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Dokumentenidentifikation DE10221125B3 05.02.2004
Titel Farbfotografisches Kopiermaterial
Anmelder Agfa-Gevaert AG, 51373 Leverkusen, DE
Erfinder Weimann, Ralf, Dr., 51373 Leverkusen, DE
DE-Anmeldedatum 13.05.2002
DE-Aktenzeichen 10221125
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.02.2004
IPC-Hauptklasse G03C 7/34
Zusammenfassung Ein farbfotografisches Kopiermaterial, das einen Blaugrünkuppler der Formel
<formula>
enthält, worin
R1 ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe,
R2 OR3 oder NR4R5,
R3 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,
R4 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,
R5 ein Wasserstoffatom oder eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,
R6 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe und
Z ein Wasserstoffatom oder eine unter den Bedingungen der chromogenen Entwicklung abspaltbare Gruppe bedeuten,
wobei die Gesamtzahl der C-Atome der Alkylgruppen R3 bis R6 in einem Kupplermolekül 8 bis 18 beträgt,
zeichnet sich gleichzeitig durch gute Licht- und Dunkelstabilität sowie durch gute Farbwiedergabe aus. Die Kuppler weisen ferner eines sehr gute Löslichkeit in üblichen Kupplerlösungsmitteln auf.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein farbfotografisches Kopiermaterial mit einem neuartigen Blaugrünkuppler.

Farbfotografische Kopiermaterialien sind insbesondere Materialien für Aufsichtsbilder oder Displays, die in aller Regel ein positives Bild aufweisen. Sie sind somit kein Aufnahmematerial wie farbfotografische Filme.

Farbfotografische Kopiermaterialien enthalten üblicherweise wenigstens eine rotempfindliche, wenigstens einen Blaugrünkuppler enthaltende Silberhalogenidemulsionsschicht, wenigstens eine grünempfindliche, wenigstens einen Purpurkuppler enthaltende Silberhalogenidemulsionsschicht und wenigstens eine blauempfindliche, wenigstens einen Gelbkuppler enthaltende Silberhalogenidemulsionsschicht.

Aus US 5 686 235 A und US 5 962 198 A sind Blaugrünkuppler bekannt geworden; die nach der Entwicklung mit dem Standardpapierentwickler CD3 Blaugrünfarbstoffe ergeben, die sich durch gute Licht- und Dunkelstabilität auszeichnen.

Allerdings haben diese Kuppler den Nachteil, dass sie in Ölformern eine schlechte Löslichkeit aufweisen und zur Kristallisation neigen.

Die Kuppler haben eine 2-Acylamino-5-phenylsulfonylmethylcarbonylamino-phenolstruktur und können an der Methylgruppe durch Alkyl und am Phenylrest durch unterschiedliche Gruppen substituiert sein. Weitere Bg-Kuppler dieses Strukturtyps sind aus DE 101 01 221 A1 bekannt.

Aufgabe der Erfindung war, den vorstehend bezeichneten Nachteil zu überwinden. Überraschenderweise gelingt dies mit dem nachstehend definierten neuartigen Blaugrünkuppler. Dabei bleiben die Vorteile des vorbekannten Kupplers erhalten.

Gegenstand der Erfindung ist somit ein Kopiermaterial mit einem Träger, wenigstens einer rotempfindlichen, wenigstens einen Blaugrünkuppler enthaltenden, wenigstens einer grünempfindlichen, wenigstens einen Purpurkuppler enthaltenden und wenigstens einer blauempfindlichen, wenigstens einen Gelbkuppler enthaltenden Silberhalogenidemulsionsschicht, dadurch gekennzeichnet, dass der Blaugrünkuppler der Formel

entspricht, worin

R1 ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe,

R2 OR3 oder NR4R5,

R3 eine unsubstituierie oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,

R4 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,

R5 ein Wasserstoffatom oder eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,

R6 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe und

Z ein Wasserstoffatom oder eine unter den Bedingungen der chromogenen Entwicklung abspaltbare Gruppe bedeuten,

wobei die Gesamtzahl der C-Atome der Alkylgruppen R3 bis R6 in einem Kupplermolekül 8 bis 18 beträgt.

Geeignete Blaugrünkuppler sind:

Synthese des Kupplers I-1 Synthese der phenolischen Kupplerzwischenstufe

Zu 165 g (0,87 mol) 2-Amino-4-chlor-5-nitrophenol 1 in 500 ml N-Methylpyrrolidon wird unter Rühren eine Lösung von 209 g (0,87 mol) Terephthsäurechloridmonobutylester 2 in 50 ml N-Methylpyrrolidon zugetropft. 1 Stunde bei Raumtemperatur, dann 2 Stunden bei 60 – 65°C nachrühren. Nach dem Abkühlen langsam mit 500 ml Wasser versetzen und absaugen. Zweimal mit Wasser, dann zweimal mit Methanol verrühren und absaugen.

Ausbeute 361 g (92 %) 3

Eine Mischung von 314 g (0,80 mol) 3, 160 g Eisenpulver, 2,2 l n-Butanol und 700 ml N-Methylpyrrolidon wird unter Rühren auf 65°C erhitzt. Das Heizbad wird entfernt und innerhalb von 2 Stunden werden 750 ml konz. Salzsäure zugetropft. Anschließend wird 1 Stunde am Rückfluss erhitzt. Nach dem Erkalten wird 1 l Wasser zugesetzt und abgesaugt, mit 2 N Salzsäure, dann mit Wasser gewaschen, bis das Ablaufwasser farblos ist. Den Rückstand mit 1,5 l Wasser verrührt, durch Zugabe von Natriumacetat neutralisiert und abgesaugt. Noch zweimal mit 1,5 l Methanol verrühren und absaugen.

Ausbeute 255 g (88%) 4

Synthese des Ballastrestes

Zu einer Mischung von 520 g (3,6 mol) 4-Chlorthiophenol 5 und 652 g (3,6 mol) 2-Brombuttersäureethylester 6 in 1 l Ethanol werden unter Rühren innerhalb 1 Stunde 320 g (3,6 mol) Natronlauge 45%ig zugetropft. Die Reaktion ist stark exotherm, die Temperatur wird durch Kühlen bei 75 – 80°C gehalten, anschließend wird 1 Stunde unter Rückfluss erhitzt. Weitere 400 g (4,5 mol) Natronlauge werden langsam zugetropft (schwach exotherm). Nach weiteren 2 Stunden Rückfluss wird abgekühlt und 1 l Wasser zugesetzt. Anschließend wird zweimal mit 250 ml Toluol extrahiert, die vereinigten organischen Phasen werden getrocknet und am Rotationsverdampfer eingeengt. Das viskose Öl 7 (830 g, enthält noch Toluol) wird ohne Reinigung weiter umgesetzt.

Zu einer Lösung von 830 g (3,6 mol) der Verbindung 7 und 10 ml Natriumwolframat-Lsg (20%ig) in Eisessig werden 760 ml Wasserstoffperoxid (35%ig) zugetropft: die ersten 400 ml zunächst unter Kühlung bei 35 – 40°C, nach Entfernung der Kühlung, die restlichen 360 ml bei 90 – 95°C. Nach Beendigung der Zugabe wird 1 Stunde bei dieser Temperatur nachgerührt. Überschüssiges Peroxid wird durch Zugabe von Natriumsulfit vernichtet. Das Reaktionsgemisch wird mit 2 l Essigester und 21 Wasser versetzt, die organische Phase wird abgetrennt und die wässrige Phase zweimal mit je 700 ml Essigester extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden zweimal mit je 700 ml Wasser gewaschen, getrocknet und im Vakuum eingeengt. Der Rückstand wird in 300 ml Essigester heiß gelöst, abgekühlt und bei beginnender Kristallisation mit 1 l Hexan versetzt. Anschließend wird kalt abgesaugt und mit etwas Hexan nachgewaschen. Es werden 835 g (88%) der Verbindung 8 erhalten.

131 g (0,5 mol) 8 und 111 g (0,55 mol) Dodecylmercaptan 9 werden in 300 ml 2-Propanol unter Rühren mit 90 g (1 mol) Natronlauge (45%ig) versetzt. Nach Zugabe von 2,5 g Tetrabutylammoniumbromid und 2,5 g Kaliumjodid wird 11 Stunden unter Rückfluss erhitzt. Nach dem Erkalten werden 350 ml Wasser zugesetzt, mit ca. 60 ml konz. Salzsäure wird auf pH 1 – 2 gestellt. Anschließend wird zweimal mit 100 ml Essigester extrahiert, die vereinigten organischen Phasen werden dreimal mit jeweils 150 ml Wasser gewaschen, getrocknet und eingeengt. Der Rückstand wird mit 500 ml Hexan verrührt und bei 0 – 5°C abgesaugt. Nach Umkristallisation aus 500 ml Hexan / Essigester (10 : 1) erhält man 177 g 10 (82%, Fp.: 82°C).

128 g (0,3 mol) 10 und 1 ml Dimethylformamid werden in 300 ml Toluol auf 65°C erhitzt. Bei dieser Temperatur werden 75 ml (1 mol) Thionylchlorid innerhalb 1 Stunde zugetropft. Nach weiteren 5 Stunden wird im Vakuum eingeengt. Das hochviskose Öl (11, 134 g) wird ohne weitere Reinigung eingesetzt.

Synthese des Kupplers I-1

Zu 109 g (0,3 mol) 4 in 200 ml N-Methylpyrrolidon werden 150 g Rohprodukt 11 (ca. 0,3 mol) in 150 ml N-Methylpyrrolidon bei 5 – 10°C zugetropft. Zunächst wird 2 Stunden bei Raumtemperatur, anschließend 2 Stunden bei 60°C gerührt. Nach Zugabe von 1000 ml Essigester wird zweimal mit verdünnter Salzsäure und zweimal mit Wasser gewaschen. Die organische Phase wird getrocknet, eingeengt und in 700 ml Acetonitril aufgenommen. Der Kuppler I-1 kristallisiert aus. Es wird abgesaugt und mit 50 ml Acetonitril nachgewaschen.

Ausbeute: 136 g (75%) I-1

Beispiele für farbfotografische Kopiermaterialien sind farbfotografisches Papier, farbumkehrfotografisches Papier und halbtransparentes Displaymaterial. Eine Übersicht findet sich in Research Disclosure 37038 (1995), Research Disclosure 38957 (1996) und Research Disclosure 40145 (1997).

Die fotografischen Kopiermaterialien bestehen aus einem Träger, auf den wenigstens eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht aufgebracht ist. Als Träger eignen sich insbesondere dünne Filme und Folien. Eine Übersicht über Trägermaterialien und auf deren Vorder- und Rückseite aufgetragene Hilfsschichten ist in Research Disclosure 37254, Teil 1 (1995), S. 285 und in Research Disclosure 38957, Teil XV (1996), S. 627 dargestellt.

Die farbfotografischen Kopiermaterialien enthalten üblicherweise mindestens je eine rotempfindliche, grünempfindliche und blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht sowie gegebenenfalls Zwischenschichten und Schutzschichten.

Je nach Art des fotografischen Kopiermaterials können diese Schichten unterschiedlich angeordnet sein. Dies sei für die wichtigsten Produkte dargestellt:

Farbfotografisches Papier und farbfotografisches Displaymaterial weisen in der nachfolgend angegebenen Reihenfolge auf dem Träger üblicherweise je eine blauempfindliche, gelbkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschicht, eine grünempfindliche, purpurkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschicht und eine rotempfindliche, blaugrünkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschicht auf; eine Gelbfilterschicht ist nicht erforderlich.

Abweichungen von Zahl und Anordnung der lichtempfindlichen Schichten können zur Erzielung bestimmter Ergebnisse vorgenommen werden. Zum Beispiel können Farbpapiere auch anders sensibilisierte Zwischenschichten enthalten, über die die Gradation beeinflusst werden kann.

Wesentliche Bestandteile der fotografischen Emulsionsschichten sind Bindemittel, Silberhalogenidkörner und Farbkuppler.

Angaben über geeignete Bindemittel finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 2 (1995), S. 286 und in Research Disclosure 38957, Teil II.A (1996), S. 598.

Angaben über geeignete Silberhalogenidemulsionen, ihre Herstellung, Reifung, Stabilisierung und spektrale Sensibilisierung einschließlich geeigneter Spektralsensibilisatoren finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 3 (1995), S. 286, in Research Disclosure 37038, Teil XV (1995), S. 89 und in Research Disclosure 38957, Teil V.A (1996), S. 603.

Als Rotsensibilisatoren für die rotempfindliche Schicht können darüber hinaus Pentamethincyanine mit Naphthothiazol, Naphthoxazol oder Benzthiazol als basische Endgruppen verwendet werden, welche mit Halogen, Methyl- oder Methoxygruppen substituiert und 9,11-alkylen-, insbesondere 9,11-neopentylen-verbrückt sein können. Die N,N'-Substituenten können C4-C8-Alkylgruppen sein. Die Methinkette kann zusätzlich noch Substituenten tragen. Es können auch Pentamethine mit nur einer Methylgruppe am Cyclohexenring verwendet werden. Der Rotsensibilisator kann durch Zusatz heterocyclischer Mercaptoverbindungen supersensibilisiert und stabilisiert werden.

Die rotempfindliche Schicht kann zusätzlich zwischen 390 und 590 nm, bevorzugt bei 500 nm spektral sensibilisiert sein, um so eine verbesserte Differenzierung der Rottöne zu bewirken.

Die Spektralsensibilisatoren können in gelöster Form oder als Dispergat der fotografischen Emulsion zugesetzt werden. Sowohl Lösung als auch Dispergat können Zusätze, wie Netzmittel oder Puffer, enthalten.

Der Spektralsensibilisator oder eine Kombination von Spektralsensibilisatoren kann vor, während oder nach der Emulsionsbereitung zugesetzt werden.

Fotografische Kopiermaterialien enthalten entweder Silberchloridbromidemulsionen mit bis 80 Mol-% AgBr oder Silberchloridbromidemulsionen mit über 95 Mol-% AgCl.

Angaben zu den Farbkupplern finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 4 (1995), S. 288, in Research Disclosure 37038, Teil II (1995), S. 80 und in Research Disclosure 38957, Teil X.B (1996), S. 616. Die maximale Absorption der aus den Kupplern und dem Farbentwickleroxidationsprodukt gebildeten Farbstoffe liegt für Kopiermaterialien vorzugsweise in den folgenden Bereichen: Gelbkuppler 440 bis 450 nm, Purpurkuppler 540 bis 560 nm, Blaugrünkuppler 625 bis 670 nm.

Die in Kopiermaterialien in Zuordnung zu einer blauempfindlichen Schicht üblicherweise eingesetzten Gelbkuppler sind fast durchweg Zweiäquivalentkuppler der Pivaloylacetanilid- und Cyclopropylcarbonylacetanilidreihe.

Die in Kopiermaterialien üblichen Purpurkuppler sind fast durchweg solche aus der Reihe der Anilinopyrazolone, der Pyrazolo[5,1-c](1,2,4)triazole oder der Pyrazolo[1,5-b](1,2,4)triazole.

Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine andere lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung verhindern.

Geeignete Verbindungen (Weißkuppler, Scavenger oder EOP-Fänger) finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 7 (1995), S. 292, in Research Disclosure 37038, Teil III (1995), S. 84 und in Research Disclosure 38957, Teil X.D (1996), S. 621 ff.

Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner, Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger, Lichtschutzmittel, Antioxidantien, DMin-Farbstoffe, Weichmacher (Latices), Biocide und Zusätze zur Verbesserung der Kuppler- und Farbstoffstabilität, zur Verringerung des Farbschleiers und zur Verringerung der Vergilbung und anderes enthalten. Geeignete Verbindungen finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 8 (1995), S. 292, in Research Disclosure 37038, Teile IV, V, VI, VII, X, XI und XIII (1995), S. 84 ff und in Research Disclosure 38957, Teile VI, VIII, IX und X (1996), S. 607 und 610 ff.

Die Schichten farbfotografischer Materialien werden üblicherweise gehärtet, d.h., das verwendete Bindemittel, vorzugsweise Gelatine, wird durch geeignete chemische Verfahren vernetzt.

Geeignete Härtersubstanzen finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 9 (1995), S. 294, in Research Disclosure 37038, Teil XII (1995), Seite 86 und in Research Disclosure 38957, Teil II.B (1996), S. 599.

Nach bildmäßiger Belichtung werden farbfotografische Materialien ihrem Charakter entsprechend nach unterschiedlichen Verfahren verarbeitet. Einzelheiten zu den Verfahrensweisen und dafür benötigte Chemikalien sind in Research Disclosure 37254, Teil 10 (1995), S. 294, in Research Disclosure 37038, Teile XVI bis XXIII (1995), S. 95 ff und in Research Disclosure 38957, Teile XVIII, XIX und XX (1996), S. 630 ff zusammen mit exemplarischen Materialien veröffentlicht.

Beispiel 1

Ein für einen Schnellverarbeitungsprozess geeignetes farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial wurde hergestellt, indem auf einen Schichtträger aus beidseitig mit Polyethylen beschichtetem Papier die folgenden Schichten in der angegebenen Reihenfolge aufgetragen wurden. Die Mengenangaben beziehen sich jeweils auf 1 m2. Für den Silberhalogenidauftrag werden die entsprechenden Mengen AgNO3 angegeben.

Schichtaufbau 101

Schicht 1: (Substratschicht)

0,10 g Gelatine

Schicht 2: (blauempfindliche Schicht)

blauempfindliche Silberhalogenidemulsion (99,5 Mol-% Chlorid, 0,5 Mol-% Bromid, mittlerer Korndurchmesser 0,75 &mgr;m) aus 0,4 g AgNO3.

1,25 g Gelatine

0,50 g Gelbkuppler GB-1

0,30 g Trikresylphosphat (TKP)

0,10 g Stabilisator ST-1

Schicht 3: (Zwischenschicht)

0,10 g Gelatine

0,06 g EOP-Fänger SC-1

0,06 g EOP-Fänger SC-2

0,12 g TKP

Schicht 4: (grünempfindliche Schicht)

grünempfindliche Silberhalogenidemulsion 99,5 Mol-% Chlorid, 0,5 Mol-% Bromid, mittlerer Korndurchmesser 0,45 &mgr;m) aus 0,2 g AgNO3.

1,10 g Gelatine

0,15 g Purpurkuppler PP-1

0,15 g Stabilisator ST-2

0,20 g Stabilisator ST-3

0,40 g TKP

Schicht 5: (UV-Schutzschicht)

1,05 g Gelatine

0,35 g UV-Absorber UV-1

0,10 g UV-Absorber UV-2

0,05 g UV-Absorber UV-3

0,06 g EOP-Fänger SC-1

0,06 g EOP-Fänger SC-2

0,25 g TKP

Schicht 6: (rotempfindliche Schicht)

rotempfindliche Silberhalogenidemulsion (99,5 Mol-% Chlorid, 0,5 Mol-% Bromid, mittlerer Korndurchmesser 0,48 &mgr;m) aus 0,28 g AgNO3.

1,00 g Gelatine

0,36 g Blaugrünkuppler BG-1

0,30 g TKP

Schicht 7: (UV-Schutzschicht)

1,05 g Gelatine

0,35 g UV-Absorber UV-1

0,10 g UV-Absorber UV-2

0,05 g UV-Absorber UV-3

0,15 g TKP

Schicht 8: (Schutzschicht)

0,90 g Gelatine

0,05 g Weißtöner W-1

0,07 g Polyvinylpyrrolidon

1,20 ml Silikonöl

2,50 mg Abstandshalter aus Polymethylmethacrylat, mittlere Teilchengröße 0,8 &mgr;m

0,30 g Soforthärtungsmittel H-1

Die weiteren Schichtaufbauten unterscheiden sich von 101 durch die Blaugrünkuppler und die Ölbildner (Kupplerlösungsmittel); V sind Vergleichsbeispiele; E sind erfindungsgemäße Beispiele.

Jeweils eine Probe wird unverarbeitet bei 5°C dunkel gelagert.

Verarbeitung:

Proben des Materials werden hinter einem Graukeil durch einen Rotfilter belichtet und wie folgt verarbeitet.

a) Farbentwickler - 45 s 35°C

Triethanolamin 9,0 g N,N-Diethylhydroxylamin 4,0 g Diethylenglykol 0,05 g 3-Methyl-4-amino-N-ethyl-N-methansulfonamidoethyl-anilin-sulfat 5,0 g Kaliumsulfit 0,2 g Triethylenglykol 0,05 g Kaliumcarbonat 22 g Kaliumhydroxid 0,4 g Ethylendiamintetraessigsäure-di-Na-Salz 2,2 g Kaliumchlorid 2,5 g 1,2-Dihydroxybenzol-3,4,6-trisulfonsäuretrinatriumsalz auffüllen mit Wasser auf 1 000 ml; pH 10,0 0,3 g

b) Bleichfixierbad - 45 s – 35°C

Ammoniumthiosulfat 75 g Natriumhydrogensulfit 13,5 g Ammoniumacetat 2,0 g Ethylendiamintetraessigsäure (Eisen-Ammonium-Salz) 57 g Ammoniak 25 %ig auffüllen mit Essig auf 1 000 ml; pH 5,5 9,5 g

c) Wässern - 2 min – 33°C

d) Trocknen

Anschließend werden die prozentualen Gelb- und Purpur-Nebendichten bei der Blaugründichte Dbg = 1,0 bestimmt (NDgb, NDpP). Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 wiedergegeben. Außerdem werden die Proben 42 Tage bei 85°C und 60 % rel. Feuchte dunkel gelagert und die prozentualen Dichterückgänge bei der Maximaldichte (&Dgr;Dmax) ermittelt. Weitere Proben werden mit Licht einer auf Tageslicht normierten Xenonlampe bei 35°C und 85 % rel. Feuchte mit 15⋅106×h belichtet. – Dann wird der Rückgang der Dichte bei D = 0,6 bestimmt [&Dgr;D0,6].

Bei den kühl gelagerten Proben werden die unentwickelten Keile auf unerwünschte Kristallbildung des Bg-Kupplers hin untersucht.

In Beispiel 1 werden folgende Verbindungen verwendet:

Tabelle 1

Der konventionelle phenolische Blaugrünkuppler (BG-1) zeigt neben Nachteilen in der Absorption sehr deutliche Nachteile hinsichtlich seiner Dunkelstabilität, der Diacylaminophenol-Blaugrünkuppler (BG-2) dagegen weist deutliche Defizite hinsichtlich seiner Lichtstabilität auf. Noch ausgeprägter ist dieses Defizit im Falle des heterocyclisch Kupplers (BG-3). Die Diacylaminophenol-Blaugrünkupplern gemäß US 5 686 235 A) zeigen Vorteile hinsichtlich Absorption und Lichtstabilität. Nachteilig ist aber die ausgeprägte Schwerlöslichkeit dieser Verbindungen. Nach Kühllagerung des unverarbeiteten Materials (auch in verschiedenen Ölformern) war jeweils der Kuppler auskristallisiert. Nachteile waren auch im Heizschrank zu sehen. Die aus den beiden Kupplern gebildeten Farbstoffe lösen sich vermutlich ebenfalls schlecht in den Ölformern. Der Ölformer kann die Farbstoffe nicht in der Blaugrün-Schicht festhalten, sie diffundieren an die Oberfläche und sind von dort abwischbar.

Nur die erfindungsgemäßen Kuppler zeigen eine hervorragende Löslichkeit im Ölformer. Die daraus gebildeten Farbstoffe zeichnen sich gleichzeitig durch gute Lichtstabilität, hervorragende Dunkelstabilität und gute Farbwiedergabe aus.


Anspruch[de]
  1. Farbfotografisches Kopiermaterial mit wenigstens einer rotempfindlichen, wenigstens einen Blaugrünkuppler enthaltenden, wenigstens einer grünempfindlichen, wenigstens einen Purpurkuppler enthaltenden und wenigstens einer blauempfindlichen, wenigstens einen Gelbkuppler enthaltenden Silberhalogenidemulsionsschicht, dadurch gekennzeichnet, dass der Blaugrünkuppler der Formel
    entspricht, worin

    R1 ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe,

    R2 OR3 oder NR4R5,

    R3 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,

    R4 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,

    R5 ein Wasserstoffatom oder eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 C-Atomen,

    R6 eine unsubstituierte oder substituierte Alkylgruppe und

    Z ein Wasserstoffatom oder eine unter den Bedingungen der chromogenen Entwicklung abspaltbare Gruppe bedeuten, wobei die Gesamtzahl der C-Atome der Alkylgruppen R3 bis R6 in einem Kupplermolekül 8 bis 18 beträgt.
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