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Dokumentenidentifikation DE69133242T2 19.02.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000550599
Titel PEPTIDE ZUR VERWENDUNG IN IMPFUNG UND ANREGUNG VON ANTIKÖRPERBILDUNG GEGEN MENSCHLICHES IMMUNSCHWÄCHE VIRUS
Anmelder Tripep AB, Huddinge, SE
Erfinder VAHLNE, Anders, S-430 80 Hovas, SE;
SVENNERHOLM, Bo, S-412 69 Göteborg, SE;
RYMO, Lars, S-430 80 Hovas, SE;
JEANSSON, Stig, S-411 27 Göteborg, SE;
HORAL, Peter, S-412 66 Göteborg, SE
Vertreter Vossius & Partner, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69133242
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.09.1991
EP-Aktenzeichen 919175026
WO-Anmeldetag 25.09.1991
PCT-Aktenzeichen PCT/SE91/00641
WO-Veröffentlichungsnummer 0092005800
WO-Veröffentlichungsdatum 16.04.1992
EP-Offenlegungsdatum 14.07.1993
EP date of grant 23.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.02.2004
IPC-Hauptklasse A61K 39/21
IPC-Nebenklasse C07K 7/04   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft Peptide, die für die Verwendung in einer Impfung gegen AIDS geeignet sind.

Das menschliche Immunschwächevirus (HIV) ist für die Krankheit verantwortlich, die als erworbenes Immundefizienzsyndrom (AIDS) bekannt wurde. Obwohl sie zuerst 1981 erkannt wurde, wurde bislang kein Heilmittel gegen diese zwangsläufig tödliche Erkrankung gefunden. HIV wird über eine Vielzahl von Wegen wie sexuellen Kontakt, infiziertes Blut oder Blutprodukte und perinatal verbreitet. Aufgrund der Komplexität der HIV-Infektion und der geringen Zahl wirksamer Therapien wird die Ausrottung von AIDS sehr wahrscheinlich eher durch die Verhinderung von Neuinfektionen als durch die Heilung bereits infizierter Personen geschehen. Zu diesem Zweck wurde sehr viel Mühe für die Entwicklung von Methoden aufgewendet, eine Infektion zu entdecken und zu verhindern. Es wurden diagnostische Verfahren zur Identifikation von infizierten Personen, infiziertem Blut und anderen biologischen Produkten entwickelt.

Wie die meisten Viren ruft HIV oft die Herstellung neutralisierender Antikörper hervor, jedoch sind im Gegensatz zu vielen anderen Viren oder anderen infektiösen Agenzien, bei denen die Infektion zu einem Immunschutz führt, HIV-spezifische Antikörper nicht in der Lage, das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Deshalb könnte sich im Fall von HIV ein Impfstoff, der die Immunität gegen eine natürliche Infektion hervorruft, als unwirksam erweisen. In der Tat scheinen Impfstoffe, die aus dem HIV-Protein gp 160 hergestellt wurden, eine geringe Immunität gegen eine HIV-Infektion zu liefern, obwohl sie neutralisierende Antikörper hervorrufen. Das Scheitern, einen wirksamen anti-HIV-Impfstoff herzustellen, hat zu der Behauptung geführt, dass eine wirksame Vakzine nicht bis zum Ende der 1990er Jahre verfügbar sein wird.

Das HIV-Genom ist gut beschrieben worden. Seine annähernd 10 kb codieren Sequenzen, die sowohl regulatorische Abschnitte für die HIV-Replikation als auch die gag-, pol-, und env-Gene enthalten, die die Kernproteine, die reverse Transkriptase-Protease-Endonuclease und die inneren beziehungsweise die äußeren Hüllglycoproteine codieren.

Das HIV-env-Gen codiert das intrazelluläre Glycoprotein gp160, das normalerweise durch proteolytische Spaltung prozessiert wird, um gp120, das äußere virale Glykoprotein, und gp41, das virale Transmembranglykoprotein, zu bilden. Das gp120 bleibt mit den HIV-Virionen auf Grund von nicht kovalenten Wechselwirkungen mit gp41 verbunden. Diese nicht kovalenten Wechselwirkungen sind schwach, folglich wird der größte Teil von gp 120 von den Zellen und den Virionen in einer löslichen Form freigesetzt.

Frühere Studien haben gezeigt, dass die von den gag-und insbesondere von den env-Regionen des HIV-1-Genoms codierten Proteine immunogen sind, da in den Seren von HIV infizierten, AIDS- und ARC- („AIDS verwandter Zustand") Patienten Antikörper gegen die Produkte der gag-und env-Gene gefunden wurden.

Es wurde früher gezeigt, dass einige Antikörper, die aus Seren von AIDS- und ARC-Patienten und von mit dem Virus infizierten, asymptomatischen Personen erhalten wurden, spezifisch für gp120 und gp160 sind. Gelegentlich sind diese Antikörper neutralisierend. Die Hüllglycoproteine sind das HIV-1-Antigen, das meist durchweg durch die Antikörper in AIDS- und ARC-Patientenseren erkannt wird. Allan et al., „Major Glycoprotein Antigens that Induce Antibodies in AIDS Patients are Encoded by HTLV-III", Science, 228: 1091–1094 (1985); und Barin et al., „Virus Envelope Protein of HTLV-III Represents Major Target Antigen for Antibodies in AIDS Patients", Science, 228: 1094–1096 (1985). Außerdem erkennen die Antikörper in Patientenseren auch Epitope der viralen Kernproteine, die von dem gag-Gen codiert werden.

Immunologisch wichtige HIV-1 Antigene für eine Verwendung für die Diagnose und als mögliche Vakzinzusammensetzungen wurden durch das Clonieren von Teilen des HIV-1 Genoms in verschiedene Expressionssysteme wie Bakterien, Hefe oder Vaccinia hergestellt. Cabradilla et al., „Seradiagnosis of Antibodies to the Human AIDS Retrovirus With a Bacterially Synthesized env Polypeptide", Biotechnology, 4: 128–133 (1986); und Chang et al., „Detection of Antibodies to Human T-Cell Lymphotropic Virus-III (HTLV-III) With an Immunoassay Employing a Recombinant Escherichia coli – Derived Viral Antigenic Peptide", Biotechnology, 3: 905–909 (1985). Durch rekombinante DNA-Verfahren hergestellte HIV-1-Antigene müssen jedoch noch mühsam gereinigt werden, um nachteilige Reaktionen auf die Impfung und falsch positive Reaktionen in ELISA-Tests zu vermeiden, die auf eine Antikörperreaktivität gegen Antigene des Expressionssystems, die die HIV-1-Antigenpräparation verunreinigen können, zurückzuführen sind. Außerdem kann die Denaturierung der HIV-1-Antigene während der Reinigung wichtige Antigenaktivität zerstören. Die Präparation von Proteinen aus intakten Viren kann ebenfalls eine Verunreinigung durch intaktes Virus zur Folge haben.

Mehrere Veröffentlichungen haben Daten vorgelegt, die eine immunologische Reaktivität von ausgewählten, den antigenen Proteinen von HIV-1 entsprechenden synthetischen Peptiden zeigen. In eine Studie wurde ein Peptid synthetisiert, das die Aminosäuresequenz Tyr-Asp-Arg-Pro-Glu-Gly-Tle-Glu-Glu-Glu-Gly-Gly-Glu-Arg-Asp-Arg-Asp-Arg-Ser-Gly-Cys besitzt, was den Aminosäureresten 735–752 von HIV-1 entspricht. Kennedy et al., „Antiserum to a Synthetic Peptide Recognizes the HTLV-III Envelope Glycoprotein", Science, 231: 1556– 1559 (1986). Dieses Peptid, das von einem Teil von gp41 stammt, wurde für die Immunisierung von Kaninchen in einem Versuch verwendet, eine neutralisierende Antikörperantwort gegen HIV-1 hervorzurufen. Außerdem reagierten mehrere Seren von AIDS-Patienten, für die bekannt war, das sie anti-gp41 Antikörper enthielten, schwach mit diesem. Peptid und wiesen folglich darauf hin, dass dieses Peptid mindestens ein Epitop enthält, das bis zu einem gewissen Grad von gegen natives gp160/gp41 gerichteten Antikörpern erkannt wird.

Jedoch konnte für dieses Peptid weder gezeigt werden, dass es in Säugern, außer in Kaninchen neutralisierende Antikörper hervorruft, noch wurde es für die Verwendung als Impfstoff für den Menschen empfohlen.

Peptide vom HIV-1-gp120-Protein werden in den folgenden Dokumenten weiter offenbart:

WO-A-87 07616 offenbart ein Peptid mit den Aminosäurekoordinaten 142–159.

WO-A-89 10416 offenbart ein Peptid mit den Aminosäurekoordinaten 151–174.

CHEMICAL ABSTRACTS, Bd. 112. Nr. 23, 4. Juni 1990, (Columbus Ohio, US),

NEURATH, A. R. ET AL.: „B cell epitope mapping of human immunodeficiency virus envelope glycoproteins with long (19- bis 36-residues) synthetic peptides", vgl. Seite 454, Auszug 214787s, & J. Gen. Virol. 1990, 71 (1), 85–95 offenbaren Peptide mit den Aminosäurekoordinaten 158–181, 213–239 und 248–275.

EP-A-0 330 359 offenbart Peptide mit den Aminosäurekoordinaten 183–202, 226–281 und 228–246.

WO-A-86 02383 offenbart Peptide mit den Aminosäurekoordinaten 155–170 und 245–259. JOURNAL OF ACQUIRED IMMUNE DEFICIENCY SYNDROMES, Bd. 2, 1989, Seiten 21 bis 27;

S. MODROW ET AL.: „Use of Synthetic Oligopeptides in Identification and Characterization of Immunological Functions in the Amino acid Sequence of the Envelope Protein of HIV-1" offenbart Peptide mit den Aminosäurekoordinaten 162–174, 186–212, 205–217 und 246–259. Ed. Dani Bolognesi, HUMAN RETROVIRUSES, CANCER AND AIDS: Seiten 269–281, J. S. MC DOUGAL ET AL.: „HIV binding to the CD4 molecule: conformation dependence and binding inhibition studies" offenbaren Peptide mit den Aminosäurekoordinaten 141–156, 204– 216, 218–227 und 246–260.

TIBITECH, Bd. 8, 1990, Seiten 40 bis 45;

D. P. BOLOGNESI: „Approaches to HIV vaccine design", und AIDS, Bd. 3, 1989, Seiten 111 bis 118;

D. P. BOLOGNESI: „HIV antibodies and vaccine design" offenbart ein Peptid mit den Aminosäurekoordinaten 248–268.

SCIENCE, Bd. 239, Februar 1988, Seiten 1021 bis 1023;

D. D. HO ET AL.: „Second Conserved Domain of gp 120 Is Important for HIV Infectivity and Antibody Neutralization, und

WO-A-89 05820 offenbaren Peptide mit den Aminosäurekoordinaten 235–253 und 246–266.

US-A-4 943 628 offenbart ein Peptid mit den Aminosäurekoordinaten 248–262.

Die Zwischendokumente WO-A-91 15512, EP-A-0 459 779 und WO-A-91 04045 offenbaren ebenfalls Peptide von dem HIV-1-gp120-Protein, greifen jedoch der Neuheit der Peptide gemäß vorliegender Erfindung nicht vor.

Zusammenfassung der Erfindung

Gemäß vorliegender Erfindung werden neue Peptide, die Epitopen des gp120-Proteins von HIV-1 entsprechen, bereitgestellt. Diese Peptide können allein oder in Kombination, ungekoppelt oder gekoppelt an andere Moleküle oder Substrate verwendet werden. Die Peptide, sind für eine Immunisierung gegen eine HIV-Infektion, für die Induktion einer stärkeren Immunantwort gegen HIV und für die Herstellung von polyclonalen und monoclonalen Antikörpern nützlich.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung stellt Peptide bereit, für die, gefunden wurde, dass sie eine Produktion von HIV neutralisierenden Antikörpern durch Primaten hervorrufen. Die vorliegende Erfindung stellt außerden eine Impfstoffzusammensetzung bereit, die diese Peptide enthält.

Die Peptide entsprechen Regionen des gp120-Proteins mit den von Kennedy et al.: „Antiserum to a Synthetic Pepide Recognizes the HTLV-III Envelope Glycoprotein", Science, 231: 1556–1559 (1986) definierten Koordinaten. Die Peptide der vorliegenden Erfindung werden als gp120-15 (Aminosäurekoordinaten 200–225), und gp120-16 (Aminosäurekoordinaten 213–237) bezeichnet. Die Peptide gp120-12 (Aminosäurekoordinaten 159– 183) und gp120-19 (Aminosäurekoordinaten 255–276) sind in der weiteren Beschreibung nur als Vergleich mit den Peptiden gp120-15 und gp120-16 der vorliegenden Erfindung vorhanden. Obwohl das Peptid gp120-19 einem Peptid ähnelt, das bereits beschrieben wurde (Ho et al., Science, 239: 1021–1023 (1988), wurde nun gefunden, dass gp120-19 in Primaten neutralisierende Antikörper hervorruft. Die Peptide der vorliegenden Erfindung können als Immunogene in einer impfstoffzusammensetzung und zum Auslösen der Produktion von polyclonalen oder monoclonalen Antikörpern verwendet werden; besonders wichtig sind HIV neutralisierende Antikörper.

Proteine enthalten eine Anzahl an antigenen Determinanten oder Epitopen, die die Proteinregionen darstellen, die die Erkennungs- und Bindungsstellen für spezifische Antikörper beinhalten. Im Allgemeinen enthalten Proteine 5 bis 10 Epitope, von denen jedes aus einer Sequenz von 6 bis 8 Aminosäuren besteht. Epitope können entweder kontinuierlich sein, wobei die 6 bis 8 Aminosäuren in einer linearen Abfolge vorliegen, oder diskontinuierlich, wobei die das Epitop bildenden Aminosäuren durch die dreidimensionale Faltung des Proteins zusammengebracht werden. Wenn auch ein Epitop aus nur relativ wenigen Aminosäuren besteht, kann seine Reaktivität mit einem Antikörper durch die das Epitop umgebenden Aminosäuren in dem Protein beeinflußt werden.

Studien, die beabsichtigen, antigene Stellen oder Epitope von Proteinen zu kartieren, wurden durch die Verwendung von synthetischen Peptiden, die verschiedenen Bereichen der Proteine von Interesse entsprechen, unterstützt. Lerner et al., in, The Biology of Immunological Disease: A Hospital Practice Book, (Dixon und Fisher, Hrsg.), S. 331–338 (1983); und Lerner, Adv. Immunol., 36 : 1 (1984). Zusätzlich zu ihrer Nützlichkeit für Epitopkartierungsstudien haben synthetische Peptide, wenn sie die antigenen Hauptdeterminaten eines Proteins umfassen, Potentiale als Impfstoffe und diagnostische Reagentien. Van Regenmortel., Ann. Inst. Pasteur/Virol. 137E: 497–528 (1986); und Van Regenmortel, Laboratory Techniques in Biochemistry and Molecular Biology, Buroden und Van Knippenburg Hrsg. Bd. 19, Synthetic Peptides as Antigens, Elsevier ISBN 0-444-80974-0 (1988).

Synthetische Peptide haben mehrere Vorteile im Hinblick auf eine spezifische Antikörperproduktion und Reaktivität. Die genaue Sequenz der synthetisierten Peptide kann aus der Aminosäuresequenz des Proteins, die durch Aminosäuresequenzierung des Proteins bestimmt wurde, oder aus der vorausgesagten Aminosäuresequenz durch Sequenzbestimmung der. das Protein codierenden DNA ausgewählt werden. Die Verwendung spezifischer synthetischer Peptide beseitigt die Notwendigkeit, das Protein in seiner Gesamtlänge für die Impfung und bei , der Antikörperherstellung oder der Untersuchung auf . Antikörper einzusetzen. Außerdem erlaubt es die synthetische Peptidfestphasentechnik von Merrifield und Mitarbeitern, im Wesentlichen unbegrenzte Mengen an interessierenden, synthetischen Peptiden auf chemischem Wege herzustellen. Erickson und Merrifield in The Proteins, 3. Ausg., Bd. 2, Academic Press, New York, Kapitel 3 (1976). Die Verfügbarkeit automatisierter Peptidsynthegeräte hat solche Techniken weiter verbessert.

Obwohl eine Vielzahl von Kriterien verwendet werden kann, um die antigenen Bereiche von Proteinen vorauszusagen, mögen die diesen Bereichen entsprechenden Peptide als Impfstoffe nicht immer nützlich sein. Es kann zum Beispiel die Antigenität verloren gegeangen sein, weil das Peptid nicht in der richtigen räumlichen Orientierung vorliegt, um von Antikörpern erkannt zu werden, die mit dem Protein reagieren. Es wurde auch gefunden, dass bestimmte Peptide, die von Retroviren vom C-Typ und HIV stammen, so wie . HIV selbst als immunsuppressive Agentien wirken. Cianciolo et al., J. Immunol., 124: 2900–2905 (1980); und Cianciolo et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 230: 453–455 (1985). Peptide wie diese, die auf den Patienten einen gegenteiligen Effekt haben, wären für die Verwendung als Impfstoffe ungeeignet.

Wie es besonders bei HIV-1 und HIV-2 offensichtlich ist, gibt es darüberhinaus eine signifikante genetische Variabilität innerhalb jeder dieser zwei Virusgruppen, die zu vielen Virusserotypen oder Virusisolaten führt. Dies hat einen bedeutenden Zwang ausgeübt, einen Bereich eines Proteins auszuwählen, um ein Peptid für die Formulierung von Immunogenen abzuleiten. Dennoch wurden bestimmte immundominante Teile von HIV-1- und HIV-2-Proteinen als verhältnismäßig invariant befunden. Synthetische Peptide können auch der Schlüssel zu viralen Impfstoffen sein, dadurch dass sie eine Immunantwort gegen gemeinsame Sequenzen, die im ursprünglichen Molekül normalerweise nicht immunogen sind, induzieren können. Diese sonst stillen Epitope können von breiter schützender Spezifität sein. Stevard et al., Immunol. Today, 8: 51–58 (1987). Es wurden mehrere experimentelle Impfstoffe formuliert, mit dem Ziel, eine Infektion bei den Menschen zu verhindern, die wahrscheinlich dem Virus ausgesetzt sind. Berman et al., „Protection of Chimpanzees from Infection by HIV-1 After Vaccination With Recombinant Glycoprotein gp120 but not gp160", Nature, 345: 622–625 (1990).

Synthetische Peptide, die Bereichen immunologisch wichtiger Proteine von HIV entsprechen, haben nun eine direkte Verwendung in diagnostischen Verfahren zur HIV-Detektion, als mögliche HIV-Impfstoffe und in der Herstellung von polyclonalen und monoclonalen Antikörpern gefunden.

Eine Anzahl neutralisierender Epitope von gp120 wurde von mehreren Forschern gefunden und definiert; für eine Übersicht, vgl. Bolognesi, AIDS, 3 (Ergänzungsband 1): S111–S118 (1989). In seiner Übersicht bezieht sich Bolognesi auf vier verschiedene Virus neutralisierende Epitope mit den folgenden Aminosäurekoordinaten: 254–274, 303–337, 458– 484 und 491–523. Das Peptid mit den Aminosäurekoordinaten 254–274 wurde zur Immunisierung von Kaninchen verwendet, und das resultierende Antiserum wurde als HIV-1 neutralisierend, wie vorstehend beschrieben, befunden.

Die Peptide, die von der Erfindung eingeschlossen werden, beinhalten Aminosäuresequenzen, von denen jede mindestens ein kontinuierliches (lineares) Epitop enthält, das die Produktion von HIV spezifischen Antikörpern im immunisierten Wirt hervorruft.

Somit umfasst die Erfindung immunogene Peptide, die den beanspruchten Bereichen des HIV-Proteins gp120 entsprechen, das durch das Hüllgen von HIV-1-HTLV III-B, wie von Muesing et al., in „Nucleic Acid Structure and Expression of the Human AIDS/Lymphadenopathy Retrovirus", Nature, 313: 450–458 (1985) beschrieben, codiert wird. Die Nucleotidsequenz wird in Genbank Release 63 unter der Bezeichnung HIVPV22 wiedergegeben.

Die Peptide wurden durch bekannte Techniken der Festphasenpeptidsynthese hergestellt. Merrifield und Barany, The Peptides: Analysis, Synthesis, Biology, Bd. 1, Gross und Meinenhofer, Hrsg., Academic Press, New York, Kap. 1 (1980). Die Synthese ermöglicht es außerdem, eine oder mehrere Aminosäuren, die nicht der Originalproteinsequenz entsprechen, dem Amino- oder dem Carboxylende des Peptids zuzufügen. Solche zusätzlichen Aminosäuren sind nützlich, um die Peptide an ein anderes Peptid, an ein großes Trägerprotein oder an einen festen Träger zu koppeln. Aminosäuren, die für diese Zwecke nützlich sind, schließen Tyrosin, Lysin, Glutaminsäure, Asparaginsäure, Cystein und Abkömmlinge davon ein, sind jedoch nicht auf diese. beschränkt. Es können zusätzliche Proteinmodifikationstechniken verwendet werden, z. B., NH2-Acetylierung oder COOH-Endamidierung, um zusätzliche Wege zur Verfügung zu stellen, die Peptide an ein anderes Protein oder ein Peptidmolekül oder an einen Träger zu koppeln.: Verfahren, Peptide aneinander, an Trägerproteine oder feste Stützen zu koppeln, sind auf dem Fachgebiet gut bekannt. Peptide, die die obenstehend erwähnten zusätzlichen Aminosäurereste enthalten, entweder am Carboxyende oder am Aminoende, angekoppelt oder gekoppelt an einen Träger oder feste Stützen, befinden sich folglich im Rahmen der Erfindung.

Die Bezugnahme auf die Peptide der vorliegenden Erfindung, umfasst alle Ausführungsformen, die hierin erörtert werden.

Ein alternatives Verfahren zur Impfstoffherstellung ist die Verwendung von molekularbiologischen Techniken, um ein Fusionsprotein herzustellen, das eines oder mehrere der Peptide der vorliegenden Erfindung und ein hoch immunogenes Protein enthält. Es wurde z. B. für Fusionsproteine, die das interessierende Antigen und die B-Untereinheit des Choleratoxins enthalten, gezeigt, dass sie eine Immunantwort auf das interessierende Antigen herbeiführen. Sanchez et al., „Recombinant System For Overexpression of Cholera Toxin B Subunit In Vibrio cholerae as a Basis for Vaccine Development", Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 86: 481–485 (1989).

Die neuen Peptidsequenzen werden nachstehend bekanntgemacht. Die Aminosäurereste wurden von der früher von Muesing et al., in „Nucleic Acid Structure and Expression of the Human AIDS/Lymphadenopathy Retrovirus", Nature , 313: 450–458 (1985) beschriebenen Nucleotidsequenz abgeleitet. Es wird bevorzugt, dass die Peptide eher eine Amidogruppe an ihrem Carboxyterminus besitzen als eine Carboxylgruppe. Das Carboxyende kann außerdem sowohl eine Carboxylgruppe sein als auch eine Einheit, die nachstehend beschrieben ist.

wobei X entweder ein Wasserstoffatom der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptids oder eine zusätzliche Aminosäure ist, die ausgewählt wurde, um das Koppeln des Peptids an einen Träger zu erleichtern; Y abwesend ist Cys; und Z die Carboxylgruppe der carboxyterminalen Aminosäure oder eine Amidogruppe ist. Die verwendeten Aminosäureabkürzungen sind in Tabelle 2 definiert.

Die Peptide sind als Impfstoffe nützlich, um gegen eine künftige HIV-Infektion zu schützen oder um die Immunantwort gegen HIV in bereits mit HIV infizierten Patienten zu verstärken. Obwohl jedes menschliche Individuum mit den Peptiden geimpft werden könnte, sind die geeignetsten Personen Menschen mit dem Risiko einer HIV-Infektion. Solche Personen schließen Homosexuelle, Prostituierte, die Konsumenten intravenöser Drogen und diejenigen ein, die in ihren medizinischen Berufen Kontakt mit Patienten oder mit biologischen Proben haben, beschränken sich aber nicht auf diese. Die Erfindung stellt außerdem monoclonale und polyclonale Antikörper bereit, die die Peptide spezifisch erkennen. Die Erfindung stellt außerdem Antikörper, die HIV neutralisieren, bereit.

In der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, werden die Peptide in Zusammensetzungen für die Verwendung als Immunogene formuliert. Diese Immunogene können in Säugern, einschließlich Menschen als Impfstoffe verwendet werden, oder in Tieren, um die Produktion polyclonaler oder monoclonaler Antikörper hervorzurufen. Zur Formulierung solcher Zusammensetzungen wird eine immunogen wirksame Menge mindestens eines der Peptide einem physiologisch verträglichen Träger beigemischt, der für die Verabreichung an Säugern einschließlich des Menschen geeignet ist. Die Peptide können kovalent aneinander, an andere Peptide, an einen Proteinträger oder an andere Träger, eingebaut in Liposome oder in andere solche Bläschen und/oder gemischt mit einem Adjuvans oder Absorbens gebunden sein, wie es auf dem Impfstofffachgebiet bekannt ist. Das Peptid oder die Peptide können beispielsweise mit immunstimulierenden Komplexen, wie von Takahashi et al., in „Induction of CD8+ Cytotoxic T Cells by Immunization With Purified HIV-1 Envelope Protein and ISCOMS", Nature, 344: 873–875 (1990) beschrieben, gemischt werden. Alternativ werden. die Peptide ungekoppelt und lediglich mit einem physiologisch verträglichen Träger wie normale Kochsalzlösung oder eine Pufferverbindung gemischt, der für die Verabreichung an Säugern einschließlich des Menschen geeignet ist.

Wie bei allen immunogenen, Antikörper hervorrufenden Zusammensetzungen muss die immunologisch wirksame Menge der Peptide der Erfindung empirisch bestimmt werden. Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, schließen die Immunogenität des nativen Peptids, ob das Peptid komplexiert ist mit oder kovalent an ein Adjuvans oder ein Trägerprotein oder einen anderen Träger gebunden ist und den Weg der Verabreichung der Zusammensetzung, z. B. intravenös, intramuskulär, subkutan, etc. und die Anzahl der immunisierenden Dosen, die verabreicht werden sollen, ein. Solche Faktoren sind auf dem Impfstofffachgebiet bekannt, und es liegt ganz in der Fachkenntnis der Immunologen, solche Bestimmungen ohne unangebrachtes Experimentieren durchzuführen.

Die Erfindung wird außerdem durch die folgenden spezifischen Beispiele veranschaulicht, die in keiner Weise beabsichtigen, den Rahmen der Endung zu begrenzen.

Beispiel 1 Peptidsynthese

Ein Peptidsynthesegerät von Applied Biosystems, Modell 430A wurde für die Synthese der Peptide der vorliegenden Erfindung verwendet. Für jede Synthese wurde ein p-Methylbenzylhydrylamin-Festphasenträgerharz (Peptides International, Louisville, KY) verwendet. Die Peptide wurden gemäß dem Benutzerhandbuch für das Peptidsynthesegerät Modell430A, Applied Biosystems, 1986 synthetisiert.

Alle für die Synthese verwendeten Aminosäuren enthielten t-Butylcarbonylgruppen (t-Boc), die die &agr;-NH2-Gruppe schützen und von der Novabiochem AG, Schweiz bezogen wurden. Aminosäuren mit reaktiven Seitenkettengruppen enthielten zusätzliche Schutzgruppen, um ungewollte und unerwünschte Seitenkettenreaktionen zu verhindern. Die einzelnen geschützten Aminosäuren, die verwendet wurden, um alle Peptide zu synthetisieren, werden in Tabelle 1 bekanntgemacht.

Tabelle 1 In der Peptidsynthese verwendete Aminosäuren

Boc-Ala-OH

Boc-Arg(Tos)-OH

Boc-Asn-OH

Boc-Asp(Obzl)-OH

Boc-Cys(Pmeobzl)-OH

Boc-Glu(Obzl)-OH

Boc-Gln-OH

Boc-Gly-OH

Boc-His-(Tos)-OH

Boc-Ile-OH^1/2H2O

Boc-Leu-OH^H2O

Boc-Lys(2-Cl-Z)-OH(kryst.)

Boc-Met-OH

Boc-Phe-OH

Boc-Pro-OH

Boc-Ser(Bzl)-OH^DCHA

Boc-Thr(Bzl)-OH

Boc-Trp(Formyl)-OH

Boc-Tyr(2-Br-Z)-OH

Boc-Val-OH

Tos: Tosyl oder p-Toluolsulfonsäure

Obzl = Benyloxy

Pmeobzl = p-Methylbenzyloxy

2-CL-Z = Carbobenzoxychlorid

2-Br-Z = Carbobenzoxybromid

Nach Vollendung einer einzelnen Synthese werden die Schutzgruppen vom synthetisierten Peptid entfernt und das Peptid wurde durch Behandlung mit Trifluormethansulfonsäure (TFMSA) vom festen Trägerharz gemäß dem von Bergot et al., in „Utility of Trifluormethane Sulfonic Acid as a Cleavage Reagent in Solid Phase Peptide Synthesis", Applied Biosystems User Bulletin, Peptide Synthesizer, Ausgabe Nr. 16, Sept. 2, 1986 beschriebenen Verfahren abgespalten. Es wurde das folgende detaillierte Protokoll verwendet.

  • 1. Für 1 Gramm Peptidharz wurden 3 ml Thio-Anisol 1,2-Ethan-Dithiol (2 : 1) als Fängeragens zugegeben, und das Gemisch wurde unter kontinuierlichem Rühren für 10 Min. bei Raumtemperatur inkubiert.
  • 2. 10 ml Trifluoressigsäure (TFA) wurde zugefügt und kontinuierlich für 10 Min. bei Raumtemperatur gerührt.
  • 3. 1 ml TFMSA wurde tröpfchenweise unter kräftigem Rühren zugefügt und für 25 Min. bei Raumtemperatur zur Reaktion gebracht.
  • 4. Nach der Spaltung wurden die Feptide mit wasserfreiem Ether präzipitiert und gewaschen.
  • 5. Die präzipitierten und gewaschenen Peptide wurden in einem kleinen Volumen TFA (etwa 5 ml) gelöst.
  • 6. Die gelösten Peptide wurden erneut wie vorstehend in Schritt 4 präzipitiert und gewaschen und das Präzipitat wurde unter einem N2-Strom getrocknet.

Vor der Verwendung in spezifischen Versuchen können die Peptide, wenn gewünscht, weiter durch Umkehrphasen-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) gereinigt werden. Eine besonders geeignete Säule für eine solche Reinigung ist die Umkehrphasen-Vydak® C-18-Säule unter Verwendung, eines Wasser (TFA)-Acetonitril (TFA) Gradienten, um die Peptide zu eluieren. Es wurden vierzig Peptide synthetisiert, die die in Tabelle 2 gezeigten Aminosäuresequenzen besitzen.

Beispiel 2 Zellen und Virus-Stammlösungen

Alle Neutralisationstests wurden unter Verwendung von H-9-Zellen und HTLV-111B-Virus (ursprünglich stammend von R. C. Gallo und bereitgestellt von Dr. William Hall, North Shore Hospital, Manhasset, New York) durchgeführt. Die H-9-Zellen (bezeichnet als H9 NY) wurden in RPMI-Medium (Gibco), dem 20% fötales Kälberserum (FCS), Penicillin/Streptomycin (PEN/STREP je 50 mg/ml und ohne jegliche Fungizide) zugesetzt wurden, gehalten. Die Zellen wurden alle 4 Tage bei einer Verdünnung von 1 : 3 subkultiviert. Die Zellen wurden von den Platten geschabt und durch Zentrifugation bei 325 × g pelletiert. Die pelletierten Zellen wurden in 1 ml einer vorher 1/10 verdünnten Virus-Stammlösung resuspendiert, und es wurde eine Adsorption für 60 Min. bei 37°C bei regelmäßigem Rühren zugelassen. Nach der Virusadsorption wurden die Zellen erneut zentrifugiert und in 10 ml RPMI-Medium mit 20% FCS und Polybrene (2 &mgr;g/ml) resuspendiert (ergibt eine Endkonzentration von 5 × 105 Zellen/ml ) und bei 37°C in 5% CO2 inkubiert.

Die infizierten Zellen waren an den Tagen 4–5 nach der Infektion (p. i.) durch Überwachung der Syncytienbildung, durch Immunfluoreszenz der positiven Zellen und durch die p-24 Produktion (untersucht durch den Abbott p-24-Antigentest) feststellbar. Die Spitze der HIV-Produktion wurde an den Tagen 10–15 p. i. festgestellt; zu dieser Zeit wurde das Virus gewonnen. Nach Zentrifugation mit geringer Geschwindigkeit, um Trümmer zu entfernen, wurden die virushaltigen Überstände in Stocklösungen bei –19 °C eingefroren. Ein Virusstock (als NT3-NT19 bezeichnet) mit einem Enditer von 40.000 50% Gewebekultur infizierenden Dosen (TCID50) wurde durchweg in den Studien verwendet.

Beispiel 3 Präparation von Peptiden für die Immunisierung

Die Peptide gemäß vorliegender Erfindung wurden kovalent an Ovalbumin Grad V (Sigma, St. Louis, MO, USA) in einem annäherenden molaren Verhältnis (Peptid : Ovalbumin) von 10 : 1 unter der Verwendung von N-Succinimidyl-3-(2-pyridyldithio)propionat (SPDP), (Pharmacia, Uppsala, Schweden) als bifunktionalem Linker nach den. Anweisungen des Herstellers (Pharmacia) gekoppelt, d. h. wie kurz im folgenden beschrieben.

Ovalbumin wurde in Kopplungspuffer (0,2 M NaHP2O4, pH-Wert 8,5) gelöst. Das gelöste Ovalbumin lief unter Verwendung, des gleichen Puffers durch eine Sephadex G-25M-Säule (Pharmacia, Schweden). Die Proteinkonzentration wurde bei 280 nm gemessen und die Gewinnung bestimmt. SPDP wurde in 99,5% Ethanol bis zu einer Endkonzentration von 40 mM gelöst. Dann wurde SPDP tröpfchenweise zu der Ovalbuminlösung unter Rühren zugegeben. Das SPDP-Ovalbumin-Gemisch wurde dann für circa 30 Minuten bei Raumtemperatur belassen. Das Ovalbumin-SPDP-Konjugat wurde von ungebundenem SPDP durch einen Lauf des Gemisches über eine Sephadex G-25M-Säule unter Verwendung von Wasser als Eluenten getrennt. Der Substitutionsgrad für das Ovalbumin-SPDP-Konjugat wurde nach Verdünnung von 50 &mgr;l Konjugat in 2 ml Wasser, durch Messung des vedünnten Konjugats bei 280 nm und des verdünnten Konjugates plus 100 &mgr;l Dithiothreit (DTT) (Sigma) bei 343 nm bestimmt, um die Menge der zuzugebenden Peptidlösung zu bestimmen. Schließlich wurde das an das Ovalbumin-SPDP-Konjugat zu koppelnde synthetische Peptid in 10% Essigsäure bis zu einer Endkonzentration von 1 mg/ml gelöst und eine geeignete Menge von Ovalbumin-SPDP-Konjugat (wie durch den vorstehenden Subtitutionsgrad bestimmt) zugegeben und über Nacht bei Raumtemperatur stehen gelassen.

Beispiel 4 Immunisierungsprotokolle

Um Antikörper zu erzeugen, wurde Maccaca fascicularis verwendet. Vor der Anfangspeptidinjektion wurde den Affen eine Blutprobe entnommen. Diese Ausgangsblutprobe wurde als „Präimmun" (Tabellen 3–6) bezeichnet und wurde als interne Kontrolle verwendet und gleichzeitig mit dem jeweiligen Immunserum analysiert.

Den Affen wurden 100 &mgr;g in 0,5 ml phosphatgepufferte Kochsalzlösung (PBS) suspendiertes Peptid-SPDP-Ovalbumin injiziert. Die Affen wurden dreimal intramuskulär mit dreiwöchigem Abstand immunisiert. Als Adjuvans wurden für alle Immunisierungen 0,5 ml komplettes Freundsches Adjuvans verwendet. Zwei Wochen nach der letzten Immunisierung wurden die Affen zur Ader gelassen, und die Präimmun- und Hyperimmunseren wurden Neutalisationstests unterworfen, wie in Beispiel 5 beschrieben.

Beispiel 5 HIV-1 Neutralisationstest

Seren, die Antikörper enthalten, die die Infektiösität von HTLV III-B neutralisieren, wurden auf Grund ihrer Fähigkeit nachgewiesen, die Bildung von HIV-1-Syncytien und die p-24-Antigenprodukt on zu verhindern und die Anzahl infizierter Zellen, wie sie durch Immunfluoreszenzmarker bestimmt wurden, u vemindern, verglichen mit Kontrollinfektionen, denen die peptidspezifischen Antiseren fehlen. Die in Beispiel 2 beschriebene Virusstammlösung wurde auf 100 TCID50 verdünnt und mit einer vierfachen Verdünnungsreihe (1/5, 1/20 und 1/80) von komplementinaktivierten Immunseren, die von den wie in Beispiel 4 beschrieben immunisierten Affen erhalten wurden, gemischt. Als Positivkontrolle wurde ein Meerschweinchen-Hyperimmunserum (als MSV bezeichnet) mit einem bekannten HIV-Neutralisationstiter von 1/40 bis 1/60 in alle Experimente eingeschlossen (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. B. Morein, Abteilung für veterinäre Virology, BMC, Uppsala, Schweden). Nach Inkubation für 60 min bei 37°C oder für 16 Stunden bei 4°C wurde das Serum-Virus-Gemisch 1 × 106 H-9 Zellen zugefügt und für weitere 60 min bei 37°C inkubiert. Nach der Inkubation wurden die Zellen einmal gewaschen und in Platten mit mehreren Schalen mit 24 Vertiefungen mit 2 ml Wachstumsmedium (RPMI, 10% FKS, 2 &mgr;g Polybrene/ml) pro Vertiefung gegeben.

Die Zellen wurden unter dem Mikroskop (Vergrößerung × 200) auf das Vorhandensein von Syncytien an den Tagen 5–12 p. i. untersucht. Überstände von infizierten Zellen wurden auf das Vorhandensein von p-24-Antigen gemäß den Anweisungen des Herstellers (Abbott ag Test HIVAG-1®, Enzyme Immunoassay for the Detection of Human Immunodeficiency Virus Type I (HIV-1) Antigens) in Human Serum or Plasma) in zehnfachen Verdünnungsreihen (1/10 bis 1/1000) am Tag 10 p. i. überprüft. Die Ergebnisse werden als Absorptionswerte bei 454 nm präsentiert, wobei höhere Absorptionswerte eine höhere Proteinkonzentration und somit HIV-Infektion anzeigen. Die Verdünnungsreihen der Überstände wurden so hergestellt, um p-24-Konzentrationen im Bereich, der am genauesten ist (<2,0 Absorptionseinheiten), nachzuweisen.

Die Anzahl infizierter Zellen wurden am Ende des Experimentes (üblicherweise am Tag 15 p. i.) durch Acetonfixierung der Zellen auf für Immunfluoreszenz (IF) geeignete Objektträger bestimmt. Es wurde ein direkter IF-Test nach dem in Jeansson et al., „Elimination of Mycoplasmas from Cell Cultures Utilizing Hyperimmune Sera", Ex. Cell Res., 161: 181–188 (1985) beschriebenen Standardverfahren verwendet, mit 1/400 verdünnten Hyperimmunseren von HIV-infizierten Personen und einem 1/100 verdünnten Fluoresceinisothiocyanat (FITC) markierten anti-Mensch-IgG-Antikörper (Bio-Merieux, Frankreich). Die Tabellen 3–6 zeigen die Ergebnisse, die von der Durchmusterung der Hyperimmunseren von mit den Peptiden 1– 40 immunisierten Affen erhalten wurden.

In den Tabellen 3 (A-D) bis 6 wurde der p24-Antigen-Gehalt der Überstände durch ELISA, wie vorstehend beschrieben, untersucht. Die jeweilige Menge an Antigen-positiven Zellen wird als AG POS-Zellen dargestellt, wobei die Prozente dargestellt werden durch:

– = 0%, + => 0–2%, ++ = 3–10% und +++ = 11–20%, wobei die Prozentintervalle die Anzahl Antigen positiver Zellen anzeigen.

Tabelle 3A (HIVNT3P1.XLS) stellt die Ergebnisse dar, die mit Seren erhalten wurden, die von mit den Peptiden gp120-1 – gp120-10 immunisierten Affen stammten. Die verwendeten Zellen waren H9 NY, und das verwendete Virus war HTLV-IIIB, Charge 18, wie in Beispiel 2 beschrieben. Das Inkubationsprotokoll (Virus plus Serum) bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37°C.

Tabelle 3B (HIVNT4PI.XLS) stellt die Ergebnisse dar, die mit Seren erhalten wurden, die von mit den Peptiden gp120-11 – gp120-20 immunisierten Affen stammten. Die verwendeten Zellen waren H9 NY, und das verwendete Virus war HTLV-IIIB, Charge 18, wie in Beispiel 2 beschrieben. Das Inkubationsprotokoll (Virus plus Serum) bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37°C.

Tabelle 3C (HIVNT5P1.XLS) stellt die Ergebnisse dar, die mit Seren erhalten wurden, die von mir den Peptiden gp120-21 – gp120-30 immunisierten Affen stammten. Die verwendeten Zellen wären H9 NY, und das verwendete Virus war HTLV-IIIB, Charge 18, wie in Beispiel 2 beschrieben. Das Inkubationsprotokoll, das verwendet wurde (Virus plus Serum), bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37 °C.

Tabelle 3D (HIVNT6P1.XLS) stellt die Ergebnisse dar, die mit Seren erhalten wurden, die von mit den Peptiden gp120-31 – gp120-40 immunisierten Affen stammten. Die verwendeten Zeilen waren H9 NY, und das verwendete Virus war HLTV-IIIB, Charge 18, wie in Beispiel 2 beschrieben. Das Inkubationsprotokoll (Virus und Serum) bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37 °C.

Tabelle 4 (HIVTAB4.XLS) zeigt die Ergebnisse des ersten Wiederholungstest von möglichen neutralisierenden durch den ersten Tests ermittelten Antikörpern (Tabellen 3A–D). In jedem Test wurden das Virus HTLV-IIIB, Charge 18 und die Zellen H9 NY verwendet. Die Ergebnisse des Ersten Wiederholungstests in den Reihen 1–19 sind die Ergebnisse von Neutralisationstest Nummer 5. Das Inkubationsprotokoll bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37 °C. Die Ergebnisse des Ersten Wiederholungstests in den Reihen 20–32 sind die Ergebnisse von Neutralisationstest Nummer 7. Das Inkubationsprotokoll bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37 °C.

Tabelle 5 (HIVAB5.XLS) zeigt die Ergebnisse des Zweiten, Dritten und Vierten Wiederholungstests auf positive Peptide. In jedem Test war das verwendete Virus HTLV-IIIB, Charge 18; und die verwendeten Zellen waren H9 NY. Die Ergebnisse des Zweiten Wiederholungstest in den Reihen 1–4 waren die Ergebnisse von Neutralisationstest Nummer 7. Das Inkubationsprotokoll bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37 °C. Die Ergebnisse, des Zweiten Wiederholungstest in den Reihen 5–13 sind die Ergebnisse von Neutralisationstest Nummer 12. Die Ergebnisse des Dritten Wiederholungstest in den Reihen 14–16 sind die Ergebnisse von Neutralisationstest Nummer 12. Das Inkubationsprotokoll bestand aus einer einstündigen Inkubation bei 37 °C. Die Ergebnisse des Vierten Inkubationstest in den Reihen 17–39 sind die Ergebnisse von Neutralisationstest Nummer 16. Das Inkubationsprotokoll bestand aus 16 Stunden bei 4 °C. Die Ergebnisse des Zweiten Wiederholungstest in den Reihen 40–53 sind die Ergebnisse von Neutralisationstest 19. Das Inkubationsprotokoll (Zellen plus Virus) bestand aus 16 Stunden bei 4 °C.

Tabelle 6 (HIVKOMBP.XLS) zeigt die Ergebnisse des Neutralisationstests mit kombinierten Hyperimmunseren. Man beachte, dass die Inkubation von Virus und Zellen für 16 Stunden bei 4 °C stattfand.

Die in den Tabellen 3 (A-D)-6 dargestellten Ergebnisse deuten darauf hin; dass die Peptide der vorliegenden Erfindung die Produktion von HIV neutralisierenden Antikörpern in Primatenversuchstieren hervorrufen. Die Verwendung der Peptide für die Impfung, menschlicher Individuen ist deshalb geeignet, eine Infektion durch HIV zu verhindern oder eine verstärkte Immunantwort in bereits mit HIV infizierten Patienten herbeizuführen.


Anspruch[de]
  1. Peptid mit mindestens einem Epitop, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche Immunschwächevirus sind, und mit der Aminosäuresequenz:

    X-Leu-Thr-Ser-Cys-Asn-Thr-Ser-Val-Ile-Thr-Gln-Ala-Cys-Pro-Lys-Val-Ser-Phe-Glu-Pro-Ile-Pro-Ile-His-Tyr-Cys-Y-Z, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptides und einer weiteren Aminosäure ausgewählt um die Kopplung des Peptides an einen Träger zu erleichtern; Y abwesend oder Cystein ist und Z ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus der Carboxyl-Gruppe der carboxyterminalen Aminosäure und einer Amidogruppe.
  2. Peptid mit mindestens einem Epitop, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche immunschwächevirus sind und mit der Aminosäuresequenz:
  3. Peptid mit mindestens einem Epitop, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche Immunschwächevirus sind, und mit der Aminosäuresequenz:

    X-Pro-Lys-Val-Ser-Phe-Glu-Pro-Ile-Pro-Ile-His-Tyr-Cys-Ala-Pro-Ala-Gly-Phe-Ala-Ile-Leu-Lys-Cys-Asn-Asn-Y-Z, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptides und einer weiteren Aminosäure ausgewählt um die Kopplung des Peptides an einen Träger zu erleichtern; Y abwesend oder Cystein ist und Z ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus der Carboxyl-Gruppe der carboxyterminalen Aminosäure und einer Amidogruppe.
  4. Peptid, mit mindestens einem Epitop, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche Immunschwächevirus sind und mit der Aminosäuresequenz:
  5. Vakzinzusammensetzung umfassend eine immunologisch wirksame Menge eines Peptides, mit mindestens einem Epitop, das von Antikörpern erkannt wird; die spezifisch für das menschliche Immunschwächevirus sind und mit der Aminosäuresequenz:

    X-Leu-Thr-Ser-Cys-Asn-Thr-Ser-Val-Ile-Thr-Gln-Ala-Cys-Pro-Lys-Val-Ser-Phe-Glu-Pro-Ile-Pro-Ile-His-Tyr-Cys-Y-Z, und einen physiologisch verträglichen Träger dafür, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptides und einer weiteren Aminosäure ausgewählt um die Kopplung des Peptides an einen Träger zu erleichtern; Y abwesend oder Cystein ist und Z ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus der Carboxyl-Gruppe der carboxyterminalen Aminosäure und einer Amidogruppe.
  6. Vakzinzusammensetzung umfassend eine immunologisch wirksame Menge eines Peptides mit mindestens einem Epitop, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche Immunschwächevirus sind und mit der Aminosäuresequenz: X-Pro-Lys-Val-Ser-Phe-Glu-Pro-Ile-Pro-Ile-His-Tyr-Cys-Ala-Pro-Ala-Gly-Phe-Ala-Ile-Leu-Lys-Cys-Asn-Asn-Y-Z und Analoge und Homologe davon und ein physiologisch verträglicher Träger dafür, wobei Z ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptides und einer weiteren Aminosäure ausgewählt, um die Kopplung des Peptides an einen Träger zu erleichtern.
  7. Vakzinzusammensetzung umfassend eine immunologisch wirksame Menge von mindestens zwei Peptiden, wobei jedes der Peptide mindestens ein Epitop besitzt, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche Immunschwächevirus sind und eines der Peptide die Aminosäuresequenz besitzt:


    und, daß mindestens ein anderes Peptid ausgewählt ist aus der Gruppe von Peptiden mit den Aminosäuresequenzen:


    und ein physiologisch verträglicher Träger davon, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptides und einer weiteren Aminosäure ausgewählt um die Kopplung des Peptides an einen Träger zu erleichtern; Y abwesend oder Cystein ist und Z ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus der Carboxyl-Gruppe der carboxyterminalen Aminosäure und einer Amidogruppe.
  8. Vakzinzusammensetzung umfassend eine immunologisch wirksame Menge von mindestens zwei Peptiden; wobei jedes der Peptide mindestens ein Epitop besitzt, das von Antikörpern erkannt wird, die spezifisch für das menschliche immunschwächevirus sind und eines der Peptide die Aminosäuresequenzen besitzt:


    und daß mindestens ein anderes Peptid ausgewählt ist aus der Gruppe von Peptiden mit den Aminosäuresequenzen:
    und ein physiologisch verträglicher Träger davon, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, der aminoterminalen NH2-Gruppe des Peptides und einer weiteren Aminosäure ausgewählt um die Kopplung des Peptides an einen Träger zu erleichtern; Y abwesend oder Cystein ist und Z ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus der Carboxyl-Gruppe der carboxyterminalen Aminosäure und einer Amidogruppe.
  9. Verfahren zur Herstellung des Peptides nach einem der Ansprüche 1 bis 4 umfassend die Synthese des Peptides.
  10. Verfahren zur Herstellung der Vakzine nach einem der Ansprüche 5 bis 8 umfassend die Formulierung einer immunologisch wirksamen Menge wenigstens eines der Peptide mit einem physiologisch verträglichen Träger.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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