Die Erfindung betrifft eine fluidbetätigte Drehantriebsvorrichtung,
mit einem drehbar gelagerten Abtriebsteil, das wenigstens einen Zahnkranz aufweist,
mit dem an zwei nebeneinanderliegend angeordneten Antriebskolben vorgesehene zahnstangenartige
Verzahnungen in Eingriff stehen, wobei die Antriebskolben durch Fluidbeaufschlagung
in zueinander parallelen Richtungen gegensinnig bewegbar sind, um eine Drehbewegung
des Abtriebsteils zwischen zwei Endpositionen hervorzurufen.
Drehantriebe dieser Art werden auf Grund des Vorhandenseins zweier
Antriebskolben auch als Doppelkolben-Drehantriebe bezeichnet. Ihr meist als Voll-
oder Hohlwelle ausgeführtes Abtriebsteil greift zwischen den beiden Antriebskolben
hindurch, mit denen es an diametral entgegengesetzter Umfangsstelle in Verzahnungseingriff
steht. Durch entsprechende Fluidbeaufschlagung lassen sich die Antriebskolben
zu einer gegensinnigen Linearbewegung antreiben, was entsprechend der gewählten
Verfahrrichtung eine Drehbewegung des Abtriebsteils im oder entgegen dem Uhrzeigersinn
zur Folge hat. Der dabei vom Abtriebsteil zwischen den beiden Endpositionen überstrichene
Drehwinkel kann entsprechend dem maximal möglichen Verfahrweg der Antriebskolben
mehr oder weniger als 360° betragen.
Von Nachteil bei den der Anmelderin bekannten Drehantriebsvorrichtungen
ist die fehlende Möglichkeit zur Vorgabe von Zwischenpositionen des Abtriebsteils.
Dadurch ist der Anwendungsbereich auf bestimmte Einsatzzwecke beschränkt. Es ist
daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Drehantriebsvorrichtung der
eingangs genannten Art zu schaffen, die eine Positionierung des Abtriebsteils
in Zwischenpositionen zwischen den beiden Endpositionen ermöglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Positionsvorgabeeinrichtung,
die durch Zusammenwirken mit den beiden Antriebskolben die Vorgabe einer zwischen
den Endpositionen befindlichen Zwischenposition des Abtriebsteils ermöglicht und
hierzu über eine zwei in axialer Verlängerung der beiden Antriebskolben nebeneinanderliegend
angeordnete Anschlagteile aufweisende Anschlageinheit verfügt, die relativ zu
den Antriebskolben in eine Positionierstellung verlagerbar ist, in der die beiden
Anschlagteile gleichzeitig am jeweils zugeordneten Antriebskolben anliegen.
Auf diese Weise kann das Abtriebsteil zusätzlich zu den beiden Endpositionen
auch in wenigstens einer Zwischenposition positioniert werden, so daß der Drehantriebsvorrichtung
ein umfangreicheres Einsatzfeld zur Verfügung steht. Da die Positionsvorgabeeinrichtung
mit den Antriebskolben zusammenarbeitet, unterliegt der Verzahnungseingriff zwischen
dem Abtriebsteil und den Antriebskolben keiner höheren Belastung verglichen mit
einem konventionellen Aufbau. Die gewünschte Zwischenposition läßt sich einfach
dadurch erreichen, daß die Anschlageinheit so weit in Richtung der Antriebskolben
verlagert wird, bis jeder Antriebskolben an einem der fest miteinander verbundenen
Anschlagteile anliegt. Unter Vermittlung des Verzahnungseingriffes liegt somit
ein geschlossener Kraftkreis vor, der eine spielfreie Fixierung des Abtriebsteils
in der vorgegebenen Zwischenposition ermöglicht.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
Zweckmäßigerweise ist die Anschlageinheit zwischen der Positionierstellung
und einer außerhalb des maximal möglichen axialen Verfahrweges der Antriebskolben
liegenden Grundstellung verlagerbar, wobei die Antriebskolben in der Grundstellung
der Anschlageinheit durch Druckbeaufschlagung derart in ihren Endlagen positioniert
werden können, daß das Abtriebsteil die jeweils zugeordnete Endposition einnimmt.
Zweckmäßigerweise befindet sich die Anschlageinheit in der Grundstellung
außerhalb der die Antriebskolben aufnehmenden Kolbenaufnahmeräume, während sie
in der Positionierstellung mit beiden Anschlagteilen gleichzeitig axial in die
beiden Kolbenaufnahmeräume hineinragt.
Vorzugsweise ist die Drehantriebsvorrichtung so ausgestaltet, daß
eine Verlagerung der Anschlageinheit durch Fluidkraft ermöglicht ist. Hierzu kann
die Anschlageinheit über einen fest mit den beiden Anschlagteilen verbundenen
Betätigungskolben verfügen, der zur Verlagerung zum Beispiel mit Druckluft beaufschlagt
wird. Um eine kompakte, flachbauende Bauform realisieren zu können, ist es von
Vorteil, wenn der Betätigungskolben einen länglichen Umriß aufweist, wobei er
als Flachkolben bezeichnet werden könnte.
Die Anschlagteile sind zweckmäßigerweise stößelartig ausgebildet
und verlaufen in koaxialer Verlängerung des jeweils zugeordneten Antriebskolbens
parallel zueinander. Sie können mit Querabstand an dem gemeinsam zugeordneten
Betätigungskolben angeordnet sein. Die Fluidbeaufschlagung des Betätigungskolbens
kann wahlweise nach Art eines einfachwirkenden oder eines doppeltwirkenden Arbeitszylinders
erfolgen.
Insbesondere um eine Feinjustierung der angestrebten Zwischenposition
zu ermöglichen, können eines oder beide Anschlagteile über ein Anschlagelement
verfügen, das sich in Verfahrrichtung des zugeordneten Antriebskolbens verstellen
läßt. Um mit einfachen Mitteln eine nachträgliche Justierung zu gestatten, kann
die Anschlageinheit über einen oder mehrere Hohlräume verfügen, die von außen her,
insbesondere mittels eines geeigneten Schraubwerkzeuges, ein Verstellen des jeweiligen
Anschlagelementes ermöglichen.
Es ist ferner von Vorteil, wenn eine beim Verlassen der Positionierstellung
der Anschlageinheit wirksame Abluftdrosselung vorgesehen ist. Dies ermöglicht eine
kontrollierte Bewegung der Anschlageinheit, wenn das Abtriebsteil aus der Zwischenposition
herausbewegt wird, wobei eine schnellende Bewegung vermieden wird.
Ist die Anschlageinheit mit wenigstens einem mit einem Positionssensor
zusammenarbeitenden Betätigungsglied versehen, besteht insbesondere die Möglichkeit,
die erreichte Zwischenposition des Abtriebsteils über die Anschlageinheit zu detektieren.
Durch gegenseitige Abstimmung der Länge der Anschlagteile und der
Antriebskolben sowie deren relativer Zuordnung läßt sich die vorzugebende Zwischenposition
praktisch beliebig zwischen den beiden Endpositionen auswählen. Als besonders
zweckmäßig erscheint die Vorgabe einer Mittenposition, bei der der vom Abtriebsteil
eingenommene Drehwinkel die Hälfte des zwischen den beiden Endpositionen liegenden
Drehwinkels beträgt.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen im einzelnen:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Bauform der erfindungsgemäßen Drehantriebsvorrichtung in perspektivischer
Darstellung,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch die Drehantriebsvorrichtung gemäß Schnittlinie II-II
aus Fig. 1 und 4,
- Fig. 3
- eine Stirnansicht der Drehantriebsvorrichtung mit Blick gemäß Pfeil III aus
Fig. 2,
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch die Drehantriebsvorrichtung gemäß Schnittlinie IV-IV
aus Fig. 2 und
- Fig. 5 bis 7
- in schematischer Darstellung verschiedene Betriebszustände der Drehantriebsvorrichtung.
Die in der Zeichnung allgemein mit 1 bezeichnete Drehantriebsvorrichtung
umfaßt ein Antriebsmodul 2 und ein lösbar fest mit diesem verbundenes Positioniermodul
3. Der Aufbau des Antriebsmoduls 2 kann dem Stand der Technik entsprechen, die
eigentliche Neuerung erstreckt sich auf das Positioniermodul 3 und dessen Zusammenwirken
mit dem Antriebsmodul 2.
Das Antriebsmodul 2 enthält ein längliches erstes Gehäuse 4 mit zweckmäßigerweise
quaderförmiger Außenkontur. Im einzelnen umfaßt es einen länglichen Basisabschnitt
5, der in Längsrichtung von zwei nebeneinander angeordneten Kolbenaufnahmeräumen
durchsetzt ist. Durch einen rückseitig an den Basisabschnitt 5 angesetzten Abschlußdeckel
7 sind die Kolbenaufnahmeräume 6, 6' am einen axialen Ende dicht verschlossen.
Den entgegengesetzten vorderseitigen Abschluß bewirkt das Positioniermodul 3,
das mit seinem Gehäuse - nachfolgend als zweites Gehäuse 8 bezeichnet - an die
vordere Stirnseite des Basisabschnittes 5 angesetzt und mittels nicht näher dargestellter
Schrauben befestigt ist.
In jedem Kolbenaufnahmeraum 6, 6' befindet sich ein in Längsrichtung
verschiebbar geführter Antriebskolben 12, 12'. Jeder Antriebskolben 12, 12' verfügt
über eine in Längsrichtung verlaufende zahnstangenartige Verzahnung 13, 13' mit
quer und insbesondere rechtwinkelig zu den Längsachsen 14, 14' der Kolbenaufnahmeräume
6, 6' verlaufenden Zähnen. Beim Ausführungsbeispiel befinden sich die Verzahnungen
13, 13' an Zahnstangenelementen 15, 15', die axial beidseits mit je einem Kolbenkopf
16 fest verbunden sind, der eine mit der Innenfläche des zugeordneten Kolbenaufnahmeraumes
6, 6' zusammenarbeitende ringförmige Dichtung 17 trägt.
Jeder Kolbenaufnahmeraum 6, 6' wird durch den darin befindlichen
Antriebskolben 12, 12' in zwei Arbeitsräume 18, 19; 18', 19' unterteilt. Über Fluidkanäle
22 kommunizieren die Arbeitsräume mit zur Außenseite des ersten Gehäuses 4 insbesondere
am Abschlußdeckel 7 ausmündenden Anschlußöffnungen 23, über die ein fluidisches
Druckmittel, insbesondere Druckluft, nach Bedarf zu- und abgeführt werden kann.
Die Anordnung ist vorzugsweise so getroffen, daß der dem Positioniermodul
3 zugewandte vordere Arbeitsraum 18, 18' eines jeweiligen Kolbenaufnahmeraumes
6, 6' mit dem rückseitigen Arbeitsraum 19', 19 des jeweils anderen Kolbenaufnahmeraumes
kommuniziert, wobei den paarweise kommunizierenden Arbeitsräumen eine gemeinsame
Anschlußöffnung 23 zugeordnet sein kann, die über schematisch angedeutete Druckmittelleitungen
24 mit einer ersten Steuerventileinrichtung 25 kommunizieren. Die erste Steuerventileinrichtung
25 des Ausführungsbeispiels ist als 4/3-Wegeventil ausgeführt, das in der abgebildeten
Neutralstellung sämtliche Arbeitsräume 18, 19; 18', 19' an die Umgebung R entlüftet.
In den beiden weiteren möglichen Schaltstellungen werden die Arbeitsräume derart
mit Druckmedium beaufschlagt bzw. entlüftet, daß die Antriebskolben 12, 12' in
zueinander parallelen Richtungen entlang den Längsachsen 14, 14' synchron gegensinnig
bewegt werden. Bei einer Vorwärtsbewegung des einen Antriebskolbens führt also
der andere Antriebskolben eine Rückwärtsbewegung aus.
Die Linearbewegungen der Antriebskolben 12, 12' werden in eine durch
Doppelpfeil 26 angedeutete Drehbewegung eines Abtriebsteils 27 umgesetzt. Dieses
Abtriebsteil 27 verfügt über einen wellenartigen, beim Ausführungsbeispiel durchgehend
hohlen Abtriebsabschnitt 28, der sich in dem Zwischenraum zwischen den einander
zugewandten Verzahnungen 13, 13' der Antriebskolben 12, 12' erstreckt und das
erste Gehäuse 4 insbesondere vollständig durchsetzt. Seine Längsachse 32 verläuft
rechtwinkelig zu den Längsachsen 14, 14' und gleichzeitig parallel zu den Ausdehnungsebenen
der Verzahnungen 13, 13'. Sie bildet gleichzeitig die Drehachse des Abtriebsteils
27, das über geeignete Lagereinrichtungen 33 drehbar am ersten Gehäuse 4 gelagert
ist.
Der zwischen den Verzahnungen 13, 13' liegende Bereich des Abtriebsabschnittes
28 ist am Außenumfang mit einem zweckmäßigerweise in sich geschlossenen Zahnkranz
34 versehen und drehfest verbunden, der gleichzeitig, an diametral einander entgegengesetzten
Stellen, mit den beiden Verzahnungen 13, 13' der Antriebskolben 12, 12' kämmt.
Die oben erwähnte Linearbewegung der beiden Antriebskolben 12, 12'
resultiert somit in einer Drehbewegung des Abtriebsteils 27 um die Drehachse 32,
wobei die Drehrichtung von der Verschieberichtung der Antriebskolben 12, 12' abhängt.
Je nach Länge der Verzahnungen 13, 13' und in Abhängigkeit vom maximal möglichen
axialen Verfahrweg der Antriebskolben 12, 12' lassen sich Drehwinkel des Abtriebsteils
27 realisieren, die unter oder über 360° liegen und durchaus ein Mehrfaches von
360° aufweisen können.
Am Abtriebsteil 27 außerhalb des ersten Gehäuses 4 vorgesehene Befestigungsmittel
35 ermöglichen das Festlegen zu drehender oder zu schwenkender Bauteile, beispielsweise
eines zur Handhabung von Werkstücken verwendeten Greifers.
Dem Antriebsmodul 2 ist nun in Gestalt des Positioniermoduls 3 eine
Positionsvorgabeeinrichtung zugeordnet, die durch Zusammenwirken mit den beiden
Antriebskolben 12, 12' die Vorgabe einer rotativen Zwischenposition des Abtriebsteils
27 relativ zum ersten Gehäuse 4 ermöglicht, wobei die Zwischenposition zwischen
den Endpositionen liegt, die das Abtriebsteil 27 winkelmäßig einnimmt, wenn die
Antriebskolben 12, 12' die eine oder andere ihrer beiden möglichen axialen Endlagen
einnehmen. Diese Endlagen können insbesondere dadurch definiert sein, daß die Antriebskolben
12, 12' an einer deckelseitigen Anlagefläche zur Anlage gelangen.
Im einzelnen verfügt die Positionsvorgabeeinrichtung 3 über eine
den Antriebskolben 12, 12' axial vorgelagerte Anschlageinheit 36, die in einer
durch Doppelpfeil angedeuteten Verlagerungsrichtung 37 parallel zu den Verfahrrichtungen
der Antriebskolben 12, 12' relativ zu den vorgenannten verlagerbar ist. Sie ist
in dem zweiten Gehäuse 8 verschiebbar gelagert und verfügt über zwei in axialer
Verlängerung der beiden Antriebskolben 12, 12' mit Abstand nebeneinanderliegend
angeordnete Anschlagteile 38, 38'. Jedes Anschlagteil 38, 38' verfügt an seiner
dem zugeordneten Kolbenaufnahmeraum 6, 6' zugewandten Stirnseite über eine Anschlagfläche
42, 42', der eine Gegenanschlagfläche 43, 43' axial gegenüberliegt, die sich an
der Stirnseite des axial benachbarten Antriebskolbens 12, 12' befindet.
Die Anschlageinheit 36 ist beim Ausführungsbeispiel durch Fluidkraft
zwischen der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung und einer diesbezüglich axial in
Richtung zum Antriebsmodul 2 verlagerten Positionierstellung bewegbar. In der
Grundstellung liegen die Anschlagflächen 42, 42' außerhalb des maximal möglichen
axialen Verfahrweges der Antriebskolben 12, 12', wobei sie zweckmäßigerweise in
das zweite Gehäuse 8 eingefahren sind. In der Positionierstellung ragen die beiden
Anschlagteile 38, 38' axial in den benachbarten Kolbenaufnahmeraum 6, 6' hinein
und nehmen die in Fig. 2 anhand des einen Anschlagteils angedeutete Stellung ein.
Diese Positionierstellung 44 zeichnet sich dadurch aus, daß beide Anschlagteile
38, 38' mit ihren Anschlagflächen 42, 42' an der Gegenanschlagfläche 43, 43' des
axial benachbarten Antriebskolbens 12, 12' gleichzeitig anliegen. Dadurch sind
die beiden durch den Verzahnungseingriff 13, 13' miteinander bewegungsgekoppelten
Antriebskolben 12, 12' axial unbeweglich eingespannt, und man erhält eine spielfreie
Fixierung des Abtriebsteils 27 in der dabei vorliegenden Zwischenposition.
Ausgehend von der gezeigten einen Endstellung der Antriebskolben
12, 12' erfolgt das Verlagern der Anschlageinheit 36 in die Positionierstellung
zweckmäßigerweise bei in Neutralstellung befindlicher erster Steuerventileinrichtung
25. Der zuerst von einem Anschlagteil 38' beaufschlagte Antriebskolben 12' wird
dabei zurückgeschoben, was unter Vermittlung des Verzahnungseingriffes eine gleichzeitige
Vorwärtsbewegung des anderen Antriebskolbens 12 zur Folge hat, der sich dabei an
das sich ebenfalls auf ihn zubewegende zweite Anschlagteil 38 annähert. Die Positionierstellung
ist erreicht, wenn der sich vorwärtsbewegende Antriebskolben 12 auf das zugeordnete
Anschlagteil 38 aufläuft, wobei die entsprechende Stellung in Fig. 2 strichpunktiert
angedeutet ist.
Die beim Ausführungsbeispiel in der Positionierstellung vorliegende
Zwischenposition des Abtriebsteils 27 ist eine Mittenposition, die winkelmäßig
mittig zwischen den beiden Endpositionen liegt. Zur Verdeutlichung zeigen die Fig.
5 und 6 die in der Grundstellung der Anschlageinheit 36 realisierbaren Endpositionen,
zwischen denen beim Ausführungsbeispiel ein Drehwinkel von 90° liegt. In Fig. 7
ist die gleiche Anordnung bei in Positionierstellung verlagerter Anschlageinheit
36 gezeigt, wobei das Abtriebsteil 27 eine 45°-Mittenposition einnimmt. Erreicht
wird dies beim Ausführungsbeispiel dadurch, daß die Antriebskolben 12, 12' und
die Verzahnungseingriffe so abgestimmt werden, daß die beiden Gegenanschlagflächen
43, 43' in der Zwischenposition in einer rechtwinkelig zu den Längsachsen 14,
14' verlaufenden Ebene liegen, wobei gleichzeitig seitens der Anschlageinheit 36
die dortigen Anschlagflächen 42, 42' ebenfalls in einer gemeinsamen, zu den Längsachsen
14, 14' rechtwinkeligen Ebene angeordnet sind.
Es ist ersichtlich, daß beispielsweise durch Verwirklichung eines
axialen Versatzes zwischen den beiden Anschlagflächen 42, 42' eine von der Mittenposition
abweichende Zwischenposition realisiert werden kann.
Die Anschlageinheit 36 ist zu ihrer Betätigung beim Ausführungsbeispiel
mit einem Betätigungskolben 45 ausgestattet, der sich in einem im zweiten Gehäuse
8 ausgebildeten weiteren Kolbenaufnahmeraum 46 befindet und in Verlagerungsrichtung
37 verschiebbar ist. Um eine in Richtung der Drehachse 32 kompakte Bauform der
Vorrichtung zu erhalten, ist der Betätigungskolben 45 mit länglichem Umriß als
Flachkolben ausgeführt, der im Querschnitt gesehen eine längliche Gestalt hat.
Beim Ausführungsbeispiel verfügt er gemäß Fig. 3 über ebene Längsseiten, die über
gerundete Schmalseiten miteinander verbunden sind. Auch eine ovale und zum Beispiel
elliptische Kontur wäre denkbar. Die beiden Anschlagteile 38, 38' sind stößelartig
ausgebildet, wobei sie in koaxialer Verlängerung des jeweils zugeordneten Antriebskolbens
12, 12' fest mit dem Betätigungskolben 45 verbunden sind. Die Verbindungsbereiche
liegen beim Ausführungsbeispiel im Bereich der schmalseitigen Abschnitte des Betätigungskolbens
45.
In koaxialer Verlängerung zu den Anschlagteilen 38, 38' verfügt die
Anschlageinheit 36 auf der den Antriebskolben 12, 12' abgewandten Axialseite über
zwei Lagerstangen 47, 47', die die dem Antriebsmodul 2 axial entgegengesetzte
Abschlußwand 48 des zweiten Gehäuses 8 axial verschiebbar durchsetzen. Im Durchdringungsbereich
sind Führungs- und Dichtungseinrichtungen vorgesehen. Die stangenförmigen Anschlagteile
38, 38' sind ebenfalls gehäuseseitig geführt, wobei geeignete Führungseinrichtungen
52 zweckmäßigerweise in den von den Anschlagteilen 38, 38' durchsetzbaren Durchbrechungen
53, 53' vorgesehen sind, die die weitere Kolbenaufnahme 46 mit jeweils einer der
beiden anderen Kolbenaufnahmen 12, 12' verbinden. In den Durchbrechungen 53, 53'
befindet sich außerdem eine ringförmige Dichtungseinrichtung 54, die zwischen dem
zweiten Gehäuse 8 und dem zugeordneten Anschlagteil 38, 38' abdichtet und einen
Fluidübertritt zwischen den vorderen Arbeitsräumen 18, 18' des Antriebsmoduls 2
und dem rückseitigen Arbeitsraum 55 des weiteren Kolbenaufnahmeraumes 46 verhindert.
Das Positioniermodul 3 ist nach Art eines einfachwirkenden Arbeitszylinders
aufgebaut, wobei der rückseitige Arbeitsraum 55 über einen Gehäusekanal 56 ständig
entlüftet ist. Der auf der anderen Seite des Betätigungskolbens 45 liegende vordere
Arbeitsraum 57 hingegen kommuniziert über eine das zweite Gehäuse 8 durchsetzende
Anschlußöffnung 58 und eine daran angeschlossene Druckmittelleitung 62 mit einer
zweiten Steuerventileinrichtung 63. Sie ist beim Ausführungsbeispiel von einem
3/2-Wegeventil gebildet, das den vorderen Arbeitsraum 57 wahlweise mit einer Druckmittelquelle
P verbindet oder zur Umgebung R entlüftet.
Um das Abtriebsteil 27 in seine Zwischenposition zu verbringen, wird
der vordere Arbeitsraum 57 bei gleichzeitig in Neutralstellung befindlicher erster
Steuerventileinrichtung 25 mit Druckluft gespeist, so daß der beaufschlagte Betätigungskolben
45 die Anschlagteile 38, 38' in der schon erwähnten Weise aus der Grundstellung
in die Positionierstellung verlagert.
Um anschließend das Abtriebsteil 27 wieder in eine seiner beiden
Endpositionen zu verlagern, wird die zweite Schaltventileinrichtung 63 in die Entlüftungsstellung
verbracht und die erste Steuerventileinrichtung 25 in eine der beiden anderen
Schaltstellungen umgeschaltet. Dadurch wird die Anschlageinheit 36 durch Beaufschlagung
seitens eines der Antriebskolben 12, 12' in die Grundstellung zurückgedrückt.
Damit hierbei eine schlagartige Rückstellung der Anschlageinheit 36 verhindert
wird, ist in den der zweiten Steuerventileinrichtung 63 nachgeschalteten Leitungsabschnitt
eine einstellbare Drosseleinrichtung 64 eingeschaltet, die eine Abluftdrosselung
und somit ein verlangsamtes Ausströmen des verdrängten Druckmediums bewirkt.
Es versteht sich, daß das Positionsmodul 3 auch nach Art eines doppeltwirkenden
Arbeitszylinders ausgeführt sein kann, um unabhängig vom Betätigungszustand des
Antriebsmoduls 2 die Rückbewegung der Anschlageinheit 36 in die Grundstellung
vornehmen zu können.
Um die angestrebte Zwischenposition exakt einstellen zu können, sind
beim Ausführungsbeispiel die beiden Anschlagflächen 42, 42' an zwei Anschlagelementen
65 vorgesehen, die jeweils an einem rohrähnlichen Grundkörper 66 der Anschlageinheit
36 derart verstellbar gelagert sind, daß sie sich in Verfahrrichtung der Antriebskolben
12, 12' stufenlos justieren lassen. Vorzugsweise sind die Anschlagelemente 65
bolzenähnlich ausgeführt und mit einem Außengewinde versehen, über das sie in den
rohrartg ausgebildeten Grundkörper 66 eingeschraubt sind. Dieser rohrförmige Grundkörper
66 ist beim Ausführungsbeispiel einstückig mit der Lagerstange 47 ausgebildet,
die hohl ausgeführt ist, so daß sich ein das Anschlagteil 38, 38' und die zugeordnete
Lagerstange 47, 47' durchziehender Zugangskanal 67 ergibt, der von außerhalb des
zweiten Gehäuses 8 einen Zugang zum zugeordneten Anschlagelement 65 ermöglicht.
Auf diese Weise kann ein längliches Schraubwerkzeug eingeführt und an eine am Anschlagelement
65 vorgesehene Angriffspartie 68 angesetzt werden, um das Anschlagelement 65 axial
zu verschrauben und wunschgemäß einzustellen. Beim Ausführungsbeispiel sind auf
diese Weise Justierungen der Zwischenposition um +/- 10° möglich.
Eine ringförmige Dichtung 72 zwischen dem Anschlagelement 65 und
dem Grundkörper 66 verhindert einen Austritt von Druckmedium durch den Zugangskanal
67 hindurch.
Die Drehantriebsvorrichtung 1 ermöglicht beim Ausführungsbeispiel
eine einfache Erfassung der eingestellten Zwischenposition über die Positionsvorgabeeinrichtung
3. Zu diesem Zweck ist am zweiten Gehäuse 8 ein Positionssensor 72 vorgesehen,
der von einem an der Anschlageinheit 36 vorgesehenen Betätigungsglied 73 bei Erreichen
der Positionierstellung berührungslos betätigt wird.
Auf Grund des modulartigen Aufbaus läßt sich die Positionsvorgabeeinrichtung
3 wahlweise an unterschiedliche Antriebsmodule 2 ansetzen und ermöglicht insbesondere
auch die Nachrüstung konventioneller Antriebsmodule.