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Dokumentenidentifikation DE10239009A1 04.03.2004
Titel Feuerlöschanlage für Tunnel und ähnliche Bauwerke
Anmelder Kuhblank, Roland, 10625 Berlin, DE
Erfinder Kuhblank, Roland, 10625 Berlin, DE
Vertreter Dr. Eckner und Kollegen, 10179 Berlin
DE-Anmeldedatum 20.08.2002
DE-Aktenzeichen 10239009
Offenlegungstag 04.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.03.2004
IPC-Hauptklasse E21F 5/04
IPC-Nebenklasse E21F 5/14   
Zusammenfassung Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine technische Lösung für eine Feuerlöschanlage für Tunnel und ähnliche Bauwerke anzugeben, mit der ein Brandherd gezielt, wirkungsvoll und nachhaltig bekämpft werden kann. Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Feuerlöschanlage, bestehend aus
a) einer an der Tunneldecke angeordneten Schiene (3),
b) wenigstens zwei Löscheinheiten (4), die auf der Schiene (3) geführt sind und über das Antriebssystem (5) mit ihr in Verbindung stehen, wobei jede der Löscheinheiten (4) besteht aus
i) einem Behälter (7) für Treibmittel,
ii) einem Behälter (6) für Löschmittel, in dem sich ein Steigrohr (8), das über die Leitung (9) mit wenigstens einer Düse (10) verbunden ist, die schwenkbar gelagert ist,
iii) wenigstens einem Sensor (11),
iv) an beiden Enden angeordneten Kupplungen (13)
c) an der Tunneldecke mit einem gewissen Abstand zueinander angeordneten Rauchgas- und Wärmeentwicklungssensoren (Figur 3).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Feuerlöschanlage für insbesondere Tunnel und ähnliche Bauwerke.

[Stand der Technik]

Längere Tunnel sind mit Feuerlöschanlagen versehen, die im Falle eines Brandes ausgelöst werden und die speziell geeignete Löschmittel abgeben um den Brand wirksam zu bekämpfen. Diese Anlagen bestehen aus stationär installierte Rohrleitungen, die das Löschmittel in der Nähe des Brandherdes abgeben. Die Abgabe des Löschmittels erfolgt flächendeckend aber ungezielt.

Von Nachteil ist, daß im Falle eines Brandes die in der Nähe des Brandherdes befindlichen Düsen das Löschmittel ungerichtete und ungezielt sowie ohne die erforderliche Heftigkeit abgeben, so daß die Brandbekämpfung nicht optimal erfolgt.

[Aufgabe der Erfindung]

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine technische Lösung für eine Feuerlöschanlage für Tunnel anzugeben, mit der ein Brandherd gezielt, wirkungsvoll und nachhaltig bekämpft werden kann.

Gelöst wird die Aufgabe mittels einer Feuerlöschanlage gemäß Anspruch 1.

[Beispiele]

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert.

Es zeigen

1 einen Schnitt durch einen mit einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage ausgestatteten Tunnel,

2 eine Löscheinheit der Feuerlöschanlage in der Vorderansicht (geschnitten),

3 eine Löscheinheit der Feuerlöschanlage in der Seitenansicht (geschnitten),

4 die Feuerlöschanlage in Funktion.

Die 1 zeigt einen Schnitt durch einen mit einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage ausgestatteten Tunnel 1. An der Tunneldecke 2 ist eine Schiene 3 in der Form eines Doppel-T-Trägers angeordnet, auf dem wenigstens zwei Löscheinheiten 4 der Feuerlöschanlage geführt sind. Die Schiene 3 läuft über die gesamte Länge des Tunnels 1.

Die Löscheinheit 4 (2) ist in ihrer Form der Tunneldekke 2 angepaßt und steht über das Antriebssystem 5 mit der Schiene 3 in Verbindung. Im Inneren der Löscheinheit 4 befindet sich ein Behälter 6 für das Löschmittel und ein Behälter 7 für das Treibmittel.

Im Behälter 6 befindet sich ein Steigrohr 8, das über die Leitung 9 mit wenigstens einer Düse 10 verbunden ist. Die Düsen 10 sind schwenkbar gelagert. Sie können sowohl horizontal (um 360°) und vertikal (um etwa 90°) geschwenkt als auch vertikal über ein teleskopartiges Rohrsystem verschoben werden. Die Löscheinheit 4 ist mit wenigstens einem Sensor 11 und einer Warneinrichtung 12 versehen.

3 zeigt eine Löscheinheit 4 der Feuerlöschanlage in der Seitenansicht. Die Löscheinheit 4 ist an beiden Enden mit Kupplungen 13 versehen. Mittels der Kupplungen 13 kann jede Löscheinheit 4 mit benachbarten Löscheinheiten 4 zu einer größeren Einheit (4) verbunden werden.

An der Tunneldecke 5 sind mit einem gewissen Abstand zueinander Rauchgas- und Wärmeentwicklungssensoren 14 angeordnet.

Das Antriebssystem 5 der Löscheinheit 4 ist mit Elektromotoren und/oder Preßluftmotoren versehen. Die Elektromotoren werden über in der Löscheinheit 4 befindliche Akkumulatoren oder über eine gesonderte Stromschiene, die z.B. an der Schiene 3 angeordnete ist, gespeist. Der Antrieb der Preßluftmotoren erfolgt durch in einem Preßluftbehälter gespeicherte Luft.

Als Löschmittel kommen flüssige Stoffe oder mehrphasige Systeme (z.B. Schäume oder Pulver) in Frage und als Treibmittel wird Treibgas verwendet.

Die erfindungsgemäße Löschanlage funktioniert wie folgt:

Meldet einer der an der Tunneldecke 2 angeordneten Sensoren 14 Rauch- und oder Wärmeentwicklung, dann wird mit diesem Signal das Antriebssystem 5 angesteuert und die an beiden Seiten des Brandherdes nächstliegenden Löscheinheiten 4 werden zum Brandherd gefahren. Die Sensoren 11 der Löscheinheiten 4 lokalisieren den Brandherd und mit den gewonnenen Informationen werden diese beiden Löscheinheiten 4 optimal zum Brandherd positioniert und die Düsen 10 optimal auf den Brandherd gerichtet und geöffnet. Dabei kann von mehreren Düsen 10 einer Löscheinheit 4 nur die dem Brandherd nächste Düse 10 geöffnet sein, während die anderen Düsen 10 geschlossen sind. Gleichzeitig wird der Behälter 8 geöffnet und das Treibmittel strömt in den Behälter 6 mit dem Löschmittel, das über Steigrohr 8 und Leitung 9 zu den geöffneten Düsen 10 geleitet und zielgerichtet in Richtung des Brandherdes gesprüht wird.

Während die an beiden Seiten des Brandherdes nächstliegenden Löscheinheiten 4 mit der Brandbekämpfung begonnen haben, werden die weiteren Löscheinheiten 4 in Richtung des Brandherdes verfahren und mittels der Kupplungen 13 mit der dem Brandherd nächstliegenden Löscheinheit 4 verbunden. Nach der Verbindung der Löscheinheiten 4 zu einer größeren Einheit werden bei den nicht unmittelbar an der Brandbekämpfung beteiligten Löscheinheiten 4 bei geschlossenen Düsen 10 die Behälter 8 geöffnet und das Löschmittel über die Steigrohre 9, die Leitung 10 und die Kupplungen 13 zu den Löscheinheiten 4 geleitet, die unmittelbar an der Brandbekämpfung beteiligt sind und dort versprüht.

Mit der erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage ist es möglich, eine oder mehrere Düsen 10 einer Löscheinheit 4 oder Düsen 10 mehrerer Löscheinheiten 4 auf einen Brandherd zu richten und zu öffnen. Es ist ebenso möglich, die Düsen 10 einer Löscheinheit 4 oder Düsen 10 mehrerer Löscheinheiten 4 auf unterschiedliche Brandherde zu richten und zu öffnen.

Die Warneinrichtung signalisiert im Falle eines Brandes den Verkehrsteilnehmern die Gefahr. Sie verhindert, daß nach der Brandmeldung sich Verkehrsteilnehmer in Richtung des Brandes bewegen.

Die erfindungsgemäße Feuerlöschanlage ermöglicht es einen Brand mit ihrer gesamte Kapazität zielgerichtet zu bekämpfen. Durch hohe Beweglichkeit der Düsen und ihre genaue Ausrichtung auf den Brandherd kann praktisch jeder Brand bereits während der Entstehung wirkungsvoll bekämpft werden. Durch die Vereinigung der Kapazität der gesamten Anlage können auch größere und hartnäckige Brände sicher gelöscht werden.

1 Tunnel 2 Tunneldecke 3 Schiene 4 Löscheinheit 5 Antriebssystem 6 Löschmittelbehälter 7 Treibmittelbehälter 8 Steigrohr 9 Leitung 10 Düse 11 Sensor 12 Warneinrichtung 13 Kupplung 14 Rauchgas- und Wärmeentwicklungssensoren

Anspruch[de]
  1. Feuerlöschanlage für Tunnel und ähnliche Bauwerke, bestehend aus

    a) einer an der Tunneldecke (2) angeordneten Schiene (3),

    b) wenigstens zwei Löscheinheiten (4), die auf der Schiene (3) geführt sind und über das Antriebssystem (5) mit ihr in Verbindung stehen, wobei jede der Löscheinheiten (4) besteht aus

    i) einem Behälter (7) für Treibmittel,

    ii) einem Behälter (6) für Löschmittel, in dem sich ein Steigrohr (8), das über die Leitung (9) mit wenigstens einer Düse (10) verbunden ist, die schwenkbar gelagert ist,

    iii) wenigstens einem Sensor (11), iv) an beiden Enden angeordneten Kupplungen (13),

    c) an der Tunneldecke mit einem gewissen Abstand zueinander angeordneten Rauchgas- und Wärmeentwicklungssensoren (14) .
  2. Feuerlöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (10) horizontal um 360° und vertikal um etwa 90° schwenkbar angeordnet sind.
  3. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (10) vertikal über ein teleskopartiges Rohrsystem verschiebbar angeordnet sind.
  4. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Löscheinheiten (4) mit einer Warneinrichtung (12) versehen ist.
  5. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Löscheinheiten (4) mittels der Kupplungen (13) mit benachbarten Löscheinheiten (4) zu einer größeren Einheit verbunden werden.
  6. Feuerlöschanlage nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebssystem (5) der Löscheinheit (4) mit Elektromotoren und/oder Preßluftmotoren versehen ist
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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