PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10211148B3 12.02.2004
Titel Schussfadenrückholeinrichtung für Webmaschinen
Anmelder Lindauer Dornier GmbH, 88131 Lindau, DE
Erfinder Renz, Manuel, 88131 Lindau, DE;
Motz, Kurt, 88131 Lindau, DE
Vertreter Nitzschner, G., Dipl.-Ing.(FH),Pat.-Ing., 88131 Lindau
DE-Anmeldedatum 14.03.2002
DE-Aktenzeichen 10211148
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.02.2004
IPC-Hauptklasse D03D 47/34
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Schussfadenrückholeinrichtung für Webmaschinen, mit mindestens zwei voneinander beabstandet angeordneten Fadenführungsmitteln (5, 6) für einen Schussfaden (3), wobei ein Fadenführungsmittel (6) beweglich ausgebildet ist. Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Schussfadenrückholeinrichtung anzugeben, die ein definiertes und gesteuertes Fadenrückhol- und -freigabeverhalten aufweist.
Die Aufgabe wird gelöst durch eine zwischen den Fadenführungsmitteln (5, 6) angeordnete, z. B. motorisch angetriebene, umlaufende Kurbel (7), einen am freien Ende der Kurbel (7) angeordneten Mitnehmer (8) für den Schussfaden, ein Mittel (6) zur gesteuerten Lageveränderung des Schussfadens (3) und ein Mittel (16) zur gesteuerten Freigabe des Schussfadens (3).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schussfadenrückholeinrichtung für Webmaschinen, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Schussfadenrückholeinrichtungen werden bei Webmaschinen verwendet, um z.B. den Schussfaden nach dem Vorlegen zu einem Eintragsorgan um eine definierte Länge zurückzuziehen, d.h. um ihn in einem gewünschten Abschnitt seiner Länge zu spannen. Eine derartige Schussfadenrückholeinrichtung ist in der DE 297 16 310 U1 offenbart. Hierbei ist eine pneumatisch wirkende Düseneinrichtung gezeigt, durch die der Faden geführt ist und die mittels Luftdruck eine Beschleunigung des Fadens entgegen dessen Laufrichtung und dadurch eine Rückholbewegung bewirkt. Pneumatische Schussfadenrückholeinrichtungen können jedoch nicht für steife und glatte Fäden eingesetzt werden, da diese Fäden keinen ausreichenden Luftwiderstand für einen gewünschten Rückholeffekt bieten.

Andere Schussfadenrückholeinrichtungen sind als elektronisch angetriebene Schussfadenaufwickel- oder Umschlingungseinrichtungen ausgebildet, durch die der Faden zurückgezogen bzw. gespannt werden kann.

Eine Schussfadenrückholeinrichtung, basierend auf einem beweglichen und fadenführenden Hebel, ist in der DE 299 04 187 U1 offenbart. Je nach dem Anschlag des Hebels, bezogen auf fest angeordnete Fadenführungsmittel, ergibt sich ein Rückholeffekt auf den Faden.

Die bekannten Schussfadenrückholeinrichtungen haben den Nachteil, dass deren Ansprech- und Fadenfreigabeverhalten, insbesondere bei relativ steifen Fäden, teilweise unbefriedigend ist.

Aus dem Dokument EP 0 890 665 A1 ist ein Gegenstand bekannt, der auf der Erkenntnis basiert, dass beim Übergang eines bereits bewegten Schussfadens zum ruhenden Schussfaden ein sogenannter Streckschlag auftritt, der eine schlagartige Erhöhung der Zugspannung im Schussfaden verursacht. Bei reissempfindlichen Schussgarnen treten aufgrund dessen vermehrt Schussfadenbrüche auf. Zum Reduzieren des Streckschlages offenbart die EP 0 890 665 A1 eine Vorrichtung zur Anwendung in einer Webmaschine, die einen Schussfaden zu einem vorbestimmbaren Zeitpunkt aus einer Führungsebene auslenkt, um damit eine Fadenreserve zu schaffen, welche Fadenreserve zum Zeitpunkt des Entstehens des vermeintlichen Sheckschlages aufgebraucht wird.

Die zwischen Fadenführungsmitteln angeordnete Vorrichtung besitzt eine motorisch angetriebene, umlaufende Kurbel, an deren freiem Ende ein Mitnehmen angeordnet ist, der innerhalb einer gesteuerten Umdrehung der Kurbel den Schussfaden aus einer Führungsebene auslenkt und die Auslenkung wieder aufhebt.

Aufgabe der Erfindung ist es, im Hinblick auf die Steuerung der Fadenrückholung und Fadenfreigabe eine Schussfadenrückholeinrichtung anzugeben, die für jede Fadenart ein definiertes und gesteuertes Fadenrückhol- und -freigabeverhalten, insbesondere nach dem Hinreichen eines Schussfadens zu einem Schussfadeneintragsorgan, ermöglicht

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung zeichnet sich aus durch eine zwischen den Fadenführungsmitteln angeordnete, vorzugsweise motorisch angetriebene, umlaufende Kurbel, einen am freien Ende der Kurbel angeordneten Mitnehmen für den Schussfaden, einem Mittel, um den Schussfaden gesteuert aus der Ebene der Fadenführung herauszubewegen und einem Mittel zur gesteuerten Freigabe des Schussfadens.

Die beschriebene Schussfadenrückholvorrichtung hat den Vorteil, dass sie für jede Art von Schussfäden geeignet ist und eine Rückholung des Schussfadens um einen definierten Betrag innerhalb weniger Millisekunden erlaubt.

Damit ein definierter Zeitpunkt der Schussfadenrückholung erreicht werden kann, ist die Kurbel z.B. synchron zur Drehzahl der Webmaschine angetrieben. Der Schussfaden verläuft im Bereich zwischen den Fadenführungsmitteln etwa parallel zur Drehebene der Kurbel. Damit der Schussfaden vom Mitnehmer sicher ergriffen werden kann, wird abzugsseitig der Schussfadenrückholvorrichtung der Schussfaden aus seiner Führungsebene um einen vorbestimmten Betrag vertikal nach unten gesteuert ausgelenkt. Dazu steht das abzugsseitige Fadenführungsmittel mit einem Linearantrieb in Verbindung.

Das Mittel zur gesteuerten Freigabe des Schussfadens ist vorzugsweise durch eine schräge Auflauffläche gebildet, an welcher der vom Mitnehmer gezogene Schussfaden entlang gleitet und an einem definierten Punkt vom Mitnehmer abspringt und so wieder freigegeben wird, d.h. der Schussfaden gelangt in die Ebene der Fadenführung zurück, nach dem auch das abzugssseitige Fadenführungsmittel seine ursprüngliche Position eingenommen hat.

Die Schräge ist Teil einer konzentrisch zur Kurbel angeordneten Blende, welche den Arbeitsbereich der Kurbel nahezu vollständig abdeckt.

Vorzugsweise ist die Blende um die Achse der Welle drehbar am Gehäuse angeordnet. Dadurch kann die Position und damit der Wirkungsbereich der Schräge eingestellt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben.

Es zeigen:

1: eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Schussfadenrückholeinrichtung im Schnitt nach Linie I-I in 2;

2: die Schussfadenrückholeinrichtung gemäß 1 in der Draufsicht;

3: den Mitnehmerzapfen im Bereich der Schräge der Blende.

Wie aus den 1 und 2 hervorgeht, besteht die Schussfadenrückholeinrichtung 1 aus einem Gehäuse 2, das in einer entsprechenden Position am Maschinengestell einer Webmaschine befestigt ist.

Am Gehäuse 2 sind zwei voneinander beabstandete Fadenführungselemente, z.B. in Form von Fadenführungsösen 5, 6, angeordnet. Der Schussfaden 3 ist durch die Fadenführungsösen 5, 6 geführt und läuft in Pfeilrichtung 4 zu einem Schussfadeneintragsorgan (nicht dargestellt).

Auf einer im Gehäuse 2 gelagerten Welle 9 ist eine Kurbel 7 angeordnet, wobei die Welle durch einen Antrieb 10 rotatorisch angetrieben wird und die Kurbel 7 in Drehbewegung versetzt. Die Kurbel 7 dreht sich dabei in Pfeilrichtung 11 und ist in ihrer Drehzahl z.B. mit der Drehzahl und dem Maschinenwinkel der Webmaschine synchronisiert. Der Schussfaden 3 verläuft etwa parallel zur Drehebene der Kurbel 7. Am freien Ende der Kurbel 7 ist ein Mitnehmerzapfen 8 angeordnet, der mit dem Schussfaden 3 zusammenwirkt, wie nachfolgend beschrieben ist.

Die Fadenführungsöse 6 ist an einem Linearantrieb 12 angeordnet und kann über einen bestimmten Stellweg 13 senkrecht zur Fadenlaufrichtung 4 bewegt werden.

Die Kurbel 7 wird größtenteils von einer kreisförmigen Blende 14 abgedeckt, wobei die Kurbel 7 und der Mitnehmerzapfen 8 , wie aus 3 ersichtlich, vorzugsweise in einem Bereich nahe der Fadenführungsöse 6 nicht von der Blende abgedeckt werden. In diesem Bereich ist in Drehrichtung 11 der Kurbel eine Schräge 16 vorgesehen, auf die der vom Mitnehmerzapfen 8 mitgenommene Schussfaden 3 aufläuft. Die Blende 14 ist um die Achse der Welle 9 drehbar gelagert und kann manuell in Pfeilrichtung 15 verdreht werden.

Im folgenden wird die Funktionsweise der Schussfadenrückholeinrichtung erläutert. Die Kurbel 7 dreht sich permanent z.B. synchron mit dem Maschinenantrieb der Webmaschine und befindet sich augenblicklich in einer Position, in welcher der Mitnehmerzapfen die Position 8 einnimmt. Der Schussfaden 3 läuft ungehindert in Pfeilrichtung 4 durch die Führungsösen 5 und 6.

Durch ein Signal der Maschinensteuerung (nicht dargestellt) kann nun der Linearantrieb 12 betätigt werden, so dass sich die Führungsöse 6 um den Betrag 13 nach unten bewegt. Der Schussfaden 3 wird von der Führungsöse 6 mitgenommen und gelangt in eine untere Position 3a, nämlich in dem Bereich des umlaufenden Mitnehmerzapfens B. Mittlerweile hat sich die Kurbel 7 weitergedreht, wobei der Mitnehmerzapfen in Position 8a zu liegen kommt und den Schussfaden in der Position 3a mitnimmt.

Die Kurbel 7 bewegt den Mitnehmerzapfen weiter in Position 8b, wobei auch der Schussfaden mitgenommen wird und eine Position 3b einnimmt. Während der Bewegung wird der Schussfaden 3 über die an der Blende 14 vorgesehene Schräge 16 geführt ( 3) und wird dadurch auf dem Mitnehmerzapfen 8 soweit nach oben geschoben, bis er vom Mitnehmerzapfen 8 abspringt. Dies ist in Position 8c des Mitnehmerzapfens dargestellt, bei der der Schussfaden in Position 3c die obere Kante 17 der Schräge 16 erreicht hat.

Nach dem Abspringen des Schussfadens 3 vom Mitnehmerzapfen 8c kann sich der Faden wieder frei durch die Führungsösen 5, 6 bewegen.

Zwischenzeitlich wurde die Führungsöse 6 wieder in ihre obere Ausgangsstellung bewegt und die Vorrichtung ist bereit für einen erneuten Rückholvorgang.

1 Schussfadenrückholeinrichtung 2 Gehäuse 3 Schussfaden 3a Position 3b Position 3c Position 4 Fadenlaufrichtung 5 Fadenführungsöse 6 Fadenführungsöse 7 Kurbel 8 Mitnehmerzapfen, 8a, 8b, 8c 9 Welle 10 Antrieb 11 Drehrichtung 12 Linearantrieb 13 Stellweg 14 Blende 15 Pfeilrichtung 16 Schräge 17 Kante

Anspruch[de]
  1. Schussfadenrückholeinrichtung für Webmaschinen, mit mindestens zwei voneinander beabstandeten Fadenführungsmitteln (5, 6) für einen Schussfaden (3), mit einer zwischen den Fadenführungsmitteln (5, 6) angeordneten, motorisch angetriebenen, umlaufenden Kurbel (7), an deren freiem Ende ein Mitnehmerzapfen (8) angeordnet ist, der den Schussfaden (3) innerhalb einer Umdrehung der Kurbel (7) aus der Fadenlaufrichtung (4) auslenkt und geeignete Mittel vorgesehen sind, die die Auslenkung wieder aufheben, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenführungsmittel (6) in vertikaler Ebene gesteuert positionsveränderlich angeordnet ist, und dass als geeignetes Mittel zum Aufheben der Auslenkung eine mit einer schrägen Auflauffläche (16) für den Schussfaden (3) versehene Blende (14) vorgesehen ist, die konzentrisch um die Drehachse der Kurbel (7) angeordnet ist.
  2. Schussfadenrückholeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl des Antriebs (10) der Kurbel (7) in Korrelation zur Maschinendrehzahl der Webmaschine steht.
  3. Schussfadenrückholeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (3) im Bereich zwischen den Fadenführungsmitteln (5, 6) etwa parallel zur Drehebene der Kurbel (7) verläuft.
  4. Schussfadenrückholeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gesteuerte Freigabe des Schussfadens (3) an einer oberen Kante (17) der Auflauffläche (16) erfolgt.
  5. Schussfadenrückholeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (14) um die Drehachse der Kurbel (7) drehbar am Gehäuse (2) angeordnet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com