- und Arbeitsmaschinen.

Die gesetzlichen Forderungen nach Lärmreduktion und Minderung von Schadstoffanteilen in den Abgasen von Verbrennungsmotoren führen zu immer komplexeren Abgasanlagen.

Es entstehen Abgasanlagen mit immer größeren Strömungswiderständen. Der steigende Energieaufwand muß vom Motor bereitgestellt werden. Gleichzeitig steigen auch die Kosten für diese Anlagen.

Dem stehen die Forderungen der Fahrzeughersteller nach Verminderung der Kosten, des Gewichts, des Kraftstoffverbrauchs und des Einbauraumes gegenüber.

Zur Lösung dieses Zielkonflikts werden zunehmend Mittel zur Steuerung und Lenkung der Abgase durch unterschiedliche Behandlungsvorrichtungen eingesetzt.

Die überwiegende Mehrheit der technischen Lösungen zur Stoffstromschaltung in Abgasanlagen betreffen mechanische Klappen und Ventile:

in Schalldämpfern: Sonderdruck MTZ Motortechnische Zeitschrift 53 (1992) Heft 7/8 8 S.; DE 19729666 A1; EP 0902171 A1; DE 6 94 13 493 A1; US 5,821,474 A; US 5,801,343 A; US 5,744,762 A; US 5,739,483 A;

In Verbindung mit Abgaswärmetauschern:

DE 198 17 391 A1; DE 197 15 939 C1; DE 198 17 340 A1

zur Abgasrückführung: DE 196 37 078 A1.

Bei Einsatz mechanischer Schaltelemente und Klappen treten folgende Probleme auf: Je näher das Schaltelement am Verbrennungsmotor angeordnet ist, um so höher sind die Temperaturen, die auf die Festigkeit der Bauteile einen erheblichen Einfluß haben. Es müssen z.B. hochwertigere Lagerwerkstoffe aus Keramik eingesetzt werden. Abgasanlagen unterliegen gleichzeitig hohen mechanischen Anforderungen. Es treten Schwingungen mit Belastung bis zu 50-facher Erdbeschleunigung auf, zusätzlich wirken Temperaturwechsel- insbesondere Thermoschockbeanspruchungen.

Metallische Federwerkstoffe erreichen bei 700°C ihre Einsatzgrenze.

Darüber hinaus können keramische Federn eingesetzt werden. Die einzusetzenden Materialien werden mit steigenden Temperaturen immer teurer.

Der Vorteil dieser Lösungen besteht darin, daß die geometrischen Abmessungen denen der zu- und abführenden Rohrleitungen und der Gesamtanlage angemessen sind.

Mechanische Bauteile, bestehend aus Welle und Lager, erfordern immer ein definiertes Spiel, das bei kalter Anlage größer ist als im betriebswarmen Zustand.

Diese Spalte führen zu folgenden Problemen:

  • – Zu große Spalte verursachen durch die radiale Bewegung zwischen Welle und Lager Klappergeräusche. Große Spalte setzen auch die Lebensdauer der Bauelemente herab.
  • – Undichtheiten infolge großer Lagerspalte oder zwischen Verschlußorgan und Gehäuse erzeugen Pfeifgeräusche.
  • – Zu kleine Spalte im Lager führen infolge Verschmutzung oder unterschiedlicher Wärmeausdehnung von Welle und Lager zu Verklemmungen, die die Öffnungs- und Schließbewegungen des Verschlußorgans behindern.

Die Behebung dieser Probleme führt zu aufwendigeren Lösungen.

Eine Alternative wären fluidisch wirkende Schaltelemente.

Eine Zusammenfassung zum Fachgebiet fluidische Schaltelemente beschreibt A.W. Rechten, Fluidik, Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1976, 244 S. Will man die darin abgebildeten und vermaßten Haftstrahlelemente maßstabsgetreu auf Abgasanlagen übertragen, entstehen Schaltelemente, die in ihrem Abmessungen wesentlich größer sind als die eigentlichen zu schaltenden Anlagenteile bzw. Behandlungsvorrichtungen. Damit sind diese Elemente in der dargestellten Form für den beabsichtigten Einsatz in Abgasanlagen unbrauchbar. Das betrifft auch die Übertragung der in der Fluidik üblichen Geometrien auf rotationssymmetrische Strukturen, wie sie in DE 197 29 563 A1 dargestellt wurden.

Zur Aufrechterhaltung stabliler Schaltzustände wird eine Zirkulationsströmung benötigt, die in den bekannten technischen Lösungen durch eine konkave Prallfläche (DE 197 29 563 A1) bzw. eine Ausnehmung im Keil zwischen den beiden Ausgängen (A.W. Rechten S. 92) erzeugt wird. Diese Ausnehmung bzw. konkave Ringfläche ist gegenüber dem engsten Strömungsquerschnitt angeordnet. Im engsten Strömungsquerschnitt treten die größten Strömungsggeschwindigkeiten auf. Diese hohen Strömungsgeschwindigkeiten führen in Verbindung mit den beschriebenen Vorrichtungen und ihre Anordnung zu großen Strömungsverlusten im Schaltraum. Sie bewirken große Gegendrücke in der Abgasanlage.

Hohe Gegendrücke sind aber nicht erwünscht.

Außerdem sind diese Lösungen nicht sehr platzsparend. Auch TESAR V. "Großmaßstäbliche fluidische Ventile für die Durchflußsteuerung"

messen – steuern – regeln, Bd. 26 (1983) 4 S. 189 ff sowie J. Loll und K. Thomas messen – steuern – regeln, Bd. 26 (1983) 4 S. 186 ff beschreiben fluidische Schaltelemente, die im wesentlichen den Coanda-Effekt als Wandeffekt und den Wirbeleffekt nutzen.

Auch diese Schaltelemente sind mit bis zu 1000 mm Baulänge, bei vergleichbaren Rohrabmessungen, für den Einsatz in PKW-Abgasanlagen zu groß.

Der Coanda-Effekt als Haftströmung entlang gekrümmter Wände wird in zahlreichen weiteren Patenten genutzt: US 5,435,489 A; US 5,577,294 A; US 5,957,413 A; US 5,438,429 A; US 5,658,141 A.

Ein weiteres fluidisches Bauelement, das das Anhaften eines ringförmigen Strahles an die die Strömung umgebende feste Wandung nutzt, wird in DE 196 45 733 A1 beschrieben.

Innerhalb der Coanda-Tulpe ist eine ebene Stauscheibe als Verdrängerkörper angeordnet. Diese Vorrichtung dient zur Beschickung von Rundbecken mittels Abwasser. Die Coanda-Tulpe wird als eine an die Rohrleitung ansatzlos anschließende trompetenförmige symmetrische Aufweitung beschrieben, wobei die Stauscheibe konzentrisch innerhalb der Aufweitung angeordnet und längs der Symmetrieachse von Rohr und Tulpe verschiebbar ausgebildet ist. Die gewollte Wirkung besteht darin, die Strömungsgeschwindigkeit im Ringspalt zu verändern, um das Absetzverhalten an das jeweilige Absetzbecken anzupassen und zu maximieren. Die Coanda-Tulpe wird auch in US 5,628,903 A; US 5,591,348 A; und 5,423,986 A für Absetzaufgaben verwendet.

Eine Schaltung der Stoffströme in verschiedene Strömungsrichtungen ist hiermit nicht möglich.

All diese Offenlegungen haben gezeigt, daß bei Verwendung einer ebenen Stauscheibe nur eine Strömung entlang der Coanda-Tulpe erzeugt werden kann.

Lösungen, die stabile Schaltungen in einem Haftstrahlelement erreichen, ordnen eine Ausnehmung oder eine konvexe Prallfläche genau gegenüber dem zwischen äußerem Kanalabschnitt und Verdrängerkörper freigegebenen Ringspalt an. Derartige Schaltelemente bauen sehr groß und erzeugt erhebliche Strömungsverluste.

Die Steuerung erfolgt durch äußere Druckimpulse, die über Leitungen zu den Öffnungen im Verdrängerkörper bzw. im äußeren Kanalabschnitt geführt werden und auf die Strömung wirken.

Ein fluidisches Schaltelement der gattungsgemäßen Art ist bekannt aus der DE 197 09 432 A1. Bei diesem rein strömungstechnisch funktionierenden Schaltelement weist der Verdrängerkörper einen Kopf in Form eines Paraboloids und einen im wesentlichen konischen Nachlauf auf, wobei zwischen dem Kopf und dem Nachlauf ein Durchmessersprung besteht, in welchen Kanäle für die Einblasung eines Steuerfluids münden. Dieses bekannte fluidische Schaltelement erscheint im Hinblick auf die Stabilität der beiden Schaltzustände sowie im Hinblick auf die Strömungsverluste nicht optimal.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schaltelement für Abgasanlagen zu entwickeln, das keine mittels Welle und Lager geführte Verschluß- bzw. Schaltelemente im Abgasstrom benötigt, keine dadurch bedingte Abdichtung nach außen erfordert, geringere Strömungsverluste produziert, stabile Schaltzustände ermöglicht, einen geringen mechanischen Fertigungsaufwand verursacht, annehmbare geometrische Abmessungen im Vergleich zur Gesamtanlage zuläßt und aus sich selbst heraus den Stoffstrom steuert, zusätzlich aber auch die Erweiterung auf einen bedarfsbedingten Fremdeingriff zuläßt.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch ein fluidisches Schaltelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Das Hybridschaltelement besteht aus einem Zuströmkanal, einer Coanda-Tulpe, mindestens zwei Auslaßkanälen und einem Verdrängerkörper. Der Verdrängerkörper ist im Bereich der Coanda-Tulpe angeordnet.

Der Zuströmkanal ist entweder als einfaches zylindrisches Rohr oder mit einer zusätzlichen konischen Erweiterung mit anschließendem zylindrischen Kanalabschnitt ausgebildet. Die Coanda-Tulpe schließt an einem zylindrischen Bereich des Zuströmkanals an.

Erfindungsgemäß besteht der Verdrängerkörper aus einer ebenen Anströmfläche, einem zylindrischen Mantelabschnitt und einem kugelförmigen Nachlauf.

Die ebene Anströmfläche des Verdrängerkörpers ist im Bereich des Ansatzes der Coanda-Tulpe an den zylindrischen Abschnitt des Zuströmkanals bewegbar angeordnet.

Die Auslaßkanäle sind vorzugsweise konzentrisch angeordnet. Der äußere Auslaßkanal schließt stromabwärts unmittelbar an die Coanda-Tulpe an. Der innere Auslaßkanal befindet sich in einem Abstand hinter dem Verdrängerkörper. Beide Auslaßkanäle untergliedern sich in zwei Abschnitte. Der erste Abschnitt, der außen an die Coanda-Tulpe und innen in einem Abstand hinter dem Verdrängerkörper beginnend anschließt, kennzeichnet den jeweiligen Fangraum, der vorzugsweise mittels konzentrischer, konischer Kanalbereiche gebildet wird. Der jeweils zweite Abschnitt bildet den Anschluß an den jeweiligen Strömungsweg.

Die Wirkungsweise der Erfindung ist folgende:

Durch den Zuströmkanal fließt der ungeteilte Abgasstrom dem Hybridschaltelement zu.

In einer ersten Schaltposition befindet sich die ebene Anströmfläche in der Ebene die aus dem Ansatz der Coanda-Tulpe an den zylindrischen Kanalabschnitt gebildet wird. Die Strömung teilt sich, formt eine Ringströmung, die innen unmittelbar an der Kante, die die ebenen Anströmfläche mit dem zylindrischen Mantel bildet, ablöst, sich im äußeren Bereich an die Coanda-Tulpe anlegt und in den äußeren Auslaßkanal abgeleitet wird.

Im Nachlauf des Verdrängerkörpers entsteht eine Wirbelzone, die sich vom Nachlauf der ebenen Abströmfläche bis in den inneren Auslaßkanal erstreckt und den inneren Auslaßkanal strömungstechnisch verschließt.

In einer zweiten Schaltposition befindet sich die ebene Anströmfläche stromaufwärts im zylindrischen Kanalabschnitt des Zuströmkanals.

Die Strömung bildet unmittelbar hinter der Kante der ebenen Anströmfläche auf dem Umfang der zylindrischen Mantelfläche einen Ablösewirbel, doch die Strömung wird gezwungen, sich wieder an die Mantelfläche des Verdrängerkörpers anzulegen.

Die Strömung richtet sich axial aus und löst nun im äußeren Bereich von der Coanda-Tulpe ab. Die Strömung wird nun vom Verdrängerkörper so geführt, daß sie sich auch im Nachlauf des Verdrängerkörpers anlegt und durch den inneren Auslaßkanal abgeleitet wird. Im Nachlauf der Coanda-Tulpe bildet sich ein umlaufender Ringwirbel, der den äußeren Auslaßkanal strömungstechnisch verschließt.

Die Schaltung der Strömung wird erfindungsgemäß durch folgende Vorgänge eingeleitet:

Die autonom wirkenden Lösungen:

Eine erste autonom wirkende Lösung nutzt das Gleichgewicht zwischen der Kraft des Staudrucks und einer Feder, die vorzugsweise im Inneren des Verdrängerkörpers angeordnet ist.

Bei geringem Abgasmassenstrom befindet sich die ebene Anströmfläche in einer ersten Schaltlage innerhalb des zylindrischen Kanalabschnitts.

Die Strömung legt sich an die Mantelfläche des Verdrängerkörpers an und wird durch die erfindungsgemäße Form des Verdrängerkörpers dem innenliegenden Auslaßkanal zugeführt. Mit steigendem Abgasmassenstrom steigt der Staudruck auf die ebene Anströmfläche. Die Anströmfläche verschiebt sich bis der 2. Schaltpunkt im Ansatzbereich der Coanda-Tulpe erreicht ist. Die Strömung legt sich nicht mehr an die zylindrische Mantelfläche des Verdrängerkörpers, sondern an die Coanda-Tulpe an und gelangt durch den äußeren Auslaßkanal.

Eine weitere autonom wirkende Lösung nutzt die Wärmeausdehnung fester, flüssiger oder gasförmiger Mittel, die beispielsweise im Inneren des Verdrängerkörpers zur Bewegung der ebenen Anströmfläche angeordnet sind.

Eine fremdgesteuerte Lösung verbindet erfindungsgemäß einen äußeren Druck- oder Unterdruckgeber mit dem Innenraum des Verdrängerkörpers. Durch die Wechselwirkung von Staudruck, Innendruck, Federelement und äußerem Druckgeber kann man die Anströmfläche je nach Wunsch positionieren. Auch die Verschiebung des vollständigen Verdrängerkörpers ist möglich.

Die Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung bestehen darin, daß sowohl autonom- als auch fremdgesteuerte Ausführungen möglich sind und die vielfältigen Einsatzbedingungen abgedeckt werden können.

Autonome Lösungen sind insbesondere für den Einsatz in semiaktiven Schalldämpfern von Interesse, wenn bei einem geringen Abgasmassenstrom ein erster Strömungsweg und bei höherem Abgasmassenstrom ein 2. Strömungsweg oder beide Strömungswege zu bevorzugen sind.

Anhand von Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erklärt werden.

1 Hybridschaltelement in Schaltzustand 1

2 Hybridschaltelement in Schaltzustand 2.

3 Hybridschaltelement mit geschlossenem Verdrängerkörper und zusätzlicher Verbindungsleitung zu einem externen Druckgeber

Die 1 und 2 zeigen das Hybridschaltelement, bestehend aus einem Zuströmkanal 1 mit konischer Erweiterung 2 und zylindrischem Kanalabschnitt 3, daran schließen die Coanda-Tulpe 5 und ein äußerer Auslaßkanal 11 mit Fangraum 13 an. Der innere Auslaßkanal 12 mit Fangraum 14 befindet sich stromabwärts hinter dem Verdrängerkörper 6. Der Verdrängerkörper 6 besteht aus einer ebenen Anströmfläche 7 mit äußerer Kante 15, einem zylindrischen Mantel 8, einem Nachlauf 9 und einer als Feder ausgebildeten Stelleinrichtung 10, die sich im Inneren des Verdrängerkörpers 6 abstützt.

In einer vorteilhaften Ausführung enthält der Zuströmkanal 1 eine konische Erweiterung 2 und einen weiteren zylindrischen Kanalabschnitt 3.

In 1 befindet sich die ebene Anströmfläche 7 im Bereich des Ansatzes 4 der Coanda-Tulpe 5 an den zylindrischen Kanalabschnitt 3.

In 2 ist die ebene Anströmfläche 7 in den zylindrischen Kanalabschnitt 3 verschoben.

In einem ersten Ausführungsbeispiel besteht die Schaltaufgabe darin, bei niedrigem Massendurchsatz das Abgas durch einen inneren Auslaßkanal 12 zu leiten. Bei großem Massenstrom soll das Abgas durch den Ringquerschnitt zwischen äußerem Auslaßkanal 11 und innerem Auslaßkanal 12 abgeleitet werden.

Die Feder als Stelleinrichtung 10 befindet sich in der Ausgangssituation bei niedrigem Abgasmassenstrom 20 in einem definierten Vorspannungszustand. Die ebene Anströmfläche 7 ist im zylindrischen Kanalabschnitt 3 positioniert. Der Abgasmassenstrom 20 teilt sich an der ebenen Anströmfläche 7, löst an der äußeren Kante 15 ab, bildet einen kleinen Ablösewirbel 16, der aber erlaubt, daß sich das Fluid wieder an die zylindrische Mantelfläche 8 des Verdrängerkörpers 6 anlegt.

An der Innenfläche der Coanda-Tulpe 5 löst der Abgasmassenstrom 20 ab und bildet ein umlaufendes Wirbelgebiet 17, das die Strömung stabilisiert und zum inneren Fangraum 14 bzw. zum inneren Auslaßkanal 12 führt. Mit steigendem Massendurchsatz erhöht sich der Staudruck auf die ebene Anströmfläche 7. Die ebene Anströmfläche 7 verschiebt sich axial in Strömungsrichtung. Im Schaltpunkt 2 befindet sich die ebene Anströmfläche 7 in Bereich des Ansatzes 4 der Coanda-Tulpe 5. Die Form der Strömung schlägt um und bildet sich jetzt gemäß 1 aus. Der Abgasmassenstrom 20 legt sich, nicht mehr an die Mantelfläche 8 des Verdrängerkörpers 6 an. Es bildet sich hinter dem Nachlauf 9 ein großes Wirbelgebiet 18, das von der Kante 15 bis zum inneren Fangraum 14 reicht und den innenliegenden Auslaßkanal 12 strömungstechnisch verschließt.

Auf dem äußeren Umfang legt sich der Abgasmassenstrom 20 an die Coanda-Tulpe 5 an, bildet eine stabile Ringströmung 19, die über den äußeren Fangraum 13 und den äußeren Auslaßkanal 11 abgeleitet wird.

Ist gefordert, daß im Schaltpunkt 2 ein Teil des Abgases weiterhin durch den inneren Auslaßkanal 12 strömt, erweitert man den inneren Fangraum 14 so, daß ein Teil der Ringströmung 19 auch durch den inneren Auslaßkanal 12 abgeleitet wird.

In einem weiteren Ausführungsbeispiel, 3, ist anstelle des Federelements 10 ein Wellrohrkompensator 22 zwischen Anströmfläche 7 und Mantelfläche 8 angeordnet.

Der komplette Verdrängerkörper 6 bildet einen geschlossenen Hohlkörper, der mit einem Fluid gefüllt ist. Die Wärmedehnung des eingeschlossenen Fluides führt bei Temperaturerhöhung zur Verschiebung der ebenen Anströmfläche 7. Je nach der Temperatur des Abgases, der Größe des Staudrucks auf die Anströmfläche 7 und der Federsteifigkeit des Wellrohrkompensators 22 lassen sich so weitere autonome Schaltkombinationen erzeugen.

Den Variationsmöglichkeiten zur Lageveränderung der Anströmfläche 7 sind keine Grenzen gesetzt.

Will man das System fremd ansteuern, verbindet man zusätzlich den druckdicht abgeschlossenen Verdrängerkörper 6 gemäß 3 über eine Verbindungsleitung 21 mit einem externen druckmittelbetriebenen Stellorgan 23. Die Lage der Anströmfläche 7 kann man so pneumatisch oder hydraulisch durch die Vergrößerung oder Verkleinerung des Innendrucks verändern.

1 Zuströmkanal 2 konische Erweiterung 3 zylindrischer Kanalabschnitt 4 Ansatz 5 Coanda-Tulpe 6 Verdrängerkörper 7 ebene Anströmfläche 8 zylindrischer Mantel 9 Nachlauf 10 Stelleinrichtung 11 äußerer Auslaßkanal 12 innerer Auslaßkanal 13 äußerer Fangraum 14 innerer Fangraum 15 Kante 16 Ablösewirbel 17 Umlaufendes Wirbelgebiet 18 Wirbelgebiet 19 Ringströmung 20 Abgasmassenstrom 21 Verbindungsleitung 22 Wellrohrkompensator 23 druckmittelbetriebenes Stellorgan 24 Fluid

Anspruch[de]
  1. Fluidisches Schaltelement, umfassend einen Zuströmkanal (1), eine Coanda-Tulpe (5), mindestens zwei Auslaßkanäle (11, 12) und einen im Bereich der Coanda-Tulpe (5) angeordneten Verdrängerkörper (6), dadurch gekennzeichnet, daß es als Hybridschaltelement ausgeführt ist, wobei

    – der Verdrängerkörper (6) eine ebene Anströmfläche (7), einen zylindrischen Mantel (8) und einen kugelförmigen Nachlauf (9) aufweist,

    – die ebene Anströmfläche (7) im Bereich des Ansatzes (4) der Coanda-Tulpe (5) an den Zuströmkanal (1) oder einen zylindrischen Kanalabschnitt (3) des Zuströmkanals (1) bewegbar angeordnet ist,

    – der zylindrische Mantel (8) im Erweiterungsabschnitt und der Nachlauf (9) im Endabschnitt der Coanda-Tulpe (5) angeordnet ist.
  2. Hybridschaltelement nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die ebene Anströmfläche (7) mit einer Stelleinrichtung (20) verbunden ist.
  3. Hybridschaltelement nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Stelleinrichtung (20) als Feder oder Thermostat ausgebildet ist.
  4. Hybridschaltelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß zwischen Anströmfläche (7) und zylindrischem Mantel (8) ein Wellrohrkompensator (22) so angeordnet ist, daß der Verdrängerkörper (6) einschließlich Nachlauf (9) einen geschlossenen, dichten Hohlkörper bildet, der mit einem Fluid (24) gefüllt ist.
  5. Hybridschaltelement nach Anspruch 4, gekennzeichnet dadurch, daß der geschlossene, dichte Verdrängerkörper (6) über eine Verbindungsleitung (21) mit einem druckmittelbetriebenen Stellorgan (22) verbunden ist.
  6. Hybridschaltelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdrängerkörper (6) bewegbar angeordnet ist.
  7. Hybridschaltelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßkanäle (11, 12) konzentrisch angeordnet sind und mit jeweils einem konischen oder einem zylindrischen Fangraum (13, 14) versehen sind.
  8. Hybridschaltelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Fangraum (13) stromabwärts unmittelbar an die Coanda-Tulpe (5) anschließt.
  9. Hybridschaltelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Auslaßkanal (12) mit einem Abstand stromabwärts hinter dem Verdrängerkörper angeordnet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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