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Dokumentenidentifikation DE60003791T2 05.02.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001156798
Titel FELBAMAT-DERIVATE
Anmelder The University of Virginia Alumni Patents Foundation, Charlottesville, Va., US
Erfinder MACDONALD, L., Timothy, Charlottesville, US;
MILLER, A., Thomas, New York, US;
THOMPSON, D., Charles, Belmont, US;
DIECKHAUS, M., Christine, North Wales, US
Vertreter Kador und Kollegen, 80469 München
DE-Aktenzeichen 60003791
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 08.02.2000
EP-Aktenzeichen 009071994
WO-Anmeldetag 08.02.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/US00/03147
WO-Veröffentlichungsnummer 0000047202
WO-Veröffentlichungsdatum 17.08.2000
EP-Offenlegungsdatum 28.11.2001
EP date of grant 09.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.02.2004
IPC-Hauptklasse A61K 31/27
IPC-Nebenklasse A61K 31/421   A61K 31/5375  

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft neue Derivate von 2-Phenyl-1,3-propandioldicarbamat (Felbamat) und die Verwendung dieser Derivate als therapeutische Mittel. Insbesondere können Zusammensetzungen, die die erfindringsgemäßen Felbamat-Derivate umfassen, verabreicht werden, um das Auftreten und die Heftigkeit von epileptischen Anfällen zu vermindern und eine durch Hypoxie hervorgerufene Schädigung, die durch einen ischämischen Zustand entsteht, zu verhindern.

Allgemeiner Stand der Technik

Felbamat (2-Phenyl-1,3-propandioldicarbamat) ist eine bekannte pharmazeutische Verbindung, die in US-Patenten Nr. 2,884,444 und 4,868,327 beschrieben worden ist, auf deren Beschreibungen hier ausdrücklich Bezug genommen wird. Felbamat, das in WO-A-9406737 offenbart ist, ist ein Modulator der NMDA- (N-Methyl-D-aspartat-) Rezeptorfunktion und ein Glycin-Ortsantagonist, es wurde jedoch auch von anderen Wirkungsmechanismen berichtet.

Es wurde auch berichtet, daß Felbamat am AMPA/Kainat-Rezeptor in Wechselwirkung tritt, die Funktion des GABA-Rezeptors erleichtert und die Na.sup.+-Kanalkonduktanz moduliert. Es wurde auch nachgewiesen, daß Felbamat den verzögerten Nervenzelltod nach dem von Kainsäure (kainic acid) induzierten Status epilepticus bei Tieren vermindert. Glycin oder d-Serin konnten die entkrampfende und ischämische Schutzwirkung von Felbamat funktionell umkehren.

Felbamat wurde; für die Verwendung bei der Behandlung verschiedener neurologischer Störungen vorgeschlagen, die die Kontrolle von epileptischen Anfällen einschließen. US-Patent Nr. 4,978,680 offenbart z. B. die Verwendung von Felbamat für die Verhinderung und Kontrolle epileptischer Anfälle; US-Patent Nr. 5,082,861 betrifft die Verwendung von Felbamat zur Verhinderung und Kontrolle epileptischer Anfälle, die mit komplexen partiellen Anfällen verbunden sind; und US-Patent Nr. 5,292,772 betrifft die Verwendung von Felbamat zur Verhinderung und Kontrolle von epileptischen Anfällen, die mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom verbunden sind. Die Beschreibungen von US-Patenten Nr. 4,978,680, 5,082,861 und 5,292,772 werden hier ausdrücklich als Bezug erwähnt.

Es wurde auch berichtet, daß Felbamat die Wirkung hat, eine Zellschädigung zu vermindern, die durch eine vaskuläre Wiederdurchblutung entsteht (US-Patent Nr. 5,462,966), um eine Gewebeschädigung zu verhindern und zu behandeln, die durch einen ischämischen Zustand entsteht (US-Patent Nr. 5,055,489). Zusammensetzungen, die Felbamat umfassen, können z. B. verabreicht werden, um eine durch Hypoxie hervorgerufene Schädigung zu kontrollieren oder zu verhindern, die durch einen Schlaganfall und andere zerebrale ischämische Zustände entsteht. Die Beschreibungen von US-Patenten Nr. 5,462,966 und 5,055,489 werden hier ebenfalls ausdrücklich als Bezug erwähnt.

Felbamat wurde im Juli 1993 für die Behandlung verschiedener Formen von Epilepsie zugelassen. Felbamat zeigte während vorklinischer und klinischer Versuche einen hervorragenden therapeutischen Index, wobei nur relativ milde Nebenwirkungen beobachtet und/oder genannt wurden. Im ersten Jahr seiner Zulassung wurden in den USA zwischen 100000 und 125000 Patienten einer Felbamat-Therapie unterzogen. Im ersten Jahren der umfangreichen Verwendung von Felbamat wurde jedoch von schädlichen Reaktionen berichtet, insbesondere von aplastischer Anämie und einer Hapatotoxizität. (Siehe Pennen et al., Neurology. 45, 456–460 (1995) und O'Neil et al., Neurology. 46, 1457–1459 (1996)). Die Schwere und Häufigkeit des Auftretens dieser Nebenwirkungen veranlaßte die FDA im August 1994 zu der Empfehlung, die Patienten aus der Felbamat-Therapie zu nehmen, wenn nicht der Vorteil der Kontrolle der Anfälle die Gefahr der genannten Toxizitäten überwog.

Die vorliegende Erfindung betrifft Felbamat-Derivate und deren Stoffwechselprodukte, die dem Felbamat ähnliche therapeutische Eigenschaften ohne die bei der Verabreichung von Felbamat beobachteten schädlichen Reaktionen zeigen. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden diese Felbamat-Derivate für die Behandlung neurologischer Störungen und zur Verhinderung und/oder Kontrolle einer Gewebeschädigung verwendet, die durch den Zustand einer Hypoxie entsteht. Insbesondere wird angenommen, daß die erfindungsgemäßen neuen Verbindungen für die Behandlung von epileptischen Anfällen und zur Verhinderung oder Abschwächung einer Zellschädigung vorteilhaft sind, die durch eine myokardialen oder zerebralen ischämischen Zustand hervorgerufen wird.

Es hat sich gezeigt, daß die in dieser Erfindung offenbarten Derivate von Felbamat eine Aktivität als Nervenschutzmittel haben, und es wird angenommen, daß sie biologische Aktivitäten aufweisen, die denen der Felbamat-Stammverbindung ähnlich sind. Die erfindungsgemäßen Verbindungen wurden jedoch modifiziert, um die Bildung von Stoffwechselprodukten zu verhindern, von denen angenommen wird, daß sie die mit der Verwendung von Felbamat verbundenen schädlichen Reaktionen verursachen. Folglich wird erwartet, daß die erfindungsgemäßen Felbamat-Derivate Felbamat bei allen therapeutischen Anwendungszwecken ersetzen können, die für Felbamat vorgeschlagen worden sind. Außerdem haben viele dieser Derivate bessere Aktivitäten, wodurch die Verabreichung kleinerer therapeutisch wirksamer Dosierungsformen möglich ist.

Kurze Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft neue Verbindungen der allgemeinen

Formel:



worin X aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus


besteht und R1, R7, R8, R9 und R10 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkylgruppe, -NR5R6, einer Hydroxylgruppe und einer Alkoxygruppe besteht, R2 ein Halogen ist, R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist und R5 und R6 unabhängig eine C1-C4-Alkylgruppe sind. Diese neuen Verbindungen sind Derivate von Felbamat, und insbesondere wurde die ursprüngliche Felbamatstruktur modifiziert, um die Bildung des Stoffwechselproduktes 2-Phenylpropenyl (Atropaldehyd) bei der Verabreichung an Warmblüter zu verhindern. Es wird angenommen, daß die Bildung von Atropaldehyd für die Nebenwirkungen verantwortlich ist, die mit der Verabreichung von Felbamat verbunden sind. Diese Felbamat-Derivate zeigen ähnliche Aktivitäten wie Felbamat ohne die Gefahr der Toxizitäten, die mit der Verabreichung von Felbamat verbunden ist. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden Zusammensetzungen, die ein Felbamat-Derivat umfassen, einem Patienten verabreicht, um bei einer systemischen und neurologischen Erkrankung einen Nervenschutz zu bieten und eine Gewebeschädigung zu behandeln, die sich durch ischämische Zustände ergibt. Die Verbindungen können prophylaktisch, akut, subakut oder chronisch auf intravenösem, oralem oder rektalem Weg verabreicht werden.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Bei der Beschreibung und Beanspruchung dieser Erfindung wird folgende Terminologie gemäß der nachstehenden Definitionen angewendet.

Der Begriff "pharmazeutisch verträglicher Träger" umfaßt hier irgendeinen üblichen pharmazeutischen Träger, wie eine mit Phosphat gepufferte Kochsalzlösung, Wasser und Emulsionen, wie Öl-in-Wasser- oder Wasser-in-Öl-Emulsionen und verschiedene Arten von Benetzungsmitteln.

Der Begriff "wirksame Menge" steht für eine Menge, die ausreicht, um den ausgewählten Effekt hervorzurufen. Eine wirksame Menge eines die Nerven schützenden Felbamat-Derivats ist z. B. eine Menge des Wirkstoffs, die ausreicht, um das Auftreten und die Schwere von epileptischen Anfällen deutlich zu verringern. Eine wirksame Menge eines Hypoxie abschwächenden Felbamat-Derivats ist eine Menge des Wirkstoffs, die ausreichend ist, um eine Zellschädigung zu verhindern oder deutlich zu verringern, die durch Koronaarterienverschluß/Wiederdurchblutung oder einen anderen Hypoxie hervorrufenden Zustand entsteht.

Die allgemeinen chemischen Begriffe, die bei der Beschreibung der erfindungsgemäßen Verbindungen verwendet werden, haben ihre übliche Bedeutung. Der Begriff "Alkyl" selbst oder als Teil eines anderen Substituenten bedeutet z. B. eine geradkettige oder verzweigte aliphatische Kette mit der angegebenen Anzahl von Kohlenstoffatomen.

Der Begriff "Halogen" umfaßt Brom, Chlor, Fluor und Iod.

Der Begriff "parenteral" bedeutet nicht nur über den Weg der Nahrungsaufnahme sondern auch irgendeinen anderen Weg, wie subkutan, intramuskulär, intraspinal oder intravenös.

Der Begriff "Behandlung" schließt hier eine Abschwächung der Symptome, die mit einer bestimmten Erkrankung oder einem bestimmten Zustand verbunden sind, und/oder die Verhinderung oder Beseitigung dieser Symptome ein.

Es wurde folgender Stoffwechselweg (Schema I) von Felbamat (l) vorgeschlagen, der zum reaktiven Stoffwechselprodukt 3-Carbamoyl-2-phenylpropionaldehyd (3) führt.

Schema I

Der Stoffwechsel von Felbamat

3-Carbamoyl-2-phenylpropionaldehyd (3) ist vermutlich das reaktive Zwischenprodukt bei der Oxidation von 2-Phenyl-1,3-propandiolmonocarbamat (2) zum wesentlichen Stoffwechselprodukt beim Menschen 3-Carbamoyl-2-phenylpropionsäure (4). Außerdem wurde festgestellt, daß das Aldehydcarbamat (3) einer spontanen Eliminierung unterliegt, wodurch das &agr;,&bgr;-ungesättigte Aldehyd 2-Phenylpropenal (5) gebildet wird, das allgemein als Atropaldehyd bekannt ist. Es wurde vorgeschlagen, daß Atropaldehyd eine Rolle bei der Entstehung der Toxizität bei der Felbamat-Therapie spielt.

Der Beweis für die Bildung von Atropaldehyd in vivo wurde bei der Identifizierung der modifizierten N-Acetyl-Cystein-Konjugate 7 und 8 von Atropaldehyd sowohl im Urin des Menschen als auch der der Ratte nach der Verabreichung von Felbamat geführt. Die Identifizierung von von Atropaldehyd stammenden Mercaptursäuren im Urin nach der Verabreichung von Felbamat stimmt mit der Hypothese überein, daß in vivo Atropaldehyd entsteht und daß es mit Thiol-Nucleophilen reagiert.

Auf der Basis der Hypothese, daß die mit der Verabreichung von Felbamat verbundene Toxizität direkt mit der erzeugten Menge von Atropaldehyd in Zusammenhang steht, richtet sich die vorliegende Erfindung auf die Entwicklung einer neuen Klasse von Mitteln, die strukturell mit Felbamat verwandt sind, die nicht dem Stoffwechsel zu Atropaldehyd unterliegen können.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird das Benzil-Wasserstoffatom des Felbamats (1) durch einen Substituenten "R2" ersetzt, wie es im folgenden Stoffwechselschema (Schema II) gezeigt ist. R2 ist ein Halogen, und ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel ist der Substituent ein Fluoratom.

Schema II

Von Felbamat abgeleitete Mittel

Fluorfelbamat (12) und Fluormonocarbamatfelbamat (13) sind Derivate bekannter Mittel gegen Epilepsie. Diese Mittel stellen eine neue Klasse von Mitteln gegen Epilepsie dar, die, obwohl sie dem Felbamat strukturell ähnlich sind, das Stoffwechselprofil von Felbamat nicht aufweisen und keine schädlichen Reaktionen, wie die mit der Verwendung von Felbamat verbundenen, hervorrufen.

Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können diese Verbindungen weiter modifiziert werden, so daß sie in der p-Position des Benzolrings des Felbamat-Derivats Substituenten aufweisen, um die Bildung anderer möglicher toxischer Spezies über den Cytochrom P450-Weg auszuschließen. Diese mögliche, von Cytochrom P450 vermittelte Toxizität kann mit den 2-substituierten 2-Phenyl-1,3-propandioldicarbamat-Derivaten der vorliegenden Erfindung verbunden sein, indem elektrophile Spezies, wie 19, gebildet werden, die auch vom Dihydroxyfelbamat, einem bekannten Stoffwechselprodukt von Felbamat, gebildet werden können. Felbamat-Derivatverbindungen, die in der p-Position substituiert sind, werden durch bestimmte Verbindungen aus der Stoffwechselgruppe von Cytochrom P450 daran gehindert, metabolisiert zu werden. Zwei bevorzugte Verbindungen sind z. B. Difluorfelbamat (23) und Difluormonocarbamatfelbamat (24). Diese Felbamat-Derivate können nicht zu Atropaldehyd metabolisiert werden, und deren Stoffwechsel durch bestimmte Verbindungen aus der Stoffwechselgruppe von Cytochrom P450 ist ebenfalls blockiert.

p-fluorsubstituierte Derivate von Felbamat

Die vorliegende Erfindung umfaßt auch die Derivate von potentiell aktiven Stoffwechselprodukten von Felbamat. Insbesondere schließt dies Fluoroxazinandion 16 und Difluoroxazinandion ein, die Derivate des Stoffwechselproduktes Oxazinondion 9 von Felbamat sind. Die Struktur von Oxazinandion 9 birgt eine interessante Ähnlichkeit mit verschiedenen anerkannten Wirkstoffen gegen Epilepsie, einschließlich Phenobarbital, Phenytoin, Oxazinandion, Metharbital und Ethotion, wie es nachstehend gezeigt ist:

Deshalb wird angenommen, daß das Oxazinandion 9 für einige Gesichtspunkte der in vivo Wirksamkeit von Felbamat verantwortlich ist. Da Patienten, die einer Felbamat-Therapie unterzogen werden, um Anfälle zu kontrollieren, große Mengen Felbamat (Gramm pro Tag) aufnehmen, kann sogar eine 1 bis 2%ige Umwandlung in ein pharmakologisch wirksames Stoffwechselprodukt signifikante Einflüsse haben. Das kann eine wichtige Rolle bei der bei Felbamat beobachteten Kontrolle von Anfällen spielen, besonders wenn das Stoffwechselprodukt (d. h. das Oxazinandion) eine stärkere Verbindung ist. Angesichts der Möglichkeit, daß das Oxazinandion 9 eine Stoffwechselproduktvorstufe für das wesentliche Stoffwechselprodukt beim Menschen, das Säurecarbamat 4, ist, kann es in deutlichen Mengen erzeugt werden (es wurde berichtet, daß das Säurecarbamat ~12% der Dosis ausmacht). Da festgestellt wurde, daß die Stammverbindung Oxazinandion 9 bei relevanten pH-Werten instabil ist, werden Oxazinandione 16 als Kandidaten für die Entwicklung möglicher Mittel gegen Epilepsie angesehen. Zu dieser Klasse gehören auch die cyclischen Verwandten 21 und 22, die aus Felbamat-Derivaten erzeugt werden können (siehe Schema II). Dazu gehört auch 20, das ein unbekanntes Stoffwechselprodukt von Felbamat 1 sein kann und durch den Stoffwechsel mit Cytochrom P450 aus dem Felbamat-Derivat 12 erzeugt werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird eine neurologische Störung oder ein örtlicher ischämischer Zustand (myokardiale oder zerebrale Ischämie) durch die Verabreichung einer Verbindung behandelt, die die allgemeine Struktur hat:



worin X aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus


besteht und R1 und R7 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkylgruppe, -NR5R6, einer Hydroxyl- und Alkoxygruppe besteht, R2 Cl oder F ist, R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist und R5 und R6 unabhängig eine C1-C4-Alkylgruppe sind.

In einer anderen Ausführungsform wird eine neurologische Störung oder ein örtlicher ischämischer Zustand (mykardiale oder zerebrale Ischämie) behandelt, indem eine Verbindung mit der allgemeinen Struktur:



worin X aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus


besteht und R1 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkylgruppe, -NR5R6, einer Hydroxyl- und Alkoxygruppe besteht, R2 Cl oder F ist, R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist und R5 und R6 unabhängig eine C1-C4-Alkylgruppe sind,

einem Patienten verabreicht wird, um eine neurologische Störung oder myokardiale oder zerebrale Ischämie zu behandeln.

Nach einer Ausführungsform wird die Verbindung aus der Gruppe ausgewählt, die aus



besteht, worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkylgruppe, -NR5R6, einer Hydroxylgruppe besteht; R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist und R5 und R6 unabhängig eine C1-C4-Alkylgruppe sind,

und wird einem Patienten verabreicht, um eine neurologische Störung oder myokardiale oder zerebrale Ischämie zu behandeln.

Nach einer weiteren Ausführungsform wird die Verbindung aus der Gruppe ausgewählt, die aus



besteht, worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H oder einem Halogen besteht, R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist und R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist, und in einer bevorzugten Ausführungsform wird diese Verbindung aus der Gruppe ausgewählt, die aus


besteht, worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, F, Cl, CF3 und einer Hydroxylgruppe besteht, und R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist. In einer bevorzugten Ausführungsform sind R1 H oder F und R3 -OCONH2.

Die Zusammensetzungen, die das erfindungsgemäße Felbamat-Derivat enthalten, können verwendet werden, um Patienten zu behandeln, die an neurologischen Störungen, wie epileptischen Anfällen, leiden, oder können verwendet werden, um Wiederdurchblutungsverletzungen zu verhindern oder zu behandeln, die durch einen Schlaganfall, einen myokardialen Infarkt und Verletzungen des Typs entstehen, bei denen das Rückenmark perfundiert wird. Es wird angenommen, daß die erfindungsgemäßen Felbamat-Derivate auch bei der Behandlung von Zuständen verwendet werden können, die durch das Vorhandensein reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) gekennzeichnet sind.

Für die Verabreichung an einen Patienten kann das erfindungsgemäße Felbamat-Derivat mit pharmazeutisch verträglichen Trägern, Stabilisierungsmitteln, löslichmachenden Mitteln und Füllstoffen kombiniert werden, die dem Fachmann bekannt sind. Die Zusammensetzungen können unter Verwendung von üblichen Trägern für die Verabreichung und Standardformulierungen für die orale, parenterale oder transdermale Verabreichung formuliert werden.

Nach einer Ausführungsform kann ein Patient, der an einer neurologischen Störung oder einer Wiederdurchblutungsverletzung leidet, mit den Felbamat-Derivaten und/oder den Stoffwechselprodukten der Felbamat-Derivate behandelt werden, um die mit der Störung oder Verletzung verbundenen Symptome zu mildern. Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt das Verfahren zur Behandlung von Patienten, die an neurologischen Erkrankungen, wie epileptischen Anfällen, leiden, oder zur Behandlung von Wiederdurchblutungsverletzungen die Schritte der Verabreichung einer Zusammensetzung an einen Patienten, die eine Verbindung umfaßt, die aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus



besteht, worin R1 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und R4, eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist, in Kombination mit einem pharmazeutisch verträglichen Träger. In einer bevorzugen Ausführungsform umfaßt die Zusammensetzung eine Verbindung, die aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus


besteht, worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, F, Cl, CF3 und Hydroxylgruppe besteht, und R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, in Kombination mit einem pharmazeutisch verträglichen Träger.

Bei der oralen Verabreichung können die Verbindungen als flüssige Lösung, Pulver, Tablette, Kapsel oder Kautablette verabreicht werden. Die Verbindungen können in Kombination mit einem oder mehreren herkömmlichen pharmazeutischen Zusätzen oder Arzneimittelträgern verwendet werden, die bei der Herstellung von Tabletten, Kapseln, Kautabletten und anderen oral verabreichbaren Formen verwendet werden. Bei der Verabreichung als intravenöse Lösung können die erfindungsgemäßen Derivate mit herkömmlichen I.V.-Lösungen vermischt werden.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden in einem Dosierungsbereich verabreicht, der wirksam ist, um die mit der Störung verbundenen Symptome abzuschwächen. Gemäß einer Ausführungsform wird das Felbamat-Derivat (Wirkstoff) in einer Dosierungsform von etwa 0,1 mg/kg bis etwa 5,0 g/kg und insbesondere von etwa 0,25 mg/kg bis etwa 1 g/kg verabreicht. Die Dosis ändert sich je nach Verabreichungsweg und Zustand/Störung, die behandelt werden sollen.

Beispiel 1 Anwendung eines LC/MS-Verfahrens zur mengenmäßigen Erfassung von zwei von Atropaldehyd abgeleiteten Mercaptursäuren 7 und 8 in einer mit Felbamat behandelten Patientenpopulation.

Obwohl die FDA empfohlen hat, Patienten nur dann einer Felbamat-Therapie zu unterziehen, wenn andere Therapien fehlgeschlagen sind, wird geschätzt, daß in den Vereinigten Staaten 8000 bis 12000 Patienten bei einer Felbamat-Therapie verbleiben (12). Obwohl Mercaptursäuren durch die Addition an Glutathion entstehen, wird erwartet, daß irgendein ähnliches Nucleophil (d. h. nucleophile Aminosäuren von Proteinen oder DNA-Basen) mit Atropaldehyd konjugieren würde. Je mehr Atropaldehyd in vivo erzeugt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß das kritische Ziel alkyliert wird, was zur Toxizität führt. Deshalb kann vernünftigerweise erwartet werden, daß die Möglichkeit der Toxizität mit der erzeugten Atropaldehydmenge in Zusammenhang steht. Außerdem ist die im Urin ausgeschiedene, von Atropaldehyd stammende Mercaptursäuremenge eine Funktion der erzeugten Atropaldehydmenge.

Nach einem Gesichtspunkt der Erfindung wird ein Analyseverfahren beschrieben, um die relevanten Stoffwechselprodukte, die im Urin eines Patienten ausgeschieden werden, als Merkmal der Anfälligkeit eines Patienten für die mit der Felbamat-Therapie verbundene Toxizität mengenmäßig zu erfassen. Das Verfahren zur Bestimmung der Anfälligkeit eines Patienten für schädliche Nebenwirkungen der Verabreichung von Felbamat umfaßt die Schritte der Gewinnung einer biologischen Probe von einem Patienten, vorzugsweise einer Urinprobe, der mengenmäßigen Erfassung der Mercaptursäure-Stoffwechselprodukte, die in der Probe vorhanden sind, und des Extrapolierens der erzeugten Atropaldehydmenge. Nach einer Ausführungsform werden die übliche Flüssigchromatographie und Massenspektroskopie (LC/MS) für die mengenmäßige Erfassung der relevanten Stoffwechselprodukte benutzt, die im Urin des Patienten ausgeschieden werden.

Materialien und Verfahren

Chemikalien und Geräte. Alle Reagenzien wurden entweder von Aldrich Chemical Co. oder Sigma Chemical Co. geliefert und waren von der höchsten verfügbaren Qualität. Die HPLC wurde mit einem Waters 2690 Separations Module mit einem feinabstimmbaren Absorptionsdetektor Waters 484 (bei 214 nm) durchgeführt, wobei die Säule Waters Symmetry C18(2,1 mm × 150 mm) verwendet wurde. Die Massenspektren wurden durch Koppeln dieses LC-Systems mit einem Massenspektrometer mit Innenfalle Finnigan MAT LCQ erhalten, das mit einer Electrospray-Ionisierungsquelle ausgestattet war. Die NMR-Spektren wurden mit einem Spektrometer General Electric QE300 bei 300 MHz aufgezeichnet, und die chemischen Verschiebungen sind in ppm angegeben. Die Schmelzpunkte wurden mit der Vorrichtung Thomas-Hoover UNI-MELT bestimmt und sind nicht korrigiert.

Synthese. 2-Phenyl-(1,1,3,3-tetradeuterio)-1,3-propandiol. 2-Phenyl(1,1,3,3-tetradeuterio)-1,3-propandiol wurde erhalten, indem Diethylphenylmalonat mit LiAlD4 reduziert wurde, wobei die bereits für die Herstellung von 2-Phenyl-1,3-propandiol (1) beschriebene Methodologie angewendet wurde. Die Isotopenreinheit des Produktes wurde mit ≥ 98% bestimmt, sie wurde durch 1H NMR und GC/MS bestimmt. (Schmelzpunkt = 48–50°C)

1H NMR (CDCl3): &dgr; 2,6 (s, 2H), 3,0 (s, 1H), 7,3 (m, 5H)

13C NMR (CDCl3): &dgr; 49,8, 127,7, 128,5, 129,3, 139,9

GC/MS (CI-Methan) MH+ = 157-Fragmentionen: 139, 121, 106, 93

Elementaranalyse: theoretisch C = 69,20, H = 7,74; gefunden C = 68,98, H = 7,68.

Die Molekülmasse wird mit 4 2H-Atomen berechnet, das für die Elementaranalyse benutzte Gerät beobachtet jedoch jedes Deuterium, als ob es Wasserstoff wäre. Deshalb wird der theoretische Wert für die Elementaranalyse von Wasserstoff auf der Basis des Vorhandenseins von 12 1H bestimmt (d. h. 12 × 1,008 = 12,096/156,21 = 7,74%).

2-Phenyl-(1,1,3,3-tetradeuterio)-1,3-propandiolmonocarbamat. Der d4-Monocarbamatalkohol wurde aus dem d4-Diol hergestellt, wobei die bereits beschriebene Methodologie (1) angewendet wurde. Die Isotopenreinheit des Produktes wurde mit ≥ 98% bestimmt, sie wurde durch

1H NMR und LC/MS bestimmt. (Schmelzpunkt = 71–72°C)

1H NMR ((CD3)2CO): &dgr; 3,1(s, 1H), 4,8 (bs, 2H), 7,3 (m, 5H)

LC/ESI/MS: MH+ = 200,0.

3-Carbamoyl-(3,3-dideuterio)-2-phenylpropionsäure. Das d2-Säurecarbamat wurde im wesentlichen wie bei Adusumalli et al. beschrieben hergestellt, außer daß der d4-Monocarbamatalkohol als Ausgangsmaterial verwendet wurde (10). Die Isotopenreinheit des Produktes wurde mit ≥ 98% bestimmt, sie wurde durch 1H NMR und LC/MS erhalten. (Schmelzpunkt = 99–102°C)

1H NMR ((CD3)2SO): &dgr; 3,9 (s, 1H), 5,8 (bs, 2H) 7,3 (m, 5H), 12,4 (bs, 1H)

13C NMR ((CD3)2C0): &dgr; 54,1, 127,3, 128,7, 128,7, 139,3, 155,6, 201,7

LC/ESI-MS: MH+ = 211,9

Elementaranalyse: theoretisch C = 56,87, H = 5,25, N = 6,63; gefunden C = 56,74, H = 5,31, N = 6,57.

2-Phenyl-(1,1,3,3-tetradeuterio)-1,3-propandioldicarbamat. Das d4-Felbamat wurde nach der bereits beschriebenen Metodologie hergestellt, außer daß der d4-Monocarbamatalkohol als Ausgangsmaterial verwendet wurde (2). Die Isotopenreinheit des Produktes wurde mit ≥ 98% bestimmt, sie wurde durch 1H NMR und LC/MS erhalten. Die für diese Verbindung erhaltenen Spektralwerte stimmen mit den veröffentlichten Werten überein (11). (Schmelzpunkt = 148–150°C)

1H NMR ((CD3)2SO): &dgr; 3,1 (s, 1H), 6,4 (bs, 4H), 7,2 (m, 5H)

LC/ESI-MS: MH+ = 243,1

Elementaranalyse: theoretisch C = 54,53, H = 5,83, N = 11,56; gefunden C = 54,63, H = 5,84, N = 11,64.

N-d3-Acetyl-L-cystein. Essigsäureanhydrid (d6) (0,29 g, 2,7 mmol) wurde zu einer Lösung von Cys(trt)-OH in 20 ml DMF und 1 ml Pyridin gegeben und über Nacht gerührt. Das Reaktionsgemisch wurde mit 50 ml Ether verdünnt und mit gesättigtem wäßrigem Lithiumbromid (2 × 50 ml) extrahiert. Die organischen Materialien wurden über Natriumsulfat getrocknet, und das Lösungsmittel wurde bei reduziertem Druck entfernt. Dieses Zwischenprodukt wurde durch Flash-Chromatographie mit Methanol und Chloroform mit 1 : 1 gereinigt, wodurch ein weißer Feststoff erhalten wurde:

1H NMR (CDCl3): &dgr; 7,37–7,12 (m, 15H), 4,13 (m, 1H), 2,60 (m, 2H)

Beim Sulfid wurden die Schutzgruppen entfernt, wobei für 2 Stunden eine Lösung von TFA in Dichlormethan (1 : 1) verwendet wurde. Die Lösungsmittel wurden bei reduziertem Druck entfernt, und das Rohprodukt wurde bei der nächsten Umsetzung verwendet.

N-d3-Acetyl-2-phenylpropan-3-ol)-L-cystein. Der d3-Nac-alkohol wurde unter Anwendung der bereits beschriebenen Methodologie erzeugt, außer daß bei der Herstellung des Zwischenproduktes d3-Nac-atropaldehyd N-d3-Acetylcystein verwendet wurde (2). Die Isotopenreinheit des Produktes wurde mit ≥95% bestimmt, sie wurde durch

1H NMR und LC/MS bestimmt.

1H NMR (D2O): &dgr; 2,66–3,0 (m, 6H), 3,74 (t, 1H, J = 5,4 Hz), 4,4 (m,

1H), 7,3 (m, 5H)

LC/MS: MH+ = 301,3

N-d3-Acetyl-S-(2-phenylpropansäure)-L-cystein. Die d3-Nac-säure wurde unter Anwendung der bereits beschriebenen Methodologie hergestellt, außer daß bei der Umsetzung mit 2-Phenylacrylsäure N-d3-Acetylcystein verwendet wurde (2). Die Die Isotopenreinheit des Produktes wurde mit ≥ 95% bestimmt, sie wurde durch 1H NMR und LC/MS erhalten.

1H NMR (D2O): &dgr; 2,75–3,23 (m, 4H), 3,82 (t, 1H, J = 5,5 Hz), 4,4 (m, 1H), 7,32 (m, 5H)

LC/ESI-MS: MH+ = 315,2

Herstellung von Urinproben von Patienten. Urinproben wurden von freiwilligen Patienten erhalten, die sich einer Felbamat-Therapie zur Kontrolle von epileptischen Anfällen unterzogen, und unter der Aufsicht von Ärzten entweder an der University of Virginia (Charlottesville, Virginia) oder im EpiCare Center (Memphis, Tennessee) erhalten. Die Urinproben wurden vierfach mit destilliertem Wasser verdünnt (das erfolgte bei Proben, die versandt werden mußten, vor dem Versand über Nacht) und ~20 min bei 37°C in ein mit einem Orbitalschüttler geschütteltes Wasserbad gegeben, um sicherzugehen, daß alle zu bestimmenden Stoffe in Lösung waren. 500 &mgr;l dieser verdünnten Probe wurden entnommen und zu 100 &mgr;l eines Gemischs der vier deuterierten internen Standards gegeben. Die Konzentration der Standards in diesem Gemisch ergab sich durch die Zugabe von 563 nmol d4-Felbamat, 140 nmol d2-Säurecarbamat, 54,0 nmol d3-Nac-alkohol und 27,5 nmol. d3-Nac-säure zu jeweils 500 &mgr;l einer verdünnten Urinprobe. Nach dem Mischen wurden 200 &mgr;l entnommen und zu 20 &mgr;l 20%iger HOAc gegeben. Diese angesäuerte Probe wurde dann auf eine vorher konditionierte Festphasen-Extraktionskartusche Waters "Oasis" (Waters Corp., Woburn, MA) aufgebracht. Die Kartusche wurde mit 2 ml 0,1% HOAc, gefolgt von 3 ml 10% CH3CN/90% Wasser(0,1 %) HOAc gewaschen. Die zu bestimmenden Stoffe und die internen Standards wurden dann mit 3 ml 30% CH3CN : 70% (0,1%) HOAc eluiert. Danach wurde die Fraktion ohne weitere Manipulation durch LC/MS analysiert.

LC/MS-Analyse von Urinproben zur mengenmäßigen Erfassung von Stoffwechselprodukten. Die LC/MS-Analyse erfolgte mit einem Waters 2690 HPLC, das mit einem automatischen Probenzieher und einem feineinstellbaren Absorptionsdetektor Waters 486 ausgestattet war. Dieses LC-System wurde an der Schnittstelle mit einem Massenspektrometer mit Innenfalle Finnigan MAT LCQ verbunden. Eine 10 &mgr;l Injektion der Fraktion von der Festphasen-Extraktion wurde auf eine Umkehrphasen-Säule Waters Symmetry C8(33% CH3CN : 67 % (0,1%) HOAc, 2,1 mm × 150 mm, 0,2 ml/min) aufgebracht. Der Fluß nach der Säule wurde zu einem feineinstellbaren Absorptionsdetektor Waters 486 (10 &mgr;l Durchflußzelle, &lgr; = 214 nm) geleitet, der für die qualitative Erfassung der Probe und nicht zur quantitativen Erfassung verwendet wurde. Der Strom wurde dann zur Electrospray-Ionisierungsquelle des LCQ geleitet.

Das Massenspektrometer wurde so programmiert, daß es die Werte mit vollständiger Abtastung von 190 bis 320 m/z erfaßt und wurde so fein abgestimmt, daß das Signal von den zu bestimmenden Stoffen unter den HPLC-Bedingungen auf einen Höchstwert gebracht wurde. Die Werte für die Electrospray-Parameter waren wie folgt: Temperatur der erhitzten Kapillare = 180°C, Sprühspannung = 5,6 kV, Kapillarspannung = 20 V, Strömungsrate des Schutzgases (Stickstoff) = 70, Strömungsrate des Hilfsgases (Helium) = 20. Die automatische Verstärkerregelung (AGC) war eine mit einer Zielionenzahl von 7 × 107 Ionen und einer maximalen Ioneneinschußzeit von 150 ms. Die Abtastzeit betrug ~0,5 s. Die linearen Reaktionskurven wurden für jedes Paar aus Analyt und internem Standard innerhalb eines Bereichs von ungefähr zwei Größenordnungen bestimmt, deren Mittelpunkt bei der absoluten Menge jedes internen Standards lag, der jeder Probe zugesetzt worden war. Die Menge der zu bestimmenden Stoffe in den Urinproben der Patienten lag innerhalb dieser linearen Reaktionsbereiche.

Die mengenmäßige Erfassung erfolgte durch Integration der Peaks des Massenchromatogramms für jeden zu bestimmenden Stoff mit einer Software (Navigator 1.1), die mit dem LCQ bereitgestellt wurde. Die Fläche (als Anzahl × Sekunden angegeben) des Peaks für jedes Stoffwechselprodukt wurde mit der Fläche seines entsprechenden deuterierten internen Standards verglichen. Da die absolute Menge des pro ml Urin zugesetzten internen Standards bekannt war, konnte die absolute Menge des Analyts pro ml Urin bestimmt werden.

Ergebnisse

Die Analyse erfolgte bei 34 Urinproben von 31 Patienten, die sich einer Felbamat-Therapie unterzogen, um epileptische Anfälle zu kontrollieren. Wie es bei Epileptikern üblich ist, wurden viele dieser Patienten (n = 19) einer Mehrfachtherapie zur Kontrolle von Anfällen unterzogen, wobei der Rest (n = 12) einer Einzeltherapie mit Felbamat unterzogen wurde. Das Alter dieser Patientengruppe (14 Männer und 17 Frauen) reichte von 10 bis 57 Jahren mit einem Durchschnittswert von 37. Es wurde festgestellt, daß alle analysierten Urinproben beide Mercaptursäuren enthielten, was darauf hinweist, daß die in vivo Bildung von Atropaldehyd in dieser Patientenpopulation erfolgt und anscheinend universell ist. Bei allen Patienten wurde mehr Nac-alkohol 7 als Nac-säure 8 ausgeschieden. Das durchschnittliche Verhältnis zwischen Nac-alkohol und Nac-säure betrug 6,4, die Werte schwankten jedoch stark (Verhältnisse = 2–14).

Die absoluten Mengen der pro ml Urin ausgeschiedenen zu bestimmenden Stoffe schwankte bei den Patienten beträchtlich. Die Menge des ausgeschiedenen Felbamats reichte z. B. von 819 ± 8,5 nMole/ml (dieser Patient hatte eine tägliche Gesamtdosis von 3,6 g Felbamat) bis 10064 ± 515 nMole/ml (dieser Patient hatte eine tägliche Gesamtdosis von 6,0 g Felbamat). Das zeigt den Einfluß des Urinvolumens auf die Ergebnisse, die bei diesem Verfahren erhalten werden. Obwohl der Unterschied bei der Dosierung weniger als das Doppelte betrug, war der Unterschied bei der pro ml ausgeschiedenen Felbamatmenge größer als das Zehnfache. Um die Ergebnisse von einem Patienten mit denen eines anderen zu vergleichen, wurden die Werte für die Stoffwechselprodukte folglich auf die Felbamatmenge normiert.

Erläuterung

Wir haben ein auf der Isotopen-Verdünnung basierendes LC/MS-Verfahren zur mengenmäßigen Erfassung der Mengen von Felbamat 1, Säurecarbamat 4 und der beiden Mercaptursäuren 7 und 8 entwickelt, die im Urin eines Patienten ausgeschieden werden. Obwohl die FDA empfohlen hat, Patienten einer Felbamat-Therapie zu unterziehen, wenn andere Therapien versagt haben, wird eingeschätzt, daß in den Vereinigten Staaten 8000 bis 12000 Patienten bei einer Felbamat-Therapie bleiben (12).

Das Schema I zeigt den Stoffwechselweg, der zur Atropaldehydbildung führt, und dessen Disposition. Das Aldehydcarbamat stellt den "Verbindungs"-Schritt dar. Das ist die Stelle, bei der das Molekül entweder in den toxischen Weg von Atropaldehyd 5 oder den Entgiftungsweg des Säurecarbamats 4 gebunden wird. Die Menge der Mercaptursäuren 7 und 8, die im Urin ausgeschieden wird, spiegelt den Fluß auf dem "toxischen" Weg wider. Das heißt, es wird erwartet, daß ein Individuum, das hohe Atropaldehydwerte erzeugt, entsprechend hohe Werte der Mercaptursäuren aufweist. Deshalb würde das Verhältnis des ausgeschiedenen Säurecarbamats im Vergleich zu den addierten Mercaptursäuren die Disposition des Aldehydcarbamats für einen gegebenen Patienten beschreiben. Die Werte für die beiden Mercaptursäuren können addiert werden, da sie beide den gleichen Weg der Disposition von Aldehydcarbamat repräsentieren. Natürlich gibt es andere Faktoren, die diese Disposition auf diesen beiden Wegen regulieren können (d. h. die gleichzeitige Verabreichung von Modulatoren der Enzymaktivität oder der Glutathionwerte), das ist jedoch anscheinend ein vielversprechender Versuch, um die Stoffwechselverteilung zwischen toxischen und nichttoxischen Wegen in einer Patientenpopulation auszuwerten.

Wir haben dieses LC/MS-Verfahren bei der Analyse von 34 Urinproben von 31 Patienten angewendet, die sich einer Felbamat-Therapie zur Kontrolle epileptischer Anfälle unterzogen. All diese Patienten wurden der Felbamat-Therapie einige Jahre lang ohne irgendwelche ernsten Nebenwirkungen unterzogen. Die mit Felbamat verbundenen ernsthaften Toxizitäten eine mittlere Anfangszeit von ≤6 Monaten zeigen, bilden diese Patienten möglicherweise eine Population von Personen mit einem "normalen" oder "sicheren" Stoffwechsel von Felbamat.

Die aus den Urinproben gewonnenen Daten zeigen, daß es einen "normalen" Bereich für die Verteilung des Aldehydcarbamats zwischen dem Säurecarbamat und dem Atropaldehyd gibt (wie es anhand der Mercaptursäuren deutlich wird). Es gibt anscheinend keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Geschlecht oder der Therapieart und den relativen Mengen der erzeugten Stoffwechselprodukte. Ein Individuum mit einer hohen Esteraseaktivität erzeugt aus dem Felbamat verhältnismäßig mehr Monocarbamatalkohol, was zu einer stärkeren Bildung aller nachfolgenden Stoffwechselprodukte führt. Das Verhältnis der Stoffwechselprodukte kann jedoch sehr ähnlich sein.

Laut unserer Hypothese kann die Alkylierung von Proteinen durch Atropaldehyd zur Entstehung von Antigenen führen, die eine Immunreaktion in einer Art und Weise herbeiführen, die den Mechanismen der immunvermittelten Toxizität bei anderen Mitteln ähnlich ist. Wenn diese Toxizität aufgrund von Atropaldehyd immunvermittelt ist, dann ist die Empfindlichkeit für diese Toxizität nicht nur eine Funktion der Bildung von Atropaldehyd-Protein-Konjugaten sondern auch des Phenotyps des Immunsystems eines Patienten. Einige Patienten können einen bestimmten Phenotyp haben, der sie gegenüber Atropaldehyd-Protein-Konjugaten allergisch macht, wohingegen andere diese Reaktion nicht zeigen. Alternativ kann jeder die Möglichkeit für eine Immunreaktion haben, die Menge der erzeugten Atropaldehyd-Protein-Konjugate muß jedoch einen kritischen Wert erreichen, bevor die Immunreaktion stattfindet. Das heißt, alle Patienten können geringe Antigenmengen erzeugen, diese Mengen sind jedoch normalerweise nicht hoch genug, um eine Immunreaktion auszulösen. Erst wenn ein zweiter Fall, wie eine Hemmung der Bildung des Säurecarbamats oder eine Abnahme von Glutathion, auftritt, übersteigt die Erzeugung dieser Antigene den kritischen Wert, und es zeigt sich eine Toxizität.

Aufgrund der Möglichkeit einer immunvermittelten Komponente für die Felbamat-Toxizität laut unserer Hypothese kann es wichtig sein, sowohl die Menge der Atropaldehydbildung eines Individuums als auch dessen Phenotyp zu verstehen, um ein vollständiges Prüfungsverfahren zu entwickeln. Das vorstehend beschriebene Verfahren hat eine ausreichende Genauigkeit für die Identifizierung von "Ausreißern" gezeigt und bietet anscheinend die Möglichkeit, Patienten zu überwachen, die sich einer Felbamat-Therapie unterziehen.

Beispiel 2 Synthese von Felbamat-Derivaten Materialien und Verfahren

Chemikalien und Geräte. Alle Reagenzien wurden von Aldrich Chemical Co. geliefert und waren von der höchsten zur Verfügung stehenden Qualität. Die HPLC wurde mit einem Waters 2690 Separations Module mit einem feinabstimmbaren Absorptionsdetektor Waters 484 (bei 214 nm) durchgeführt, wobei die Säule Waters Symmetry C18 (2,1 mm × 150 mm) verwendet wurde. Die Massenspektren wurden durch Koppeln dieses LC-Systems mit einem Massenspektrometer mit Innenfalle Finnigan MAT LCQ erhalten, das mit einer Electrospray-Ionisierungsquelle ausgestattet war. Die NMR-Spektren wurden mit einem Spektrometer General Electric QE300 bei 300 MHz aufgezeichnet, und die chemischen Verschiebungen sind in ppm angegeben. Die Schmelzpunkte wurden mit der Vorrichtung Thomas-Hoover UNI-MELT bestimmt und sind nicht korrigiert.

Synthese

2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiol. 2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiol wurde durch Reduktion mit Lithiumaluminiumhydrid aus Diethyl-2-fluorphenylmalonat erhalten, wobei eine Methodologie angewendet wurde, die der bereits für die Herstellung von 2-Phenyl-1,3-propandiol beschriebenen analog ist. (Thompson et al., Chem. Res. Toxicol. 9, 1225-1229 (1996)). Die Reduktion wurde jedoch bei –40°C eingeleitet, und das ganze konnte sich innerhalb von 1 Stunde auf Raumtemperatur erwärmen, danach wurde weitere 1 bis 2 Stunden gerührt, in dieser Zeit war die Reaktion laut TLC abgeschlossen.

1H NMR (CDCl3): &dgr; 7,43–7,3 (m, 5H), 4,01 (dq, 4H, J = 22,7, 12,3 Hz), 2,82 (bs, 2H)

13C NMR (CDCl3): 138,2, 129,1, 129,1, 128,9, 125,3, 125,2, 100,4, 98,0, 67,0, 66,7

2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiolmonocarbamat (13, x = Fluor). Die Titelverbindung wurde nach der bereits beschriebenen Methodologie aus 2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiol hergestellt. (Thompson et al., Chem. Res. Toxicol. 9, 1225-1229 (1996)). Das so erhaltene Produkt wurde aus Ethylether umkristallisiert, und die Reinheit des Produktes wurde mit 98% festgestellt, dies wurde durch 1H NMR und LC/MS bestimmt (Ausbeute 72%, Rf(Ethylether) = 0,25, Schmelzpunkt = 67– 69°C).

1H NMR (CDCl3): &dgr; 7,4–7,2 (m, 5H), 5,05 (bs, 2H), 4,52 (ddd, 2H, J = 20,2, 12,5, 6,5 Hz), 3,9 (dd, 2H, J = 12,5, 6,5 Hz)

LC/ESI-MS: MH+ = 214

3-Carbamoyl-2-fluor-2-phenylpropionsäure (17, x = Fluor). 3-Carbamoyl-2-fluor-2-phenylpropionsäure 17 wurde aus 2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiolmonocarbamat 13 nach dem Verfahren von Adusumalli et al. hergestellt, das die Herstellung von 3-Carbamoyl-2-phenylpropionsäure beschreibt (Ausbeute 85%, Rf(Ethylether) = 0,05).

1H NMR (CDCl3): &dgr; 9,1 (bs, 1H), 7,6–7,2 (m, 5H), 5,4 (bs, 2H), 4,8 (dd, 1H, J = 10, 7 Hz), 4, 72 (t, 1H, J = 7 Hz)

2-Fluor-2-phenyl-1,3-Qropandioldicarbamat (12, x = Fluor). Die Titelverbindung, das Fluorfelbamat 12, wurde aus 2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiol nach dem Verfahren von Adusumalli et al. hergestellt, das die Herstellung von Felbamat beschreibt, Drug. Metab. Disp. 21, 710-716 (1993). (Ausbeute 82%, Rf(Ethylether) = 0,20, Schmelzpunkt = 69–72°C).

1H NMR (CDCl3): &dgr; 7,4–7,3 (m, 5H), 5,2 (bs, 4H), 4,48 (dq, 4H, J = 20,8, 14,2 Hz)

C = 56,33, H = 5,67, N = 6,57; gefunden C = 56,24, H = 5,55, N = 6,52

5-Fluor-5-phenyl-1,3-oxazinan-2,4-dion (16, x = Fluor). 3-Carbamoyl-2-fluor-2-phenylpropionsäure (17, 0,1 mmol) und 1,1'-Carbonyldiimidazol (0,25 mmol) wurden in Dichlormethan (5 ml) gelöst, und die entstandene Lösung wurde 12 Stunden in einem verschlossenen Gefäß mit einem Magnetrührer gerührt. 12 Das Gemisch wurde gereinigt, indem das rohe Reaktionsgemisch durch eine Kieselgellage (10 g) in einem Glasfiltertrichter gegossen wurde, wobei mit Ethylether eluiert wurde, womit nach dem Umkristallisieren aus Ethylether die Titelverbindung als weißes Pulver mit einer Ausbeute von 42% erhalten wurde (Rf(Ethylether) = 0,70, Schmelzpunkt = 115–117°C)

1H NMR (CDCl3): &dgr; 7,48–7,43 (m, 3H), 7,42–7,37 (m, 2H), 4,93 (dd, 2H, J = 24,6, 12,7 Hz), 4,68 (t, 2H, J = 13 Hz)

LC/ESI-MS: MH+ = 210

C = 57,42, H = 3,85, N = 6,70; gefunden C = 57,23, H = 3,88, N = 6, 67

Beispiel 3 Untersuchungen zum Nervenschutz und zur Toxizität

Die synthetisierten Fluorderivate wurden dem "National Institute of Neurological Disorders and Stroke" (NINDS) zur Auswertung in einer Standardliste von Untersuchungen übergeben. Zwei krampfauslösende Tests (MES und scMET) und eine Toxizitätsprüfung (Rotorod (rotorod) bei Mäusen, Ortssinn und Gangart bei Ratten) dienten der Auswertung der Aktivität der Verbindungen als Nervenschutzmittel. Diese Testverfahren sind in Molecular and Cellular Targets for Antiepileptic Drugs, Herausg. G. Avanzini, G. Regesta, P. Tanganelli, M. Avoli, 1997, John Libbey & Company Ltd., S. 191–198 ausgeführlich beschrieben. Die Felbamat-Derivate wurden nach der intraperitonealen (i. p.) Verabreichung bei Mäusen und der oralen Verabreichung bei Ratten auf ihre krampfverhindernde Wirkung ausgewertet.

Maximaler Elektroschock-Anfall (MES),

Der MES-Test ist ein Modell für verallgemeinerte tonisch-klonische Anfälle und dient der Identifizierung von Verbindungen, die die Ausbreitung des Anfalls verhindern. Die in diesem Modell erzeugten Verhaltens- und elektrographischen Anfälle stimmen mit einer Störung beim Menschen überein. Beim MES-Test wurde ein elektrischer Stimulus mit einer Dauer von 0,2 s (50 mA bei Mäusen und 150 mA bei Ratten, mit 60 Hz) durch korneale Elektroden zugeführt, die mit einer Elektrolytlösung grundiert waren, die ein betäubendes Mittel enthielt. Die Mäuse wurden nach einer Dosis von 30, 100 und 300 mg/kg der Testverbindung bei 30 Minuten und 4 Stunden getestet. Die Ratten wurden nach einer oralen Standarddosis von 30 mg/kg in Zeitabständen zwischen 0,25 und 4 Stunden getestet. Die Aufhebung der tonischen Extensorkomponente des Hinterbeins zeigt die Fähigkeit der Testverbindung, die durch MES induzierte Ausbreitung eines Anfalls zu hemmen.

Subkutaner (Metrazol-) Anfalltest (scMET)

Das ist ein Modell, das primär Verbindungen identifiziert, die den Schwellenwert für einen Anfall anheben. Mit einigen geringfügigen Ausnahmen stimmt das pharmakologische Profil des scMET-Anfallmodells mit dem humanen Zustand überein. Dieser scMET-Test verwendet eine Dosis von Pentylentetrazol (85 mg/kg bei Mäusen Carworth Farms Nr. 1 und 70 mg/kg bei Sprague-Dawley-Ratten), die bei 97% der getesteten Tiere (CD97) klonische Anfälle einleitet, die über einen Zeitraum von mindestens 5 Sekunden dauern. Zum erwarteten Testzeitpunkt wird das Krampfmittel subkutan verabreicht. Die Testverbindung wird bei Mäusen intraperitoneal und bei Ratten oral verabreicht. Die Tiere werden über einen Zeitraum von 30 Minuten beobachtet. Das Fehlen klonischer Spasmen im beobachteten Zeitraum weist auf die Fähigkeit der Verbindung hin, den Einfluß von Pentylentretrazol auf den Schwellenwert des Anfalls aufzuheben. Es wurde festgestellt, daß alle klinisch aktiven krampfverhindernden Mittel bei mindestens zwei dieser Tests schützend wirken.

Minimale Neurotoxizität

Die von einer Verbindung hervorgerufene Toxizität wird bei Mäusen mit dem standardisierten Rotorod-Test nachgewiesen, der bei Dunham & Miya (1957) beschrieben ist. Unbehandelte Kontrollmäuse können, wenn sie in eine Rotationswippe mit 6 U/min gebracht werden, ihr Gleichgewicht längere Zeit beibehalten. Eine neurologische Beeinträchtigung kann dadurch nachgewiesen werden, daß die Maus in jedem von drei aufeinanderfolgenden Versuchen das Gleichgewicht nicht eine Minute lang halten kann.

Ratten wurden durch den Ortssinntest und einen Gangart- und Haltungstest in Bezug auf eine Verhaltenstoxizität überprüft. Beim Ortssinntest wird ein Hinterbein leicht über die Tischkante abgesenkt, worauf die Ratte, die einen neurologischen Defizit erfährt, ihr Bein nicht schnell wieder in die Normalposition heben kann. Beim Gangart- und Haltungstest zeigt sich die Neurotoxizität durch Gehen im Kreis oder im Zickzack, eine Ataxie, eine anormale Ausbreitung der Beine, eine anormale Körperhaltung, eine Tremor-Hyperaktivität, das Fehlen des Erforschungsverhaltens, Somnolenz, Stupor oder Katalepsie.

Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser Auswertungen (MES, scMET und Toxizität (TOX)) sind in den Tabelle 1 bis 6 zusammengefaßt. Bei den MES und scMET-Tests werden die Werte in Form der Anzahl der Tiere, die durch die verabreichte Verbindung geschützt wurden/Gesamtzahl der getesteten Tiere angegeben. Beim Toxizitätstest werden die Werte in Form der Anzahl der Tiere, die toxische Effekte zeigen/Gesamtzahl der getesteten Tiere angegeben. Die qualitativen Werte wurden für Fluorfelbamat 12 (Tabelle 1 und 2A), Fluormonocarbamatfelbamat 13 (Tabelle 1 und 2B) und Fluordioxo 16 (Tabelle 1 und 2C) und für cyclisches Felbamat 21 (Tabellen 5 und 6B) und cyclisches Monocarbamat 22 (Tabellen 5 und 6A) erhalten. Extensivere quantitative Daten wurden auch für Fluorfelbamat 12 bei Mäusen (Tabelle 3) und Ratten (Tabelle 4) erhalten.

Viele der hier vorgeschlagenen Mittel sind von Felbamat 1 oder dessen Stoffwechselprodukten abgeleitet und sollten eine größere Stoffwechselbeständigkeit als die entsprechenden Stammittel aufweisen. Fluorfelbamat 12 und Fluormonocarbamatfelbamat 13 zeigen jeweils eine Wirkung gegen Anfälle und keines zeigt anscheinend hohe Toxizitätswerte. Überraschenderweise wurde festgestellt, daß Fluorfelbamat 12 etwa fünf- bis zehnmal aktiver als Felbamat ist.

Fluorfelbamat 12 zeigte bei 30 mg/kg sowohl bei 30 Minuten als auch bei 4 Stunden MES-Schutzwirkungen (siehe Tabelle 1). Es gibt einige toxische Wirkungen, die bei dieser Dosierung beim Zeitpunkt von 30 Minuten beobachtet wurden, jedoch bei 4 Stunden nicht. Die mit der Zeit lineare Toxizität tritt bis zu Dosierungen von 300 mg/kg nicht auf. Wie in Tabelle 2A gezeigt, bot Fluorfelbamat 12 bei 30 mg/kg innerhalb einiger Zeitpunkte einen vollständigen Schutz. Die für Fluorfelbamat 12 bei Mäusen erhaltenen quantitativen Ergebnisse zeigten einen ED50-Wert beim MES von etwa 20 mg/kg bei einem Sicherheitsverhältnis von mindestens 5 (siehe Tabelle 3). Die für die orale Verabreichung von Fluorfelbamat 12 bei Ratten erhaltenen Ergebnissen zeigten bei Dosen von bis zu 500 mg/kg einen ED50-Wert beim MES von etwa 3 mg/kg ohne eine Toxizität. Schließlich zeigte die orale Verabreichung von Fluorfelbamat 12 an Mäuse bei Dosen bis zu 218 mg/kg einen ED50-Wert beim MES von etwa 27 mg/kg ohne eine Toxizität.

Fluormonocarbamatfelbamat 13 zeigt bei Mäusen bei einer Dosierung von 100 mg/kg einen mäßigen MES-Schutz (siehe Tabelle 1). Der orale Schutz zu einigen verschiedenen Zeitpunkten ist bei einer Dosierungsmenge von 30 mg/kg ersichtlich (siehe Tabelle 2B).

Interessanterweise wurde festgestellt, daß Fluoroxazinandion 16 bei Mäusen inaktiv war, jedoch bei Ratten eine starke Wirkung gegen Anfälle zeigte (Tabellen 1 und 2C). Die vorläufige Auswertung von cyclischem MCF 22 und cyclischem Felbamat 21 ist in den Tabelle 5, 6A und 6B zusammengefaßt. Diese Mittel zeigten auch eine starke Aktivität bei Modellen der Ratte.

Tabelle 1. Quantitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Maus
Tabelle 2A. Qualitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Ratte
Tabelle 2B. Qualitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Ratte
Tabelle 2C. Qualitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Ratte

Tabelle 3. Quantitative Auswertung von Fluorfelbamat bei der Maus Test (I. P.) ED50(mg/kg) MES 19,96 scMET >160,00 TOX 115

Tabelle 4. Quantitative Auswertung von Fluorfelbamat bei der Ratte Test (p. o.) ED50 (mg/kg) MES 3,0 scMET >250,00 TOX >500

Tabelle 5. Qualitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Maus
Tabelle 6A. Qualitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Ratte
Tabelle 6B. Qualitative Auswertung von Fluorderivaten bei der Ratte
Erläuterung

Die Liste der vorgeschlagenen Mittel (Schema II), von denen einige strukturelle Varianten von Felbamat 1 und dessen Stoffwechselprodukten sind, versucht sich dem Auftreten von idiosynkratischen schädlichen Reaktionen zuzuwenden, die mit der Verwendung von Felbamat 1 verbunden waren. Die durch die Auswertung von fünf dieser Mittel erhaltenen Ergebnisse zeigten, daß diese Mittel eine Wirkung gegen Anfälle besitzen und bei therapeutisch relevanten Dosen bisher keine Toxizität zeigten. Wie es bei Mitteln normal ist, die auf neurologische Störungen zielen, haben diese Mittel bei hohen Dosen geringe Werte der Neurotoxizität hervorgerufen, es scheint jedoch ein vernünftiger therapeutischer Index zu existieren. Außerdem paßt die Aktivität dieser Mittel, insbesondere von Fluorfelbamat 12 und Fluormonocarbamatfelbamat 13 gut zur Aktivität der nichtfluorierten Stammverbindungen Felbamat 1 bzw. Monocarbamatfelbamat 2. Die Auswertung von cyclischem MCF 22 und cyclischem Felbamat 21 zeigte ebenfalls, daß diese Mittel bei der Abschwächung von Anfällen wirksam sind.

Schlußfolgerung

Durch den Erfolg der Auswertung von Fluorfelbamat 12, Fluormonocarbamatfelbamat 13, Fluoroxazinandion 16, cyclischem MCF 22 und cyclischem Felbamat 21 zeigt diese Liste von Mitteln eine neue Klasse von neuroaktiven Einheiten, die so gestaltet ist, daß die Bildung von vermeintlichen toxischen Spezies ausgeschlossen ist, die mit dem Auftreten von schädlichen Reaktionen verbunden sein kann, die bei der Verwendung von Felbamat beoachtet wurden. Insgesamt richtet sich diese vorgeschlagene Liste von Mitteln auf die angenommenen relevanten Stoffwechselprozesse, d. h. den Stoffwechsel zu Atropaldehyd und den Stoffwechsel durch bestimmte Mitglieder der Stoffwechselgruppe von Cytochrom P450.

Beispiel 4 Hippocampus-Anregungs-Modell

Das Hippocampus-Anregung-Modell kann dazu dienen, die Fähigkeit einer Verbindung auszuwerten, sowohl das Ausprägen als auch den Erwerb von fokalen Anfällen zu beeinflussen. Das Hippocampus-Anregung-Musterbeispiel, wie es bei Lothman und Williamson (Lothman, 1994) beschrieben ist, ermöglicht die Auswertung von zeitweiligen Effekten eines Arzneimittels in einem einzigen Tier. Dieses Verfahren erfordert die chirurgische Anordnung von bipolaren Elektroden im ventralen Hippocampus von erwachsenen männlichen Sprague-Dawley-Ratten. Verhaltensanfälle der Stufe 5 werden hervorgerufen, indem ein Stimulus angewendet wird, der aus einer 50 Hz, 10 s Folge von 200 uA Zweiphasen-Impulsen besteht, die für 6 Stunden alle 30 Minuten (12 Stimuli pro Tag) an wechselnden Tagen für insgesamt 60 Stimulationen (5 Stimulustage) zugeführt werden. Vor der Auswertung der krampfverhindernden Wirkung des Kandidaten wird ein wirkstoffreier Kontrollzeitraum, der aus supramaximalen Stimulationen besteht, aufgezeichnet, um die Stabilität von verallgemeinerten Anfällen der Stufe 5 zu bestätigen.

Dann wird 15 Minuten nach der letzten Kontrollstimulation eine Einzeldosis der Kandidatenverbindung intraperitoneal (i. p.) verabreicht. Die Wirkung des Wirkstoffs gegen Krämpfe wird alle 30 Minuten für 3 bis 4 Stunden, beginnend 15 Minuten nach Verabreichung des Testmaterials, festgestellt. Nach jeder Stimulation werden die einzelnen Ergebnisse eines Racin-Anfalls und die Dauer nach der Entladung erfaßt. Diese Ratten wurden nach 4 bis 5 wrkstoff- und stimulusfreien Tagen erneut bei Wirkstoffversuchen benutzt.

Bei der Anregungs-Erwerb-Untersuchung werden Wirkstoffe auf ihre Fähigkeit getestet, die Ausbildung des angeregten Zustands bei Ratten mit einer implantierten Elektrode zu verhindern. Die Kandidatenverbindung wird beim Anregungsverfahren und zu einer bestimmten Zeit vor dem elektrischen Stimulus verabreicht. Der Dosierungsintervall und die Dosis des Wirkstoffs basieren auf der Aktivität der Verbindung, die bei Untersuchungen zur Ausprägung eines akuten Anfalls beobachtet wurde. Die Ergebnisse von mit dem Wirkstoff behandelten Tieren werden mit denen von mit Kochsalzlösung behandelten Ratten verglichen.

Diese Behandlung wird mit einem Stimulus an den Tagen 2, 3, 4 und 5 wiederholt. Nach einem stimulusfreien Intervall von einer Woche wird der Effekt vor der Behandlung mit dem Wirkstoff auf Anregung-Erwerb festgestellt, indem die Tiere nach dem Anregungsstimulus-Protokoll herausgefordert wurden. Dann wird das standardisierte Anregungs-Protokoll durchgeführt, wobei das Ergebnis des Verhaltensanfalls und die Dauer nach der Entladung bei jeder Ratte innerhalb von drei "erneuten Testtagen" erfaßt werden. Die mit Kochsalz behandelten Ratten wurden bei der ersten Stimulation vollständig angeregt, worauf ein einwöchiger stimulusfreier Zeitraum folgte. Es wird erwartet, daß eine aktive Verbindung die Verhaltensergebnisse und die Dauer nach der Entladung im Vergleich mit den Ratten der Kochsalz-Kontrolle verringert. Die Unterdrückung und die Verlängerung der Verzögerung des Erwerbs einer angeregten Reaktion kann darauf hinweisen, daß die Kandidatenverbindung eine Verhinderung der Entstehung von Anfällen bewirken kann. Diese Verbindungen konnten als "antiepileptogen" bezeichnet werden.

Ergebnisse

Die Anregungs-Ergebnisse für Fluorfelbamat 12 sind in Tabelle 7 gezeigt. Bei einer Dosis von 100 mg/kg wurde eine deutliche Abnahme des Anfallergebnisses gleichzeitig mit einer entsprechenden Verringerung der Dauer nach der Entladung beobachtet.

Tabelle 7. Ratten mit Hippocampus-Anregung

Lösungsmittel: MC (M&P, SB) Weg: i. p.
Tabelle 7. Ratten mit Hippocampus-Anregung (Fortsetzung,

Lösungsmittel: MC (M&P, SB) Weg: i. p.
Dosis-Reaktionen

Anspruch[de]
  1. Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe von


    worin R1, R7 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind,

    die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht;

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und

    R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist.
  2. Verbindung nach Anspruch 1, mit der allgemeinen Struktur:


    worin R1, R7 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht;

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und

    R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist.
  3. Verbindung nach Anspruch 2, wobei R7 und R8 H sind,

    R1 H oder F ist, und

    R4, eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist.
  4. Verbindung nach Anspruch 1 mit der allgemeinen Struktur:


    worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht,

    R7 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  5. Verbindung nach Anspruch 4, wobei R7 und R8 H sind,

    R1 F ist, und

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  6. Verbindung nach Anspruch 1 mit der allgemeinen Struktur:


    worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  7. Verbindung nach Anspruch 6, wobei R1 H ist und R3 -OCONH2 ist.
  8. Verbindung nach Anspruch 1 mit der allgemeinen Struktur:


    worin R1 und R7 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und

    R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist.
  9. Verbindung nach Anspruch 8, wobei R7 H ist.
  10. Verbindung nach Anspruch 6 oder 9, wobei R1 H oder F ist.
  11. Verwendung einer Verbindung, die aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus


    besteht, worin R1, R7 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht;

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und

    R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist,

    bei der Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer neurologischen Störung.
  12. Verwendung nach Anspruch 11, wobei das Medikament für die orale Verabreichung gedacht ist.
  13. Verwendung nach Anspruch 12, wobei das Medikament in Form einer Dosierungseinheit vorliegt und etwa 0,1 mg/kg bis etwa 1 g/kg der Verbindung umfaßt.
  14. Verwendung nach Anspruch 13, wobei die Verbindung die allgemeine Struktur aufweist:


    worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  15. Verwendung nach Anspruch 14, wobei R1 H ist und R3 -OCONH2 ist.
  16. Verwendung einer Verbindung, die aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus


    besteht, worin R1, R7 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht;

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und

    R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist,

    bei der Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer Gewebeschädigung, die durch den Zustand einer örtlichen Hypoxie entsteht.
  17. Verwendung nach Anspruch 16, wobei die Verbindung die allgemeine Struktur


    worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  18. Verwendung nach Anspruch 17, wobei R1 H ist und

    R3 -OCONH2 ist.
  19. Verwendung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, wobei der Zustand einer örtlichen Hypoxie durch zerebrale Ischämie hervorgerufen wird.
  20. Verwendung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, wobei der Zustand einer örtlichen Hypoxie durch myokardiale Ischämie hervorgerufen wird.
  21. Verwendung nach einem der Ansprüche 16 bis 20, wobei die Zusammensetzung oral verabreicht wird.
  22. Verwendung nach einem der Ansprüche 16 bis 20, wobei das Medikament parenteral verabreicht wird.
  23. Verwendung nach Anspruch 22, wobei die Form der Dosierungseinheit des Medikamentes etwa 1,0 mg/kg bis etwa 1 g/kg der Verbindung umfaßt und das Medikament für die intravenöse Verabreichung gedacht ist.
  24. Pharmazeutische Zusammensetzung, umfassend eine Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe von


    worin R1, R7 und R8 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Alkyl-, Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht;

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist, und

    R4 eine Hydroxyl- oder Carbonylgruppe ist, und einen pharmazeutisch verträglichen Träger.
  25. Zusammensetzung nach Anspruch 24, wobei die Verbindung die allgemeine Struktur hat:


    worin R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus H, einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und

    R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  26. Zusammensetzung nach Anspruch 25, wobei R1 aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht.
  27. Zusammensetzung nach Anspruch 25, wobei R1 H ist, und

    R3 -OCONH2 ist.
  28. Zusammensetzung nach Anspruch 24, wobei die Verbindung die allgemeine Struktur hat:


    worin R1 und R7 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus H, einem Halogen, einer Halogenalkyl- und Hydroxylgruppe besteht, und R3 eine Hydroxylgruppe oder -OCONH2 ist.
  29. Zusammensetzung nach Anspruch 28, wobei R7 H ist.
  30. Zusammensetzung nach Anspruch 25, 28 oder 29, wobei R1 H oder F ist.
  31. Eine der folgenden Verbindungen:

    Carbaminsäure-3-carbamoyloxy-2-fluor-2-phenylpropylester, auch als 2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandioldicarbamat bekannt,

    Carbaminsäure-2-fluor-3-hydroxy-2-phenylpropylester, auch als 2-Fluor-2-phenyl-1,3-propandiolmonocarbamat bekannt,

    5-Fluor-5-phenyl-1,3-oxazin-2,4-dion,

    3-Carbamoyl-2-fluor-2-phenylpropionsäure,

    Carbaminsäure-4-(4-hydroxyphenyl)-2-oxo-oxazolidin-4-ylmethylester,

    Carbaminsäure-2-oxo-4-phenyl-oxazolidin-4-ylmethylester,

    4-Hydroxymethyl-4-phenyl-oxazolidin-2-on,

    Carbaminsäure-3-carbamoyloxy-2-fluor-2-(4-fluorphenyl)-propylester,

    Carbaminsäure-2-fluor-2-(4-fluorphenyl)-3-hydroxypropylester,

    Carbaminsäure-4-(4-fluorphenyl)-2-oxo-oxazolidin-4-ylmethylester,

    4-(4-Fluorphenyl)-4-hydroxymethyl-oxazolidin-2-on,

    5-Fluor-5-(4-fluorphenyl)-[1,3]-oxazinan-2,4-dion.
  32. Pharmazeutische Zusammensetzung, die irgendeine Verbindung nach Anspruch 31 und einen pharmazeutisch verträglichen Träger umfaßt.
  33. Verwendung einer der Verbindungen nach Anspruch 31 bei der Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung einer neurologischen Störung oder eines Zustandes einer örtlichen Hypoxie.
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