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Dokumentenidentifikation DE10152200B3 18.03.2004
Titel Vorrichtung und Stichel zum Betrieb eines Graviersystems zum Gravieren eines Tiefdruckzylinders
Anmelder HELL Gravure Systems GmbH, 24148 Kiel, DE
Erfinder Knehans, Ulrich, 24146 Kiel, DE;
Lippek, Wilfried, 24113 Kiel, DE
Vertreter Niedmers & Seemann, 22767 Hamburg
DE-Anmeldedatum 23.10.2001
DE-Aktenzeichen 10152200
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.03.2004
IPC-Hauptklasse B41C 1/045
IPC-Nebenklasse B23Q 15/28   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betrieb eines Graviersystems zum Gravieren eines Tiefdruckzylinders. Die Daten eines Stichels des Graviersystems, insbesondere Daten über die Stichelgeometrie, werden bereitgestellt und für den Betrieb des Graviersystems berücksichtigt. Die Daten werden mittels eines nichtflüchtigen Speichers, wie einem Transponder, bereitgestellt und dienen zur Qualitätssteigerung der Gravur. Durch die gespeicherten Daten kann die Farbdrift verringert und die Stranggleichheit verbessert werden. Die Erfindung betrifft weiter einen Stichel für ein Graviersystem, der wenigstens ein Element zur Bereitstellung von Sticheldaten enthält.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Betrieb eines Graviersystems zum Gravieren eines Tiefdruckzylinders, wobei die Vorrichtung wenigstens einen Stichel charakterisierende Daten bereithält, sowie einen Stichel für ein derartiges Graviersystem.

Eine Vorrichtung dieser Art ist bekannt (EP-A-0 839 646). Die bekannte Vorrichtung ist im wesentlichen darauf gerichtet, bei der Verwendung einer Vielzahl von Gravierköpfen in einem Graviersystem eine Möglichkeit zu schaffen, schnell von einer vorgegebenen Menge von Gravierköpfen auf eine andere vorgegebene Menge von Gravierköpfen bei Bedarf umschalten bzw. umsteuern zu können.

Allgemein gilt, dass im Tiefdruckverfahren die unterschiedlichsten Materialien bedruckt werden können. Neben Papier und Pappe können beispielsweise Hölzer oder Stoffe bedruckt werden. Als Druckform wird hierfür wird ein Tiefdruckzylinder verwendet.

Die Druckinformation befindet sich in den tieferliegenden Formelementen, den Rasternäpfchen des Tiefdruckzylinders. Diese Näpfchen werden für den Druckvorgang mit der gewünschten Farbe gefüllt. Hierfür wird der gravierte Tiefdruckzylinder durch eine Farbwanne gedreht. Dort nehmen die Näpfchen des Tiefdruckzylinders die bereitgehaltene Farbe auf. Häufig wird dieser Vorgang noch durch eine Schöpfwalze unterstützt. Da der Tiefdruckzylinder durch das Eintauchen in den Farbvorrat auch Farbe an den nichtdruckenden Stellen aufnimmt, wird die überschüssige Farbe von der Zylinderoberfläche mittels einer Rakel abgestreift.

Im weiteren Druckprozess wird der zu bedruckende Stoff an dem Tiefdruckzylinder vorbeigeführt und mittels eines Gegendruckzylinders oder Presseurs gegen den Tiefdruckzylinder gepresst. Die in den Näpfchen des Tiefdruckzylinders befindliche Farbe wird aus diesen herausgesogen und von dem Bedruckstoff aufgenommen, so dass die Druckinformation von dem Tiefdruckzylinder auf den Bedruckstoff übertragen wird.

Der verwendete Tiefdruckzylinder kann aus mehreren unterschiedlichen Schichten bestehen, wobei die äußerste Schicht aus Kupfer, seltener aus Zink, besteht. In diese äußere Schicht wird das Druckbild als Positivbild eingraviert.

Die druckbaren Bereiche des Tiefdruckzylinders besitzen eine gerasterte Oberfläche. Die Rasterstruktur wird durch Näpfchen gebildet, die einen Durchmesser von weniger als 200 &mgr;m haben. Die Tiefe dieser Näpfchen beträgt dabei maximal 50 &mgr;m. Zum Schutz der Druckinformation vor Abnutzung wird die Oberfläche des Zylinders vor dem Druck verchromt. Damit sind dann Massendrucke mit Auflagen von mehr als 500.000 Exemplaren möglich.

Die Rasternäpfchen des Tiefdruckzylinders können auf unterschiedliche Arten erzeugt werden. Es finden z.B. Ätzverfahren oder Verfahren mit Lasergravursystemen Verwendung. In der Praxis hat sich die elektromechanische Gravur durchgesetzt.

Für die elektromechanische Gravur werden heutzutage die zu gravierenden Informationen vorwiegend direkt aus dem Datenbestand der Druckvorstufe an die Graviermaschine übertragen. Die Graviermaschine selber besteht aus einer drehmaschinenähnlichen Anordnung. Der Tiefdruckzylinder wird in die Graviermaschine zentriert eingespannt und dann mittels eines Graviersystems graviert. Das Graviersystem besteht häufig aus mehreren Gravierköpfen (Kanälen). Während der Tiefdruckzylinder um seine eigene Achse rotiert, bewegt sich das Graviersystem zum Gravieren parallel zur Zylinderachse.

In einem Gravierkopf befindet sich eingesetzt wenigstens ein Gravierstichel mit einer Diamantspitze. Die zu druckende Information wird mittels des Stichels in die Oberfläche des Tiefdruckzylinders eingraviert. Der Stichel dringt hierfür in die Oberfläche des Tiefdruckzylinders ein und erzeugt ein Näpfchen. Je nach Eindringtiefe des Stichels kann das Näpfchen unterschiedliche Mengen an Farbe aufnehmen. Auf diese Weise können Halbtöne erzeugt werden.

Für einen Farbdruck werden üblicherweise mit vier verschiedenen Tiefdruckzylindern vier Farbauszüge erzeugt, so dass durch die Gravur eines dieser Tiefdruckz linder auch die Farbe des Ausdrucks beeinflusst wird (Farbdrift).

Während des Graviervorgangs schwingt der Stichel mit einer hohen Frequenz von 4 kHz bis 8 kHz. Wenn keine Näpfchen eingraviert werden sollen, befindet sich der Stichel in einem Abstand von der Zylinderoberfläche, der ausreicht, daß die Oberfläche nicht von dem schwingenden Stichel berührt wird. Um Bildinformationen in die Zylinderoberfläche zu übertragen wird durch die Druckvorstufe ein Bildsignal auf die Schwingung des Stichels aufmoduliert. Dieses Bildsignal ist entsprechend bearbeitet, so daß es zu Vorschubbewegungen des Stichels kommt. Durch diese Vorschubbewegungen ändert sich der Abstand des Stichels von der Oberfläche des Tiefdruckzylinders derart, daß der Stichel die gewünschte Information in die Zylinderoberfläche schneiden kann. Über die Größe der Vorschubbewegung kann die Schnitttiefe der Näpfchen variiert werden.

Durch die Überlagerung von Schwingungs- und Vorschubsbewegung des Stichels sowie der Bewegung des Graviersystem parallel zur Achse des rotierenden Tiefdruckzylinder wird die Bildinformation als Raster in die Zylinderoberfläche eingraviert.

Auf die bisher beschriebene Art und Weise kann eine Druckform bebildert werden. Für viele Anwendungen werden mehrere Graviersysteme verwendet, um die gesamte Druckform in einer kürzeren Zeit zu bebildern. Für den Prospektdruck werden dabei bis zu 14 Kanäle gleichzeitig gesteuert, die einen Zylinder gravieren. Die von den unterschiedlichen Graviersystemen gravierten Bereiche. auf dem Zylinder werden als Stränge bezeichnet. Es können mit den einzelnen Graviersystemen sowohl jeweils unterschiedliche Seiten einer Publikation gedruckt werden oder aber es werden mehrere Graviersysteme verwendet, um gemeinsam eine Seite oder einen durchgängigen Druck zu gravieren.

Um Stranggleichheiten bei der mehrkanaligen Gravur zu gewährleisten, werden Probeschnitte durchgeführt, mit denen die Graviersysteme aufeinander abgestimmt werden. Teilweise werden auch die Näpfchen, insbesondere die Länge ihrer Querdiagonalen, ausgemessen, damit über ihre Ausmaße eine Aussage über das Näpfchenvolumen gemacht werden kann.

Ein Problem bei der Vermessung von Näpfchenvolumen liegt. darin, dass eine bestimmte Standardgeometrie der Diamantstichel vorausgesetzt wird. Da alle verwendeten Stichel individuell von dieser Standardgeometrie abweichen, führt das zu dem weiteren Problem, daß die Stranggleichheit bei Abweichungen der Stichelgeometrien voneinander nur bis zu einem gewissen Grad gewährleistet ist. Gleiche Grautöne einer Druckvorlage resultieren, je nach verwendetem Stichel, in unterschiedlichen Grautönen im Endprodukt. Dies führt zu einer optisch erkennbaren Strangungleichheit und im Farbdruck zu einer unerwünschten Farbdrift.

Will man in einem hochqualitativen Bereich, wie z.B. im Verpackungsdruck, ein Erzeugnis mittels mehrerer Kanäle bedrucken, so sind die Anforderungen nach Stranggleichheit hier besonders hoch. Bisher ist es nicht möglich, diese Anforderungen zu erfüllen, da die einzelnen Stränge aufgrund der unterschiedlichen Stichelgeometrie zu sehr voneinander abweichen.

Die dieser Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, eine Vorrichtung aufzuzeigen, die es ermöglicht, die Stranggleichheit zu verbessern und gleichzeitig eine Farbdrift zu vermeiden.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Vorrichtung wenigstens einen elektronischen, nichtflüchtigen Speicher enthält, der direkt in den Stichel integriert ist.

Damit das Graviersystem für den Betrieb zum Gravieren des Tiefdruckzylinders genau eingestellt werden kann, ist es notwendig, Kenntnis über die genaue Geometrie des Stichels des Graviersystems zu erhalten. Nur dann können die Einstellparameter des Graviersystems möglichst individuell auf den verwendeten Stichel angepaßt werden. Für diesen Zweck enthalten die bereitgestellten Daten des Stichels wenigstens die Länge der Stichelkanten und die Winkel der Stichelseiten und -kanten zueinander.

Häufig wird vor dem Betrieb des Graviersystems zum Gravieren des Tiefdruckzylinders ein Probeschnitt mit dem verwendeten Stichel durchgeführt. Die dabei gravierten Näpfchen werden dann mittels einer Kamera vermessen. Dabei werden Daten über die laterale Ausdehnung der Näpfchen gewonnen. Werden diese Daten über die zweidimensionale Ausdehnung der Näpfchen mit den bereitgestellten Daten über die Geometrie des Stichels kombiniert, so kann das Graviersystem wesentlich exakter für das gewünschte Näpfchenvolumen eingestellt werden.

Damit aus der Erfahrung heraus zudem auf eine Abnutzung des Stichels geschlossen werden kann, enthalten die bereitgestellten Daten des Stichels auch Angaben über das Produktionsdatum. Wenn dieses Datum mit der durchschnittlichen Nutzung des Stichels kombiniert wird, kann auf eine aktuelle, räumliche Beschaffenheit des Stichels geschlossen werden, die dann für die Einstellung des Graviersystems verwendet werden kann. Entsprechend können die gespeicherten Daten des Stichels aktualisiert werden. Die tatsächliche oder durchschnittliche Nutzung des Stichels kann durch Neuvermessung des Stichel oder mittelbar durch eine Näpfchenvolumenmessung ermittelt werden.

Werden mehrere Stichel festgestellt, die während des Betriebs Mängel aufweisen, die eventuell auf die Stichelherstellung zurückzuführen sind, so kann über die Daten des Herstellers, des Produktionsdatums und der Produktnummer die Fehlerursache begrenzt und schließlich eher gefunden werden.

Eine Kenntnis über den Hersteller des Stichels kann z.B. beeinflussen, für welchen Zweck der Stichel, je nach Qualität, verwendet wird. Es können auf diese Weise Stichel als autorisiert eingestuft werden. Verwechselungen von Sticheln unterschiedlicher Größe können vermieden werden.

Für statistische Untersuchungen über die Abnutzungserscheinungen an Sticheln können die Daten über Produktionsdatum, Produktnummer und Hersteller zudem sehr nützlich sein.

Weitere, hier nicht näher erläuterte Daten, können natürlich auch bereitgestellt werden.

In einer erfindungsgemäßen Weiterentwicklung werden die Sticheldaten in elektronischer Form in einem nicht flüchtigen Speicher, vorzugsweise in einem Transponder bereitgestellt. Im Gegensatz zu anderen Möglichkeiten, die Daten bereitzuhalten, wie z.B. auf einem Datenblatt, haben diese Speicherformen den Vorteil, daß sie direkt dem Stichel zugeordnet werden können. Es kann dann nicht zu Verwechselungen kommen, bei denen das Datenblatt eines Stichels einem anderen Stichel zugeordnet wird. Insbesondere ein Transponder hat den Vorteil, daß seine Daten kontaktlos ausgelesen werden können. Es sind daher keine direkten Zuleitungen zum Stichel notwendig, um einen dort angebrachten Transponder auszulesen.

Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung eines Transponders liegt darin, daß er bei Bedarf auch kontaktlos beschrieben werden kann.

Damit eine möglichst hohe Automatisierung erreicht werden kann, ist es von Vorteil, den nichtflüchtigen Speicher automatisch vor der Inbetriebnahme des Stichels auszulesen. Dabei kann der Stichel Idealerweise bereits in das Graviersystem eingebaut sein. Die Daten des Stichels können dann direkt zur Einstellung des Graviersystems eingesetzt werden. Es sind dann auch keine weiteren Arbeitsabläufe notwendig, in denen der Stichel erst zu einer externen Ausleseeinrichtung gebracht werden muß. Die Daten liegen lokal dort vor, wo sie auch ihre Verwendung finden. Zusätzlich kann vermieden werden, daß durch menschliche Fehler z.B. der falsche Stichel eingebaut wird oder der Stichel eines Herstellers, der den Anforderungen des Druckes oder der Graviermaschine nicht entspricht.

Es besteht erfindungsgemäß die weitergehende Möglichkeit die gespeicherten Daten des elektronischen, nichtflüchtigen Speichers zu aktualisieren. Auf diese Weise ist es möglich, daß neue Erkenntnisse, insbesondere über die Stichelgeometrie für die Einstellung des Graviersystems Verwendung finden können. Der Stichel kann nach einer Gravur z.B. mittels eines Mikroskops neu vermessen werden. Da sich die Oberflächenstruktur des Stichel während der Gravur durch Abnutzung ändert, können diese neuen Geometriedaten gewonnen und in den Speicher gechrieben werden. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Einstellparameter des Graviersystems immer auf die aktuelle Stichelgeometrie angepaßt werden.

Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, daß die Näpfchen auf der Oberfläche des Tiefdruckzylinders mittels einer Kamera vermessen werden. Über die Beschaffenheit der Näpfchen kann dann auf die aktuelle Geometrie des Stichels rückgeschlossen werden. Diese Daten können dann ebenso in den Speicher geschrieben und zur Einstellung des Graviersystems herangezogen werden.

In einem anderen erfindungsgemäßen Verfahrensschritt werden die bereitgestellten Daten zur automatischen Korrektur der Einstellparameter des Stichels verwendet. Die Automatisierung dieses Einstellprozesses erlaubt eine schnellere Inbetriebnahme der Graviermaschine. Außerdem können Fehler, die auf menschliche Einflüsse während des Einstellvorgangs zurückzuführen sind, durch eine automatische Korrektur der Einstellparameter vermieden werden.

Eine weitere Verbesserung der Qualität des Graviervorgangs eines oder mehrerer Tiefdruckzylinder ist auch für ein Graviersystem zu erreichen, das mehrere Gravierköpfe (Kanäle) umfasst. Der Gravierkopf weist dabei wenigstens einen Stichel auf. Hier besteht das Problem, daß die Rasternäpfchen, die durch die einzelnen Stichel geschnitten werden, für jeden einzelnen Stichel auf unterschiedliche Weise von den durch die Druckvorstufe vorgegebenen Werten abweichen. Hierdurch werden Farbdriften innerhalb eines Druckwerkes verursacht. Ebenso sind der Stranggleichheit der Gravur eines Tiefdruckzylinders dadurch enge Grenzen vorgegeben.

Werden nach den oben beschrieben Daten die einzelnen Gravierköpfe aufeinander abgestimmt, weichen die Volumina der einzelnen Rasternäpfchen gar nicht oder wenigstens auf jeweils die gleiche Weise von den vorgegeben Werten ab. Hierdurch kann eine Farbdrift vermieden werden, was ein qualitativ besseres Druckerzeugnis ergibt. Ebenso wird die Stranggleichheit der Gravur wesentlich verbessert. Bilder, die auf diese Weise mit mehreren Kanälen in einen Tiefidruckzylinder eingraviert werden, erhalten damit einen besseren Übergang der Bereiche, die von unterschiedlichen Gravierköpfen graviert wurden. Die Näpfchenvolumina der unterschiedlichen Stränge entsprechen insgesamt genauer den Vorgaben. Die Qualität dieses Übergangs kann sogar so gut werden, dass sogar innerhalb des Verpackungsdrucks eine Verwendung von mehreren Kanälen möglich werden könnte. Die Grau- bzw. Farbtöne der Bildbereiche, die von verschiedenen Kanälen graviert wurden, können nun identisch sein. Die Verwendung mehrerer Kanäle kann zu erheblichen Zeiteinsparungen führen.

Da die Daten der in die Graviersysteme eingebauten Stichel automatisch ausgelesen werden, kann in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ein Warnsignal ertönen, wenn ein Stichel in das Graviersystem eingebaut ist, dessen Qualität nicht ausreichend durch seine Daten bestätigt ist, um die vorgesehene Bebilderung der Druckform vorzunehmen. Insbesondere kann auf diese Weise vor Sticheln gewarnt werden, die nicht autorisiert wurden oder denen keine Daten in einem entsprechenden elektronischen, nichtflüchtigen Speicher lokal zugeordnet wurden. Hierdurch ist gewährleistet, daß wirklich nur Stichel Verwendung finden, denen Daten beigefügt wurden, die ausreichen, um die Einstellungen der Graviersysteme so weit zu korrigieren, daß eine qualitativ hochwertige Gravur der Tiefdruckzylinder möglich ist. Damit kann auch Ersatzteilfälschungen vorgebeugt werden.

Die Vorrichtung enthält einen elektronischen, nichtflüchtigen Speicher, der vorzugsweise ein Transponder ist. Dadurch besteht die Möglichkeit, daß die Daten des Stichels automatisch ausgelesen werden können, die Manipulation der Daten ist schwieriger. Je nach Speicherumfang können sehr viele Daten gespeichert werden. Es besteht auch die Möglichkeit, daß Daten über die weitere Nutzung des Stichels in der Graviermaschine in den Speicher geschrieben werden können. Der Speicher kann so gestaltet werden, dass er Bereiche enthält, die nur gelesen werden können und andere Bereiche, die sowohl gelesen, als auch wiederbeschrieben werden können. Die Daten in den beschreibbaren Bereichen des Speichers können dann auch löschbar sein.

Zu den Daten, die in den nur lesbaren Bereichen des Speichers gespeichert werden, können die Angaben über den Hersteller, die Produktnummer, sowie das Produktionsdatum gehören. Zusätzlich kann hier auch die Stichelgeometrie bei Auslieferung als Sicherheit gespeichert sein. In den beschreibbaren Bereich des Stichelspeichers können Daten über die Stichelgeometrie und über die unterschiedlichen Nutzungen, wie auch über die jeweilige Nutzungsdauer des Stichel geschrieben und korrigiert und/oder aktualisiert werden.

In einer erfindungsgemäßen Erweiterung kann der Speicher direkt in das System aus Stichelhalter und Stichel, vorzugsweise in den Stichel, integriert sein. Dieses ermöglicht eine unmittelbare Verbindung zwischen den Daten und dem zu den Daten gehörenden Stichel. Eine Verwechslung oder ein Verlust der Daten wird dadurch nahezu ausgeschlossen.

Damit es möglich wird, die Daten des Stichels in der Graviermaschine zu lesen, dort sogar weiterzuverarbeiten oder sie automatisch lesen zu können, kann erfindungsgemäß eine Leseeinheit in der Umgebung des Graviersystems angeordnet sein.

Erfindungsgemäß ist eine Schreibeinheit in der Umgebung des Graviersystems vorgesehen. Mit dieser Einheit ist es möglich, neue Daten in den Stichelspeicher zu schreiben oder alte Speicherinhalte zu korrigieren und/oder zu aktualisieren. Die Löschung von Daten innerhalb des beschreibbaren Bereichs des Stichelspeichers kann auch ermöglicht werden. Es ist damit möglich, daß die gespeicherten Daten über die Stichelgeometrie immer auf einen aktuellen Stand gebracht werden können. Über diese Daten ist dann die Korrektur der Einstellung des Graviersystems immer mit einer aktuelleren Geometrie des Stichels als der ursprünglichen verbunden. Es können dann auch Daten über die Nutzung des Stichel innerhalb des Speichers gespeichert werden.

Eine Einstellungskorrektur des Stichels könnte aber auch mit einer durchschnittlich ermittelten Abnutzung des Stichels auf Grund seiner bisherigen Nutzung erfolgen, ohne daß eine Korrektur der Sticheldaten erfolgen muss. Für die Ermittlung der durchschnittlichen Stichelabnutzung können wiederum im Stichelspeicher gespeicherte Daten verwendet werden.

Erfindungsgemäß ist weiter vorgesehen, daß eine Warneinrichtung in dem Umfeld der Graviermaschine, vorzugsweise in dem Umfeld des Graviersystems, eingerichtet ist. Damit ist es möglich, daß eine Warnung, vorzugsweise ein akustisches Warnsignal, auf einen fehlerhaften, nicht autorisierten oder nicht mit einem Speicher versehenen Stichel aufmerksam macht. Hierdurch wird ermöglicht, dass der Betreiber des Graviersystems eine größere Kontrolle über die für den Graviervorgang eingesetzten Stichel hat.

Der Stichel für ein Graviersystem zum Gravieren von Druckzylindern, der insbesondere zum Einsatz in einer Vorrichtung, wie sie vorangehend beschrieben worden ist, geeignet ist, ist durch wenigstens ein Element zur Bereitstellung von Sticheldaten gekennzeichnet.

Aus der DE-A-36 39 578 ist eine Informationsverarbeitungsapparatur für Werkzeughalter für Werkzeugmaschinen bekannt, bei der in die Werkzeughalter integrierte, nichtflüchtige Speicher mit Werkzeugdaten vorhanden sind. An einem Werkzeughalter wird eine Informationsverarbeitungseinrichtung angebracht, wobei die Informationsverarbeitungseinrichtungen einen Speicher zur Speicherung verschiedener Informationen enthält, die das an ihm befestigte Werkzeug betreffen, so dass von einer Auswerteeinheit die Art des eingesetzten Werkzeugs erkannt wird und darauf eine vorbestimmte, gewollte Art der bestimmungsgemäßen Arbeit mit dem Werkzeug durch entsprechende Steuerung des Werkzeugs gestützt wird.

Sinngemäß das Gleiche gilt für die JP-A-01 146 638. Auch hier ist dem Werkzeug, wie es üblicherweise in einer Werkzeugmaschine verwendet wird, ein Speicher zugeordnet, der das Werkzeug betreffende spezifische Daten in bezug auf Größe, Art der Verwendung, erwartbare Lebensdauer usw. speichert, so dass aufgrund dieser Daten eine an das Werkzeug und an den erwartbaren Verschleiß des Werkzeugs sowie die Art des Einsatzes anpaßbare Steuerung des Werkzeugs bei einem Einsatz in numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen auf bestmögliche Weise ermöglicht wird.

Ein Ausführungsbeispiel, aus dem sich auch weitere erfinderische Merkmale ergeben können, auf die die Erfindung aber in ihrem Umfang nicht beschränkt ist, ist in der beigefügten Zeichnung dargestellt.

Die Zeichnung zeigt nicht maßstabsgetreu einen Querschnitt eines Abschnittes eines Tiefdruckzylinders 1. In seiner Umgebung ist ein Stichel 2 in einem Stichelhalter 3 angebracht. Integriert in dem Stichelhalter 3 ist ein Transponder 4. Das System aus Stichel und Stichelhalter ist einem Graviersystem 5 zugeordnet, das hier symbolisch dargestellt ist. Dem Graviersystem 5 sind weiter eine Leseeinrichtung 6, eine Schreibeinrichtung 12 und eine Warneinrichtung 7 zugeordnet. Die Leseeinrichtung ist über Leitungen 8 mit der Warneinrichtung 7 und über Leitungen 0 mit einer hier nicht dargestellten Auswerteeinrichtung verbunden. Der Warneinrichtung zugeordnet ist ein Lautsprecher 11. Die Schreibeinrichtung 12 ist über die Leitungen 13 mit einer externen, hier nicht dargestellten Eingabeeinrichtung verbunden.

Nachdem der Stichel 2 und der Stichelhalter 3 in das Graviersystem 5 eingebaut wurden, wird der Transponder 4 automatisch durch die Ausleseeinrichtung 6 ausgelesen. Für den Fall, dass keine Daten ausgelesen werden können, oder dass die Daten auf einen nicht autorisierten Stichel 2 oder einen Stichel 2 mangelhafter Qualität hinweisen, wird ein Signal 10 über die Leitungen 8 an die Warneinrichtung 7 gesendet. Hierdurch wird ein akustisches Warnsignal über den mit der Warneinrichtung verbundenen Lautsprecher 11 gegeben.

Die von der Ausleseeinrichtung 6 ausgelesenen Daten des Transponders 4 werden über die Leitungen 9 an eine hier nicht weiter dargestellte Auswerteeinrichtung geleitet. Diese Auswerteeinrichtung gibt die notwendigen Korrekturen der Stichelparameter und die übrigen gespeicherten Daten des Stichels 2 über eine Ausgabeeinrichtung nach außen weiter. Die ausgegeben Daten und Korrekturen können dann für eine Verbesserung der Einstellung des Graviersystems 5 verwendet werden.

Werden keine Daten oder Daten, die auf eine mangelhafte Qualität des Stichels 2 schließen lassen durch die Ausleseeinrichtung 6 ausgelesen, so wird auch ein entsprechendes Signal an die Auswerteeinrichtung gesendet. Über die Ausgabeeinrichtung kann dann nach außen über die fehlenden Daten oder den Stichel 2 minderwertiger Qualität Auskunft gegeben werden.

Nach einem Druckprozess kann der Stichel 2 vermessen werden. Hierfür kann der Stichel 2 z.B. aus dem Graviersystem 5 ausgebaut werden und dann mittels eines Mikroskops untersucht werden. Aus dieser Untersuchung können dann neue Daten über die Stichelgeometrie gewonnen werden. Mit Hilfe dieser Daten können die in dem Transponder 4 gespeicherten Daten korrigiert werden. Hierfür wird der Stichel 2 in das Graviersystem 5 eingebaut. Die beschreibbaren Bereiche des Transponders 4 können dann mittels der Schreibeinrichtung 12 beschrieben werden. Die gewünschten Daten werden mittels einer nicht gezeigten Eingabeeinheit über die Leitungen 13 an die Schreibeinrichtung 12 gesendet. Zu diesen Daten können auch die Nutzungsdauer und die Nutzungsart des Stichels 2 gehören.

Es wäre für den Betreiber einer Graviermaschine vorteilhaft, wenn derartige Abnutzungsvermessungen zur Ermittlung einer standardisierbaren, durchschnittlichen Abnutzung nur auf Seiten des Herstellers der Graviermaschine erfolgen und dadurch gewonnene Korrekturwerte in der Graviermaschine automatisch Berücksichtigung fänden.

Die ursprüngliche Vermessung des Stichels und die Speicherung der Daten erfolgt mit Vorteil beim Hersteller des Stichels vor dessen Abgabe.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Betrieb eines Graviersystems (5) zum Gravieren eines Tiefdruckzylinders (1), wobei die Vorrichtung wenigstens einen Stichel (2) charakterisierende Daten bereithält, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung wenigstens einen elektronischen, nichtflüchtigen Speicher enthält, der direkt in den Stichel (2) integriert ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Daten die Geometrie des Stichels (2) charakterisieren.
  3. Vorrichtung nach einem oder beiden der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der nichtflüchtige Speicher ein Transponder (4) ist.
  4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Leseeinrichtung (6) für den Speicher in der Umgebung des Graviersystems (5) angeordnet ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Leseeinrichtung (6) automatisiert ist.
  6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schreibeinrichtung (12) für den Speicher in der Umgebung des Graviersystems (5) angeordnet ist.
  7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß diese eine auf Sticheldaten reagierende Warneinrichtung (7) aufweist.
  8. Stichel (2) für ein Graviersystem (5) zur Gravur von Tiefdruckzylindern (1), insbesondere zum Einsatz in einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch wenigstens ein Element zur Bereitstellung von Sticheldaten.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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