Die vorliegende Erfindung betrifft Bakterienkomplexe, die zur Verwendung
beim Abbau, der Zersetzung und der Umwandlung von Rückständen biologischen Ursprungs
in Biomasse und stabile und nicht umweltschädliche organische Verbindungen geeignet
sind, und ihre Anwendung zur Behandlung von Abfällen biologischen Ursprungs, beispielsweise
von Fäkalien (Streu von Schweinen, Wiederkäuern, Einhufern oder Geflügel oder Güflüel,
menschliche Fäkalien) oder Jauche, Kadavern, stehenden Gewässern, und ihre Umwandlung
in Kompost oder andere stabile, bioabbaubare und nicht umweltschädliche Stickstoffverbindungen.
Heterotrophe Organismen verwerten Stickstoffverbindungen, darunter
pflanzliche oder tierische Proteine, als Nährstoffquellen und geben den Stickstoff
über ihre Ausscheidungen oder über die Zersetzungsprodukte nach dem Tod wieder an
die Erde ab, hauptsächlich als Ammoniak oder Harnstoff, die durch nitrifizierende
Bakterien im Boden, beispielsweise Nitrosomonas oder Nitrobacter, in Nitrite und
Nitrate umgewandelt werden.
Eine starke Produktion gasförmiger oder flüssig-fester Stickstoffverbindungen,
beispielsweise von Ammoniumsalzen, Ammoniak, Nitriten und Nitraten, stellt jedoch
eine wichtige Ursache für die Verschmutzung der Atmosphäre, des Bodens, der Wasserläufe
und des Grundwassers dar. All diese Abbauprozesse beinhalten die Bildung von Verbindungen
mit besonders ekelhaftem Geruch (besonders NH3, H2S ...).
Bekannt ist das Patent JP-B-59 013175, das die anaerobe Fermentation
eines Futtermittels betrifft und die Herstellung von Futter durch Fermentation von
trockenem Stroh mit einem Bacillus (Bacillus subtilis) und Lactobacillus (Lactobacillus
plantarum und Lactobacillus brevis) beschreibt.
Bekannt ist auch die Patentanmeldung JP-A-OS078663, die versucht,
eine Zusammensetzung herzustellen, die den Boden verbessert und Maulwürfe abschreckt,
und die die Herstellung einer Zusammensetzung beschreibt, die den Boden durch Inokulation
eines Präparats auf Sojabasis mit Hilfe einerseits einer Kultur von Clostridium
butyricum, Bacillus cereus, Lactobacillus casei subsp. casei und Lactobacillus fermentum
und andererseits einer Kultur von Bacillus cereus, Lactobacillus casei subsp. phamnosus,
Lactobacillus acidophilus und Acetobacter aceti verbessert.
Bekannt sind ferner Verfahren zur Behandlung von Gülle, Streu oder.
Abwässern, die eine Bakterienkultur und Enzyme oder eine Bakterienkultur, Enzyme
und Hefen einwirken lassen, insbesondere um die Bildung von Ammoniumsalzen und die
Gerüche, insbesondere bei der Handhabung und beim Ausbringen (Gülle), zu verringern.
Solche Zusammensetzungen enthalten als Bakterien insbesondere: Bacillus subtilis,
als Enzyme: Batinase und Amylase, und als Hefen: Saccharomyces cerevisiae (Französische
Patentanmeldung 2 658 077).
Die bekannten Zusammensetzungen zur Behandlung von Fäkalien erlauben
jedoch keine Umwandlung von anorganischem Stickstoff (NH4, NO2
und NO3) und von Uraten in Aminosäuren und Proteine (organischen Stickstoff),
sondern verringern nur die Ammoniakbildung durch Adsorption oder Solubilisierung.
Solche Umwandlungen beinhalten keine Reorganisation des Stickstoffs durch seine
Verwertung im Stickstoffmetabolismus der Mikroorganismen.
Folglich ist eine wirkungsvolle Behandlung von Produkten biologischen
Ursprungs erforderlich und entscheidend, um die Umwandlung des anorganischen Stickstoffs
(NH4, NO2 und NO3) und der Urate in organischen
Stickstoff (Aminosäuren und Proteine) zu ermöglichen, um die Verschmutzung der Umwelt
zu vermeiden und um die Abfälle wieder in den Kreislauf des Anabolismus zurückzuführen.
Zur Lösung dieses Problem hat die Anmelderin Bakterienkomplexe gewählt,
die im wesentlichen die Umwandlung von anorganischem Stickstoff in organischen Stickstoff
in Form von bakteriellen Proteinen ermöglichen {Stabilisierung des Stickstoffs und
Steigerung der Biomasse), das heißt, die die Umwandlung der Fäkalien in Stickstoffverbindungen
(Kompost und/oder stabile Stickstoffverbindungen) und, durch Abbau und Umwandlung
der Fäkalien insbesondere bei Abfällen mit ausreichendem C/N-Verhältnis (in Bezug
zur Menge Trockenmasse), in Zusammensetzungen ermöglichen, die reich an Fulvin-
und Huminsäuren sind und nicht umweltschädlich sind, wobei die assoziierten pathogenen
Keime, insbesondere Clostridium, Bacteroides, Kolibazillen, Listeria, Salmonellen
und Staphylokokokken eliminiert werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Bakterienkomplex, der
dadurch gekennzeichnet ist, daß er wenigstens einen nichtpathogenen Bacillus, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus B. subtilis, B. amyloliquefaciens, B. megaterium, B.
Iichenifornis und B. circulans, und wenigstens einen nichtpathogenen Lactobacillus,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus, L. paracasei, L. fermentum
und L. acidophilus, umfaßt, daß er als Stickstoffquelle hauptsächlich anorganischen
Stickstoff, insbesondere Ammoniak, Nitrate, Nitrite, und organische Stickstoffmoleküle
wie Harnstoff, Urate, Aminosäuren, Stickstoffbasen oder irgendeine andere niedermolekulare
Stickstoffverbindung verwertet, und daß er fähig ist, diesen Stickstoff in organischen
Stickstoff in Form von bakteriellen Proteinen umzuwandeln.
Erfindungsgemäß weist der vorliegende Bakterienkomplex wenigstens
die folgenden enzymatischen Aktivitäten auf:
cellulolytische Aktivität, proteolytische Aktivität, amylolytische Aktivität, lipolytische
Aktivität und pektinolytische Aktivität.
Unerwarteterweise wirkt die Kombination Bacillus/Lactobacillus, die
in dem erfindungsgemäßen Bakterienkomplex vorliegt, synergistisch, um:
– gleichzeitig anorganischen Stickstoff und organischen Stickstoff zu
verwerten,
- bakterielle Proteine neuzusynthetisieren und
– die mit den zu behandelnden Produkten assoziierten pathogenen Mikroorganismen,
wie Clostridium, Bacteroides, Kolibazillen, Listeria, Salmonellen und Staphylokokken,
zu eliminieren.
Ein derartiger Bakterienkomplex erlaubt es also, die Abfälle effektiv
in den Kreislauf des Anabolismus zurückzuführen (Organisation in trophischer Kette).
Erfindungsgemäß liegt das Verhältnis von Lactobacillus:
Bacilus in diesem Komplex, abhängig vom jeweiligen Fall, zwischen 100 : 1 und 1
: 100, vorzugsweise zwischen 10 : 1 und 1 : 10, beispielsweise 1 : 1.
Erfindungsgemäß liegen die Bakterienkonzentrationen zwischen 102
und 108 CFU/g.
Der Bakterienkomplex umfaßt vorteilhaft wenigstens einen Bacillus
in einer Konzentration zwischen 102 und 107 CFU/g und wenigstens
einen Lactobacillus in einer Konzentration zwischen 103 kund 108
CFU/g. Ein solcher Bakterienkomplex findet vorzugsweise bei der Behandlung der Streu
von Wiederkäuern, Einhufern oder Schweinen Verwendung.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform umfaßt der Bakterienkomplex
wenigstens B. subtilis in einer Konzentration zwischen 102 und 107
CFU/g und einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus,
L. paracasei, L. fermentum und L. acidophilus, in einer Konzentration zwischen 103
und 108 CFU/g.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform dieses Komplexes
umfaßt dieser die 5 folgenden Bacillus: B. subtilis, B. amyloliquefaciens, B. megaterium,
B. Iicheniformis und B. circulars, jeweils in einer Konzentration zwischen 102
und 107 CFU/g, und die 4 folgenden Lactobacillus: L. rhamnosus, L. paracasei,
L. fermentum, L. acidophilus, jeweils in einer Konzentration zwischen 103
und 108 CFU/g.
wenn der Bakterienkomplex mehrere Bacillus und/oder mehrere Lactobacillus
umfaßt, liegen die verschiedenen Stämme einer selben Gattung (Bacillus oder Lactobacillus)
vorteilhaft in einem Verhältnis zwischen 1 : 1 und 1 : 100 vor.
In einer weiteren Ausführungsform des Bakterienkomplexes umfaßt dieser
vorzugsweise wenigstens einen Bacillus, der als Stickstoffquelle Urate verwertet,
insbesondere B. subtilis, in einer Minimalkonzentration von 103 CFU/g,
gegebenenfalls einen weiteren Bacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
B. amyloliquefaciens, B. megaterium, B. licheniformis und B. circulans, und wenigstens
einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus, L. paracasei,
L. fermentum, L. acidophilus, in einer Konzentration zwischen 102 und
108 CFU/g. Ein solcher Bakterienkomplex eignet sich besonders gut zur
Behandlung der Streu von Geflügel oder anderen Monogastriden (Ausnahme Schwein).
In einer weiteren Ausführungsform des Bakterienkomplexes umfaßt dieser
vorzugsweise wenigstens einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus L. rhamnosus, L. paracasei, L. fermentum, L. acidophilus, und wenigstens einen
Bacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus B, subtilis, B. amyloliquefaciens,
B, megaterium, B. licheniformis und B. circulans, wobei das Verhältnis von Lactobacillus
: Bacillus zwischen 1 : 1 und 1 : 10 liegt. Ein solcher Bakterienkomplex eignet
sich besonders zur Behandlung von Gülle, Klärteichen oder Klärgruben.
In einer weiteren Ausführungsform des Bakterienkomplexes umfaßt dieser
vorzugsweise die folgenden zwei Bacillus: B. subtilis und B. megaterium, jeweils
in einer Konzentration zwischen 102 und 102 CFU/g, und wenigstens
einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus, L. paracasei,
L. fermentum, L. acidophilus, in einer Konzentration zwischen 103 und
108 CFU/g. Ein solcher Bakterienkomplex ist insbesondere zur Behandlung
von Tierkadavern besonders gut geeignet.
Überraschenderweise erlaubt die Assoziation von wenigstens einem Bacillus
und wenigstens einem Lactobacillus, wie oben definiert, tatsächlich die Herstellung
eines Bakterienkomplexes, der:
– Fäkalienreste, Urinreste oder andere Abfälle biologischen Ursprungs
mittels bakterieller Synthese, d. h. durch Verwertung des anorganischen Stickstoffs
aus den verschiedenen Abfällen, entweder direkt oder durch Abbau in bakterielle
Proteine umwandelt;
- dem Mist den Geruch nimmt;
- verschiedene Medien und/oder Wasser denitrifizieren kann;
- die Kompostierung bei niedrigen Temperaturen (unter 45°C und ohne den
Abbau von Masse signifikant beschleunigt.
Eine solche Wahl der Stämme führt im Lauf der Zeit auch nicht zum
Verlust von Stickstoff (Stabilisierung der Stickstoffmasse).
Ferner ist der erfindungsgemäße Bakterienkomplex über die Zeit stabil.
In einer Variante umfaßt der Bakterienkomplex wenigstens einen nichtpathogenen
Bacillus, wenigstens einen nichtpathogenen Lactobacillus und einen nichtpathogenen
Pediococcus.
Wenn ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex einen Pediococcus umfaßt,
liegt letzterer in denselben Konzentrationen wie die Lactobacillus vor.
Überraschenderweise weist ein solcher Bakterienkomplex neben den oben
angegebenen Eigenschaften eine Inhibitorwirkung gegenüber Staphylococcus aureus
auf.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Bakterienkomplex,
der Gram+ Bacillus-Stämme umfaßt, die die folgenden Merkmale aufweisen:
- sie sind fähig, als Stickstoffquelle anorganischen Stickstoff, insbesondere
Ammoniak, Nitrate, Nitrite, und organische Stickstoffmoleküle wie Harnstoff, Urat,
Aminosäuren, Stickstoffbasen oder andere niedermolekulare Stickstoffverbindungen
zu verwerten,
– sie weisen wenigstens eine der folgenden Aktivitäten auf: amylolytische
Aktivität, cellulolytische Aktivität, lignocellulolytische Aktivität, pektinolytische
Aktivität, lipolytische Aktivität, proteolytische Aktivität, keratolytische Aktivität,
Bakteriozin- oder Bakteriozin-ähnliche Aktivität,
- sie weisen wenigstens die folgenden biochemischen Merkmale auf: Gelatinase
+, Catalase +, Urease -, Oxydase -, Indol -, und
- sie sind vorzugsweise fakultative Aerobier/Anaerobier.
Solche Bacillus-Stämme werden vorzugsweise aus der Gruppe ausgewählt,
die aus Bacillus subtilis, Bacillus amyloliquefaciens, Bacillus megaterium, Bacillus
licheniformis, Bacillus circulans besteht.
Diese Bacillus-Stämme wurden am 8. Juni 1994 bei der Collection Nationale
de Cultures de Microorganismes (CNCM) hinterlegt, nämlich Bacillus subtilis unter
den Nummern I-1433, I-1438 und I-1440, Bacillus amyloliquefaciens unter den Nummern
I-1434 und I-1435, Bacillus megaterium unter der Nummer I-1436, Bacillus licheniformis
unter der Nummer I-1437 und Bacillus circulans unter der Nummer I-1439.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Bakterienkomplex,
der Gram+ Lactobacillus-Stämme umfaßt, die die folgenden Merkmale aufweisen:
- sie sind fähig, als Stickstoffquelle anorganischen Stickstoff, insbesondere
Ammoniak, Nitrate, Nitrite, und organische Stickstoffmoleküle wie Harnstoff, Urat,
Aminosäuren, Stickstoffbasen oder ändere niedermolekulare Stickstoffverbindungen
zu verwerten,
– sie weisen wenigstens eine Bakteriozin- oder Bakteriozin-ähnliche Aktivität
auf,
– sie weisen vorteilhaft wenigstens die folgenden biochemischen Merkmale
auf: Catalase -, Oxydase -, und
– sie sind vorzugsweise fakultative Aerobier/Anaerobier.
Solche Lactobacillus-Stämme werden vorzugsweise aus der Gruppe ausgewählt,
die aus Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus paracasei, Lactobacillus acidophilus
und Lactobacillus fermentum besteht Diese Lactobacillus-Stämme wurden am 28. Juli
1994 bei der Collection Nationale de Cultures de Microorganismes (CNCM) hinterlegt,
nämlich Lactobacillus rhamnosus unter den Nummern I-1450, I-1452, I-1453, I-1454,
I-1455, I-1456, I-1459, Lactobacillus paracasei unter den Nummern I-1451, I-1457
und I-1458, Lactobacillus acidophilus unter der Nummer I-1460, und Lactobacillus
fermentum unter der Nummer I-1461.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Bakterienkomplex,
der Gram-positive Pediococcus-Stämme umfaßt, die die folgenden Merkmale aufweisen:
- sie weisen wenigstens gegenüber Staphylococcus aureus eine Bakteriozin- oder
Bakteriozin-ähnliche Aktivität auf,
- sie weisen vorteilhaft wenigstens die folgenden biochemischen Merkmale auf:
Catalase -, Oxydase -, und
– sie sind vorzugsweise fakultative Aerobier/Anaerobier.
Als Pediococcus-Stamm, der dieser Definition entspricht, ist insbesondere
der Stamm Pediococcus pentosaceus zu nennen, der am 22. Dezember 1995 bei der Collection
Nationale de Cultures de Microorganismes (CNCM) unter der Nummer I-1654 hinterlegt
wurde.
Unerwarteterweise weisen Bakterienkomplexe, die wenigstens einen Bacillus
und wenigstens einen Lactobacillus und gegebenenfalls einen Pediococcus in Kombination
umfassen, die oben spezifizierten Merkmale auf, wirken synergistisch, um die in
ihrer Gegenwart behandelten Produkte in eine nützliche Form zu überführen, und reduzieren
so die Unannehmlichkeiten, Belästigungen und sogar die Umweltbelastung durch diese
Produkte auf ein für die Böden, den Ackerbau und die gesamte Nahrungskette gesundheitlich
verträgliches Niveau und stellen auf diese Weise vorteilhaft einen Teil der Abfallbehandlung
dar.
Vorteilhaft wird der erfindungsgemäße Bakterienkomplex ausgehend von
diesen Stämmen wie folgt erhalten:
- Kultivierung und Produktion von jedem Stamm einzeln,
– Herstellung von verschiedenen Kulturen, von denen jede eine Mikroorganismen-Konzentration
im Bereich von 1010 bis 1011 CFU/g besitzt,
- Lyophilisieren jeder Kultur,
- Verdünnung von jedem dieser lyophilisierten Stämme auf 1/100 bis 1/1 O0O 000
in Gegenwart eines neutralen Verdünnungsmittels (pflanzlich oder mineralisch wie
Tonerde, Lithothamne-Maisgrit...), und
Vermischen der verschiedenen so verdünnten Stämme zum Erhalt des gewünschten
Bakterienkomplexes.
Er kann außerdem Additive wie einen chemischen oder mikrobiologischen
Tracer umfassen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner eine Zusammensetzung
zur Behandlung biologischer Rückstände (gebrauchsfertiges verdünntes Produkt), die
dadurch gekennzeichnet ist, daß sie in Assoziation einen erfindungsgemäßen Bakterienkomplex,
wenigstens ein neutrales Verdünnungsmittel und wenigstens ein Fixiermittel für Mikropartikel
umfaßt.
Tatsächlich stellen die Bakterienkomplexe, wie sie oben definiert
sind, ein Bakterienkonzentrat dar, das zur Verwendung bei der Behandlung von Mist,
Gülle, Kompost, Kadavern etc, vorzugsweise auf einem Träger fixiert sein kann.
Solche Zusammensetzungen umfassen also vorteilhaft ein neutrales Verdünnungsmittel,
identisch oder verschieden von dem, das zur Herstellung des Bakterienkomplexes verwendet
wird, und ein Fixiermittel für Mikropartikel, beispielsweise Melasse, die gleichzeitig
die Rolle einer Energiequelle spielt und eine Haftwirkung auf die Partikel ausübt,
Stärkederivate oder Derivate anderer Zucker (langsam abgebaute komplexe Zucker),
ein Öl oder ein Fett zur Umhüllung.
Vorzugsweise umfaßt die Zusammensetzung im wesentlichen 5–15%
Bakterienkomplex, 80-89% neutrales Verdünnungsmittel und 3–5% Fixiermittel
für Mikropartikel, vorzugsweise 10% Bakterienkomplex, 87% neutrales Verdünnungsmittel
und 3% Partikelfixiermittel.
Die Zusammensetzung zur Behandlung eignet sich bei niedrigeren, aber
wirksamen Konzentrationen für die gleichen Applikationen wie der erfindungsgemäße
Bakterienkomplex.
Sie kann insbesondere zum direkten Einbringen in Streu, Gülle oder
jedes andere zu behandelnde organische Produkt [Mist, Pflanzenabfälle, organische
Abfälle (Kadaver und Schlachtabfälle)] in Mengen von 0,2 bis 50 kg pro Tonne organisches
Produkt verwendet werden.
Erfindungsgemäß schwanken die eingebrachten Mengen abhängig von der
Applikation, insbesondere:
– für Streu: ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex oder eine erfindungsgemäße
Zusammensetzung zur Behandlung wird in einer Menge von 10 kg/t Stroh in die Streu
eingebracht; eine wöchentliche Versorgung in einer Menge von 3 kg/t Stroh wird empfohlen;
– für Gülle: ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex oder eine erfindungsgemäße
Zusammensetzung zur Behandlung wird in einer Menge von 100 g bis 1 kg/t in die Gülle
eingebracht; eine wöchentliche Versorgung in einer Menge von 100 g bis 3 kg/t wird
empfohlen;
– für zu kompostierenden Mist: ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex
oder eine erfindungsgemäße Zusammensetzung zur Behandlung wird auf einmal in einer
Menge von 1 bis 5 kg/t in den zu kompostierenden Mist eingebracht;
– für zu kompostierende Kadaver: ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex
oder eine erfindungsgemäße Zusammensetzung zur Behandlung wird auf einmal in einer
Menge von 1 bis 10 kg/t in die zu kompostierenden Kadaver eingebracht;
– für Klärteiche: ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex oder eine erfindungsgemäße
Zusammensetzung zur Behandlung wird einmal alle 3 Monate in einer Menge von 500
g/m2 in die Klärteiche eingebracht;
– für Klärgruben: ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex oder eine erfindungsgemäße
Zusammensetzung zur Behandlung wird in einer Menge von 100 g bis 1 kg/t in die Klärgruben
eingebracht; eine wöchentliche Versorgung in einer Menge von 100 g bis 3 kg/t wird
empfohlen;
– zur Desinfektion von Räumen und insbesondere zur Desinfektion von Kloräumen:
ein erfindungsgemäßer Bakterienkomplex oder eine erfindungsgemäße Zusammensetzung
zur Behandlung wird in Mengen von 10 g/l Wasser in Form einer Schicht (künstlicher
Biofilm) auf die Wände und die Böden dieser Räumlichkeiten aufgebracht; die erhaltene
Lösung wird vorzugsweise auf die Wände aufgesprüht.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Behandlung von
biologischen Rückständen, beispielsweise von Fäkalien, Mist, Kadavern oder ähnlichem,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß es das In-Kontakt-Bringen eines erfindungsgemäßen
Bakterienkomplexes oder einer wie oben definierten Zusammensetzung mit einem zu
behandelnden biologischen Rückstand umfaßt.
Neben den vorangehenden Ausführungsformen umfaßt die Erfindung Beispiele
für die Umsetzung des Verfahrens, das Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist,
die lediglich der Erläuterung des Gegenstandes der Erfindung dienen.
BEISPIEL 1: Merkmale erfindungsgemäßer Bacillus-Stämme:
Die Stämme weisen die in den nachfolgenden Tabellen angegebenen morphologischen
und biochemischen Merkmale auf:
Die Ergebnisse der Versuchsreihen gemäß API 50 CH, die das Fermentationsprofil
der Zucker angeben (positive Merkmale nach maximal 48 h Inkubation) (Inokulation
gemäß API) (Punkt 2 in der MacFarland-Skala), sind in den 1
bis 8 dargestellt.
Beispiel 2: Merkmale erfindungsgemäßer Lactobacillus-Stämme.
Die Stämme weisen die in den nachfolgenden Tabellen angegebenen morphologischen
und biochemischen Merkmale auf:
Die Ergebnisse der Versuchsreihen gemäß API 50 CH, die das Fermentationsprofil
der Zucker angeben (positive Merkmale nach maximal 48 h Inkubation) (Inokulation
gemäß API) (Punkt 2 in der MacFarland-Skala), sind in den 9
bis 20 dargestellt.
Beispiel 3: Merkmale erfindungsgemäßer Pediococcus-Stämme.
Der Stamm Pediococcus pentosaceus weist die in der nachfolgenden Tabelle
angegebenen morphologischen und biochemischen Merkmale auf:
Die Ergebnisse der Versuchsreihen gemäß API 50 CH, die das Fermentationsprofil
der Zucker angeben (positive Merkmale nach maximal 48 h Inkubation) (Inokulation
gemäß . API) (Punkt 2 in der MacFarland-Skala), sind in der 29
dargestellt.
BEISPIEL 4: Aktivitäten von Bacillus und Lactobacillus.
Die Wahl von Stämmen mit einer enzymatischen Aktivität erlaubt insbesondere
einen kontrollierten Abbau von Fäkalien.
In den meisten Tests wurden die enzymatischen Aktivitäten für die
Bacillus-Stämme auf Minimalmedium (MMB) auf Agarbasis und für die Lactobacillus-Stämme
auf Rogosa-Medium nachgewiesen.
Die Stämme werden auf dem MMB-Medium oder dem Rogosa-Medium ausgestrichen,
denen jeweils 1% (Gewicht/Volumen) Magermilchpulver zugesetzt war, das reich an
hydrolyseempfindlichem Casein war.
Nach einer Inkubation von 24 Stunden bei 30°C im Brutschrank für
Bacillus und von 5 Tagen bei 37°C im anaeroben Brutschrank für die Milchflora
zeigt sich die proteolytische Aktivität aufgrund der Hydrolyse des Caseins in einem
Klarwerden des Mediums.
* Amylolytische Aktivität:
wie zuvor werden die Bakterienstämme auf den zwei Medien ausgestrichen,
denen 1% (Gewicht/Volumen) unlösliche Getreidestärke zugesetzt war. Nach Inkubation
unter den gleichen Bedingungen wie oben zeigt sich die amylolytische Aktivität aufgrund
der Hydrolyse der Stärke in einem Klarwerden des Mediums um die ausgestrichenen
Kolonien.
* Cellulolytische Aktivität:
Das Versuchsprotokoll ist das gleiche wie für die Untersuchung der
amylolytischen Aktivität. Das eingesetzte Kohlenstoffsubstrat ist Carboxymethylcellulose.
* Hydrolyse von Harnsäure:
Das Prinzip ist das gleiche wie für den Abbau der Stärke, wobei die
Harnsäure in einer Konzentration von 1% (Gewicht/Volumen) zugesetzt wird, die Hydrolyse
der Harnsäure zeigt sich, in einem Klarwerden des Mediums.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Ergebnisse und die erhaltenen Reaktionsprodukte:
Die Ergebnisse zeigen, daß mit Ausnahme des Stammes ISB11, alle Bacillus-Stämme
in der Lage sind, Harnsäure bis zum Ammoniak abzubauen.
* Hydrolyse von Harnstoff:
sDie Hydrolyse von Harnstoff zeigt sich in der Verwertung des Mediums
von Stuart. Dieses Medium enthält einen Farbindikator: Phenolrot, das in jedem Reagenzglas
von Gelb nach Dunkelrosa umschlägt, wenn der Harnstoff hydrolysiert wird.
* Lipolytische Aktivität:
Die verschiedenen Stämme werden auf einem Tributyrin-Agarmedium angesetzt.
Vor der Verwendung werden die Medien, aufgeteilt in Reagenzgläschen, geschüttelt,
um das Tributyrin, zu emulgieren, und dann in Petrischalen gegossen. Nach Inkubation
unter den oben angegebenen Bedingungen zeigt sich die Hydrolyse des Tributyrins
in einem Klarwerden des Mediums um die Kolonie herum.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die oben genauer beschriebenen verschiedenen
Aktivitäten.
Die verschiedenen Bazillen zeigen daneben weitere enzymatische Aktivitäten,
die in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt sind:
Die ausgewählten Lactobacillus zeigen keine amylolytische, proteolytische
oder lipolytische Aktivität.
2) Bakteriozin- und Bakteriozin-ähnliche Aktivität
Die Untersuchung von Inhibitorsubstanzen erfolgt für alle ausgewählten
Stämme.
Die Bakteriozine sind Proteine plasmidischen Ursprungs, deren Besonderheit
es ist; daß sie eine bakterizide Wirkung haben, die gegen Bakterien derselben Spezies
oder homologer Spezies gerichtet ist. Die Produktionsstämme für Bakteriozine besitzen
ein Immunitätsgen gegen ihr eigenes Bakteriozin. Bei bakteriziden Wirkungen gegen
heterologe Bakterien spricht man von Bakteriozin-ähnlicher Aktivität.
Die Selektion von Stämmen, die zur Produktion von Inhibitorsubstanzen
vom Bakteriozin-Typ fähig sind, erfolgt auf einer Petrischale, indem das Klarwerden
um eine Bakterienkolonie herum beobachtet wird. Dieses Klarwerden geht auf die Inhibierung
der pathogenen Bakterien im Agar durch die selektionierten Stämme zurück.
Die für diese Untersuchung verwendeten pathogenen Bakterien sind:
– Escherichia coli (Serotyp O78K82)
– Salmonella enteritidis
– Salmonella typhimurium
– Staphylococcus aureus
– Clostridium perfringens
– clostridium septicum
– Listeria monocytogenes.
Es handelt sich um die wesentlichen Pathogene, die in kontaminierter
Streu vorkommen.
Die zur Kultivierung der pathogenen Bakterien eingesetzten Medien
sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt.
Kulturmedien für pathogene Bakterien
Die Lactobacillus-Stämme sind Milchsäureproduzenten, die die Hauptquelle
für die in vitro-Inhibierung der pathogenen Bakterien ist.
Um diesen Faktor zu auszugleichen, wird Rogosa-Medium das mit einem
Phosphatpuffer auf pH 6,1 gepuffert ist, zur Kultivierung der Lactobacillus-Stämme
eingesetzt.
Nach Ansetzen der verschiedenen Lactobacillus-Stämme und S h Inkubation
bei 37°C unter anaeroben Bedingungen wird jede Kolonie mit einem Tropfen Medium,
das für das. zu testende pathogene Bakterium spezifisch ist, aufgenommen.
20 ml Agarmedium für die spezifischen pathogenen Stämme, dem 5 ml
einer pathogenen Bakterienkultur zugesetzt wurden, werden in die Schale gegossen.
Die Petrischalen werden nach 24 h Inkubation bei 37°C gelesen.
Die Größe der gebildeten Inhibierungshöfe wird gemessen; der berechnete
Inhibierungsdurchmesser entspricht der Differenz zwischen dem Durchmesser des Inhibierungshofs
und dem Durchmesser der Lactobacillus-Kolonie. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden
Tabelle dargestellt.
Lactobacillus
Zur Untersuchung der Bakteriozin-Wirkung von Bacillus sind die. Bedingungen
wie folgt:
10 ml PCA-Medium werden in Petrischalen gegossen; 24 h-Kulturen der ausgewählten
Bacillus-Stämme werden auf Spots umgepickt; nach 24 h Inkubation
bei 30°C wird der Agar mit. einem sterilen Spatel abgelöst und in eine Petrischale
mit 9 cm Durchmesser gegeben; 20 ml agarhaltiges, für die pathogenen Stämme spezifisches
Medium, dem 5 ml einer Vorkultur der gleichen Bakterien zugesetzt waren, werden
in die Petrischale gegossen.
Die Petrischalen werden nach 24 h Inkubation wie oben für Lactobacillus
beschrieben gelesen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die erhaltenen Ergebnisse.
Bacillus
Keiner der ausgewählten Stämme zeigt eine Inhibitorwirkung gegenüber
Staphylococcus aureus. Die verschiedenen ausgewählten Stämme zeigen vielmehr besonders
interessante Inhibierungsspektren sowie sämtliche untersuchten enzymatischen Aktivitäten.
Die Ergebnisse zeigen, daß die getesteten Lactobacillus-Stämme resistenter
sind als die Bacillus-Stämme; man stellt eine starke Inhibierung der Bacillus-Stämme
durch Avotan und Sacox fest, wobei die MIC-Werte <0,625 bzw. 1,25 sind.
Der Stamm ISL44 ist gegen die meisten Wachstumsfaktoren resistent.
BEISPIEL 5: Bakteriozin- und Bakteriozin-ähnliche Aktivität von Pediococcus
pentosaceus.
Nach Kultivierung von Pediococcus in MRS-Medium (de Man, Rogosa und
Sharpe) mit 4% NaCl wird eine Verdünnungs/Suspensionsreihe bis auf 10-7
hergestellt; die Verdünnungen 10-1 bis 10-5 werden auf Petrischalen,
die MRS-Medium enthalten, in einer Menge von 0,1 ml pro Verdünnung angesetzt und
anschließend verteilt. Der Ansatz erfolgt für jede Verdünnung zweifach. Die Schalen
werden bei 37°C im Brutschrank unter anaeroben Bedingungen (10% CO2
und 90% N2) 48 h inkubiert.
Vor Gewinnung des Kulturüberstandes wird die Reinheit des Stammes
festgestellt, indem man die Stämme nach der Quadrantenmethode auf MRS-Agarplatten
ausstreicht (Kultivierung 48 h bei 37°C im Brutschrank unter anaeroben Bedingungen).
Eine sauber isolierte Kolonie wird zum Animpfen eines Röhrchens mit 10 ml MRS-Nährlösung
verwendet, welche anschließend unter Anaerobiose 24 h bei 37°C in den Brutschrank
gestellt wird. 1 ml jeder Vorkultur wird in 50 ml MRS-Nährlösung angesetzt und die
Inkubation erfolgt über 16 h unter den gleichen Bedingungen; am Ende der 16-stündigen
Inkubation werden 20 ml Kulturüberstand entnommen und bei 10 000 g zentrifugiert.
Der zellfreie Überstand, der die sekretierten Produkte enthält, wird gesammelt.
* Herstellung verschiedener Kontrollen
Der erhaltene Überstand wird mehrfach behandelt, um sicherzustellen,
daß die Inhibierung auf die Anwesenheit eines Bakteriozins zurückzuführen ist; tatsächlich
zeigt der Überstand einen sauren pH (um 4,5), enthält organische Säuren, die von
dem Stamm produziert wurden (Essigsäure und Milchsäure), Wasserstoffperoxid (Abwesenheit
von Catalase):
Inhibierung der pH-Wirkung: Neutralisierung auf pH 6, 5–7, 5 (pH-Test)
; Feststellen der Wirkung der organischen Säuren: Kontrolle, die
lediglich diese Säuren enthält (Säuretest);
Inhibierung der Wirkung des Wasserstoffperoxids: Kontrollen mit Catalase (Inkubation
von 0,5 ml Catalase mit 0,5 ml Kulturüberstand von Pediococcus pentosaceus über
1 h bei 37°C, dann vor Durchführung des Inhibierungstests 1 Stunde Abkühlen
auf Raumtemperatur) (Catalase-Test);
Feststellen der Temperaturwirkung (Hitze oder Kälte) (Kälte- und Hitzetests);
Feststellen der Wirkung der proteolytischen Enzyme (Trypsin, &agr;-Chymotrypsin,
Pronase E) nach einer Vorschrift, die der für die Catalase identisch ist (Trypsin-,
Pronase- und &agr;-Chymotrypsin-Tests);
Bestimmung des Molekulargewichts des produzierten Bakteriozins (Dialysetest).
* Inhibierungstest für S. aureus
Sämtliche hergestellten Proben (Kulturüberstand und verschiedene Kontrollen)
werden mit Hilfe von 0,2 &mgr;m-Filtern sterilisiert; der Test wird wie folgt durchgeführt:
In zwei Petrischalen werden 100 ml BNG gegossen, das auf 45°C
gehalten wurde und dem 0,5 ml einer 16-Stunden-Kultur von S. aureus zugesetzt waren.
Man läßt das Ganze festwerden; mittels eines Locheisens werden 9 Vertiefungen in
jede Schale gemacht. Man läßt die Schalen erneut während etwa 1 h bei 4°C festwerden.
Jede Vertiefung wird dann, wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt, mit 100
&mgr;l Probe aufgefüllt (Kulturüberstand oder Kontrolle).
Die Schalen werden etwa 2 h bei 4°C stehen gelassen, damit das
Bakteriozin in den Agar diffundiert, dann wird das Ganze 24 h bei 37°C in den
Brutschrank gestellt.
* Ergebnisse
Die nachfolgende Tabelle zeigt die erhaltenen Ergebnisse.
Diese Ergebnisse zeigen, daß Pediococcus pentosaceus ein Bakteriozin.
produziert, das effektiv gegen S. aureus wirkt.
BELSPIEL 6: Nachweis der synergistischen Wirkung von Bacillus und Lactobacillus
in einem erfindungsgemäßen Bakterienkomplex.
1) Vergleich der Generationszeiten (Tg), der Zahl der CFU/ml und der Überlebensrate
für einige Lactobacillus-Stämme in Monokultur/in Assoziation in einem erfindungsgemäßen
Bakterienkomplex (in einem Medium aus Kot, steril und mit den angegebenen Bakterien
angeimpft):
2) Vergleich der Generationszeit und der Zahl der CFU/ml von Bacillus-Stämmen
in Monokultur und in Cokultur:
3) Abbau von Harnsäure
BEISPIEL 7: Bakterienkomplex für Streu von Wiederkäuern und Schweinen.BEISPIEL 8: Bakterienkomplex für Geflügelstreu.BEISPIEL 9: Bakterienkomplex für Gülle und für Klärgruben.BEISPIEL 10: Bakterienkomplex für Mist (Kompost).BEISPIEL 11: Bakterienkomplex zur Klärteichreinigung.BEISPIEL 12: Bakterienkomplex zur Behandlung von Tierkadavern.BEISPIEL 13: Vergleich behandelte Streu/unbehandelte Streu.a) Ansäen der Streu:
Die Streu wird derart angesät, daß die Bacillus-Konzentration 100
CFU/g Stroh beträgt (2 × 103 CFU-Bacillus auf 20 g Produkt zur
Behandlung von Streu (erfindungsgemäßer Komplex oder erfindungsgemäße Zusammensetzung
zur Behandlung)).
Es wurden unterschiedliche experimentelle Methoden zum Ansäen der
Streu verwendet.
Eine erste Methode besteht darin, daß man 400 g Streu, die in eine
luftdicht verschlossene Schachtel gegeben wurde, mit einem erfindungsgemäßen Bakterienkomplex
ansät. Die Inkubation erfolgt bei 30°C. Nach 3 bis 7 Tagen Inkubation werden
20 g Streu entnommen. Die Proben werden anschließend wie folgt verarbeitet: 20 g
zu analysierendes Produkt werden mit 180 ml Trypton-Salz als Verdünnungsmittel vermischt
und dann 2 min im Stomacher (Labormischer) homogenisiert. Ausgehend
von dieser Stammsuspension (-Verdünnung auf 1/10) wird eine Verdünnungsreihe zur
Mikrobenanalyse hergestellt.
Bei der zweiten eingesetzten Methode werden zur Verbesserung der Homogenität
des Anssäens 20 g Streu in einen Stomacher-Beutel mit Filter gegeben, mit dem sich
die Entnahme von Streuresten für die Verdünnung vermeiden läßt. Das Ansäen erfolgt
direkt in den Beuteln, die anschließend bei 30°C für die gewünschte Zeit inkubiert
werden, wobei jede Zeit einem Beutel zugeordnet ist. Anschließend werden 60 ml Trypton-Salz
als Verdünnungsmittel in die Streu gemischt, dann wird eine Zehner-Verdünnungsreihe
hergestellt.
Die Auswertungen erfolgen für:
– die thermoresistente Flora (Bacillus)
– die fäkalischen Coliforme,
– die Sulfit-reduzierenden Anaerobier, (Clostridium),
– die Milchflora (Lactobacillus),
entsprechend üblichen Kultivierungsvorschriften.
Die Anwesenheit von Salmonella wird ebenfalls untersucht.
b) Entwicklung des Stickstoffs (Löslichkeit, Ammoniakstickstoff, Aminstickstoff)
und der Trockenmasse einer mit einem erfindungsgemäßen Komplex behandelten Streu
(Rinderstreu nach Beispiel 4):
Die 21 bis 23
zeigen die Entwicklung der Trockenmasse (in Prozent), des C/N-Verhältnisses, des
pH, des Gesamtstickstoffs (in Prozent), der Löslichkeit des Stickstoffs (in Prozent),
des Prozentsatzes von Ammoniakstickstoff im Verhältnis zum Gesamtstickstoff, des
Prozentsatzes von Aminstickstoff, der Nitratkonzentrationen und der Menge an Phosphor,
Phosphaten und Kalium im Laufe der Zeit.
In diesen Figuren zeigen die Spalten A die 2 Wochen lang unbehandelte
Streu, die Spalten B, C und D zeigen die mit einem Bakterienkomplex nach Beispiel
4 7 Wochen lang behandelte (Spalte B), 16 Wochen lang behandelte (Spalte C) und
12 Wochenlang behandelte und 8 Wochen lang aufbewahrte Streu (Spalte D) .
Diese Figuren zeigen, daß es nach Behandlung mit einem erfindungsgemäßen
Bakterienkomplex eine Stabilisierung des Stickstoffs, eine signifikante Abnahme
von Stickstoff in löslicher Form und eine prozentuale Zunahme von Aminstickstoff
gibt (22).
Da ein normales Verfaulen im übrigen eine Hydrolyse und ein Absinken
der Trockenmasse beinhaltet, ermöglicht es die erfindungsgemäße Behandlung, eine
solches Absinken zu vermeiden (21).
c) Vergleich der Nitratgehalte von unterschiedlich behandeltem Mist:
24 stellt die Entwicklung des Nitratgehalts
von Mist entsprechend der Behandlung, der er unterzogen wurde, genauer dar.
Spalte 1 entspricht dem Mist, der mit einem Handelsprodukt (BIO-SUPER®)
behandelt wurde, Spalte. 2 entspricht einer mit einem Bakterienkomplex nach Beispiel
7 behandelten Streu vor Kompostierung, und Spalte 3 zeigt die Nitratmengen, die
mit erfindungsgemäß behandelter und kompostierter Streu erhalten wurden.
Diese Figur zeigt die Kapazität der erfindungsgemäßen Bakterienkomplexe,
Nitrate als Stickstoffquelle zu verwerten.
25 zeigt den Vorteil der Kompostierung
des Mists für die Verringerung der Verunreinigung des Grundwasserspiegels und zeigt
insbesondere die signifikante Abnahme an löslichem Stickstoff und Ammoniak in einem
erfindungsgemäß behandelten und kompostierten Mist.
In dieser Figur zeigen die Spalten 1 bis 3 die Entwicklung von löslichem
Stickstoff: Spalte 1 zeigt die Menge an löslichem Stickstoff (in Prozent) eines
Kontrollmists (55%), Spalte 2 zeigt die Menge an löslichem Stickstoff (in Prozent)
einer mit einem Bakterienkomplex nach Beispiel 7 behandelten, aber nicht kompostierten
Streu (33,4%), und Spalte 3 zeigt die lösliche Stickstoffmenge (in Prozent) einer
mit einem Bakterienkomplex nach Beispiel 7 behandelten und kompostierten Streu (16,72%);
die Spalten 4 bis 6 zeigen die Entwicklung des Verhältnisses von Ammoniak/Gesamtstickstoff
(in Prozent) Spalte 4 zeigt dieses Verhältnis für einen Kontrollmist (45,66%), was
83 löslichem Stickstoff entspricht, Spalte 5 zeigt das Verhältnis für eine mit einem
Bakterienkomplex nach Beispiel 7 behandelte, aber nicht kompostierte Streu (28,37%
, was 84,9% löslichem Stickstoff entspricht, und Spalte 6 zeigt das gleiche Verhältnis
für eine mit einem Bakterienkomplex nach Beispiel 7 behandelte und kompostierte
Streu (4,24%), was 25,4 löslichem Stickstoff entspricht.
d) Stickstoffwerte und -verteilung in Rindermist: Vergleichsversuch:
Die 26, 27
und 28 zeigen die Stickstoffentwicklung und
-verteilung im Vergleich: Referenzwerte und Werte, die mit einem erfindungsgemäß
behandelten Mist erhalten wurden.
In den 26 und 27
ist die Verteilung des Stickstoffs wie folgt:
(1) nicht quantifizierbarer verflüchtigter Ammoniakstickstoff, (2) verlorener
Stickstoff: NH3 in die Luft, NH3 in den Boden, (3) Ammoniakstickstoff im Mist, (4)
Proteinstickstoff.
In 26 sind die Ergebnisse als Zahleneinheiten
ausgedrückt, während sie in 27 in Prozent ausgedrückt
sind.
In diesen beiden Figuren entspricht Spalte A einem frischen, unbehandelten
Kontrollmist, Spalte B entspricht einem zum Ausbringen bereiten, unbehandelten Kontrollmist,
Spalte C entspricht einem erfindungsgemäß,behandelten Mist nach der Ausstallung,
Spalte D entspricht einem erfindungsgemäß behandelten und kompostierten Mist, die
Spalten E (26 und 27)
und F (26) sind Standardwerte von ITCF, (Spalte E)
und INRA (Spalte F).
Diese 26 und 27
zeigen:
– das Fehlen von verlorenem Stickstoff in einem erfindungsgemäß behandelten
Mist (Spalten C und D),
– eine sehr geringe Anwesenheit von Ammoniakstickstoff in einem erfindungsgemäß
behandelten und kompostierten Mist (Spalte D) (4,24% gegenüber 31,5% für den ITCF-Mist
(Spalte E)) und eine bedeutende Menge Proteinstickstoff (95,76%) (Spalte D).
28 gibt die Vergleichswerte für Stickstoff/Trockenmasse
an: Kontrollmist (Spalte A), ITCFwerte (Spalten B und C), INRA-Werte (Spalte D)
und erfindungsgemäße Werte (Spalten E und F) und zeigt das Fehlen von Stickstoffverlust
in einem erfindungsgemäß behandelten Mist.
Anspruch[de]
Bakterienkomplex, dadurch gekennzeichnet, daß er wenigstens einen nichtpathogenen
Bacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus B. subtilis, B. amyloliquefaciens,
B. megaterium, B. licheniformis und B. circulans, und wenigstens einen nichtpathogenen
Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend auf L. rhamnosus, L. paracasei,
L. fermentum und , L. acidophilus, umfaßt, daß er als Stickstoffquelle anorganischen
Stickstoff und organische Stickstoffmoleküle verwertet, und daß er fähig ist, diesen
Stickstoff in organischen Stickstoff in Form von bakteriellen Proteinen umzuwandeln.
Bakterienkomplex nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der anorganische
Stickstoff ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Ammoniak, Nitraten und Nitriten
besteht, und daß die organischen Stickstoffmoleküle ausgewählt sind aus der Gruppe,
die aus Harnstoff, Uraten, Aminosäuren, Stickstoffbasen und jeder anderen niedermolekularen
Stickstoffverbindung besteht.
Bakterienkomplex nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
er wenigstens die folgenden enzymatischen Aktivitäten aufweist: cellulolytische
Aktivität, proteolytische Aktivität, amylolytische Aktivität, lipolytische Aktivität
und pektinolytische Aktivität.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis von Lactobacillus : Bacillus in dem Komplex zwischen 100 : 1
und 1 : 100 liegt.
Bakterienkomplex nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis
von Lactobacillus Bacillus in dem Komplex zwischen 10 : 1 und 1 : 10 liegt.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß wenn der Bakterienkomplex mehrere Bacillus und/oder mehrere Lactobacillus umfaßt,
die verschiedenen Stämme einer selben Gattung (Bacillus oder Lactobacillus) in einem
Verhältnis zwischen 1 : 1 und 1 : 100 vorliegen.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bakterienkonzentrationen zwischen 102 und 108 CFU/g
liegen.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß er wenigstens einen Bacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 8. subtilis,-
B. amyloliquefaciens, B. megaterium, B. licheniformis und B. circulans, in einer
Konzentration zwischen 102 und 107 CFU/g und wenigstens einen
Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus, L. paracasei,
L. fermentum und L. acidophilus, in einer Konzentration zwischen 103
und 108 CFU/g umfaßt.
Bakterienkomplex nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Bakterienkomplex
B. subtilis in einer Konzentration zwischen 102 und 107 CFU/g
und einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
L. rhamnosus, L. paracasei, L. fermentum und L. acidophilus, in einer Konzentration
zwischen 103 und 108 CFU/g umfaßt.
Bakterienkomplex nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß er die fünf folgenden
Bacillus: B. subtilis, B. amyloliquefaciens, B. megaterium, B. licheniformis und
8. circulans, jeweils in einer Konzentration zwischen 102 und 107
CFU/g, und die vier folgenden Lactobacillus: L, rhamnosus, L. paracasei, L. fermentum
und L. acidophilus, jeweils in einer Konzentration zwischen 103 und 108
CFU/g, umfaßt.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet
, daß er wenigstens einen Bacillus umfaßt, der als Stickstoffquelle Urate verwertet.
Bakterienkomplex nach Anspruch 11, dadurch gekenn-, zeichnet, daß der Bacillus
B. subtilis ist,, der in einer Minimalkonzentration von 103 CFU/g. vorliegt.
Bakterienkomplex nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß er einen weiteren Bacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus B. amyloliguefaciens,
B. megaterium, B. licheniformis und B. circulans, und wenigstens einen Lactobacillus,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus, L. paracasei, L. fermentum
und L. acidophilus, in einer Konzentration zwischen 102 und 108
CFU/g umfaßt.
Bakterienkomplex, nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß er wenigstens einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L.
rhamnosus, L. paracasei, L. fermentum und L. acidophilus, und wenigstens einen Bacillus,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus B. subtilis, B. amyloliquefaciens, B. megaterium,
B. licheniformis und B. circulans, umfaßt, wobei das Verhältnis von Lactobacillus
: Bacillus zwischen 1 : 1 und 1 : 10 liegt.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß er die beiden folgenden Bacillus: B. subtilis, und B. megaterium, jeweils in
einer Konzentration zwischen 102 und 107 CFU/g, und wenigstens
einen Lactobacillus, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus L. rhamnosus, L. paracasei,
L. fermentum und L. acidophilus, jeweils in einer Konzentration zwischen 103
und 108 CFU/g, umfaßt. l6. Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche
1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß er wenigstens einen nichtpathogenen Bacillus,
wenigstens einen. nichtpathogenen Lactobacillus und einen nichtpathogenen Pediococcus
umfaßt, der in der gleichen Konzentration wie Lactobacillus vorliegt.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß er mit wenigstens einem neutralen verdünnungsmittel assoziiert ist.
Bakterienkomplex nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß er ferner mit
einem chemischen oder mikrobiologischen Tracer assoziiert, ist.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bacillus-Stämme Gram+ Stämme sind, die die folgenden Merkmale aufweisen:
– sie verwerten als Stickstoffquelle anorganischen Stickstoff und organische
Stickstoffmoleküle, – sie weisen wenigstens eine der folgenden Aktivitäten
auf: amylolytische Aktivität, cellulolytische Aktivität, lignocellulolytische Aktivität,
pektinolytische Aktivität, lipolytische Aktivität, proteolytische Aktivität, keratolytische
Aktivität, Bakteriozin- oder Bakteriozin-ähnliche Aktivität, und – sie weisen
wenigstens die folgenden biochemischen Merkmale auf: Gelatinase +, Katalase +, Urease
, Oxidase - und Indol.
Bakterienkomplex nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Bacillus-Stämme
bei der Collection Nationale de Cultures de Microorganismes (CNCM) am B. Juni 1994
unter den Nummern I-1433, I-1438 und I-1440 für Bacillus subtilis, unter den Nummern
I-1434 und I-1435 für Bacillus amyloliquefaciens, unter der Nummer I-1436 für Bacillus
megaterium, unter der Nummer I-1437 für Bacillus licheniformis, und unter der Nummer
I-1439 für Bacillus circulans hinterlegt wurden.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lactobacillus-Stämme Gram+ -Stämme sind, die die folgentden Merkmale aufweisen:
– sie verwerten als Stickstoffquelle anorganischen Stickstoff und organische
Stickstoffmoleküle, sie weisen wenigstens eine Bakteriozin- oder Bakteriozin-ähnliche
Aktivität auf, und – sie weisen wenigstens die folgenden biochemischen Merkmale
auf: Katalase – und Oxidase.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet,
daß der anorganische Stickstoff ausgewählt ist aus der Gruppe,
die aus Ammoniak, Nitraten und Nitriten besteht, und daß die organischen Stickstoffmoleküle
ausgewählt sind aus der Gruppe, die aus Harnstoff, Urat, Aminosäuren, Stickstoffbasen
und jeder anderen niedermolekularen Stickstoffverbindung besteht:
Bakterienkomplex nach Anspruch 21 oder Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lactobacillus-Stämme bei der Collection Nationale de Cultures de. Microorganismes
(CNCM) am 28. Juli 1994 unter den Nummern I-1450, I-1452, I-1453, 2-1454, 2-1455,
I-1456, I-1459 für Lactobacillus' rhamnosus, unter den Nummern I-1451, I-1457 und
I-1458 für Lactobacillus paracasei, unter der Nummer I-1460 für Lactobacillus acidophilus,
und unter der Nummer I-1461 für Lactobacillus fermentum hinterlegt wurden.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pediococcus-Stämme Gram-positive Stämme sind, die die folgenden Merkmale
aufweisen:
– sie weisen zumindest gegenüber Staphylococcus aureus eine Bakteriozin- oder
Bakteriozin-ähnliche Aktivität auf, und – sie weisen wenigstens die folgenden
biochemischen Merkmale auf: Katalase – und Oxidase.
Bakterienkomplex nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Pediococcus-Stamm
Pediococcus pentosaceus ist, hinterlegt bei der Collection Nationale de Cultures
de Microorganismes (CNCM) am 22. Dezember 1995 unter der Nummer I-1654.
Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 19 bis 25, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stämme von Bacillus, Lactobacillus und Pediococcus fakultative Aerobier/Anaerobier
sind.
Zusammensetzung zur Behandlung biologischer Abfälle, dadurch gekennzeichnet,
daß sie in Assoziation einen Bakterienkomplex nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis
18, wenigstens ein neutrales Verdünnungsmittel und wenigstens ein Fixiermittel für
Mikropartikel umfaßt.
Zusammensetzung des gebrauchsfertigen verdünnten Produkts nach Anspruch 27,
dadurch gekennzeichnet, daß sie im wesentlichen 5–15% Bakterienkomplex, 80–89%
neutrales Verdünnungsmittel und 3–5% Fixiermittel für Mikropartikel umfaßt.
Zusammensetzung nach Anspruch 27 oder Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß
sie ferner einen chemischen oder mikrobiologischen Tracer umfaßt.
Verfahren zur Behandlung biologischer Abfälle, dadurch gekennzeichnet, daß es
das Inkontaktbringen eines Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis
18 oder einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29 mit einem
zu behandelnden biologischen Abfall umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, daß die biologischen Abfälle
aus Fäkalien, Streu, Stallmist, Gülle, Kadavern, Klärteichen oder Mischungen pflanzlicher
Abfälle stammen.
Verfahren zur Herstellung eines Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche
1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß es umfaßt: m Kultivierung und Produktion einer
vorgewählten Anzahl von Stämmen, wie sie in irgendeinem der Ansprüche 19 bis 26
definiert sind, – Erhalt verschiedener Kulturen, von denen jede eine Mikroorganismenkonzentration
im Bereich von 1010 1011 CFU/g besitzt, Lyophilisierung jeder Kultur,
m Verdünnung jeder lyophilisierten Stammkultur auf 1/100 bis 1/1 000 000 in Gegenwart
eines neutralen Verdünnungsmittels, und – Vermischen der verschiedenen so
verdünnten Stämme zum Erhalt eines Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche
1 bis 18.
Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche
27 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß es das Vermischen eines Komplexes nach irgendeinem
der Ansprüche 1 bis 18 mit wenigstens einem neutralen Verdünnungsmittel und wenigstens
einem Fixiermittel für Mikropartikel umfaßt.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 18 oder
der Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29 zur Herstellung nicht
umweltschädlicher Transformationsprodukte aus ` biologischen Abfällen.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 8 bis 10 oder
16 bis 18 oder einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29, die
den Bakterienkomplex enthält, zur Behandlung der Streu von Wiederkäuern, Einhufern
oder Schweinen.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 11 bis 13 oder
16 bis 18 oder einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29, die
den. Bakterienkomplex enthält, zur Behandlung der Streu von Geflügel oder anderen
Monogastriden.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 14 oder 16
bis 18 oder einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29, die
den Bakterienkomplex enthält, zur Behandlung von Gülle, Klärteichen oder Klärgruben.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 15 bis 18 oder
einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29, die den Bakterienkomplex
enthält, zur Behandlung von Tierkadavern.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 13 oder
16 bis 18 oder einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29, die
den Bakterienkomplex enthält, zur Behandlung von zu kompostierenden Produkten.
Verwendung des Bakterienkomplexes nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 18 oder
einer Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 27 bis 29, die den Bakterienkomplex
enthält, zur Desinfektion von Räumen.