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Dokumentenidentifikation DE10203746A1 19.02.2004
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Codierung und Dekodierung von Sprachtexten für Lern-und Spielzwecke
Anmelder Sternberg, Lew, 39106 Magdeburg, DE
Erfinder Sternberg, Lew, 39106 Magdeburg, DE
Vertreter Kagelmann, M., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 39130 Magdeburg
DE-Anmeldedatum 31.01.2002
DE-Aktenzeichen 10203746
Offenlegungstag 19.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.02.2004
IPC-Hauptklasse G09C 1/02
IPC-Nebenklasse G09B 17/00   

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Das Chiffrieren von Texten ist seit langem bekannt und erfolgt in der Regel nach dem Prinzip, dass Buchstaben und Zahlen durch Zeichen ersetzt werden. Beispiele dafür sind das Morsealphabet, die Verwendung von Lochstreifen für die Übertragung von Informationen oder die Blindenschrift.

Weiterhin sind ein Verfahren und eine Anordnung zur Abwehr kryptoanalytischer Untersuchungen (Patent DE 198 11 175 A1) sowie eine Dreipunktequadratschriftsystemtabelle (Gebrauchsmuster) bekannt.

Die bekannten Techniken und Methoden zum Chiffrieren und Dechiffrieren dienen ganz speziellen Formen der Informationsübermittlung und erfordern ein hohes Maß an Kenntnissen, die bei Kindern im Vorschul- und jüngeren Schulalter nicht vorausgesetzt werden können. Deshalb sind diese Techniken und Methoden für den angestrebten Zweck ungeeignet.

Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung für die vorliegende Erfindung bestand darin, Techniken und Methoden zu entwickeln, die Kinder im Vorschul- und jüngeren Schulalter mit spielerischen, leicht zu behaltenden Mitteln und Methoden dabei unterstützen, die Grundfertigkeiten des Lesens zu erlernen.

Dafür sollten Tafeln entwickelt werden, auf denen bildliche Darstellungen jeweils bestimmte Teile des Textes symbolisieren. Analog sollte eine Tastatur entwickelt werden, mit der über einen angeschlossenen Computer die durch bildliche und/oder buchstäbliche Darstellungen symbolisierten Texte in Laute umgewandelt und hörbar gemacht werden können.

Diese Mittel sollten dem Kind helfen, die unterschiedlichen Laute nach klaren, charakteristischen und natürlichen Merkmalen zu unterscheiden, und eine Möglichkeit geben, Texte mit graphischen Zeichen aufzuschreiben, die für ein Kind leichter zu behalten sind als Buchstaben.

Lösung

Das Chiffrieren des Textes nach dem genannten Verfahren wird dadurch erreicht, dass zuerst der Ausgangstext in einzelne Teile – Konsonanten, offene Silben und Zeichen wie zum Beispiel Interpunktionszeichen – getrennt wird. Dann werden die Zeichen und die einzelnen Konsonanten unverändert in das Chiffrogramm übersetzt. Die offenen Silben werden in Verschlüsslungswörter umgesetzt und damit chiffriert. Das Verschlüsslungswort muss die offene Silbe enthalten, die chiffriert werden soll. In geschlossenen Silben dürfen nur die offenen Teile dieser Silben benutzt werden. Diese Silbe muss im Verschlüsslungswort betont sein. Dabei ist es unerheblich, in welcher Position sich die betonte offene Silbe befindet. Sie kann am Anfang, am Ende oder mitten in einem Verschlüsselungswort stehen. Eine zweite Variante besteht darin, dass die betonte Silbe immer am Anfang steht.

Die dritte Variante besteht darin, dass Verschlüsslungswörter als solche graphischen Zeichen bildlich dargestellt werden, wie sie Kindern im Vorschul- und jüngeren Schulalter in der Regel bekannt sind. Bild 1 gibt eine Übersicht, welche offenen Silben sich in der deutschen Sprache bildlich darstellen lassen, wobei die Verschlüsslungswörter auch andere als die in Bild 1 dargestellten sein können. Prinzipiell ist dieses Verfahren für alle europäischen Sprachen geeignet. Bild 2 gibt eine Übersicht, welche offenen Silben sich zum Beispiel in der russischen Sprache bildlich darstellen lassen. Der Ausgangstext wird chiffriert, indem die einzelnen Zeichen entsprechend ihrer Stellung im Text nacheinander aufgeschrieben werden. In umgekehrter Reihenfolge wird der Text dann dechiffriert.

Mit Hilfe eines speziellen Satzes bildlicher Darstellungen und Buchstaben, die man auf eine Fläche legen, aufkleben oder anhängen kann, lässt sich von jeder Person ein Text aufbauen, der nach dem beschriebenen Verfahren chiffriert ist. Die bildlichen Darstellungen und Buchstaben werden als Chiffrierkarten bezeichnet. Die Karten zum Legen und Hängen sind zweiseitig bedruckt, sie tragen auf der Vorderseite eine Abbildung und auf der Rückseite den passenden Buchstaben. Bild 6 zeigt, wie die anhängbaren Chiffrierkarten aussehen können. Die zum Aufkleben vorgesehenen Karten sind wegen der Klebefläche nur einseitig bedruckt.

Zur Erleichterung des Chiffrierens und Dechiffrierens kann die Chiffriertabelle genutzt werden. Die Chiffriertabelle stellt die geregelten und gruppierten Textteile und die entsprechenden Chiffrierzeichen dar. Die graphischen Bezeichnungen der offenen Silben können nach dem Artikulationsmerkmal der Stelle und Weise der Lautbildung gruppiert sein, wobei jede Gruppe farbig oder in anderer geeigneter Weise markiert sein kann. Dadurch wird die Korrektur der Aussprache erleichtert.

Eine Variante der Chiffriertabelle kann eine Tastatur sein, die an einen Speicher und/oder einen Drucker angeschlossen ist. Jede Taste dieser Tastatur ist eine Zelle der Chiffriertabelle mit den auf ihr symbolisierten bildlichen und/oder buchstäblichen Bezeichnungen. Mit Hilfe der oben genannten Bezeichnungen, die auf die einzelnen Tasten der Tastatur gelegt werden, können Texte aufgebaut werden, soweit sie bildlich dargestellt sind und in Verbindung mit Konsonanten gebracht werden. Beim Drücken der jeweiligen Taste zeigt und/oder druckt das Gerät das entsprechende Chiffrier- oder Dechiffrierzeichen beziehungsweise macht die offene Silbe mit einem Tonwiedergabegerät als Laut hörbar, wenn die entsprechenden Laute vorher gespeichert wurden. Die so genannte sprechende Tastatur wurde sowohl als Alternative für konventionelle Computertastaturen (Bild 7) als auch für solche mit Tonwiedergabegerät und Speicher kombinierte Monoblocks entwickelt (Bild 8). Die Wiedergabe der offenen Silben als Laute ist wesentlicher Bestandteil dieser Erfindung und in ihrer Art neu.

Die vorliegende Erfindung nutzt das Prinzip des Chiffrierens und Dechiffierens, um Kindern im Vorschul- und jüngeren Schulalter das Lesenlernen zu erleichtern. Das Chiffrieren und Dechiffrieren erfolgt mit Chiffrierbildern, einer Chiffriertabelle und einer so genannten sprechenden Tastatur. Analoge Techniken und Methoden sind nicht bekannt.

Nachstehend wird die Erfindung am 5 Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung ist mit

1. eine Chiffriertabelle in deutscher Sprache und mit

2. eine Chiffriertabelle in russischer Sprache und mit

3. ein Chiffriermuster in deutscher Sprache und mit

4. ein Dechiffriermuster in deutscher Sprache und mit

5. ein Dechiffriermuster in russischer Sprache und mit

6. eine Chiffriertabelle mit Chiffrierkarten und mit

7. eine Chiffriertabelle in Form einer Computertastatur, Computer, Monitor und Lautsprecher und mit

8. ein Computermonoblock (Spielkonsole) schematisch dargestellt.

Beispiel 1.

Beim Chiffrieren wird das deutsche Wort Wolke in Wo-l-ke getrennt, und das russische Wort ## wird in ## getrennt. Der deutsche Konsonant L oder die russischen Konsonanten ## und ## werden in das Chiffrogramm ohne Veränderung übernommen. Die offene Silbe WO wird in der Zusammensetzung des Wortes WOlf und KE in der Zusammensetzung des Wortes RaKEte getrennt. In diesem Fall wird das Wort WO-L-KE wie WOIf-L-RaKEte chiffriert. Die, russische offene Silbe ME wird in der Zusammensetzung des Wortes koMEma und BE in der Zusammensetzung des Wortes coBEmHUK getrennt. Das russische Wort ME-##-BE-## wird wie KOMEma-##-coBEmHUK-## chiffriert.

In geschlossenen Silben dürfen nur die offenen Teile dieser Silben benutzt werden. Zum Beispiel wird im deutschen Wort Wolf die gesamte Silbe WOLF betont, aber benutzt wird nur der offene Teil dieser Silbe WO. Im russischen Wort ## wird die gesamte Silbe BET betont, aber benutzt wird nur der offene Teil dieser Silbe BE .

Beispiel 2.

Eine zweite Variante besteht darin, dass die betonte Silbe immer am Anfang steht. So könnte die Silbe KE auch dem Wort KEgel entnommen sein. In diesem Fall wird das Wort WO-L-KE wie WOlf-L-KEgel chiffriert. Das russische Wort ME-##-BE-## wird wie ME####-BEHUK-## chiffriert.

Bild 1 gibt eine Übersicht, welche offenen Silben sich in der deutschen Sprache bildlich darstellen lassen, wobei die Verschlüsslungswörter auch andere als die in Bild 1 dargestellten sein können. Statt Apfel könnte zum Beispiel Anker oder Adler stehen.

Bild 2 gibt eine Übersicht, welche offenen Silben sich in der russischen Sprache bildlich darstellen lassen, wobei die Verschlüsslungswörter auch andere als die in Bild 2 dargestellten sein können. Statt ## könnte zum Beispiel ##, ## oder ## stehen.

Beispiel 3.

Das Chiffrieren mit Hilfe von bildlichen Darstellungen und Konsonanten erfolgt in der Weise, dass bildliche Darstellungen für einen Teil des Verschlüsslungsworts stehen und durch Konsonanten entsprechend ergänzt werden. Das Prinzip wird am Beispiel des Satzes „Eine lange Schlange ringelt sich um eine lange Stange" verdeutlicht. (Bild 3).

Ei-ne la-n-ge Sch-la-n-ge ri-n-ge-l-t si-ch u-m ei-ne la-n-ge S-to-n-ge.

El-NEtz LAmpe-N-GEld SCH-LAmpe-N-GEld RIng-N-GEld-L-T Slchel-CH Uhr-M El-NEtz LAmpe-N-GEld S-TAsse-N-GEld .

Beispiel 4.

Ein anderes Beispiel ist der Satz „Herr Fischer fischt frische Fische." (Bild 4).

HE-R-R FI-SCHE-R FI-SCH-T F-RI-SCHE FI-SCHE-.

HErz-R-R FIlm-SCHEre-R FIlm-SCH-T F-RIng-SCHEre FIlm-SCHEre-.

Herz-R-R Film-Schere-R Film-SCH-T F-Ring-Schere Film-Schere.

Beispiel 5.

Im Russischen könnte ein derartiger Satz folgendermaßen chiffriert werden. (Bild 5).

MaMa ## paMy.

MA-MA ## PA-My-.

MAcKa-MAcKa ##-## MAK-Myxa-.

MACKA-MACKA ##-## ##-Myxa- .


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Texten, indem diese in Teile getrennt und durch andere graphische Zeichen ersetzt werden, gekennzeichnet dadurch, dass die Teile von Texten als einzelne Konsonanten, als offene Silben, als Interpunktions- und andere Zeichen dargestellt sind, wobei die einzelnen Konsonanten und Zeichen unverändert in das Chiffrogramm übernommen werden und die offenen Silben durch Verschlüsslungswörter ersetzt werden, wobei das Verschlüsslungswort die entsprechende Silbe in betonter Position hat.
  2. Verfahren zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Texten nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die betonte offene Silbe im Verschlüsslungswort am Anfang steht.
  3. Verfahren zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Texten nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, dass Verschlüsslungswörter durch entsprechende bildliche Darstellungen ersetztbar sind.
  4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens in Form von Chiffrierkarten zum Legen, Anhängen und Aufkleben, gekennzeichnet dadurch, dass darauf bildliche Darstellungen und Buchstaben zum Aufbau von Texte. sind, die nach dem Verfahren nach Anspruch 3 chiffriert sind.
  5. Vorrichtung in Form einer Chiffriertabelle, die Teile von Texten und entsprechende Chiffrierzeichen enthält, gekennzeichnet dadurch, dass die Teile von Texten als einzelne Konsonanten und als offene Silben dargestellt sind und die Chiffrierzeichen als Verschlüsslungswörter und/oder entsprechende bildliche Darstellungen dargestellt sind, wobei die entsprechende Silbe im Verschlüsslungswort betont ist.
  6. Vorrichtung in Form einer Chiffriertabelle nach Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, dass die betonte offene Silbe im Verschlüsslungswort nur am Anfang stehen kann.
  7. Vorrichtung in Form einer Computer- oder Schreibmaschinentastatur mit einzelnen Buchstaben auf den Tasten, gekennzeichnet dadurch, dass sie zusätzliche Tasten hat, auf denen die offenen Silben graphisch dargestellt sind.
  8. Vorrichtung in Form einer Computer- oder Schreibmaschinentastatur nach Anspruch 7, gekennzeichnet dadurch, dass diese an einen Speicher und/oder einen Drucker und/oder ein Tonwiedergabegerät angeschlossen ist, wobei die Sprachlaute als einzelne Konsonanten und als offene Silben vorher im Speicher gespeichert sind und die beim Drücken der jeweiligen Tasten durch das Gerät als Sprachlaute hörbar sind.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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