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Dokumentenidentifikation DE10229846B3 18.03.2004
Titel Verriegeltes Maschinengewehr
Anmelder Heckler & Koch GmbH, 78727 Oberndorf, DE
Erfinder Wößner, Ernst, 72172 Sulz, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 03.07.2002
DE-Aktenzeichen 10229846
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.03.2004
IPC-Hauptklasse F41A 3/26
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein verriegeltes Maschinengewehr mit
- einem Gehäuse (5),
- einem Lauf (1),
- einem verriegelbaren Verschluß (27, 29) mit mindestens einem Verriegelungskörper (23, 25),
- einem Widerlager (13, 15, 17, 21) zur Aufnahme des oder der Verriegelungskörper(s) (23, 25) des verriegelten Verschlusses und
- einer Schnellwechseleinrichtung (3) zum Entnehmen des Laufes (1) und Anbringen eines neuen Laufes (1), also zum Laufwechsel.
Dieses bekannte Maschinengewehr wird zum Zweck der vereinfachten Herstellung und/oder Minderung des Verschleißes dadurch weitergebildet, daß
- ein erster Teil (15) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) beim Laufwechsel am Gehäuse (5) verbleibt,
- ein zweiter Teil (17) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) fest mit dem Lauf (1) verbunden ist und
- die Schnellwechseleinrichtung (3) dazu eingerichtet ist, eine Trennung zwischen dem beim Gehäuse (5) verbleibenden ersten Teil (15) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) und dem Lauf (1) mit dem zweiten Teil (21) zu bewirken.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein verriegeltes Maschinengewehr mit

  • – einem Gehäuse,
  • – einem Lauf,
  • – einem verriegelbaren Verschluß mit einem Verriegelungskörper,
  • – einem Widerlager zur Aufnahme des Verriegelungskörpers des verriegelten Verschlusses, und
  • – einer Schnellwechseleinrichtung zum Entnehmen des Laufes und Anbringen eines neuen Laufes, also zum Laufwechsel, wobei
  • – ein erster Teil des Widerlagers beim Laufwechsel am Gehäuse verbleibt,
  • – ein zweiter Teil des Widerlagers fest mit dem Lauf verbunden ist, und
  • – die Schnellwechseleinrichtung dazu eingerichtet ist, eine Trennung zwischen dem beim Gehäuse verbleibenden ersten Teil des Widerlagers und dem Lauf mit dem zweiten Teil zu bewirken
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Soweit hier ohne nähere Angaben von "vorne", "hinten", "oben" usw. gesprochen wird, bezieht man sich dabei auf das Maschinengewehr in horizontaler Schußlage. Die Schußrichtung ist "vorne".

Bei verriegelten Maschinengewehren erfolgt vor dem Schuß ein Eingriff von Verriegelungsteilen, die am Verschluß angebracht sind, und einem Widerlager. Wegen der außerordentlich hohen Schußzahlen (mindestens einige 105 Schuß), die mit einem Maschinengewehr während seiner Lebensdauer abgegeben werden, unterliegen diese Verriegelungsteile und Widerlager einer erheblichen Abnutzung, zumal die Eingriffselemente dieser Teile sehr abrupt belastet werden, da sie von dem zufahrenden Verschluß betätigt werden.

Um diesem Nachteil abzuhelfen, hat man zum Beispiel beim MG 42, einem auch heute noch beispielhaften Universal-Maschinengewehr, das Widerlager dem auswechselbaren Lauf zugeordnet, so daß dann, wenn der Lauf verschlissen ist und er ausgemustert wird, auch das Widerlager zwangsweise ausgemustert wird. Die mit dem Widerlager zusammenwirkenden, beweglichen Verriegelungsteile sind beim MG 42 dem Verschluß zugeordnet. Sie können zusammen mit diesem ausgewechselt und dann, soweit notwendig, in der Waffenwerkstatt einzeln ersetzt werden. Bei dem MG 42 können somit die am meisten belasteten Verschleißteile ausgewechselt werden, was vorteilhaft ist. Allerdings ist das Widerlager nur mit erheblichem Aufwand herstellbar ist und muß insgesamt auch dann ausgewechselt werden, wenn nur der Lauf verschlissen ist, aber nicht das Widerlager. Ferner hat sich herausgestellt, daß nicht alle Teile des Widerlagers in gleichem Maße verschleißen.

Das genannte MG 42 ist ein Rückstoßlader mit beweglichem Lauf. Bei gasdruckgeladenen Maschinengewehren verbleibt der Lauf in aller Regel beim Schuß starr: die Entriegelungsbewegung und damit die Einleitung der Ladebewegung erfolgt durch einen Gaskolben. Hier wird deshalb das Widerlager meist starr im Waffengehäuse ausgebildet; bei der turnusmäßigen Überholung der Waffe werden daher meist auch Gehäuseteile mit dem Widerlager ausgewechselt.

Wenn im Einsatz des Maschinengewehres ein Quarzkieselstein beim Schuß in das Widerlager gerät, kann es sein, daß die gesamte Verriegelung nicht mehr funktioniert. Beim MG 42 genügt das Auswechseln des Laufes und gegebenenfalls des Verschlusses, um das MG wieder einsatzfähig zu machen. Diese Tätigkeiten kann der Schütze vor Ort in weniger als einer Minute durchführen. Das gasdruckgesteuerte MG muß dagegen insgesamt ausgetauscht werden, da der Schütze ja kein zweites Waffengehäuse mit sich führt.

Natürlich wäre es denkbar, auch beim gasdruckgeladenen MG das Widerlager dem Lauf zuzuordnen. Doch hiermit würde nur der obenerwähnte Nachteil des MG 42 wieder aufgenommen, der beim gasdruckgeladenen MG ja überwunden war. Insgesamt überwiegen nämlich die Nachteile der alten Lösung des MG 42.

Auch andere Lösungen (US-PS 26 25 766) sind hier nicht verwendbar.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, die eingangs erwähnten Maschinengewehre zu verbessern, wobei eine gasdruckgesteuerte Lösung gewählt werden soll. Insbesondere soll der Wechsellauf möglichst kostengünstig sein. Gleichzeitig soll aber auch allen Verschleißmöglichkeiten Rechnung getragen werden. Besonders soll das Erfordernis eines Austauschverschlusses vermieden werden. Hier sorgt die EP-803 698 A1 für eine Trennung des Widerlagers, die zunächst dessen erheblich vereinfachte Bearbeitung erlaubt. Dies ist besonders bei Verwendung moderner, kleinkalibriger Patronen wichtig, da bei solchen Patronen die Mechanik der Waffe erheblich verkleinert ist; und daher entsprechend höhere Anforderungen an die Fertigungsgenauigkeit vorliegen. Bei sinnvoller Teilung des Widerlagers ist es nicht mehr erforderlich, mit dünnen Fingerfräsern durch Öffungen in der Aufnahme für das Widerlager oder im Gehäuse zu den zu fräsenden Teilflächen des Widerlagers zu gelangen, sondern die Teilflächen sind bequem zugänglich und können entsprechend bequem gefräst, geschliffen und nachgemessen werden. Besonders der Vorteil der Nachmessung ist wesentlich, weil er die Arbeit des Waffenmechanikers bei der Truppe vereinfacht und genauer macht.

Wie schon oben angesprochen, treten beim vorderen Teil des Widerlagers, das erfindungsgemäß dem Lauf zugeordnet ist, besonders hohe Belastungen auf, wenn der Verschluß unter der Kraftwirkung der Schließfeder schließt. Hierzu kommt noch der Umstand, daß bei einem Maschinengewehr dann, wenn es in Schußbereitschaft gehalten wird, in aller Regel der Verschluß offen ist. Erst beim Betätigen des Abzugs fährt der Verschluß zu, nimmt eine Patrone aus dem Magazin oder aus dem Gurt mit und führt sie ins Patronenlager ein, wo sie sofort gezündet wird. Somit verbleibt der Verschluß in hinterer und offener Stellung, solange eine Patrone in der Waffe ist; und nicht gerade geschossen wird. Daher besteht eine besondere Gefahr bei Maschinengewehren darin, daß sie im Einsatz leicht verschmutzen, wenn sie schußbereit gehalten werden. Dieser Schmutz wird vom Verschluß nach vorne geschoben und kann im ungünstigen Fall auf die Umlenkkurve des Widerlagers gelangen, wo er für erhöhte Abnutzung sorgt.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß bei dem eingangs genannten Maschinengewehr der zweite Teil des Widerlagers ein Kurvenstück aufweist, das beim Schließen des Verschlusses dessen Eingriff ins Widerlager steuert (Anspruch 1). Auf diesem Kurvenstück findet die höchste Flächenpressung statt. Dieses Kurvenstück ist aber erfindungsgemäß am Lauf angebracht und steht von dessen Rückseite ab. Sollte dort ein Verschleiß stattfinden, dann kann der Schütze beim Wechseln des Laufes ohne weiteres Riefen im genannten Kurvenstück erkennen und dann dieses mit dem zugehörigen Lauf ausmustern lassen.

Die Erfindung ist zum Beispiel bei einem Verschluß anwendbar, der Verriegelungsrollen aufweist. Besonders zweckmäßig ist die Erfindung aber bei einem Verschluß, der einen geradlinig beweglichen Verschlußträger, einen drehbar im Verschlußträger angebrachten Verschlußkopf und eine Einrichtung zu Verdrehen des Verschlußkopfes aufweist, wobei der Verschlußkopf beim Verdrehen den ersten Teil des Widerlagers hintergreift, und der Verschlußkopf durch Auflaufen auf den zweiten, das Kurvenstück bildenden Teil des Widerlagers verdrehbar ist (Anspruch 2). Bei einem solchen Verschluß mit drehbar angeordnetem Verschlußkopf wäre das Widerlager nur unter Schwierigkeiten herstellbar, solange es nicht in erfindungsgemäßer Weise geteilt ist. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil: während man bisher versuchte, das Widerlager zu entlasten, indem der Einrichtung zum Verdrehen des Verschlußkopfes die ganze Verschluß-Dreharbeit überlassen wurde, kann bei der Erfindung diese Aufgabe von der Steuerkurve übernommen werden, die das zweite Teil des Widerlagers bildet und dem Lauf zugeordnet ist.

Bei einem solchen Maschinengewehr mit Drehverschluß ist seitlich am Verschlußkopf ein Kulissenstein angebracht, der in eine Kulisse am Verschlußträger eingreift. Dabei liegt der Kulissenstein beim Schließen und Verriegeln des Verschlußkopfes auf einer Querfläche der Kulisse auf, die sich quer zur Bewegungsrichtung des Verschlusses erstreckt. Das Verriegeln des Verschlußkopfes in das Widerlager wird also erfindungsgemäß ausschließlich vom das Kurvenstück aufweisenden zweiten Teil des Widerlagers ausgelöst (Anspruch 3). Es wird daher die am Verschluß selbst auftretende Abnutzung stark verringert, da die Kulisse ihrerseits nicht mehr für das Verriegeln sorgen muß. Natürlich ist es nur noch schwer möglich, den Verschluß geräuschlos zu schließen. Aber bei einem Maschinengewehr ist dies ohnehin nicht notwendig, da mit dem Schließen des Verschlusses ja der Schuß ausgelöst wird.

Das erfindungsgemäße Maschinengewehr ist dadurch weitergebildet, daß der Kulissenstein mit einer Führungsfläche flächig auf der Querfläche der Kulisse aufliegt (Anspruch 4). Dadurch ist vermieden, daß es im Augenblick höchster Belastung am Kulissenstein und an der Führungsfläche der Kulisse zur Punkt- oder Linienbelastung kommt.

Der Kulissenstein kann dem Grunde nach in jeder Weise im Verschluß befestigt sein. Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist er aber seitlich in den Verschlußkopf gesteckt und dann vom Schlagbolzen haltend durchsetzt (Anspruch 5. So bewirkt der Schlagbolzen die bequeme und rasche Austauschbarkeit des Kulissensteins, wenn dieser abgenutzt sein sollte.

Der Kulissenstein weist, der Führungsfläche gegenüberliegend, eine zweite Führungsfläche auf, die nach Entnahme des Schlagbolzens, Herausziehen des Kulissensteins aus dem Verschlußkopf, Verdrehen des Kulissensteins um 180°, Zurückstecken des Kulissensteins in den Verschlußkopf und erneutem Einbau des Schlagbolzens ihrerseits flächig auf der genannten Steuerfläche aufliegt (Anspruch 6. In Verbindung mit der vorausgehenden Ausbildung ist ein Kulissenstein geschaffen, der im Falle der Abnutzung einfach entnommen, umgedreht und erneut verwendet wird, nämlich auf seiner bislang unbenutzten Fläche.

Der Gegenstand der Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels und der beigefügten Zeichnung noch näher erläutert; in dieser zeigt:

1 ein herkömmliches Maschinengewehr,

2 ein Teil-Längsschnitt durch das erfindungsgemäße Maschinengewehr,

3 den Verschluß des Maschinengewehres der 2 im Schrägbild,

4 den Verschlußkopf des Verschlusses der 3, im Schrägbild,

5 der Verriegelungsstein des Verschlusses der 3,

6 den Verschluß der 3, in der Seitenansicht kurz vor dem Verriegeln, und

7 eine Darstellung wie in 6, aber kurz nach dem Verriegeln,

1 zeigt ein herkömmliches, leichtes Maschinengewehr, mit einem Lauf 1, dem eine Lauf-Wechseleinrichtung 3 zugeordnet ist, mittels deren der Lauf 1 auswechselbar im Gehäuse 5 gehalten ist. Dem Gehäuse sind eine Nachladeeinrichtung 7, ein Griffstück 9 mit Abzug und ein Hinterschaft 11 zugeordnet.

Auch das erfindungsgemäße Maschinengewehr weist eine Lauf-Wechseleinrichtung 3 auf. Das hintere Ende des Laufes 1 ist zum Teil in einer Radialebene zur Mittelachse 19 des Laufes 1 abgelängt und weist im übrigen einen sich nach hinten erstreckenden Fortsatz 17' auf. Das Gehäuse 5 weist eine nach vorne offene Ausnehmung auf, die nach hinten einen Absatz bildet und mit kleinerem Durchmesser auch nach hinten offen ist. Wenn der Lauf 1 eingesetzt ist, ist zwischen der genannten Radialebene und dem genannten Absatz ein Widerlager 13 gebildet, Dieses Widerlager 13 ist aus einem ersten Teil 15 gebildet, der dem Gehäuse 5 zugeordnet ist, und aus einem zweiten Teil 17, der dem Lauf 1 zugeordnet und mit dem Fortsatz 17' versehen ist, Der erste Teil 15 weist in der Figur nicht gezeigte Durchbrüche auf, in die der Verschlußkopf mit zwei Verriegelungswarzen 23, 25 eindringen kann, von denen eine 23 in 3, 4 und 6 und beide 23, 25 in 7 zu sehen ist bzw, sind. Der zweite Teil 17 weist auf seinem Fortsatz 17' eine Steuerkurve 21 auf.

Der zugehörige Verschluß weist einen Verschlußkopf 27 und einen Verschlußträger 29 auf (4). Der Verschlußträger 29 ist zur geradlinigen Bewegung längs der Mittelachse 19 eingerichtet. Der Verschlußkopf 27 folgt dieser Bewegung, vollführt aber in der ersten Phase der Rückwärtsbewegung und i;n der letzten Phase der Vorwärtsbewegung eine Drehung um die Mittelachse 19 durch.

Um diese Drehung durchführen zu können, weist der Verschlußkopf 27 einen Zapfen oder Kulissenstein 31 auf, der senkrecht zur Mittelachse 19 in den Verschlußkopf 27 eingesetzt ist unci eine Kulisse 33 durchsetzt, die im Verschlußkopf eingebracht ist (3, 6, 7). Zum Halten des Kulissensteins 31 in seiner Lage ist weist dieser eine Bohrung 35 auf, die von dem Schlagbolzen (durch die Mittelachse 19 angedeutet) durchsetzt wird. Zum Entnehmen des Kulissensteins 31 muß zunächst der Schlagbolzen in Richtung der Mittelachse 19 nach hinten herausgezogen werden, und darin kann der Kulissenstein 31 radial aus dem Verschlußkopf 27 und aus der Kulisse 33 herausgezogen werden.

Die Kontur der Kulisse 33 weist, wie üblich, eine gedehnt Z-förmige Gestalt auf, mit einem Endabschnitt, der sich parallel zur Richtung der Mittelachse 19 erstreckt, und mit einem zu diesem geneigten Mittelabschnitt. Diese beiden Abschnitte haben jeweils eine Ober- und Unterkante, die zueinander parallel verlaufen. Der Anfangsabschnitt ist aber anders geformt: seine Unterkante ist eine geradlinige Fortsetzung der Unterkante des Mittelabschnitts, während sich die Oberkante parallel zur Mittelachse 19 erstreckt. Zwischen dem hinteren Ende der oberen Kante des vorderen Abschnitts und dem vorderen Ende der oberen Kante des mittleren Abschnitts erstreckt sich eine Übergangsfläche 37, die sich quer zur Mittelachse 19 erstreckt.

Zu dieser Querfläche komplementär weist der Kulissenstein 31 an seiner Rückseite eine ebene, sich quer zur Richtung der Mittelachse 19 erstreckende Fläche 35 auf. Wenn die Flächen 35 und 37 bei offenem Verschluß aufeinandersitzen, wie in 6 gezeigt, dann kann dieses Aufeinandersitzen keinerlei Querkraft vom Verschlußträger 27 auf den Verschlußkopf 29 oder umgekehrt ausüben, da diese Kraft senkrecht zu den aufeinandersitzenden Flächen wirken würde.

Der Verschlußkopf trachtet in diesem Stadium daher nicht danach, sich zu verdrehen, und belastet daher auch nicht die Führungsaubildungen im Gehäuse in Querrichtung, in denen er geführt wird. Wenn das Gehäuse nämlich auf der Innenseite verschmutzt, was bei einem über längere Zeit schußbereit gehaltenen Maschinengewehr, leicht vorkommen kann, wird dennoch der Widerstand, der auf den schließenden Verschluß ausgeübt wird, und insbesondere die Reibung, die in den Führungsausbildungen (Nuten und/oder Schienen) auftritt, minimiert. Demnach funktioniert das Maschinengewehr. selbst bei starker Verschmutzung noch einwandfrei, und der Verschleiß wird so gering wie nur möglich gehalten.

Kurz vor Erreichen der Querfläche am hinteren Ende des Laufes 1 und bereits nach Einlaufen in das Widerlager 13 trifft der Verschlußkopf mit der in 6 verdeckten Verriegelungswarze 25 auf die Steuerkurve 21 und wird entgegen dem Uhrzeigersinn in Drehung versetzt. Dabei hintergreifen die Verriegelungswarzen 23, 25 das erste Teil 15 des Widerlagers 13 und der Verschlußkopf 27 läuft auf die Querfläche des Laufes auf. Der mittlere und hintere Abschnitt der Kulisse 33 wirken dabei auf den Kulissenstein 31 derart ein, daß die Drehung des Verschlußkopfes 27 genau im richtigen Maße erfolgt. Der Augenblick des Schusses ist in 7 dargestellt.

Beim Schuß läuft, angetrieben durch einen Gaskolben, der Verschlußträger 29 zurück, ohne zunächst den Verschlußkopf 27 zu drehen. Die Verriegelungswarzen 23, 25 liegen auf dem ersten Teil 15 des Widerlagers 13 auf und halten den Verschlußkopf 27 verriegelt.

Wenn der Kulissenstein 31 den hinteren Abschnitt der Kulisse 33 entlanggelaufen ist, trifft er auf die schräg nach oben verlaufende, untere Kante des mittleren Abschnitts, der den Verschlußkopf 27 wieder in die Lage der 6 zurückdreht. Dabei kommen die Verriegelungswarzen 23, 25 vom Widerlager 13 frei, d. h. sie entriegeln, und der Verschluß kann zurückfahren.

Wenn der Lauf 1 heißgeschossen ist, wird er durch einen kalten Lauf 1 ersetzt; dabei wird zwangsweise auch der Fortsatz 17' des zweiten Teils 17 des Widerlagers 13 und somit die Steuerkurve 21 ersetzt. Falls die Steuerkurve 21 des heißgeschossenen Laufes 1 beschädigt oder verschmutzt sein sollte, kann der Lauf ausgemustert oder die Steuerkurve 21 nach Abkühlen gereinigt werden.

In 6 und 1 ist der Kulissenstein 31 in einer Modifizierung dargestellt; gegenüber der Fläche 35 weist er eine zweite, zur ersten parallele Fläche 39 auf. Ist die Fläche 35 abgenutzt, wird der Kulissenstein 31, wie in Zusammenhang mit 5 beschrieben, entnommen, um 180° um seine eigene Längsachse verdreht und wieder eingebaut. Nun weist die neue, noch nicht abgenutzte Fläche 39 nach hinten und übernimmt die Aufgabe der abgenutzten Fläche 35.

Soweit leicht auswechselbare Verschleißteile vorgesehen sind, können sie in Härte und Materialgüte so auf die Gegenflächen abgestimmt werden, daß dieses Gegenflächen nicht oder deutlich weniger als die Verschleißflächen abgenutzt werden.


Anspruch[de]
  1. Verriegeltes Maschinengewehr mit

    – einem Gehäuse (5) ,

    – einem Lauf (1) ,

    – einem verriegelbaren Verschluß (27, 29) mit mindestens einem Verriegelungskörper (23, 25),

    – einem Widerlager (13, 15, 17, 21) zur Aufnahme des oder der Verriegelungskörper(s) (23, 25) des verriegelten Verschlusses, und

    – einer Schnellwechseleinrichtung (3) zum Entnehmen des Laufes (1) und Anbringen eines neuen Laufes (1), also zum Laufwechsel, wobei

    – ein erster Teil (15) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) beim Laufwechsel am Gehäuse (5) verbleibt,

    – ein zweiter Teil (17) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) fest mit dem Lauf (1) verbunden ist, und

    – die Schnellwechseleinrichtung (3) dazu eingerichtet ist, eine Trennung zwischen dem beim Gehäuse: (5) verbleibenden ersten Teil (15) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) und dem Lauf (1) mit dem zweiten Teil (17) zu bewirken, dadurch gekennzeichnet,

    – daß der zweite Teil (17) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) ein Kurvenstück (21) aufweist, das beim Schließen des Verschlusses (27, 29) dessen Eingriff ins Widerlager (13, 15, 17, 21) steuert.
  2. Maschinengewehr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß

    – der Verschluß (27, 29) einen geradlinig beweglichen Verschlußträger (29), einen drehbar im Verschlußträger (29) angebrachten Verschlußkopf (27) und eine Einrichtung (31, 33) zu Verdrehen des Verschlußkopfes (27) aufweist,

    – der Verschlußkopf (27) beim Verdrehen den ersten Teil des Widerlagers (13, 15, 17, 21) hintergreift, und

    – der Verschlußkopf (27) durch Auflaufen auf den zweiten, das Kurvenstück (21) bildenden Teil (17) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) verdrehbar ist.
  3. Maschinengewehr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß

    – seitlich am Verschlußkopf (27) ein Kulissenstein (31) angebracht ist, der in eine Kulisse (33) am Verschlußträger (29) eingreift, und

    – der Kulissenstein (31) beim Schließen und Verriegeln des Verschlußkopfes (27) auf einer Querfläche (37) der Kulisse (33) aufliegt, die sich quer zur Bewegungsrichtung des Verschlusses (27, 29) erstreckt,

    – so daß das Verriegeln des Verschlußkopfes (27) in das Widerlager (13, 15, 17, 21) ausschließlich vom das Kurvenstück (21) aufweisenden zweiten Teil (17) des Widerlagers (13, 15, 17, 21) ausgelöst wird.
  4. Maschinengewehr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kulissenstein (31) mit einer Führungsfläche (35) flächig. auf der Querfläche (37) der Kulisse (33) aufliegt.
  5. Maschinengewehr nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kulissenstein (31) seitlich in den Verschlußkopf (27) gesteckt und dann vom Schlagbolzen (19) haltend durchsetzt ist.
  6. Maschinengewehr nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kulissenstein (31) der Führungsfläche (35) gegenüberliegend eine zweite Führungsfläche (39) aufweist, die nach Entnahme des Schlagbolzens (19), Herausziehen des Kulissensteins (31) aus dem Verschlußkopf (27), Verdrehen des Kulissensteins (31) um 180°, Zurücksteckens des Kulissensteins (31) in den Verschlußkopf (27) und erneuten Einbau des Schlagbolzens (19) ihrerseits flächig auf der genannten Steuerfläche (37) aufliegt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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