Allgemeiner Stand der Technik
Diese Anmeldung betrifft die Herstellung von Zusammensetzungen auf
der Basis von Ligninderivaten.
Lignin ist ein natürlich vorkommendes polymeres Material, das in den
Zellwänden von Gefäßpflanzenmaterial, wie Holz, vorgefunden wird. In Verfahren wie
dem chemischen Aufschließen zur Herstellung von Papier, der Bioethanolerzeugung
und der Produktion von Chemikalien und Pharmazeutika aus pflanzlichen Expressionssystemen
werden Ligninderivate als Nebenprodukte gebildet. Ligninderivate sind Materialien,
die sich aus einer physikochemischen Modifizierung des nativen Biopolymers ergeben,
das ihre Entfernung aus den Zellwänden von Gefäßpflanzen erleichtert. Da diese Derivate
schlechte mechanische Eigenschaften aufweisen, werden sie für gewöhnlich entweder
verworfen oder, im Falle von Papierherstellungsprozessen, als Brennstoff für die
Zellstoffmühle verwendet.
Kurzdarstellung der Erfindung
Im Allgemeinen stellt die Erfindung eine Zusammensetzung dar, welche
das Reaktionsprodukt eines Ligninderivates und eines Reaktionspartners, welcher
aus der Gruppe bestehend aus Alkylierungsmitteln, Acylierungsmitteln und Kombinationen
davon ausgewählt wird, umfasst, wobei das Reaktionsprodukt eine messbare Kohäsionsfestigkeit
aufweist. "Messbare Kohäsionsfestigkeit" bedeutet, dass, wenn eine Probe einem Zugfestigkeitstest
unterzogen wird, der nach der ASTM-Standard-Testmethode D638-97 (modifiziert laut
den unten beschriebenen Beispielen) durchgeführt wird, die Probe einen ausreichend
hohen Wert aufweist, so dass dieser erfasst und aufgezeichnet werden kann. Im Gegensatz
dazu fehlt Materialien, wie frei fließenden Pulvern, eine messbare Kohäsionsfestigkeit.
Die Zusammensetzung enthält des Weiteren einen Weichmacher in einer
Menge, welche ausreicht, um zu bewirken, dass die Zusammensetzung als Reaktion auf
eine angelegte Zugspannung plastische Verformung zeigt. Solche Zusammensetzungen
werden durch Vermischen des Weichmachers mit dem Reaktionsprodukt hergestellt. "Plastische
Verformung" bezieht sich auf ein Phänomen, bei dem die Verformung, welche die Probe
aufweist, eine Funktion der angelegten Zugspannung ist und bei Lösung der Spannung
bestehen bleibt.
Die besondere Menge an Weichmacher, die zur plastischen Verformung
notwendig ist, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, einschließlich von dem besonderen
Weichmacher und dem Reaktionsprodukt. Im Allgemeinen jedoch ist die Menge an Weichmacher
nicht größer als etwa 50 Gewichtsprozent, vorzugsweise nicht größer als etwa 40
Gewichtsprozent und insbesondere nicht größer als etwa 30 Gewichtsprozent, wobei
alle Gewichtsprozentangaben auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung bezogen sind.
Beispiele für geeignete Alkylierungsmittel zur Reaktion mit dem Ligninderivat
umfassen Diazomethan, Dialkylsulfate, wie Diethylsulfat, und Kombinationen davon.
Beispiele für geeignete Acylierungsmittel zur Reaktion mit dem Ligninderivat umfassen
Säureanhydride, Acylhalogenide und Kombinationen davon. Es kann mehr als ein Reaktionspartner
mit dem Ligninderivat zur Reaktion gebracht werden. Zum Beispiel kann ein erstes
Alkylierungsmittel mit dem Ligninderivat zur Bildung eines alkylierten Ligninderivates
zur Reaktion gebracht werden, das dann mit einem zweiten Alkylierungsmittel, das
sich von dem ersten Alkylierungsmittel unterscheidet, zur Reaktion gebracht wird,
um das Reaktionsprodukt zu bilden. Ebenso können Kombinationen verschiedener Acylierungsmittel
zur Reaktion gebracht, sowie eine Kombination aus einem Acylierungs- und einem Alkylierungsmittel
verwendet werden, wobei bevorzugt ist, das Acylierungsmittel zuerst zur Reaktion
zu bringen, gefolgt von dem Alkylierungsmittel.
Beispiele für geeignete Weichmacher umfassen Polyalkylenester, Polyalkylenglykole
und Derivate davon. Beispiele für zweckdienliche Polyalkylenester umfassen Poly(1,4-butylenadipat)
und Poly(trimethylenglutarat) und Kombinationen davon. Beispiele für zweckdienliche
Polyalkylenglykole und Derivate davon umfassen Polyethylenglykol, Poly(ethylenglykol)methylether
und das Reaktionsprodukt von Poly(ethylenglykol) und einem Bisphenol-A-Diglycidylether
und Kombinationen davon. Im Allgemeinen sind Polyalkylenester, Polyethylenglykole
und Derivate davon besonders zweckdienlich, wenn die Ligninderivate mit einem Alkylierungsmittel
zur Reaktion gebracht werden, während Polyalkylenglykole und Derivate davon besonders
zweckdienlich sind, wenn Acylierungsmittel verwendet werden.
Beispiele für geeignete Ligninderivate umfassen Derivate, die nach
einem Verfahren hergestellt werden, bei dem eine ligninhaltige Biomasse (z. B. pflanzliches
Material) einem Ligninherauslöseverfahren unterzogen wird, das aus der Gruppe bestehend
aus Kraftzellstoff-, Organosolvens-, Dampfexplosions-, Soda- und Autohydrolyse-Extraktionsverfahren
ausgewählt ist. Ligninderivate, die nach dem Kraftzellstoffaufschlussverfahren und
dem Organosolvensaufschlussverfahren hergestellt werden, sind besonders zweckdienlich.
Vorzugsweise wird das Produkt des Ligninherauslösungsverfahrens, z. B. in alkalischer
Lösung, mit einer Ultrafiltrationsmembran filtriert, die ein Molekülmasserückhaltevermögen
von wenigstens etwa 10.000 Dalton aufweist.
Die Erfindung stellt weichgemachte Zusammensetzungen auf der Basis
von alkylierten und acylierten Ligninderivaten mit nützlichen mechanischen Eigenschaften
bereit. Daher sieht die Erfindung eine nützliche Anwendung für ligninhaltige Nebenprodukte
kommerzieller Verfahren vor.
Andere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der folgenden
Beschreibung ihrer bevorzugten Ausführungsformen und aus den Ansprüchen hervor.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1 ist eine Grafik mit einer Reihe von
Kurven, die das Spannungs-Dehnungs-Verhalten einer Fraktion hohen Molekulargewichts
eines ethylierten, methylierten Kraft-Ligninderivates, vermischt mit verschiedenen
Mengen von Poly(1,4-butylenadipat) als Weichmacher, zeigen.
2 ist eine Grafik mit einer Reihe von
Kurven, die das Spannungs-Dehnungs-Verhalten eines ethylierten, methylierten Kraft-Ligninderivates,
vermischt mit verschiedenen Mengen von Poly(1,4-butylenadipat) als Weichmacher,
zeigen.
3 ist eine Grafik mit einer Reihe von
Kurven, die das Spannungs-Dehnungs-Verhalten einer Fraktion hohen Molekulargewichts
eines methylierten Kraft-Ligninderivates, vermischt mit verschiedenen Mengen von
Poly(1,4-butylenadipat) als Weichmacher, zeigen.
4 ist eine Grafik mit einer Reihe von
Kurven, die das Spannungs-Dehnungs-Verhalten einer Fraktion hohen Molekulargewichts
eines acetylierten, methylierten Kraft-Ligninderivates, vermischt mit verschiedenen
Mengen des Reaktionsproduktes von Poly(ethylenglykol) und Bisphenol-A-Diglycidylether
als Weichmacher, zeigen.
Ausführliche Beschreibung
Die Erfindung stellt polymere Zusammensetzungen auf der Basis von
Ligninderivaten mit guten mechanischen Eigenschaften bereit, welche sie als Thermokunststoffe
für zahlreiche Anwendungen nützlich machen. Die Ligninderivate können in einer Reihe
von Ligninherauslösungsverfahren auf Pflanzenbasis erhalten werden. Solche Derivate
sind ohne Weiteres verfügbar. Zum Beispiel sind Kraft-Ligninderivate Nebenprodukte
des hauptsächlichen Verfahrens, das in den Vereinigten Staaten zur chemischen Umwandlung
von Holzschnitzeln zu einem Faserstoffbrei für die Papierherstellung verwendet wird.
Anstatt das Kraft-Ligninderivat als Brennstoff in der Holzschleiferei zu verbrennen,
kann es zur Herstellung polymerer Zusammensetzungen gemäß der Erfindung verwendet
werden.
Die Ligninderivate, die gemäß den oben beschriebenen Ligninherauslösungsverfahren
hergestellt werden, werden vorzugsweise vor der Reaktion filtriert, um eine Fraktion
relativ hohen Molekulargewichts zu erhalten, die dann mit einem Alkylierungsmittel,
einem Acylierungsmittel oder einer Kombination davon zur Reaktion gebracht wird.
Zweckdienliche Ultrafiltrationsmembranen sind im Handel erhältlich und umfassen
Amicon-Membranen der YM-Serie, die von Millipore Corporation erhältlich sind. Im
Allgemeinen sind Membranen mit einem Molekülmasserückhaltevermögen von wenigstens
etwa 10.000 Dalton bevorzugt.
Zweckdienliche Alkylierungsmittel sind zur Reaktion mit dem Ligninderivat
imstande, um eine oder mehr Alkylgruppen unter Reaktionsbedingungen, die das Ligninderivat
sonst nicht abbauen, kovalent an das Ligninderivat zu binden. Zu besonderen Beispielen
gehören Diazomethan und Dialkylsulfate, wie Dimethyl-, Diethyl-, Di-n-propyl- und
Di-n-butyl-sulfat. Ebenso sind zweckdienliche Acylierungsmittel zur Reaktion mit
dem Ligninderivat imstande, um eine oder mehr Acylgruppen unter Reaktionsbedingungen,
die das Ligninderivat sonst nicht abbauen, kovalent an das Ligninderivat zu binden.
Besondere Beispiele umfassen Carbonsäureanhydride und Acylhalogenide. Es kann mehr
als ein Alkylierungs- oder Acylierungsmittel verwendet werden. Zusätzlich können
Alkylierungs- und Acylierungsmittel miteinander kombiniert werden, wobei in diesem
Fall das Acylierungsmittel zuerst zur Reaktion gebracht wird, gefolgt von dem Alkylierungsmittel.
Das Produkt der Alkylierungs- oder Acylierungsreaktion ist relativ
brüchig. Zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften des Materials ist es wünschenswert,
das alkylierte oder acylierte Reaktionsprodukt mit einem oder mehreren Weichmachern
zu mischen. Die Menge an Weichmacher ist ausreichend, um zu bewirken, dass die Zusammensetzung
eine plastische Verformung zeigt, sobald eine Schwellenzugspannung erreicht ist.
Auf einer Spannungs-Dehnungs-Kurve ist eine rein plastische Verformung als Plateau
manifestiert, wobei die Dehnung weiterhin zunimmt, während der Zugspannungswert
relativ konstant bleibt, obwohl die Wirkung nicht selten ein elastisches Spannungs-Dehnungs-Verhalten
überlagert.
Während die besondere Menge an Weichmacher eine Funktion der besonderen
Zusammensetzung ist, ist es im Allgemeinen wünschenswert, die minimale Menge an
Weichmacher zu verwenden, die für die Zusammensetzung notwendig ist, um eine plastische
Verformung zu zeigen. Für gewöhnlich ist diese Menge nicht größer als 50 Gewichtsprozent,
vorzugsweise nicht größer als 40 Gewichtsprozent und insbesondere nicht größer als
30 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
Die Wahl des Weichmachers wird durch das besondere alkylierte oder
acylierte Ligninderivat bestimmt. Im Allgemeinen bildet der Weichmacher vorzugsweise
eine homogene Zusammensetzung mit dem alkylierten oder acylierten Ligninderivat,
wenn er in einer Menge zugegeben wird, die für eine plastische Verformung notwendig
ist. Zu Klassen geeigneter Weichmacher gehören Polyalkylenester, Polyalkylenglykole
und Derivate davon. Polyalkylenester und Polyalkylenglykole und Derivate davon sind
besonderes im Falle alkylierter Derivate zweckdienlich, während
Polyalkylenglykole und Derivate davon besonders im Falle acylierter Derivate zweckdienlich
sind. Zu besonderen Beispielen für geeignete Polyalkylenester gehören Poly(ethylenadipat),
Poly(1,4-Butylenadipat), Poly(ethylensuccinat), Poly(hexamethylenadipat), Poly(propylenadipat),
Poly(trimethylenadipat) und Kombinationen davon. Zu besonderen Beispielen für geeignete
Polyalkylenglykole und Derivate davon gehören Polyethylenglykol, Poly(ethylenglykol)methylether,
das Reaktionsprodukt von Poly(ethylenglykol) mit einem Bisphenol-A-Diglycidylether
und Kombinationen davon.
Die Zusammensetzungen können auch zusätzliche Inhaltsstoffe in Mengen
enthalten, welche die erwünschten Eigenschaften der Zusammensetzung nicht beeinträchtigen,
sondern verbessern könnten.
Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele näher beschrieben.
BEISPIELE
Ligninderivate und Fraktionen hohen Molekulargewichts davon
Eine Strauchkiefer-Kraft-Ligninzubereitung wurde aus industrieller
Schwarzlauge, hergestellt von Bolse Cascade Corporation (International Falls, MN),
nach dem Verfahren isoliert, das in J. Polym. Sci. B: Polym. Phys., 35, 1899–1910
(1997) beschrieben ist. Es wurde eine Kraft-Ligninfraktion hohen Molekulargewichts
durch Ultrafiltration dieser Zubereitung in 0,10 M NaOH durch eine Membran mit einem
nominalen Molekülmasserückhaltevermögen von 10.000 Dalton (Amicon YM10 von Millipore
Corp.) erhalten. Ein Gesamtvolumen des Permeats entsprechend dem fünfzehnfachen
Lösungsvolumen in der Ultrafiltrationszelle wurde durch die Membran in einem Zeitraum
geleitet, der ausreichte, dass eine Spaltung zwischen den einzelnen molekularen
Kraft-Ligninkomponenten möglich war. Die Ultrafiltration wurde dann mit destilliertem
Wasser fortgesetzt, bis der pH des Permeats auf 8 bis 9 gesenkt war, und danach
wurde das Verfahren mit dreifach destilliertem Wasser zu Ende gebracht, bis das
erhaltene Permeatvolumen das Fünfzehnfache jenes der Lösung in der Ultrafiltrationszelle
erreichte. Nach dem Konzentrieren und Zentrifugieren (3100 × g, 30 min) zur
Entfernung kolloidal suspendierten Schwefels wurde die Kraft-Ligninspezies, die
durch die Ultrafiltrationsmembran in der Lösung zurückgehalten wurde (End-pH = 7,0
bis 7,6), gefriergetrocknet.
Alkylierungsprozedur
Das Kraft-Ligninderivat, das wie zuvor beschrieben hergestellt worden
war, wurde mit einem Dialkylsulfat in wässerigem 60%-igem Dioxan bei pH 11 bis 12
unter Stickstoff, unter Verwendung einer Konzentration von 20 g/l, und Raumbedingungen
alkyliert. Anfangs wurden 2 ml Dialkylsulfat pro Gramm Kraft-Ligninderivat der Lösung
zugegeben, und die Reaktion lief unter heftigem Rühren 24 Stunden weiter. Danach
wurden weitere 3 Tage zusätzlich 1 ml Dialkylsulfat pro Gramm Kraft-Ligninderivat
zweimal täglich in Abständen von 4 bis 8 Stunden zugesetzt, während die Reaktion
weiterlief. Sobald der pH unter 11,0 sank, wurde wässerige 1-M-NaOH-Lösung zugegeben,
um den pH wieder auf einen Wert zwischen 11 und 12 einzustellen. Am Ende der Reaktionsperiode
wurde die Lösung mit wässeriger 1,0 M HCl neutralisiert und einer Verdampfung unter
vermindertem Druck unterzogen, wonach die Entfernung des Dioxans zu der Ausfällung
des alkylierten Kraft-Ligninderivates führte. Die Niederschläge wurden viermal durch
Resuspendieren in destilliertem Wasser und Zentrifugieren gewaschen und dann luftgetrocknet,
wobei die Endspuren von Feuchtigkeit über P205 entfernt wurden.
Nach Wunsch wurde das alkylierte Produkt dann methyliert, indem es
mit Diazomethan, das in Chloroform absorbiert war und aus Diazald (Aldrich Chemical
Co.) unter alkalischen Bedingungen erzeugt worden war, zur Reaktion gebracht wurde.
Die Einzelheiten des Versuchsverfahrens sind in T. M. Garer, Jr., Ph. D Dissertation,
Universität von Minnesota, S. 65–67 (1988), beschrieben.
Acylierungsverfahren
Das Kraft-Ligninderivat, das wie zuvor beschrieben hergestellt worden
war, wurde in 3 : 5 (V/V) Essigsäureanhydrid : Pyridin gelöst und im Dunkeln unter
Stickstoff (wasserfreie Bedingungen) 72 Stunden stehen gelassen. Die erhaltene Mischung
wurde in wässeriges 6%-iges (V/V) Pyridin bei 0°C zur Bildung einer Suspension
gegossen, die dann mit Chloroform extrahiert wurde. Die Chloroformlösung wurde ihrerseits
gründlich mit wässeriger 0,5 M Schwefelsäure extrahiert und dann mit Wasser gewaschen,
wonach sie mit Natriumsulfat getrocknet wurde.
Nach Wunsch wurde das acylierte Produkt methyliert, indem es mit Diazomethan,
das in Chloroform absorbiert war und aus Diazald (Aldrich Chemical Co.) unter alkalischen
Bedingungen erzeugt worden war, zur Reaktion gebracht wurde wie unter "Alkylierungsverfahren"
beschrieben ist.
Herstellung weichgemachter Zusammensetzungen
Das alkylierte oder acylierte Kraft-Ligninderivat wurde bei einer
Konzentration von 130 g/l mit einem geeigneten Weichmacher in Dimethylsulfoxid (DMSO)
aufgelöst. Die erhaltene Lösung wurde in eine 1,0 × 2,0 cm (Breite ×
Länge) große Teflon-Form überführt und dann unter vermindertem Druck unter Anwendung
einer Ultrabeschallung entgast, um eine Blasenbildung während der anschließenden
Lösemittelverdampfung zu verhindern. Danach wurde die Form mit der Probelösung in
einen Glaskrug eingebracht, der dann mit Stickstoff gefüllt, mit
einem Schraubverschluss, der nicht vollständig festgeschraubt wurde, bedeckt und
in einen Vakuumofen, und zwar für 36 Stunden, überführt wurde, wonach die Temperatur
24 Stunden auf 180°C erhöht wurde, während die Endspuren des Lösemittels gleichmäßig
unter vermindertem Druck entfernt wurden, um feste Proben herzustellen. Die festen
Proben (für gewöhnlich 1,0 mm dick) wurden dann manuell gefeilt, um Proben in Form
von Hundeknochen für die mechanische Testung zu bilden, bei welchen die Dimensionen
des schmalen Abschnittes 0,5 × 0,9 cm (Breite × Länge) betrugen.
Mechanische Testung
Das Spannungs-Dehnungs-Verhalten der weichgemachten Zusammensetzung
wurde nach der ASTM-Standard-Testmethode D638-97 unter Verwendung eines Testsystems
Instron Modell 4026 durchgeführt, das mit einer statischen ±1-kN-Lastzelle
ausgestattet war, und durch die Material-Testing-System-Software Serie IX (Version
6.05) gesteuert, mit der Ausnahme, dass die Proben in Form von Hundeknochen die
zuvor beschriebenen Dimensionen hatten, und es wurde eine Querjochgeschwindigkeit
von 0,05 mm min-1 bei Probenmesslängen von 0,9 cm verwendet. Für harte und brüchige
Kunststoffproben wurden glatte Greifflächen verwendet, um die Kunststoffproben in
Form von Hundeknochen festzuhalten, so dass ein Rutschen während des Zugfestigkeitstests
verhindert wurde, während für relativ weiche und elastische Proben gezahnte Greifflächen
verwendet wurden. In beiden Fällen wurde eine kurze Erwärmung zum Erweichen der
Probe angewendet, die man vor Beginn des Tests auf Umgebungstemperatur abkühlen
ließ.
Beispiel 1
Ein alkyliertes Ligninderivat wurde durch Reagieren des Produktes
des Ultratfiltrationsschrittes zunächst mit Diethylsulfat und dann mit Diazomethan
unter den zuvor beschriebenen Bedingungen hergestellt, um eine Fraktion hohen Molekulargewichts
eines ethylierten, methylierten Kraft-Ligninderivates zu erhalten. Weichgemachte
Zusammensetzungen wurden dann durch Mischen des alkylierten Materials mit Poly(1,4-butylenadipat)
hergestellt. Die erhaltenen Zusammensetzungen hatten Weichmacherwerte von 20, 30
und 40 Gewichtsprozent.
Das Spannungs-Dehnungs-Verhalten der weichgemachten Zusammensetzungen
wurde wie zuvor beschrieben gemessen. Zu Vergleichszwecken wurde auch eine nicht
weichgemachte Zusammensetzung getestet. Die Ergebnisse sind in 1
dargestellt. Wie in 1 ersichtlich ist, führten Weichmacherwerte
von 30 und 40 Gewichtsprozent zu Zusammensetzungen, die eine plastische Verformung
zeigten, sobald ein Schwellenspannungswert erreicht war. Im Gegensatz dazu zeigten
die Zusammensetzungen mit 0% und 20% Weichmacher eine Spannungs-Dehnungs-Verhaltenseigenschaft
von brüchigem Material mit geringer plastischer Verformung bis zum Bruch.
Beispiel 2
Das Verfahren von Beispiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass
das Kraft-Ligninderivat vor den Alkylierungsreaktionen nicht ultrafiltriert wurde.
Zusätzlich wurde keine Zusammensetzung mit einem Weichmacherwert von 20 Gewichtsprozent
hergestellt. Die Ergebnisse der mechanischen Testung sind in 2
dargestellt. Wie in 2 ersichtlich ist, wies nur die
Probe mit 40 Gewichtsprozent Weichmacher eine extensive plastische Verformung vor
dem Bruch auf.
Beispiel 3
Das Verfahren von Beispiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass
die Alkylierungsmittel Dimethylsulfat, gefolgt von Diazomethan, waren. Zusätzlich
wurden weichgemachte Zusammensetzungen mit Weichmacherwerten von 30, 35 und 40 Gewichtsprozent
hergestellt. Die Ergebnisse der mechanischen Testung sind in 3
dargestellt. Wie in 3 ersichtlich ist, wiesen Proben
mit 35 und 40 Gewichtsprozent Weichmacher eine minimale plastische Verformung vor
dem Bruch auf. Die Probe mit 30 Gewichtsprozent Weichmacher zeigte eine minimale
plastische Verformung, während die nicht weichgemachte Probe im Wesentlichen eine
lineare Spannungs-Dehnungs-Verhaltenseigenschaft von brüchigem Material vor dem
Bruch zeigte.
Beispiel 4
Ein acetyliertes, alkyliertes Ligninderivat wurde gemäß durch Reagieren
des Produktes des Ultrafiltrationsschrittes zunächst mit dem Essigsäureanhydrid
und dann mit Diazomethan unter den zuvor beschriebenen Bedingungen hergestellt,
um eine Fraktion hohen Molekulargewichts eines acetylierten methylierten Kraft-Ligninderivates
zu erhalten. Weichgemachte Zusammensetzungen wurden dann durch Mischen des acetylierten,
alkylierten Materials mit dem Reaktionsprodukt von Poly(ethylenglykol) und einem
Bisphenol-A-Diglycidylether hergestellt. Die erhaltenen Zusammensetzungen hatten
Weichmacherwerte von 20, 30, 35 und 40 Gewichtsprozent.
Das Spannungs-Dehnungs-Verhalten der weichgemachten Zusammensetzungen
wurde wie zuvor beschrieben gemessen. Die Ergebnisse sind in 4
dargestellt. Wie in 4 ersichtlich ist, führten Weichmacherwerte
von 35 und 40 Gewichtsprozent zu Zusammensetzungen, die eine plastische Verformung
zeigten, sobald ein Schwellenspannungswert erreicht war. Im Gegensatz dazu zeigten
die Zusammensetzungen mit 20% und 30% Weichmacher eine Spannungs-Dehnungs-Verhaltenseigenschaft
von brüchigem Material, mit geringer oder ohne plastischen Verformung bis zum Bruch.