Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von Palladium-103
(Pd-103). Genauer betrifft sie ein Verfahren zur Herstellung von Pd-103 unter Verwendung
eines Protonenbombardements unter Verwendung von Targets, die mit Palladiumisotopen
angereichert sind.
Hintergrund der Erfindung
Palladium-103 (Pd-103) weist eine Halbwertszeit von 16,97 Tagen auf.
Es weist viele wünschenswerte Eigenschaften für eine Verwendung als ein therapeutisches
Mittel auf und wird zum Beispiel bei der Behandlung von Krebsen, wie Prostatakrebs,
verwendet. Seine Verwendung wurde als eine Alternative zu I-125 (US
3.351.049; US 4.702.228;
US 5.405.309) vorgeschlagen. In solchen
Anwendungen werden mit Pd-103 beschichtete Substrate anschließend mit einem inerten
Material überschichtet oder dadurch eingekapselt und werden verwendet, um kleine
Seeds zu erzeugen, die dann direkt in einen Tumor eingepflanzt werden, um eine Bestrahlung
für eine therapeutische Behandlung und eine Inhibierung eines Tumorwachstums zur
Verfügung zu stellen.
Die gegenwärtige Herstellung von Pd-103 beinhaltet ein Neutronenbombardement
eines mit Pd-102 angereicherten (von etwa 50 bis etwa 80%) Substrats (US
4.702.228) oder eine Transmutation von Rhodium-103 durch ein Protonenbombardement
(US 5.405.309; Harper et al 1961 Oak Ridge
National Laboratory Report, Zentralaktennummer 61-5-67, Mai 1962). Es ist bekannt,
dass die Herstellung von Pd-103 über eine Transmutation eines mit Pd-102 angereicherten
Targetmaterials zu relativ geringen Ausbeuten führt, da nur ein geringer Anteil
des Pd-102-Targets umgewandelt wird (US 4.702.228;
Harper 1961 Oak Ridge National Laboratory Report, Zentralaktennummer 61-5-67, Mai
1962). Die Bedingungen für diese Reaktion benötigen die Verwendung eines Reaktors
zur Bombardierung des Targetmaterials für 21 Tage bei einem Neutronenflux von 4
× 1014 n/cm2/s, um eine akzeptable spezifische Aktivität
von Pd-103 zur Verfügung zu stellen (US 4.702.228).
Die US 5.405.309 erörtert andere Schwierigkeiten,
die mit der Herstellung von Pd-103 aus der Transmutation von Pd-102-Targetmatertalien
in Verbindung gebracht werden, darin eingeschlossen:
- – die Notwendigkeit der Verwendung von Hochflussreaktoren;
- – lange Exponierungszeiten des Targets des Neutronenstrahls;
- – heterogene Targetmaterialien, die 20– 0% an anderen Materialien,
einschließlich anderen Pd- und Nicht-Pd-Isotopen, umfassen und daher weist das Produkt
eine geringe spezifische Aktivität auf;
- – eine geringe radionuklidische Reinheit;
- – aufgrund der Kombination dieser obigen Faktoren ein Mangel der Vorhersagbarkeit
der spezifischen Aktivität des endgültigen Produkts;
- – die hohen Kosten des Pd-102-Ausgangsmaterials; und
- – die geringe Verfügbarkeit des Pd-102-Ausgangsmaterials.
Es ist im Stand der Technik akzeptiert, dass Verfahren, die ein Bombardement
unter Verwendung von (n,&ggr;)-Reaktionen (d. h. Pd-102 zu Pd-103) verwenden, aufgrund
der Qualitätsfragen, die mit dem endgültigen Produkt in Verbindung gebracht werden,
problematisch sind. Durch dieses Verfahren hergestelltes Pd-103 ist mit Verunreinigungen
verunreinigt, die von anderen Isotopen herrühren, die während des Bombardierungsprozesses
erzeugt werden. Weiter ist die Verwendung von Pd-102 für ein Ionenbombardement auch
aufgrund der hohen Kosten von Pd-102 begrenzt.
Eine Herstellung von Pd-103 der zweiten Generation beinhaltet die
Verwendung von Rhodium-103-Targets, die mit in einem Cyclotron erzeugten Protonen
bei 10–17 MeV bombardiert wurden (US 5.405.309;
Harper et al 1961). Dieses Verfahren weist Mängel bezüglich der folgenden Punkte
auf:
- – eine Schwierigkeit einer Herstellung von robusten Rhodium-Targets;
- – die Lösebeständigkeit des Rhodiummetalls; und
- - die geringen Herstellungsgeschwindigkeiten.
Andere Targetmaterialien, die zur Herstellung von Pd verwendet werden,
schließen eine hochenergetische Bestrahlung von Silber (White et al 1962 Can. J.
Phys. 40; 865–878) oder angereicherten Cadmium-106-Materialien ein. Jedoch
weisen diese Verfahren Beschränkungen hinsichtlich ihrer kommerziellen Verwendung
auf. Zum Beispiel ist die Bestrahlung von Silber problematisch, da ein nichtkompaktes
Cyclotron mit Hochenergie (70 bis 90 MeV) benötigt wird. Es wird auch Pd-100 in
dieser Reaktion erzeugt, was unerwünscht ist, da Pd-100 zu Rh-100 unter Erzeugung
von hoher &ggr;-Emission zerfällt. Weiter sind die Targetausbeuten begrenzt, da
typische Cyclotronstrahlströme von 100 &mgr;A verwendet werden und große Mengen
anderer Isotope auch gebildet werden, was zu anschließenden Problemen hinsichtlich
der radioaktiven Abfälle durch Nicht-Target-Isotopenprodukte führt. Die Bestrahlung
von angereichertem Cadmium-106 ist auch problematisch, da ein hochenergetisches
(40 bis 50 MeV) Cyclotron benötigt wird, wobei die Targetausbeuten aufgrund eines
Strahlstroms von 250 &mgr;A innerhalb des Cyclotrons begrenzt sind. Weiter führt
dieses Verfahren zu einer geringen vorhergesagten Herstellungsrate und weist hohe
Kosten und eine geringe Verfügbarkeit von Cd-106 auf.
Mehrere Berichte haben die gegenseitigen Isotopenumwandlungen von
Pd unter Verwendung von (d, t)-Reaktionen untersucht. Zum Beispiel untersuchen
Scholten et al (1980 Nucl. Phys. A 348: 301–320) Reaktionen von Pd-102, -104,
-106, -108 und -110 unter Verwendung von Deuteronstrahlen mit 50 MeV oder
3He bei 70 MeV. In ähnlicher Weise offenbart Cujec (1963 Phys. Rev. 131:
735–744) das Bombardement der geradzahligen Isotope von Pd (Pd-104, -106 und
-108) unter Verwendung von Deuteronen mit 15 MeV und eine Analyse der Pd-104-(d,
t)-Pd-103-Reaktion. Weiter offenbaren Ames et al (1960 Phys. Rev. 118(6): 1599–1604)
Reaktionen von Pd-102, -104, -106 und -108, die mit 11 MeV bombardiert wurden, unterhalb
des (p, 2n)-Grenzwertes für die Ag-103-Erzeugung und charakterisieren die Herstellung
von Ag-104. Ames et al charakterisieren auch die Herstellung von Ag-103 aus Pd-104
unter Verwendung von Protonen mit 18,5 MeV an Energie (d. h. an der unteren Grenze
der Reaktion) und die Pd-104-(p, 2n)-Ag-103-Reaktion. Die Produkte, die in den obigen
Untersuchungen erzeugt wurden, schließen Pd-103 ein, jedoch ist keine Erwähnung
einer Gewinnung des Produktmaterials, einer Optimierung der Herstellungsgeschwindigkeiten
von Pd-103 oder von der Bereitstellung eines kommerziell tragbaren Verfahrens zur
Herstellung von Pd-103 offenbart.
Eine andere Beschränkung in den obigen Verfahren des Standes der Technik
zur Erzeugung von Pd-103-Produkten bezieht sich auf Schwierigkeiten hinsichtlich
der Abtrennung des Produkts von dem Targetträger, der für die Herstellung der Produkte
verwendet wird. Jedoch wird ein Verfahren zur Optimierung der Abtrennung eines Targetmaterials
von dem Targetträger durch das Verfahren dieser Erfindung zur Verfügung gestellt.
Diese Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zur Herstellung
von Pd-103, dass die Mängel der Verfahren des Standes der Technik überwindet. Das
Verfahren dieser Erfindung verwendet bereits vorhandene im Handel erhältliche kompakte
Cyclotrone von einer hohen Kapazität, die bei einer Verwendung in der Isotopenerzeugung
herkömmlich sind, es verwendet kostengünstigere im Handel erhältliche Targetmaterialien
im Vergleich zu den Verfahren des Standes der Technik, zum Beispiel zu dem Verfahren,
welches Pd-102 verwendet. Zum Beispiel betragen die Kosten von angereichertem Pd-102
als ein Ausgangsmaterial das Vielfache eines geeigneten angereicherten Pd-104-Targets.
Weiter sollte die Erzeugung von Pd-103 aus Pd-104 so wenig Pd-102 wie möglich umfassen.
Die Verwendung von Pd-102 als ein Ausgangsmaterial für eine Cyclotronbestrahlung
ist unerwünscht, da während einer Bestrahlung sowohl Pd-101 als auch Pd-100 erzeugt
werden. Diese Pd-Isotope zerfallen zu Rh-101 und Rh-100, und während Rh-101 ungefährlich
ist, ist Rh-100 aufgrund seines &ggr;-Strahlenspektrums als problematisch charakterisiert.
Daher hilft diese Erfindung auch bei einer Erniedrigung der Menge an Pd-101 und
Pd-100, die unter Verwendung von ähnlich gelagerten Verfahren des Standes der Technik
synthetisiert werden. Weiter verwendet das Verfahren dieser Erfindung einen einfachen
und wirksamen chemischen Prozess zur vollständigen Gewinnung des Pd-103 und erzeugt
große Chargen an Pd-103 mit einer hohen radionuklidischen Reinheit und einer akzeptablen
spezifischen Aktivität. Als ein Ergebnis stellt das Verfahren dieser Erfindung die
kommerziell brauchbare Erzeugung von Pd-103 zur Verfügung.
Zusammenfassung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von Palladium-103.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Erzeugung
von Pd-103 zur Verfügung gestellt, dass umfasst;
- i) Bereitstellen eines Targetmaterials, das mit Pd-Isotopen angereichert ist,
welche Atommassen gleich oder größer als Pd-103 umfassen;
- ii) Aufbringen des Targetmaterials auf einen Targetträger;
- iii) Bestrahlen des Targetmaterials mit Protonen oder Deuteronen mit hinreichender
Einfallsenergie und Dauer, um wenigstens einige der Pd-Isotope innerhalb des Targetmaterials
in Pd-103 umzuwandeln; und
- iv) Reinigen des Pd von den Nicht-Pd-Komponenten.
Weiter bezieht sich diese Erfindung auf das obige Verfahren, bei dem
das Targetmaterial mit Pd-104, Pd-105, Pd-106 oder einer Kombination davon angereichert
ist. Vorzugsweise ist das Targetmaterial mit Pd-104 angereichert.
Diese Erfindung bezieht sich auch auf ein wie zuvor beschriebenes
Verfahren, bei dem das Targetmaterial auf einen Targetträger als eine Folie aufgebracht
ist oder das eine Elektroplattierung, eine Abscheidung oder eine Präzipitation verwendet,
wobei das Targetmaterial vorzugsweise unter Verwendung einer Elektroplattierung
aufgebracht wird. Auch als innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung befindlich
wird das wie zuvor beschriebene Verfahren angesehen, bei dem das Targetmaterial
gebildet wird, indem Pd-Isotope enthaltende Targetmaterialien so geschichtet werden,
dass jede Schicht mit Pd-Isotopen angereichert ist, die vorwiegend eine unterschiedliche
Atommasse umfassen.
Diese Erfindung bezieht sich auch auf das zuvor beschriebene Verfahren,
bei dem der Targetträger durch eine Beschichtung geschützt ist, welche eine Sperrschicht
umfasst. Vorzugsweise umfasst die Sperrschicht Rhodium.
Auch eingeschlossen innerhalb des zuvor beschriebenen Verfahrens ist
ein Verfahren, bei dem die Einfallsenergie der Protonen oder Deuteronen in dem Schritt
iii) größer als etwa 15 MeV ist. Weiter schließt diese Erfindung ein Verfahren ein,
bei dem die Protonen oder Deuteronen des Schritts iii) als ein Strahl zur Verfügung
gestellt werden, der zwischen etwa 1 und etwa 90°, gemessen
von der Oberfläche des Targetmaterials, gewinkelt ist. Vorzugsweise liegt die Einfallsenergie
der Protonen oder Deuteronen zwischen etwa 23 und etwa 30 MeV und der Winkel des
Protonen- oder Deuteronenstrahls liegt bei etwa 7°, gemessen von der Oberfläche
des Targetmaterials.
Diese Erfindung bezieht sich auch auf das wie zuvor beschriebene Verfahren,
bei dem das Targetmaterial eine Form aufweist, die ähnlich ist zu der Form des Protonenstrahls,
welcher auf die Oberfläche des Targetmaterials auftrifft.
Diese Erfindung bezieht sich auch auf das wie zuvor beschriebene Verfahren,
bei dem das Targetmaterial mit Protonen oder Deuteronen zwischen etwa 1 Stunde und
etwa 1.000 Stunden bestrahlt wird und bei dem die spezifische Aktivität des Pd-103
größer als etwa 5 Ci/g ist.
Auch in den Umfang der vorliegenden Erfindung eingeschlossen ist das
wie zuvor beschriebene Verfahren, bei dem der Reinigungsschritt von Pd-103, Schritt
iv), umfasst:
- i) Zugeben eines Lösungsmittels, um das Targetmaterial von dem Targetträger
zu entfernen, um eine Targetmateriallösung zu erzeugen;
- ii) Zugeben wenigstens einer Trägersubstanz und Ausfällen der Trägersubstanz
aus der Targetmateriallösung;
- iii) Entfernen der wenigstens einen Trägersubstanz aus der Trägermateriallösung;
- iv) Reduzieren des Pd zum metallischen Zustand; und
- v) Sammeln des Pd.
Weiter schließt die Erfindung das wie zuvor beschriebene Verfahren
ein, bei dem der Schritt des Entfernens der wenigstens einen Trägersubstanz von
dem Pd selektiv Verunreinigungen, die während der Erzeugung von Pd-103 erzeugt wurden,
entfernt. Vorzugsweise ist die Trägersubstanz Silber, und ein Iodidsalz wird zugegeben,
um selektiv Silber zu entfernen. Jedoch kann die Trägersubstanz auch Rhodium sein,
und sie wird aus der Targetmateriallösung unter Verwendung eines Ionenaustauscherharzes
entfernt, oder die Trägersubstanz kann eine Kombination von sowohl Silber als auch
Rhodium sein.
Diese Erfindung bezieht sich auch auf Pd-103, das durch das obige
Verfahren erzeugt wurde. Weiter betrifft diese Erfindung eine medizinische Vorrichtung,
die mit dem Pd-103, das durch das obige Verfahren erzeugt wurde, beschichtet ist.
Diese Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zur Herstellung
von Pd-103, dass die Mängel der Verfahren des Standes der Technik überwindet. Das
Verfahren dieser Erfindung verwendet bereits vorhandene im Handel erhältliche kompakte
Cyclotrone von einer hohen Kapazität, die bei einer Verwendung in der Isotopenerzeugung
herkömmlich sind, es verwendet kostengünstige im Handel erhältliche Targetmaterialien
und stellt viel höhere Herstellungsgeschwindigkeiten als die Verfahren des Standes
der Technik zur Verfügung. Weiter verwendet das Verfahren dieser Erfindung einen
einfachen und wirksamen chemischen Prozess zur vollständigen Gewinnung des Pd-103
und erzeugt große Chargen an Pd-103 mit einer hohen radionuklidischen Reinheit und
einer akzeptablen spezifischen Aktivität. Aufgrund der hohen spezifischen Aktivität
und der hohen Reinheit des Pd-103, das erzeugt werden kann, kann die Targetmaterialmenge
optimiert und nach Bedarf wiederaufbereitet werden, was eine kostengünstige Erzeugung
von Pd-103 erlaubt. Die Menge von Pd-103 kann einem Kunden über einen Zeitraum zur
Verfügung gestellt werden, und dabei werden kommerziell annehmbare Niveaus von Reinheit
und spezifischer Aktivität noch verfügbar gemacht. Im Ergebnis sieht das erfindungsgemäße
Verfahren die kommerziell brauchbare Erzeugung von Pd-103 vor.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Diese und andere Merkmale der Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung,
bei der auf die anhängenden Zeichnungen Bezug genommen wird, ersichtlicher werden,
wobei:
Die 1 zeigt die direkten und indirekten Kernreaktionen
und Zerfallswege, die zur Bildung von Pd-103 aus einer Protonenbestrahlung von Pd-104,
Pd-105 und Pd-106 führen. Die 1A zeigt die indirekte Bildung von
Pd-103 über ein Ag-103-Intermediat. Die 1B zeigt die direkte Bildung
von Pd-103 aus Pd-104, -105 und -106.
Die 2 zeigt eine Ausführungsform eines Aspektes der
vorliegenden Erfindung. Die 2A zeigt ein Target, das
mit einer schützenden Rhodiumschicht beschichtet ist, auf die ein angereichertes
Pd-104-Targetmaterial elektroplattiert wurde. Die 2B
zeigt eine der vielen Formen, die das plattierte Pd annehmen kann, um den Protonenstrahlstrom
zu maximieren, wobei das benötigte Targetmaterial minimiert wird. In diesem Beispiel
wurden 1,33 Gramm Pd-104 auf die Rhodiumschicht über eine Fläche von 10,2 cm2
elektroplattiert.
Die 3 ist ein Graph, der die berechneten
Kernquerschnitte der Pd-104-(p, 2n)-Ag-103/Ag-103m........Pd-103- und der Pd-104-(p,
pn)-Pd-103-Reaktionen zeigt.
Die 4 ist ein Graph, der die berechneten
Kernquerschnitte der Pd-105-(p, 3n)-Ag-103/Ag-103m........Pd-103- und der Pd-105-(p,
p2n)-Pd-103-Reaktionen zeigt.
Die 5 ist ein Graph, der die berechneten
Kernquerschnitte der Pd-106-(p, 4n)-Ag-103/Ag-103m........Pd-103- und der Pd-106-(p,
p2n)-Pd-103-Reaktionen zeigt.
Die 6 zeigt ein Flussdiagramm des Verfahrens
zur Herstellung eines Targets einschließlich einer chemischen Verarbeitung des bestrahlten
Targetmaterials zur Gewinnung des Produkts.
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Pd-103.
Genauer betrifft sie ein Verfahren zur Herstellung von Pd-103 unter Verwendung von
Targetmaterialien, die mit Pd-Isotopen mit Atommassen größer als Pd-103 angereichert
sind.
Die Erfindung sieht die zuverlässige wirtschaftliche Herstellung in
großem Maßstab von Pd-103 in Curie- bis Hundert-Curiemengen von hoher radionuklidischer
Reinheit und reproduzierbarer und akzeptabler spezifischer Aktivität vor. Kommerziell
nützliche Chargengrößen an Pd-103 werden erzielt, indem in geeigneter Weise die
Bestrahlungsenergie, eine Bestrahlungszeit, ein Bestrahlungsstrom, eine Stromdichte,
eine Masse eines plattierten Targets, eine Form eines plattierten Targets, eine
Größe eines plattierten Targets, die Targetisotopenanreicherungsniveaus und ein
Einfallswinkel des Targets zum Strahls eingestellt werden.
Das Verfahren dieser Erfindung benutzt Protonen oder Deuteronen mit
einer Einfallsenergie auf ein Targetmaterial aus natürlichem Pd von größer als etwa
10 MeV, vorzugsweise zwischen etwa 10 und etwa 50 MeV. Es versteht sich, dass andere
Targetmaterialien, wie isotopisch angereichertes Pd-104, Pd-105 oder Pd-106, auch
wirksam mit dem Verfahren dieser Erfindung verwendet werden. Eine Pd-103-Erzeugung
wird über eine direkte Bildung von Pd-103 und über eine indirekte Bildung aus dem
Zerfall von direkt gebildeten Ag-103-Isotopen erzielt (1).
Deuteronen können auch gemäß dem Verfahren dieser Erfindung mit den
obigen Targetmaterialien verwendet werden. Die ausgewählte Energie hängt von dem
verwendeten Teilchen sowie der Zusammensetzung oder isotopischen Reinheit des Targetmaterials
ab.
Ohne durch eine Theorie gebunden sein zu wollen, zeigt die
1 die direkten und indirekten Kernreaktionen und Zerfallswege,
die zu der Bildung von Pd-103 aus einer Protonenbestrahlung von Pd-104, Pd-105 und
Pd-106 führen. Die fettgedruckten Kästchen markieren die relevanten natürlich vorkommenden
stabilen Isotope von Pd und ihre Häufigkeiten, wobei die Halbwertszeiten der instabilen
Kerne in den anderen Kästchen gezeigt sind.
Die 1A zeigt über die Pfeile die verschiedenen indirekten
Wege, die Pd-103 aus einem Protonenbombardement von Pd ergeben können. Von diesen
indirekten Wegen wird angenommen, dass sie sich aus der Bildung von instabilem Ag-103m
und Ag-103 (d. h. Ag-103x) und ihrem anschließendem Zerfall zu Pd-103 ergeben. Ohne
an eine Theorie gebunden sein zu wollen, können diese Wege als Reaktionen des Typs:
Proton hinein, x Neutronen hinaus (p, xn) beschrieben werden.
Die 1B zeigt die angenommenen relevanten direkten
Routen, die zu der Bildung von Pd-103 aus einer Protonenbestrahlung von Pd-104,
Pd-105 und Pd-106 führen. Ohne durch eine Theorie gebunden sein zu wollen, können
diese Routen als Reaktionen des Typs beschrieben werden:
Proton hinein, Proton hinaus/x Neutronen hinaus (p, pxn)
Bei einem „im wesentlichen reinen Pd-103-Produkt" ist Pd-103
gemeint, das Spurenmengen an inaktivem und/oder aktivem Rhodium und Silber umfasst.
Vorzugsweise betragen die Konzentrationen des inaktiven Rhodiums und Silbers unterhalb
100 ppm und mehr bevorzugt unterhalb 20 ppm. Vorzugsweise sind die Konzentrationen
des aktiven Rhodiums und Silbers unterhalb 0,5% der Pd-103-Aktivität und mehr bevorzugt
unterhalb 0,1%.
Mit „Targetmaterial" ist das Material gemeint, aus dem Pd-103
hergestellt ist. Für die Herstellung von Pd-103-Targets gemäß dem Verfahren dieser
Erfindung geeignete Targetmaterialien können natürliches Pd umfassen. Jedoch kann
natürliches Pd, das mit einem oder mehreren seiner Isotopen mit gleicher oder höherer
Atommasse als Pd-103, einschließlich Pd-104, Pd-105 und Pd-106, auch wirksam für
die Herstellung von Pd-103 verwendet werden. Weiter versteht es sich, dass das Targetmaterial
auch wiederaufbereitet werden kann und bei dem Verfahren dieser Erfindung verwendet
werden kann und daher dass dieses Targetmaterial auch Pd-103 umfassen kann. Bei
der Auswahl des Targetmaterials ist es erwünscht, die Menge an Pd-102 so gering
wie möglich zu halten. Dies ist darin begründet, dass über ähnliche Reaktionen,
die hier definiert sind, Pd-100 (welches zu Rh-100 führt) aus Pd-102 bei Protonen-
oder Deuteronenenergien, die für eine maximale Pd-103-Erzeugung erwünscht sind,
gebildet wird.
Die Zusammensetzung von natürlichem Pd ist im Allgemeinen wie folgt:
Pd-102
0,8–1,02%
Pd-104
9,3–11,14%
Pd-105
22,33%
Pd-106
27,33%
Pd-108
26,46%
Pd-110
11,72%
Durch „spezifische Aktivität" ist das Verhältnis des radioaktiven
Pd-103 zu den nichtradioaktiven Pd-Isotopen gemeint, dass als Ci/g eines Elementmaterials
ausgedrückt ist.
Ohne die Erfindung auf irgend eine Art und Weise einschränken zu wollen,
ist die Anreicherung des Pd-104-Gehalts in dem natürlichen Pd ein bevorzugtes Targetmaterial.
Zum Beispiel kann das Targetmaterial mit Pd-104 von etwa 11 auf etwa 98% angereichert
sein. Jedoch schließen andere geeignete Wahlen für eine isotopische Anreicherung
des natürlichen Pd-Targetmaterials auch Pd-105 und Pd-106 oder Mischungen davon
ein. Bei einem angereicherten Pd-104-Targetmaterial von 98% können sich die Ausbeuten
an Pd-103 mit einem Faktor von 9 im Vergleich zu derjenigen von
natürlichem Pd erhöhen. Targetmaterialien einer geeigneten Zusammensetzung können
hergestelllt werden, indem Pd-Targetmaterialien verschiedener isotopischer Zusammensetzungen
vermischt werden. Die Erzeugungsgeschwindigkeit kann weiter maximiert werden, indem
verschiedene Zusammensetzungen eines Targetmaterials innerhalb des Targets geschichtet
werden. Zum Beispiel können Targetmaterialien geschichtet werden, so dass Pd-Isotope,
die geringere Energien für ihre Umwandlung zu Pd-103 benötigen, (z. B. Pd-104) als
erstes geschichtet werden und mit einer oder mehreren Schichten) eines Targetmaterials,
dass Pd-Isotope, die höhere Energien für eine Umwandlung zu Pd-103 benötigen, (d.
h. Pd-105, -106 etc.) umfassen, überschichtet werden. Daher ist mit der Abnahme
der Energie des Protonenstrahls durch die Dicke des Targetmaterials (siehe nachfolgend)
das Energieniveau des Strahls ausreichend für die Umwandlung des Targetmaterials
zu Pd-103.
Es gibt eine Beziehung zwischen der Zusammensetzung des Targetmaterials
und der Energie des Protonenstrahls, die zur Erzeugung von Pd-103 benötigt wird.
Zum Beispiel werden typischerweise 24 MeV für eine intensive Pd-104-zu-Pd-103-Reaktion
benötigt, wohingegen Pd-105 32 MeV für die intensive Pd-105-zu-Pd-103-Reaktion benötigt,
etc. Diese Beziehung kann wie in den 3 bis
5 gezeigt bestimmt werden. Die
3 zeigt die berechneten Kernquerschnitte für die Pd-104-(p,
2n)-Ag-103/Ag-103m...........Pd-103- und Pd-104-(p, pn)-Pd-103-Reaktionen; die
4 die kalkulierten Kernquerschnite für die Pd-105-(p,
3n)-Ag-103/Ag-103m...........Pd-103- und Pd-104-(p, p2n)-Pd-103-Reaktionen; und
die 5 die berechneten Kernquerschnitte für die Pd-106-(p,
4n)-Ag-103/Ag-103m............Pd-103- und die Pd-104-(p, p2n)-Pd-103-Reaktionen.
Die 3, 4 und
5 sind typisch für die Darstellungen der
Reaktionsausbeuten von Bestrahlungen mit geladenen Teilchen. Die Energie (MeV) des
geladenen Teilchens ist auf der x-Achse gezeigt, wohingegen der Querschnitt der
Reaktionen) auf der y-Achse gezeigt ist. Der Querschnitt, in millibarn (mbarn),
ist die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens der Reaktion(en). In allen drei Grafiken
ist die Gesamtwahrscheinlichkeit der Pd-103-Bildung als eine dicke Linie gezeigt
und ist die Summe der direkten und indirekten gezeigten Wege.
Als ein Beispiel zur Bestimmung der benötigten Energie für eine gewünschte
Reaktion wird eine Bestrahlung von Pd-104, wie sie in der 3
gezeigt ist, erörtert. Unter Annahme einer 100 %igen Anreicherung des Pd-104-Targetmaterials,
wird von der indirekten Pd-104-(p, 2n)-Ag-103x-Reaktion vorausgesagt, dass sie eine
maximale Wahrscheinlichkeit von ungefähr 1.075 mbarn bei einer Protonenenergie von
22 MeV aufweist, wohingegen von der direkten Pd-104-(p, pn)-Pd-103-Reaktion vorhergesagt
wird, dass sie eine maximale Wahrscheinlichkeit von ungefähr 150 mbarn bei einer
Protonenenergie von 26 MeV aufweist. Die Gesamtwahrscheinlichkeiten von jeder dieser
mbarn-Wahrscheinlichkeiten weisen eine maximale Wahrscheinlichkeit von ungefähr
1.200 mbarn bei einer Protonenenergie von 24 MeV auf.
Während einer Bestrahlung des Targetmaterials absorbiert das Pd-Isotop
und verlangsamt das Proton während es durch das Targetmaterial passiert, und das
Proton verliert Energie. Die Menge dieses(r) Energieverlustes/Absorption ist abhängig
von der anfänglichen Protonenenergie und der Dicke des Targetmaterials (ausgedrückt
als g/cm2). Falls zum Beispiel, wobei dies nicht als in irgendeiner Art
und Weise beschränkend anzusehen ist, eine Pd-104-Elektroplatte von 1,33 g, 10,2
cm2, (0,13 g/cm2) bei einem Einfallswinkel von 7° von
der Oberfläche des Targetmaterials (womit eine effektive Targetmaterialdicke von
1,07 g/cm2 zur Verfügung gestellt wird) mit Protonen mit einer Energie
von 29 MeV bestrahlt wird, wird abgeschätzt (wie unter Protonen-Stopp-Berechnungen
berechnet), dass die Protonen durchschnittlich 14 MeV an Energie in der Pd-104-Targetmaterialschicht
verlieren würden und mit einer durchschnittlichen Energie von 15 MeV austreten.
Anhand der 3 sehen wir, dass dieser Energieabfall von
29 auf 15 MeV den Großteil der Wahrscheinlichkeit (mbarn) der Pd-103-Bildung abdeckt.
Im Falle eines Produktes, welches das gleiche Element wie das Targetmaterial
ist, (wie Pd-103 in einem Pd-104-Target), ist das Produkt nicht trägerfrei. Das
Verhältnis der radioaktiven zu den nichtradioaktiven Atomen des Elements ist als
seine spezifische Aktivität (SA), wie zuvor definiert, ausgedrückt. Die Bedingung
für die SA eines Produkts ist abhängig von der Produktverwendung und kann wie benötigt
durch Einstellen der Targetdicke, des Prozentsatzes an Pd-104-Isotopen (d. h. das
Ausmaß der Anreicherung des Targetmaterials), der Protonenstrahlenergie, der Länge
der Bestrahlung und der Anzahl der Protonen in dem Strahl pro Zeiteinheit (d. h.
der Strahlstrom – für gewöhnlich in &mgr;A ausgedrückt) variiert werden. Zum
Beispiel benötigt die Verwendung von Pd-103 innerhalb von Seeds für eine Krebstherapie
zur Zeit eine SA von größer als etwa 5 Ci Pd-103/g Pd und diese Spiegel werden leicht
erreicht.
Targetherstellung
Das Pd-Targetmaterial wird für eine Bestrahlung vorbereitet, indem
das Target-Pd-Material auf einen geeigneten Träger befestigt wird. Zum Beispiel,
und ohne auf jegliche Art und Weise beschränkt sein zu wollen, kann das Target-Pd-Material
auf einen geeigneten Träger durch eine Elektroabscheidung fixiert werden. Jedoch
kann jedwedes Verfahren, das zur Befestigung des Targetmaterials auf dem Träger
führt, verwendet werden, wie vom Fachmann anerkannt werden würde, es könnten zum
Beispiel eine chemische Abscheidung, eine Präzipitation, eine Verdampfung,
eine Pulverabscheidung, eine Flüssigmetallbeschichtung, eine Salzabscheidung und
dergleichen verwendet werden. Es versteht sich auch, dass einige dieser Beschichtungsverfahren
eine vorangehende Verarbeitung vor einem Protonenbombardement benötigen können (z.
B. Zündung einer Salzbeschichtung, Reduktion einer Metallbeschichtung, etc.). Weiter
kann eine Pd-Folie auch für die Verfahren, wie sie hier beschrieben sind, verwendet
werden.
Für eine Elektroabscheidung des Targetmaterials ist der Targetträger
typischerweise aus einem thermisch leitenden Material, zum Beispiel Silber oder
Kupfer, hergestellt, jedoch können andere geeignete Materialien, die dem Fachmann
offensichtlich sind, auch für diesen Zweck verwendet werden, zum Beispiel Aluminium
etc. Vor einer Elektroabscheidung des Pd-Targetmaterials kann die Targetoberfläche
chemisch mehr inert gemacht werden, indem sie mit einem resistenten Material, wie
Rhodium, beschichtet wird. Diese inertere „Sperrschicht" kann zu der Entfernung
des Targetmaterials von dem Target während einem anschließenden chemischen Verarbeiten
des Targetmaterials beitragen. Wie dem Fachmann ersichtlich ist, können andere Materialien,
die diesen Prozess begünstigen, auch verwendet werden, zum Beispiel Ruthenium und
möglicherweise Platin.
Die Masse des Targetmaterials, das auf das Target elektroabgeschieden
wird, kann in Abhängigkeit von der Verwendung variieren und liegt in dem Bereich
zwischen etwa 0,05 g und etwa 20 g. Jedoch sind Verwendungen des Targetmaterials,
die zwischen etwa 0,1 g und etwa 5 g umfassen, bevorzugt. Die Masse, die für eine
wirksame Verwendung dieser Erfindung benötigt wird, kann in Abhängigkeit einer Reihe
von Faktoren variieren, darin eingeschlossen:
- – die Menge einer benötigten Pd-103-Radioaktivität;
- – die gewünschte radionuklidische Reinheit des Pd-103-Produkts
- – die gewünschte SA (Verhältnis von Pd-103 zu inaktivem Pd);
- – die Bestrahlungsenergie des Teilchens, das auf das Target angewendet
wird;
- – der Winkel, in dem das Teilchen auf das Target aufschlägt;
- – die physikalische Größe und Dicke des Targetmaterials, das auf dem Target
vorbereitet wurde;
- – die Anreicherung des Targetmaterials mit Pd-Isotopen von höherer atomarer
Masse.
Die Form des Targetmaterials, das auf dem Substrat vorbereitet wurde,
kann variieren. Jedoch kann es erwünscht sein, dass diese Form die Exposition des
Targetmaterials bei Regionen eines mittleren bis hohen einfallenden Teilchenstroms
maximiert und die Exposition des Targetmaterials bei Regioner. von geringen Teilchenströmen
minimiert. Die Form des Targetmaterials (z. B. siehe die 2B)
kann aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen und produktspezifischen Aktivitätsüberlegungen
bestimmt sein.
Ein Beispiel, welches nicht auf irgendeine Art und Weise als beschränkend
anzusehen ist, eines Targetmaterial-Sperrschicht-Protonenstrahl-Arrangements ist
in der 2 gezeigt, bei der ein Silber/Kupfer-Target (10
bzw. 20) mit einer schützenden Rhodiumschicht (30) beschichtet
ist, auf die ein Pd-Target (40) elektroabgeschieden wurde. Das plattierte
Pd (40) weist ungefähr eine Form auf, um den Protonenstrahlstrom (50)
zu maximieren, wobei das benötigte Targetmaterial minimiert wird. Der Protonenstrahl
wird dargestellt, wie er das Target bei einem Glanzwinkel (60) von etwa
1 bis etwa 90°, gemessen von der Oberfläche des Targetmaterials, trifft. Vorzugsweise
ist der Protonenstrahlwinkel etwa 7°. Dieser Glanzwinkel erlaubt eine größere
Abkühlungseffizienz des Targets, da die Energie des Protonenstrahls, der durch die
Targetoberfläche absorbiert wird, über eine große Oberflächenfläche verteilt ist.
Indem weiter das Target in einem Winkel getroffen wird, wird die Targetdicke auch
gesteigert, da die elektroplattierte Pd-Schicht für den Strahl dicker erscheint
(um 1/Sinus 7°), wodurch ein größerer „Energieanteil" absorbiert wird
als derjenige, der auftreten würde, falls das Target durch den Protonenstrahl bei
90° getroffen werden würde. Die Ausbeute an Pd-103, die Verunreinigungen der
Produkte der Reaktion und die relativen Kosten der Herstellung können gewählt und
modifiziert werden, indem die Einfallsenergie des Protonenstrahls (60)
variiert wird, indem die plattierte Pd-Dicke (40) und eine isotopische
Zusammensetzung des Targetmaterials variiert werden. Das Targetmaterial wird auch
abgekühlt, indem Wasser (70) innerhalb des Targetträgers zur Verfügung
gestellt wird.
Das Targetdesign und die Qualität des verwendeten Pd als Targetmatertal
ist derartig, dass das Targetmaterial mit einer Protonenstrahlintensität von größer
als 450 &mgr;A bestrahlt werden kann. Eine hochqualitatives Target ist wichtig,
da eine Charge an Pd-103 zum Beispiel über 450 Std. (19 Tage) Bestrahlungszeit,
angesammelt über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen, benötigen kann und das Target
muss so entworfen sein, dass es im Stande ist, dieser Exponierung zu Wiederstehen.
Bestrahlungsbedingungen
Die Energie eines Bombardements kann variiert werden, um die Ausbeute
und eine radionuklidische Reinheit des aus dem Targetmaterial erhaltenen Produkts
zu optimieren (siehe die 3,
4
und 5). Ohne auf irgendeine Art und Weise
das Verfahren dieser Erfindung einschränken zu wollen, kann die Energie für ein
Bombardement unter Berücksichtigung zumindest der folgenden Parameter bei dem Bombardementverfahren
gewählt werden, darin eigeschlossen:
- 1) eine effektive Targetmaterialdicke (abhängig von dem Einfallswinkel des Protonenstrahls
und der Targetmaterialdicke);
- 2) eine isotopische Zusammensetzung des Targetmaterials oder eine Schichtung
des Targetmaterials;
- 3) eine geplante Bestrahlungsdauer
- 4) ein durchschnittlicher Strom; und
- 5) eine radionuklidische Reinheit, die in dem Endprodukt benötigt wird.
Gleichwohl können auch andere Parameter wie benötigt modifiziert werden,
um die Pd-103-Erzeugung zu optimieren.
Typischerweise würde für eine Protonenbestrahlung auf ein Targetmaterial,
das natürliches Pd umfasst, der Bereich einer Einfallsenergie zwischen etwa 15 und
etwa 50 MeV gewählt werden. Ein ähnlicher Einfallsenergiebereich wird für Deuteronen
verwendet. Für eine Protonenbestrahlung eines Targetmaterials, das mit Pd-104 angereichert
ist, würde die Einfallsenergie zwischen etwa 15 und etwa 30 MeV betragen, und ein
ähnlicher Energiebereich, falls die Bestrahlungsquelle Deuteronen sind. Die Stromintensität
von Protonen, die das Targetmaterial treffen, liegt typischerweise zwischen etwa
50 und etwa 1.000 &mgr;A und vorzugsweise zwischen etwa 100 und etwa 500 &mgr;A.
Der Strom, zusammen mit der Länge der Bestrahlung, umfasst die Bestrahlungsdosis,
ausgedrückt in &mgr;A-h, und kann einige wenige &mgr;A-h oder hunderttausende &mgr;A-h
oder mehr, wie benötigt, betragen. Es ist bevorzugt, dass die Länge der Bestrahlung
zwischen etwa 1 Stunde und etwa 1.000 Stunden liegt.
Das Verfahren dieser Erfindung betrifft eine kontinuierliche Bestrahlung
des Targetmaterials, um das gewünschte Niveau an Pd-103 zu erhalten. Jedoch werden
auch Variationen der Länge der Bestrahlung oder der Wiederholungen der Bestrahlungsbehandlungen
ohne Abtrennung des Produkts von dem Targetmaterial zur Akkumulation von Pd-103
auch in Erwägung gezogen. Wie zuvor angegeben, ist die Produktausbeute eine Funktion
der – unter anderen Faktoren – Bestrahlungsdosis und ihrer dazu gehörigen
Zeitspanne zusammen mit der Halbwertszeit des Produkts Pd-103 (16,97 Tage).
Einer der Vorteile des Verfahrens dieser Erfindung liegt darin, dass
jedwedes nicht benutztes Targetmaterial erneut einem Protonenbombardement ausgesetzt
werden kann, um Pd-103 der gewünschten SA zu erzeugen. Daher können Produktmaterialien,
die Pd-103 umfassen, wie benötigt gemäß dem Verfahren dieser Erfindung zum Erhalt
von Pd-103 wiederverwendet werden.
Chemische Verarbeitung
Nach einer Bestrahlung des Targets wird das Targetmaterial typischerweise
nach einem spezifizierten Zeitraum (siehe die 6) verarbeitet.
Dieser Zeitraum ist vorgesehen, um jedweden unerwünschten Isotopen, die während
der Reaktion erzeugt wurden (einschließlich, jedoch nicht darauf beschränkt, Pd-101-,
Pd-100- und Rh-101-, Rh-100-Produkten), einen Zerfall von mehreren Halbwertszeiten
zu ermöglichen. Eine geeignete Zeitspanne, die nicht als in irgendeiner Art und
Weise beschränkend anzusehen ist, liegt zwischen etwa 3 und etwa 6 Tagen. Nach diesem
Zeitraum wird das Targetmaterial verarbeitet, um jedwedes aktive oder inaktive Ag,
Rh oder eine Kombination davon oder jedwede andere Verunreinigungen zu entfernen
und um eine geeignete Produktformulierung zu erhalten. Diese Verarbeitung schließt
die folgenden Schritte ein:
- 1) Chemisches Verarbeiten, um das Targetmaterial von dem Targetträger abzulösen
und um das Targetmaterial von radioaktiven und nichtradioaktiven Verunreinigungen
zu reinigen;
- 2) Gewinnung des Targetmaterials und Pd-103-Produkts in einer geeigneten Produktformulierung;
und
- 3) Wiederverwendung von jedwedem verbleibenden Targetmaterial, falls vorhanden,
als ein anschließendes Targetmaterial.
Die chemische Verarbeitung des bestrahlten Targets wird vorzugsweise
innerhalb einiger weniger Tage oder Wochen nach der Beendigung einer Targetbombardierung
durchgeführt. Eine chemische Verarbeitung des bestrahlten Targetmaterials (Schritt
1, oben) zur Gewinnung des Produkts Pd-103 beinhaltet eine Reihe von Schritten,
einschließlich:
- 1) Zugabe eines geeigneten Lösungsmittels zur Ablösung des Pd von dem Targetträger;
- 2) Zugabe eines Trägers und eines geeigneten Salzes, um die Ausfällung des Trägers
zu fördern,
- 3) Entfernung des Trägers;
- 4) Reduzieren des Pd zum metallischen Zustand; und
- 5) Formulierung in eine Produktlösung.
Diese Schritte werden genauer nachfolgend beschrieben werden, jedoch
versteht es sich, dass diese detaillierten Schritte nicht in irgendeiner Art und
Weise als beschränkend anzusehen sind, da Substitutionen der spezifischen Lösemittel,
Träger und Salze, der Reinigungsschemata, Ionenaustauscherharze, etc. wie für den
Fachmann ersichtlich modifiziert werden können, um ein isoliertes gereinigtes Pd-Produkt
zu erhalten. Es kann auf die 6 verwiesen werden, die
das nachfolgend beschriebene Verfahren umreißt und als ein nichtbeschränkendes Beispiel
eines chemischen Verarbeitungsschemas angesehen werden soll.
Die Entfernung des Targetmaterials von dem Targetträger kann unter
Verwendung von jedwedem geeigneten Behälter, zum Beispiel ein Plastiktank mit einem
Abdichtungsaufbau, der ein geeignetes Lösungsmittel, das es ermöglicht, dass das
Targetmaterial von dem Targetträger abgelöst wird, umfasst, durchgeführt
werden. Zum Beispiel, und ohne dieses Verfahren auf irgend eine Art und Weise einschränken
zu wollen, kann eine Mischung aus HCl und HNO3 für diesen Zweck verwendet
werden, jedoch können auch andere geeignete Lösemittel, wie sie dem Fachmann bekannt
sind, zum Beispiel Mischungen aus HCl und H2O2, verwendet
werden. Das gelöste Targetmaterial wird entfernt, und das Target und ein Tank werden
dann mit Wasser gespült, und das gelöste Targetmaterial und die Spülwasser werden
vereinigt.
Eine kleine Menge eines geeigneten Trägers, zum Beispiel eine Kombination
aus Rhodium und Silber, kann zu der kombinierten gelösten Targetmateriallösung zugegeben
werden, und die Lösung kann zum Beispiel mit NH4OH oder jedweder anderen
geeigneten Base, die das Pd in Lösung hält, basisch gemacht werden.
Der Silberträger und die Silberaktivitäten, die während einer Bestrahlung
des Targetmaterials gebildet wurden, werden aus der alkalischen Lösung zum Beispiel
in Gegenwart eines Iodidsalzes als Silberiodid ausgefällt, und das Silberiodid wird
als ein Präzipitat gesammelt. Andere Salze, die im Stande sind, Komplexe mit Silber
zu bilden und dieses auszufällen, können für diesen Zweck verwendet werden, zum
Beispiel KI, NaI, KCl oder NaCl, wobei diese nicht als beschränkend anzusehen sind.
Es versteht sich auch, dass andere Verfahren für die Reinigung von Pd auch verwendet
werden können. Der Präzipitationsschritt kann nötigenfalls wiederholt werden, bis
alle Silberaktivitäten aus der alkalischen Lösung entfernt sind. Die kombinierten
Filtrate werden über eine geeignete Austauschersäule, zum Beispiel eine Kationenaustauschersäule,
wie Dowex AG50, wobei diese nicht auf irgendeine Art und Weise als beschränkend
anzusehen ist, geschickt werden, um selektiv den Rhodiumträger zu entfernen. In
dem vorliegenden Beispiel wird der positiv geladene Ammoniumkomplex von Pd auf der
Ionenaustauschersäule adsorbiert und das Rhodium wird mit zum Beispiel verdünnter
NH4OH, wobei dies nicht auf irgendeine Art und Weise als beschränkend
anzusehen ist, durchgewaschen.
Nach ausreichenden Spülungen zur Entfernung des Hauptteils der Rhodiumaktivitäten
wird die Säule mit einer geeigneten Flüssigkeit, wie warmer HNO3, eluiert,
wobei jedoch andere Flüssigkeiten auch verwendet werden können, zum Beispiel H2SO4
oder NaOH, wobei diese nicht auf irgendeine Art und Weise als beschränkend anzusehen
sind, und das Eluierungsmittel kann zum Beispiel mit NaOH oder KOH alkalisch gemacht
werden. Ein Alkohol, zum Beispiel Ethanol, wird dann zu der Lösung zugegeben, und
die Lösung wird bis zum oder nahe zum Kochen erhitzt, um das Pd zum metallischen
Zustand zu reduzieren. Das metallische Pd wird dann durch Filtration gewonnen und
mit Wasser gewaschen. Dieser letzte Schritt (d. h. die Reduktion zu dem Metall)
entfernt weiter Rh-Verunreinigungen aus dem Filtrat. Das Pd-Metall wird dann getrocknet
und das gewonnene Pd-Gewicht wird bestimmt. Das Pd-Metall wird dann in einem Lösungsmittel,
zum Beispiel einer Mischung aus HCl und HNO3, gelöst, und dann unter
Entfernung von überschüssiger HCl und HNO3 getrocknet. PdCl2
wird dann in Lösung unter Verwendung von verdünnter HCl oder NH4OH aufgenommen.
Das endgültige Produkt, zum Beispiel PdCl2, wird dann für
Tests vorbereitet, der pH wird getestet, es wird auf Verunreinigungen getestet,
es wird auf eine radionuklidische Reinheit und eine Aktivitätskonzentration zum
Beispiel unter Verwendung eines Gamma-Spektrumanalyse-Systems analysiert und die
SA berechnet. Pd-103-Konzentrationen von mindestens etwa 50 mCi/ml mit einer SA
von mindestens etwa 5 Ci/g (bestimmt zum Zeitpunkt einer Reinigung) und eine radionuklidische
Reinheit von bis zu 99,999% Pd-103 können gemäß dem Verfahren dieser Erfindung erzeugt
werden. Typische Pd-103-Konzentrationen von etwa 500 bis etwa 50.000 mCi/ml, eine
SA von etwa 5 bis etwa 500 Ci/g (bestimmt zum Zeitpunkt einer Reinigung) und eine
radionuklidische Reinheit von bis zu etwa 99,999% Pd-103 werden in Abhängigkeit
von den Parametern einer Bestrahlung, die zuvor gewählt wurden, (z. B. Targetmaterialanreicherung,
Strahlwinkel, Targetdicke, etc.) und den Anforderungen, die von dem Kunden vorgegeben
werden, erzeugt. Solche Produktspezifikationen sind für eine Verwendung von Pd-103
bei medizinischen Verwendungen und anderen nichtmedizinischen Verwendungen nötigenfalls
gut geeignet.
Das resultierende PdCl2-Salz kann zu einem sauren Produkt
oder einem basischen Produkt (z. B. Ammonium) oder beidem formuliert werden. Typische
Verwendungen von Pd-103 schließen seine Verwendung als ein Seed zum Implantieren
in Tumore ein. Bei dieser Verwendung wird das Pd-103 als ein Überzug über einen
Träger oder ein Basismaterial verwendet oder mit einem Basismaterial, das im wesentlichen
keine Röntgenstrahlen absorbiert und das mit dem aufgeschichteten Pd-103 nicht reagiert,
vermischt. Das Pd kann auf dieses Basismaterial unter Verwendung einer Vielzahl
von Techniken, einschließlich einer Ausfällung, einer Abscheidung, einer Elektroplattierung,
etc., aufgebracht werden. Geeignete Basismaterialien schließen, sind jedoch nicht
darauf beschränkt, Al, Mg, C, oder polymere Materialien ein. Das beschichtete Basismaterial
kann wahlweise mit einem biokompatiblen Material, wie Titan oder einem Polymer,
abgeschirmt sein, um einen Seed zu erhalten, der für eine Implantierung in Tumore
geeignet ist. Diese Seeds können auch einen opaken Röntgen-Marker, wie Gold, Wolfram,
Blei oder Rhodium, einschließen, um ihren Nachweis in dem Tumor nach einer Implantation
zu erleichtern. Solche Seeds sind in der US 3.351.049,
der US 4.702.228 oder der US
5.405.309 (die alle durch den Bezug darauf hier miteingeschlossen sind)
beschrieben.
Pd-103, das durch das Verfahren dieser Erfindung erzeugt wurde, kann
auch für die Beschichtung von medizinischen Vorrichtungen, die wahlweise weiter
mit einem biokompatiblen Material beschichtet sein können oder nicht, verwendet
werden und an eine Stelle gegeben werden, die eine radioaktive Ionisationsbehandlung
benötigt. Mit „medizinischer Vorrichtung" ist jedwede Vorrichtung gemeint,
die für die Behandlung eines medizinischen Leidens, das die Verabreichung von ionisierender
Strahlung an eine Stelle, die solch eine Behandlung benötigt, erfordert, verwendet
wird. Das Substrat der medizinischen Vorrichtung kann metallischer oder nichtmetallischer
Natur sein. Typischerweise wird die medizinische Vorrichtung implantiert, jedoch
kann sie auch reversibel in und entlang der ganzen Länge von einer bereits implantierten
Vorrichtung, wie einem Katheder, eingeführt werden (z. B. WO 93/04735, das durch
den Bezug darauf hier mitaufgenommen ist). Weiter können diese Vorrichtungen am
Äußeren einer Stelle, die eine Behandlung benötigt, verwendet werden, falls sich
solch eine Notwendigkeit ergibt. Obgleich es nicht auf irgendeine Art und Weise
als beschränkend anzusehen ist, können die medizinischen Vorrichtungen, die unter
Verwendung des Verfahrens dieser Erfindung beschichtet werden können, Stente, dehnbare
Stente, Katheter, Seeds, Prothesen, Klappen und Nahtmaterialien oder andere Vorrichtungen
zum Verschließen von Wunden, wie sie dem Fachmann ersichtlich sind, einschließen.
Diese Vorrichtungen können von beliebiger Gestalt sein und für jeden Zweck, der
die Verwendung einer radioaktiv behandelten medizinischen Vorrichtung benötigt,
vorgesehen sein. Weiter bestehen Erwägungen, dass eine „medizinische Vorrichtung"
auch Substrate einschließt, die mit einem Radioisotop von Interesse oder einer Kombination
davon beschichtet sind, und als eine radioaktive Quelle in eingekapselten Strukturen,
wie Seeds, verwendet werden (z. B. die US 5.163.896;
die US 4.994.013; die US
4.815.449; die US 5.405.309; die
US 4.702.228, die alle durch den Bezug darauf
hier mitaufgenommen sind), Verabreichungsdrähte (z. B. die US
5.575.749) oder dergleichen, wie sie einem Fachmann gut bekannt sein werden.
Diese eingekapselten Strukturen werden auch als medizinische Vorrichtungen angesehen.
Jedwedes Pd-Targetmaterial, das nach einer Auslieferung des Produkts
verbleibt, kann für eine erneute Verwendung wiederverwertet werden.
Das Verfallsdatum von Pd-103 kann auf Grundlage der SA gewählt werden.
Zum Beispiel würde eine Charge von Pd-103 mit mehr als 36 Ci/g und einer Pd-103-Konzentration
von 3.500 mCi/ml eine Lagerfähigkeit von über 7 Wochen aufweisen. Daher können große
Mehrfachlieferungen eines Produkts an einen Kunden für eine Formulierung in ein
gewünschtes Endprodukt zur Verfügung gestellt werden. Wirtschaftliche Erwägungen
können ein Ablaufen der Charge vor diesem Zeitpunkt erzwingen, da die Kosten des
versendeten Pd-Targetmaterials pro mCi mit der Zeit zunimmt, da die spezifische
Aktivität aufgrund eines Pd-103-Zerfalls abnimmt. Nach dem Verfall der Charge wird
der verbleibende Rest für eine Wiederverwendung als Targetmaterial zurückgewonnen.
Wie in dem Reinigungsverfahren beschrieben, wird der Rest mit NaOH basisch gestellt,
Ethanol zugegeben und unter Erhitzung wird das Pd zu dem Metall reduziert. Nach
einem Waschen, einem Trocknen und einer Gewichtsbestimmung des rückgewonnenen Pd
wird das Pd-Metall in einer Mischung aus HCl und HNO3 gelöst, dann wird
die resultierende Lösung getrocknet, das Salz in verdünnter HCl gelöst und die Pd
enthaltende HCl-Lösung für eine Targetmaterialherstellung zum Beispiel durch Elektroplattierung
verwendet.
Lösungen des endgültigen Produkts von Pd, das durch das Verfahren
dieser Erfindung hergestellt wurde, können weiter zu therapeutischen Seeds (oder
anderen Vorrichtungen oder anderen Verwendungen) für eine Krebsbehandlung formuliert
werden. Der Stand der Technik offenbart, dass alle Seeds Variationen einer inneren
Seedkomponente, die die Radioaktivität enthält, sind. Diese inneren Seedkomponenten
werden dann eingekapselt, für gewöhnlich in eine Hülle, und für gewöhnlich in eine
Titanhülle. Permanente Implantate tendieren dazu, einen Röntgen-Marker in den inneren
Seedkomponenten aufzuweisen, wohingegen temporäre Implantate dazu tendieren, keinen
Röntgen-Marker aufzuweisen. Der Stand der Technik offenbart, dass die Röntgen-Marker
eine Vielzahl von Metallen, einschließlich Pb, Pt, Au, W, Ta, Ag, Rh, Pd, nicht
rostender Stahl und andere Legierungen, etc., umfassen können. Im Allgemeinen sollte
der Röntgen-Marker biologisch kompatibel im Falle eines Leckens des Seeds sein und
eine ausreichende Masse und Dichte aufweisen, so dass er für Röntgenstrahlen opak
ist. Der Stand der Technik offenbart nicht einen Pd-103-Seed, der durch ein Verfahren,
bei dem das Pd-103 über eine Technik, die im Allgemeinen als eine Eintauchbeschichtung
oder Verdrängungsbeschichtung bekannt ist, aufgebracht wird. Gleichfalls offenbart
der Stand der Technik nicht einen Seed, der nicht eingekapselt ist oder der weiter
durch nasse chemische Techniken versiegelt wird. Auch offenbart der Stand der Technik
nicht einen Röntgen-Marker, der durch Verwendung einer Metallschicht, die eine Basis
für die Beschichtungstechnik, die als Eintauchbeschichtung bekannt ist, zur Verfügung
stellt, oberflächenmodifiziert ist.
Es wird in Erwägung gezogen, das Pd auf einen Röntgen-Marker durch
ein direktes Reduktionsverfahren, das als Eintauchplattierung bekannt ist, direkt
aufgebracht werden kann. Dieses Verfahren beinhaltet Röntgen-Marker der geeigneten
Größe, Gestalt und aus geeignetem Material, die mit einer geeigneten Pd/Pd-103-Lösung
kontaktiert werden sollen, bei dem das Pd und Pd-103 quantitativ und homogen auf
der äußeren Oberfläche der Röntgen-Marker durch eine Oberflächenreduktion
des Pd mit Hilfe des Basismaterials selbst und/oder einer entsprechenden Bewegung
des Basismetalls in die Lösung abgeschieden wird. Diese Beschichtungstechnik führt
aufgrund ihres Oberflächenreduktionsmechanismusses damit einhergehend zu einer viel
haftfähigeren und homogeneren Schicht oder zu einem viel einfacheren Erreichen einer
haftenden und homogen Schicht als mittels einer Elektroplattierung/elektrodenlosen
Plattierung/etc. erreicht werden kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als
99% des Pd auf dem Substrat eines Röntgen-Markers abgeschieden werden. Die Homogenität
ist wichtig, um eine Gleichförmigkeit und Reproduzierbarkeit der Dosimetrie jedes
Seeds sicherstellen zu können. Das Pd/Pd-103 kann weiter auf dem Röntgen-Marker
durch Backen des Aufbaus zur besseren Haftung gebracht werden. Da vom Pd angenommen
wird, dass es biologisch kompatibel ist, kann eine weitere Einkapselung dieses Seed-Aufbaus
unnötig sein, um eine Genehmigung der Zulassungsbehörden zu erhalten. Falls erwünscht,
kann eine Versiegelung des Pd/Pd-103-Überzugs eines Seeds durch eine Vielzahl von
Verfahren zur Dünnbeschichtung, wie einer Elektroplattierung, einer elektrodenlosen
Plattierung oder durch eine weitere Eintauchbeschichtung, erzielt werden. Weitere
in Erwägung gezogene Versiegelungsmaterialien sind diejenigen, wie Rh, Pd, Au, Pt,
Ag, Ni, Co, Ru.
Es wird auch in Erwägung gezogen, dass ein geeigneter Röntgen-Marker
für eine direkte Beschichtung durch die Eintauchtechnik aus Metallen, wie Cu oder
Pb, aufgrund ihrer elektrochemischen Eigenschaften und atomaren Masse/Dichte hergestellt
seien kann.
Eine weitere Technik könnte es sein, Ag zu verwenden. Hogdahl (1961;
The Radiochemistry of Palladium; Nat Acad Science, US Atomic Energy Commission)
offenbart das Unvermögen von Ag, Pd zu dem Metall zu reduzieren, jedoch wurde unerwarteterweise
beobachtet, dass die Reduktion unter einigen Bedingungen stattfinden kann. Eine
Herstellungstechnik für einen Seed-Einsatz wurde mit einem Ag-Draht getestet, jedoch
versteht es sich, dass jedwede andere geometrische Gestalt von Ag auch verwendet
werden könnte (siehe das Beispiel 4). Unter Befolgung des Beschichtungsprotokolls
zeigte eine Inspektion der Pd-beschichteten Ag-Stäbe, dass der Pd-Überzug homogen
war und die Schnittenden und Länge des Stabes überzog.
Seeds, die mit Pd beschichtet sind, können eine Einkapselung aus rein
mechanischen Gründen und/oder biologischen Gründen benötigen. Jedoch kann ein Röntgen-Marker
aus einem Material, wie denjenigen, die klassischerweise verwendet werden, modifiziert
werden, so dass er mit dem Pd/Pd-103 eintauchbeschichtet werden kann. Der Röntgen-Marker
kann ausreichend legiert sein mit oder die Oberfläche beschichtet sein mit einem
geeignetem Basismetall, wie Ag, Cu, Pb oder Al, so dass er mit Pd/Pd-103 mit der
Eintauchbeschichtungstechnik, die in dem Beispiel 5 beschrieben ist, beschichtet
werden kann.
Die folgenden Beispiele werden wiedergegeben, um das Verfahren dieser
Erfindung weiter zu erläutern, jedoch sind diese Beispiele nicht als auf irgendeine
Art und Weise beschränkend anzusehen.
Beispiel 1
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung von Pd-103 unter Verwendung
eines natürlichen nicht angereicherten Pd-Targetmaterials. Das Beispiel zeigt eher
die Verfahrenschemie und die Targetleistungsmerkmale anstelle eines Erreichens der
minimalen benötigten Spezifikationen, wie einer spezifischen Aktivität, einer Aktivitätskonzentration
und einer radionuklidischen Reinheit des Pd-103-Produkts. Die Targetdicke von etwa
1,33 Gramm ist für einen Bestrahlungsenergieanteil von etwa 29 bis 15 MeV vorgesehen.
Vier Gramm natürliches Pd werden in ein 250 ml Becherglas überführt
und gelöst, indem eine Mischung von etwa 24 ml halbkonzentriertem Königswasser (18
ml 6N HCl plus 6 ml 8N HNO3) zugegeben wird. Der Inhalt wird gerührt
und auf etwa 60°C erwärmt, um die Pd-Auflösung zu unterstützen. Die resultierende
Lösung von gelöstem Pd wird getrocknet, um überschüssige HNO3 und HCl
zu entfernen. Das trockene PdCl2-Salz (oder PdCl2·xH2))
wird in 150 ml einer 0,8N HCl gelöst. Dies ist die Lösung für das Plattierungsbad.
Eine Targetbasis mit einer Silberfläche wird auf der Silberfläche
mit einem dünnen (ungef. 0,0254 mm) Überzug aus Rh beschichtet und dann in die elliptisch
geformte Abdichtung des Plattierungszellaufbaus platziert. Die Pd-Plattierungslösung
wird dann auf zwischen 40 und 70 °C erwärmt und durch den Plattierungszellaufbau
zirkuliert. Ein Gleichstrom von etwa 250 mA wird dann auf den Plattierungszellaufbau
über eine Platinanode angelegt. Die Plattierung wird fortgesetzt bis zu solch einem
Zeitpunkt, zu dem eine errechnete Menge von 0,7 g Pd auf der Rh-Oberfläche plattiert
wurde. Die Plattierung wird angehalten, der Plattierungszellaufbau geleert und die
plattierte Oberfläche mit Wasser gespült. Nach einer Untersuchung und Reinigung
wird das Target wiederum in den Tank eingedichtet, jedoch ist die Targetfläche vertikal
gedreht, so dass die vorherige Unterseite der Platte nun oben liegt. Dies fördert
die Abscheidung einer homogenen Dicke des Pd. Der Plattierungsvorgang wird fortgeführt,
bis die kalkulierte Abscheidung etwa 1,33 Gramm beträgt.
Das Bad kann wieder verwendet werden, bis ungef. 1 Gramm Pd verbleibt,
oder es kann mit frischem oder rückgewonnenem Pd aufgefüllt werden. Da der Chloridgehalt
mit einer Verwendung steigt, wird das Bad periodisch getrocknet, um überschüssiges
Chlorid zu entfernen.
Das Pd in dem Bad kann auch als Metall rückgewonnen
werden, und ein neues Bad kann begonnen werden.
Das Target wird dann mit Protonen (unter Verwendung eines TRIUMF TR
30 Cyclotrons) bei einer Einfallsenergie von 29 MeV und einem Einfallswinkel zu
dem Target von etwa 7 Grad bestrahlt. Die 1,33 Gramm Pd in der ungef. 10,2 cm2
großen Ellipse weisen eine angemessene Dicke auf, um etwa 14 MeV Protonenenergie
bei dieser Einfallsenergie zu absorbieren. Die Zusammensetzung des natürlichen Pd
ist:
Pd-110:
11,8%
Pd-108:
26,5%
Pd-106:
27,3%
Pd-105:
22,3%
Pd-104:
11,1%
Pd-102:
1,0%
Eine Bestrahlung bei 29 bis 15 MeV fängt theoretisch den Hauptteil
der Pd-104-(p, 2n)-Ag-103/Ag-103m.........Pd-103- und Pd-104(p, pn)-Pd-103-Reaktionen
ein. Zusätzlich wird auch ein Teil der Pd-105-(p, 3n)-Ag-103/Ag-103m..........Pd-103-
und Pd-105-(p, p2n)-Pd-103-Reaktion bei dieser Einfallsenergie von 29 MeV eingefangen.
Das Targetdesign und die Qualität der Pd-Elektroplatte ist derartig,
dass das Target mit einer Protonenstrahlintensität von größer als 450 &mgr;A bestrahlt
werden kann. In diesem Beispiel wird das Target für 12 Stunden bei einem durchschnittlichen
Strom von 350 &mgr;A bestrahlt.
Nach einer Bestrahlung wird das Target für einen Zeitraum von 19 Tagen
einem Zerfall ausgesetzt, um kurzlebige Spezies zu entfernen und es den radioaktiven
Verunreinigungen Pd-100 und Pd-101 zu ermöglichen, signifikant zu ihren Tochter-Rh-Isotopen
zu zerfallen. Pd-101 (Halbwertszeit von 8,4 h) und Pd-100 (Halbwertszeit von 3,6
Tagen) werden ausschließlich aus der Pd-102-Komponente von natürlichem Pd (1,0%)
bei dieser Energie von 29 MeV erzeugt. Es ist auch möglich, dass etwas Pd-101 bei
dieser Energie aus der Rh-Sperrbeschichtung erzeugt wird, und zwar unter der Annahme,
dass a) ein Teil des Protonenstrahls das Pd verfehlt und das Rh direkt mit etwa
29 MeV trifft und b) dass ein Mechanismus bei der Lösung des Pd-Targetmaterials
es ermöglicht, dass ein Teil des Pd-101 in dem Rh freigesetzt wird. Nach einem Zerfall
von 3 Tagen würde der Pd-101-Gehalt auf etwa 0,26% seiner ursprünglichen Menge abgenommen
haben und nach einem Zerfall von 19 Tagen würde das Pd-100 auf ungefähr 2,6% seiner
ursprünglichen Menge abgenommen haben.
Das Target wird gelöst, indem ein Plastiktank auf die Targetfläche
mit einer Gummidichtung aufgebaut wird, die Targetfläche zwischen etwa 50 und 80°C
erwärmt wird und 12 ml einer Mischung aus 50%igen Königswasser zu dem Tank zugegeben
werden. Nach etwa 30 Minuten ist das Pd-Targetmaterial vollständig gelöst, was durch
die Beobachtung einer reinen Rh-Oberfläche angezeigt wird. Die gelöste Targetmateriallösung
wird in ein 100 ml-Becherglas überführt, dann werden die Targetfläche und die Tankwände
mit 2 mal 10 ml H2O gespült und diese Spülwasser werden zu dem Becherglas
zugegeben. Strahlungsfelder von dem Targetträger und Becher werden als Indikatoren
für den Lösungsprozess verwendet.
Um die Trennungschemie von Ag und Rh zu beginnen, werden 50 mg Ag
als AgNO3 in Lösung und 10 mg Rh als Rh(NO3)3·xH2O
in Lösung zu dem Inhalt des 100 ml-Bechers gegeben. Für ein Minimum von etwa 20
Minuten wird die Lösung dann gerührt und zwischen etwa 50 und 80 °C erwärmt,
um den Austausch des radioaktiven Ag und Rh mit dem inaktiven Träger zu fördern.
Um die Abtrennung von Ag vorzubereiten, wird dann die Lösung auf etwa pH 9–10
durch die Zugabe von 2 mal 5 ml konz. NH4OH basisch gestellt. Ein rotbraunes
Pd/Amin-Präzipitat wird sich als erstes bilden und dann unter Bildung einer klaren
gelben basischen Lösung lösen.
Zwei ml einer 5%igen Lösung aus Kaliumiodid werden zugegeben, wobei
AgI ausfällt. Der gelbe AgI-Niederschlag wird weiter gefördert, indem die Lösung
gerührt und gekocht wird, wobei der Niederschlag koaguliert. Diese Erwärmung erniedrigt
den pH auch näher zum Neutralen, da ein Überschuß an NH4OH aus der Lösung
ausgetrieben wird. Dieser niedrigere pH erhöht die Unlöslichkeit von AgI. Nach einem
Kochen für etwa 5 Minuten wird die Lösung auf nahe Raumtemperatur zur weiteren Förderung
der AgI-Unlöslichkeit abkühlen gelassen. Die Lösung wird dann filtriert, um das
AgI zu entfernen. Der gesamte AgI-Ausfällungsschritt kann wiederholt werden.
Die Entfernung von Rh wird mittels eines Kationenaustausches durchgeführt.
Ein 1,5 mal 10 cm großes Bett an AGSOWX8-Harz wird in einer Glassäule vorbereitet,
dann mit 10%iger NH4OH (ungefähr 0,16N) konditioniert. Das Filtrat der
AgI-Abtrennung wird auf die Säule unter Verwendung einer peristaltischen Pumpe gepumpt.
Das Pd als Pd(NH3)4
2+ wird auf oder nahe bei der
oberen Hälfte des Harzbettes adsorbiert. Das Rh ist nicht stark auf der Säule in
der verdünnten NH4OH-Matrix des AgI-Filtrats adsorbiert und passiert
in den Ausfluß. Die Haltevorrichtung für die Filtratlösung und die Säule werden
dann weiter mit 2 mal 20 ml H2O gewaschen. Das Harzbett wird dann mit
240 ml 10%iger NH4OH gewaschen, um das Waschen von Rh aus der Säule fortzusetzen.
Diese Säule wird dann weiter mit 60 ml H2O gewaschen.
Um das Pd von der Säule zu eluieren, werden 60 ml warme, 40 bis 70°C,
8N HNO3 durch die Säule gepumpt, wobei das Pd in ein 250 ml-Becherglas
eluiert wird. Die Säule wird dann weiter mit 2 mal 10 ml H2O in den Becher
gespült. Das Pd wird dann zum Metall vor der endgültigen Produktformulierung reduziert.
Diese Reduktion ermöglicht a) eine weitere Rh-Entfernung, b) die
Entfernung von Salzen und c) eine Gewichtsbestimmung der rückgewonnenen Pd-Masse.
Um das Pd zu dem Metall zu reduzieren, werden 60 ml 10N NaOH langsam
zur Erhöhung des pHs auf etwa 12 zugegeben. Fünfzehn ml Ethanol werden dann zugegeben.
Die Lösung wird gerührt und auf etwa 80 bis 100°C erwärmt. Das Pd-Metall fällt
nach etwa 10 Min. aus der Lösung aus, wie durch das Dunkelwerden der Lösung, die
Bildung einer Pd-Metallschicht auf den Becherwänden und eine Ansammlung auf dem
Becherboden angezeigt wird. Die Lösung wird für 10 Min. gekocht, um die vollständige
Pd-Reduktion sicherzustellen, dann für etwa 10 Min. abkühlen und absetzen gelassen.
Die überstehende Lösung wird von dem Pd durch Absaugen durch eine Fritte entfernt.
Das Pd-Metall, ein Becher und eine Fritte werden dann mit 6 mal 20 ml H2O
gewaschen. Das Pd-Metall wird dann bei etwa 150°C getrocknet, auf Raumtemperatur
abgekühlt, gewogen und der Prozentsatz einer Pd-Rückgewinnung wird bestimmt. Der
rückgewonnene Prozentanteil beträgt mehr als 95%.
Um eine Produktlösung zu formulieren, wird das Pd-Metall zuerst in
8 ml ½-konzentriertem Königswasser unter zusätzlicher Erwärmung auf etwa
60°C gelöst. Das gelöste Pd wird dann bei etwa 150°C getrocknet. Diese Behandlung
entfernt die überschüssige HNO3 und HCl und lässt ein trockenes Salz
mit der ungefähren Zusammensetzung PdCl2·xH2O zurück.
Der Inhalt wird dann auf Raumtemperatur abgekühlt.
Das Endprodukt wird auf pH 8 bis 10 durch verdünntes NH4OH
eingestellt. Zehn ml H2O, dann 5 ml konzentrierte NH4OH werden
zu dem Becher zugegeben, und der Inhalt wird gerührt und auf etwa 90°C erwärmt.
Ein dicker rotbrauner Niederschlag bildet sich und löst sich dann unter Bildung
einer klaren gelben Lösung. Wenn aller Niederschlag gelöst ist, wird die Lösung
für etwa 2 Minuten zum Austreiben von überschüssigem NH4OH unter Absenkung
des pH-Werts zum etwa Neutralen gekocht. Die Lösung wird dann auf Raumtemperatur
abgekühlt und 1 ml 10 %iges NH4OH wird zugegeben, um den pH auf zwischen
8 und 10 zu erhöhen. Das Pd liegt nun als ein Aminkomplex in der Form Pd(NH3)2oder4Cl2
vor. Dieser Komplex ist in verdünnter NH4OH löslich, so dass mindestens
80 bis 100 mg Pd pro ml Lösung löslich sind. Nötigenfalls wird H2O zugegeben,
um die Pd-Konzentration zu diesem Bereich zu bringen.
Die obige Lösung wird über eine 20 ml-Spritze und einen 0,22 &mgr;m-Filter
in einen 30 ml Glaskolben für das Produkt filtriert. Der Becher, eine Spritze und
ein Filter werden mit 2 × 2 ml H2O gespült und die Spülwasser werden
zu dem Produktkolben zugegeben. Das endgültige Volumen der Produktlösung wird gemessen.
In diesem Beispiel sollte das Volumen derart sein, dass die Pd-Konzentration bei
60 bis 70 mg/ml liegt. H2O wird zugegeben, um die endgültige Pd-Konzentration
einzustellen. Wenn das endgültige Volumen korrekt ist, wird dann eine kleine Probe
für eine Analyse genommen.
Für diese 12 Stunden wird bei einer Protonenbestrahlung mit 29 MeV
von 1,33 Gramm natürlichem Pd eine Dosis von 4.200 &mgr;Amp-Stunden mit einem durchschnittlichen
Strom von 350 &mgr;A erreicht. Die Menge an Pd-103, die innerhalb von 20 Tagen nach
einer Bestrahlung erzeugt wurde, beträgt unter einer Annahme von einer 95%igen Pd-Gewinnung
und einer 90 %igen Verwendung des 350 &mgr;A-Strahls etwa 450 mCi ± 10%.
Die radionuklidische Reinheit liegt zwischen etwa 99,80 und etwa 99,95% an Pd-103.
Beispiel 2
Dieses Beispiel verwendet ein 33%ig angereichertes Pd-104-Targetmaterial.
Das Beispiel illustriert den Erhalt eines nützlichen Endprodukts bezüglich einer
Pd-103-Konzentration, einer Pd-Konzentration, einer spezifischen Aktivität und einer
radionuklidischen Reinheit. Die Targetdicke von etwa 0,73 Gramm ist für einen Bestrahlungsenergieanteil
von etwa 27 bis 19 MeV konzipiert.
Drei Gramm natürliches Pd und ein Gramm > 95%ig angereichertes Pd-104
werden in ein 250 ml-Becherglas überführt und gelöst, indem eine Mischung von etwa
24 ml halbkonzentriertem Königswasser (18 ml 6N HCl plus 6 ml 8N HNO3)
zugegeben wird. Der Inhalt wird gerührt und auf etwa 60°C erwärmt, um die Pd-Auflösung
zu unterstützen. Die resultierende Lösung von gelöstem Pd wird getrocknet, um überschüssige
HNO3 zu entfernen. Das trockene PdCl2-Salz (oder PdCl2·xH2O)
wird in 150 ml einer 0,8N HCl gelöst. Dies ist die Lösung für das Plattierungsbad.
Eine Targetbasis mit einer Silberfläche wird auf der Silberfläche
mit einem dünnen (ungef. 0,001"/0,0254 mm) Überzug aus Rh beschichtet und dann in
die elliptisch geformte Abdichtung des Plattierungszellaufbaus platziert. Die Pd-Plattierungslösung
wird dann auf zwischen 40 und 70°C erwärmt und durch den Plattierungszellaufbau
zirkuliert. Ein Gleichstrom von etwa 250 mA wird dann auf den Plattierungszellaufbau
über eine Platinanode angelegt. Die Plattierung wird fortgesetzt bis zu solch einem
Zeitpunkt, zu dem eine errechnete Menge von 0,35 g Pd auf der Rh-Oberfläche plattiert
wurde. Die Plattierung wird angehalten, der Plattierungszellaufbau geleert und die
plattierte Oberfläche mit Wasser gespült. Nach einer Untersuchung und Reinigung
wird das Target wiederum in den Tank eingedichtet, jedoch ist die Targetfläche vertikal
gedreht, so dass die vorherige Unterseite der Platte nun oben liegt. Dies fördert
die Abscheidung einer homogenen Dicke des Pd. Der Plattierungsvorgang wird fortgeführt,
bis die kalkulierte Abscheidung etwa 0,73 Gramm beträgt.
Das Bad kann wieder verwendet werden, bis ungef. 1 Gramm Pd verbleibt,
oder es kann mit frischem oder rückgewonnenem Pd aufgefüllt werden.
Da der Chloridgehalt mit einer Verwendung steigt, wird das Bad periodisch getrocknet,
um überschüssiges Chlorid zu entfernen. Das Pd in dem Bad kann auch als Metall rückgewonnen
werden und ein neues Bad kann begonnen werden.
Das Target wird dann mit Protonen bei einer Einfallsenergie von 27
MeV und einem Einfallswinkel zu dem Target von etwa 7 Grad bestrahlt. Die Einfallsenergie
von 27 MeV wurde gewählt, um die Pd-103-Ausbeute für die 0,73 Gramm Pd zu maximieren,
wobei die Erzeugung von Pd-100 unterdrückt wird. Diese 0,73 Gramm Pd in der ungef.
10,2 cm2 großen Ellipse weisen eine angemessene Dicke auf, um etwa 8
MeV Protonenenergie bei dieser Einfallsenergie zu absorbieren. Diese Mischung aus
3 Gramm natürlichem Pd und 1 Gramm hochangereichertem Pd-104 erzeugt folgende Zusammensetzung:
Pd-110:
8,9%
Pd-108:
19,9%
Pd-106:
20,6%
Pd-105:
17,1%
Pd-104:
32,8%
Pd-102:
0,8%
Von einer Bestrahlung bei 27 bis 19 MeV erwartet man, dass sie theoretisch
den Hauptteil der Pd-104-(p, 2n)-Ag-103/Ag-103m.........Pd-103- und Pd-104(p, pn)-Pd-103-Reaktionen
einfängt. Zusätzlich wird auch ein kleiner Teil der Pd-105-(p,3n)-Ag-103/Ag-103m..........Pd-103-
und Pd-105-(p, p2n)-Pd-103-Reaktion bei dieser Einfallsenergie von 29 MeV eingefangen.
Das Targetdesign und die Qualität der Pd-Elektroplatte ist derartig,
dass das Target mit einer Protonenstrahlintensität von größer als 450 &mgr;A bestrahlt
werden kann. In diesem Beispiel wird das Target für insgesamt 340 Stunden bei einem
durchschnittlichen Strom von 390 &mgr;A bestrahlt. Die Bestrahlungsdosis von 132.600
&mgr;Ah wird über mehrere kurze Bestrahlungen, die über einen Fünfwochenzeitraum
verteilt sind, akkumuliert.
Bei diesem Beispiel wird nach einer Bestrahlung das Target für einen
Zeitraum von 4 Tagen einem Zerfall ausgesetzt. Nach einem Zerfall von 4 Tagen nimmt
der Pd-101-Gehalt auf etwa 0,04% seiner ursprünglichen Menge ab und nach einem Zerfall
von 4 Tagen nimmt der Pd-100-Gehalt auf ungefähr 46% seiner ursprünglichen Menge
ab.
Das Produktmaterial wird wie in dem Beispiel 1 erläutert gereinigt.
Nach dem Filterschritt über eine 20 ml-Spritze, die mit einem 0,22
&mgr;m-Filter ausgestattet ist, werden der Becher, eine Spritze und ein Filter mit
2 × 2 ml H2O gespült und die Spülwasser werden zu dem Produktkolben
zugegeben. Das endgültige Volumen der Produktlösung wird gemessen. In diesem Beispiel
sollte das Volumen derart sein, dass die Pd-Konzentration bei 40 bis 70 mg/ml liegt,
und die Pd-103-Konzentration beträgt 750 bis 1.500 mCi/ml, und die spezifische Aktivität
beträgt 16 bis 35 Ci/g. H2O wird zugegeben, um die endgültige Pd- und
Pd-103-Konzentration einzustellen.
Für diese 340 Stunden wird bei einer Protonenbestrahlung mit 27 MeV
von 0,73 Gramm 33%ig angereichertem Pd eine Dosis von 132.600 &mgr;Amp-Stunden über
kurze Bestrahlungen, die über einen Fünfwochenzeitraum akkumuliert wird, erreicht.
Die durchschnitlichen Ströme während der Bestrahlungen betragen 390 &mgr;A. Die
Menge an Pd-103, die innerhalb von 10 Tagen nach einer Bestrahlung erzeugt wurde,
beträgt unter einer Annahme von einer 95%igen Pd-Gewinnung und einer 90%igen Verwendung
des 390 &mgr;A-Strahls etwa 21.600 mCi ± 10%. Die radionuklidische Reinheit
liegt zwischen etwa 99,91 und etwa 99,98% an Pd-103. Die spezifische Aktivität beträgt
etwa 30 Ci Pd-103/ Gramm Pd ± 10%.
Beispiel 3
Dieses Beispiel verwendet ein > 95%ig angereichertes Pd-104-Targetmaterial.
Das Beispiel illustriert die Verwirklichung einer großen Chargengröße an nützlichem
Endprodukt bezüglich einer Pd-103-Konzentration, einer Pd-Konzentration, einer spezifischen
Aktivität und einer radionuklidischen Reinheit. Die Targetdicke von etwa 1,26 Gramm
ist für einen Bestrahlungsenergieanteil von etwa 29 bis 16 MeV konzipiert.
Vier Gramm > 95%ig angereichertes Pd-104 werden in ein 250 ml-Becherglas
überführt und gelöst, indem eine Mischung von etwa 24 ml halbkonzentriertem Königswasser
(18 ml 6N HCl plus 6 ml 8N HNO3) zugegeben wird. Der Inhalt wird gerührt
und auf etwa 60°C erwärmt, um die Pd-Auflösung zu unterstützen. Die resultierende
Lösung von gelöstem Pd wird getrocknet, um überschüssige HNO3 zu entfernen.
Das trockene PdCl2-Salz (oder PdCl2·xH2O)
wird in 150 ml einer 0,8N HCl gelöst. Dies ist die Lösung für das Plattierungsbad.
Eine Targetbasis mit einer Silberfläche wird auf der Silberfläche
mit einem dünnen (ungef. 0,001"/0,0254 mm) Überzug aus Rh beschichtet und dann in
die elliptisch geformte Abdichtung des Plattierungszellaufbaus platziert. Die Pd-Plattierungslösung
wird dann auf zwischen 40 und 70°C erwärmt und durch den Plattierungszellaufbau
zirkuliert. Ein Gleichstrom von etwa 250 mA wird dann auf den Plattierungszellaufbau
über eine Platinanode angelegt. Die Plattierung wird fortgesetzt bis zu solch einem
Zeitpunkt, zu dem eine errechnete Menge von 0,65 g Pd auf der Rh-Oberfläche plattiert
wurde. Die Plattierung wird angehalten, der Plattierungszellaufbau geleert und die
plattierte Oberfläche mit Wasser gespült. Nach einer Untersuchung und Reinigung
wird das Target wiederum in den Tank eingedichtet, jedoch ist die Targetfläche vertikal
gedreht, so dass die vorherige Unterseite der Platte nun oben
liegt. Dies fördert die Abscheidung einer homogenen Dicke des Pd. Der Plattierungsvorgang
wird fortgeführt, bis die kalkulierte Abscheidung etwa 1,26 Gramm beträgt.
Das Bad kann wieder verwendet werden, bis ungef. 1 Gramm Pd verbleibt,
oder es kann mit frischem oder rückgewonnenem Pd aufgefüllt werden. Da der Chloridgehalt
mit einer Verwendung steigt, wird das Bad periodisch getrocknet, um überschüssiges
Chlorid zu entfernen. Das Pd in dem Bad kann auch als Metall rückgewonnen werden,
und ein neues Bad kann begonnen werden.
Das Target wird dann mit Protonen bei einer Einfallsenergie von 29
MeV und einem Einfallswinkel zu dem Target von etwa 7 Grad bestrahlt. Die Einfallsenergie
von 29 MeV wurde gewählt, um die Pd-103-Ausbeute für die 1,26 Gramm Pd zu maximieren.
Diese 1,26 Gramm Pd in der ungef. 10,2 cm2 großen Ellipse weisen eine
angemessene Dicke auf, um etwa 13 MeV Protonenenergie bei dieser Einfallsenergie
zu absorbieren. Dieses hochangereicherte Pd-104 weist folgende ungefähre Zusammensetzung
auf:
Pd-110:
0,2%
Pd-108:
0,8%
Pd-106:
1,5%
Pd-105:
2,5%
Pd-104:
95%
Pd-102:
0,05%
Eine Bestrahlung bei 29 bis 16 MeV fängt den Hauptteil der Pd-104-(p,
2n)-Ag-103/Ag-103m.........Pd-103- und Pd-104(p, pn)-Pd-103-Reaktionen ein.
Das Targetdesign und die Qualität der Pd-Elektroplatte ist derartig,
dass das Target mit einer Protonenstrahlintensität von größer als 450 &mgr;A bestrahlt
werden kann. In diesem Beispiel wird das Target für insgesamt 270 Stunden bei einem
durchschnittlichen Strom von 500 &mgr;A bestrahlt. Die Bestrahlungsdosis von 135.000
&mgr;Ah wird über Bestrahlungen, die über einen 2-Wochenzeitraum verteilt sind,
akkumuliert.
Bei diesem Beispiel wird nach einer Bestrahlung das Target für einen
Zeitraum 3 Tagen einem Zerfall ausgesetzt. Dies ermöglicht hauptsächlich
dem Strahlungsfeld des Targets dramatisch abzunehmen, da kurzlebige Spezies zerfallen.
Zusätzlich ermöglicht dies, dass Pd-101 und Pd-100 signifikant zu ihren Tochter-Rh-Isotopen
zerfallen. Pd-101 (Halbwertszeit von 8,4 h) und Pd-100 (Halbwertszeit von 3,6 Tagen)
werden ausschließlich aus der Pd-102-Komponente von natürlichem Pd (1,0%) bei dieser
Energie von 29 MeV erzeugt. Jedoch verbleibt sehr wenig Pd-102 in dem hochangereicherten
Pd-104-Targetmaterial (ungef. 0,05%), so dass die Verunreinigungen Pd-101 und Pd-100
nur in sehr kleinen Mengen erzeugt werden, und das Produkt Pd-103, das aus hochangereichertem
Pd-104 erzeugt wird, würde eine hohe radionuklidische Reinheit aufweisen. Es ist
auch möglich, dass etwas Pd-101 bei dieser Energie aus der Rh-Sperrbeschichtung
erzeugt wird, und zwar unter der Annahme, dass a) ein Teil des Protonenstrahls das
Pd verfehlt und das Rh direkt mit etwa 29 MeV trifft und b) dass ein Mechanismus
bei der Lösung des Pd-Targetmaterials es ermöglicht, dass ein Teil des Pd-101 in
dem Rh freigesetzt wird. Nach einem Zerfall von 3 Tagen würde jedwedes Pd-101 auf
etwa 0,26 % seines ursprünglichen Wertes abgenommen haben und nach einem Zerfall
von 3 Tagen würde das Pd-100 auf ungefähr 56% seiner ursprünglichen Menge abgenommen
haben.
Das Target wird gelöst und das Produkt Pd-103 wird wie in dem Beispiel
1 beschrieben gereinigt.
Um die Produktlösung zu formulieren, wird das Pd-Metall zuerst in
8 ml ½-konzentriertem Königswasser unter zusätzlicher Erwärmung auf etwa
60°C gelöst. Das gelöste Pd wird dann bei etwa 150°C getrocknet. Diese Behandlung
entfernt die überschüssige HNO3 und HCl und lässt ein trockenes Salz
mit der ungefähren Zusammensetzung PdCl2·xH2O zurück.
Der Inhalt wird dann auf Raumtemperatur abgekühlt.
In diesem Beispiel soll das endgültige Produkt in verdünnter 0,8N
HCl vorliegen. Achtzehn ml 0,8N HCl werden zu dem trockenen Salz zugegeben und der
Inhalt wird gerührt und bei etwa 60 °C erwärmt. Eine dunkelrote/braune Lösung
wird mit der langsamen Lösung von PdCl2·xH2O gebildet.
Wenn alles PdCl2·xH2O gelöst ist, wird die Lösung in
einen gläsernen 30 ml-Kolben überführt. Der Becher wird mit 3 mal 3 ml einer 0,8N
HCl gespült. Die Spülphasen werden zu dem gläsernen Kolben gegeben.
Die Rohproduktlösung wird dann über eine 20 ml-Spritze und einen 0,22
&mgr;m-Filter in einen zweiten 30 ml Glaskolben für das Produkt filtriert. Der erste
Glaskolben, eine Spritze und ein Filter werden mit 2 × 2,5 ml 0,8N HCl gespült
und die Spülphasen werden zu dem Produktkolben zugegeben. Das endgültige Volumen
der Produktlösung wird gemessen. In diesem Beispiel beträgt die Pd-Konzentration
30 bis 60 mg/ml und die Pd-103-Konzentration beträgt 3.000 bis 5.000 mCi/ml und
die spezifische Aktivität beträgt 70 bis 120 Ci/Gramm. 0,8N HCl wird zugegeben,
um die endgültige Pd- und Pd-103-Konzentration einzustellen. Wenn das endgültige
Volumen korrekt ist, wird dann eine kleine Probe für eine Analyse genommen.
Für diese 270 Stunden wird bei einer Protonenbestrahlung mit 29 MeV
von 1,26 Gramm > 95%ig angereichertem Pd eine Dosis von 135.000 &mgr;Amp-Stunden
über einen Zweiwochenzeitraum akkumuliert. Der durchschnittliche Strom während der
Bestrahlungen beträgt 500 &mgr;A. Die Menge an Pd-103, die innerhalb von 7 Tagen
nach einer Bestrahlung erzeugt wurde, beträgt unter einer Annahme
von einer 95%igen Pd-Gewinnung und einer 100%igen Verwendung des 500 &mgr;A-Strahls
etwa 122.000 mCi + 20%. Die radionuklidische Reinheit liegt zwischen etwa 99,98
und etwa 99,99% an Pd-103. Die spezifische Aktivität beträgt etwa 96 Ci Pd-103/
Gramm Pd + 20%.
Beispiel 4
Pd kann direkt auf ein Substratmaterial, wie ein Röntgen-Marker, durch
ein direktes Reduktionsverfahren, das als Eintauchplattierung bekannt ist, aufgebracht
werden. Dieses Verfahren betrifft Röntgen-Marker von der geeigneten Größe und Gestalt
und aus einem geeigneten Material, vorzugsweise Ag, die mit einer geeigneten Pd/Pd-103-Lösung,
in der das Pd und das Pd-103 quantitativ und homogen auf der äußeren Oberfläche
der Röntgen-Marker durch eine Oberflächenreduktion des Pd durch das Basismaterial
selbst und/oder eine entsprechende Bewegung des Basismetalls in die Lösung abgeschieden
werden, kontaktiert werden. Diese Beschichtungstechnik führt aufgrund ihres Oberflächenreduktionsmechanismusses
damit einhergehend zu einer viel haftenderen und homogeneren Schicht oder zu einem
deutlich leichteren Erreichen einer haftenden und homogenen Schicht als derjenigen,
die durch eine Elektroplattierung/elektrodenlose Plattierung/etc. erreicht werden
kann. Die Homogenität ist wichtig, um eine Gleichförmigkeit und Reproduzierbarkeit
der Dosimetrie jedes Seeds zu sichern. Das Pd/Pd-103 kann auf das Substratmaterial
(einschließlich eines Röntgen-Markers) durch Backen des Aufbaus fester miteinander
verbunden werden. Falls erwünscht, kann das Abdichten der Pd/Pd-103-Beschichtung
eines Seeds durch eine Vielzahl von Verfahren zur Dünnbeschichtung, wie eine Elektroplattierung,
eine elektrodenlose Plattierung oder eine weitere Eintauchbeschichtung, durchgeführt
werden. Andere Abdichtungsmaterialien, die in Betracht gezogen werden, sind solche
wie Rh, Pd, Au, Pt, Ag, Ni, Co und Ru.
Hogdahl (1961; The Radiochemistry of Palladium; Nat Acad Science,
US Atomic Energy Commission) offenbart das Unvermögen von Ag Pd zum Metall zu reduzieren,
jedoch wurde unerwarteterweise beobachtet, dass die Reduktion unter einigen Bedingungen
stattfinden kann. Eine Seedeinsatz-Herstellungstechnik wurde mit einem Ag-Draht
der geeigneten Größe und Gestalt getestet.
Um ein Ag-Substrat mit Pd in einem Eintauchverfahren zu beschichten,
wird eine „leere" („blank") verdünnte 0,8N HCl- (obgleich eine andere
Konzentration an HCl auch in Erwägung gezogen wird, zum Beispiel 0,1 bis 1,ON HCl)
Pd-Vonatslösung (d. h. nicht aktiv), wobei die Pd-Konzentration 60 mg/ml betrug,
hergestellt. Unter der Annahme, dass eine aktive Lösung auch etwa 1.000 mCi/ml Pd-103
enthält und dass jeder Seedeinsatz 5 mCi Aktivität benötigt, würden dann 200 Seeds
die Abscheidung von 1.000 mCi oder des Pd-Gehalts von 1 ml der Lösung oder 60 mg
benötigen. Ein reiner Silberdraht von 0,5 mm Durchmesser und 1 Meter Länge wurde
gereinigt und in 200 Stäbe a 5 mm Länge geschnitten. Ein ml der Pd-Blank-Lösung
wird in einen Glaskolben gegeben, ein Teflonrührfisch wird zugegeben und die Lösung
wird auf etwa 20 ml mit H2O verdünnt. Diese verdünnte Lösung bleibt selbst
bei dieser verdünnteren Pd-Konzentration intensiv gefärbt. Die 200 Silberstäbe werden
zu dem Kolben zugegeben, die Mischung wird gerührt und auf 70 bis 90°C erwärmt.
Die Silberstäbe werden langsam mit dem dunkleren Pd überzogen und nach 30 Minuten
war die Lösung farblos, die Gefäßwände und ein Rührfisch waren sauber, was eine
vollständige Abscheidung auf den Ag-Stäben anzeigt. Es wurde beobachtet, dass nur
die Ag-Stäbe beschichtet waren, wobei mehr als 99% des Pd auf das Substrat plattiert
waren. Die Lösung wurde von den Stäben entfernt und die Stäbe wurden mit H2O
gewaschen und in dem Kolben bei etwa 110°C getrocknet. Nach einer Abkühlung
ergab eine visuelle Untersuchung, dass die Stäbe keine Ag-Flecken aufwiesen und
dass das Pd homogen erschien, wobei auch die geschnittenen Enden beschichtet waren.
Lösungen mit einer höheren Aktivitätskonzentration und/oder einer
geringeren inaktiven Pd-Konzentration und/oder Seeds, die mit einer geringeren Aktivität
beschichtet werden sollen, würden jeweils auch unter Verwendung der obigen Technik
möglich sein. Die Technik kann mindestens 60 mg Pd (aktives oder nicht aktives oder
eine Kombination davon) auf 200 Ag-Stäbe der beschriebenen Größe und Gestalt abscheiden.
Es wird angenommen, dass ungef. eine chemisch äquivalente Menge an Ag (etwa 121
mg) von den Stäben in die Lösung gelöst wird, obgleich kein AgCl-Präzipitat beobachtet
wurde.
Die vorliegende Erfindung wurde unter Bezug auf die bevorzugten Ausführungsformen
beschrieben. Gleichwohl ist es für die im Fach erfahrenen Personen offensichtlich,
dass eine Vielzahl von Variationen und Modifikationen durchgeführt werden kann,
ohne von dem Umfang der Erfindung, wie er hier beschrieben ist, abzuweichen.