Die Erfindung richtet sich auf einen Radarsensor für die Steuerung
von Vorrichtungen, bspw. von Türöffnern in öffentlichen Gebäuden, als Reaktion auf
die Position und/oder Bewegung eines oder mehrerer Objekte, insbesondere Personen,
mit wenigstens einer Sende- und wenigstens einer Empfangsantenne sowie einer Auswerteschaltung,
sowie auf ein Betriebsverfahren für einen derartigen Radarsensor und eine bevorzugte
Verwendung desselben.
Die Steuerung von Türen in öffentlichen Gebäuden, bspw. aber auch
von Duschen in öffentlichen Badeanstalten, von Wasserhähnen und vielerlei sonstigen,
ortsfesten und automatischen Systemen erfolgt häufig mittels Radartechnik zur Erkennung
von Personen, deren Anwesenheit eine entsprechende Aktivität erfordert. Dabei werden
Radarsensoren verwendet, mit einer Sendeantenne für hochfrequente, elektromagnetische
Wellen und mit wenigstens einer Antenne zum Empfang der von Personen und Objekten
zurückgestrahlten Hochfrequenzwellen. Hierbei handelt es sich um ein Signal, das
nicht unmittelbar zur Ansteuerung eines Aktuators, bspw. eines elektrischen Türöffners,
verwendet werden kann, vielmehr zunächst eine Auswertung erfordert. Dabei ist möglichst
die gesamte Information (nämlich, ob sich wenigstens eine Person im Bereich einer
Tür befindet oder dieser in der Absicht, sie zu durchqeren, nähert) aus dem empfangenen
Radarsignal zu extrahieren und sodann auf ein eindimensionales Ansteuersignal („Tür
auf – Tür zu") zu reduzieren.
Eine solche Auswertung findet bisher entweder im Rahmen eines Steuergerätes
statt, das zu diesem Zweck das von dem Radarsensor aufgefangene und ggf. verstärkte
Signal erhält, oder innerhalb des Radarsensors selbst, der sodann direkt ein Steuersignal
für den betreffenden Aktuator erzeugt.
In beiden Fällen wird nur eine Minimal-Auswertung vorgenommen, denn
im Rahmen eines Steuergeräts ist aufgrund der beschränkten Hardwaregeschwindigkeit
keine entsprechend schnelle Auswertung möglich; andererseits handelt es sich bei
üblichen Radarsensoren um anwendungsunspezifische Produkte, denen aufgrund ihrer
beschränkten Intelligenz nicht in allen Anwendungsfällen eine optimale Auswertung
möglich ist.
Die somit notgedrungen realisierte Minimalauswertung erfolgt üblicherweise
anhand der Frequenzverschiebung, welche eine ausgesandte elektromagnetische Welle
erfährt, wenn sie auf ein bewegtes, reflektierendes Objekt trifft und zu einem gewissen
Anteil zurückgestreut wird. Diese Frequenzverschiebung ist eine Auswirkung des Dopplereffektes,
der im Bereich der akustischen Wellen bspw. auch an fahrenden Fahrzeugen beobachtet
werden kann, wobei deren Geräusch in der Tonlage variiert, je nachdem, ob sich das
Fahrzeug nähert oder entfernt. Da bei ruhenden Objekten diese Frequenzverschiebung
gleich Null ist, können mit diesem Verfahren nur solche Objekte erfaßt werden, die
sich gegenüber dem betreffenden Radarbewegungssensor radial bewegen. Dies führt
zu dem allseits bekannten Effekt, dass sich Türen wieder schließen, obwohl eine
Person auf der Schwelle stehengeblieben ist, dass Duschen abgeschaltet werden, obwohl
sich darunter eine Person gerade shampooniert, etc. Andererseits hat bspw. auch
die Bewegung von zufällig an einer Tür vorbeigehenden Personen eine Radialkomponente
und führt daher nicht selten zu einem unerwünschten Öffnen einer Geschäftstür od.
dgl.
Aus diesen Nachteilen des beschriebenen Stands der Technik resultiert
das die Erfindung initiierende Problem, die Sensor- und Ansteuerstruktur für automatisch
arbeitende, ortsfeste Vorrichtungen, bspw. elektrische Türöffner, derart weiterzubilden,
dass eine differenzierte, dem betreffenden Anwendungsfall möglichst optimal entsprechende
Auswertung möglich ist, so dass die Häufigkeit von Fehlentscheidungen minimiert
wird.
Im Rahmen des Betriebsverfahrens für einen gattungsgemäßen Sensor
gelingt die Lösung dieses Problems dadurch, dass in dem Radarsensor von einem empfangenen
Signal abgeleitete Signalverläufe oder Signalfolgen gebildet, ggf. gespeichert und
derart ausgewertet werden, dass anhand dieser Informationen einzelne Objekte in
der Umgebung des Radarsensors erkannt und diesen weitere Informationen (bspw. Entfernung,
Richtung, Radialgeschwindigkeit) zugeordnet werden, die an ein angeschlossenes Steuergerät
übertragbar sind.
Mit einem derartigen Betriebsverfahren wird das Ziel verfolgt, die
zum Treffen der richtigen Entscheidungen erforderlichen Auswerteschritte auf die
einzelnen Komponenten eines Steuerungssystems entsprechend deren Fähigkeiten möglichst
optimal aufzuteilen. Die hochfrequenten Verläufe des Radarsignals erfordern eine
schnelle Auswertung, wobei die dafür erforderliche, schnelle Hardware innerhalb
des Sensors angeordnet und diesem dadurch weitgehend untrennbar zugeordnet wird.
Durch diese Auswertung werden die objektbezogenen Informationen des Hochfrequenzsignals
extrahiert und können dadurch von den sonstigen, hochfrequenten Signalkomponenten
getrennt werden. Es verbleiben Informationen, welche sich allenfalls mit einer der
Bewegung von Objekten entsprechenden Geschwindigkeit und damit vergleichsweise langsam
ändern. Diese Informationen können andererseits unabhängig von dem speziellen Anwendungsfall
gewonnen werden, so dass ein solcher Radarsensor nicht oder nur geringfügig an den
betreffenden Einsatzfall angepaßt werden muß. Die objektbezogenen Informationen
können sodann auf ein angeschlossenes Steuergerät übertragen werden, welches einerseits
eine hardwaremäßige Schnittstellenfunktion übernimmt, indem es die zur Ansteuerung
eines angeschlossenen Aktuators erforderlichen Spannungen und Ströme liefert, und
andererseits eine anwendungsspezifische Informationsauswertung vornimmt, um anhand
für die aktuelle Problemstellung optimierter oder optimierbarer
Kriterien zu entscheiden, wann der angeschlossene Aktuator anzusteuern ist und wann
nicht.
Es hat sich als günstig erwiesen, dass im Rahmen des Radarsensors
eine Liste von Objekten mit diesen zugeordneten Informationen angelegt und gepflegt
wird. Es ist davon auszugehen, dass in vielen Anwendungsfällen, insbesondere bei
Türöffnern, sich gleichzeitig mehrere Personen im Erfassungsbereich des Radarsensors
aufhalten können. In diesem Fall könnten sich mehrdeutige Informationen ergeben,
bei fünf erfaßten Objekten bspw. fünf Entfernungswerte, ggf. fünf Richtungswerte,
fünf Radialgeschwindigkeitswerte. Eine korrekte Auswertung erfordert in diesem Fall,
diese Informationen einander in der richtigen Weise zuzuordnen. Dies kann dadurch
geschehen, dass jedem Objekt eine Identifizierung, bspw. seine Listennummer, zugeordnet
wird, die sodann in irgendeiner Form mit allen dieses Objekt betreffenden Informationen
verknüpft wird, bspw. über Adreßzuweisungen für die hinterlegten Werte.
Da die Radarmessungen in kurzen Zeitabständen wiederholt werden, können
diese Listenwerte stets aktuell gehalten werden, bspw. durch Vergleich der neuen
Positionswerte mit den zuletzt abgespeicherten und ggf. anhand des Geschwindigkeitsvektors
zu einem aktuellen Erwartungswert korrigierten Positionswerten.
Die Erfindung sieht weiterhin vor, dass die Objektliste oder Auszüge
daraus ggf. auf Anfrage an ein angeschlossenes Gerät, bspw. ein Steuergerät, übertragen
wird (werden), um diesem Gerät die für die Steuerung einer daran angeschlossenen
Vorrichtung erforderlichen Informationen zu liefern. Dabei kann die Kommunikation
zwischen dem Radarsensor und dem angeschlossenen Gerät nach einem festgelegten Muster
ablaufen, bspw. durch vollständige Übertragung aller Informationen nach jedem Meßdurchgang.
Andererseits ist es insbesondere auch zur Reduzierung der Datenmenge möglich, im
Rahmen eines Datensatzes zunächst nur die Positionswerte aller gefundenen Objekte
zu übertragen und dem angeschlossenen Gerät sodann Gelegenheit zu geben, diese Objekte
anhand ihrer Position zunächst vorzuselektieren und bei Bedarf alsdann weitere Informationen
über ggf. interessante Objekte anzufordern.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich dahingehend weiterbilden,
dass in einem angeschlossenen Gerät die Informationen der erkannten Objekte hinsichtlich
Position, Bewegungsrichtung, Radialgeschwindigkeit, etc. ausgewertet werden, um
zu erkennen, ob das Verhalten eines oder mehrerer dieser Objekte die Aktivierung
der betreffenden Vorrichtung erfordert. Hierbei hat sich eine Vorgehensweise als
zweckmäßig erwiesen, wobei die einem Objekt zugeordneten Verhaltensinformationen
hierarchisch geprüft werden: Gibt es bspw. ein Objekt, dessen Entfernung zu einer
anzusteuernden Tür kleiner ist als ein vordefinierter Schwellwert, muß diese Tür
geöffnet bzw. offengehalten werden. Eine weitere Abfrage ist in diesem Fall nicht
erforderlich. Ist andererseits dieser Schwellwert bei allen Objekten überschritten,
kann ggf. eine weitere Auswertung dahingehend erfolgen, ob sich wenigstens ein Objekt
mit einer vorgegebenen Mindestgeschwindigkeit der Tür nähert. Solchenfalls kann
anhand der Entfernung und/oder Richtung dieses Objekts entschieden werden, ob es
sich der Tür vermutlich in der Absicht einer Durchquerung nähert oder nur zufällig
nahe der Tür vorbeiläuft. Da infolge der Objekterkennung die zeitliche Bewegung
jedes Objektes erfaßt wird und ggf. gespeichert werden kann, läßt sich dessen Bewegungsbahn
berechnen und extrapolieren, um seine Absicht zu erkennen. Es ist daher ersichtlich,
dass durch das erfindungsgemäße Betriebsverfahren für einen Radarsensor die Möglichkeit
eröffnet wird, mit geringem Aufwand die automatische Auslösung eines Aktuators viel
feinfühliger zu steuern als dies bisher möglich gewesen ist.
Ein gattungsgemäßer Radarsensor zeichnet sich dadurch aus, dass die
Auswerteschaltung wenigstens eine Auswertebaugruppe umfaßt, um anhand des reflektierten
und empfangenen Signals oder daraus gewonnener Informationen einzelne Objekte zu
erkennen und ggf. Informationen über deren Position (bspw. Entfernung, Richtung)
und/oder Bewegung (bspw. Radialbewegungskomponente) zu bestimmen und in einander
zugeordneter Form insbesondere für Steuerungszwecke bereitzuhalten.
Die Auswerteschaltung des Radarsensors ist für die Extraktion der
relevanten Informationen aus dem hochfrequenten Empfangssignal optimiert.
Vorzugsweise umfaßt sie einen schnellen Analogteil, wo das Hochfrequenzsignal
anhand einfacher Operationen aufbereitet wird, um den weiteren Signalverarbeitungsaufwand
so gering als möglich zu halten. Die komplexen Verarbeitungsschritte, insbesondere
zur Bestimmung aller relevanten Informationen, werden bevorzugt anhand digitaler
Rechenalgorithmen ggf. von einem schnellen Signalprozessor durchgeführt. Abschließende
Auswertungen, bspw. zur richtigen Zuordnung der gefundenen Informationen zu einzelnen
Objekten, sowie die entsprechende Hinterlegung und Verwaltung dieser Informationen
können entweder auch einem derartigen Signalprozessor oder einem „normalen"
Mikroprozessor bzw. -controller übertragen sein.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass wenigstens eine Sendeantenne
an einen internen Oszillator gekoppelt ist. Aufgrund der besonderen Anforderungen
an HF-Leitungen trägt eine möglichst kurze und direkte Verbindung zwischen Oszillator
und Sendeantenne nicht unerheblich zur Kostensenkung bei. Darüber hinaus kann das
Oszillatorsignal direkt zu Auswertungszwecken herangezogen werden, bspw. zu einer
Überlagerung mit dem empfangenen Radarsignal.
Die Integration des Oszillators begünstigt eine Verstellung der Oszillatorfrequenz.
Hierzu kann bspw. von der Auswerteschaltung eine entsprechendes
Steuersignal generiert und an ein verstellbares, frequenzbestimmendes Element des
Oszillators, bspw. eine Kapazitätsdiode, übertragen werden, um die Sendefrequenz
zu variieren bzw. zu modulieren, bspw. entsprechend einem FMCW- oder FSK-Radarverfahren.
Darüber hinaus sind weitere Radarverfahren bekannt, bspw. die AM-,
ASK- oder Pulsverfahren; für diesen Zweck ist eine Verstellbarkeit der Ausgangsleistung
des internen Oszillators wichtig, was bspw. durch rasches Ein- und Ausschalten erfolgen
kann.
Weiterhin können an einem internen Oszillator wahlweise auch mehrere
Sendeantennen ankoppelbar sein, um durch unterschiedliche Charakteristika dieser
Sendeantennen das Sendeantennendiagramm zu verändern, insbesondere zum Ausleuchten
komplexer Überwachungsräume.
Eine bevorzugte Ausführungsform des Radarsensors umfaßt eine Baugruppe
zur Verknüpfung wenigstens eines empfangenen Signals mit einem gesendeten Signal,
mit der Absicht, die Unterschiede zwischen Sende- und Empfangssignal hervorzuheben.
Hierbei kann das empfangene Signal ggf. zuvor verstärkt werden. Eine bevorzugte
Art der Verknüpfung ist hierbei die Mischung, wobei ein Signalspektrum) mit der
Differenzfrequenz zwischen Sende- und Empfangssignal(spektrum) entsteht, welches
vergleichsweise niederfrequent ist und daher leicht ausgewertet werden kann, bspw.
um die Dopplerfrequenz zu ermitteln.
Dieser Erfindungsgedanke läßt sich dahingehend weiterbilden, dass
die Baugruppe für die Verknüpfung eines Empfangssignals mit dem gesendeten Signal
zwei Mischer umfaßt, denen wenigstens ein Eingangssignal, vorzugsweise das gesendete
Signal, in gegeneinander phasenverschobener Signallage zugeführt wird. Durch diese
Maßnahme kann verhindert werden, dass bei einer ungünstigen Phasenlage der zu mischenden
Signale (bspw. eine Phase von 180°) eine (teilweise) Auslöschung der Signale
auftritt, welche die Information eines zurückgestrahlten Signals verdeckt bzw. verschleiert.
Es werden hierbei vielmehr die komplexen Amplituden des Sende- und Empfangssignals
addiert bzw. gemischt, wobei die volle Amplitudeninformation erhalten bleibt.
Vorzugsweise wird (werden) das (die) Mischerausgangssignal(e) (je)
einem Verstärker zugeführt. Eine solche Platzierung eines Verstärkers an einem Mischerausgang
hat gegenüber dessen Anordnung vor dem empfangssignalseitigen Mischereingang den
Vorteil, dass sich eine verstärkerseitig hervorgerufene Phasenverschiebung nicht
als (virtuelle) Verlängerung der Signallaufzeit des reflektierten Radarsignals gegenüber
dem Sendesignal bemerkbar macht. Außerdem ist von dem Mischerausgangssignal nur
das niederfrequenteste Spektrum von Bedeutung, wo die Phasenverschiebung eines Verstärkers
aufgrund dessen Frequenzgangs erheblich niedriger ist als bei höheren Frequenzen.
Mit nur einer Empfangsantenne ist keine Unterscheidung möglich, aus
welcher Richtung ein empfangenes Signal stammt. Deshalb sieht die Erfindung die
Verwendung von mindestens zwei oder mehr Empfangsantennen vor. Damit gibt es für
die Richtungserkennung zwei Möglichkeiten:
Da die Empfindlichkeit einer Antenne richtungsabhängig ist und zum Rand einer „Empfangskeule"
hin abnimmt, so dass aus diesen Richtungen eintreffende Signale amplitudenmäßig
abgeschwächt empfangen werden, können zwei oder mehr Antennen derart angeordnet
werden, dass sich ihre Diagramme nicht identisch überdecken, sondern nur an den
Rändern überlappen. Bspw. lassen sich diese Empfangsantennen in unterschiedlichen
Vorzugsrichtungen orientieren, um durch Auswertung der betreffenden Empfangssignale
die Strahlrichtung eines reflektierten Signals in ein oder zwei Dimensionen auflösen
zu können. Da sich die Empfangskeulen nur mit ihren Randbereichen überlappen, stets
also ein Empfangssignal amplitudenmäßig gegenüber dem anderen überwiegt, läßt sich
in Kenntnis dieser Charakteristika sowie der Relativanordnung der Antennen anhand
des Amplitudenverhältnisses A1/A2 der Einstrahlwinkel &agr;
abschätzen. Eine Nichtlinearität der Funktion &agr;(A1/A2)
bereitet dabei keinerlei Probleme, da sie in Form einer Tabelle abgespeichert werden
kann. Diese Methode ist allerdings relativ ungenau und läßt nur eine ungefähre Winkelbestimmung
zu.
Viel genauer ist die Methode, zwei oder mehrere Empfangsantennen zu
verwenden, deren Antennendiagramme exakt gleich sind und sich räumlich überdecken.
Die Speisepunkte der Empfangsantennen liegen zwar räumlich sehr nahe beieinander,
haben aber doch einen räumlichen Abstand d in der Größenordnung einer halben Wellenlänge
&lgr;/2 der Sendefrequenz. Die Bestimmung des Einstrahlwinkels &agr; von einem Objekt
geschieht durch Vergleich der Phasenlagen &phgr;1, &phgr;2
der an den Mischerausgängen gewonnenen Empfangssignale. Etwa nach der Formel
&agr; = arcsin (&phgr;1 – &phgr;2)
läßt sich sodann der Ablageweinkel &agr; sehr genau bestimmen. Dabei kann die arcsin-Funktion
in Form einer Tabelle hinterlegt sein, um den Berechnungsaufwand zu reduzieren.
Dieses Verfahren wird als „Monopulsverfahren" bezeichnet.
Die Signale von zwei oder mehr Empfangsantennen können ggf. auf unterschiedlichen
Wegen verarbeitet werden: Sofern die Auswerteschaltung dazu in der Lage ist, können
die während einer einzigen Messung von zwei oder mehreren Antennen aufgefangenen
Signale für eine Verarbeitung herangezogen werden. Hierfür ist erforderlich, dass
für jede Empfangsantenne eine eigene Verknüpfungsbaugruppe, vorzugsweise mit jeweils
zwei Mischern, vorgesehen ist.
Falls dieser Aufwand jedoch als zu groß erscheint, können im Fall
einer Winkelauflösung durch Amplitudenauswertung auch zwei oder mehr Empfangsantennen,
deren Empfindlichkeitsmaxima in unterschiedliche Richtungen weisen, an die selbe
Verknüpfungsbaugruppe angeschlossen oder anschließbar sein. Bei einer Amplitudenauswertung
sind die dabei hervorgerufenen Meßfehler aufgrund der hohen Meßgeschwindigkeit gegenüber
den tatsächlichen Bewegungen der Objekte vernachlässigbar.
Um die aufeinanderfolgende Auswertung der Eingangssignale mehrerer
Antennen zu ermöglichen, ist eine Einrichtung zum Umschalten des Eingangssignalanschlusses
der Verknüpfungsbaugruppe zwischen den angeschlossenen Empfangsantennen erforderlich.
Eine solche Umschalteinrichtung kann bspw. ein oder mehrere Bauteile mit einer Schaltcharakteristik
umfassen, die zwischen (je) einem Antennensignalanschluß und einem Masse- oder sonstiges
Referenzpotential eingefügt sind, um selektiv ein Antennenausgangssignal kurzzuschließen.
Eine ähnliche Umschalteinrichtung kann auch verwendet werden, um wahlweise eine
von mehreren Sendeantennen an einen internen Oszillator anzuschließen.
Durch eine Verknüpfung von Sende- und Empfangssignal(spektrum) wird
die Information in einen erheblich niedrigeren Frequenzbereich herabtransformiert,
um die folgenden Auswertungen zu erleichtern. Andererseits sind im folgenden komplexe,
mathematische Operationen auszuführen, was aufgrund der erforderlichen Genauigkeit
besser anhand von Digitalwerten geschieht. Deshalb ist wenigstens ein Analog-Digital-Wandler
zur Digitalisierung von Abtastwerten eines von einem Empfangssignal abgeleiteten
Signals, bspw. Verknüpfungsprodukts, vorzusehen.
Um einen definierten Betrieb der Analog-Digital-Wandler sicherzustellen,
sollte jedem Mischerausgangssignal einer Verknüpfungsbaugruppe (je) ein Abtast-Halte-Glied
und/oder ein Analog-Digital-Wandler zugeordnet sein.
Für die nachfolgende Auswertung sind jeweils die gesamten Signalverläufe
über ein (kurzes) Zeitintervall hinweg erforderlich, bspw. in der Größenordnung
einer Periode des (niederfrequentesten) Signalanteils. Es muß daher eine Signalaufzeichnung
erfolgen, wobei in einem Speicher je nach dessen Beschaffenheit Signalverläufe (Analogspeicher)
oder digitalisierte Signalabtastwerte (Digitalspeicher) hinterlegt werden können.
Einen wichtigen Beitrag zur Auswertung eines oder mehrerer Empfangssignale
leistet eine Baugruppe zur Spektralanalyse, die im folgenden als Spektralanalysator
bezeichnet werden soll. Denn anhand der Ermittlung von Spektralanteilen aus Signalverläufen
oder Digitalwerten aufeinanderfolgender Signalabtastwerte können ggf. mehrere, von
unterschiedlichen Objekten hervorgerufene Dopplerfrequenzen voneinander unterschieden
und sodann je einem Objekt zu dessen Kennzeichnung zugeordnet werden.
Bevorzugt ist ein derartiger Spektrumsanalysator als Digitalfilter
ausgebildet, der solchermaßen konzipiert ist, dass er einer Eingangssignalfolge
aus dem Zeitbereich eine Ausgangssignalfolge zuordnet, welche ihrem Spektrum entspricht.
Es hat sich bewährt, die Komponenten bzw. Parameter des Digitalfilters
derart festzulegen, dass die davon gefilterten Signalfolgen einer schnellen Fouriertransformation
unterzogen werden. Ein derartiges Digitalfilter kann in Anbetracht der durch die
Überlagerung eliminierten Sendefrequenz und den aus den vergleichsweise niedrigen
Geschwindigkeiten der bewegten Objekte resultierenden, kleinen Dopplerfrequenzen
auf ein enges Frequenzspektrum eingestellt werden, so dass der Rechenaufwand minimiert
wird.
Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, dass der Spektrumsanalysator
und/oder ein die Spektralfolgen auswertender Baustein solchermaßen ausgebildet oder
beschalten ist, dass die aus den Abtastwerten der beiden Mischer einer Verknüpfungsbaugruppe
gewonnenen, digitalen Signalfolgen in jeweils wenigstens eine (die komplexen Amplituden
beschreibende) Spektralfolge umgesetzt werden. Damit erhält man die frequenz- und
damit objektbezogene Amplitudeninformation, um ggf. durch Vergleich der Werte für
zwei unterschiedliche Empfangsantennen leicht deren zugeordnete Richtung bestimmen
zu können. Außerdem kann als weitere Spektralfolge die (frequenzabhängige) Phasenverschiebung
ermittelt und abgespeichert werden, anhand der sodann – wiederum frequenz-
und damit objektbezogen – die Signallaufzeit und demzufolge die Entfernung
des betreffenden Objekts ermittelt werden kann.
Während der Spektrumsanalysator aufgrund der erforderlichen Rechenkapazität
bspw. als schneller Signalprozessor realisiert sein kann, ist für die nachfolgenden
Auswertungen nur eine verminderte Rechenleistung erforderlich, die auch von einem
Standard-Mikroprozessor oder gar von einem analog aufgebauten Funktionsnetzwerk
erbracht werden kann. Als Schnittstelle zwischen diesen Komponenten kann ein Speicherbaustein
zur Hinterlegung der gefundenen Spektralfolgen dienen, der zwecks Einspeicherung
von Daten an den Ausgang des Spektrumsanalysators gekoppelt sein sollte.
Im Rahmen der anschließenden Auswertung ist die Ermittlung von Extremwerten
wenigstens einer Signal- oder Spektralfolge vorteilhaft, bspw. um anhand von Amplitudenmaxima
einzelne, reflektierende Objekte erkennen zu können. Zu diesem Zweck sollte die
(sensorinterne) Auswertebaugruppe wenigstens einen Baustein mit einer entsprechenden
Funktionalität, bspw. einen Komparator, umfassen. Ein solcher Komparator kann so
aufgebaut sein, dass jeweils drei aufeinanderfolgende Signal- oder Spektralwerte
fn-1, fn, fn+1 miteinander verglichen werden, um festzustellen,
ob von diesen der mittlere fn am größten ist.
Die Erfindung erfährt eine vorteilhafte Weiterbildung dahingehend,
dass die (sensorinterne) Auswertebaugruppe wenigstens einen Baustein zur Definition
von Objekten anhand von deutlich erkennbaren (lokalen) Extrema einer oder mehrerer
Signal- und/oder Spektralfolgen umfaßt. Dies kann bspw. ebenfalls von einem Komparator
geleistet werden, der einen Vergleich aufgefundener Extremwerte mit einem Vergleichs-,
bspw. Mittelwert, vornimmt, um rauschbedingte, lokale Extremwerte auszublenden.
Sofern die (sensorinterne) Auswertebaugruppe wenigstens einen Baustein
zur Korrelation von zwei oder mehr Signal- oder Spektralfolgen umfaßt, können ggf.
durch die Signalaufbereitung eingefügte Pegel- oder Frequenzverschiebungen bspw.
bei den Empfangssignalen mehrerer Antennen kompensiert werden, insbesondere um eindeutig
die auf das selbe Objekt zurückzuführenden Extremwerte einander zuordnen zu können.
Sofern mehrere Empfangsantennen mit abweichender Ausrichtung vorhanden
sind, kann zur Richtungsauflösung eines Objektes im Rahmen der (sensorinternen)
Auswertebaugruppe wenigstens ein Baustein vorgesehen sein, um aus den unterschiedlichen
Amplituden einander entsprechender Spektralanteile der (mit dem Sendesignal gemischten)
Ausgangssignale mehrerer Empfangsantennen die Richtung zu dem betreffenden Objekt
aufzulösen. Dabei kann vorzugsweise der Quotient, ggf. aber auch die Differenz der
gemessenen Amplituden(extremwerte) gebildet werden, um aus dem solchermaßen normierten
Meßergebnis bspw. anhand einer Funktion oder Tabelle die Objektrichtung zu berechnen.
Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit, zwei oder mehr Antennen parallel
auszurichten. Sofern diese einen größeren Abstand (bspw. einige Meter) aufweisen,
kann eine Richtungsbestimmung anhand zweier Entfernungsmessungen vorgenommen werden
und sodann die Richtung anhand trigonometrischer Formeln berechnet werden. Bei Empfangsantennen
mit einem Abstand von etwa &lgr;/2 der Sendefrequenz oder weniger kann zur Richtungsauflösung
dagegen die Phasendifferenz auf die selbe Wellenfront zurückzuführender Reflexionssignalanteile
verwendet werden. Sofern die (sensorinterne) Auswertebaugruppe wenigstens einen
Baustein aufweist, um die unterschiedlichen Laufzeiten oder Phasenlagen einander
entsprechender Signalanteile der Ausgangssignale mehrerer Empfangsantennen zu bestimmen,
so kann dadurch eine Entfernungsmessung ersetzt werden.
Eine gezielte Auswertung im Hinblick auf einzelne Objekte ist dadurch
möglich, dass die (sensorinterne) Auswertebaugruppe wenigstens einen Baustein aufweist,
um eine Signalfolgensequenz mit einem (lokalen) Extremwert des reflektierten und
ggf. mit dem Sendesignal gemischten Empfangssignals für eine Spektralanalyse auszuwählen
und auf diesem Weg der Entfernung eines Objekts (Phasenlage der empfangenen Signalsequenz)
eine (radiale) Objektgeschwindigkeit (Amplitudenmaximum des Spektrums) zuzuordnen.
Eine derartige Auswertungsmethode und -schaltung ist dann von Vorteil, wenn sich
zwei Objekte mit der selben Radialgeschwindigkeit bewegen und daher nicht voneinander
getrennt werden können. Wenn sich diese Personen jedoch in unterschiedlichen Entfernungen
befinden, so ist eine räumliche Auflösung anhand der unterschiedlichen Signallaufzeiten
möglich, welche sich in einer zeitlichen Verschiebung der Reflektion eines Radarpulses
äußern. In diesem Fall muß allerdings das Sendesignal gezielt beeinflußbar sein.
Der erfindungsgemäße Radarsensor umfaßt wenigstens einen Speicherbaustein,
in welchem Speicherplätze für die einander zugeordnete Ablage von Informationen
(Entfernung, Richtung und/oder Radialgeschwindigkeit) über identifizierte Objekte
reserviert sind. Dieser Speicher verhilft dem erfindungsgemäßen Radarsensor zu einem
Gedächtnis, so dass die für die weitere Auswertung erforderlichen Daten zu einem
beliebigen Zeitpunkt, d.h. asynchron zu der Objektmessung, abgerufen werden können.
Indem ein sensorinterner Prozessor ebenfalls auf die Objektdaten der vorangehenden
Messungen) zurückgreifen kann, ist eine Integration neuerer Messungen in eine bestehende
Objektliste möglich, d.h. eine Pflege durch Aktualisierung bestehender Werte. Indem
somit die einzelnen Objekte über einen Längeren Zeitraum hinweg „sichtbar"
sind, kann ihr Verhalten ggf. von einer nachgeschalteten Auswertung bewertet werden,
um eine differenziertere Steuerung zu ermöglichen.
Von großer Bedeutung ist ferner ein Schnittstellenbaustein, der in
der Lage ist, in bestimmten Zeitintervallen und/oder auf Anfrage Informationen über
identifizierte Objekte an ein angeschlossenes Gerät, bspw. ein Steuergerät, zu senden.
Obgleich der Datenaustausch mit einem angeschlossenen Gerät auch über einen Speicherbaustein
mit mehreren Zugriffsmöglichkeiten (bspw. sog. „Dual-Port-RAM") erfolgen
könnte, so bietet ein eigener Schnittstellenbaustein aufgrund der schnellen Datenaktualisierung
in dem Speicher eine zuverlässige Möglichkeit zur Vermeidung von Lese- und/oder
Übertragungsfehlern. Sofern dieser bspw. in von einem internen Prozessor gesteuerter
Weise mit dem Speicherbaustein kommuniziert, so kann die Übertragung inkonsistenter
Daten (bspw. zum Zeitpunkt einer Datenaktualisierung) ausgeschlossen werden.
Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet für einen erfindungsgemäßen Radarsensor
bildet die Steuerung von ortsfesten Vorrichtungen, bspw. von Türöffnern in öffentlichen
Gebäuden, als Reaktion auf die Position und/oder Bewegung eines oder mehrerer Objekte,
insbesondere Personen. Hier lassen sich die Vorteile der Erfindung in besonderem
Umfang nutzen, indem bspw.
eine Anpassung an die besonderen, örtlichen Gegebenheiten vorgenommen
wird. Hierbei ist insbesondere eine Ausblendung von statischen Objekten (z. B. Litfaßsäulen)
möglich, also von Objekten, denen stets dieselbe Objekt-Kennzeichnung zugeordnet
bleibt, und deren Verhalten sich überdies nicht ändert. Deshalb kann bspw. die Übertragung
der solchen Objekten zugeordneten Daten von dem Sensor zu einem Steuergerät unterbleiben,
wodurch sich der Kommunikationsaufwand erheblich reduziert. Die Klassifizierung
von Objekten als „statisch" kann entweder von einer Installationsperson vorgenommen
werden, oder durch den Sensor selbst, indem dieser einem „langsamen Objekt"
nach einer gewissen Beobachtungszeit ein Merkmal „statisch" zuordnet. Dabei
können täglich wechselnde Objekte wie bspw. in der Sommerzeit vor einem Geschäft
aufgestellte Verkaufstische od. dgl. als solche erkannt und ausmaskiert werden.
Weitere Merkmale, Eigenschaften, Vorteile und Wirkungen auf der Basis
der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
der Erfindung sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigt:
1 ein Blockschaltbild einer ersten Ausführungsform
der Erfindung; sowie
2 ein Blockschaltbild einer modifizierten
Ausführungsform der Erfindung.
Das schematische Blockschaltbild aus 1
zeigt die Signalverarbeitungsbaugruppen eines erfindungsgemäßen Radarsensors
1. Hilfsbaugruppen wie Stromversorgung, Einstell- und Anzeigeelemente u.
dgl. sind aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen worden.
Die Steuerung und insbesondere Koordinierung der Aktivitäten der einzelnen
Baugruppen des Radarsensors 1 übernimmt ein Mikroprozessor oder sonstiges
Rechenwerk 2.
Beispielsweise kann der Mikroprozessor 2 über ein oder mehrere
Steuerleitungen 3 einen im Radarsensor 1 integrierten HF-Oszillator
4 steuern, d.h., hinsichtlich seiner Schwingfrequenz verstellen und/oder
ein- bzw. ausschalten (letztere Funktion kann auch durch Unterbrechung der Oszillatorausgangsleitung
5 erzielt werden), je nach dem verwendeten Radarverfahren („Puls"-Betrieb
oder „Continuous Wave"-Betrieb, etc.).
Über die Oszillatorausgangsleitung 5 gelangt das HF-Signal
ggf. nach Verstärkung zu der Sendeantenne 6 und wird von dieser als elektromagnetische
Welle abgestrahlt, vorzugsweise gerichtet.
Die elektromagnetische Radarwelle wird von Objekten in der Umgebung
der Sendeantenne 6 zurückgeworfen, bspw. von Personen und Gegenständen.
Während die Amplitude des zurückgeworfenen Signals von dem Reflexionsquerschnitt
und -vermögen des betreffenden Objektes abhängt, ist die Frequenz des reflektierten
Signals aufgrund des Dopplereffektes bei einer radialen Bewegungskomponente des
reflektierenden Objekts geringfügig gegenüber der Sendefrequenz verschoben. Das
reflektierte Signal gelangt zu wenigstens einer Empfangsantenne 7 des erfindungsgemäßen
Radarsensors 1, und durch Auswertung der Empfangsfrequenz kann die Radialgeschwindigkeit
eines reflektierenden Objekts ermittelt werden.
Aufgrund des Ausbreitungsmediums Luft ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit
des Radarsignals etwa gleich der Lichtgeschwindigkeit. Deshalb ist bspw. die Gesamtlaufzeit
einer Welle von der Sendeantenne 6 bis zu der Empfangsantenne
7 mit guter Näherung proportional zu der Entfernung des betreffenden Objekts
von dem Radarsensor 1 und kann daher für eine Entfernungsmessung verwendet
werden.
Schließlich können zusätzlich zu der Empfangsantenne 7 noch
eine oder mehrere weitere Empfangsantennen 8,9 vorgesehen sein,
um eine Auflösung des Raumwinkels zu einem reflektierenden Objekt feststellen zu
können.
Dabei ist es einerseits möglich, diese Antennen 8,9
etwa parallel zu der Empfangsantenne 7 auszurichten, jedoch seitlich und/oder
vertikal um etwa &lgr;/2 der Sendefrequenz versetzt anzuordnen, so dass die Wellenfront
einer an einem Objekt reflektierten Welle mit gleicher Phasenlage zu unterschiedlichen
Zeitpunkten an den beiden Antennen eintrifft, wenn die Objektrichtung nicht auf
einer Mittelebene zwischen den betreffenden Antennen liegt. Mit Hilfe trigonometrischer
Berechnungen läßt sich sodann aus dem Phasenversatz der empfangenen Signale die
Objektrichtung berechnen.
Andererseits ist es auch möglich, die Empfangsantennen 8,9
derart anzuordnen, dass ihr Empfindlichkeitsmaximum neben dem Empfindlichkeitsmaximum
der ersten Empfangsantenne 7 und/oder in einer anderen Raumrichtung liegt.
Beispielsweise liegt in 1 das Empfindlichkeitsmaximum
der Antenne 8 in derselben horizontalen Ebene wie das der Empfangsantenne
7; das Empfindlichkeitsmaximum einer (optionalen) Antenne 9 könnte
dagegen innerhalb einer vertikalen Ebene nach oben oder unten versetzt sein. Je
nach dem, ob sich ein reflektierendes Objekt näher dem Empfindlichkeitsmaximum der
Antenne 7 oder bspw. der Antenne 8 befindet, wird die Amplitude
des Empfangssignals 10;11 der betreffenden Antenne 7;8
die Amplitude an der anderen Antenne 8;7 übertreffen. Durch einen
Vergleich dieser Signalamplituden kann die (azimutale) Richtung eines Objekts gegenüber
dem Radarsensor 1 bestimmt werden. Dasselbe Verfahren angewandt auf die
Signalamplitude der vertikal versetzten Antenne 9 liefert dann die dritte
Koordinate eines Objekts, nämlich dessen Vertikalwinkel gegenüber der Horizontalen.
Die Antennen 7-9 können identisch oder unterschiedlich ausgeführt sein.
Wie man obigen Ausführungen entnehmen kann, enthält die reflektierte
Radarwelle alle erforderlichen Informationen, um die (zwei- oder dreidimensionale)
Position eines Objekts, insbesondere auch dessen Entfernung, und seine Radialgeschwindigkeit ermitteln
zu können. Diesem Zweck dienen die weiteren Signalverarbeitungskomponenten des Radarsensors
1: Der Auswertung der empfangenen Signale 10-12, um daraus die
gewünschten Informationen zu extrahieren, der Auflösung dieser Informationen nach
einzelnen Objekten insbesondere aus dem Nahbereich des Radarsensors 1,
und der objektbezogenen Abspeicherung, um sie für die Übertragung 11 an
ein angeschlossenes Gerät bereitzuhalten.
Zunächst werden die Empfangssignale 10-12 mit dem Sendesignal
5 des Oszillators 4 gemischt. Zu diesem Zweck ist in der Antennenleitung
5 der Sendeantenne 6 ein Element 14 zum Auskoppeln eines
Signalanteils eingefügt. Von dem Koppelelement 14 gelangt das Sendesignal
zu einer Verteilungsschiene 15, von wo es zur Mischung mit den Empfangssignalen
10–12 abgegriffen werden kann.
Bei der Ausführungsform nach 1 findet
jedes Empfangssignal 10-12 eigene, aber baugleiche Mischstufen vor, so
dass im folgenden nur die Mischstufe für das Empfangssignal 10 betrachtet
werden soll. Diese besteht aus zwei parallel betriebenen Mischern 16,17,
denen jeweils das Empfangssignal 10 zugeführt wird. Als zweites Eingangssignal
dient jeweils das Sendesignal 5,15, wobei jedoch die betreffenden
Zuleitungen 18,19 derart aufeinander abgestimmt sind, dass in
einer Zuleitung 19 zusätzlich eine &lgr;/4-Leitung eingefügt ist, die bei
der anderen Zuleitung 18 fehlt. Durch die zusätzliche Signallaufzeit ist
das an dem Mischer 17 über die Leitung 19 ankommende Sendesignal
5,15 um 90° gegenüber dem Signal auf der Leitung
18 phasenverschoben. Diese Struktur entspricht einem I/Q-Mischer (In-Phase/Quadrature).
Sie hat den Vorteil, dass aus den Mischerausgangssignalen 20,21
die vollständige komplexe Amplitude des Mischsignals bestimmbar ist, so dass sich
Amplituden- und Phasenanteil eindeutig ermitteln lassen.
Im Rahmen der Mischer 16,17 kann eine additive Signalzusammenführung
vorgesehen sein, wobei aus dem Summensignal sodann an einer nichtlinearen Kennlinie
bspw. einer Diode ein Oberwellenspektrum gebildet wird. Aus den Mischerausgangssignalen
20,21 werden sodann die niederfrequenten Anteile herausgefiltert
und unabhängig voneinander verstärkt 22,23. Andere Mischtechniken
(bspw. Multiplikative Mischung) sind ebenfalls möglich.
Die gefilterten und ggf. verstärkten Mischerausgangssignale
20,21 werden sodann für eine nachfolgende Auswertung abgetastet,
wobei die Abtastfrequenz fA nur dem doppelten Wert der höchsten, anzutreffenden
Dopplerfrequenz fD,max entsprechen muß: fA ≥ 2·fD,max.
Den Abtast-Halte-Bausteinen sind jeweils D/A-Wandler 24,25 zu-
bzw. nachgeordnet, welche aus den analogen Abtastwerten schließlich je eine Folge
von Digitalwerten bilden. Diese werden in einem digitalen Speicher 26 hinterlegt,
wo sie für die weitere Auswertung zur Verfügung stehen. Die Zweige, bestehend aus
Mischer 16,17, Filter, Verstärker 22,23, Abtastglied
und D/A-Wandler 24,25, sind bei dieser Ausführungsform pro Empfangsantenne
7-9 je zwei mal vorgesehen, so dass ein Parallelbetrieb aller Empfangsantennen
7-10 möglich ist.
Im Rahmen einer Radarmessung werden mit der zuvor beschriebenen Technik
die (herabgemischten) Empfangssignale 10-12 jeweils über ein kurzes Zeitintervall
(bspw. entsprechend der max. Signallaufzeit bis zu dem entferntesten, noch relevanten
Objekt) aufgezeichnet. Sodann werden die dabei entstandenen Signalfolgen auf ihre
Spektralanteile untersucht. Diese Aufgabe übernimmt ein schneller Signalprozessor
27, der zu diesem Zweck auf die abgespeicherten 26 Signalfolgen zugreifen
kann. Der Signalprozessor 27 arbeitet bspw. nach dem Verfahren der schnellen
Fouriertransformation (DFT = Digitale Fouriertransformation) und liefert daher in
kürzester Zeit die entsprechenden Spektralfolgen, die sodann wieder in dem Speicher
26 abgelegt werden. Der Signalprozessor 27 erhält seine Anweisungen
von dem Mikroprozessor 2, wodurch seine Aktivität mit den übrigen Auswertungsschritten
koordiniert wird.
Nun kann der Mikroprozessor 2 die ermittelten Spektralfolgen
untersuchen, wobei zunächst die Spektralfolgen des 1- und Q-Mischers desselben Empfangssignals
10-12 zusammengeführt werden (bspw. durch Addition der Amplitudenquadrate
einander entsprechender Spektralanteile), um bspw. komplexe Amplituden zu bilden.
Diese (komplexen) Amplituden können auf Extremwerte untersucht werden,
um reflektierende Objekte zu erkennen. Diese Spektralwerte liefern sodann gleichzeitig
die Radialgeschwindigkeit des betreffenden Objekts.
Indem die objektbezogenen (komplexen) Amplitudenwerte mehrerer Empfangssignale
10-12 in Relation zueinander gesetzt werden, kann ggf. anhand einer Tabelle
die Richtung zu dem betreffenden Objekt gefunden werden.
Anhand der gesamten Laufzeit &tgr; eines reflektierten Signals und
dessen Dopplerfrequenz kann schließlich auf die Entfernung des betreffenden Objekts
geschlossen werden, wozu in dem Mikroprozessor 2 und/oder Signalprozessor
27 weitere Algorithmen implementiert sind. Zur Ermittlung der Laufzeit
&tgr; einer gesendeten und reflektierten Radarwelle das Sendesignal 4 ist
es bspw. möglich, die Schwingfrequenz des Oszillators 4 für zwei kurze,
in einem bspw. stufenförmig verstellbaren Abstand &Dgr;t aufeinanderfolgende Zeitfenster
vorzugsweise gegensinnig gegenüber einer Oszillator-Mittenfrequenz f0
zu verstellen, bspw. auf f1 und f2. Entspricht die Gesamtlaufzeit
&tgr; der Radarwelle zu einem Objekt und zurück gerade der Verzögerung &Dgr;t zwischen
den beiden Zeitfenstern (&Dgr;t≈&tgr;), so entstehen in der Mischerstufe
16,17 Überlagerungssignale 20,21 mit der Frequenz
(f1+fD-f2), die herausgefiltert werden können (bspw,
wenn fD erheblich kleiner ist als f1-f2) oder bei
der Spektralanalyse feststellbar sind und solchenfalls erkennen lassen, dass sich
ein Objekt in der entsprechenden Entfernung aufhält. Da f1 und f2
bekannt sind, läßt sich fD bestimmen und kann verwendet
werden, um den gefundenen Entfernungswert genau einem Objekt zuzuordnen.
Andererseits ist es auch möglich, zwecks Entfernungsbestimmung die
Frequenz des Oszillators 4 entlang einer Rampe hochzufahren, so dass die
ankommenden Signale 10-12 in den Mischerstufen 16,17
auf ein hinsichtlich seiner Frequenz bereits verstelltes Sendesignal 5,15
stoßen, so dass aus der meßbaren Frequenz des Überlagerungssignals 22,23
die Laufzeit &tgr; der empfangenen Radarwelle und damit die Entfernung des reflektierenden
Objekts ermittelt werden kann.
Schließlich obliegt es dem Prozessor 2, die Informationen
über gefundene Objekte und deren Zustand (Ort, Geschwindigkeit) in Form einer Objektliste
zusammenzuführen und solchermaßen geordnet in dem Speicher 27 zu hinterlegen.
Von dort werden diese Informationen bei Bedarf ausgelesen und an einen Schnittstellenbaustein
28 übertragen, der sie gemäß einem festgelegten Protokoll an ein angeschlossenes
Gerät sendet 13. Hierbei kann die Datenübertragung 13 parallel
oder seriell erfolgen, sowohl über Kabel als auch über Lichtleiter oder eine Infrarot-
oder Funkschnittstelle. Der Datenaustausch 13 findet in regelmäßigen Zeitabständen
statt, und/oder auf Anfrage des angeschlossenen Geräts. Im letzteren Fall ergibt
sich eine bidirektionale Kommunikation, wobei der Radarsensor 1 auf vordefinierte
Anweisungen reagiert, bspw. durch Übertragen 13 der Zustandsvariablen eines
gewünschten Objekts, das durch eine zugeordnete Nummer gekennzeichnet sein kann.
Um ein angeschlossenes Gerät nicht durch eine unübersichtliche Objektliste
zu verwirren, wird die Objektliste von dem Prozessor 2 gepflegt. D.h.,
es wird nicht bei jeder neuen Messung eine völlig neue Objektliste erstellt, sondern
es wird versucht, die Objekte der neuen Messung in der bestehenden Objektliste wiederzufinden,
so dass nur deren Zustandsvariable mit den jeweils aktuellen Werten überschrieben
werden. Dies kann bspw. dadurch erfolgen, dass eine, mehrere oder alle Objekt-Zustandsvariablen
jeweils quantisiert abgespeichert werden, d.h., der zulässige Wertebereich ist in
eine bestimmte Anzahl von Bereichen unterteilt und zu jedem Bereich werden die Nummern
der darin enthaltenen Objekte hinterlegt. Bei einem neu gemessenen Objekt wird dann
der entsprechende Wertebereich bestimmt, und schon kann anhand der vorangehenden
Messung die Menge der in Frage kommenden Objekte ausgelesen werden.
Durch eine derartige Pflege der Objektliste ist es einem angeschlossenen
Gerät möglich, einzelne Objekte über einen größeren Zeitraum hinweg zu beobachten
und hinsichtlich ihres Verhaltens einzuklassifizieren, bspw. in dauerhaft statische
Objekte (z.B. Verkaufstische), vorübergehend statische Objekte (z.B. sich unterhaltende
Personen), langsame Objekte (z.B. Passanten), zielgerichtete Objekte (z.B. Personen,
die sich mit etwa gleichbleibender Geschwindigkeit nähern), schnelle Objekte (z.B.
Autos), etc. Dadurch kann eine Vielzahl von Objekten für den betreffenden Anwendungsfall
von vorneherein als nicht relevant eingestuft werden.
In 1 sind die digitalen Bausteine
2,24-28 in einem „digitalen Verarbeitungsblock"
29 zusammengefaßt. Damit soll angedeutet werden, dass zwei oder mehrere
dieser Komponenten in einer Hardware-Komponente zusammengefaßt sein können.
Zur möglichst vollständigen Ausleuchtung auch unübersichtlicher Überwachungsbereiche
kann die modifizierte Ausführungsform eines Radarsensors 1' gemäß
2 Verwendung finden. Dies ist bspw. wichtig bei Türanwendungen,
wo das Gebiet unterhalb der Türzarge von einem normalen, nach vorne gerichteten
Radarstrahl nicht erfaßt wird. Andererseits stellt gerade dieser Raum eine Gefahrenzone
für dortige Objekte dar, insbesondere für gestürzte Personen.
Um auch diese Bereiche zu beleuchten, besteht die Möglichkeit, eine
Antennendiagrammverstellung an der Sendeantenne und/oder an der/den Empfangsantennen
7,8 vorzunehmen. In der Praxis hat sich als sinnvoller die Verstellung
des Sendeantennendiagramms erwiesen, da die Sendeantenne im Gegensatz zu den Empfangsantennen
vergleichsweise einfach aufgebaut ist.
Eine derartige Verstellung des Sendeantennendiagramms läßt sich mit
vergleichsweise geringem Aufwand bewerkstelligen, indem zwei Sendeantennen
6a,6b vorgesehen sind, welche in unterschiedliche Richtungen orientiert
werden, um den gesamten, relevanten Bereich ausleuchten zu können. In diesem Fall
empfiehlt es sich, bei jeder Radarmessung nur eine Sendeantenne 6a,6b
mit dem Oszillator 4 zu verbinden 5a,5b, so dass durch
eine derartige Antennenumschaltung sich entsprechend das Sendeantennendiagramm in
der gewünschten Weise ändert.
Dies leistet eine HF-Umschaltanordnung 30, die von dem Prozessor
2 über eine Steuerleitung 31 umgeschalten werden kann. Die HF-Umschaltanordnung
ist in Mikrostreifenleitungstechnik aufgebaut, deren Ersatzimpedanzen
32–38 in 2 als konzentrierte Bauelemente
eingezeichnet sind. Bemerkenswert ist, dass die Sendesignale 5a,5b
über eine Mikrostreifenleitung 38 und eine Verzweigungsstelle
44 beiden Antennen 6a,6b zugeführt werden können. Andererseits
lassen sich die Spannungspotentiale vor den Antennen 6a,6b an
diesen vorgeordneten Schaltungsknoten 39,40 über je eine Diode
41,42 gegen die Schaltungsmasse 43 kurzschließen. An
der Verzweigungsstelle 44 wird andererseits die Steuerspannung
31 über einen Widerstand 45 oder eine Induktivität zugeführt.
Diese Spannung 31 dient zur Einstellung des Gleichspannungspotentials der
Mikrostreifenleiter 32-37 ggf. samt angekoppelter Sendeantennen
6a,6b, während das Signal des Oszillators 4 in galvanisch
entkoppelter Form, d.h. gleichspannungsfrei, zugeführt wird, bspw.
über einen Kondensator 46. Die eingekoppelte Steuerspannung 31
wird zum Umschalten zwischen den beiden Antennen 6a,6b umgepolt.
Ist die Steuerspannung 31 und damit das Potential an den Knotenpunkten
39,40,44 positiv, so sperrt die Diode 41, deren
Anode an Masse 43 liegt, während die Diode 42 leitet, da diese
über ihre Kathode mit Massepotential 43 verbunden ist. Da die Diode
42 leitet, schließt sie das Signal 5b vor der Sendeantenne
6b kurz. Das Sendesignal 5a gelangt von der Verzweigungsstelle
44 nur zu der Antenne 6a. Bei negativer Steuerspannung
31 leitet dagegen die Diode 41 und schließt den Sendesignalzweig
5a kurz, so dass das Sendesignal 5b nur zu der Antenne
6b geleitet wird. Sofern die Impedanzen 34,37 vergleichsweise
groß sind im Verhältnis zu den Impedanzen 32,33 sowie 35,36, wird
dabei das jeweils nicht kurzgeschlossene Sendesignal 5a,5b nach
Art eines Spannungsteilers 34,37 nur etwa auf die halbe Amplitude
des Oszillatorausgangssignals 5 abgeschwächt.
Mit einer derartigen Antennenumschaltung 30 kann eine Antennendiagrammverstellung
auf zweierlei Weise erfolgen: Einerseits ist eine direkte Umschaltung der Hauptstrahlrichtung
der Sendekeule möglich, sozusagen ein elektronisches Schielen. Andererseits kann
bspw. durch Verwendung unterschiedlicher Antennentypen 6a,6b die
Breite des Antennendiagramms verändert werden.