Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur konvektiven Energiegewinnung in einem strömungstechnisch geschlossenen Kreislaufsystem, in dem ein Wärmeträgermedium, welches zugleich Arbeitsmedium ist, zirkuliert, dass hydro- und thermodynamisch mindestens eine Wärmequelle und eine Wärmesenke unterschiedlicher Temperatur miteinander verbindet und in den Bereichen der Wärmequelle und -senke ein Wärmeaustausch zwischen dem zirkulierenden Wärmeträgermedium und Wärmereservoir insbesondere über installierte Wärmetauscher vollzogen wird, wobei die Wärmequelle insbesondere örtlich unterhalb der Wärmesenke lokalisiert ist, so dass infolge stattfindender Wärmeaustauschprozesse das Wärmeträgermedium einer konvektiven hydromechanischen Strömung unterworfen wird, so dass sich über lokale Abschnitte des Kreislaufsystems oder innerhalb des strömenden Wärmeträgermediums Druckunterschiede aufbauen, die zusammenfassend einen thermisch initiierten gravimetrischkonvektiv strömenden Wärmeträger-Medienkreislauffluss ergeben, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens. Aus dem konvektiv getriebenen Wärmeträgermedienfluss, welcher im Leitungsstrangsystem einen hydro- und thermodynamisch geschlossenen Kreisprozess mit Phasenumwandlungen durchläuft, wird mittels Arbeitsmaschinen Energie gewonnen und ausgekoppelt.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur konvektiven Energiegewinnung
in einem strömungstechnisch geschlossenen Kreislaufsystem, in dem ein Wärmeträgermedium,
welches zugleich Arbeitsmedium ist, zirkuliert, dass hydro- und thermodynamisch
mindestens eine Wärmequelle und eine Wärmesenke unterschiedlicher Temperatur miteinander
verbindet und in den Bereichen der Wärmequelle und -senke ein Wärmeaustausch zwischen
dem zirkulierenden Wärmeträgermedium und Wärmereservoir insbesondere über installierte
Wärmetauscher vollzogen wird, wobei die Wärmequelle insbesondere örtlich unterhalb
der Wärmesenke lokalisiert ist, so dass infolge stattfindender Wärmeaustauschprozesse
das Wärmeträgermedium einer konvektiven hydromechanischen Strömung unterworfen wird,
so dass sich über lokale Abschnitte des Kreislaufsystems oder innerhalb des strömenden
Wärmeträgermediums im Gravitationsfeld Druckunterschiede aufbauen, die zusammenfassend
einen thermisch initiierten gravimetrisch-konvektiv strömenden Wärmeträger-Medienkreislauffluss
ergeben sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bekannt ist, dass bei Konvektion im Schwerefeld der die Wärme tragende
Stoff, zumeist Fluide (flüssige und gasförmige Stoffe), selbst von einem Ort zum
anderen fließt. Es ist auch bekannt, dass sich Stoffe bei ihrer Erwärmung ausdehnen
und somit ihre Dichte verringern, so dass die in die konvektive Wärmeübertragung
eingebundene erwärmte Stoffmenge in einem künstlich geschaffenen oder natürlichen
Schwerefeld von selbst vom Ort niederen zum Ort höheren gravimetrischen Potentials
fließt. Auf diese Weise kann der Stoffstrom ohne Zuhilfenahme von Zusatzenergien
aufrechterhalten werden.
Die bekanntesten Beispiele dafür sind in Gewässern aufsteigende warme
oder absinkende kalte Wassermassen oder in der Atmosphäre das Auftreten von Thermiken.
Diese Vorgänge laufen als stofflich offener Prozess ab.
Dieses Prinzip des konvektiven Energietransports wird in Flüssigkeitskreisläufen
seit langem effizient zu Heizungszwecken, z.B. mittels der umwälzpumpenfreien Warmwasser-Schwerkraftheizung
genutzt. Dabei durchströmt ein in einem Rohrleitungs-Kreislaufsystem eingeschlossenes
flüssiges Wärmeträgermedium einen örtlich im unteren Teil des Rohrleitungssystems
befindlichen Wärmetauscher, zugleich die Wärmequelle, zumeist ist das der Heizkessel
und nimmt Wärmeenergie auf. Dabei erfährt das Medium eine Temperaturerhöhung, dehnt
sich unter Dichteverringerung aus und beginnt konvektiv in der Steigleitung des
Rohrleitungssystems nach oben zu steigen, wo es im oberen Gebiet Wärmetauscher als
Wärmesenken durchströmt und dabei unter Temperaturerniedrigung und Dichteerhöhung
Wärmeenergie an die Umgebung abgibt, um danach im Fallrohrleitungsstrang nach unten
in Richtung Wärmequelle zu sinken. Dieser Prozess läuft solange als Kreisprozess,
wie unten Wärme zugeführt und oben Wärme abgeführt wird.
Aus der US 6 225 705 B1
ist beispielsweise ein solarenergiegespeister, im geschlossenen Prozess arbeitender
konvektiver Energiegenerator bekannt, bei dem in einem Gaskreislauf per Kamineffekt
und darin installiertem Flügelrad Elektroenergie gewonnen wird. Ferner wird in der
US 6 225 705 B1 auch ein konvektiver
Fluidzirkulationsprozess erklärt, bei dem zum Beispiel ein magnetisches Fluid durch
eine definiert um das Rohrleitungssystem gelegte Spule fließt und in dieser Strom
induziert.
Aus der DE 29 44 722 A1
ist eine Energiegewinnungsanlage bekannt, bei der in einem Steigrohr eines geschlossenen
Flüssigkeitskreislaufs per Konvektion Wärmeenergie aus einer im unteren Teil der
Anlage befindlichen Wärmequelle nach oben in eine Wärmesenke transportiert wird,
dort abkühlt und im Fallrohr abgekühlt mit höherer Dichte wieder nach unten in die
Wärmequelle fließt um erneut Energie aufzunehmen. Das warme aufsteigende Medium
sollte entsprechend der DE 29 44 722 A1
zweckmäßigerweise auf 70°C erwärmt sein. Zusätzlich wird vorgeschlagen, die
oben in der Wärmesenke an den Wärmetauscher abgegebene Wärmeenergie zum Beispiel
per Umwälzkreislauf oder per Wärmerohr teilweise in die Wärmequelle zu überführen,
damit sie dort wieder zum Antrieb des Zirkulationsprozesses zur Verfügung steht.
Im unteren Gebiet des Fallrohrbereichs ist eine ventilgesteuerte Kolbenmaschine
zwecks Energieauskopplung installiert, die durch das gravimetrisch und thermisch
konvektiv getriebene Fluid angetrieben wird.
Nachteilig bei diesen Verfahren ist, dass nur sehr geringe Energiemengen
als Exergie geliefert werden können, was an der geringen exergetischen Energiestromdichte
des zirkulierenden Fluids liegt. Das in der DE
29 44 722 A1 zitierte Prinzip der Wärmeenergierückführung lässt hinsichtlich
der besseren Funktion der Energiegewinnungsanlage thermodynamische Zweifel aufkommen.
Es gibt aber auch zahlreiche Erfindungsbeschreibungen, wonach durch
gravimetrisch thermisch getriebene konvektive Fluidzirkulationsprozesse direkt oder
indirekt mit und ohne Gasaustausch Schwimmkörper und oder Auftriebs-Arbeitsmaschinen
für die Exergieauskopplung sorgen sollen. Beispielsweise stellt die DE-OS
31 51 258 A1 eine solche Auftriebsmotoranordnung mit thermischem Differenzdruck-Antrieb
vor.
Sehr bekannt ist die Gruppe der Konvektionskraftanlagen, die thermische
Auf- oder Abwinde nutzen. Am bekanntesten sind Aufwindkraftwerks-Projekte, wonach
z.B. in Sonnenscheinregionen der Erde unter definiert angelegten transparenten Dachflächen
mit einem Kamin in der Mitte ein Treibhauseffekt erzeugt wird. Scheint die Sonne
auf die Dachanlage, dann strömt die darunter erwärmte Luft durch den Kamin nach
oben ab und treibt über darin befindliche Flügelräder einen Generator zur Stromerzeugung
an.
Nachteilig ist bei den Aufwindkraftwerken, dass sie vergleichsweise
große Installationsareale benötigen, hinsichtlich des voluminösen Installationsaufwandes
einen spezifisch geringen Leistungsausstoß aufweisen, einen offenen Stoffkreislauf
haben und wetterabhängig arbeiten; s. z.B. das 50 kW-Aufwindkraftwerk bei Manzanares
in Südspanien, was 1998 nach starker Sturmschädigung wieder demontiert wurde.
In der Patentschrift US 5,477,684
werden beispielsweise Convection Towers vorgestellt, die nach dem thermischen Aufwindprinzip
aus in den Kaminen aufsteigenden oder absinkenden Gasströmen die Exergie per Turbinen
auskoppeln sollen. Bei Abwindanlagen wird die Kamin-Luftströmung witterungsunabhängig
bzw. bei fehlender thermischer Aufheizung von der Sonne durch Einsprühen von kühlenden
Flüssigkeiten (z.B. Wasser) in den Kamin-Abwärtsstrom initiiert. Am unteren Ausgang
und unter dem Kamin sind Kondensations- und Rückgewinnungsvorrichtungen für die
eingesprühte und teilweise verdampfte Flüssigkeit vorhanden. Nach diesem Prinzip
können Aufwind- oder Abwindanlagen zwar auch bei fehlendem Sonnenschein arbeiten,
aber die zuvor bei den Aufwindkraftwerken bezeichneten Nachteile sind nicht beseitigt.
Ein weiteres Prinzip eines Aufwindkraftwerks wird in dem
DE-GM 298 24 124U1
als Aufwindkraftwerk zur Nutzung von gewerblicher und industrieller Abwärme mittels
Wärmetauscher beschrieben. Das Grundprinzip ist hier wiederum eine Art Kamin, der
durch eine Vielzahl vorrichtungstechnischer Einbauten, besonders die Wärmetauscher
Abwärme-Luft betreffend, funktionstechnisch gegenüber den obigen Vorschlägen verbessert
wurde. Als Wärmequelle dienen hier gewerbliche und industrielle Abwärmen, die per
Führung und Wärmetauschprozess der Initiierung des Kamineffektes zugeführt werden.
Diese Anlage kann auch an ein geothermales Bohrloch angeschlossen werden, um so
eine permanente und zumindest in der kühleren Jahreszeit witterungsunabhängige Wärmequelle
zur Erzeugung des Aufwindstromes zur Verfügung zu haben.
In der DE 42 29 185 C2
wird eine Energiegewinnung mittels eines aus Erdwärme erzeugten Aufwindsystems beschrieben,
bei der eine Aufwindkraftwerksvorrichtung direkt an ein Geothermal-Bohrloch-Ensemble
angepasst ist. Zu diesem Zweck strömt ein strömungsfähiges Wärmeträgermedium durch
mehrere in die Erde gebohrte Schächte oder Kanäle in die Tiefe, wird über Sammelkanäle
zusammengefasst, um nach Wärmeaufnahme im Wärmereservoir in einem Abfürhrschacht
nach oben zur stromerzeugenden Kraftmaschine zu gelangen. Kennzeichen dieses Verfahren
ist, dass das Wärmeträgermedium aus der Atmosphäre stammende Luft ist, dass das
Kanal- oder Schachtsystem in der Erde geschlossen und zusammenhängend ist und das
Wärmeträgermedium kontinuierlich leiten kann, dass zwischen dem Wärmeträgermedien-Zu-
und Abführbereich ein durch das Wärmereservoir führender Aufheizbereich ist und
dass der Zuführ- und Abführbereich wärmeisoliert ausgeführt ist. Ferner sind die
Schächte und Kanäle geometrisch zweckmäßig so angelegt, dass durch die Wirkung der
thermischen Isolation des Zu- und Abführbereichs die atmosphärischen Luftmassen
von sich aus konvektiv gerichtet strömen, um dann oben in den Aufwindgenerator einzutreten.
Nachteilig bei diesen Lösungen zur Energiegewinnung über witterungsunabhängige
Wärmereservoirs ist, dass das Prinzip der Aufwindkraftanlagen nur relativ geringe
Leistungen aus den zirkulierenden Stoffströmen geringer exergetischer Energiestromdichte
extrahieren kann und dass einphasig zirkulierende Wärmeträgermedien als Wärmeenergietransporteur
nur dann für eine effiziente Nutzung hinreichend hohe Exergien übertragen können,
wenn die Temperaturunterschiede zwischen Wärmesenke und -quelle hinreichend groß
sind. Bei geringen Temperaturunterschieden, beispielsweise unter 70°C, ist deren
exergetischer Wirkungsgrad im Vergleich zum anlagentechnischen Aufwand unverhältnismäßig
klein.
Thermisch initiierte und durch die Schwerkraft getriebene Konvektionsprozesse
in geschlossenen Kreisläufen, bei denen das zirkulierende Medium Aggregatzustandsänderungen
beziehungsweise im thermodynamischen Sinne Phasenumwandlungen erster Art durchläuft,
zum Beispiel von flüssig zu gasförmig und zurück, beinhalten im Vergleich zu den
reinen thermisch initiierten Schwerkraft-Flüssigkeitszirkulationsprozessen eine
viel höhere exergetische Energiestromdichte im Zirkulationsstrom. Bei Auftreten
oder gezielter Nutzung solcher Phasenumwandlungen kommt der Wirkungsgrad näher an
den thermodynamisch bestmöglichen Wirkungsgrad, gekennzeichnet durch den Carnot-Prozess,
heran. Die terrestrische Natur vollführt solche Prozesse im Wettergeschehen als
offene Prozesse und im oberflächennahen Vulkanismus bisweilen als quasi-geschlossene
Prozesse.
Das Auftreten vulkanisch gespeister Geysire ist eine spezielle Art
ablaufender natürlicher Konvektionseffekte, oftmals verbunden mit Stofftransporten,
bei dem das in tektonisch tiefere und heiße Zonen eindringende flüssige Wasser nach
Wärmeenergieaufnahme in der Tiefe auch eine Phasenumwandlung von flüssig zu gasförmig
durchläuft, um dann expandierend an die Erdoberfläche zu steigen, wo es seine Energie
an die kühlere Umwelt abgibt, kondensiert und erneut in die Tiefe fließt –
bisweilen können solche Prozessläufe als quasigeschlossen angesehen werden. Bei
diesem natürlichen, stoffgebundenen Wärmeaustausch mit Phasenumwandlung wird eine
wesentlich höhere exergetische Energiedichte erreicht als ohne Phasenumwandlung.
Zusätzlich lassen sich die Geysir-Effekte in verschiedene Prozessgruppen einteilen.
Allen gemeinsam ist, dass vornehmlich Wasser im heißen Gestein eine Aggregatszustandsänderung
von flüssig zu gasförmig durchläuft. Aber der Weg, wie das flüssige Wasser in den
Wärmetausch- und Phasenwandlungsprozess ein- und austritt, also entweder auf dem
gleichen Weg, dann wirkt der Geysir diskontinuierlich pulsierend oder aber auf getrennten
Wegen, wobei der Einlauf nicht identisch ist mit dem Austrittskanal, dann wirkt
er nahezu kontinuierlich, offenbart einerseits Unterscheidungsmerkmale
und andererseits gibt es Unterscheidungsmerkmale dadurch, wodurch das Wasser als
Stoffstrom verdampft und bewegt wird, nämlich infolge eines Mitnahmeeffekts von
vulkanisch entweichenden heißen Gasen oder nur durch reine wärmeleitende Erhitzungsprozesse.
Das Arbeitsvermögen solcher Gas- und Flüssigkeitsströme ist so gewaltig, dass in
geologisch geringen Zeiten gewaltige Mineralmassen über große Höhenunterschiede
transportiert und separiert werden.
Dieses natürliche Wirken wurde durch die menschliche Tätigkeit versucht
wertschöpfend auszunutzen und technisch umzusetzen.
So wird beispielsweise in der DE
40 00 240 A1 eine Vorrichtung beschrieben, die unter Ausnutzung von Phasenumwandlungen
eines niedrig siedenden Wärmeträgermediums einen der oben beschriebenen vier Geysir-Prozesse
zur konvektiven Energiegewinnung im geschlossenen Kreislauf nutzt. Dabei wird das
Temperaturgefälle, dass zwischen winterlich kalter Luft oberhalb einer Wasser- oder
Wassereis-Fläche, das Gebiet fungiert als Wärmesenke und dem darunter befindlichen
ungefrorenen Wasser als Wärmequelle dienend, besteht, genutzt. Die bei niedriger
Temperatur siedende Flüssigkeit verdampft im Wärmetauscher, der unterhalb der Wasseroberfläche
in Wärmekontakt zum Wasser positioniert ist und steigt nach oben, wo sie im kalten
Gebiet in einem speziellen Wärmetauscher unter Wärmeabgabe an die Umwelt kondensiert
und über ein extra Fallrohr in den Wärmequellen-Tauscher zurückfließt, um erneut
zu zirkulieren. Auf dem Gas-Aufstiegsweg ist eine Kraftmaschine zur Energieauskopplung
installiert, beispielsweise eine Flügelradturbine, die durch den Gasstrom angetrieben
wird.
Ein gleiches Prinzip ist in DE
38 07 747 A1 als Energievorrichtung beschrieben. Nur das hier die zirkulierenden
Gas- und Flüssigkeitsphasen eine Art Auftriebs-Schwimmkörpermaschinerie, bei der
in einem flüssigkeitsgefüllten Rohr befindliche Schwimmkörper oder Auftriebskörper,
befestigt an einem Zugseil wechselseitig und definiert ventilgesteuert von den gasförmigen,
kondensierenden und flüssigen Fluiden durchsetzt werden, zwecks Energiegewinnung
antreiben.
Nachteilig bezüglich einer effizient praktischen Verwertung ist bei
diesen Vorrichtungen, dass sie einerseits nur sehr witterungsabhängig arbeiten können,
beispielsweise beim Ausnutzen von winterlichen Temperaturniveauunterschieden zwischen
flüssigem kalten Wasser und frostiger Atmosphäre oder den maritimen Temperaturunterschieden
größerer Wassertiefen und Küstenflächenbereichen oder eben nur in Dauerfrostregionen
einsetzbar sind und andererseits keinerlei verfahrenstechnische Merkmale einer thermodynamischen
Kreisprozessoptimierung aufweisen, um eben dem Carnot'schen Wirkungsgrad möglichst
nahe zu kommen.
Bei der energetischen Nutzung von thermischen Potentialen mit geringen
Temperaturunterschieden, wie sie auch bei der Flachgeothermie vorliegen, wurden
bisher konventionelle Wärmetauscher und Wärmepumpenanlagen eingesetzt.
Nachteilig bei diesen Verfahren ist, dass sie zur Sicherung der geothermalen
Energieausbeutung permanent Hilfsenergie in Form der hochwertigsten Energieform,
z.B. elektrischen Strom, benötigen.
In jüngster Zeit wurden zur energetischen Ausbeutung von thermischen
Potentialen relativ geringer Temperaturunterschiede, die unterhalb des Siedepunktes
von Wasser liegen, spezielle ORC-Prozesse (Organic-Rankine-Circle, bzw. frei übersetzt
"Organischer Kreisprozess nach Rankine") entwickelt; s. z.B. Fachvortrag zu ORC-Technik;
F. Eckert von Gesellschaft für Energietechnik mbH, 25. Juli 2000. Dies sind Kreisprozesse,
die mit Verdichtern, Gasturbinen oder Gasmotoren (auch Stirlingmotore), Verdampfern,
Kondensatoren und Regeneratoren arbeiten und neben der Nutzwärmelieferung auch einen
Teil des auszubeutenden thermischen Potentials verstromen können. Dabei kommen als
Arbeitsmedium bzw. Übertragermedium verfahrenstechnisch zweckmäßig gewählte Fluide
definierter Siedepunkte und Dampfdrücke zum Einsatz. Die bekanntesten sind beispielsweise
Wasser, Ammoniak, FCKW's oder organische Flüssiggase und Leichtbenzine wie Isopentan.
Die Nachteile der klassischen ORC-Verfahren z.B. zur Nutzung bei Geothermalkraftwerken
bestehen darin, dass zur thermodynamischen Realisierung des energetischen Ausbeutungsprozesses
ein beträchtlicher Maschinenpark bei gleichzeitigem Verbrauch eines Teils des erzeugten
Stroms oder gleichwertiger Energieformen arbeiten muss und dass dieser Aufwand bei
abnehmenden Temperaturunterschieden, z.B. unterhalb von 70°C, immer weiter zunimmt.
Bei klassischen ORC-Verfahren zur Nutzung bei Geothermalkraftwerken
wird der Mechanismus des Wärmetransports aus dem Bohrloch und der Energiegewinnung
getrennt realisiert (was bedeutet, dass es primäre und sekundäre Kreisläufe gibt)
meist auch mit unterschiedlichen Arbeitsmedien, die insbesondere bei niedriger Temperatur
des Wärmeträgers riesige Volumenströme und Wärmetauscher benötigen.
Die natürliche Konvektion wird dabei zur direkten Energieauskopplung
nicht genutzt, gelegentlich zum Wärmetransport, aber ohne thermodynamische Optimierung.
Gegenwärtig trifft noch zu, dass die klassischen ORC-Techniken unabhängig
von der Bohrlochgeometrie ausgelegt sind und den Bauraum untertags nicht voll nutzen.
Beim ORC-Verfahren wird die Energie ausschließlich vom Gas ausgekoppelt,
bei Einsatz von Turbinen sollte dieses Gas auch keine Tröpfchen oder Partikel enthalten,
um die Lebensdauer der Turbine nicht stark zu begrenzen. Um Auskondensation zu vermeiden,
wird das Gas deshalb überhitzt, was wiederum eine Verringerung
des thermodynamischen Wirkungsgrades bedeutet.
Gase besitzen natürlicher Weise eine geringere Dichte als Flüssigkeiten
und dies bedingt bei gleichem spezifischen Energiegehalt entsprechend größere Baugrößen.
Ein Energieübertragungsprinzip, welches ein zweikomponentiges Stoffgemisch,
vorzugsweise bestehend aus Ammoniak und Wasser in einem geschlossenen Wärmetausch-
und Übertragerprozess verwendet, wird von EXERGY-Gesellschaft publiziert, dass unter
anderem unter dem Namen Kalina-Prozess bekannt ist.
Bei dieser Prozessführung wird im Gegensatz zum ORC-Verfahren, wo
im Zirkulationssystem einkomponentige Fluide umlaufend gepumpt werden, ein Zweikomponentengemisch
als Wärmeträgermedium eingesetzt. Die leichtflüchtigere Komponente, hierbei Ammoniak,
geht im Vergleich zu Wasser bei niedrigeren Temperaturen in die Gasphase über. Im
Vergleich zum ORC-Verfahren ist es bei Verwendung dieses Zweistoffgemisches als
Arbeitsmedium möglich, günstigere Wärmeübertragungsverhältnisse bei Verdampfung
und Kondensation und damit einen höheren Wirkungsgrad bei der Energiegewinnung zu
erzielen. Inzwischen existieren in den USA und auf Island erste Anlagen, die nach
dem Kalina-Verfahren arbeiten und an die Belange der Geothermie angepasst worden
sind. Diese erbringen, indem sie "aus weniger Wärme mehr Strom produzieren" höhere
Wirkungsgrade, als die in der Geothermie arbeitenden ORC-Anlagen.
Nachteilig bei diesen Verfahren ist, dass das zweikomponentige Arbeitsmedium
durch fremdenergiegespeiste Maschinen, analog dem ORC-Verfahren, als Wärmeträger-
und -Tauschermedium bewegt wird. Ferner wird nicht die natürliche Konvektion des
strömenden Fluids zur direkten Energieauskopplung genutzt. Eine Arbeitsmaschine
zur Energieauskopplung ist bei diesem Verfahren nicht an beliebigen Orten des zirkulierenden
Wärmetransportmediums einsetzbar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die eingangs genannten
Verfahren und die dazugehörige Vorrichtung dadurch zu verbessern, dass eine total
autarke Energiegewinnung auch bei geringen Temperaturunterschieden möglich ist und
das Verfahren effizient mit einer Vorrichtung durchführbar ist, die mit einem geringen
Kostenaufwand herstellbar und betreibbar ist.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruchs 1; 2 und 3 sowie dem Vorrichtungsanspruch 36 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen des Verfahrens und der Vorrichtung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Mit diesem Verfahren und dem vorgeschlagenen Konvektionsgenerator
als Vorrichtung werden beispielsweise bei der Erdwärmeausbeutung die Potentialdifferenzen
von Fluiden unterschiedlicher Temperatur und Dichte im Schwerefeld der Erde beziehungsweise
die dadurch verursachten Druckunterschiede zur Realisierung von thermodynamischen
Kreisprozessen genutzt.
Durch den strömungstechnisch geschlossenen Fluidkreislauf im Konvektions-Generator
und unter der Nutzung definierter thermodynamischer Prozessabläufe während des Transports
von Wärmeenergie von einem Ort höheren zu einem Ort niederen Temperaturniveaus wird
Exergie in Form von mechanischer oder vorzugsweise elektrischer Energie freigesetzt,
wobei eine energetische Ausbeute beliebiger Temperaturniveau-Unterschiede möglich
ist – auch relativ geringe, die unterhalb des Siedepunkts von Wasser unter
Normalbedingungen liegen.
Auf diese Weise entsteht zwischen zwei kommunizierenden hydromechanischen
Leitungssträngen, im einfachsten Fall eine senkrecht orientierte, ringförmig geschlossene
Rohranordnung, die mit Fluiden wie Flüssigkeiten, Gasen, Mehrphasengemischen unterschiedlicher
Temperatur gefüllt sind und deren Rohrleitungssegmente in definiertem thermischen
beziehungsweise wärmeenergetischen Kontakt zur Umgebung stehen, so dass durch die
thermisch verursachte unterschiedliche Dichte ein Druckgefälle hervorrufen wird,
eine Konvektionsbewegung, die zur Energieauskopplung genutzt wird.
Die Energieauskopplung kann sowohl im aufsteigenden Bereich wie im
abwärts strömenden Bereich der Konvektionsströmung erfolgen, das heißt sowohl im
Gasbereich als auch im Flüssigkeitsbereich eines Konvektionsgenerators mit Phasenwechsel.
Die Auskopplung im Flüssigkeitsbereich bedeutet hohe Leistungsdichten, die auch
bei geringem Temperaturunterschied zwischen Wärmereservoir und Wärmesenke beziehungsweise
geringem Exergiegehalt kleine Baugrößen für die Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung
(beispielsweise eine Flüssigkeitsturbine) ermöglicht. So ist die Exergiegewinnung
durch Umwandlung in potentielle Energie bis zu geringsten Temperaturunterschieden
möglich.
Die Konvektion kann thermodynamisch optimal genutzt werden, dies besonders
beim Konvektionsgenerator mit Phasenwechsel. Es besteht keine Trennung von Wärmetransportvorgang
und Energieauskopplung, das heißt, die Leitungen z.B. innerhalb einer Geothermalbohrung
können unmittelbar zur Exergieauskopplung genutzt werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung des Konvektionsgenerators und das
Verfahren zur Durchführung der konvektiven Energiegewinnung bezeichnet eine Wärmekraftmaschine
zur Exergiegewinnung (zum Beispiel elektrischer Strom) aus Wärmereservoirs, die
eine geringe Temperaturdifferenz untereinander aufweisen, wie sie typischerweise
bei der Nutzung von Geothermalenergie oder der Verwertung von Restwärme vorliegen.
Beim Konvektionsgenerator werden die Potenzialdifferenzen im Schwerefeld beziehungsweise
die dadurch verursachten Druckunterschiede zur Realisierung von thermodynamischen
Kreisprozessen genutzt.
So entsteht beispielsweise zwischen zwei kommunizierenden Röhren,
die mit Fluiden unterschiedlicher Temperatur gefüllt sind durch die unterschiedliche
Dichte ein Druckgefälle, dass zu einer Konvektionsbewegung führt und zur Leistungsauskopplung
genutzt wird.
Damit der Prozess der konvektiven Fluidzirkulation verlustarm abläuft,
ist das hydromechanische Leitungsstrangsystem überwiegend in senkrechter Ausdehnung
angelegt und im kalten Gebiet, der Wärmesenke und im warmen Bereich, der Wärmequelle,
in der Funktionalität eines Wärmetauschers ausgelegt.
Die Realisierung des Kreisprozesses beim Konvektionsgenerator lässt
sich in zwei grundsätzliche Fälle unterscheiden, den Kreisprozess ohne Phasenbeziehungsweise
Aggregatzustandswechsel und den Kreisprozess mit Phasenwechsel.
Damit der konvektive Strömungsprozess thermisch effizient erfolgt,
steht das durch die Leitungsstränge strömende Wärmeträgermedium mit der Umgebung
durch örtlich definiert stattfindende Wärmetausch- oder -Übertragungsprozesse oder
durch Einschränkung dieser in thermischer Verbindung. Dem Wärmeträgermedienstrom
wird dadurch eine Vorzugs-Strömungsrichtung aufgeprägt. Eine vollständige thermische
Isolierung der aufwärtsführenden Leitungsstränge, wie sie beispielsweise in
DE 42 29 185 C2 vorgeschlagen wird,
ist nicht notwendig.
Betreffs Einschränkung oder Unterbindung der Wärmeübertragung an das
Wärmeträgermedium heißt das für den geothermalen Anwendungsfall im Bohrloch, dass
das aus der Wärmesenke kommende und abwärtsführende Leitungssystemsegment erst ab
der Tiefe thermisch gegen einfließende Umgebungswärmeenergie isoliert werden muss,
wo die Umgebungstemperatur die des abwärtsströmenden und in Phasenumwandlung oder
statisch in Kompression befindlichen Wärmeträgermediums übertrifft. Und dann auch
nur dann, wenn das abwärtsströmende Medium ohne Wärmeisolation im Abwärtsstrang
zum strömungsbehindernden Sieden übergehen würde. Das aufwärtsführende Leitungssystemsegment
kann eine thermische Isolation besitzen, dessen örtliche Ausdehnung entlang der
Leitung sich nach der thermodynamischen Prozessführung des im Aufwärtsstrang nach
oben strömenden Arbeits- beziehungsweise Wärmeträgermediums richtet. Im einfachsten
Fall beginnt die thermische Isolation dort, wo die Temperatur des konvektiv-gravimetrisch
aufsteigenden Arbeitsmediums die der Umgebung überschreitet und verläuft soweit
nach oben, wie es für die Sicherung des Aufstiegsprozesses und der thermodynamischen
Aufstiegs- oder Hubprozedur zweckmäßig ist.
Um zu erklären, wie die Länge und der Verlauf der thermischen Isolation
im Aufwärtsstrang mit der thermodynamischen Prozessführung korreliert ist, sei folgendes
Beispiel aufgeführt: Ist zum Beispiel der Konvektionsgenerator so ausgelegt, dass
im Bereich der Wärmequelle das strömende Arbeitsmedium einer isothermen Aggregatszustandsänderung
unterliegt, die sich ab der Strömungs-Position einer im Wärmequellengebiet installierten
Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung in Richtung Aufstieg nach oben ereignet,
so wird aus Gründen der thermodynamischen Prozessoptimierung der weitere expansive
Aufstieg des verdampfenden oder bereits vollständig verdampften Arbeitsmediums isotherm
geführt und zwar solange, nötigenfalls mit Nachreichung von beispielsweise konvektiv
herangeführter Wärmeenergie aus dem Gebiet der Wärmequelle, bis eine adiabatische
Expansion während des restlichen Aufstiegs das Arbeitsmediums mit Erreichen des
Aufstiegsendbereiches das Medium sicher auf ein solches Temperaturniveau überführt,
bei dem dann in der Wärmesenke ohne Temperaturabsenkung nur noch die Kondensation
und deren Wärmeabfuhr durchzuführen ist. In diesem Falle ist am Aufstiegsstrang
keine thermische Isolation erforderlich. Je nach Tiefe der Konvektionsgeneratoranlage
und der geometrischen sowie thermodynamischen Auslegung kann es beispielsweise notwendig
sein, dass zwischen den Bereichen der im letzten Beispiel beschriebenen isothermen
Phasenumwandlung beziehungsweise des isothermen expansiven Aufstiegs des Arbeitsmediums
und der einzuleitenden adiabatischen (isentropen) Restentspannung eine thermische
Leitungssystemisolation erforderlich ist.
Zusammenfassend gesagt, ob, wie und in welcher Ausdehnung an den abwärts-
und aufwärtsführenden Leitungssystemen thermische Isolationen zweckmäßig vorhanden
sein sollen, das richtet sich nach der Art der thermodynamischen Prozessführung
und nach den geometrischen und thermischen Auslegungsgrößen sowie nach den geothermal
anzutreffenden Situationen.
Der Konvektionsgenerator kann als Wärmekraftmaschine auch in einem
entsprechendem Gebäude untergebracht werden und die Wärmequelle sowie – senke
werden durch entsprechende Fluidkreisläufe realisiert.
Beim Kreisprozess ohne Phasenwechsel strömt beispielsweise ein Fluid
nach oder während der Wärmeabgabe am kalten Wärmereservoir kalt durch ein Rohrsystem
nach unten, wird dann erwärmt und steigt nach oder während der Wärmeaufnahme warm
nach oben. Das wärmere Fluid besitzt in der Regel eine geringere Dichte, daraus
ergibt sich im Schwerefeld über den Höhenunterschied ein Druckunterschied, der die
Konvektionsbewegung aufrechterhält, der aber auch zur Energieauskopplung zum Beispiel
durch Turbinen genutzt werden kann.
Es gibt Fluide, die in bestimmten Temperaturbereichen bei Erwärmung
ihre Dichte erhöhen; bekanntestes Beispiel ist Wasser bei Normaldruck zwischen 0°C
und 4°C. Wenn bei Verwendung eines solchen Fluids dieses seine Dichte bei Erwärmen
erhöht, ist zur Energiegewinnung sinngemäß die Wärmequelle und die Wärmesenke in
ihrer Position am aufsteigenden und absteigenden Fluidstrom zu vertauschen.
Beim Kreisprozess ohne Phasenumwandlung kann die Energieauskopplung,
die einen Druckabfall bewirkt, an einem beliebigen Ort im Kreislauf erfolgen.
Jedoch lassen sich in der Praxis aus derartigen einphasig konvektiv
zirkulierenden Kreisprozessen nicht alle thermodynamisch möglichen, mechanischen
Energieinhalte des strömenden Wärmeträger- und – Transportmediums auskoppeln,
wie es frühere und teilweise oben zitierte Erfindungsbeschreibungen vermuten lassen
könnten. Eine solche Anlagenkonzeption würde den zirkulierenden Kreisprozess zum
Erliegen bringen oder ineffizient arbeiten lassen.
Einem strömenden Arbeitsmedium eines Konvektionsgenerators, der ohne
Phasenumwandlungsprozesse arbeitet, kann nur soviel kinetische Energie beziehungsweise
Exergie pro Zeit entnommen werden, so dass der verbleibende Zirkulationsstrom noch
stabil wirken kann. Es existiert diesbezüglich ein Optimum. Eine diese Verhältnisse
charakterisierende Relation lässt sich für einen einheitlichen Rohrdurchmesser aufschreiben,
indem summarisch die einzelnen Druckabfallwirkprozesse, die während eines vollen
Zirkulationsumlaufs auf das strömende Wärmeträgermedium durch das Rohrleitungssystem
wirken, erfasst werden. Dabei ist natürlich der Druckabfall über die installierte
Turbine oder Arbeitsmaschine ebenfalls zu berücksichtigen.
&Dgr;Pgravimetr – &Dgr;Pdissipativ
– &Dgr;Pnutz = 0 (1)
Hierbei bezeichnet der erste Term die durch die thermisch verursachten
Dichteunterschiede wirkende schwerkraftverursachte Druckdifferenz über die senkrechte
Anlagenausdehnung, der zweite Term beinhaltet den dissipativen Druckabfall, der
aus den Reibungs- und damit Verlustprozessen der durch die Rohre strömenden Flüssigkeit
resultiert und der dritte Term stellt den über die Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung
wirkenden Druckabfall dar.
Unter Berücksichtigung, dass die Volumenströme multipliziert mit den
jeweiligen Druckabfallthermen die Leistungsgrößen des Kreisprozesses liefern, kann
für die maximal aus dem Strömungsprozess extrahierbare exergetische Leistung die
Relation
aufgeschrieben werden.
vmax stellt die maximal im System (ohne ausgekoppelte mechanische
Nutzleistung) erreichbare, mittlere Strömungsgeschwindigkeit dar.
gibt den Massestrom im Kreislaufsystem an. Der Massenstrom ist gleich dem Produkt
aus Volumenstrom und Dichte des Fluids. Unabhängig von den thermodynamischen Zustandsbedingungen
und der geometrischen Auslegung der Konvektionskreislaufanlage besteht zwischen
der Geschwindigkeit der fließenden Massepartikel, die entsprechend des Energiesatzes
exergetisch erfassbar genutzt werden kann und der maximal im System erreichbaren
mittleren Strömungsgeschwindigkeit der Zusammenhang
Diese Relationen sind gültig, solange die Anlage nicht in den physikalisch
nichtlinearen Bereich hinein betrieben wird und solange keine Aggregatszustandsänderungen
im zirkulierenden Wärmeträgermedium des Konvektionsgenerators stattfinden.
Für jeden thermodynamischen Kreisprozess lässt sich der Wirkungsgrad
der Exergiegewinnung steigern, wenn es gelingt, die Wärmeabgabe und Wärmeaufnahme
in den Gebieten der Wärmesenke und Wärmequelle mit möglichst gegen Null gehender
Temperaturdifferenz zu gewährleisten. Der beste Fall tritt ein, wenn diese Temperaturdifferenz
Null ist. Praktisch ist dies machbar, indem das Medium, beispielsweise bei Kompression
oder Dekompression den Temperaturwechsel vollziehen kann. Diese Bedingung lässt
sich beim Kreisprozess ohne Phasenwechsel nur schwer erreichen. Beim Kreisprozess
mit Phasenwechsel (zum Beispiel flüssig-gasförmig) lässt sich dieser Idealzustand
besser erreichen. Deshalb lässt sich beim Konvektionsgenerator mit Phasenwechsel
ein besserer thermodynamischer Wirkungsgrad erreichen.
Beim Kreisprozess des Konvektionsgenerators mit Phasenwechsel wird
beispielsweise im aufsteigenden Fluidstrom, in dem der Druck mit der Höhe sinkt,
während des Aufstiegs entsprechend der thermodynamischen Eigenschaften des Fluids
(wie Siedepunkt und Dampfdruck) der Phasenwechsel vollzogen. Das Medium
wechselt seine Dichte und übt im Vergleich zum Abstiegsleitungsstrang eine wesentlich
geringere statische Druckkraft auf den anlagentiefsten Bereich aus.
Während der Phasenumwandlung kann zusätzlich isotherm Wärme von der
Wärmequelle an das verdampfende Fluid abgegeben werden bis das Medium ganz oder
teilweise den Phasenwechsel vollzogen hat.
Der Kreisprozess mit Phasenwechsel lässt an jeder Stelle der Zirkulationsprozessführung
die Installation einer Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung beziehungsweise eine
Exergieauskopplung zu. Zum Beispiel im Bereich der Aufstiegs-Gasphase über eine
Turbine, die das Gas bis auf den Dampfdruck, der der Temperatur der Wärmesenke entspricht,
entspannt.
Viele Arbeitsmaschinen oder Gasturbinenarten sind anfällig gegen auskondensierende
Tröpfchen, deshalb kann das Gas, anstatt überhitzt zu werden, vor der Turbine isotherm
weiter im Schwerefeld entspannt werden, indem es über eine entsprechende Höhendifferenz
aufsteigt. Dann wird Hubarbeit verrichtet, die auf der absteigenden Seite der Fluidströmung
mit Arbeitsmaschinen zur Energieauskopplung, wie beispielsweise Flüssigkeitsturbinen,
als Exergie auskoppelbar ist.
Weiterhin kann das Gas, anstelle eine Turbine zu durchlaufen, beim
Aufstieg adiabatisch im Schwerefeld so entspannt werden, dass es bei Erreichen des
Aufstiegsendpunktes den Dampfdruck, der der Temperatur der Wärmesenke entspricht,
erreicht. Die gesamte Exergieauskopplung erfolgt in der flüssigen Phase entweder
im absteigenden oder im aufsteigenden Teil der Strömung oder aber an einer Position
des Leitungsstranges, die innerhalb des Wärmequellgebietes liegt. Letzteres heißt
beispielsweise, die flüssige Phase beginnt mit Eintritt in den Wärmetauscher der
Wärmequellregion, zumeist nach Beendigung des Abstiegs, aber noch vor Erreichen
der Arbeitsmaschine, Wärme aufzunehmen. Aber infolge des hohen statischen Druckes
im unteren Leitungsbereich setzt kein Siedeprozess ein. Hat der Wärmeträgermedienstrom
auf seinem Weg durch die Wärmequellregion genügend Wärme aufgenommen, trifft er
auf eine im unteren Anlagenbereich installierte Vorrichtung, die den statischen
Druck reduziert. Der Ort der Druckreduzierung ist zweckmäßigerweise identisch mit
einer dort im Kreisprozess installierten Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung.
Die Druckreduzierung des gegen die Arbeitsmaschine anstehenden flüssigen, unter
statischem Druck stehenden Wärmeträgermediums wird im Wärmeträgermedienstrom durch
den Prozess der Energieauskopplung vollzogen. In Flussrichtung hinter der Arbeitsmaschine
ist der statische Druck verringert. Das aus der Maschine austretende Fluid beginnt
sofort mit dem Wechsel in den gasförmigen Aggregatzustand. Dieser Wechsel von flüssig
zu gasförmig findet im Wärmequellgebiet statt, so dass das aus der Arbeitsmaschine
abströmende und in Phasenumwandlung befindliche Medium insgesamt über den restlichen
Weg durch die Wärmetauscher der Wärmequelle isotherm geführt vollständig in die
Dampfphase übergeht und auf dem ebenfalls noch im Wärmequellgebiet beginnenden Aufstiegsweg
isotherm aufsteigend entspannt wird. (Es sei bemerkt, dass bei diesem Beschreibungsfall
des Verfahrensprozesses der Wärmetauscher überwiegend in waagerechtem Verlauf in
der Wärmequellregion angeordnet ist. Daher ist es zweckmäßig, dass das Wärmeträgermedium
bereits mit der Durchquerung der Arbeitsmaschine seine Temperatur im Wärmetauscher
auf möglichst anlagenmaximale Temperatur erhöht hat, so dass es nach Verlassen der
Arbeitsmaschine rückstaufrei weiter isotherm verdampfend durch den restlichen Wärmetauscher
strömen kann. Im senkrechten Anlagenfall, wie zum Beispiel in 2
dargestellt, muss die Phasenumwandlung, Erwärmung und expansive Aufstiegserwärmung
nicht mehr vorwiegend isotherm erfolgen. Die Wärmeenergiezufuhr kann bis auf den
barometrischen Druckeinfluss isobar stattfinden.) Erst auf dem letzten Abschnitt
des Aufstiegsweges wird das gasförmige Wärmeträgermedium adiabatischisentrop so
entspannt, dass es mit Beendigung des Aufstiegsweges die thermodynamischen Kondensationsbedingungen
erreicht hat. Diese adiabatischisentrope Entspannung kann durch Aufstiegsexpansion
über den Weg des letzten Aufstiegsabschnittes erreicht werden oder aber, wenn die
thermische Dimensionierung des Konvektionsgenerators dies zulässt, erfolgt die adiabatische
Restentspannung über eine zusätzlich oben installierte Arbeitsmaschine.
Durch Abgriff dieser statischen Druckdifferenzen über eine zweckmäßig
im Konvektionskreislauf installierte Arbeitsmaschine ist es möglich, ohne explizite
Kompressions- und Strömungsantriebsarbeit aufwenden zu müssen, den höchstmöglich
erzielbaren thermischen Wirkungsgrad einer Wärmekraftanlage zu erzielen. Im Vergleich
zu allen bisher existierenden Verfahren und Vorrichtungen zur exergetischen Ausbeutung
von Geothermalenergien kommt dieser Konvektionsgenerator dem Carnot'schen Wirkungsgrad
am nächsten.
Es ist aber auch möglich, ein mehrphasiges Gemisch zu entspannen,
und zwar gerade in einem solchen Mengenverhältnis, dass sich beim Entspannen auf
den Dampfdruck, der der Temperatur der Wärmesenke entspricht, sich die passende
Temperatur, nämlich die der Wärmesenke, ergibt. Sinnvoll ist dabei die Entspannung
adiabatisch über die Höhendifferenz und das Auskoppeln der Exergie im Strömungsbereich
mit hoher Dichte, vorzugsweise im flüssigen Bereich, zu realisieren. Durch die Anwesenheit
der zweiten, dichteren Phase beim Aufstieg, sind geringere Höhendifferenzen, über
die die Entspannung erfolgt, realisierbar.
Als mehrphasige Gemische können dazu entweder eine nur zum Teil verdampfte
Flüssigkeit, ein Gemisch einer Flüssigkeit mit einer anderen oder eine Flüssigkeit
mit Feststoffpartikeln genutzt werden. Das heisst, das mehrphasige Gemisch kann
auch Mehrstoffkomponenten enthalten.
Bei Nutzung von Mehrstoffgemischen im Zirkulationskreislauf macht
es exergetisch nur Sinn, wenn diejenigen Stoffarten, die im geschlossenen
thermodynamischen Kreisprozess keiner Phasen- oder Aggregatzustandsänderung unterliegen
ebenfalls strömungstechnisch die Zirkulationswegstrecken durchlaufen. Auf jeden
Fall aber müssen sie im Leitungsstrangsystem die Hub- und Absenkprozesse zusammen
mit dem Arbeits- beziehungsweise Treibmedium durchlaufen. Die beispielsweise nicht-
oder schwersiedenden Zusatzstoffe können beispielsweise vor der Kondensation der
Arbeits- oder Treibmedien von diesen strömungstechnisch getrennt werden, um dann
bei der Abwärtsbewegung diesen wieder beigemischt zu werden.
Wenn die mehrphasigen Wärmeträger-Stoffgemische im Kreisprozess, von
denen mindestens eine Komponente als Arbeits- oder Treibmedium fungiert, die Phasenumwandlungen
flüssig – gasförmig – flüssig durchläuft, in die Aufstiegsbewegung eintreten
um die Aufstiegshubarbeit zu verrichten, darf die beigegebene, nichtverdampfte Wärmeträgerkomponente
nicht aus dem Strömungsprozess ausfallen. Ein Mitnahmeeffekt kann durch verschiedene
Maßnahmen erreicht werden. Beispielsweise ist eine Art Schaumbildung definierter
Konsistenz möglich, so dass das gesamte Stoffgemisch die Aufwärtsphase durchläuft.
Oder aber der Aufstiegsstrang ist in der Art eines parallelen Rohrbündelstranges
ausgelegt, in den das teilweise verdampfende oder verdampfte Medium die zugegebenen
Stoffe mit sich strömend hineinführt und der Hubarbeitsprozedur unterzieht. Die
lichten Weiten der einzelnen Elemente des Rohrbündelstranges sind so dimensioniert,
dass entsprechend der thermodynamischen, hydrodynamischen und stoffspezifischen
Parameter und Auslegungsdaten der Anlage möglichst keine Entmischung oder partieller
Rückfluss beim Aufstieg des Stoffgemisches stattfindet.
Im oberen Bereich der Anlage, wo die Wärmesenke lokalisiert ist, gibt
das umlaufende Wärmeträgermedium per Wärmetauschprozess Wärmeenergie an die Umgebung
ab. Stoffe, die im Wärmequellgebiet oder während des Aufstiegs den Gas- oder Dampfzustand
eingenommen haben, werden durch definiert geführte thermodynamische Zustandsänderungen,
beispielsweise beginnender isothermer Aufstieg verbunden mit isothermer Druckreduzierung
und anschließender adiabatischer Aufstiegs- und Druckreduzierungsprozedur so temperiert
am Endpunkt des Aufstiegs im Wärmesenkengebiet ankommen, dass die Gasphase eine
flüssigkeitsge- oder übersättigte Dampfphase darstellt, die in die Kondensation
eintritt. Es ist oben die Kondensations- beziehungsweise Phasenumwandlungswärme
abzuführen. Der Kondensationsprozess kann durch verschiedene Maßnahmen begünstigt
beziehungsweise effektiver gestaltet werden. Beispielsweise können beigegebene und
im Kreisprozess mitgeführte oder stationär angeordnete sorptionsaktive Stoffkomponenten
bei Unterschreiten des Dampfdruckes eine Kondensationsbeschleunigung ausüben. Oder
aber es wird der Effekt der Kapillarkondensation in einem speziellen gravitationsgetriebenen
Zweiphasenkondensator genutzt. Ein Teil der Kondensatoranlage ist dann zum Beispiel
als paralleles Röhrenstrangbündel, mit definiertem Gefälle oder in senkrechter Orientierung
so ausgelegt, dass durch dieses Bündel das zu kondensierende oder in Kondensation
befindliche Medium oder Stoffgemisch hindurchströmt. Die lichten Weiten der Kondensationskapillaren
sind in Abhängigkeit von den thermodynamischen Auslegungsdaten der Anlage und den
Stoffparametern des oder der Wärmeträgermedien (beispielsweise Oberflächenspannung
und Viskosität) so gewählt, dass das hineinströmende flüssige und gasförmige und
in Kondensation befindliche Wärmeträger- und Arbeits-Medium als Flüssigkeit unter
der Wirkung der Schwerkraft am unteren Ende des gravitationsgetriebenen Zweiphasenkondensators
selbständig wieder hinausfließen kann. Dabei wird die Wärmeabgabe an der Wärmesenke
bei der Kondensation durch den entstehenden hydrostatischen beziehungsweise geodätischen
Druck des Fluids (isotherme Kompression) begünstigt. Vom gravitationsgetriebenen
Zweiphasenkondensatorsegment wird die Kondensationswärme permanent abgeführt.
Auf die einzelnen thermodynamischen Prozessabläufe beziehungsweise
auf den gesamten thermodynamisch geschlossenen Kreisprozess wird durch Variation
des Einschlussdruckwertes des Wärmeträgermediums im Zirkulationskreislaufsystem
ein regelnder Einfluss realisiert. Über die definierte Einschlussdruckbeeinflussung
ist eine gezielte Einflussnahme auf die lokale Lage und die Intensität von thermodynamischen
Zustandswandlungen vollziehbar, womit das Leistungsvermögen des Konvektionsgenerators
entsprechend der Leistungsvermögen der Wärmetauschprozesse im Wärmequellen- und
-Senken-Gebiet und der benötigten Lastentnahme regelbar ist.
Eine weitere Einflussnahme auf spezifische Leistungsdaten der einzelnen
thermodynamischen Prozessabläufe im Konvektionsgenerator ist gegeben, wenn über
beziehungsweise parallel zu bestimmten Zirkulationsphasen zu- oder abschaltbare
Bypässe angelegt werden oder unabhängige Stoffströme Wärme transportieren. Dadurch
ist es möglich, durch gezielten Transport von Wärme eine gerichtete Einflussnahme
auf lokal ablaufende thermodynamische Zustandswandlungen auszuüben. Dies beispielsweise
im Verdampfungsbereich des Aufwärtsstranges oder des Kondensationstraktes im Wärmesenkengebiet
oder unmittelbar im Bereich, wo das Wärmeträgermedium den Abwärtsfluss beginnt oder
durchführt.
Ein charakteristisches Merkmal dieses Konvektionsgeneratorverfahrens
mit Phasen- beziehungsweise Aggregatzustandswechsel ist der Fakt, dass sich beispielsweise
bei der geothermalen Anwendung im Abwärtsstrang des Zirkulationskreislaufsystems,
wo sich das flüssige Wärmeträgerbeziehungsweise Arbeitsmedium mit hoher Dichte nach
unten bewegt, ein hoher statischer Druck aufbaut. Dieses unter hohem Druck stehende
kühle und flüssige Medium durchströmt die oder den Wärmetauscher des Wärmequellengebietes, drückt
das überhitzte aber wegen des hohen statischen Druckes noch flüssige Medium in den
beginnenden Aufwärtsstrang, wo es ab einer bestimmten Aufstiegshöhe frei oder nach
Druckreduzierung durch eine Arbeitsmaschine isotherm in die gasförmige Phase zu
wechseln beginnt. Das dann anfangs isotherm expandierend und zum Endpunkt des Aufstiegs
adiabatisch expandierend aufsteigende gasförmige Arbeitsmedium hat beim Aufstieg
eine Dichte, die wesentlich geringer ist, als die der Flüssigphase. Für den Konvektionsgenerator
ist aber auch ein Verfahren charakteristisch, wonach das kalte flüssige Arbeitsmedium
aus dem Wärmesenken-Wärmetauscher kommend über die Abstiegsleitung unter Anstieg
seines hydrostatischen Druckes in die Tiefe fließt und dort über eine Strahldüsenanordnung,
die in einer Arbeitsmaschine zur Energiegewinnung und -Auskopplung (beispielsweise
eine Flüssigkeitsstrahlturbine) befindlich ist, seinen exergetischen Energieinhalt
an die Maschine überträgt. Hierbei wird entsprechend des über die senkrechte Tiefe
des Abstiegsleitungsstrangs aufgebauten hydrostatischen Drucks die in der Flüssigkeit
gespeicherte potentielle Energie mittels der Strahldüsenanordnung in kinetische
Energie gewandelt und als mechanische Arbeit von der Arbeitsmaschine gewonnen und
ausgekoppelt. Die Wandlung des Flüssigkeitsdruckes oder Masse-Potentialäquivalents
in mechanische Energie lässt sich durch die allgemeinen Formeln
mit √fl = &pgr;⋅r2düse⋅√fl–düse
= &pgr;⋅r2Abstiegsletg⋅√2fl–abstiegsleitg.
Es sind
= Massenstrom, √2fl–düse = mittlere Fließgeschwindigkeit
der Flüssigkeit durch die Düse, rdüse = Düsenradius, Vfl-Abstiegsletg
= mittlere Fließgeschwindigkeit der Flüssigkeit im Abstiegsleitungsstrang, rAbstiegsleitg
Radius des Abstiegsleitungsstranges,
Volumenstrom der Flüssigkeit (ist wegen Kontinuitätsgleichung durch Düse gleich
dem durch Abstiegsleitung) und pfl = Dichte der Flüssigkeit.
PS ist der in der Anlage an der Düse beziehungsweise über
die Düsenanordnung abgreifbare Druck. Der Querschnitt des Abstiegsleitungsstranges
muss überall größer sein als der der Düse; oder wenn es mehrere Düsen sind, dann
auch größer als die summarische Düsenquerschnittsfläche.
Das Abstiegsrohr mit der Arbeitsmaschine am unteren Ende befindet
sich innerhalb des Dampf- oder Gasaufstiegsleitungsstranges. Dieser Leitungsstrang
setzt sich unterhalb der Position der Arbeitsmaschine weiter in die Tiefe fort,
so dass das flüssige Arbeitsmedium nach Verlassen der Arbeitsmaschine teilweise
die Wandung benetzend in die Tiefe des vorwiegend mit Gas/Dampf angefüllten Leitungsstranges
stürzt, auf seinem Weg nach unten Wärme aufnimmt, verdampft und nach hinreichender
weiterer Wärmeenergieaufnahme nach oben aufzusteigen beginnt. Unterhalb der Position
der Arbeitsmaschine erfolgt die Aggregatszustands- oder Phasenänderung vom flüssigen
zum gasförmigen Zustand. Und gleichzeitig nutzen beide Wärmeträgermedienphasen gemeinsam,
aber im Gegenstromprinzip, das untere Leitungsstrangsegment, welches als Wärmetauscher
im Wärmequellgebiet fungiert, als Abstiegs- und Aufstiegsleitung. In diesem Leitungssegment
findet bis auf den barometrischen Druckanteil der aufsteigenden Gas- oder Dampfsäule
die Phasenumwandlung von flüssig zu gasförmig und die Erwärmung des Dampfes isobar
statt.
Die Hubarbeit des expansiv aufsteigenden Arbeitsmediums kann energetisch
vollständig aus der aufgenommenen Wärmemenge getilgt werden. Auf der Druckseite
der Anlage, also im Gebiet des flüssigen Arbeitsmediums lässt sich durch erfindungsgerecht
gezielte Kombination von thermischen, konvektiven und gravimetrischen Effekten ohne
explizite Kompressionsarbeit aufbringen zu müssen, ein hoher exergetischer Anteil
aus der Hochdruckströmung auskoppeln. Diese thermodynamisch geschlossene Prozessführung
mittels des erfindungsgemäßen Konvektionsgenerators kommt für geothermale Exergieausbeutungsanwendungen
der Carnot'schen Prozessführung am nächsten.
Als Wärmeträgermedium sind auch chemisch und oder physikalisch reaktive
Stoffe einsetzbar. Das sind beispielsweise solche Stoffe oder mehrphasige Gemische
von Stoffen, die auf dem Zirkulationsweg durch das Leitungsstrangsystem reversible
innere Strukturumwandlungen oder und chemische oder physikalische Verbindungs- beziehungsweise
Vernetzungsstrukturumwandlungen durchlaufen. Dabei sind auch Sorptions- und Desorptionsprozesse
an oder in Stoffkomponenten eines Mehrphasengemisches einbeziehbar.
Zur Verstärkung des Einflusses des Gravitationsfeldes bzw. gänzlich
als Ersatz kann die Fliehkraft in rotierenden Anordnungen zur Prozessaufrechterhaltung
genutzt werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform
der Vorrichtung zur Durchführung des erfinderischen Verfahrens schematisch dargestellt
sind.
In den Figuren zeigen:
1: eine schematische Darstellung eines
Konvektionsgenerators Aa mit waagerecht verlaufendem Wärmequellgebiet-Wärmetauscher,
2: eine schematische Darstellung eines
Konvektionsgenerators A mit senkrecht verlaufendem Wärmequellgebiet-Wärmetauscher.
Um die konvektive Strömung des Fluids im Schwerefeld ohne Aufwendung
von Hilfsenergien bei gleichzeitiger Exergieextraktion aus dem strömenden Fluid
zu ermöglichen sind beispielsweise folgende vorrichtungs- und verfahrenstechnische
Bedingungen zu erfüllen:
Ein Kreislaufsystem 1 ohne Phasenumwandlung im zirkulierenden Arbeitsbeziehungsweise
Wärmeträgermedium ist in Anlehnung an das bekannte Schwerkraft-Warmwasser-Heizprinzip
vorstellbar. Der Warmwasseraufstiegsstrang und die Wasserrückflussleitung stellen
über die Heizkörper und den Heizkessel, die als Wärmetauscher fungieren, das kommunizierende
Röhrensystem dar.
Der Heizkessel stellt die unten befindliche Wärmequelle
3 und die Heizkörper und die oben befindliche Wärmesenke 7 dar.
Zwischen diesen beiden örtlich getrennten Wärmereservoirs unterschiedlicher Temperaturniveaus,
die strömungstechnisch miteinander verbunden sind, baut sich ein konvektivgravimetrisch
getriebener Volumenfluss definierter Richtung auf.
Für geothermale Anwendungen liegt die Wärmequelle 3 in der
Tiefe der Erde oder es wird als Wärmequelle warmes Geothermalwasser verwendet. Die
Wärmesenke 7 muss nicht auf der Erdoberfläche liegen. Denkbar sind Anwendungen,
wo der obere Wärmetauschprozess beispielsweise in 10 m Tiefe oder tiefer in einer
grundwasserführenden und tiefenklimatisch konstant niedrig temperierten Schicht
erfolgt.
Zur Wahrung einer gerichteten Konvektionsströmung ist der Leitungsstrang
2, durch den das kalte Fluid in die Tiefe strömt, vom Ende des kalten Bereich
an abwärts, das heißt von demjenigen Tiefenbereich an, wo die Umgebungstemperatur
die des in die Tiefe strömenden Fluids zu überschreiten beginnt, bis in den Bereich
des tiefsten Punktes des Abwärtsstrangs 2 zumeist der tiefste Punkt der
Anlage, vorzugsweise befindlich in der Wärmequelle 3, thermisch durch Wärmedämmung
isoliert. Dadurch ist gewährleistet, dass das abwärtsfließende Fluid keine beziehungsweise
nur eine vernachlässigbar geringe thermisch verursachte Dichteverringerung erfährt.
Unten im Wärmequellgebiet 3, wo die thermische Isolierung
14 am Abwärtsstrang 2 endet, wird ab diesem Punkt Wärme aus der
Umgebung aufgenommen. Das Fluid dehnt sich aus, verringert seine Dichte und beginnt
5 nach oben aufzusteigen.
Zur Vermeidung von Wärmeverlusten aus dem aufsteigenden Fluid ist
am Aufwärtsstrang 5 ab einer bestimmten Tiefen-Position eine thermische
Isolation 13 vorgesehen. Diese Position ist verfahrenstechnisch so festgelegt,
dass die thermische Isolation 13 dort beginnt, wo die Temperatur des aufsteigenden
Fluids in etwa der der Umgebung entspricht.
Dieses konvektiv gerichtete Kreislaufsystem 1 hält solange
an, wie im unteren Gebiet der Anlage dem Fluid Wärmeenergie per Wärmetausch zugeführt
und oben Wärme entnommen wird.
Ein auf diese Weise geometrisch und strömungstechnisch sowie hinsichtlich
der Wärmeübertragung und -isolierung zweckmäßig ausgelegtes kommunizierendes Kreislaufsystem
1 bietet auf der Strömungswegstrecke des Fluids vielfältige Möglichkeiten
thermodynamische und verfahrenstechnische Prozesse zur Gewinnung mechanischer oder
elektrischer Energie zu nutzen.
Dazu sind an geeigneter Stelle, aber verfahrenstechnisch an beliebiger
Position im Fluidkreislauf Arbeitsmaschinen 10, 11,
12, die Flügelräder oder Turbinen sein können, installierbar, an die das
strömende Fluid durch Drehung der Laufräder einen Teil seiner kinetischen Energie
abgibt.
Ein Kreislaufsystem ohne vonstattengehenden Phasenumwandlungen hat
im Vergleich zum Carnot'schen Prozess nur einen äußerst geringen Wirkungsgrad.
Eine signifikante Steigerung des Leistungs-Wirkungsgrades ist möglich,
wenn die zirkulierenden Fluide thermodynamische Phasenumwandlungen beziehungsweise
Aggregatzustandsänderungen über die Strömungswegstrecke vollführen.
Wie in 1 gezeigt, strömen die im Leitungssystem
1 eingeschlossenen Stoffe beispielsweise im kälteren Abwärtsstrang
2 flüssig nach unten, nehmen ab dem anlagentiefsten Gebiet Wärme aus der
Wärmequelle 3 auf, um dann auf dem Weg durch den Wärmetauscher
4 der Wärmequelle 3 oder dem Weg nach oben im Aufwärtsstrang
5 entsprechend ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften und der thermodynamischen
Umgebungs- und Anlagenbedingungen, die verfahrenstechnisch definiert festgelegt
sind, sukzessiv vorwiegend und isotherm in den gasförmigen Zustand 6 zu
wechseln. Im oberen Bereich, dort ist die Wärmesenke 7, wird dem Gasstrom
zwecks Kondensation in einer Wärmetauscheranlage 8, die in speziellen Kondensations-Kapillaröhren
9 das Prinzip der kapillaren und sorptionsaktiven gravitationsgetriebenen
Zweiphasenkondensation ausnutzen kann, Wärme entzogen, so dass das Medium kondensiert
oder in Kondensation befindlich als Flüssigkeit oder sich verflüssigend wieder in
den Abwärtsstrang 2 des Kreislaufsystems 1 eintreten kann.
Beim Prinzip des kapillaren und sorptionsaktiven gravitations-getriebenen
Zweiphasenkondensators ist zusätzlich der Dampf mit versprühter Flüssigkeit mischbar.
Das Gemisch tritt in Kapillaren ein, in denen eine Phasentrennung weitgehend verhindert
wird. Es verbleibt ein Zweiphasengemisch, dass durch den nun relevanten geodätischen
beziehungsweise hydrostatischen Druckanstieg beim Durchströmen des Abwärtsstrangs
2 nahezu isotherm in die Gasphase auskondensiert.
Durch das Auftreten zweier verschiedener Aggregatzustände, kühl und
flüssig und somit stofflich dicht im Abwärtsstrang 2 des Leitungssystems
1 und teilweise flüssig erwärmt und teilweise gasförmig mit wesentlich
geringerer Dichte als die der Flüssigkeit, verursachen die gravimetrischen Potentialdifferenzen
zwischen den beiden Fluidsäulen eine größere Druckdifferenz, als es bei einphasigen
Fluiden der Fall ist. Durch das Auftreten dieser großen Druckunterschiede realisieren
sich über Arbeitsmaschinen 10; 11; 12 zur Energieauskopplung,
beispielsweise Turbinen, die z.B. in der Gasstromphase des Aufwärtsstrangs
5 installiert sind, wesentlich größere Leistungsübertragungen. Denn bekannterweise
entspricht die aus einem strömenden Medium per Arbeitsmaschine 10;
11; 12 auskoppelbare exergetische Leistung dem Produkt aus dem
Druckabfall über die Arbeitsmaschinen 10; 11; 12 und
dem pro Zeit durch diese Arbeitsmaschine 10;11;12 strömenden
Volumen. Physikalisch erklärt sich der bessere Wirkungsgrad bei Phasenwechsel durch
die Nutzung der Wärmeenergie des Phasenwechsels und die starke Abhängigkeit der
Temperatur von Gasen bei Druckwechsel.
Das Leistungsvermögen einer derartigen Anlage wird durch das Vermögen
des Wärmeaustauschs in der Wärmesenke 8, den Kondensations-Kapillarröhren
9 und 4 in der Wärmequelle 3 bestimmt. Auch hier gilt,
dass für geothermale Anwendungen der obere Wärmetauschprozess in der Wärmesenke
8 an der Erdoberfläche erfolgen kann, er muss es aber nicht. Es kann beispielsweise
ein fließendes Gewässer, ein stehendes Gewässer oder eine kühle grundwasserführende
Schicht unter der Erdoberfläche als Wärmesenke mit darin installierten Wärmetauschern
genutzt werden.
Das zitierte Leistungsprodukt aus Volumenstrom und Druckdifferenz
über die Arbeitsmaschine 10; 11; 12 zur Energieauskopplung,
beispielsweise einer Turbine, erlaubt, so wie in der Erfindungsbeschreibung dargelegt,
eine Exergiegewinnung im a) flüssigen, b) gasförmigen oder c) gemischten Fluidbereich.
Ist beispielsweise eine Turbinenanordnung im Flüssigkeitsbereich (z.B. Abwärtsstrang
5) des Kreislaufsystems positioniert, z.B. an der Stelle 11 wie
in 1 gezeigt, so ergibt sich der auskoppelbare Leistungsanteil
als Produkt aus einem entsprechend der statischen Differenzdruckkräfte der Fluidsäulen
wirkenden, sehr groß abgreifbaren Druckwert und einem kleineren Volumenstrom. Der
Volumenstrom durch die Turbinenanordnung kann zur optimalen Trimmung des maximalen
thermodynamischen Leistungsvermögens der Anlage geregelt werden. Dazu befindet sich
ein Volumenstromregler am Turbineneinlaufbereich. Erfolgt entsprechend b) die Leistungsauskopplung
im Aufwärtsstrang 5 der Gasströmung, zum Beispiel an der gezeigten Position
der Arbeitsmaschine 10, dann wird der nutzbare und auskoppelbare Leistungsbetrag
aus dem Produkt eines sehr großen Volumenstroms und einer gegenüber der a)-Positionierung
(Arbeitsmaschine 11) geringeren Druckdifferenz gebildet. Die gemischte
Phase c), bestehend aus Gas- und Flüssigkeitsanteilen im Fluidstrom, erfordert den
Einsatz spezieller Arbeitsmaschinen 11. Wie oben in der Erfindungsbeschreibung
allgemein dargestellt, würde hier entsprechend eines speziellen thermodynamischen
Wandlungsregimes ein Fluidgemisch, bestehend aus Phasen unterschiedlicher Aggregatzustände
zum Beispiel auf eine Schaufelradanordnung treffen. Eine Arbeitsmaschine
12, die den Fall der gemischten Phasen entsprechend der Variante c) bedient,
ist beispielsweise an der Stelle 12 in 1 positioniert.
Die Arbeitsmaschine 11 kann aber strömungstechnisch auch ein Stück vor
oder nach der in 1 gezeigten Arbeits-Maschine
12 angeordnet sein. Charakteristisch für die Position der Arbeitsmaschine
12 ist aber, dass die Arbeitsmaschine 12 im Wärmequellgebiet
3 des Kreislaufsystems 1 so positioniert ist, dass das unter statischem
Druck stehende flüssige, aber bereits teilweise erwärmte Medium in die Arbeitsmaschine
12 eintritt, dort eine Druckreduzierung durchläuft und teilweise flüssig
aber bereits verdampfend aus dieser austritt. Die sofort anschließende Weiter- oder
Restverdampfung wird isotherm vollführt.
Ein letzter Spezialfall zur Variante c) soll noch erwähnt werden.
Es ist beispielsweise möglich, das Fluid überhitzt aber völlig flüssig und unter
statischem Druck stehend über eine Düsenanordnung auf eine Schaufelrad- oder Flügelradanordnung
einer Arbeitsmaschine 12 volumenstromgeregelt strahlen zu lassen. Eine
solche Arbeitsmaschine ist am Ort 12, zweckmäßigerweise im anlagentiefsten
Gebiet der Wärmequelle 3 so positioniert, dass das der Arbeitsmaschine
12 zuströmende Fluid per Wärmetausch die anlagenmögliche maximale Temperaturerhöhung
erfährt. Der durch die Arbeitsmaschine 12 hindurchtretende Hochgeschwindigkeits-Fluidstrahl
durchläuft auf dem Weg durch die Arbeitsmaschine 12 eine Druckreduzierung,
in dessen Folge die Flüssigkeit in eine adiabatische Phasenumwandlung von flüssig
zu gasförmig, verbunden mit einer Volumenexpansion eintritt. Verfahrenstechnisch
ist es aber von Vorteil, wenn der durch die Arbeitsmaschine 12 hindurchgetretene
Flüssigkeitsstrahl sukzessive vollständig in die Gasphase übertritt. Anderenfalls
würde die Energieauskopplungsstufe in nichtverdampfter Flüssigkeit "ertrinken".
Damit es nicht dazu kommt, wird i) der Volumenstrom der Strahlanordnung geregelt,
ii) die Strahlanordnung und die Arbeitsmaschine 12 zur Energieauskopplung
befinden sich örtlich noch im Bereich der Wärmequelle 3, so dass iii) der
per lokaler adiabatischer Phasenumwandlung und Expansion eingeleitete Verdampfungsprozess
insgesamt beziehungsweise bis zum Austritt aus der Wärmequelle 3 integral
als isothermer Prozess durchlaufen wird. Zusätzlich kann der Arbeitsmedienausgang
der Arbeitsmaschine 12 auf ein etwas tiefergelegenes Auffang- oder Verdampferbassin,
welches als Volumenstrompuffer fungiert, gelegt werden. Das bedeutet, dass das ganze
restliche Strömungsweg-Gebiet der Anlage, das sich auf dem Flussweg zwischen Ausgang
aus der Arbeitsmaschine 12 und der beginnenden thermischen Isolation
13 im Aufwärtsstrang 5 befindet, die adiabatisch verbrauchte Wärmeenergie
sofort aus der Umgebung aufnehmen kann. Dazu ist dieses Gebiet der Anlage ebenfalls
als Wärmetauscher ausgebildet. Über Bypass-Wärmetauscher kann dem Fluidstrom im
Austrittsbereich der Arbeitsmaschine 12 zusätzlich Phasenumwandlungsenergie
zugeführt werden.
Die thermische Isolation 13 zwischen Umgebung und Fluidstrom,
beispielsweise im Aufwärtsstrang 5, wie in 1
gezeigt, ist nicht zwingend notwendig. Ob eine lokal begrenzte thermische Isolation
13 im Aufwärtsstrang notwendig ist, hängt von der thermodynamischen Auslegung
und der geometrischen Ausdehnung der Anlage, wie beispielsweise der Tiefenausdehnung,
ab. In diesem Zusammenhang ist eine charakteristische Auslegung so determiniert,
dass der aufsteigende Gas- oder Dampfstrom oder im Mehrphasengemisch die Mischkomponente
inklusive des gas- oder dampfförmigen Anteils erst bei Verlassen des Aufstiegs-
oder Hubweges mit Eintritt in den Wärmesenken-Wärmetauscher 8 zum Beispiel
durch adiabatische Dampfdruckunterschreitung in die Kondensation eintritt.
Am Abwärtsstrang 2 ist eine thermische Isolation
14 ebenfalls nicht zwingend für die gesamte Abstiegswegstrecke am Leitungssystem
1 notwendig. Die Isolation 14 setzt erst dort ein, wo das abwärtsströmende
Fluid auf Gebiete trifft, deren Temperatur höher ist als die Temperatur des hinunterfließenden
Wärmeträgermediums. Dadurch wird vermieden, dass es zu vorzeitigen Siedereaktionen
im Abwärtsflussgebiet oberhalb des Eintritts in den Wärmequellen-Wärmetauscher
8 kommt. Die thermische Isolation 14 muss am Abwärtsstrang
5 nicht bis in das Gebiet des anlagentiefsten Punktes verlaufen. Erreicht
beispielsweise der statische Druck im abwärtsfließenden Wärmeträgermedienstrom einen
solchen Wert, dass infolge möglicher zufließender Wärmeenergie, verbunden mit Temperaturerhöhung
im Fluidstrom keine Verdampfungen auftreten, besonders keine Verdampfungen bis zur
Position der Arbeitsmaschine 12, dann wird ab diesem Tiefenbereich, der
wie in 1 beispielsweise als nicht siedender Bereich
15 bezeichnet und lokalisiert ist, auf eine Wärmeisolation verzichtet.
Bei Verwendung von Mehrphasen- oder/und Mehrstoffgemischen als Wärmeträgermedium
sind im Aufwärtsstrang 5 passive Medienhub- und Leithilfseinrichtungen,
beispielsweise als paralleler Rohrbündelstrang, in 1
mit Position 16 nur lokal angedeutet, installiert. Diese Hilfseinrichtungen
verhindern eine Entmischung, Sedimentation oder Rückfluss von zu hebenden nicht
verdampften Wärmeträgermedienkomponenten.
Der Abwärtsstrang 2 und Aufwärtsstrang 5 des Leitungssystems
1 muss nicht so, wie in 1 übersichtlicherweise
dargestellt, in einem eigenen Bohrloch verlaufen. Es ist möglich, beispielsweise
ein Bohrloch nach dem Sondenprinzip und definiert isolierte konzentrische Leitungsstränge
für die Auf- und Abwärtsströmung zu verwenden.
Erfindungsgemäße Konvektionsgeneratoren Aa und A zur Nutzung von Geothermalenergie
sind auch in Schächte, Tunnel, Kavernen und Kanalanlagen, beispielsweise auch in
Schächten und Stollen von Bergwerken installierbar.
Der Konvektionsgenerator kann bei entsprechender Bauhöhe auch in einer
Maschinenhalle untergebracht werden, wobei als Wärmequelle und -senke z.B. entsprechende
Fluidkreisläufe realisiert werden.
An 2 ist eine weitere erfindungsgemäße
Ausführungsform eines Konvektionsgenerator A dargestellt.
Diese Ausführungsform des Konvektionsgenerators A ist als geothermale
Sonde aufgebaut. Das Kreislaufsystem 1 ist bezüglich der Transportwegstrecken
für das Wärmeträgermedium ineinandergesetzt; was beispielsweise auch konzentrisch
möglich ist. Das heißt, im Gasaufstiegsleitungsstrang verläuft der im Querschnitt
kleinere Flüssigkeitsabstiegsstrang nach unten. Die Beiden Leitungsstränge sind
thermisch gegeneinander isoliert. Die beiden Endbereiche des Sondenrohrstrangs münden
unten im Wärmequellgebiet 3 und oben in der Wärmesenke 7. In einem
Sondenrohr größeren Durchmessers, welches als Dampfaufwärtsstrang 5 für
das verdampfte Wärmeträgermedium auf dem Weg nach oben dient, befindet sich ein
nach unten führender Abwärtsstrang 2 für das flüssige Wärmeträger- oder
Arbeitsmedium. Der Wärmetauscher 4 im Wärmequellgebiet 3 ist das
in der Erdbohrung befindliche Sondenrohr größeren Durchmessers, was ab dem Ende des
Abwärtsleitungsstranges alleine weiter in die Tiefe verläuft und als Wärmetauscher
im Wärmequellgebiet die Tiefenausdehnung 4 aufweist. Der Dampfaufwärtsstrang
5 oder das großkalibrige Sondenrohr mündet oben in den Wärmetauscher
8 der Wärmesenke 7. Im großkalibrigen Sondenrohr beziehungsweise
dem Dampfaufwärtsstrang 5 verläuft ausgehend vom Wärmesenken-7/Wärmetauscher
8 der Flüssigkeitsabwärtsstrang 2 bis zur Position der Arbeitsmaschine
11 zur Energiegewinnung und -auskopplung über den Stromgenerator
11a. Diese Arbeitsmaschine 11 zur Energiegewinnung und Auskopplung
ist beispielsweise eine Flüssigkeitsstrahlturbine, die direkt auf einen Elektrogenerator
arbeitet. Der gesamte Block 11; 11a, ist als Untertageaggregat
ausgelegt und kann beispielsweise im Wartungsfall im Inneren des großkalibrigen
Sondenrohres nach oben gefördert werden. Gegen die Arbeitsmaschine 11 zur
Energiegewinnung steht der statische Druck der Flüssigkeitssäule des Wärmeträger-
oder Arbeitsmediums im Abwärtsstrang 2 an. Die Abwärtsleitung
2 endet beispielsweise innerhalb der Turbine in Flüssigkeitsstrahldüsen,
so dass der statische Druck über diese Düsen in der Turbine gegen den dahinter befindlichen
Raum, in dem nur der Druck der nach oben strebenden Dampf- oder Gasmassen, der barometrische
Druck, zuzüglich des Einschluss- oder Anlagendruckes, wirkt, in Geschwindigkeit
umgesetzt wird. Das heißt, der gegen die Turbine anstehende statische Druck beziehungsweise
die potentielle Energie der darüber lastenden Flüssigkeit wird über die Düsen in
Flüssigkeitsmassenstrahlen hoher Geschwindigkeit umgesetzt, die ihre kinetische
Energie an die Turbinenschaufeln durch Aufprallen auf diese übertragen, wodurch
der Turbinenrotor in Rotation versetzt wird und der dann den Generator zur Elektrizitätsgewinnung
antreibt.
In diesem Ausführungsbeispiel befindet sich die Position der Arbeitsmaschine
11 nicht, wie im Beispiel der 1 dargestellt,
im Bereich des anlagentiefsten Punktes. Unterhalb der Position der Maschine
11 verläuft bei diesem Beispiel der 2 der
großkalibrige Aufwärtsstrang 5, ausgebildet in seiner Funktion als Wärmetauscher
4, noch weiter nach unten in die wärmeren Erdtiefenschichten hinein. Wie
weit dieses Rohrsegment noch allein in die Tiefe verläuft, hängt von der energetischen
und thermodynamischen Dimensionierung oder Auslegung der Konvektionsgenerator-Anlage
A und der thermischen Ergiebigkeit der Erdmassen ab. Bei dieser Ausführungsform
kann der abwärtsführende Fluidstrom im, bei oder vor Eintritt in das Wärmequellgebiet
3 seinen Exergieinhalt an eine Arbeitsmaschine 11 zur Energiegewinnung
abgeben, ohne dass dieser Fluidstrom bis zur Arbeitsmaschine 11 überhaupt
oder nennenswert Wärmeenergie aufgenommen hat. Dann tritt er flüssig aus der Arbeitsmaschine
11 aus und muss, zur Vermeidung eines Fluidrückstaues gegen den Arbeitsmaschinenausgang
potentiell nach unten abfließen können. Das flüssige Arbeits- oder Wärmeträgermedium
spritzt nach Verlassen des Stromgenerators 11a gegen die weiter nach unten
führende Rohrwandung oder fällt herunter und nimmt auf dem Weg in Richtung anlagentiefstem
Punkt soviel Wärmeenergie auf, dass es vollständig in die Dampfphase übertritt und
auf dem weitem Weg nach oben aus seinem aufgenommenen thermischen Energieinhalt
die erforderliche Hubarbeit bezüglich seiner Eigenmasse verrichten kann, ohne vor
Erreichen des Wärmesenkenwärmetauschers zu kondensieren. Die Verdampfung auf dem
Weg nach unten verläuft im Beispiel der 2 nicht mehr nur oder vorwiegend
isotherm, wie im vornämlich waagerecht angeordneten Verlauf des Wärmequellen-Wärmetauschers
der 1 dargestellt. Die Verdampfung und weitere Erwärmung
erfolgt im Beispiel der 2 auf dem Weg im senkrechten
Wärmetauscher nach unten bis auf die barometrischen Druckeinflüsse der Gassäule
überwiegend isobar. Hier werden nur folgende Forderungen gestellt: a) die thermodynamischen
Zustandsbedingungen müssen bezüglich der Konvektionsgeneratoranlage über die Anlagendimensionierung
so festgelegt sein, dass das verdampfende oder vollständig verdampfte Wärmeträger-
oder Arbeitsmedium bis zum anlagentiefsten Punkt nicht die kritischen Zustandsbedingungen
erreicht, b) dass das aufsteigende dampfförmige Medium soviel Wärmeenergie aufgenommen
hat, dass es seine mechanische Hubarbeit aus dem thermischen Potential speisen kann,
ohne vor Erreichen des Wärmetauschers 4 der Wärmesenke 3 zu kondensieren
und c) dass sich im anlagentiefsten Bereich des Wärmequellengebiets-Wärmetauschers
kein flüssiges Wärmeträgerbeziehungsweise Arbeitsmedium sammelt. Dies bedeutet auch,
dass das Gas beim Aufstieg auf dem letzten Aufstiegsabschnitt adiabatisch entspannend
aufsteigen kann, ohne dabei vorzeitig in Kondensation zu gelangen.
Am Ausführungsbeispiel der 2 ist am Kreislaufsystem
1 im oberen Bereich ein Bypass 17 gelegt. Aus dem aufsteigenden
Dampf- oder Gasvolumenstrom wird ein Bruchteil über die Leitung 17 abgezweigt,
mittels eines Verdichters 18 vornämlich adiabatisch komprimiert, wobei
es seine innere Energie und damit Temperatur erhöht und durch einen Wärmetauscher
19 zur Gewinnung von Heizenergie, beispielsweise zu erwärmender Wasserfluss
21; 22, für Heizung und Hausgebrauch, geleitet. Der abgekühlte,
aber noch unter dem Kompressionsdruck des Verdichters 18 stehende Gasvolumenstrom
strömt über eine adiabatische Entspannung, verbunden mit dabei einsetzender Kondensation
20 in den Wärmesenken-Wärmetauscher 8, wo dadurch eine Unterstützung
des allgemeinen Kondensationsprozesses stattfindet. Denn die Temperatur des adiabatisch
expansiv eintretenden Volumenstromes ist nach der adiabatischen Entspannung auf
den Anlageneinschlussdruck etwas niedriger als die Wärmesenkentemperatur. Die Energie
zum Betrieb des Verdichters 18 beziehungsweise dieser über den Bypass
17 gelegten Wärmepumpe wird aus der durch die Arbeitsmaschinenanordnung
11; 11a gewonnenen Energiemenge entnommen. Beispielsweise können
50 % der über die Arbeitsmaschine 11 und dem Stromgenerator 11a
gewonnenen Elektroenergiemenge zum Betrieb der Wärmepumpe verwendet
werden, um Heiz- und Brauch-Wärmeenergie bereitzustellen. Die anderen 50% stünden
dann als Elektroenergie zur Verfügung. Ein solches Anlagenbeispiel sichert den energieautarken
Betrieb von Gebäuden und anderen Einrichtungen hinsichtlich Heiz- und Elektroenergiebereitstellung
auf der Grundlage von Erdwärme.
Wenn der Konvektionsgenerator Aa; A über längere Zeit strömungstechnisch
stillgelegt ist, was bedeutet, es findet im Kreislaufstrangsystem keine konvektive
Vorzugsströmung statt und das Wärmeträgermedium steht thermisch mit seiner Umgebung
im Gleichgewichtszustand, wird der Kreisprozess über eine extra zuschaltbare Bypass-Leitung
17 per externer Arbeitsmaschine (beispielsweise eine Pumpe) oder über eine
im Kreisprozess installierte Arbeitsmaschine 10; 11;
12 zur Energieauskopplung, die durch zugeschaltete Fremdenergie vorübergehend
die Funktion einer aktiven Fördermaschine ausübt, angefahren.
Zum generellen An- und Ausschalten sowie zum regelungstechnischen
Eingreifen in den Strömungsprozess ist in der Leitungsstranganordnung mindestens
ein hydromechanischer Strömungs-Ein- und Aus-Schalter installiert.
Zweckmäßigerweise lässt sich mittels mehrerer Ventile der gesamte
flüssigkeitsführende Strang vom gasführenden Bereich strömungstechnisch abtrennen.
Eine weitere Regelung des Konvektionsgenerators ergibt sich durch
Veränderung des Einschlussdruckes des Wärmeträger- beziehungsweise Arbeitsmediums
im Leitungsstrangsystem. Dadurch kann unter Berücksichtigung der Temperaturen im
Wärmesenken- aber auch im Wärmequellgebiet auf das Dampfdruck- beziehungsweise Kondensationsverhalten
des Wärmeträgermediums Einfluss genommen werden. Beispielsweise kann der Wärmesenken-Wärmetauscher
in einem Wasserfluss installiert sein. Der Fluss unterliegt witterungs- und jahreszeitlich
bedingten Temperaturunterschieden. Wird es kälter im Wärmesenkengebiet, dann kann
der Einschlussdruck gesenkt werden und die Kondensation findet genauso statt wie
unter etwas höheren Temperatureinflüssen bei höherem Einschlussdruck. Allerdings
steigt mit klimatisch bedingter Temperaturabnahme der Wärmesenke das energetische
Ausbeutevermögen der Wärmequelle.
Zur Durchführung des Verfahrens können beispielsweise folgende Stoffe
Verwendung finden, auch als Komponente in einer Mehrstoffmischung:
– Ammoniak (NH3) und Ammoniak-Wassergemische
– Gruppe der Halogen-Kohlenwasserstoffe; zum Beispiel R 22
– 2-Butene (es existieren drei Sorten mit unterschiedlichen Siedetemperaturen
zwischen – 6,3°C und 3,7°C unter Normalbedingungen)
– 1,3-Butadien (es kann polymerisieren, daher nur in dies verhindernden
Stoffmischungen verwendbar)
– Gruppe der Ether, Oxirane (aber hochbrennbar)
– Wasser / Wasserdampf
AaKonvektionsgeneratorAKonvektionsgenerator1Wärmeträgermedien- beziehungsweise Arbeitsmittelkreislaufsystem2Leitungsstrang/Abwärtsstrang3Wärmequellgebiet/Wärmequelle4Wärmetauscher5Leitungsstrang/Aufwärtsstrang6optional gasförmiger Zustand7Wärmesenke/Wärmesenkengebiet8Wärmetauscher/Wärmesenke9Kondensations-Kapillarröhren10Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung11Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung11aStromgenerator12Arbeitsmaschine zur Energieauskopplung13thermische Isolierung/Aufwärtsstrang14thermische Isolierung/Abwärtsstrang15nichtsiedender Bereich (Positionsbereich)16Position (Bereich)17Bypass-Leitung18Verdichter19Wärmetauscher20adiabatische Entspannung21Kaltwasserzufluss22Warmwasserabfluss
Anspruch[de]
Verfahren zur konvektiven Energiegewinnung in einem strömungstechnisch geschlossenen
Kreislaufsystem, in dem ein Wärmeträgermedium, welches zugleich Arbeitsmedium ist,
zirkuliert, dass hydro- und thermodynamisch mindestens eine Wärmequelle und eine
Wärmesenke unterschiedlicher Temperatur miteinander verbindet und in den Bereichen
der Wärmequelle und -senke ein Wärmeaustausch zwischen dem zirkulierenden Wärmeträgermedium
und Wärmereservoir insbesondere über installierte Wärmetauscher vollzogen wird,
wobei die Wärmequelle insbesondere örtlich unterhalb der Wärmesenke lokalisiert
ist, so dass infolge stattfindender Wärmeaustauschprozesse das Wärmeträgermedium
einer konvektiven hydromechanischen Strömung unterworfen wird, so dass sich über
lokale Abschnitte des Kreislaufsystems oder innerhalb des strömenden Wärmeträgermediums
Druckunterschiede aufbauen, die zusammenfassend ein thermisch initiierten gravimetrisch-konvektiv
strömenden Wärmeträgermedienkreislauffluss ergeben, dadurch gekennzeichnet,
dass das im Kreislaufsystem (1) zirkulierende Wärmeträgermedium je Umlauf
einen thermodynamisch beschreibbaren oder definierten geschlossenen Kreisprozess
durchläuft.
Verfahren zur konvektiven Energiegewinnung in einem strömungstechnisch geschlossenen
Kreislaufsystem, in dem ein Wärmeträgermedium, welches zugleich Arbeitsmedium ist,
zirkuliert, dass hydro- und thermodynamisch mindestens eine Wärmequelle und eine
Wärmesenke unterschiedlicher Temperatur miteinander verbindet und in den Bereichen
der Wärmequelle und -senke ein Wärmeaustausch zwischen dem zirkulierenden Wärmeträgermedium
und Wärmereservoir insbesondere über installierte Wärmetauscher vollzogen wird,
wobei die Wärmequelle insbesondere örtlich unterhalb der Wärmesenke lokalisiert
ist, so dass infolge stattfindender Wärmeaustauschprozesse das Wärmeträgermedium
einer konvektiven hydromechanischen Strömung unterworfen wird, so dass sich über
lokale Abschnitte des Kreislaufsystems oder innerhalb des strömenden Wärmeträgermediums
Druckunterschiede aufbauen, die zusammenfassend ein thermisch initiierten gravimetrisch-konvektiv
strömenden Wärmeträgermedienkreislauffluss ergeben, dadurch gekennzeichnet, dass
dem strömenden Wärmeträgermedium durch örtlich definiert am Kreislaufsystem (1)
stattfindende Wärmetausch- oder -übertragungsprozesse oder durch eine Einschränkung
derselben eine Vorzugsströmungsrichtung aufgeprägt wird.
Verfahren zur konvektiven Energiegewinnung in einem strömungstechnisch geschlossenen
Kreislaufsystem, in dem ein Wärmeträgermedium, welches zugleich
Arbeitsmedium ist, zirkuliert, dass hydro- und thermodynamisch mindestens eine Wärmequelle
und eine Wärmesenke unterschiedlicher Temperatur miteinander verbindet und in den
Bereichen der Wärmequelle und -senke ein Wärmeaustausch zwischen dem zirkulierenden
Wärmeträgermedium und Wärmereservoir insbesondere über installierte Wärmetauscher
vollzogen wird, wobei die Wärmequelle insbesondere örtlich unterhalb der Wärmesenke
lokalisiert ist, so dass infolge stattfindender Wärmeaustauschprozesse das Wärmeträgermedium
einer konvektiven hydromechanischen Strömung unterworfen wird, so dass sich über
lokale Abschnitte des Kreislaufsystems oder innerhalb des strömenden Wärmeträgermediums
Druckunterschiede aufbauen, die zusammenfassend ein thermisch initiierten gravimetrisch-konvektiv
strömenden Wärmeträgermedienkreislauffluss ergeben, dadurch gekennzeichnet, dass
das flüssige Wärmeträger- oder Arbeitsmedium vom oben gelegenen Wärmesenken-Wärmetauscher
kommend durch einen Abwärtsleitungsstrang nach unten in Richtung einer am Leitungsende
befindlichen Strahldüsenanordnung fließt, dabei mit zunehmender Tiefe einen steigenden
statischen Druck innerhalb seiner Flüssigkeitssäule aufbaut und diesen statischen
Druck beziehungsweise äquivalent dazu die potentielle Energie der gegen die Düsenanordnung
anstehenden Flüssigkeitssäule über diese Düsenanordnung in einen Flüssigkeitsmassenstrom
entsprechender kinetischer Energie umwandelt, der dann nach Austritt aus der Düsenanordnung
wärmeenergieaufnehmend und verdampfend durch den Wärmequellen-Wärmetauscher fließt
um nach vollständiger Verdampfung nach oben in Richtung Wärmesenken-Wärmetauscher
zur Kondensation aufzusteigen.
Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem im Kreislaufsystem
(1) strömenden Wärmeträgermedium im gesamten Gebiet der Wärmequelle (3)
Wärmeenergie zugeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass aus
dem zirkulierenden Wärmeträgermediumstrom an einer beliebigen örtlichen Stelle des
Kreislaufsystems (1) mechanische Energie gewonnen oder ausgekoppelt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass aus
dem zirkulierenden Wärmeträgermediumstrom an verschiedenen und beliebigen Stellen
des Kreislaufsystems (1) gleichzeitig mechanische Energie gewonnen oder
auskoppelt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das
zirkulierende Wärmeträgermedium auf dem Strömungsweg zwischen der Wärmequelle (3)
und der Wärmesenke (7) thermodynamisch definiert geführte Phasenumwandlungen
oder Aggregatzustandsänderungen durchläuft.
Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aggregatzustandsänderung
von flüssig zu dampf- oder gasförmig durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Phasenumwandlung an beliebiger Stelle im Wärmequellgebiet (3) durchgeführt
wird und danach integral über die restliche Wegstrecke durch das Wärmequellgebiet
(3) als im wesentlichen isothermer Prozess weiter geführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Phasenumwandlung an beliebiger Stelle im Wärmequellgebiet (3) durchgeführt
wird und danach integral über die restliche Wegstrecke durch das Wärmequellgebiet
(3) als im wesentlichen isobarer Prozess weiter geführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die
Phasenumwandlung des Wärmeträgermediumflusses im Wärmequellgebiet (3) örtlich
in Strömungsrichtung durchgeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Phasenumwandlung
an der Stelle beginnt, wo vornämlich eine statische Druckreduzierung des von oben
aus Richtung Wärmesenkengebiet (7) in die Tiefe strömenden flüssigen Wärmeträgermediums
erfolgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass von
dem Wärmeträgermedienstrom bis zum Eintritt in den Bereich der Druckreduzierung
maximal soviel Wärmeenergie aufgenommen wird, dass das Wärmeträgermedium unter der
Einwirkung des Drucks nicht in den Zustand des Siedens oder Verdampfens überführt
wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die
Druckreduzierung oder der Druckabfall in einem Bereich des Kreislaufsystems (1)
durchgeführt wird, der identisch mit dem Bereich ist, in dem über eine installierte
Arbeitsmaschine (10;11;12) eine Energieauskopplung durchgeführt
wird und die Druckreduzierung oder der Druckabfall durch den Prozess
der Energieauskopplung über die Arbeitsmaschine (10;11;12)
vollzogen wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13 bei überwiegend horizontalem Verlauf
des Wärmequellen-Wärmetauschers ((4) 1), dadurch
gekennzeichnet, dass das im Wärmequellgebiet (3) in Phasenumwandlung von
flüssig zu dampf- oder gasförmig befindliche oder bereits vollständig in die Dampf-
oder Gasphase übergetretene Wärmeträgermedium mit Eintritt in den Aufstiegsprozess
nach oben in Richtung der Wärmesenke (7) und während des Aufstiegs so lange
isotherm entspannt wird, wie aus der Umgebung der Prozessführung eine Wärmeenergie
an den expansiv aufsteigenden Wärmeträgermedienstrom übertragen wird, aber dies
auf dem Weg nach oben nur solange erfolgt, dass bis zur Aufstiegsbeendigung noch
eine genügend expansive Aufstiegs- oder Hubwegstrecke verbleibt, damit das aufsteigende
Wärmeträgermedium sich gegen Ende des Aufstiegswegs thermisch der Temperatur der
Wärmesenke (7) annähern kann.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13 und 15, dadurch gekennzeichnet,
dass das expansiv aufsteigende dampf- oder gasförmige Wärmeträgermedium auf dem
letzten Aufstiegswegabschnitt in Richtung der Wärmesenke (7) adiabatisch
definiert so entspannt wird, dass durch den Wärmeträgermedienstrom die Temperatur
der Wärmesenke (7) erreicht wird oder bei Beendigung des Aufstiegs- oder
Hubweges noch nicht die Kondensation eintritt oder aber gerade die thermischen Kondensationsbedingungen
erreicht werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet,
dass das expansiv aufsteigende dampf- oder gasförmige Wärmeträgermedium auf dem
letzten Aufstiegswegabschnitt in Richtung Wärmesenke (7) adiabatisch definiert
so entspannt wird, dass eine Kondensation von Dampf- oder Gasanteilen im Wärmeträgermedienstrom
vor Erreichen des Endes des Aufstiegs- oder Hubweges in der Stärke oder Intensität
stattfindet, dass die Kondensationsprodukte vom Aufstiegs-Volumenstrom noch vollständig
über die restliche Aufstiegswegstrecke in den Wärmesenken (7), transportiert
werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13 und 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
dass die adiabatische Entspannung durch eine Reduzierung des Druckes im aufsteigenden
Gasstrom erreicht wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13 und 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
dass der Ort der adiabatischen Druckreduzierung identisch ist mit einer im Kreisprozess
installierten Arbeitsmaschine (10; 11; 12) zur Energieauskopplung
und die Druckreduzierung im Strömungsprozess als Druckabfall über die Arbeitsmaschine
(10;11;12) durch den Prozess der Energieauskopplung erreicht
wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das
zirkulierende Wärmeträgermedium auf dem Strömungsweg oder zwischen der Wärmequelle
(3) und der Wärmesenke (7) eine innere Strukturumwandlung oder
chemische oder physikalische Verbindungs- oder Vernetzungsstrukturumwandlung durchläuft.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die
Phasenumwandlungen oder Strukturumwandlungen mit exothermem Charakter integral über
die vorgesehene Wegstrecke für die Phasen- oder Strukturumwandlung des Wärmeträgermedienstroms
insbesondere als isothermer Prozess durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die
Phasenumwandlungen oder Strukturumwandlungen mit exothermem Charakter integral über
die vorgesehene Wegstrecke für die Phasen- oder Strukturumwandlung des Wärmeträgermedienstromsinsbesondere
als isobarer Prozess durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass der
Phasenwechsel von dampf- oder gasförmig zu flüssig teilweise oder vollständig durch
kapillare Kondensations- und/oder Sorptions-Wärmetauschprozesse (9) in
speziellen gravitationsbetriebenen Zweiphasenkondensatoren durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das
strömende Wärmeträgermedium in einem Wärmequellenbereich (3), der keine
thermodynamisch prozessrelevanten Druckreduzierer und ab- oder aufsteigende Strömungswegstrecken
aufweist, isobar Wärmeenergie aufnimmt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das
Wärmeträgermedium während des Abstiegs aus dem Gebiet der Wärmesenke (7)
in Richtung Wärmequelle (3), insbesondere im Abstiegsbereich,
wo die Umgebungstemperatur unterhalb gleich oder nur sehr geringfügig oberhalb der
Temperatur des kalten Wärmeträgermediums aber tiefer als die Wärmequellentemperatur
liegt, nahezu isotherm, gravimetrisch getrieben wird und mit zunehmender Tiefe statisch
druckerhöhend in die Tiefe strömt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass als
Wärmeträgermedium im Kreislaufprozess (1) Mehrphasengemische verwendet
werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Wärmeträgermedium als Mehrphasengemisch eingesetzt wird, das sich mindestens aus
zwei verschiedenen Stoffphasen oder Stoffsorten zusammengesetzt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass als
Wärmeträgermedium-Mehrphasengemisch Feststoffkomponenten, insbesondere Granulate
oder Pulver, eingesetzt werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass als
Wärmeträgermedium-Mehrphasengemisch chemisch und/oder physikalisch reaktive Stoffe
eingesetzt werden, die auch sorptionsaktive Komponenten enthalten können, deren
Reaktionsmechanismus im thermodynamischen Kreisprozess reversibel ist.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass das
Wärmeträgermedium-Mehrphasengemisch mindestens eine Komponente enthält, die während
des hydromechanischen Kreisprozesses die thermodynamischen prozessrelevanten Aggregatzustände
flüssig – gasförmig einnimmt oder deren Phasenumwandlungen vollführt
Verfahren zum Erreichen eines separations- und sedimentationsfreien Transports
der Wärmeträger- und Ballastmedienkomponenten durch die zur Aggregatzustandsänderung
befähigten Komponente nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmeträgermedien-Mehrphasengemischkomponente, die während des Durchlaufens
des Kreisprozesses (1) die Phasen flüssig und gasförmig durchlaufen, in
einer Mindestkonzentration im Gemisch vorhanden sein müssen, die durch die Stoffeigenschaften
des Wärmeträgermediengemisches, den thermodynamischen Auslegungsdaten und der geometrischen
Ausdehnung des Konvektionsgenerators bestimmt werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Begünstigung der Transportfähigkeit des Mehrphasengemisches ein Schaumbildner dem
Wärmeträgermedien-Mehrphasengemisch zugegeben wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 32, dadurch gekennzeichnet, dass der
Aufstiegs- und Abstiegsstrang des Kreislaufsystems (1) als paralleles Leitungsstrangbündel
für hydromechanische Stoffströme, insbesondere bei Mehrphasen- und/oder Mehrstoffgemischströmen
ausgebildet wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass zur
Aufrechterhaltung des thermodynamischen Kreisprozesses (1) in einer rotierenden
Anordnung die Fliehkraft des Wärmeübertragermediums genutzt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Wärmeträgermedium eingesetzt wird, das einen negativen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
aufweist.
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 35 gekennzeichnet
durch einen Konvektionsgenerator (Aa; A), der mit einem Wärmeträgermedienkreislaufsystem
(1), das Wärmeträgermedium ist zugleich Arbeitsmedium, ausgebildet ist,
der als ein strömungstechnisch kommunizierendes Leitungsstrangsystem ausgelegt ist,
und bei dem mindestens ein Leitungsstrang (5) als konvektiver Aufstiegs-
oder expansiver Gas/Dampfhubstrang und ein Leitungsstrang (2) als Flüssigkeits-Fall-
oder Abstiegsleitungsstrang angeordnet ist.
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 36 wobei das flüssige
Wärmeträger- oder Arbeitsmedium in einer Abstiegsleitung oder einem Abstiegsleitungsstrang
nach unten fließt und am Leitungsende auf eine energiewandelnde Düsenanordnung trifft,
dadurch gekennzeichnet, dass deren summarische Düsenquerschnittsflächen oder -Fläche
kleiner ist als die Querschnittsfläche des Flüssigkeitsabstiegsleitungsstranges.
Vorrichtung nach Anspruch 36 und 37, dadurch gekennzeichnet. dass in dem Leitungsstrang,
der waagerecht zur Wärmesenke (7) verläuft, ein Wärmeaustauscher mit Kondensations-Kapillarröhren
(9) für einen isotherm geführten Phasenwechsel vom gasförmigen zum flüssigen
Aggregatzustand angeordnet ist und die Kondensations-Kapillarröhren (9)
des Wärmeaustauschers in der Länge und Durchmesser so dimensioniert sind, dass das
einströmende und kondensierende Wärmeträgermedium entsprechend seiner Stoffparameter
wie Viskosität und Oberflächenspannung nach erfolgter Kondensation gravimetrisch
getrieben selbständig aus dem Kapillarenröhrensystem austritt.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 36 bis 38, dadurch gekennzeichnet, dass
der Absolutdruck im Wärmeträgermedienkreislaufsystem (1) und/oder der Einschlussdruck
des Arbeits- und Wärmeträgermediums definiert veränderbar ist.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 36 bis 39, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Bypass- oder ein unabhängiger lokaler Parallel-Leitungsstrang (17)
vorgesehen ist, über die an Stoffströme gebundene Wärmemengen parallel zum Wärmeträgermedienkreislauf
(1) transportierbar und wärmeübertragend an den Wärmeträgermedienkreislauf
(1) ankoppelbar sind.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 36 bis 40, dadurch gekennzeichnet, dass
im Wärmeträgermediumkreislaufsystem (1) ein hydromechanisch explizit zuschaltbarer
Strömungs-Initiierungs-Bypass oder Injektorstrang integriert ist.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 36 bis 41, dadurch gekennzeichnet, dass
im Wärmeträgermediumkreislaufsystem (1) mindestens ein hydromechanischer
Strömungs-Ein- und Aus-Schalter installiert ist.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 36 bis 42, dadurch gekennzeichnet, dass
das Wärmeträgermedium im KonvektionsGenerator (Aa; A) Ammoniak und/oder CO2
ist.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 36 bis 43, dadurch gekennzeichnet, dass
der dampf- oder gasphasenführende Bereich des Leitungsstrangsystems (1)
durch Ventile strömungstechnisch vollständig vom Flüssigkeitsstrangbereich abtrennbar
ist.