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Kämmelement - Dokument DE10149765B4
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10149765B4 18.03.2004
Titel Kämmelement
Anmelder Krauss-Maffei Kunststofftechnik GmbH, 80997 München, DE
Erfinder Ruch, Joachim, Dipl.-Ing., 70499 Stuttgart, DE;
Fritz, Hans-Gerhard, Prof. Dr.-Ing., 73066 Uhingen, DE;
Abendschein, Matthias, Dipl.-Ing., 72458 Albstadt, DE
DE-Anmeldedatum 02.10.2001
DE-Aktenzeichen 10149765
Offenlegungstag 22.05.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.03.2004
IPC-Hauptklasse B29C 47/64
IPC-Nebenklasse B29C 47/60   B29C 47/40   
IPC additional class // B29K 105:06  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein neuartiges Kämmelement für Zweiwellenextruder mit gleichsinnig drehenden, dichtkämmenden Schnecken.

Die bei solchen Extrudern üblicherweise verwendeten Schneckenelemente sind durch eine dichtkämmende Evolventenfläche gekennzeichnet. Derartige Schneckenelemente werden zur Durchführung von Misch-, Knet- und Förderoperationen in vielfältiger Anordnungsfolge eingesetzt. Die dabei zur Anwendung kommenden Evolventenflächen oder Außenkonturen sind beispielsweise aus M.L.Booy, Polymer Engineering and Science, September 1978 Volume 18, S. 973-984 bekannt.

Bekannt ist ferner das Einarbeiten von Fasermaterialien in Kunststoffschmelzen beim Extrudieren derselben, wobei das möglichst gleichmäßige Verteilen der Fasern einerseits und das Erhalten einer möglichst großen Faserlänge andererseits Ziel dieser Operationen ist. Dadurch erhält man eine maximale Verstärkungswirkung im Kunststoff durch die eingearbeiteten Fasern.

Problematisch ist bislang, dass für eine homogene Verteilung der Fasern im Kunststoff eine relativ große Extruderlänge zur Verfügung gestellt werden muss, was gleich bedeutend ist mit einer lang dauernden Misch- und Knetoperation, wobei mit zunehmender Dauer dieser Operationen Faserbrüche zunehmen, ebenso wie ein thermischer Abbau der Fasern, der insbesondere bei Naturfasern beobachtet wird. Letzteres führt zu Geruchsbildung, wodurch sich viele Anwendungsfälle für Naturfasern verschließen.

Aufgabe der vorliegenden Endung ist es, Schneckenelemente vorzuschlagen, mit denen eine schonende Einarbeitung der Fasern, insbesondere auch von Naturfasern in Kunststoffschmelzen unter Erhaltung einer möglichst langen Faserlänge möglich ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kämmelement mit dichtkämmender Evolventenfläche für Zweiwellenextruder mit gleichsinnig drehenden dichtkämmenden Schnecken gelöst, wobei das Kämmelement an seiner Evolventenfläche eine Mehrzahl an Oberflächenstrukturelementen aufweist, welche von der Evolventenfläche rückspringend ausgebildet sind.

Die Evolventenfläche stellt nicht die aktuelle Außenoberfläche der Kämmelemente dar, die aufgrund der Oberflächenstrukturelemente vielfältig strukturiert ist.

Als Grundkörper für die erfindungsgemäßen Schneckenelemente eignen sich im Prinzip alle bekannten Querschnittsgeometrien wie sie aus der vorgenannten Druckschrift beispielsweise bekannt sind. Darüber hinaus eignen sich auch kreisförmige Grundkörper, wobei immer nur sicher gestellt sein muss, dass die Evolventenflächen dichtkämmend sind. Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird ein dichtkämmender Zustand insbesondere dann angenommen, wenn der Abstand zwischen den Evolventenflächen der Kämmelemente maximal 5 mm beträgt.

Man hat nun bei den erfindungsgemäßen Kämmelementen dichtkämmende Elemente vorliegen, wobei allerdings dies nur für die Evolventenflächen der Elemente gilt, nicht aber für die eigentliche aktuelle Oberfläche der Kämmelemente mit den in diese eingebrachten Oberflächenstrukturelementen.

Anders formuliert sind die Kämmelemente mit ihrem Grundkörper dichtkämmend ausgebildet, wobei eine kämmende Begegnung der individuellen Oberflächenstrukturelemente zweier Schneckenelemente, die auf den parallelen Schneckenwellen nebeneinander benachbart angeordnet sind, nicht vorkommt.

Damit wird vermieden, dass Schneidbewegungen resultieren, und die Fasern werden lediglich an der Oberfläche der Schneckenelemente auseinander gekämmt.

Möglich sind bei den Grundkörpern dichtkämmende Elemente mit 1 bis 4 Schmelzekanälen, es sind aber auch Elemente mit mehr Schmelzekanälen oder wie vorher bereits erwähnt mit Kreisgeometrie denkbar und möglich. Wichtig ist nur, dass die Evolventenflächen im Zwickelbereich dichtkämmend sind, d.h. wie zuvor ausgeführt einen maximalen Abstand von 5 mm aufweisen.

Bevorzugte Kämmelemente weisen Oberflächenstrukturelemente auf, die sich maximal 5 mm von der Evolventenfläche des Kämmelements senkrecht zur Tangentialrichtung nach innen erstrecken. Damit wird vermieden, dass zu große Vertiefungen in den Evolventenflächen der Kämmelemente vorkommen, in die Faseranteile eindringen und dann dort mehr oder weniger permanent verbleiben können. Durch die geringe Tiefe der Oberflächenstrukturelemente senkrecht zur Tangentialrichtung der Evolventenflächen gesehen wird sicher gestellt, dass in die freien Räume zwischen benachbarten Oberflächenstrukturelemente eingedrungene Fasern auch wieder aus dieser Vertiefung herausgefördert werden können und nicht permanent im Kämmelement verbleiben.

Bevorzugt werden Oberflächenstrukturelemente bei den erfindungsgemäßen Kämmelementen zum Einsatz gelangen, deren Oberfläche an der Spitze des einzelnen Oberflächenstrukturelements, d.h. benachbart zur Evolventenfläche des Kämmelements, ≤ 2mm2, weiter bevorzugt ≤ 1,8 mm2 beträgt. Dies erlaubt ein besonders effektives Eindringen der Spitzen der Oberflächenstrukturelemente in die Faserverbunde, die dem Extruder zur Verarbeitung zugeführt werden. Damit ist ein "Auskämmen" der Einzelfasern aus dem Faserverbund und deren Verteilung in der Kunststoffschmelze in möglichst kurzer Zeit möglich.

Als Grundkörper der Oberflächenstrukturelemente eignen sich beispielsweise Pyramiden, Pyramidenstümpfe, Kegel, Kegelstümpfe, Zylinder oder Quaderformen oder auch Mischformen.

Bevorzugt weist das Oberflächenstrukturelement bei einem erfindungsgemäßen Kämmelement einen Querschnitt auf, der sich von innen nach außen, d.h. in Richtung zur Evolventenfläche gesehen, vermindert.

Konische Strukturen wie bei Kegel oder Pyramide vorkommend, sind bevorzugt. Dies erlaubt insbesondere ein einfaches Eindringen der Oberflächenstrukturelemente in die Fasermaterialien (rovings), aber auch eine problemlose Freigabe dieser Materialien in die umgebende Kunststoffschmelze und fördert so eine möglichst schnelle und effektive homogene Verteilung dieser Materialien in der umgebenden Kunststoffschmelze.

Besonders effektive Kämmelemente weisen eine Flächendichte an Oberflächenstrukturelementen auf, derart, dass sich für eine flexible Faser mindestens noch 108 Umschlingungsmöglichkeiten pro Flächeneinheit von 100 mm2 ergeben. Weiter bevorzugt liegt diese Zahl der Umschlingungsmöglichkeiten bei 1012 und mehr.

Die erfindungsgemäßen Kämmelemente sind so geformt, dass sie eine Evolventenfläche aufweisen, die im montierten Zustand bei zwei benachbarten auf parallelen Schneckenwellen montierten Kämmelementen an ihren Evolventenflächen einen Abstand im Zwickelbereich von maximal 5 mm sicher stellen.

Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Kämmelemente kann man so vorgehen, dass man ein Kämmelement mit der gewünschten Evolventenfläche herstellt und dann durch Materialabtragung die Oberflächenstrukturelemente in die Evolventenfläche einarbeitet.

Alternativ kann auch ein Kämmelement als Ausgangspunkt dienen, welches kleinere Abmessungen besitzt als die anvisierte Evolventenfläche. Diese wird erst durch das Aufbringen der Oberflächenstrukturelemente auf die Oberfläche des ursprünglichen Kämmelements gebildet.

Die Erfindung betrifft weiter einen Zweiwellenextruder mit gleichsinnig drehenden dichtkämmenden Schnecken, welcher pro Schneckenwelle ein oder mehrere der erfindungsgemäßen Kämmelemente wie zuvor beschrieben umfasst.

Hierbei können die Kämmelemente gemäß vorliegender Erfindung in Transportrichtung des Extruders gesehen nach der Einspeisevorrichtung für Fasermaterialien angeordnet werden, wobei die Vereinzelung und Homogenisierwirkung durch die Zahl der hintereinander pro Welle angeordneten Kämmelemente variiert und angepasst werden kann.

Normalerweise empfiehlt es sich, die erfindungsgemäßen Kämmelemente mit einem gewissen Abstand in Axialrichtung der Welle anzuordnen und gegebenenfalls zwischen den erfindungsgemäßen Kämmelementen weitere alternative Mischelemente anzuordnen.

Hier kann es sich z.B. empfehlen, auf den Schneckenwellen zunächst Schneckenelemente zur Grobverteilung der Faseranteile anzuordnen und dann erst erfindungsgemäße Kämmelemente zur Homogenisierung des Faseranteils in dem Kunststoffmaterial.

Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen Kämmelemente zur Vereinzelung und Einarbeitung von Fasern in Kunststoffschmelzen ganz allgemein, wobei die Erfindung insbesondere für die temperaturempfindlichen Naturfasern geeignet ist.

Als Naturfasern kommen insbesondere Flachs-, Hanf-, Kenaf-, Sisal-, Kokos-, Baumwoll- und Jutefasern in Frage. Selbstverständlich kann man auch anorganische und synthetische organische Fasern mit großem Erfolg mit den erfindungsgemäßen Schneckenelementen verarbeiten. Dies gilt insbesondere für Glas- und Kohlefasern sowie Aramidfasern.

Diese und weitere Vorteile der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung noch näher erläutert. Es zeigen im Einzelnen:

1 eine Übersicht über Evolventenflächen von erfindungsgemäßen Kämmelementen;

2 eine fotografische Darstellung mit Vergrößerung im Detail eines erfindungsgemäßen Kämmelementes;

3 eine schematisierte Teildarstellung von Oberflächenstrukturelementen eines erfindungsgemäßen Kämmelementes;

4 Kämmelemente gemäß 1 montiert auf den Schneckenwellen eines Zweiwellenextruders; und

5 eine Testanordnung zur Überprüfung der Wirksamkeit eines erfindungsgemäßen Kämmelementes.

1 zeigt vier verschiedene Versionen von Evolventenflächen von Kämmelementen der vorliegenden Erfindung, welche aufgrund ihrer unterschiedlichen Evolventenflächen einen, zwei, drei oder vier Schmelzegänge im Zweiwellenextruder bilden. Hierbei zeigt die 1 in der linken oberen Darstellung zwei Kämmelemente 10, die mit ihren Evolventenflächen 12 zusammenwirken und auf der Verbindungslinie der beiden Achsen der Wellen 14 einen Zwickel 17 bilden, für den erfindungsgemäß vorzugsweise ein maximaler Abstand von 5 mm gegeben sein soll.

Aufgrund des Einbringens von Oberflächenstrukturelementen (hier im Einzelnen nicht dargestellt) in die Evolventenfläche 12 der Kämmelemente 10 ergibt sich im Bereich des Zwickels 17 ein Auskämmen von Fasern aus dem in den Extruder eingespeisten Faserstrang und eine Vereinzelung dieser Fasern und Verteilung in der umgebenden Kunststoffschmelze.

Dasselbe geschieht bei einer weiteren Ausführungsform von den erfindungsgemäßen Kämmelementen 20 (1 oben rechts), welche auf Extruderwellen 22 montiert sind und mit ihren Evolventenflächen 24, 25 aneinander abrollen und auf der Verbindungsachse der Wellenmittelpunkte einen Zwickel 26 bilden, wo sich der im Zusammenhang mit der vorher beschriebenen Version stattfindende Auskämmeffekt und Verteilungsvorgang abspielt.

Die beiden Kämmelemente 20 bilden zwei Schmelzekanäle aus, während die Version, die in der linken unteren Ecke der 1 dargestellt ist, drei Schmelzekanäle ausbildet. Hier wälzen sich Evolventenflächen 34, 35 der beiden Kämmelemente 30 aneinander ab und bilden in der Verbindungslinie der Mittelpunkte der Wellen 32 einen Zwickel 37, in dem der Auskämmeffekt der Fasern abläuft.

Eine weitere Variante ist schließlich in der rechten unteren Ecke der 1 dargestellt, wobei Kämmelemente 40 auf Wellen 42 angeordnet sind. Aufgrund der Konfiguration mit vier Spitzen am Außenumfang der Kämmelemente bilden sich vier Kanäle und die Evolventenfläche 44, 45 wälzen sich aneinander ab und bilden einen Zwickel 47, in dem der vorbeschriebene Auskämmvorgang stattfindet.

2 zeigt im Einzelnen eine bevorzugte Ausführungsform eines Kämmelementes 50, das als Evolventenfläche Kreisform annimmt, in die dann in sieben parallelen Reihen annähernd pyramidenförmige Zähne 54 eingearbeitet sind. Aufgrund der Pyramidenform verjüngen sich die Querschnittsflächen der einzelnen Oberflächenstrukturelemente 54 in Richtung zur Evolventenfläche hin im Wesentlichen stetig. Im vorliegenden Beispiel liegt die Querschnittsfläche der Spitze, d.h. benachbart zur Evolventenfläche 52, im Bereich von weniger als 1 mm2. Die Tiefe der Zähne liegt unter 5 mm. Im vorliegenden Fall sind es ca. 1,5 mm, und dies entspricht auch ungefähr dem Abstand der Spitzen der Zähne voneinander.

Die hier gezeigte Pyramidenstruktur der Oberflächenstrukturelemente lässt sich nicht nur bei der Kreisform der Evolventenfläche eines Kämmelementes der vorliegenden Erfindung realisieren, sondern ist auch möglich bei den in 1 gezeigten Varianten.

Die hier gezeigte Pyramidenform oder Pyramidenstumpfform lässt sich ohne große Änderung in der Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Kämmelementes betreffend die Vereinzelung von Fasern aus einem Faserstrang heraus, modifizieren, z.B. in Kegelstumpfform oder auch andere unregelmäßige Konfigurationen, wobei im vorliegenden Beispiel der 2 die Pyramidenform aufgrund der einfachen Herstellungsweise gewählt wurde.

Wichtig zur Optimierung des Auskämmeffektes der erfindungsgemäßen Kämmelemente ist es, dass sich der Querschnitt der Elemente in Richtung zur Evolventenfläche 52 hin verjüngt, so dass die Elemente ungefähr Nadelform, oder wie hier gezeigt, Pyramidenform aufweisen. Dadurch dringen die Spitzen der Oberflächenstrukturelemente leichter in ein Faserbündel ein und können aus diesem leicht Fasern herauskämmen.

Die Wahl der Tiefe der Oberflächenstrukturelemente oder der Zähne wird bestimmt durch den Wunsch, beim Auskämmeffekt die Fasern wieder an die umgebende Polymerschmelze freizugeben, so dass Fasern nicht am Grund der Oberflächenelementstruktur haften bleiben und diese zusetzen. Dem dient auch die sich verjüngende Form der Oberflächenstrukturelemente, die ein leichteres Auslösen der zwischen der einzelnen Oberflächenstrukturelementen verhakten Fasern ermöglichen.

Aufgrund theoretischer Überlegungen, die ausgehen von den typischen Faserdicken der zu verarbeitenden Verstärkungsfasern 56, kann man aufgrund eines mathematischen Modells berechnen, dass bei einer für den gewünschten Auskämmeffekt notwendigen Dichte von Oberflächenstrukturelementen pro Flächeneinheit von 100 mm2 eine minimale Zahl von Umschlaufungsalternativen von 108 vorteilhaft sind. Hierbei wird, wie in 3 gezeigt, die Berechnung anhand von 20 Dreier-Reihen an Oberflächenstrukturelementen 54, die jeweils vier Umschlaufungsalternativen bieten, gerechnet.

Weiter bevorzugt ist eine minimale Zahl an Umschlaufungsalternativen von 1012.

Umgerechnet auf das Flächenelement von 100 mm2 ergibt sich so eine minimale Belegung dieser Fläche mit 7 bis 9 Oberflächenstrukturelementen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Oberflächenstrukturelemente nicht über die Evolventenfläche 52 des Kämmelements 50 hinausragen, kann, da das benachbarte auf der parallelen Schneckenwelle angeordnete Kämmelement sich mit seiner Evolventenfläche an der Evolventenfläche 52 des Kämmelements 50 abrollt, keine Schneidwirkung eintreten und es bleibt bei dem zuvor beschriebenen Auskämmeffekt im Zwickel zwischen den beiden Kämmelementen.

4 zeigt nun in einer fotografischen Darstellung eine mögliche Anordnung der erfindungsgemäßen Kämmelemente 50 in einem Zweiwellenextruder 60 mit zwei Schneckenwellen 62, 63 in unterschiedlicher perspektivischer Darstellung. Hier sind jeweils auf den beiden Wellen 62, 63 auf gleicher Höhe erfindungsgemäße Kämmelemente 50 angeordnet, wobei diese durch weitere Schneckenelement 64 von einander auf Abstand gehalten werden. Die Schneckenelemente 64 können zur Grobverteilung verwendet werden, und im vorliegenden Beispiel der 4 findet eine Feinverteilung wechselweise mit einer Grobverteilung statt.

Vor und nach den erfindungsgemäßen Kämmelementen 50 können herkömmliche schraubenförmige Förderschneckenelemente verwendet werden, wie dies anhand der Schneckenelemente 66, 67 in 4 dargestellt ist.

Um den Auskämmeffekt der erfindungsgemäßen Kämmelemente besser zu illustrieren und quantifizierbar zu machen wird im Folgenden anhand von 5 ein Test beschrieben, mit dem sich die Effizienz eines erfindungsgemäßen Kämmelementes bestimmen lässt.

Hier wird insbesondere die Nadelstruktur dieser Oberflächenstrukturelemente deutlich im Vergleich zu konventionellen Igel-, Schnecken-, Zahn- und Turbinenmischelementen, deren Wirkung sich auf die Knet-, Misch- und/oder Förderfunktionen beschränkt.

Im Test wird eine Monoschicht 72 aus elastomeren Kunststoffpartikeln 74 (z.B. aus Ethylen/Okten-Copolymer vom Typ Engage 8200) ausgelegt, welche einen Durchmesser von 2 mm aufweisen. Mit der in 5 dargestellten Halterung 70, werden die über eine vorgegebene Versuchsbreite aneinander gereihten, drehbar gelagerten, erfindungsgemäßen Kämmelemente 50 nun mit einer vorgegebenen Kraft (F=100N) über die Monoschicht 72 geführt. Wünschenswert ist ein Einsammelerfolg von mindestens 5 % bei einem Verfahrweg der Halterung 70, der dem Umfang der Evolventenfläche der verwendeten Kämmelemente 50 entspricht. Die Verfahrgeschwindigkeit ist an sich nicht kritisch, jedoch empfiehlt sich ein Wert von ungefähr 10 cm/30 s.

Die erfindungsgemäßen Kämmelemente eignen sich insbesondere für die Verarbeitung von Naturfasermaterialien zu Naturtaserverbundmaterialien, wobei die flexiblen Naturfasern homogen und schonend auseinander gekämmt und in einer extrem gleichmäßigen Verteilung in der Polymerschmelze eingearbeitet werden. Insbesondere beobachtet man in den fertigen Bauteilen, dass hier mehr oder weniger nur Elementarfasern und keine Faseragglomerate mehr vorliegen, wobei der Langfaseranteil (lF > 1 mm) mindestens 20 Gew.-% beträgt.

In probeweise hergestellte Platten mit einer mit 1 phr Maleinsäureanhydrid modifizierten Polypropylenmatrix wurden 30 Gew.-% Röstflachs eingearbeitet. Die anschließend in einem Pressvorgang hergestellten Platten mit einer Dicke von 3 mm zeichnen sich durch herausragende mechanische Eigenschaften sowohl im statischen als auch dynamischen Belastungsfall aus. Für die Zugfestigkeit und die Schlagzähigkeit, welche an Proben quer und längs zur Extrusionsrichtung ermittelt wurden, erhält man mittlere Kennwerte in der Höhe von &sgr;b=93N/mm2 und ak=18kJ/m2.


Anspruch[de]
  1. Kämmelement mit dichtkämmender Evolventenfläche für Zweiwellenextruder mit gleichsinnig drehenden, dichtkämmenden Schnecken, wobei das Kämmelement an seiner Evolventenfläche eine Mehrzahl von Oberflächenstrukturelementen aufweist, welche von der Evolventenfläche rückspringend ausgebildet sind.
  2. Kämmelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstrukturelemente sich maximal 5 mm von der Evolventenfläche des Kämmelements senkrecht zur Tangentialrichtung nach innen erstrecken.
  3. Kämmelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstrukturelemente an ihrer der Evolventenfläche benachbarten Spitze eine Oberfläche von ≤ 2 mm2, weiter bevorzugt ≤ 1,8 mm2 aufweisen.
  4. Kämmelement nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstrukturelemente Grundkörper aufweisen, die ähnlich sind zu Pyramiden, Kegelstümpfen, Zylinder oder Quaderformen oder Mischformen dieser Grundkörper darstellen.
  5. Kämmelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Kämmelement Oberflächenstrukturelemente aufweist, deren Querschnitt sich von deren Basis zur Spitze vermindert.
  6. Kämmelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstrukturelemente im Wesentlichen konisch ausgebildet sind.
  7. Kämmelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstrukturelemente mit einer Flächendichte angeordnet sind, derart, dass sich bei einer Flächeneinheit von 100 mm2 mindestens 108 Umschlaufungsmöglichkeiten für eine flexible Faser ergeben.
  8. Kämmelement nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Evolventenfläche des Kämmelements so ausgebildet ist, dass sich zwischen zwei Kämmelementen auf parallelen Schneckenwellen ein Evolventenflächenabstand von maximal 5 mm ergibt.
  9. Kämmelement nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstrukturelemente so ausgebildet sind, dass diese gegenüber den Oberflächenstrukturelementen eines damit zusammenwirkenden Kämmelements einen Mindestabstand einhalten, so dass eine Schneidwirkung vermieden wird.
  10. Zweiwellenextruder mit gleichsinnig drehenden, dichtkämmenden Schnecken, umfassend pro Schneckenwelle ein oder mehrere Kämmelemente gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9.
  11. Zweiwellenextruder nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kämmelemente in Transportrichtung des Extruders gesehen nach einer Einspeisevorrichtung für Fasermaterialien auf den Wellen angeordnet sind.
  12. Zweiwellenextruder nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass pro Welle mehrere Kämmelemente hintereinander angeordnet sind.
  13. Zweiwellenextruder nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kämmelemente auf ihrer jeweiligen Welle in Axialrichtung zu einander beabstandet angeordnet sind.
  14. Zweiwellenextruder nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung des Extruders nach einer Einspeisevorrichtung für Fasermaterialien zunächst Schneckenelemente für eine Grobverteilung der Fasermaterialien vorgesehen sind und anschließend Kämmelemente zur homogenen Verteilung der Fasermaterialien in der Kunststoffschmelze angeordnet sind.
  15. Verwendung von Kämmelementen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, zur Vereinzelung und Einarbeitung von Fasern in Kunststoffschmelzen.
  16. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern Naturfasern, insbesondere Flachs-, Hanf-, Kenaf-, Sisal-, Kokos-, Baum- woll- oder Jutefasern sind.
  17. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern anorganischer Natur, insbesondere Glas- oder Kohlefasern sind.
  18. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern Aramidfasern sind.
  19. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern nach dem Compoundiervorgang eine mittlere Faserlänge von mindestens 1 mm aufweisen.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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