Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gärzubereitung auf Basis von
Spargel, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
Spargel weist einen sehr hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen
und gleichzeitig einen geringen Gehalt an Fett auf. So enthält 100 g gekochter Spargel
95 g Wasser, 1,7 g Eiweiß, 0,1 g Fett, 1,5 g Kohlenhydrate und weist einen physiologischen
Brennwert von lediglich 52 KJ auf. Darüber hinaus enthält Spargel zahlreiche Mineralstoffe,
Spurenelemente und Vitamine, wie beispielsweise Natrium, Calcium, Phosphor, Vitamin
A, B 1, B 2, C und Niacin.
Zahlreiche Rezepte für eine Zubereitung von Spargel sind seit langem
bekannt. Üblicherweise wird Spargel geschält, gekocht und anschließend pur genossen
oder weiter verarbeitet. Bei Raumtemperatur haltbare Nahrungsmittelzubereitungen,
welche das wertvolle Spargelaroma aufweisen, über einen gewissen Zeitraum bei Raumtemperatur
lagerbar sind und zum Würzen von Speisen verwendet werden können, sind jedoch bislang
nicht bekannt.
Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher ein wohlschmeckendes Nahrungsmittel
auf Basis von Spargel bereitzustellen, das eine ausreichende, einen handelsüblichen
Vertrieb ermöglichende Haltbarkeit aufweist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Bereitstellung einer
Gärzubereitung auf Spargelbasis gelöst, welche durch die folgenden Herstellungsschritte
erhältlich ist:
- a) Waschen und Zerkleinern von Spargel;
- b) Übergießen des zerkleinerten Spargels mit Wasser, das eine Temperatur im
Bereich von 70–95 °C aufweist;
- c) Halten des Gemisches während 7–15 Minuten auf einer Temperatur im Bereich
von 70–95 °C;
- d) Halten des Gemisches während 1,5–3 Stunden auf einer Temperatur im
Bereich von 40–85 °C;
- e) Abkühlen des Gemisches auf eine Temperatur im Bereich von 32–37 °C;
- f) Zugeben von Zucker und Kaltgärhefe;
- g) Vergären des Gemisches bei einer Temperatur im Bereich von 16–25 °C
bis zum Erreichen eines Restzuckergehaltes von maximal 0,5 g/l;
- h) Versetzen des Gemisches mit Essigbakterien;
- i) Halten des Gemisches bei einer Temperatur im Bereich von 22–32 °C
in Gegenwart von Sauerstoff bis zum Erreichen eines Restalkoholgehalts von nicht
mehr als 1 Vol-%;
- j) Filtrieren des Gemisches;
- k) Erhitzen des Filtrats auf eine Temperatur im Bereich von 50–65 °C.
Darüber hinaus wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung durch die
Bereitstellung eines Verfahrens gelöst, welches durch die folgenden Herstellungsstufen
gekennzeichnet ist:
- a) Waschen und Zerkleinern von Spargel;
- b) Übergießen des zerkleinerten Spargels mit Wasser, das eine Temperatur im
Bereich von 70–95 °C aufweist;
- c) Halten des Gemisches während 7–15 Minuten auf einer Temperatur im Bereich
von 70–95 °C;
- d) Halten des Gemisches während 1,5–3 Stunden auf einer Temperatur im
Bereich von 40–85 °C;
- e) Abkühlen des Gemisches auf eine Temperatur im Bereich von 32–37 °C;
- f) Zugeben von Zucker und Kaltgärhefe;
- g) Vergären des Gemisches bei einer Temperatur im Bereich von 16–25 °C
bis zum Erreichen eines Restzuckergehaltes von maximal 0,5 g/l;
- h) Versetzen des Gemisches mit Essigbakterien;
- i) Halten des Gemisches bei einer Temperatur m Bereich von 22–32 °C
in Gegenwart von Sauerstoff bis zum Erreichen eines Restalkoholgehalts von nicht
mehr als 1 Vol-%;
- j) Filtrieren des Gemisches;
- k) Erhitzen des Filtrats auf eine Temperatur im Bereich von 50–65 °C.
1 zeigt eine Vorrichtung, in der das
erfindungsgemäße Gemisch mit Essigbakterien umgesetzt wird.
Während der zahlreichen Versuche, die zu der vorliegenden Erfindung
führten, wurde überraschenderweise gefunden, dass eine Herstellung einer Gärzubereitung
auf Spargelbasis, nachstehend als Spargelessig bezeichnet, in einem mehrstufigen
Verfahren möglich ist. Hierbei ist jedoch die richtige Wahl mehrerer Parameter,
insbesondere die richtige Wahl der Mengen und Art der Ausgangsstoffe und der Temperatur
und Dauer der einzelnen Verfahrensschritte wichtig.
Spargelessig ist erfindungsgemäß über die folgenden Verfahrensschritte
erhältlich:
In einem ersten Schritt wird Spargel zunächst gewaschen, grob zerkleinert und dann
zerstoßen. Das Zerschneiden und Zerstoßen kann mit verschiedenen, einem Fachmann
bekannten Geräten erfolgen. Vorzugsweise sollte der verwendete Spargel möglichst
kurz nach der Ernte verwendet werden, da bereits nach 24 Stunden ein starker Qualitätsverlust
auftritt. Jede beliebige, dem Fachmann bekannte Spargelsorte oder auch Kombinationen
hiervon, können zur Herstellung des erfindungsgemäßen Spargelessigs verwendet werden.
Der derart erhaltene, zerkleinerte Spargel wird dann mit Wasser übergossen,
welches eine Temperatur im Bereich von 70–95 °C, bevorzugt eine Temperatur
im Bereich von 80–84 °C, mehr bevorzugt eine Temperatur von 82 °C
aufweist. Abgesehen von der vorstehend beschriebenen Vorgehensweise des Übergießens
des zerkleinerten Spargels mit Wasser kann der Spargel jedoch auch auf beliebige
andere Weisen mit Wasser versetzt und/oder vermischt werden.
Dem Wasser kann Kochsalz zugesetzt werden, beispielsweise zwischen
0 und 20 g, vorzugsweise zwischen 0 und 10 g Kochsalz pro Liter
Wasser, um Fehlgärungen zu vermeiden und/oder einen gewünschten Geschmack zu erzielen.
Die Menge an Spargel kann in Abhängigkeit von der gewünschten Intensität des Spargelgeschmacks
gewählt werden. So können beispielsweise 10 kg Spargel auf 4 bis 12 Liter, vorzugsweise
auf 6 Liter, Wasser eingesetzt werden.
Fakultativ können weiter Zitronensaft und/oder Zeste (Schalenabrieb
von Zitrusfrüchten) zugesetzt werden. So kann beispielsweise der Saft und/oder der
Schalenabrieb von einer halben bis zwei Zitronen, vorzugsweise von einer Zitrone,
auf 10 kg Spargel zugegeben werden.
Das so erhaltene Gemisch wird anschließend während 7–15 Minuten,
vorzugsweise während 10 Minuten, auf einer Temperatur im Bereich von 70–95
°C, bevorzugt auf einer Temperatur im Bereich von 80–84 °C, mehr bevorzugt
auf einer Temperatur von 82 °C gehalten. Die Einhaltung des vorstehend genannten
Temperaturbereichs ist sehr wichtig, da bei einer höheren Temperatur Inhalts- und
Geschmacksstoffe zerstört werden, während bei einer niedrigeren Temperatur eine
Milchsäuregärung erfolgt. Eine derartige Milchsäuregärung führt zum typischen Sauerkraustich,
einer Geschmacksverfremdung, wobei n diesen Fällen häufig kein Restzuckerabbau möglich
ist. Zudem führt eine Milchsäuregärung zu einer Verringerung der Haltbarkeit des
Produkts, aufgrund eines später erfolgenden Säureabbaus, und zu einer Geschmacksverschlechterung
des Produkts.
Als nächster Schritt schließt sich die sogenannte Warmhaltephase an,
bei der das Gemisch während 1,5–3 Stunden, vorzugsweise während 2 Stunden,
auf einer Temperatur im Bereich von 40–85 °C, bevorzugt auf einer Temperatur
im Bereich von 50–75 °C, mehr bevorzugt auf einer Temperatur im Bereich
von 58–70 °C gehalten wird. Während dieser Warmhaltephase werden wichtige
Inhaltsstoffe, insbesondere Geschmacksstoffe, Mineralstoffe und Vitamine weitgehend
aus dem Spargel gelöst, so dass diese Stoffe später zumindest teilweise im fertigen
Spargelessig vorliegen und zu dessen Wohlgeschmack beitragen.
Anschließend wird das Gemisch auf eine Temperatur im Bereich von 32–37
°C, bevorzugt auf eine Temperatur im Bereich von 34–36 °C, mehr bevorzugt
auf eine Temperatur von 35 °C, abgekühlt. Das so erhaltene Gemisch wird nachstehend
als Spargelfond bezeichnet. Nach der vorstehend erwähnten Abkühlung werden Zucker
und Kaltgärhefe zugesetzt. Vorzugsweise werden dabei 2 bis 5 kg Zucker, vorzugsweise
3,3 bis 3,4 kg Zucker, auf 10 kg Spargel zugegeben. Als Kaltgärhefe werden beispielsweise
die handelsüblichen Reinzuchthefen Oenoferm Tipico (Erbslöh) oder LT8 Plus (Schliessmann,
Schwäbisch-Hall) in einer Menge von 1 bis 10 g, vorzugsweise von 1,5 bis 5 g, auf
101 Spargelfond zugesetzt.
Nach der Zugabe von Zucker und Kaltgärhefe wird das Gemisch auf eine
Temperatur im Bereich von 16–25 °C, vorzugsweise auf 25 °C, abkühlen
gelassen, wobei eine Vergärung des Gemisches bis zum Erreichen eines Restzuckergehaltes
von maximal 0,5 g/l erfolgt. Dieser weitgehende Abbau des Restzuckers bildet einen
wichtigen Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens, da auf diese Weise Fehlgärungen
vermieden werden können und ist offensichtlich nur aufgrund der Hitzebehandlung
möglich. Bislang gelang mit keinem anderen Verfahren eine Umwandlung eines Spargelfonds
in Essig.
Die Bestimmung des Restzuckergehalts erfolgt über herkömmliche, dem
Fachmann bekannte Testverfahren.
Die Vergärung sollte im wesentlichen zügig, das heißt während 7–15
Tagen erfolgen. Dies wird durch die Wahl einer geeigneten, nicht zu geringen Temperatur
und einer geeigneten Kaltgärhefe erreicht. Neben den vorstehend aufgeführten Hefesorten
können weitere, dem Fachmann bekannte Hefesorten gemäß den Herstellerangaben eingesetzt
werden, wobei die Eignung einer bestimmten Hefe und eines bestimmten Temperaturbereichs
von einem Fachmann durch einfache Versuche ermittelt werden kann. Bei einer zu niedrigen
Temperatur kann ein als unangenehm empfundener, stark bitterer Geschmack entstehen.
Darüber hinaus ist die Einhaltung des Temperaturbereiches wichtig, damit ein farbloser
bis schwach beigefarbener Spargelessig erhalten wird.
In einem nächsten Schritt werden Essigbakterien, wie gewöhnlich aus
Essigkulturen erhältlich, zu dem Gemisch zugesetzt, beispielsweise Acetobacter acetii
var. Europeans, wobei in Gegenwart von Sauerstoff bei einer Temperatur im Bereich
von 22–32 °C, vorzugsweise im Bereich von 25–29 °C, Essigsäure
gebildet wird. Wenn gewünscht kann der Essigbakterienstamm vorab an die Salzkonzentration
und die Umsetzungsbedingungen angepasst werden. Zum Erreichen eines optimalen Produktes
sollte bei diesem Herstellungsschritt darauf geachtet werden, dass dem Gemisch ausreichend
Sauerstoff zugeführt wird. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass dieser
Reaktionsschritt in dem in 1 gezeigten Reaktionsbehälter
1 durchgeführt wird. Hierbei befindet sich das Gemisch 2 in einem
geschlossenen, mit einem Druckausgleichsventil 5 und einem Abflusshahn
9 versehenen Behälter 1, in den über eine extern regulierbare
Gaszufuhr 3 Sauerstoff auf aromaschonende Weise zugeführt wird. Die Sauerstoffzufuhrvorrichtung
3 umfasst dabei ein Sauerstoffventil für die Außenbelüftung 6'
und ein Sauerstoffventil für die Innenbelüftung 6'', eine Leitung
4 über die der Sauerstoff in das Gemisch eingeleitet wird und eine Gasansaugvorrichtung
7, die im Luftraum über dem Gemisch angeordnet ist. Während der Sauerstoffzuleitung
wird das Gemisch 2 mittels einer Pumpe 8 umgewälzt. Zum Erreichen
der erwünschten Reaktionstemperatur ist der Reaktionsbehälter weiterhin
mit einer Heizvorrichtung 10 mit Thermostat und einer Kühlvorrichtung
11 mit Thermostat versehen.
Durch eine Umsetzung in der vorstehend beschriebenen Vorrichtung kommt
das Gemisch in ausreichenden Maße mit Sauerstoff in Kontakt und die Essigbakterien
werden in der Schwebe gehalten. Eine ausreichende Versorgung des Gemisches mit Sauerstoff
und eine Verhinderung des Absetzens der Essigbakterien kann jedoch auch durch beliebige
andere, einem Fachmann bekannte Vorgehensweisen in beliebigen Apparaturen erreicht
werden. Neben Sauerstoff unterschiedlicher Reinheitsgrade können auch beliebige
sauerstoffhaltige Gasgemische, beispielsweise sogar Raumluft oder mit Sauerstoff
angereicherte Raumluft, verwendet werden.
Fakultativ können dem Gemisch während dieses Herstellungsschrittes
zusätzlich Eichenholzspäne zugesetzt werden, wodurch der Geschmackseindruck einer
Holzfasslagerung hervorgerufen wird.
Nach ungefähr drei Tagen ist der in der Flüssigkeit enthaltene Alkohol
bis auf einen Restgehalt von maximal 0,5 bis 1 Vol.-% in Essigsäure umgewandelt.
Anschließend wird das Gemisch filtriert, beispielsweise durch einen Kalt-Sterilfilter
oder einen Weinschichtenfilter, und nochmals auf 50–65 °C, vorzugsweise
auf 56–58 °C erhitzt, und gegebenenfalls heiß in geeignete Behälter überführt.
Essigbakterien sterben in allgemeinen bei einem Erhitzen auf eine Temperatur von
56–58 °C ab, so dass durch das Erhitzen unter anderem eine Bildung von
Mutationen der Bakterien verhindert werden kann, die zu einer Veränderung des Produkts
führen könnte. Ohne den vorstehend erwähnten nochmaligen Erhitzungsschritt kann
es beispielsweise zu unerwünschten Produktveränderungen, wie einem Säureabbau oder
einem sog. "leimig Werden" oder zu einer Essigmutterbildung durch Schleimbakterien
kommen.
Die zur Herstellung verwendeten Zutaten oder die während der Verfahrensschritte
verwendeten Techniken können natürlich durch dem Fachmann wohlbekannte Äquivalente
ersetzt werden.
Spargel kann beispielsweise ganz oder teilweise durch Zugabe eines
alkoholischen oder wässrigen Extrakts aus Spargel oder durch Zusatz von in Spargel
vorkommenden Geschmacks- oder Aromasubstanzen ersetzt werden.
Zitronensaft kann beispielsweise durch eine ansäuernde Substanz oder
ein Antioxidans, wie Zitronensäure oder Ascorbinsäure, gegebenenfalls in Kombination
mit Aromasubstanzen, ersetzt werden. Zeste, kann beispielsweise durch einen Zusatz
einer aus Zitrusfrüchten, insbesondere Zitronen, bekannten Substanz ersetzt werden.
Als Zucker, kann jedes beliebige für eine Umsetzung durch die Hefen
geeignete Kohlenhydrat verwendet werden, insbesondere Saccharose oder Glucose.
Zur Verfeinerung des Geschmacks können dem Fachmann bekannte, zum
Verzehr geeignete Kräuter, wie beispielsweise Schnittlauch, Petersilie, Bohnenkraut,
etc. oder Gewürze, wie Pfeffer, Paprokapulver, Koroander, etc. zugesetzt werden.
Der Zusatz kann entweder während der Herstellung, beispielsweise zu dem Spargelfonds,
oder zu dem fertigen Spargelessig erfolgen.
Darüber hinaus können dem Spargelessig während oder nach der Herstellung
Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder Kombinationen hiervon zugesetzt werden.
Der auf diese Weise hergestellte Spargelessig kann pur, beispielsweise
zu Salaten und Gemüsen, oder mit anderen, zum Verzehr geeigneten Substanzen gemischt
verwendet werden.
So kann dem Spargelessig beispielsweise Wasser, Kohlensäure oder Saft,
insbesondere von Zitrusfrüchten oder Gemüse, zugesetzt werden.
Insbesondere kann der Spargelessig als Geschmacksessenz zu Getränken
zugesetzt werden. Besonders vorteilhaft ist ein fertiges Getränk, das neben Spargelessig
Wasser, beispielsweise kohlensäurehaltiges oder kohlensäurefreies Mineralwasser
umfasst. Je nach Geschmack können dem Spargelessig-Getränk weiter ein beliebiger
Saft, insbesondere Zitronensaft, Teegetränke, alkoholische Getränke, Molke, Kräuter,
Gewürze, beliebige Geschmacks- oder Aromasubstanzen oder Kombinationen hiervon zugesetzt
werden.
Der erfindungsgemäße Spargelessig kann in unverdünnter Form als ein
gesundes, mineralstoffreiches und fettarmes Dressing zu Salaten und Gemüsen verwendet
werden. Zur weiteren Verfeinerung des Dressings können jedoch Kräuter, Gewürze oder
Speiseöl zugesetzt werden.
Neben den vorstehend beschriebenen Verwendungen des Spargelessigs
kann der Spargelessig natürlich auch zu beliebigen weiteren Lebensmitteln oder Gerichten,
beispielsweise auf Gemüse-, Fleisch- oder Fischbasis zugegeben werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines Spargelessigs bereit, welches durch die Folge der vorstehend
beschriebenen Herstellungsschritte gekennzeichnet ist.
Der erfindungsgemäß hergestellte Spargelessig ist ein wertvolles Lebensmittelprodukt,
das einen charakteristischen Geschmack auf Grundlage von Spargel bereitstellt und
zum Verfeinern einer Vielfalt von Lebensmitteln verwendet werden kann.
Für den Verbraucher ist von besonderem Interesse, dass bei der Herstellung
des erfindungsgemäßen Spargelessigs keine chemischen Zusatzstoffe zugesetzt werden
müssen, die häufig von den Verbrauchern stark abgelehnt werden. Darüber hinaus enthält
Spargelessig viele wertvolle und wichtige Spargelinhaltsstoffe, beispielsweise Mineralstoffe,
die als vorteilhaft für die Gesundheit der Verbraucher angesehen werden.
Nach Abfüllung gemäß herkömmlicher, fachmännischer Vorgehensweise
in geeignete Behälter ist Spargelessig bei geschlossener Flasche
drei bis vier Jahre oder länger haltbar. Selbst bei geöffneter Flasche ist Spargelessig
noch über mehrere Wochen haltbar.
Die Erfindung wird anhand der folgenden, nicht einschränkenden Beispiele
näher erläutert.
Beispiel 1
Zubereitung Spargel-Essig ohne Salzfond
10 kg frisch geerntete Spargelstangen werden gewaschen, zerkleinert
und dann zerstoßen. Anschließend wird der derart erhaltene, zerkleinerte Spargel
mit 6 Liter Wasser mit einer Temperatur. von 82 °C übergossen und der Saft und
Schalenabrieb einer Zitrone werden zugesetzt. Anschließend wird das Gemisch während
10 Minuten auf einer Temperatur von 82 °C gehalten. Während der nachfolgenden
Warmhaltephase wird das Gemisch während 2 Stunden auf einer Temperatur im Bereich
von 58–70 °C gehalten. Das Gemisch wird dann auf eine Temperatur von 35
°C abgekühlt und 3,36 kg Zucker und 7 g Reinzuchthefe (Oenoferm Tipico, Hersteller:
Erbslöh) werden zugesetzt. Anschließend wird das Gemisch auf eine Temperatur 25
°C abkühlen gelassen, wobei eine Vergärung des Gemischs bis zum Erreichen eines
Restzuckergehaltes von maximal 0,5 g/l erfolgt. In einem nächsten Schritt werden
nun Essigbakterien (Acetobacter acetii var. Europeans) zugesetzt, wobei in Gegenwart
von Sauerstoff bei einer Temperatur im Bereich von 25–29 °C, Essigsäure
gebildet wird. Nach drei Tagen ist der in der Flüssigkeit enthaltene Alkohol bis
auf einen Restgehalt von 0,75 Vol.-% in Essigsäure umgewandelt. Anschließend wird
das Gemisch filtriert. Der derart erhaltene Spargelessig wird dann nochmals auf
57 °C erhitzt und heiß in Flaschen abgefüllt.
Beispiel 2
Zubereitung Spargelessig mit Salzfond
10 kg frisch geerntete Spargelstangen werden gewaschen, zerkleinert
und dann zerstoßen. Anschließend wird der zerkleinerte Spargel mit 6 Liter Wasser,
das eine Temperatur von 82 °C aufweist, übergossen und Kochsalz (4 g auf 10
l Spargelfond) wird zugesetzt. Die weiteren Schritte erfolgen wie unter Beispiel
1 beschrieben, wobei jedoch als Reinzuchthefe die Reinzuchthefe LT8 Plus von Schliessmann,
Schwäbisch-Hall verwendet wird.
Beispiel 3
Mineralwassersaffprodukt
Die erfindungsgemäße Gärzubereitung auf Spargelbasis kann zur Herstellung
eines gebrauchsfertigen Mineralwasserprodukts verwendet werden. Das Mineralwasserprodukt
umfaßt dabei Mineralwasser und Spargelessig im Verhältnis von 0,5:1 bis 50:1 (v/v)
und je nach angestrebter Geschmacksrichtung Zitronensaft.
Beispiel 4
Salat- oder Gemüsedressing
Die erfindungsgemäße Gärzubereitung auf Spargelbasis kann zur Herstellung
eines gebrauchsfertigen Salatdressings verwendet werden. Das Salatdressing umfaßt
dabei Spargelessig und Speiseöl im Verhältnis von 0,1:1 bis 10:1 (v/v) und je angestrebter
Geschmacksrichtung Salz, Pfeffer und frische oder getrocknete Kräuter.