Diese Erfindung betrifft das Heißschleifen von Metallblöcken und insbesondere
ein Schleifbandträgermaterial das für die Verwendung in Heißschleifanwendungen angepasst
ist.
Das kontinuierliche Gießen von Tafeln, dünnen Platten und Streifen
hat bei vielen Unternehmen in den zurückliegenden Jahren beträchtlich zugenommen,
insbesondere in den Vereinigten Staaten und in Europa, was zur Entwicklung von Eigentumspositionen
bei Gussausstattungen und Technologien geführt hat. Typischerweise wird das metallische
Gussgut nach seiner Abkühlung geschliffen und kann dann einfach gehandhabt werden.
Es hat sich jedoch herausgestellt, dass dies nicht sehr logisch ist, da das Metall
beim Abkühlen sich schnell mit einem Überzug aus Oxid und Ablagerungen bedeckt,
die nicht einfach entfernt werden können. Daher sollte aus einem rein theoretischen
Gesichtspunkt ein Metall einfacher zu schleifen sein, wenn es heiß ist. Darüber
hinaus wird die Zeit, die für das Abkühlen gebraucht wird, im wesentlichen verschwendet.
Es wurde daher vorgeschlagen das Metall zu schleifen solange es heiß ist, und geeignete
Maschinen und Techniken um dies auszuführen sind in der europäischen Patentanmeldung
435 897 aufgeführt.
Es wurde jedoch herausgefunden, dass existierende Bänder, obwohl sie
in derartigen Anwendung verwendbar sind, vorwiegend deshalb versagen, weil das Trägermaterial
bei den angewendeten Temperaturen versagt. Es wurde nun herausgefunden, dass dieser
Ausfallmodus oft nicht mit dem Verschleiß des Schleifmittels zusammenhängt, sondern
mit der beträchtlichen Ausdehnung des Bandes während des Schleifens, wobei die Umgebungstemperatur
in der Schleifumgebung mehrere 100°C betragen kann. Diese Ausdehnung kann dazu
führen, dass die Spannung des Bandes variiert, und dazu dass es oft an Walzen ausrutscht,
auf welchen es getragen wird, oder es kommt sogar zu ungleichem Druck entlang der
Breite des Bandes, wo die Ausdehnung ungleichmäßig ist.
Die vorliegende Erfindung stellt ein beschichtetes Schleifband zur
Verfügung, das auf einem Träger aufgebaut ist und das insbesondere für die sehr
schwierigen Arbeitsbedingungen, die in dieser Anwendung in Betracht gezogen werden,
gut angepasst ist. Im Ergebnis wird die Lebensdauer deutlich verlängert und die
Schleifqualität verbessert.
Beschreibung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung stellt ein beschichtetes Schleifband zur
Verfügung, das zur Verwendung bei erhöhten Temperaturen angepasst ist und ein Trägermaterial
umfasst, welches eine Zugfestigkeit in Maschinenlaufrichtung von mindestens 750
1b/inch (134 kg/cm) sowie eine zyklische Dehnung von weniger als 3% bei 100 lb/inch
(17,9 kg/cm) Beladung bei einer Temperatur von 150°C aufweist, sowie eine auf
dem Trägermaterial aufgebrachte Schleifmittel enthaltende Schicht umfassend Schleifkörner
sowie Grundierungs- und Deckbeschichtungen.
Die „zyklische Dehnung" ist die Dehnung eines Schleifbandes
nach dem es zwischen gedehnten und relaxierten Positionen in einer vorgeschriebenen
Zahl von Zeiten im Umlauf betrieben wurde. In dem Test wird ein „Instron"-Tester
bei einer Streifenprobe des beschichteten Schleifmittelprodukts verwendet, der 2,54
cm breit ist. Der Tester hatte eine anfängliche Klemmbackenöffnung bei nicht vorhandener
Zugkraft von 25,4 cm. Die zu testende Probe wurde bei der Testtemperatur von 150°C
equilibriert und anschließend einer Ausdehnung mit einer Geschwindigkeit von 2,5
cm/Minute unterzogen, bis eine Kraft von 17,9 kg/cm aufgezeichnet wurde. An diesem
Punkt kehrten die Klemmbacken ihre Richtung um und schlossen sich mit der gleichen
Geschwindigkeit, bis die Zugkraft auf 3,6 kg/cm verringert war. Dieser Zyklus wurde
automatisch fortgesetzt, mit kontinuierlicher Ablesung des Klemmbackenabstands und
der Zugkraft, bis mehrere Zyklen die gleichen Klemmbackenöffnungen für jeden Wert
der Zugkraft ergaben (ungefähr 20 Zyklen).
Die Zugkraft wurde dann auf 0 zurückgesetzt. Die maximale Dehnung
die im letzten Zyklus aufgezeichnet wurde, wird als „zyklische Dehnung" bezeichnet.
Das Trägermaterial kann Stoff sein, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Glatt-, Köper(twill) und Satingeweben oder einem stichverbundenen (stitchbonded)
Stoff, von der Art wie im US-Patent 4,722,203 beschrieben. Die Kettgarne umfassen
vorzugsweise eine Polyaramidfaser von mindestens 800 Denier, und besonders bevorzugt
von etwa 800 bis etwa 2.000 Denier. Vorzugsweise wird die Denier und die Verteilung
des Kettgarns so ausgewählt, dass insgesamt mindestens etwa 16.000 Denier/Inch erreicht
werden. Die Füllgarne können Polyamid oder Polyestergarne von mindestens 750 Denier
umfassen, und besonders bevorzugt von etwa 800 bis etwa 1.200, und der Aufbau hat
mindestens 25 Kett- und Füllgarne pro linearem Inch, um insgesamt 10.000 Denier/Inch
und eine Zugfestigkeit von mindestens 100 1b/inch zu erreichen. Die bevorzugten
Füllgarne sind Multifilamentnylon, besonders bevorzugt ein texturiertes Nylonmultifilamentgarn.
Zusätzlich zu den oben genannten Garnen ist es oft möglich Glasfasergarne
zu verwenden, insbesondere wenn diese umwickelt sind, beispielsweise unter Verwendung
von Polyaramid wie etwa Kevlar oder einem Polyester.
Während gewebte Stoffe wie oben beschrieben verwendet werden können,
ist es auch möglich stichverbundene Stoffe vom Malimo-Typ oder bestimmte kettgestrickte
Stoffe (warp nit fabrics), angepasst für den Schussfadeneinsatz (d. h. LIBA) zu
verwenden, vorausgesetzt, dass die Eigenschaften eingestellt werden um die oben
genannten Niveaus zu erfüllen. Eine derartige Einstellung ist jedoch nicht unkompliziert
und die bevorzugten Produkte sind diejenigen, die auf den oben beschriebenen Geweben
beruhen.
Die bevorzugten Polyaramidkettgarne sind vorzugsweise Multifilamentgarne,
und die Füllgarne können entweder Monofilamentgarne oder texturierte oder nicht
texturierte Multifilamentgarne sein, ohne dass signifikante nachteilige Effekte
beobachtet werden.
Wenn die Füllgarne aus einem Polyester hergestellt werden, ist dies
vorzugsweise ein Polyethylenterephthalat und besonders bevorzugt ein blanker Polyester
(bright polyester). Die stärker bevorzugten Garne sind jedoch Nylons, etwa ein Polyaramid
wie das von DuPont unter der Marke „Kevlar" vertriebene, üblicherweise können
jedoch auch Nylons wie etwa Nylon 6; Nylon 6,6; und Nylon 6,12 verwendet werden.
Besonders bevorzugte Nylons sind texturierte Corduranylons.
Das am häufigsten ausgewählte Gewebe ist ein einfaches 1X1 oder oft
besonders bevorzugt 2, 3 oder 4X1, wobei die 1X1 (glatt) und 3X1 (köper) Gewebe
in gewobenen Strukturen besonders bevorzugt sind. Die Zahl der Kettgarne in stichverbundenen
oder Kettstrickdesigns kann niedriger sein als die entsprechende Form bei einem
gewebten Design, und kann mit der Auswahl der Maschinenanzeigen korreliert werden.
Die bevorzugte Struktur weist mindestens soviel Kettgarne wie Füllgarne
auf, sowie mindestens 25, wie etwa von 30 bis 35 Kettgarne pro Inch, was besonders
bevorzugt ist.
Der Träger wird vorzugsweise mit einem Sättigungsmittel sowie einer
Hinterfüllung behandelt, bevor er mit der Schleifmittel enthaltenden Schicht ausgestattet
wird. Diese können aus den üblicherweise in der Industrie für Schwerstaufgaben-Schleifbänder
verwendeten Formulierungen ausgewählt werden.
Die Oberfläche des Trägers wird vorzugsweise mit einer Formulierung
bearbeitet, welche einen Füllstoff und ein hochtemperaturstabiles Harz enthält,
um eine ausreichende Wärmebeständigkeit zu gewährleisten, während sie zur gleichen
Zeit einen angemessenen Grad an Flexibilität des Bandes für die Schleifanwendungen
ermöglicht. Eine bevorzugte Harzbeschichtung besteht aus einer Mischung aus einem
Epoxidharz, einem Phenolharz und einem Acrylharz, die in einer Menge aufgetragen
wird, die bei etwa 20 bis etwa 150% des Stoffgewichtes liegt.
Der behandelte Träger kann mit jeder geeigneten Form von Schleifschicht
ausgestattet werden. Herkömmlicherweise wird eine Grundierungsbeschichtung (maker
coat) aus einem Harz aufgetragen, gefolgt von einer Schicht Schleifmittelkörner.
Die Harzschicht wird anschließend ausgehärtet, zumindest ausreichend um die Körner
an Ort und Stelle zu halten.
Eine Harzoberflächenschicht wird anschließend über die Schleifmittelschicht
aufgetragen um dabei zu helfen die Körner vor Ort zu halten und oft wird eine Obenaufdeckbeschichtung
(supersize coat) aufgetragen, welche Schleifhilfsmittel oder andere erwünschte Additive
enthalten kann. Das in den Grundierungs- und Deckbeschichtungen verwendete Harz
kann jedes der üblicherweise in beschichteten Schleifmitteln verwendete sein, vorausgesetzt,
dass diese in der Lage sind den Temperaturen zu widerstehen, bei welchen die Produkte
der vorliegenden Erfindung verwendet werden sollen. Das Schleifmittelkorn kann jedes
der üblicherweise in beschichteten Schleifmitteln verwendete sein, wie beispielsweise
Aluminiumoxid, Siliziumcarbid und Aluminiumoxid/Zirkoniumoxidschleifmittel. Im allgemeinen
sind aggressiv schneidende Körner wie etwa Sol-Gel Aluminiumoxid abgeleitete Schleifmittel
besonders vorteilhaft bei Hochtemperatur-Schleifanwendungen. Die üblicherweise verwendeten
Körnungsgrößen sind vergleichsweise grob, da eine feine Endbearbeitung nicht so
wichtig ist bei dieser frühen Stufe der Metallplattenproduktion wie die Beständigkeit
der Dicke. Daher werden Kömungsgrößen von 24 bis 60 üblicherweise bei dieser Anwendung
verwendbar sein.
Beschreibung, der bevorzugten Ausführungsformen
Die folgenden Bauformen von Trägerkonstruktionen haben sich bei Hochtemperaturanwendungen
als wirksam erwiesen. Sie werden verwendet um aufzuzeigen welche Art von Produkten
verwendbar sind, beinhalten aber keine notwendige Beschränkung des Schutzumfangs
der Erfindung. In jedem Fall war das Kettgarn ein 840 Denier „Kevlar", eine
Polyaramidfaser erhältlich unter diesem Markennamen von DuPont Company. Das Gewebe,
der Aufbau und die Natur der Füllgarne wurde variiert.
Die Träger sollten eine exzellente Stabilität bei hohen Temperaturen
aufweisen, und dies erfordert eine Dehnung bei einer Temperatur von 150°C unter
einer Beladung von 17,9 kg/cm von weniger als etwa 3% für die auf diesen Trägern
aufgebauten beschichteten Schleifmitteln.
Um die Erfindung weiter zu veranschaulichen wurden zwei beschichtete
Schleifbänder erzeugt, basierend auf der B-Typ-struktur wie oben beschrieben.
Beide erhielten die gleichen Sättigungsmittel- und Hinterfüllungsbehandlungen
unter Verwendung der folgenden Formulierungen:
Sättigungsmittelrezeptur
V-1350, ein Phenolharz erhältlich von Bendix Corporation55%Wasser4,1%SSXS, ein Viskositätsverringerer von Pilot Chemical Co2,8%Calfax DB-45, ein Netzmittel von Pilot Chem. Co4,5%Tamol 165, ein Dispergiermittel erhältlich von Rohm & Haas1,8%Rotes Pigment2,8%Nopco NDW, ein Entschäumer erhätlich von Henkel Corp0,5 %Nalco 2311, ein Entschäumer erhältlich von Nalco Chem. Co0,5 %A-1100 Silan erhältlich von Union Carbide0,5 %Wollastonit Füllstoff27,5%
Hinterfüllungsrezeptur
460X-80, ein Vinylchloridcopolymer erhältlich von B. F. Goodrich37,9%CMD 35201, ein Epoxidharz erhältlich von Shell Co15,0%Kalziumkarbonat Füllstoff33,7%Nopco NDW, ein Entschäumer erhätlich von Henkel Corp3,0%ASE 60, ein Verdickungsmittel erhältlich von Rohm & Haas3,7%Schwarzer Farbstoff2,0%
Die auf das Trägermaterial aufgebrachte Grundierungsbeschichtung wurde
wie oben aufgezeigt hergestellt, und zwar auf der Basis einer Kombination von phenolischem
Harz/Füllstoff mit geringen Mengen an Wasser, Farbstoff, Tensid und Penetrationshilfsmitteln.
Die Deckbeschichtung umfasste die gleiche Phenolharzbasis zusammen
mit Tensiden, Farbstoff und einem Kryolithfüllstoff.
In jedem Fall betrug das Stoffgewicht 16 1b/ream (236,8 g/m2);
das zusätzliche Sättigungsmittelgewicht betrug 14,2 lb/ream (210 g/m2);
das zusätzliche Hinterfüllungsgewicht betrug 5,0 lb/ream (74 g/m2); das
Grundierungsgewicht betrug 30 1b/ream (444 g/m2); und das Gesamtgewicht
des aufgetragenen Schleifmittelkorns betrug 70 1b/ream (1036 g/m2).
In einem Fall war das Schleifkorn ein herkömmliches Aluminiumoxid/Zirkoniumoxidkorn,
vertrieben unter der eingetragenen Marke „Norzon" von Norton Company.
Im anderen Fall war das Schleifkorn ein geimpftes Sol-Gel Aluminiumoxid
Schleifmittel, verwendet in der „SG" zur Produktreihe von Norton. In beiden
Fällen war die Körnung eine 24-er Körnung.
Die Schleifbänder wurden bezüglich ihrer physikalischen Eigenschaften
einschließlich des kritischen zyklischen Dehnungstestes getestet. Die Ergebnisse
sind unten in Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1
* Die Schälhaftung ist ein Maß der Festigkeit der Verbindung zwischen
der Schleifmittel enthaltenden Schicht und dem Träger, und damit des Ausmaßes mit
dem das Korn während der Schweraufgaben-Schleifanwendungen auf dem Band zurückgehalten
wird.
Für Vergleichszwecke zeigt eine Schwerstaufgaben-stichverbundene Stoffunterlage
(Polyesterdesign, Style 23–22H–3A), „Norzon" Schleifmittelkörnung
tragend, das von Norton Comp. unter der Bezeichnung E-825 vertrieben wird, eine
durchschnittliche zyklische Dehnung unter den gleichen Bedingungen von 5,58%.
Aus den oben angegebenen Daten kann entnommen werden, dass wirksame
beschichtete Schleifbänder für Heißschleifbedingungen bereit gestellt werden können.
Anspruch[de]
Beschichtetes Schleifband, angepasst zur Verwendung bei der Konditionierung
einer Metalloberfläche bei "heißer" Temperatur von 500 bis 1500°C, welches ein
Stoffiträgermaterial umfasst, bei dem das Trägermaterial aus der Gruppe bestehend
aus Stoffen mit einem Bindungsmuster ausgewählt aus ungemustert, Köper (twill) und
Satin, stichverbundenen (stitch-bonded) Stoffen und Stoffen mit eingesetztem Schuss
ausgewählt ist, sowie eine Schleifmittel-enthaltende Schicht umfassend Schleifkorn
und Grundierungs- und Deckbeschichtungen, abgeschieden auf dem Trägermaterial,
dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial eine Zugfestigkeit in Laufrichtung
von mindestens 750 1b/inch und eine zyklische Dehnung von weniger als 3 % bei einer
Beladung von 100 1b/inch bei einer Temperatur von 150°C aufweist.
Beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 1, wobei die Kettgarne ausgewählt
sind aus Polyaramid- oder Glasfaser-Garnen oder Polyaramid- oder Polyester-umwickelte
Glasfasergarnen, welche ein gesamtes Denier pro Inch von mindestens 16.000 bereitstellen.
Beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 2, wobei das Stoffträgermaterial Füllgarne
ausgewählt aus Polyester und Nylon aufweist.
Beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 3, wobei die Anzahl der Füllgarne
pro Inch geringer ist als die Zahl der Kettgarne pro Inch.
Beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 1, wobei das Trägermaterial eine Dehnung
bei 150°C unter einer Belastung von 17,9 kg/cm von weniger als 2,5 % aufweist.
Verfahren zum Konditionieren einer Metalloberfläche bei einer Temperatur oberhalb
von 800°C, welches das Auftragen einer Metalloberfläche auf ein beschichtetes
Schleifmittel nach Anspruch 1 umfaßt.