Ein Permanentmagnet umfaßt ein hartmagnetisches Material (22) mit einem Seltenerdelement und ein antiferromagnetisches Material (21), wobei das hartmagnetische Material (22) und das antiferromagnetische Material (21) magnetisch gekoppelt sind. Der Volumenanteil des antiferromagnetischen Materials (21) beträgt, auf den ganzen Permanentmagneten bezogen, 20% oder weniger.
Beschreibung[de]
Die vorliegende Erfindung betrifft ein permanentmagnetisches Material
mit Seltenerdelementen, ein Herstellungsverfahren dafür und einen Motor mit einem
solchen Material.
In der japanischen Patent-Offenlegungsschrift 2002-64009 ist ein Verfahren
zum Herstellen eines permanentmagnetischen Materials mit Seltenerdelementen beschrieben.
Die Druckschrift beschreibt Zusammensetzungen mit Seltenerdelementen, Kohlenstoff
und Bor und die Kristallstruktur, die Größe der Kristalle, die Struktur, die Zusammensetzung,
die Form, die mittlere Teilchengröße, die Koerzitivkraft, die magnetische Restflußdichte
von Borid und ein Herstellungsverfahren mit einem schnellen Abkühlschritt sowie
ein Herstellungsverfahren mit einem Heizschritt.
In Physical Review B, Bd. 65, Seiten 174420 (2002) ist ein Verfahren
zum Verbessern der Koerzitivkraft von magnetischem Material durch Mahlen von SmCo5
und NiO in einer Kugelmühle beschrieben.
Die genannte Druckschrift 2002-64009 beschreibt Verfahren zum Herstellen
des Materials und zeigt dessen Koerzitivkraft auf, die nur 360 Oe (290 A/cm) beträgt.
In dieser Druckschrift wird erwähnt, daß, wenn V, Cr etc. als Feststoff in Fe gelöst
sind, deren Spins in der Gegenrichtung zur Magnetisierungsrichtung des Fe ausgerichtet
sind; als Folge davon wird die magnetische Restflußdichte geringer bzw. die Rechteckigkeit
kleiner.
Das Temperaturverhalten und die magnetische Restflußdichte der in
der Physical Review B genannten hartmagnetischen Materialien sind gering und nicht
ausreichend.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein permanentmagnetisches
Material zu schaffen, das als hartmagnetisches Material eine verbesserte Koerzitivkraft,
eine erhöhte Restflußdichte und ein vergrößertes Energieprodukt aufweist. Es soll
auch ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Materials und ein Motor mit einem
solchen magnetischen Material geschaffen werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit dem in den Patentansprüchen
genannten permanentmagnetischen Material, dem Herstellungsverfahren dafür und dem
Motor gelöst.
Der wesentliche Punkt der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß
ein Permanentmagnet aus einem hartmagnetischen Material mit Seltenerdelementen und
einem antiferromagnetischen Material besteht, wobei dem zwischen dem hartmagnetischen
Material und dem antiferromagnetischen Material eine magnetische Kopplung besteht,
und wobei das antiferromagnetische Material weniger als 20 Vol.-% ausmacht.
Die magnetische Kopplung ergibt sich durch das Verbinden des hartmagnetischen
Materials mit dem antiferromagnetischen Material im Magnet, wodurch die Koerzitivkraft
des hartmagnetischen Materials ansteigt und der Temperaturkoeffizient der Koerzitivkraft
kleiner wird. Im Ergebnis wird, wenn der Magnet für Motoren verwendet wird, die
bei Temperaturen über der Raumtemperatur benutzt werden, auch bei hohen Temperaturen
eine hohes Drehmoment erhalten. Die Motoren können für industrielle Zwecke verwendet
werden, etwa bei der Kraftfahrzeugherstellung, dem Transport von Halbleitervorrichtungen
usw. und in Generatoren.
Ausführungsformen der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnungen
beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
1 graphisch die Beziehung zwischen der
als antiferromagnetischen Material hinzugefügten Menge an NiO und der Koerzitivkraft.
2 graphisch die Beziehung zwischen der
hinzugefügten Menge an antiferromagnetischen Material NiFe/Ru/NiFe und der Koerzitivkraft.
3 graphisch die Beziehung zwischen der
hinzugefügten Menge an NiMn und der Koerzitivkraft.
4 graphisch die Beziehung zwischen der
hinzugefügten Menge an NiMn und Hk/iHc.
5 graphisch die Beziehung zwischen der
hinzugefügten Menge an NiMn und dem Temperaturkoeffizienten der Koerzitivkraft.
6 graphisch die Beziehung zwischen der
hinzugefügten Menge an NiMn und der thermischen Entmagnetisierung.
7 graphisch die Beziehung zwischen der
hinzugefügten Menge an NiMn und dem Energieprodukt.
8, 9
und 10 sind perspektivische Ansichten von
erfindungsgemäßen Rotoren.
11 ist eine perspektivische Ansicht eines
Rotors vom Oberflächenmagnettyp.
12, 13
und 14 sind Ansichten der Struktur von Magneten
mit antiferromagnetischen Materialien.
15 ist eine Mikrophotographie, die die
Struktur eines Magnets zeigt, der dadurch hergestellt wurde, daß 5 Gew.-% an MiN
zu 15 Gew.-% Nd2Fe14B hinzugefügt wurden, gefolgt von einem
Sintern bei niedriger Temperatur und dem Abkühlen in einem Magnetfeld.
Bei den Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zeichnet sich
der Permanentmagnet dadurch aus, daß er ein hartmagnetisches Material und ein antiferromagnetischen
Material enthält, wobei das antiferromagnetische Material 20 Vol.-% oder weniger
umfaßt. Im Ergebnis werden Verbindungen mit Seltenerdelementen magnetisch mit dem
antiferromagnetischen Material gekoppelt. Seltenerdelemente sind die Elemente, die
die Ordnungszahlen von 57 (La) bis 71 (Lu) und Sc und Y der Gruppe 3a im
Periodensystem umfassen.
Die Verbindungen der Seltenerdelemente R sind zum Beispiel R2Fe14B,
R2Co17 RCo5 etc . Die Verbindungen sind pul-verförmige Materialien
für Sinterkörper und zum Verbinden mit magnetischen Materialien. Die pulverförmigen
Verbindungen der hartmagnetischen Materialien weisen vorzugsweise eine Teilchengröße
von 1 bis 100 nm auf. Antiferromagnetisches Material wird in der Nähe der Kristallkörner
nur in RCo5 und NiO ausgebildet.
Das Energieprodukt von RCo5 und NiO, das bei Raumtemperatur
11 MGOe beträgt, ist so klein, daß solche Magneten bei verschiedenen Arten von sich
drehenden Maschinen, bei medizinischen Instrumenten, Audiogeräten, Informationsverarbeitungsvorrichtungen
wie HDDs (Festplattenlaufwerken), industriellen Geräten, Kraftfahrzeugen usw. verwendet
werden.
Im vorliegenden Fall sind die antiferromagnetischen Materialien Legierungen,
die Mangan und Laminate daraus enthalten, um ein hohes Energieprodukt (von 12 MGOe
bis 70 MGOe) zu erhalten, wobei das Volumenverhältnis des antiferromagnetischen
Materials so eingestellt wird, daß es 20% oder weniger beträgt.
Um das antiferromagnetische Material magnetisch mit den Kristallkörnern
des hartmagnetischen Materials zu verbinden (die beiden Materialien liegen gegebenenfalls
in verschiedenen Phasen vor), ist es wichtig, daß zwischen dem antiferromagnetischen
Material und dem hartmagnetischen Material keine Verunreinigungen vorliegen, daß
die Kristalle der Materialien orientiert sind, und daß ein Wachstum des antiferromagnetischen
Materials in den Körnern verhindert wird.
Wenn die obigen Bedingungen erfüllt sind, steuert das Wachstum des
antiferromagnetischen Materials in der Umgebung der Kristallkörner des hartmagnetischen
Materials die Magnetisierungsrichtung des antiferromagnetischen Materials durch
die Magnetisierung des antiferromagnetischen Materials beim Abkühlen in einem Magnetfeld
und bewirkt dadurch eine magnetische Kopplung zwischen dem antiferromagnetischen
Material und dem hartmagnetischen Material.
Das antiferromagnetische Material ist eine Mischung aus NiO, Fe2O3,
NiO und CoO etc. Wenn das Volumen der Oxide 20 Vol.-% oder weniger beträgt (das
Verhältnis von hartmagnetischem Material zu antiferromagnetischem Material sollte
4 zu 1 oder kleiner sein), ist es möglich, das Energieprodukt so zu maximieren,
daß es 12 MGOe oder mehr beträgt.
Im Falle von Manganlegierungen können reguläre Phasen oder irreguläre
Phasen von NiMn, PtMn, IrMn, FeMn, PdMn etc. verwendet werden. Bei einem Laminatmaterial
werden um magnetisches Pulver lamellare Materialien aus Fe/Cr/Fe, Fe/Ru/Fe, NiFe/Ru/NiFe
etc. aufwachsen gelassen, wodurch die Koerzitivkraft des hartmagnetischen Materials
durch eine Austauschkopplung mit dem hartmagnetischen Material in der Form einer
magnetischen Kopplung ansteigt. Die Austauschkopplung tritt zwischen dem hartmagnetischen
Material und dem antiferromagnetischen Material durch Ausbilden der genannten verschiedenen
Materialien auf.
Die Austauschkopplung unterdrückt eine Bewegung der magnetischen Grenzen
und das Entstehen von Grenzen des hartmagnetischen Materials. Diese Unterdrückung
hat den Vorteil, daß sich die Koerzitivkraft des hartmagnetischen Materials erhöht,
die Temperaturabhängigkeit der Koerzitivkraft und der Restflußdichte verringert
und die Rechteckigkeit der Entmagnetisierungskurve zunimmt.
Es wird nun ein Verfahren zur Herstellung des Magneten beschrieben.
Mit dem Verfahren werden die Temperatureigenschaften des hartmagnetischen Materials
verbessert, wobei die Austauschkopplung mit dem antiferromagnetischen Material ausgenutzt
wird. Da die Austauschkopplung im allgemeinen ein lokaler Effekt ist und von der
Oberflächenstruktur abhängt, wird sie durch Verunreinigungen wie Sauerstoff, Kohlenstoff
und Stickstoff, die nicht die Hauptphase bilden, drastisch herabgesetzt.
Die Kristallkörner des hartmagnetischen Materials sollten so klein
wie möglich sein. Vorzugsweise beträgt die Korngröße 1 bis 10 Mikrometer. Durch
eine Reduktionsbehandlung sollten Verunreinigungen wie Sauerstoff von den Grenzflächen
der Kristallkörner entfernt werden.
Eine Phase mit niedrigem Schmelzpunkt wie R2Fe14B
beginnt bei etwa 850°C zu schmelzen, wobei an den Grenzflächen der Körner eine
Nd-reiche Phase gefunden wird. Wenn das Mangan enthaltende antiferromagnetische
Material mit der Ndreichen Phase reagiert, wächst sie um die Körner weiter. Bei
der Bildung der antiferromagnetischen Phase ordnen sich die Spins der antiferromagnetischen
Phase bei einer Temperatur unter der des Néel-Punktes nichtparallel an und lassen
sich hinsichtlich der Energie stabilisieren.
Wenn während der Abkühlperiode nach dem Sintern des Materials von
außen ein magnetisches Feld angelegt wird, tritt in der Richtung des Magnetfeldes
eine Austauschkopplung zwischen dem antiferromagnetischen Material
und dem hartmagnetischen Material auf.
Auch wenn die Zusammensetzung des antiferromagnetischen Materials
außerhalb der oben genannten Legierungszusammensetzung liegt, tritt in den Körnern
im antiferromagnetischen Material mit dem hartmagnetischen Material eine Austauschkopplung
auf, wodurch die Ausbildung einer magnetischen Barriere und die Bewegung von magnetischen
Grenzen unterdrückt wird. Wenn die Korngröße von R2Fe14B klein
ist, kann es mit dem antiferromagnetischen Material bei einer Temperatur unterhalb
von 850°C eine magnetische Verbindung ausbilden.
Die erwähnte Wärmebehandlung erfolgt, nachdem das Pulver des antiferromagnetischen
Materials mit dem Pulver des ferromagnetischen Materials vermischt wurde. Die Korngröße
des antiferromagnetischen Materials in der Mischung ist vorzugsweise kleiner als
die Korngröße des anderen Materials.
Ein anderes Verfahren ist ein mechanisches Legierungsverfahren oder
ein Kugelmühlenverfahren zum Mischen des antiferromagnetischen Materials mit dem
hartmagnetischen Material derart, daß eine magnetische Wirkung (statische Magnetisierung,
Austauschkopplung) auf das antiferromagnetische Material und das hartmagnetische
Material ausgeübt wird.
Um das Energieprodukt zu erhöhen, sollte das Volumen des antiferromagnetischen
Materials vorzugsweise 20 % oder weniger betragen. Das Anlegen eines Magnetfeldes
während oder nach dem Mahlen in der Kugelmühle, um das hartmagnetische Material
mit dem antiferromagnetischen Material anisotrop zu machen, ergibt ein Magnetmaterial
mit einem hohen Energieprodukt.
Beispiel 1
In diesem Beispiel wurde Nd als Seltenerdelement gewählt und aus den
entsprechenden Rohmaterialien Nd2Fe14B hergestellt. Die Rohmaterialien
wurden mittels einer Hochfrequenz-Induktionsheizung aufgeschmolzen und zusammenlegiert.
Es wurde in diesem Fall Nd mit 5 Gew.-% Überschuß zu der Rohmaterialzusammensetzung
hinzugegeben, um den Verlust von Nd beim Aufheizen auszugleichen.
Dann wurde die Legierung in einer Stampfmühle oder einem Backenbrecher
gebrochen, um ein grobes Pulver mit einer mittleren Korngröße von 100 Mikrometern
zu erhalten. Danach wurde das Pulver weiter zu einem Pulver mit einer mittleren
Teilchengröße von 3 bis 5 Mikrometer vermahlen. Das abschließende Mahlen kann in
einer Kugelmühle erfolgen. Das erhaltene Pulver wurde bei 400 bis 850°C einer
Wasserstoffbehandlung unterzogen, um Oxide von der Oberfläche der Partikel zu entfernen.
Bei einem anderen Verfahren wird magnetisches Pulver, das wenigstens
ein Seltenerdelement enthält, bei einer Temperatur von 400°C oder höher in einer
Wasserstoffatmosphäre gehalten und dann der Wasserstoff entfernt. Das erhaltene
Pulver wird weiter gemahlen, um ein feines magnetisches Pul-ver zu erhalten. Das
feine Pulver wird mit dem antiferromagnetischen Material vermischt.
Das antiferromagnetische Material ist NiO, dessen Néel-Temperatur
bei 155°C liegt. Die Teilchengröße des NiO-Pulvers sollte kleiner sein als die
des magnetischen Nd2Fe14B-Pulvers, um die Grenzflächen zwischen
dem magnetischen Pulver und dem NiO zu vergrößern. Nach dem Zumischen des NiO in
einem Mischer wurde die Mischung in eine mit Elektromagneten versehene Form gefüllt
und dann ein magnetisches Feld angelegt, um die Kristallachsen des Nd2Fe14B
in der Richtung des Magnetfeldes auszurichten.
Der Formdruck betrug mindestens 108 N/m2, um
ein Formteil mit einer Erscheinungsdichte von etwa 60% zu erhalten. Wenn als antiferromagnetisches
Material NiO gewählt wird, können Ni und O in die Mutterphase oder Matrix eindiffundieren,
wenn eine Sintertemperatur von 1100°C oder höher verwendet wird. Das Sintern
sollte daher bei 850°C oder darunter ausgeführt werden.
In diesem Beispiel wurde das Ausformen mit Joulescher Wärme durchgeführt,
die in einem Formverfahren mit elektrischem Strom erzeugt wurde, wobei der Form
ein Gleichstrom von etwa 1500 A zugeführt wurde.
Während des Abkühlens nach dem Zuführen des Stroms wurde in anisotroper
Richtung ein Magnetfeld angelegt, um dem antiferromagnetischen Material und dem
Nd2Fe14B eine unidirektionale magnetische Anisotropie zu erteilen.
Die Beziehung zwischen der Koerzitivkraft des Magneten aus dem so hergestellten
Mischpulver aus Nd2Fe14B und NiO und der Zugabemenge des antiferromagnetischen
Materials ist in der 1 gezeigt.
Wenn NiO hinzugefügt wird, weist der Magnet eine erhöhte Koerzitivkraft
auf. Der Anstieg in der Koerzitivkraft wird durch die Austauschkopplung zwischen
dem NiO und dem hartmagnetischen Material, d.h. dem Nd2Fe14B,
herbeigeführt.
Beispiel 2
Im zweiten Beispiel wurden als Seltenerdelemente Nd und Dy ausgewählt,
um eine Rohmaterialmischung aus (Nd,Dy)2Fe14B zu erzeugen.
Die Rohmaterialmischung wurde mit einer Induktionsheizung aufgeschmolzen und zusammenlegiert.
Die hinzugefügte Menge an Dy betrug, bezogen auf das Nd, 0,5 bis 1,0
Gew.-%. Nd und Dy wurden mit einer Überschußmenge von etwa 5 Gew.-% hinzugefügt,
um den Verlust beim Aufheizen zu kompensieren.
Dann wurde die Legierung in einer Stampfmühle oder einem Backenbrecher
gebrochen, um ein grobes Pulver mit einer mittleren Teilchengröße von 100 Mikrometern
zu erhalten. Danach wurde das Pulver in einer Gasstrahlmühle weiter zermahlen, um
ein feines Pulver einer mittleren Teilchengröße von 3 bis 5 Mikrometer zu erhalten.
Das abschließende Mahlen kann auch in einer Kugelmühle erfolgen.
Das erhaltene Feinpulver wurde bei 600 bis 850°C in einer Wasserstoffatmosphäre
behandelt, um Oxide an der Oberfläche der Körner zu entfernen. Dann wurde das Pulver
mit dem antiferromagnetischen Pulver vermischt. Das antiferromagnetische Material
war NiFe/Ru/NiFe.
Mit einem Zerstäubungsverfahren wurde ein Laminat hergestellt. Die
Materialien wurde in der Reihenfolge NiFe, Ru und NiFe in einer Argonatmosphäre
oder im Vakuum verdampft bzw. zerstäubt. Das zerstäubte Material bildete die aus
NiFe, Ru und NiFe bestehenden Laminatstruktur aus. Die Verdampfungsmenge des NiFe
wurde so gesteuert, daß sich eine NiFe-Schicht mit einer Dicke von 2 bis 50 nm ausbildete,
und die Verdampfungsmenge des Ru wurde so gesteuert, daß sich eine Schicht mit einer
Dicke ausbildete, die kleiner war als die der NiFe-Schicht.
Das magnetische Pulver mit der Laminatstruktur wurde in einem Mischer
mit dem magnetischen (Nd,Dy)2Fe14B-Pulver vermischt. Nach
dem Vermischen wurde das Mischpulver in eine mit Elektromagneten versehene Form
gefüllt, und an die Form wurde ein magnetisches Feld so angelegt, daß sich die Kristallachse
des (Nd, Dy)2Fe14B in der Richtung des magnetischen Feldes
ausrichtete.
Die Teilchengröße des NiFe/Ru/NiFe war kleiner als die des (Nd,Dy)2Fe14B,
um die Chancen für einen Kontakt der (Nd,Dy)2Fe14B-Körner
mit dem antiferromagnetischen Material zu vergrößern. Der Formdruck betrug bei einer
Temperatur von 850°C oder kleiner mindestens 108 N/m2,
um eine Erscheinungsdichte von etwa 60% zu erhalten.
Wenn die Temperatur 850°C übersteigt, kann die Struktur des Laminats
nicht aufrechterhalten werden, und die Austauschkopplung mit dem antiferromagnetischen
Material verringert sich. Das Pulver sollte daher mit einer Temperatur in Form gebracht
werden, die so niedrig wie möglich ist. Im vorliegenden Beispiel wurde ein Stromflußformen
mit einem elektrischen Strom von 1000 bis 1500 A zum Erzeugen von Joulescher Wärme
verwendet. Während des Abkühlens nach dem Aufheizen wurde in der Richtung der Anisotropie
ein magnetisches Feld an die Form angelegt, um dem antiferromagnetischen Material
und dem (Nd,Dy)2Fe14B eine unidirektionale magnetische Anisotropie
zu erteilen.
Die Beziehung zwischen der Koerzitivkraft des Magnets aus dem (Nd,Dy)2Fe14B
und der hinzugefügten Menge des antiferromagnetischen Materials, d.h. des NiFe/Ru/NiFe,
ist in der 2 gezeigt. Die Zugabe des antiferromagnetischen
Materials erhöht die Koerzitivkraft des Magnets. Der Anstieg in der Koerzitivkraft
wird durch die Austauschkopplung zwischen dem antiferromagnetischen Material und
dem hartmagnetischen Material, d.h. dem (Nd,Dy)2Fe14B, herbeigeführt.
Beispiel 3
Im dritten Beispiel wurden für das antiferromagnetische Material Manganlegierungen
gewählt. Zur Herstellung des Manganlegierungspulvers wurden Gaszerstäubungsverfahren
oder Flüssigkeitsabschreckverfahren angewendet. Die Manganlegierungen sind zum Beispiel
NiMn, FeMn, PdMn, IrMn oder PtMn. Im Falle von NiMn bildet sich eine reguläre Phase
aus, während in den anderen Fällen irreguläre Phasen entstehen.
Die mittlere Teilchengröße betrug bei den genannten Manganlegierungen
1 bis 5 Mikrometern. Je kleiner die Teilchengröße ist, um so größer kann die Koerzitivkraft
sein.
Es wird der Fall beschrieben, daß als Manganlegierung NiMn verwendet
wird. Mit einem Gaszerstäubungsverfahren zum Zerstäuben der NiMn-Legierung läßt
sich ein NiMn-Legierungspulver erhalten, bei dem der Ni-Gehalt im Mn 50 Vol.-% (±
1 %) bei einer mittleren Teilchengröße von 1 bis 5 Mikrometern beträgt. Das sich
ergebende Pulver wurde mit magnetischem Pulver vermischt, das wenigstens ein Seltenerdelement
enthält und eine mittlere Teilchengröße von 5 bis 100 Mikrometern besitzt.
Zum Vermischen der Pulver im Vakuum (1 × 10–2
Pa oder weniger) wurde ein V-Mischer oder eine Kugelmühle verwendet. Das Mischpulver
wurde in einem magnetischen Feld zusammengedrückt. Die Stärke des magnetischen Feldes
betrug mindestens 0,5 MA/m und der Formdruck mindestens 107 N/m2.
Der Vorgang wurde in einer Inertgasatmosphäre wie einer Stickstoffatmosphäre oder
in Vakuum (1 × 10–2 Pa oder weniger) ausgeführt.
Zwischen den Teilchen des hartmagnetischen Materials sind in dem Formteil
NiMn-Pulverteilchen verteilt, aber es tritt keine Austauschkopplung zwischen dem
ferromagnetischen Material und dem antiferromagnetischen Material auf. Die Austauschkopplung
tritt erst dann auf, wenn das Formprodukt der folgenden Wärmebehandlung unterzogen
wird. Im Inneren des Ofens befindet sich dabei ein reduzierendes Gas, das Wasserstoff
enthält, um die Oberfläche des Pulvers mit dem Seltenerdelement zu reduzieren, bevor
das Formteil in den Wärmebehandlungsofen eingeführt und wärmebehandelt wird.
Das Aufheizen des Formteils in der reduzierenden Atmosphäre entfernt
die Oxide von der Oberfläche des Pulvers mit dem Seltenerdelement. Die Wärmebehandlung
wird in der reduzierenden Atmosphäre bei 850°C für 2 Stunden ausgeführt, woraufhin
ein Magnetfeld angelegt wird, wenn das Formteil abkühlt. Die Richtung des Magnetfeldes
ist die gleiche wie zum Zeitpunkt des Ausformens des Formteils. Das Magnetfeld kann
in Abhängigkeit von der Form und der Größe des Formteils unterschiedlich sein, die
Stärke des Magnetfeldes sollte jedoch wenigstens 0,1 MA/m betragen.
Die Abkühlgeschwindigkeit im Magnetfeld beträgt vorzugsweise 2°C/min
oder weniger. Bei einer solchen Abkühlgeschwindigkeit wird die Ausbildung der regulären
Phase des NiMn begünstigt. Beim Abkühlen ist keine reduzierende Atmosphäre erforderlich.
Der Nd2Fe14B-Magnet, der mit dem beschriebenen
Verfahren hergestellt wird, beinhaltet eine Nd-reiche primäre Nd2Fe14B-Phase
und eine NiMn-Phase, wobei die NiMn-Phase als reguläre Phase in der Nähe der Körner
des Nd2Fe14B vorliegt, die sich magnetisch mit dem Nd2Fe14B
verbindet.
Die NiMn-Phase ist antiferromagnetisch, und das Nd2Fe14B
ist ferromagnetisch. An den Grenzen der Phasen verbinden sich Teile der NiMn-Spins
und der Nd2Fe14B-Spins magnetisch miteinander und koppeln
die Bewegung der Nd2Fe14B-Spins mit den NiMn-Spins. Da ein
Teil der Nd2Fe14B-Spins fixiert ist, wird eine Drehung und
Bewegung der magnetischen Segmente der Nd2Fe14B-Spins unterdrückt
.
Die Bereiche, in denen sich die magnetische Kopplung zwischen der
antiferromagnetischen Phase und der hartmagnetischen Phase ausbildet, liegen innerhalb
etwa 0,1 &mgr;m an den Grenzen des NiMn. Die Abnahme der magnetischen Barriere,
die sich in der Umgebung der magnetischen Körner ausbildet, oder die Homogenisierung
der Störungen der Magnetisierung in der Umgebung der Körner führt zu den folgenden
Vorteilen:
1. Erhöhung der Koerzitivkraft.
2. Verringerung des Temperaturkoeffizienten der Koerzitivkraft.
3. Erhöhung der Rechteckigkeit der Entmagnetisierungskurve.
4. Abnahme der thermischen Entmagnetisierung.
Diese Vorteile sind mit Bezug zu den hinzugefügten Mengen an NiMn
in den 3 bis 7
gezeigt. Die 3 zeigt die Tatsache, daß die Koerzitivkraft
linear ansteigt, bis die hinzugefügte Menge 10 Gew-% beträgt, und die
4 zeigt, daß das Verhältnis von Hk zu iHc (Hk/iHc)
linear ansteigt, bis die hinzugefügte Menge 5 Gew.-% beträgt. Da die 1
einen Anstieg von iHc zeigt, ist offensichtlich, daß auch der Hk-Wert ansteigt.
Das heißt, daß sich die Rechteckigkeit der Entmagnetisierungskurve verbessert.
Aus der 5 geht hervor, daß der Absolutwert
des Temperaturkoeffizienten der Koerzitivkraft mit der Zugabe von NiMn kleiner wird.
Die Abnahme des Temperaturkoeffizienten hängt von der Unterdrückung der Magnetisierung
oder der magnetischen Wände aufgrund der Austauschkopplung zwischen dem antiferromagnetischen
Material und dem hartmagnetischen Material ab bzw. von der Unterdrückung der Bewegung
der magnetischen Wände.
Aufgrund der Unterdrückung der Magnetisierung und der Bewegung der
magnetischen Wände wird die thermische Entmagnetisierung klein, wie es in der
6 gezeigt ist. Das hartmagnetische Material kann daher
auch bei Teilen verwendet werden, die bei Temperaturen betrieben werden, die über
der Raumtemperatur liegt, insbesondere bei Teilen, bei denen eine Stabilität des
Temperaturkoeffizienten (hohe magnetische Flußdichte an der Oberfläche des Magnets
und niedrige Entmagnetisierung) erforderlich ist und die nicht so teuer sind wie
SmCo-Magnete.
Wie in der 7 gezeigt, erhöht die Zugabe
von NiMn das Energieprodukt (BHmax), da die Rechteckigkeit der Entmagnetisierung
besser ist. Das Hinzufügen des antiferromagnetischen Materials verringert jedoch
die Restflußdichte, so daß das Energieprodukt ab einer Zugabe von etwa 15 Vol.-%
wieder abnimmt. Wenn die hinzugefügte Menge 20 Vol.-% übersteigt, wird das Energieprodukt
kleiner als es ohne Zugabe ist.
Deshalb sollte die Zugabemenge an antiferromagnetischem Material oder
die Menge an antiferromagnetischem Material, die im Magnet ausgebildet wird, bei
20 Vol.-% oder weniger liegen. Wenn das antiferromagnetische Material aus NiO, Fe2O3,
IrMn, PtMn, CrMnPt, CoO etc. besteht, übersteigt die Abnahme in der Restflußdichte
den Anstieg in der Rechteckigkeit, wenn die Zugabemenge an antiferromagnetischem
Material oder die Menge an antiferromagnetischem Material, die im Magnet ausgebildet
wird, etwa 20 Vol.-% oder mehr beträgt.
Wenn zu dem hartmagnetischen Material das antiferromagnetische Material
und ein weichmagnetisches Material hinzugefügt werden und das weichmagnetische Material
im hartmagnetischen Material ausgebildet wird, steigt die Restflußdichte des weichmagnetischen
Materials weiter an, wenn die Flußdichte des weichmagnetischen Materials hoch ist.
Im Ergebnis wird ein Hochenergieprodukt erhalten, auch wenn der Volumenanteil des
antiferromagnetischen Materials ansteigt.
Wenn zusammen mit dem antiferromagnetischen Material eine dünne Schicht
oder feine Teilchen aus Eisen oder einer Legierung der Eisenreihe, die kein antiferromagnetisches
Material wie NiMn etc. ist, ausgebildet wird bzw. werden, wird ein Anstieg der Restflußdichte
und der Rechteckigkeit erhalten, der das Energieprodukt erhöht,
da die Sättigungsflußdichte von Materialien der Eisenreihe hoch ist und durch die
magnetische Verbindung zwischen dem weichmagnetischen Material und dem hartmagnetischen
Material ein Verbesserung der Rechteckigkeit erhalten wird.
Beispiel 4
Im folgenden wird ein Beispiel beschrieben, bei dem IrMn, PdMn oder
FeMn, die alle irreguläre Phasen sind, als antiferromagnetisches Material verwendet
wird. Es wird ein Verfahren zur Herstellung eines hartmagnetischen Materials mit
Legierungen mit 10 bis 30 Vol.-% Ir, Rest Mn, 10 bis 30 Vol.-% Pd, Rest Mn, oder
30 bis 60% Fe, Rest Mn, oder tertitären Legierungen aus CrMnPt, IrMnPd etc. beschrieben.
Hartmagnetische Materialien sind solche, bei denen die Hauptphase
aus Verbindungen besteht, die wenigstens ein Seltenerdelement, Fe, Co, B, C und/oder
N enthalten. Die Materialien wurden im Vakuum (1 × 10–2
Pa oder weniger) aufgeschmolzen, um eine feste Lösung zu bilden, gefolgt von einer
chemischen Analyse und vom Zerbrechen. Das Zerbrechen erfolgte in einer Stickstoff-
oder Argonatmosphäre. Die Körner wurden des weiteren mit einer Gasstrahlmühle oder
einer Kugelmühle vermahlen, um ein feines Pulver mit einer Teilchengröße von 1 bis
5 &mgr;m zu erhalten. Der Magnet wurde durch eine Dampfabscheidung des antiferromagnetischen
Materials auf dem hartmagnetischen Material hergestellt. Das hartmagnetische Material
wurde in einer Vakuumkammer auf einem Transfertisch plaziert und das antiferromagnetische
Material aus der Mn-Reihe verdampft. Die Dicke des auf das hartmagnetische Material
aufgebrachten antiferromagnetischen Mn-Materials betrug 10 bis 100 nm.
Vor dem Aufdampfen des antiferromagnetischen Materials wurde die Oberfläche
des Pulvers des hartmagnetischen Materials in einer Wasserstoffatmosphäre aufgeheizt,
um Oxide auf der Oberfläche zu reduzieren, wodurch sich die magnetischen Eigenschaften
verbessern. Wenn der Oberflächenbereich des aufgedampften hartmagnetischen Materials,
der mit dem antiferromagnetischen Material in Kontakt steht, etwa 10 oder mehr beträgt,
verbessert sich der Temperaturkoeffizient.
Aufdampfverfahren sind zum Beispiel das Vakuumaufdampfen und das Sputtern.
Das Sputterverfahren unter Verwendung von Argongas ist für die Massenproduktion
besser geeignet, da sich die damit erzeugte Zusammensetzung kaum ändert. Wenn zur
Ausbildung des antiferromagnetischen Materials ein Auf dampfverfahren angewendet
wird, sollte vor dem Aufbringen des antiferromagnetischen Materials auf dem hartmagnetischen
Material eine 1 bis 10 nm dicke Schicht aus einem weichmagnetischen Material wie
Fe, NiFe etc. abgeschieden werden, um Fluktuationen in der Zusammensetzung gering
zu halten.
Das sich ergebende Pulver des hartmagnetischen Materials, auf das
das antiferromagnetische Material aufgebracht wurde, wurde in einem magnetischen
Feld mit einer Stärke von wenigstens 0,6 MA/cm und einem Druck von 107
N/m2 oder mehr zusammengedrückt, um ein Formteil mit Anisotropie herzustellen.
Das sich ergebende Formteil wies eine spezifische Dichte von etwa 7 g/cm3
auf. Das Formteil wurde in einen Heizofen gebracht und in einem Wasserstoffgasfluß
auf 850 bis 1100°C aufgeheizt. Die Abkühlgeschwindigkeit ist nicht beschränkt.
Wenn das Formteil in einem magnetischen Feld abgekühlt wird, ergibt sich eine magnetische
Verbindung zwischen dem antiferromagnetischen Material und dem hartmagnetischen
Material.
Die magnetische Verbindung erhöht die Koerzitivkraft des hartmagnetischen
Materials. Es wird so ein hartmagnetisches Material mit hoher Koerzitivkraft erhalten,
das gegen eine thermische Entmagnetisierung bei hohen Temperaturen unempfindlich
ist.
Die folgende Tabelle 1 zeigt die Zusammensetzung, die Art des antiferromagnetischen
Materials und die magnetischen Eigenschaften des hartmagnetischen Materials der
oben genannten Beispiele.
Tabelle 1
Es ist offensichtlich, daß in Abhängigkeit von der Zusammensetzung des antiferromagnetischen
Materials und des hartmagnetischen Materials die optimale Zugabemenge des antiferromagnetischen
Materials zwischen 3 und 20 Vol.-% liegt. Wenn die Zugabemenge 20 Vol.-% übersteigt,
nimmt die Restflußdichte des Magneten ab, und das Energieprodukt läßt sich kaum
halten, auch wenn die Koerzitivkraft zunimmt.
Wenn eine Diffusion von Komponenten des antiferromagnetischen Materials
in die Kristallkörner des hartmagnetischen Materials verhindert wird und wenn eine
Zersetzung des antiferromagnetischen Materials vermieden wird, kann das Verhalten
des Temperaturkoeffizienten des hartmagnetischen Materials auch dann verbessert
werden, wenn nur eine geringe Menge des antiferromagnetischen Materials zugegeben
wird. Um die Eigenschaften des Temperaturkoeffizienten von Magneten
aus der NdFeB-Reihe zu verbessern, wird im allgemeinen Dy hinzugefügt. Da Dy teuer
ist, steigen die Kosten für die Magneten an, wodurch nicht nur die Magnete, sondern
auch die Vorrichtungen, die solche Magnete enthalten, teurer werden.
Aus der Tabelle 1 geht hervor, daß auch dann, wenn kein Dy hinzugefügt
wird, das Hinzufügen des antiferromagnetischen Materials die Eigenschaften des Temperaturkoeffizienten
verbessert, weshalb die vorliegende Erfindung Vorteile hinsichtlich der Kosten und
des Preises hat.
Die 15 zeigt eine Schnittansicht eines
Magneten, der durch ein Niedertemperatursintern hergestellt wurde, gefolgt von einem
Abkühlen in einem Magnetfeld, wobei zu dem Nd2Fe14B 5 Vol.-%
NiMn hinzugefügt worden waren.
An den Korngrenzen lassen sich Ni und Mn feststellen, so daß eine
NiMn-Legierung ausgebildet wurde. Die Ausbildung der NiMn-Legierung an den Korngrenzen
bringt die Austauschkopplung zwischen dem antiferromagnetischen Material NiMn und
dem hartmagnetischen Material Nd2Fe14B hervor. Es wird daher
angenommen, daß eine Drehung der Magnetisierung und die Entstehung von magnetischen
Barrierenwänden sowie eine Bewegung der Wände vermieden werden konnte.
Beispiel 5
Ein Pulver für ein hartmagnetisches Materials, das wenigstens ein
Seltenerdelement enthielt, wurde in einem reduzierenden Gas wie Wasserstoff zu Pulver
mit einer Teilchengröße von 1 bis 5 &mgr;m zerkleinert . Dann wurde an das Pulver,
das auf Kunstharz aufgebracht wurde, ein magnetisches Feld angelegt.
Auf das magnetische Pulver auf dem Kunstharz wurde dann antiferromagnetisches
Material aufgedampft, während ein magnetisches Feld angelegt wurde, woraufhin dann
das beschichtete magnetische Pulver mit Kunstharz abgedeckt wurde. Das antiferromagnetische
Material ist eine Legierung in einer irregulären Phase, die Mn enthält, ihre Dicke
betrug 1 bis 50 nm. Die Temperatur an der Oberfläche des magnetischen Pulvers betrug
beim Aufdampfen 50 bis 100°C.
Das antiferromagnetische Material wurde durch das magnetische Feld
in einer Richtung magnetisiert, wenn die Temperatur von der obigen Temperatur auf
Raumtemperatur absinkt. Bei diesem Verfahren wird ein dünnes, blattartiges hartmagnetisches
Material hergestellt.
Das Blatt aus dem hartmagnetischen Material kann dazu verwendet werden,
an den Stellen für die Magneten in einem Rotor eingesetzt und angebracht zu werden.
Das Blatt aus dem hartmagnetischen Material kann auch zerbrochen werden, um ein
Verbundmaterial herzustellen. Das Verbundmaterial kann dann als Material zum Spritzgießen
eines anisotropen Magneten verwendet werden.
Beispiel 6
Im folgenden wird ein Beispiel beschrieben, bei dem das hartmagnetische
Material und das antiferromagnetische Material in einer Kugelmühle vermischt werden.
Als Kugelmühle wurde eine Zentrifugal-Kugelmühle mit einer Drehzahl
von 200 Umdrehungen pro Minute für eine vorgegebene Zeitspanne verwendet. Das Ergebnis
ist in der Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2
Wie in der Tabelle 2 gezeigt, wird der Absolutwert des Temperaturkoeffizienten
der Koerzitivkraft klein, wenn das antiferromagnetische Material hinzugefügt wird.
Durch Mischen des magnetischen Pulvers mit einem thermoplastischen Kunstharz kann
ein anisotropes oder isotropes Verbundmaterial für das Spritzgießen hergestellt
werden. Das magnetische Pul-ver kann auch mit einem sich thermisch verfestigenden
Kunstharz vermischt werden, um eine Verbundmasse für ein Druckgießen herzustellen,
das in einem magnetischen Feld für verschiedene Arten von Motoren vergossen wird.
Die 12 bis 14
zeigen schematisch die Mikrostrukturen on Magneten, die in diesem Beispiel hergestellt
wurden. Die Magneten bestehen aus dem antiferromagnetischen Material 21
und dem hartmagnetischen Material 22, wobei eine seltenerdelementreiche
Phase oder ferromagnetische Phase 23 ausgebildet werden kann.
Die 12 zeigt die Mikrostruktur mit dem
antiferromagnetischen Material 21, das außerhalb des hartmagnetischen Materials
22 ausgebildet wird. Auch wenn zwischen dem antiferromagnetischen Material
21 und dem hartmagnetischen Material 22 nur eine dünne Diffusionsschicht
oder hoch beanspruchte Phase ausgebildet wird, gibt es eine magnetische Kopplung.
Wie in der 13 gezeigt, gibt es eine magnetische
Kopplung auch dann, wenn sich außerhalb des hartmagnetischen Materials
22 antiferromagnetisches Material und weichmagnetisches Material befindet,
und auch dann, wenn es eine seltenerdelementreiche Phase 23 gibt. Die
13 zeigt auch, daß zwischen den Körnern des hartmagnetischen
Materials Lücken (Zwischenräume) entstehen; durch die magnetische Kopplung verbessert
sich jedoch die Rechteckigkeit der Entmagnetisierungskurve.
Die 14 zeigt außerhalb der Körner
22 des hartmagnetischen Materials antiferromagnetisches Material
21 und weichmagnetisches Material oder eine seltenerdelementreiche Phase
23. Dieser Magnet weist ein verbessertes Energieprodukt auf, und auch die
magnetische Restflußdichte wird durch das weichmagnetische Material verbessert.
Außerdem wird die Rechteckigkeit durch das antiferromagnetische Material besser.
Beispiel 7
Im folgenden wird die Herstellung von Rotoren für Motoren beschrieben.
Die 8 bis 11
zeigen perspektivische Ansichten von Rotoren. Im Falle eines Innenrotors sind um
eine Welle 11 Magneten angeordnet. Wenn die oben genannten Verbindungen
verwendet werden, werden diese durch Spritzgießen oder durch thermisches Extrusionsgießen
an den Stellen 12 für die Magneten ausgebildet.
Die Welle 11 besteht aus Kohlenstoffstahl. Um die Welle sind
laminatförmig elektromagnetische Stahlplatten 13 angeordnet, wobei schon
beim Ausformen der Stahlplatten 13 die Stellen 12 für die Magneten
ausgespart werden.
Eine der obigen Verbindungen mit einem antiferromagnetischen Material,
wenigstens einem Seltenerdelement und einem Kunstharz-Bindemittel (thermoplastisches
oder thermisch sich verfestigendes Harz) wird durch Spritzgießen
oder Druckgießen ausgeformt, wobei eine Form verwendet wird, die den laminierten
elektromagnetischen Stahlplatten entspricht. Zum Zeitpunkt des Gießens wird ein
magnetisches Feld von 0,7 MA/m angelegt, um dem Magnetpulver eine Anisotropie zu
verleihen.
Die Tabelle 2 zeigt die Zusammensetzungen der Magnete für die
8 bis 11 und
verschiedene magnetische Eigenschaften der Magnete. Die auf die Art und unter den
Bedingungen der Tabelle 2 hergestellten Magnete wurden an den Stellen
12 für die Magnete angeordnet. Die Magnete wurden bearbeitet und mechanisch
an den entsprechenden Stellen eingesetzt, um die Rotoren auszubilden.
Die in den 8 bis 11
gezeigten Rotoren zeigten auch bei hohen Temperaturen ein stabiles Ausgangsverhalten,
sind gegen magnetische Gegenfelder unempfindlich und weisen einen kleinen Temperaturkoeffizienten
für die Induktionsspannung auf. Die obigen Rotoren können unter Verwendung von hartmagnetischem
Material hergestellt werden, das weniger entmagnetisierbar ist und das einen kleinen
Temperaturkoeffizienten für die Koerzitivkraft aufweist.
Mit der vorliegenden Erfindung lassen sich Permanentmagneten mit hoher
Koerzitivkraft, einer hohen Restflußdichte und einem verbesserten Energieprodukt
des hartmagnetischen Materials erhalten. Mit diesen Magneten können Motoren hergestellt
werden.
Anspruch[de]
Permanentmagnet mit einem hartmagnetischen Material (22), das ein Seltenerdelement
enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Permanentmagnet des weiteren ein antiferromagnetisches
Material (21) enthält, wobei das hartmagnetische Material (22)
und das antiferromagnetische Material (21) magnetisch gekoppelt sind, und
wobei der Volumenanteil des antiferromagnetischen Materials (21) auf der
Basis des Permanentmagneten 20% oder weniger beträgt.
Permanentmagnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das hartmagnetische
Material (22) und das antiferromagnetische Material (21) in verschiedenen
Phasen vorliegen.
Permanentmagnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das antiferromagnetische
Material (21) eine Schicht ist, die dünner ist als die Schicht des hartmagnetischen
Materials (22).
Permanentmagnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das antiferromagnetische
Material (21) eine Legierung ist, die Mangan in einer regulären oder einer
irregulären Phase enthält.
Permanentmagnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das antiferromagnetische
Material (21) eine Nickel-Mangan-Legierung in einem Volumenanteil von 3
bis 10% enthält.
Verfahren zur Herstellung eines Permanentmagneten, mit den Schritten:
Herstellen eines Pulvers eines hartmagnetischen Materials, das ein Seltenerdelement
enthält;
Herstellen eines Pulvers eines antiferromagnetischen Materials;
Vermischen des Pulvers des hartmagnetischen Materials und des Pulvers des antiferromagnetischen
Materials;
dichtes Einfüllen des Mischpulvers in eine Form mit einem Elektromagneten;
Anlegen eines magnetischen Feldes an das in die Form gefüllte Pulver mit dem Elektromagneten;
Aufheizen des Pulvers, um es zu sintern; und
Abkühlen des Sinterprodukts in einem magnetischen Feld.
Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Volumenanteil des
antiferromagnetischen Materials in der Mischung 20% oder kleiner ist.
Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Antiferromagnetismus
des antiferromagnetischen Materials kleiner ist als der des hartmagnetischen Materials.
Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schritt des Herstellens
des Pulvers des hartmagnetischen Materials einen Schritt des Entfernen von Oxid
von der Oberfläche des Pulvers des hartmagnetischen Materials in einer reduzierenden
Gasatmosphäre umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schritt des Einfüllens
des Mischpulvers in die Form einen Schritt des Entfernen von Oxid von der Oberfläche
des hartmagnetischen Materials mit einem reduzierenden Gas umfaßt.
Permanentmagnet mit einem hartmagnetischen Material (22), das ein Seltenerdelement
enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Permanentmagnet des weiteren ein antiferromagnetisches
Material (21) enthält, das aus einem Oxid mit einer Néel-Temperatur besteht,
die höher liegt als die Gebrauchstemperatur des Permanentmagneten.
Permanentmagnet nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das hartmagnetische
Material (22), das antiferromagnetische Material (21) und ein
ferromagnetisches Material (23) im Permanentmagnet in verschiedenen Phasen
vorliegen.
Permanentmagnet nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Phase des
antiferromagnetischen Materials dünner ist als die Phase des ferromagnetischen Materials.
Rotor mit einen Stator, wobei der Rotor zum Stator drehbar gelagert ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rotor einen Permanentmagneten mit einem hartmagnetischen
Material (22) mit einem Seltenerdelement und mit einem antiferromagnetischen
Material (21) umfaßt, wobei das hartmagnetische Material und das antiferromagnetische
Material magnetisch gekoppelt sind, und wobei auf der Basis des Permanentmagneten
der Volumenanteil des antiferromagnetischen Materials 20% oder weniger beträgt.
Motor, bei dem der Rotor des Anspruchs 14 verwendet wird.