PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10126743B4 11.03.2004
Titel Platte mit Stirnfläche und Mitteln zur Verklebung der Stirnfläche mit der Stirnfläche einer weiteren Platte
Anmelder Niedermayer, Hans, 71706 Markgröningen, DE;
Mallinowski, Ivan, 52525 Heinsberg, DE
Erfinder Niedermayer, Hans, 71706 Markgröningen, DE;
Mallinowski, Ivan, 52525 Heinsberg, DE
Vertreter Dreiss, Fuhlendorf, Steimle & Becker, 70188 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 31.05.2001
DE-Aktenzeichen 10126743
Offenlegungstag 19.12.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.03.2004
IPC-Hauptklasse B27M 3/00
IPC-Nebenklasse B27D 5/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Platte nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Durch die Verklebung wird eine große Fläche gebildet, z. B. die Arbeitsplatte einer Küche oder eine größere Fläche eines Möbels (z. B. eines Tischs).

Aus der DE 81 05 129 U1 ist eine Platte mit einem aufgeklebten Randstreifen bekannt. Dabei ist ein Bereich aus langsam abbindendem Weiss- bzw. Kaltleim von einer Schicht aus abbindendem Schmelzkleber umgeben, um Kanten aus Massivholz oder sog. Umleimer auf die Ränder der Platten zu kleben. Man kann derart die Platte und die angeleimten Kanten weiterverarbeiten, ohne das Abbinden des Weiss- bzw. Kaltleims abwarten zu müssen. Wenn der Weiss- bzw. Kaltleim abgebunden wird, schadet beim späteren Verarbeiten unter Wärmeeinwirkung, z.B. beim Überfurnieren, ein erneutes Weichwerden des Schmelzklebers nicht.

Aufgabe der Erfindung ist es jedoch, eine Platte der eingangs genannten Art derart zur Verfügung zu stellen, dass die Verklebung der Stirnfläche einfacher als seither erfolgen kann. Dabei soll im bereits montierten Zustand ein optisch einwandfreies Füllen und Abdichten der durch Einbringung des Klebstoffs zwischen den Stirnflächen entstandenen Fuge möglich sein. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, einen dafür geeigneten Klebestreifen bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird mit den Mitteln gelöst, die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 bzw. dem des Patentanspruches 7 angegeben sind.

Es gelingt damit besser als seither, einerseits eine sehr feste stabile Verbindung herzustellen und andererseits die Fuge sauber und mit den dafür geeigneten und erforderlichen Dichtmitteln so zu füllen und abzurichten, dass ein einwandfreier Anblick gegeben ist. Außerdem wird die Arbeitsweise bei der Montage vor Ort erheblich vereinfacht und kann, sei es durch die erfindungsgemäße Ausbildung und Beschichtung der Stirnflächen, sei es durch die Anbringung eines separat bereitgestellten erfindungsgemäßen Klebestreifens.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es stellen dar:

1 zwei miteinander zu verklebende Platten, von denen eine gemäß einem ersten Ausführungsbespiel der Erfindung ausgebildet ist;

2 zwei miteinander zu verbindende Platten, von denen beide gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung ausbildet sind;

3a ein Klebestreifen gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung;

3b ein Schnitt entlang der Linie IIIb-IIIb in 3a;

4a bis 4c die verschiedenen Schritte bei der Herstellung der Verbindung zweier Platten durch Verklebung ihrer Stirnflächen.

1 zeigt zwei Platten, bspw. auch Holz (einschließlich beschichteter Spanfaserplatten), deren Stirnflächen 1' und 2' miteinander verklebt werden sollen.

Das Neuartige an der in 1 dargestellten Verbindung ist das "Klebebild". Es sind zwei unterschiedliche Kleber vorgesehen, nämlich der innere Klebebereich 3, der mit einem ersten Klebstoff beschichtet ist, und ein äußerer Klebebereich 4, der mit einem zweiten Klebstoff beschichtet ist. Dieser 2. Klebebereich 4 ist durch eine dicke durchgezogene schwarze Linie dargestellt.

Für den inneren Klebebereich 3 wird ein Klebstoff verwendet, der dahingehend zu kennzeichnen ist, dass er relativ schnell aushärtet und die Festigkeit der gegenseitigen Verbindung der Stirnflächen 1' und 2' und somit die Stabilität der durch Verklebung entstehenden Gesamtplatte gewährleistet. Die Bezeichnung der Geschwindigkeit, mit der dieser Kleber abbindet, als "relativ schnell" soll besagen, dass zwar nach dem Aneinanderdrücken der beiden Stirnflächen noch eine vertikale Ausrichtung durch entsprechende Ausrichthilfen stattfinden kann, dass die Aushärtung aber schneller stattfindet als die des Klebstoffs, mit dem der Klebebereich 4 versehen ist. In Betracht kommen vorzugsweise Aushärtezeiten zwischen 10 und 20 Minuten, Klebstoffe auf Polyurethanbasis, und zwar sowohl 1-Komponenten-Kleber als auch 2-Komponenten-Kleber. Die 1-Komponenten-Kleber härten im Allgemeinen im Kontakt mit Luft aus, ausgelöst durch den Feuchtigkeitsgehalt der Luft.

Der äußere Klebebereich 4 hat von den Kanten 6, 7, 8, 9 der Stirnfläche 2' einen Abstand von ca. 1 – 3 mm und selbst einer Breite von ca. 2 – 5 mm. Der äußere Klebebereich 4 schließt sich unmittelbar an den inneren Klebebereich 3 an. Der Klebstoff ist auf diesen Klebebereich 4 vorzugsweise als Wulst aufgetragen. Seine Art bzw. Konsistenz ist so bestimmt, dass er die Dichtung der zwischen den beiden Stirnflächen 1' und 2' in zusammengeklebtem Zustand entstehenden Fuge übernimmt, d. h. dieser Klebstoff soll auch in ausgehärtetem bzw. endgültig verfestigtem Zustand eine gewisse Elastizität aufweisen, so dass – auch bei minimalen – Längenveränderungen der Platte (evtl. infolge Austrocknen oder bei einem Aufquellen durch Feuchtigkeit) keine Risse entstehen. Dieser Klebstoff übernimmt also die Dichtigkeitsfunktion, während der Klebstoff im inneren Klebebereich die Festigkeitsfunktion übernimmt. Der Klebstoff im äußeren Klebebereich 4 soll zum Aushärten eine längere Zeit als der Klebstoff des inneren Klebebereichs brauchen, z. B. 1 – 2 Stunden, so dass nach der Fertigstellung der Verklebung mit einem Spachtel o. dgl. die Fuge noch sauber abgerichtet werden kann.

Die beiden Klebebereiche 3 und 4 kann man nun im Prinzip von Hand aufbringen, d. h. etwa derart, dass man zunächst die Bereiche nahe den Kanten mit einem Streifen abdeckt, dann mit einem Spachtel den Klebstoff auf den inneren Klebebereich aufbringt, den Streifen entfernt und dann um den inneren Klebebereich 3 herum aus einer Tube oder mit einem entsprechenden Pressgerät wulstartig Klebstoff auf den zweiten Klebebereich 4 aufträgt, und dann die beiden Stirnflächen gegeneinander presst. Man kann auch die Klebeschicht bereits bei der Produktion der Platten vorbereiten, indem man die Klebstoffe dort mit geeigneten Schablonen maschinell aufträgt und anschließend mit einer Folie abdeckt, so dass eine Aushärtung durch Luftkontakt erst bei deren Abziehen vor Ort, d. h. in unmittelbarer zeitlicher Vorbereitung der Montage beginnt. Die Erfindung betrifft sowohl einerseits das gezeigte Klebebild als solches, unabhängig von der Art und Weise von der Aufbringung auf die Stirnfläche, als auch eine Platte, die mit einem solchen Klebebild versehen ist.

2 zeigt zwei Platten 11 und 12, die beide mit einem Klebebild versehen sind, das dem nach 1, das dort aber nur bei einer Stirnfläche vorgesehen ist, gleicht. Hierbei wird ein 2-Komponenten-Kleber verwendet, wobei auf der Stirnfläche 11' die beiden ersten Komponenten der beiden Klebstoffe (für jeweils die Klebebereiche 3, 4) aufgebracht sind und auf der Stirnfläche 12' die beiden zweiten Komponenten der beiden Klebstoffe, so dass das Aushärten beim Kontakt durch Aneinanderpressen stattfindet, wobei aber ebenfalls gewährleistet sein soll, dass der Klebstoff des inneren Klebebereiches 3 schneller aushärtet und eine hohe Klebefestigkeit aufweist, während der Klebstoff des äußeren Klebebereichs 4 die Dichtfunktion übernimmt und erst nach etwas längerer Zeit mit einer gewissen verbleibenden Restelastizität aushärten soll.

Nachzutragen ist noch, dass die Dicke des Wulstes des Klebers, der im äußeren Klebebereich aufgetragen ist, so bemessen sein muss, dass beim Zusammenpressen der beiden Platten 1 und 2 gegeneinander eine solche Verbreiterung des Wulstes bzw. ein solches Auseinandergepresstwerden stattfindet, dass die zunächst noch freigebliebenen Bereiche zwischen dem Klebebereich 4 und den Kanten 69, wie aus 1 ersichtlich, damit überdeckt werden und darüber hinaus der Klebstoff vom Klebebereich 4 noch etwas über die Kanten hinausquillt, so dass genügend Material über die Kanten nach außen hervorsteht, um nach Zusammenfügen der Platten die Fläche an dieser Fuge sauber abzurichten. Im fertigen Zustand beträgt die Dicke der gesamten Klebeschicht (erster Klebstoff und zweiter Klebstoff) ca. zwischen 2 und 4 mm. Es kann auch zweckmäßig sein, die Stirnflächen der Platten vor Aufbringung der Klebstoffbeschichtungen durch eine Grundierung o. ä. in geeigneter Weise vorzubereiten.

Die vorstehend beschriebene Vorbereitung der Klebefläche bei Herstellung der Platten und die Anbringung an den Stirnflächen kann in bestimmten Fällen auch nachteilig sein, z. B. wenn die vorbereiteten Platten länger lagern sollen und sich der Klebstoff dann trotz Abdeckung verändert oder die mit Klebstoff vorbereitete Stirnfläche durch Kratzer o. dgl. verletzt wird.

Um diesen Nachteil abzuhelfen, kann man die Klebschicht in Form eines Klebestreifens ausbilden, der entsprechend vorbereitet und dann vor Ort kurzzeitig vor der Montage aufgebracht wird. Einen solchen Klebestreifen zeigen die 3a und 3b.

Dort ist ein Klebestreifen 20 gezeigt. Er ist derart ausgebildet, dass zwischen zwei Folien 21 und 22 die beiden unterschiedlichen Klebstoffe eingebracht sind, die einen inneren Klebebereich 23 und einen äußeren Klebebereich 24 einnehmen, die dasselbe Klebebild ergeben, wie es in 1 bzw. und in 2 dargestellt ist, wobei die Klebstoffe, die den inneren Klebebereich 23 bzw. den äußeren Klebebereich 24 ausfüllen, die oben erwähnten Eigenschaften aufweisen. Hier geht man wie folgt vor: Zuerst hält man die untere Folie 21 und zieht die obere Folie 22 ab. Dann liegt eine Seite des Klebebereiches, nämlich die, die vorher durch die Folie 22 abgedeckt war, frei. Dann drückt man den Klebestreifen, der nunmehr nur noch die Folie 21 mit aufgebrachten Klebstoffen der Klebebereiche 23 und 24 umfasst, mit der nicht mehr abgedeckten Seite gegen eine der Stirnflächen der miteinander zu verklebenden Platten und drückt sie an, so dass die Klebstoffe an dieser Stirnfläche haften und auch mechanisch in die Poren und Hohlräume der Oberfläche dieser Stirnfläche einzudringen beginnen. Nun zieht man auch die zweite Folie 21 ab. Damit ist das Klebebild nach 1 oder 2 auf dieser Stirnfläche hergestellt. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maße entsprechend übereinstimmen. Man kann sowohl die Platten als auch die Klebestreifen in bestimmten Abmessungen normen.

Die 4a bis 4c verdeutlichen den bereits beschriebenen Vorgang der Herstellung der Verbindung. 4a zeigt zwei Platten 1 und 2, die in Richtung der eingezeichneten Pfeile gegeneinander gepresst werden. Zwischen ihren Stirnflächen (in 4a nicht mehr sichtbar) befindet sich die Klebeschicht, gebildet durch die beiden unterschiedlichen Klebstoffe, auf/in den zugeordneten oben beschriebenen Klebebereichen, wobei in 4a angedeutet ist, dass der Klebstoff, der in dem äußeren Klebebereich aufgetragen ist, halbwulstartig aus der durch das Zusammendrücken der Stirnflächen gebildeten Fuge herausquillt. 4b zeigt, wie dieser überstehende Kleber mit Hilfe eines Spachtels 30 abgerichtet wird, um eine saubere Fläche herzustellen. 4c zeigt die fertige Verbindung.

1, 2 Platten 1', 2' Stirnflächen 3 Innerer Klebebereich 4 Äuflerer Klebebereich 6, 7, 8, 9 Kanten 11, 12 Platten 11', 12' Stirnflächen 20 Klebestreifen 21, 22 Abziehbare Folien 23 Innerer Klebebereich 24 Äußerer Klebebereich 30 Spachtel

Anspruch[de]
  1. Platte, vorzugsweise aus Holz oder gepressten Holzfasern (Spanplatte), deren eine Stirnfläche mit der Stirnfläche einer anderen Platte verklebbar ist, und an einer oder beiden Stirnflächen ein erster Klebebereich und ein diesen ersten Klebebereich zumindest teilweise umgebender zweiter Klebebereich vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass

    (a) der erste Klebebereich (3) durch einen Klebstoff gebildet wird, der eine feste Verbindung der Stirnflächen herstellt und zum Aushärten eine erste Zeitspanne benötigt, und

    (b) der zweite Klebebereich (3) durch einen Klebstoff gebildet wird, der eine Abdichtung der zwischen den Stirnflächen entstehenden Fuge bewirkt und innerhalb einer zweiten Zeitspanne aushärtet, die größer als die erstgenannte Zeitspanne ist.
  2. Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Klebebereich (4) unmittelbar an den ersten Klebebereich (31 anschließt und wulstartig ausgebildet ist, wobei die Dicke des Wulstes vor dem Zusammendrücken der Platten ca. 2 – 6 mm beträgt und der innerhalb des Wulstes gebildete Bereich der erstgenannte Klebebereich (3) ist.
  3. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffe, mit denen die Klebebereiche (3, 4) beschichtet sind, auf ihrer freien Seite mit einer abziehbaren Folie abgedeckt sind.
  4. Platte nach einem der Ansprüche 1 – 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Klebebereich mit einem Klebstoff auf Polyurethanbasis beschichtet ist.
  5. Platte nach einem der Ansprüche 1 – 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Klebebereich (4) mit einem Klebstoff auf Acrylbasis beschichtet ist.
  6. Platte nach einem der Ansprüche 1 – 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnflächen vor Aufbringung der Klebstoffe mit einer Grundierung versehen worden sind.
  7. Klebestreifen zur Aufbringung einer Klebstoffschicht auf die Stirnfläche einer Platte zur Verklebung mit der Stirnfläche einer weiteren Platte, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen zwei abziehbaren Folien (21, 22) eine Klebeschicht befindet, die

    (a) einen ersten Klebebereich (3) aufweist, der mit einem ersten Klebstoff beschichtet ist, der eine feste Verbindung der Stirnflächen herzustellen geeignet ist und zum Aushärten eine erste Zeitspanne benötigt, und

    (b) einen zweiten den ersten Klebebereich (3) umgebenden zweiten Klebebereich (4) aufweist, der mit einem zweiten Klebstoff beschichtet ist, der die Abdichtung der zwischen den Stirnflächen bestehenden Fuge zu bewirken geeignet ist und innerhalb einer zweiten Zeitspanne aushärtet, die größer als die erstgenannte Zeitspanne ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com