Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines Strömungsverteilers,
welcher 2 bis 20 ineinandergeschobene, konusförmige Bleche aufweist, zur Verteilung
von zwei- oder dreiphasigen Strömungen bei der Veränderung der Querschnittsfläche
einer Rohrleitung oder bei dem Eintrag in einen Reaktor.
Ein möglichst gleichmäßiges Strömungsprofil in Apparaten bzw. Rohrleitungen
ist eine wichtige Voraussetzung, um die gewünschten Leistungen zu erreichen. Dies
gestaltet sich mit zunehmenden Bauteildurchmessern immer schwieriger.
Beim Eintritt einer Strömung in einen Reaktor oder bei vergrößernden
Rohrquerschnitten kommt es aufgrund der Querschnittsveränderung (Vergrößerung oder
Verkleinerung) zu einer Ungleichverteilung der Strömung, wie sie in 1
dargestellt ist. Die Strömung ist am Rand deutlich langsamer als in der Mitte. Am
Rand kann es im Extremfall sogar zu einer Strömungsumkehr und somit zu einer deutlichen
Rückvermischung kommen.
Es ist bekannt, in einphasigen Strömungen bei solchen Querschnittsveränderungen
Einbauten, einzusetzen die bei ihrer Durchströmung einen. deutlichen Druckverlust
erzeugen. Aufgrund des Druckverlustes kommt es zu einer Glättung der Strömung über
den Querschnitt . Als Beispiele können hier Siebböden, Lochblenden, Prallplatten
genannt werden. Eine Alternative stellen ineinandergeschobene konusförmige Verteiler,
wie sie z.B. von der Firma Koch-Glisch vertrieben werden, dar. Diese Verteiler begegnen
bei einphasigen Strömungen bei Erweiterung des Querschnitts der unerwünschten Verzerrung
des Strömungsbildes. Als Beispiel kann hier der Einsatz eines solchen Strömungsverteilers
bei der Synthese von Salpetersäure genannt werden. Hier werden Luft und Ammoniak
in einem bestimmten Verhältnis dosiert, über statische Mischer gemischt und dann
mit Hilfe des Strömungsverteilers der Firma Koch-Glitsch in einen Reaktor geleitet,
bei dem an einem heißen Platinnetz die Umsetzung von Ammoniak und Luft zu Stickstoffmonoxid
erfolgt (Oswald-Verfahren).
Diese Anwendung wird im Fall mehrphasiger Strömungen vom Fachmann
jedoch nicht in Betracht gezogen, da hier zu befürchten ist, dass es beim Einsatz
der Verteiler zu einer unerwünschten Phasen-Auftrennung der Strömung kommt. Es besteht
zu befürchten, dass Gasphase, flüssige bzw. feste Phase voneinander getrennt werden,
so dass beispielsweise die Leistungsfähigkeit des nachfolgend ungleichmäßig durchströmten
Reaktors deutlich verringert wird.
Es wurde überraschend gefunden, dass die Verwendung von Strömungsverteilern,
welche 2 bis 20 ineinandergeschobene, konusförmige Bleche aufweisen, wie sie z.B.
von ddr Fa. Koch-Glitsch geliefert werden, auch zur Verteilung von zwei- oder dreiphasigen
Strömungen bei der Veränderung der Querschnittsfläche einer Rohrleitung oder bei
dem Eintrag in einen Reaktor ohne spürbare Störung des Strömungsbildes eine gute
Verteilung innerhalb einer sehr kurzen Strecke ermöglichen. Es ist möglich, eine
gute Verteilung auch bei einer Vergrößerung des Querschnitts um mehr als Faktor
15, bevorzugt mehr als Faktor 25 zu erzielen. Hierbei wird eine gute Verteilung
bereits innerhalb einer Strecke erreicht, die zur mechanischen Realisierung der
Durchmesservergrößerung s benötigt wird.
Der erfindungsgemäß eingesetzte Strömungsverteiler weist ein trichterförmiges
System auf, bei welchem 2 bis 20, bevorzugt 3 bis 5 konusförmige Bleche ineinander
geschoben sind. Bevorzugt sind die kreis- bzw. ringförmigen Teilflächen der Strömungsverteiler
gleich groß. Gut geeignete Strömungsverteiler werden z.B. von der Firma Koch-Glitsch
hergestellt und vertrieben. Sie werden z.B. in der Informationsbroschüre der Fa.
Koch-Glisch, Produktinformation " Für eine einheitliche Strömungsgeschwindigkeit
beschrieben.
Mehrphasige Strömungen treten z.B. bei Hydrierungen in Reaktoren mit
Dünnschichtkatalysatoren oder in Suspensionsfahrweise in gepackten Blasensäulen
auf. Hier besteht das zu verteilende Gemisch im wesentlichen aus Wasserstoff (Gasphase),
dem zu hydrierenden Edukt (flüssige Phase) sowie gegebenenfalls zusätzlich für die
Hydrierung benötigten Katalysator, der in dem Gemisch suspendiert ist.
Bevorzugte Einsatzgebiete für die erfindungsgemäße Verwendung sind
beispielsweise Verfahren, bei denen eine gasführende Feststoffsuspension zur Hydrierung
eines ungesättigten Kohlenwasserstoffs, der noch weitere funktionale Gruppen wie
Carbonylgruppen enthalten kann, eingesetzt wird. Die Hydrierung kann sich dabei
sowohl auf die selektive Hydrierung einer oder der mehreren C-C – Doppelbindungen
bei Anwesenheit von Carbonylgruppen, oder auf die selektive Hydrierung einer oder
mehrer Carbonylfunktionen bei Anwesenheit von C-C-Doppelbindungen beziehen.
Als Katalysatoren kann ein auf Aktivkohle geträgertes Edelmetall wie
Pd, Pt oder Ru eingesetzt werden.
Die erfindungsgemäße Verwendung des ineinandergeschobenen konusförmigen
Strömungsverteilers in mehrphasigen Strömungen führt zu einer raschen Vergleichmäßigung
der Strömung, wie sie exemplarisch in 2 dargestellt
ist. Dieser Vorteil wird ohne spürbare Störung des Strömungsbildes erreicht und
führt zu verfahrenstechnischen Vorteilen wie z.B. Vergrösserung der Raum-Zeit-Ausbeute
[kg umgesetztes Produkt / (m3 Reaktorvolumen*Zeit) ] der Reaktoren
und Verringerung unerwünschter Rückvermischungen, die oft direkt mit Selektivitätssteigerungen
verbunden sind. Besonders wirkungsvoll kommen die Vorteile zum Tragen, wenn das
System zur Koaleszenz der ursprünglich gebildeten Gasblasen neigt. Durch die erfindungsgemäße
Verwendung des Strömungsverteilers kann die unerwünschte Koaleszenz
der Gasblasen während der Querschnittsveränderung vorteilhafterweise verhindert
werden.
Beispiel
Bei der Hydrierung einer ?,ß-ungesattigten Carbonylverbindung
in Suspensionsfahrweise in einer gepackten Blasensäule wurde ein Strömungsverteiler
der Firma Koch-Glitsch bestehend aus 4 ineinandergeschobenen, konzentrischen, konusförmigen
Blechen zur Gleichverteilung der dreiphasigen Strömung enthaltend eine Gasphase
(Wasserstoff), Flüssigphase (das zu hydrierende Edukt, α,β-ungesattigte
Carbonylverbindung in alkoholischer Lösung) und suspendierten Feststoff (auf Aktivkohle
geträgerter Edelmetallkatalysator, Pd auf Kohle) für die Querschnittserweiterung
von DN 50 auf DN 250 eingesetzt. Der Gas- und Flüssigkeitsanteil lagen dabei bei
jeweils etwa 48%, der Feststoffanteil bei etwa 4%. Der Durchsatz des Gases und der
Flüssigkeit betrug bezogen auf den Durchmesser des Reaktors (DN 250) jeweils ca.
200m3/(m2h).
Durch die erfindungsgemäße Maßnahme konnte eine sehr hohe Raum-Zeit-Ausbeute
im Reaktor (Umsatz an Produkt bezogen auf Volumen des Reaktors und Zeit) erreicht
werden.
Ohne Verwendung der Strömungsverteiler wurde nur etwa 85% der im erfindungsgemäßen
Beispiel erzielten Raum-Zeit-Ausbeute erreicht. Auch der Einsatz von üblichen, über
den Druckverlust arbeitenden Strömungsverteilern führte zu einer Verschlechterung
der Raum-Zeit-Ausbeute.