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Dokumentenidentifikation DE10061068B4 12.02.2004
Titel Verpackungsbehälter mit einer darin befindlichen großkalibrigen Patrone
Anmelder Rheinmetall W & M GmbH, 29345 Unterlüß, DE
Erfinder Heitmann, Thomas, 29345 Unterlüß, DE;
Bruske, Silvia, 29331 Lachendorf, DE;
Brase, Holger, 29303 Bergen, DE
DE-Anmeldedatum 08.12.2000
DE-Aktenzeichen 10061068
Offenlegungstag 20.06.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.02.2004
IPC-Hauptklasse F42B 39/22
IPC-Nebenklasse F42B 39/24   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Verpackungsbehälter mit einer darin befindlichen großkalibrigen Patrone, die eine dünnwandige Treibladungshülse und ein Geschoß umfaßt, welches vorderseitig mindestens teilweise aus der Treibladungshülse ragt.

Da bei großkalibrigen Patronen, insbesondere mit verbrennbarer dünnwandiger Treibladungshülse, das Geschoß üblicherweise wesentlich schwerer ist als das Antriebsteil, muß das Geschoß innerhalb des Verpackungsbehälters abgestützt werden, so daß die Treibladungshülse bei einem Fallen des Verpackungsbehälters in Richtung auf den Hülsenboden nicht beschädigt wird.

Aus der DE 198 12 633 A1 ist bereits ein Verpackungsbehälter für Patronen mit einem Vollkalibergeschoß bekannt, bei dem in einem Außenbehälter ein sich heckseitig an dem Hülsenboden abstützender Innenbehälter vorgesehen ist, der an seinem vorderen Ende mit einem Spreizring verbunden ist, welcher radial angeordnete federnde Klemmelemente aufweist. Bei einer in dem Verpackungsbehälter befindlichen Patrone drücken diese Klemmelemente gegen die äußere Oberfläche des Geschoßvorderteiles und bilden eine Reibschlußverbindung zwischen der Innensteckhülse und dem Geschoß.

Nachteilig bei diesem Verpackungsbehälter ist unter anderem, daß sowohl das Einführen als auch die Entnahme der Patrone in Axialrichtung durch die kraftschlüssige Verbindung des Spreizringes häufig behindert wird. Außerdem ist die Herstellung des Spreizringes. relativ aufwendig, da seine Geometrie und der Werkstoff derart ausgeführt sein müssen, daß auch nach einem längeren Zeitraum noch genügend Anpreßkraft vorhanden ist.

Aus der EP 0 945 701 A1 ist ein Verpackungsbehälter für eine Patrone mit einem unterkalibrigen Treibkäfiggeschoß bekannt, bei dem ebenfalls in einem Außenbehälter ein sich heckseitig an dem Hülsenboden abstützender Innenbehälter vorgesehen ist. Der Innenbehälter umfaßt zwei hintereinander angeordnete Baugruppen, wobei die erste Baugruppe fest mit dem vorderseitigen Ende des Außenbehälters verbunden ist. Die zweite Baugruppe des Innenbehälters weist auf ihrer der ersten Baugruppe zugewandten Seite einen Spreizring mit radial federnden Klemmelementen auf, der zwischen einer ersten und einer zweiten Endposition innerhalb des Außenbehälters längsverschiebbar angeordnet ist, derart, daß die Klemmelemente in der ersten Endposition durch ein der ersten Baugruppe zugeordnetes Führungsteil nach innen gedrückt werden, so daß sich der vordere Flansch des Treibkäfigs heckseitig an den Klemmelementen abstützt und die Klemmelemente in dieser Lage fixiert bleiben und daß die Klemmelemente in der zweiten Endposition in Richtung auf die Wand des Außenbehälters druckbar sind, so daß die Patrone dem Außenbehälter heckseitig entnehmbar ist. Irgendeinen Hinweis darauf, wie eine entsprechende formschlüssige Abstützung auch bei Patronen mit Vollkalibergeschossen erfolgen könnte, läßt sich dieser Druckschrift nicht entnehmen.

Ausgehend von der EP 0 945 701 A1 liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Verpackungsbehälter mit einer darin befindlichen Patrone anzugeben, wobei das Geschoß der Patrone auch dann innerhalb der Verpackung sicher abgestützt wird, wenn es sich um ein Vollkalibergeschoß handelt.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.

Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, das Geschoß auf seiner äußeren Oberfläche mit einer ringförmig um das Geschoß verlaufenden Abstützkante zu versehen und die Klemmelemente der zweiten Baugruppe des Innenbehälters derart auszubilden, daß diese in der ersten Endposition der zweiten Baugruppe hinter die Abstützkante des Geschosses gedrückt werden.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung umfaßt die zweite Baugruppe des Innenbehälters ein Führungsteil mit kolbenförmigen Ende, welches formschlüssig in eine Ausnehmung der ersten Baugruppe eingreift. Die Ausnehmung weist dabei an ihrem der zweiten Baugruppe zugewandten Ende eine die zweite Endstellung der zweiten Baugruppe definierende Anschlagkante auf.

Die Abstützkante des Geschosses kann sowohl durch eine etwas über die restliche Oberfläche des vorderen Geschosses hervorstehende Kante als auch durch eine Ringnut gebildet werden, in welche die Klemmelemente eingreifen.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:

1 die obere Hälfte eines im Längsschnitt dargestellten Verpackungsbehälters mit einer darin angeordneten Patrone;

2 einen vergrößerten Ausschnitt des in l mit II bezeichneten Bereiches und

3 den in 2 dargestellten Ausschnitt beim Herausziehen der Patrone aus dem Verpackungsbehälter.

In 1 ist mit 1 ein Verpackungsbehälter bezeichnet, in dem eine Patrone 2 mit Treibladungshülse 3 und Hülsenboden 4 sowie einem vollkalibrigen Geschoß 5 angeordnet ist.

Der Verpackungsbehälter 1 umfaßt einen vorderseitig geschlossenen und heckseitig mittels eines Deckels 6 verschließbaren metallischen Außenbehälter 7. In dem Außenbehälter 7 sind zur Abstützung und Fixierung der Patrone 2 zwei in Richtung der Längsachse 8 des Verpackungsbehälters 1 hintereinander angeordnete, einen Innenbehälter 9 bildende Baugruppen 10 und 11 vorgesehen.

Die erste Baugruppe 10 ist z.B. über eine Schraubverbindung fest mit dem vorderseitigen Ende 12 des Außenbehälters 7 verbunden und umfaßt einen Kunststoff-Einsatz 13 mit einer vorderen Anschlagkante 14 (3) und einem angeformten keilförmigen Führungsteil 15, welches auf seiner Rückseite mit einem nach außen gerichteten Vorsprung 16 versehen ist. Die erste Baugruppe 10 umfaßt ferner zwei um den Einsatz 13 herum angeordnete Einsatzteile 17 und 18, die in Verbindung mit dem Vorsprung 16 des keilförmigen Führungsteiles 15 eine Ausnehmung 19 mit einer hinteren Anschlagkante 20 bilden (2).

Die zweite Baugruppe 11 weist eine Innensteckhülse 21, z.B. aus Pappe, auf, die sich vom Hülsenboden bis zu dem Geschoß erstreckt und mit einer Aufnahme 22 verbunden ist. An der Aufnahme 22 ist ein Führungsteil 23 kraftschlüssig befestigt, welches auf seiner der ersten Baugruppe 10 zugewandten Seite ein kolbenförmig ausgebildetes Ende 24 aufweist und das formschlüssig in der Ausnehmung 19 der ersten Baugruppe 10 angeordnet ist.

Außerdem sind an der Aufnahme 22 jeweils durch eine Flachfeder 25 beaufschlagte radiale verschwenkbare Klemmelemente 26 befestigt, wobei die Klemmelemente 26 durch das an dem Kunststoff-Einsatz 13 angeordnete keilförmige Führungsteil 15 der ersten Baugruppe 10 nach innen gegen eine ringförmige um das Geschoß 5 verlaufende Abstützkante 27 gedrückt werden. Dadurch wird das Geschoß 5 heckseitig über die Klemmelemente 26, die Aufnahme 22 und die Innensteckhülse 21 am Hülsenboden 4 der Patrone 2 abgestützt, während die bugseitige Abstützung des Geschosses 5 und damit der Patrone 2 durch die vordere Anschlagkante 14 des Kunststoff-Einsatzes 13 erfolgt.

Zum Einbringen der Patrone 2 in den Verpackungsbehälter 1 wird nach Entfernung des Deckels 6 die Innensteckhülse 21 der zweiten Baugruppe 11, z.B. mittels einer aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellten Schlaufe, heckseitig so weit aus dem Außenbehälter 7 herausgezogen, bis das kolbenförmige Ende 24 des Führungsteiles 23 gegen die hintere Anschlagkante 20 gedrückt wird (vgl. auch 3). In dieser Stellung wird dann die Patrone 2 in den Verpackungsbehälter 1 so weit eingeschoben, bis die Innensteckhülse 21 an dem Hülsenboden 4 anschlägt. Danach werden Patrone 2 und die zweite Baugruppe 11 gemeinsam nach vorne geschoben. Durch die Bewegung nach vorne werden die Klemmelemente 26 durch das keilförmige Führungsteil 15 der ersten Baugruppe 10 radial gegen die Federkraft der Flachfedern 25 nach innen gegen das Geschoß 5 gedrückt. Dabei werden die Klemmelemente 26 formschlüssig hinter die Abstützkante 27 des Geschosses 5 gedrückt. Der nicht dargestellte Verschluß des Außenbehälters 7 schiebt die zweite Baugruppe 11 noch etwas weiter nach vorne, so daß der Formschluß durch zusätzliche Klemmkräfte unterstützt wird.

Fällt nun die in dem Verpackungsbehälter 1 befindliche Patrone 2 auf den Hülsenboden 4, wird die Gewichtskraft des Geschosses 5 über die Klemmelemente 26, die Aufnahme 22 und die Innensteckhülse 21 in den Hülsenboden 4 eingeleitet und das Antriebsteil ist somit geschützt.

Soll die Patrone 2 dem Verpackungsbehälter 1 wieder entnommen werden, so wird zunächst der Deckel 6 entfernt. Anschließend wird dann die Patrone 2 so lange durch Ziehen an dem überstehenden Hülsenboden 4 zusammen mit der zweiten Baugruppe 11 aus dem Behälter 1 herausbewegt, bis die hintere Anschlagkante 20 der ersten Baugruppe 10 erreicht ist. In dieser Stellung werden die federbeaufschlagten Klemmelemente 26 nicht mehr durch das keilförmige Führungsteil 15 an ihren Öffnungsbewegungen gehindert und geben die Patrone 2 frei, so daß sie ohne die zweite Baugruppe 11 weiter herausgezogen und anschließend dem Verpackungsbehälter 1 entnonmen werden kann.

1 Verpackungsbehälter, Behälter 2 Patrone 3 Treibladungshülse 4 Hülsenboden 5 Geschoß 6 Deckel 7 Außenbehälter 8 Längsachse 9 Innenbehälter 10 erste Baugruppe 11 zweite Baugruppe 12 vorderseitige Ende (Außenbehälter) 13 Kunststoff-Einsatz, Einsatz 14 vordere Anschlagkante 15 keilförmiges Führungsteil (Kunststoff-Einsatz) 16 Vorsprung 17,18 Einsatzteile 19 Ausnehmung 20 hintere Anschlagkante, Anschlagkante 21 Innensteckhülse 22 Aufnahme 23 Führungsteil (zweite Baugruppe) 24 Ende (Führungsteil) 25 Flachfeder 26 Klemmelement 27 Abstützkante

Anspruch[de]
  1. Verpackungsbehälter mit einer darin befindlichen großkalibrigen Patrone (2), die eine dünnwandige Treibladungshülse (3) und ein Geschoß (5) umfaßt, welches vorderseitig mindestens teilweise aus der Treibladungshülse (3) ragt, mit den Merkmalen:

    a) der Verpackungsbehälter (1) umfaßt einen vorderseitig geschlossenen und heckseitig mittels eines Deckels (6) verschließbaren Außenbehälter (7) und einen die Patrone (2) aufnehmenden, in dem Außenbehälter (7) anordbaren Innenbehälter (9);

    b) das Geschoß (5) weist auf seiner äußeren Oberfläche eine ringförmig um das Geschoß verlaufende Abstützkante (27) auf;

    c) der Innenbehälter (9) umfaßt in Richtung der Längsachse (8) des Verpackungsbehälters (1) mindestens zwei hintereinander angeordnete Baugruppen (10,11), wobei die erste Baugruppe (10) fest mit dem vorderseitigen Ende (12) des Außenbehälters (7) verbunden ist;

    d) die zweite Baugruppe (11) des Innenbehälters (9) weist auf ihrer der ersten Baugruppe (10) zugewandten Seite eine Aufnahme (22) mit radial federnden Klemmelementen (26) auf, die zwischen einer ersten und einer zweiten Endposition innerhalb des Außenbehälters (7) längsverschiebbar angeordnet ist, derart, daß die Klemmelemente (26) in der ersten Endposition durch ein der ersten Baugruppe (10) zugeordnetes Führungsteil (15) nach innen hinter die Abstützkante (27) des Geschosses (5) gedrückt werden und die Klemmelemente (26) in dieser Lage fixiert bleiben, und daß die Klemmelemente (26) in der zweiten Endposition in Richtung auf die Wand des Außenbehälters (7) aufspreizbar sind, so daß die Patrone (2) dem Verpackungsbehälter (1) heckseitig entnehmbar ist.
  2. Verpackungsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Baugruppe (11) des Innenbehälters (9) ein Führungsteil (23) mit kolbenförmigen Ende (24) umfaßt, welches formschlüssig in eine Ausnehmung (19) der ersten Baugruppe (10) des Innenbehälters (9) eingreift, und daß die Ausnehmung (19) an ihrem der zweiten Baugruppe (11) zugewandten Ende eine die zweite Endstellung der zweiten Baugruppe (11) definierende hintere Anschlagkante (20) aufweist.
  3. Verpackungsbehälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (22) der zweiten Baugruppe (11) des Innenbehälters (9) eine der Anzahl der Klemmelemente (26) entsprechende Anzahl von Flachfedern (25) umfaßt, wobei jedem Klemmelement (26) eine Flachfeder (25) zugeordnet ist.
  4. Verpackungsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsteil (15) der ersten Baugruppe (10) des Innenbehälters (9) auf seiner den Klemmelementen (26) zugewandten Seite einen keilförmigen Verlauf aufweist.
  5. Verpackungsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützkante (27) des Geschosses (5) durch eine Ringnut gebildet wird.
  6. Verpackungsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenbehälter (7) aus Metall und der Innenbehälter (9) aus Kunststoff oder einem Faserverbundwerkstoff besteht.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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