PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP0800265 18.03.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000800265
Titel Verfahren und Vorrichtung zur direkten Drehmomentregelung einer Drehfeldmaschine
Anmelder ABB Schweiz AG, Baden, CH
Erfinder Pohjalainen, Pasi, 5415 Nussbaumen, CH;
Stulz, Dr., Christian, 8008 Zürich, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59711284
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FI, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 03.03.1997
EP-Aktenzeichen 978101178
EP-Offenlegungsdatum 08.10.1997
EP date of grant 11.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.03.2004
IPC-Hauptklasse H02P 21/00

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungselektronik. Sie geht aus von einem Verfahren zur direkten Drehmomentregelung (Direct Torque Control = DTC) gemäss dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.

Stand der Technik

Ein solches Verfahren bzw. eine entsprechende Vorrichtung wird im Artikel "Direkte Drehmomentregelung von Drehstromantrieben", ABB Technik 3/1995, Seiten 19-24, beschrieben. Dieses Verfahren geht aus von der sogenannten "Direkten Selbstregelung", wie sie in der EP-B1-0 179 356 beschrieben wird. Das DTC-Verfahren (DTC = Direct Torque Control) stellt ein einfaches, zuverlässiges und hochdynamisches Drehmomentregelungsverfahren für Drehfeldmaschinen dar. Es umfasst grundsätzlich folgende Schritte:

  • Berechnen eines Fluss-Istwertes aus einer Umrichterspannung
  • Berechnen eines Drehmoment-Istwertes
  • Vergleichen des Fluss-Istwertes und des Drehmoment-Istwertes mit entsprechenden Sollwerten mittels eines Hysteresereglers
  • Bilden eines optimalen Steuerungsvektors für die Schalter des Umrichters nach Massgabe des Hysteresereglers

Um die Maschine vor zu steilen Spannungsflanken, welche zu Beschädigungen der Isolationen führen können, zu schützen, ist es wünschenswert, zwischen dem Umrichter und dem Motor ein Sinus-Filter einzuschalten. Für ein System von pulsdauermodulierten Umrichtern mit Sinus-Filter wird ein Regelungsverfahren z.B. in der EP-A2-0 595 319 angegeben. Die Filterkapazität und die Filterinduktiviät stellen regelungstechnisch zwei Integratoren dar. Im Frequenzbereich ergibt sich daher für die Schaltfrequenz eine 180° Phasenverschiebung zwischen Motorspannung und Umrichterspannung. Das heisst, dass die für das DTC-Verfahren benötigten Signale mit falschem Vorzeichen vorliegen. Aufgrund der durch das Sinus -Filter hervorgerufenen 180° Phasenverschiebung zwischen Motorspannung und Umrichterspannung ist das bekannte DTC-Verfahren auf eine Anordnung mit Sinus-Filter nicht mehr unmittelbar anwendbar. Ausserdem treten aufgrund der Resonanz des Filters störende Oszillationen auf.

Darstellung der Erfindung

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Direkten Drehmomentregelung für eine über ein Sinus-Filter gespeiste Drehfeldmaschine anzugeben, das möglichst ohne grosse Anpassung an bereits bekannte Verfahren bzw. Vorrichtungen auskommt. Zudem sollen die durch das Filter bedingten Oszillationen wirksam gedämpft werden.

Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.

Kern der Erfindung ist es also, dass ein durch das Filter fliessender Strom und/oder eine Filterausgangsspannung gemessen wird und der Fluss-Sollwert und der Drehmoment-Sollwert nach Massgabe der gemessenen Spannung und/oder des gemessenen Stromes korrigiert werden.

Die Korrektur umfasst eine Transformation der Filterausgangsspannung in eine erste zu einem Statorfluss senkrechte und eine zweite zum Statorfluss parallele Komponente sowie eine Verminderung der Drehmoment- und Fluss-Sollwerte proportional zum oszillierenden Teil der Filterausgangsspannung.

Auf diese Weise können die durch das Sinus-Filter hervorgerufene Oszillationen wirksam gedämpft werden.

Die Berechnung der Komponenten kann auf verschiedene Weise erfolgen. Anstelle einer Filterausgangsspannung kann auch ein Filterstrom gemessen und daraus eine Filterspannung berechnet werden. Diese Varianten sind Gegenstand abhängiger Ansprüche. Ausserdem wird noch eine Vorrichtung zur Durchführung eines erfindungsgemässen Verfahrens angegeben.

Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich aus den entsprechenden abhängigen Ansprüchen.

Der Vorteil des erfindungsgemässen Aufbaus besteht darin, dass die Drehfeldmaschine mittels der Verwendung eines Sinus-Filters vor zu steilen Spannungsflanken, welche zu Beschädigungen der Isolationen führen können, geschützt wird, dass dennoch wesentliche Teile des DTC-Verfahrens bzw. einer entsprechenden Vorrichtung ohne grosse Änderung verwendet werden können.

Ausserdem können durch das Filter hervorgerufene Oszillationen wirksam gedämpft werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1
Eine Schaltungsanordnung mit einer von einem Umrichter über ein Sinus-Filter gespeisten Drehfeldmaschine;
Fig. 2
Eine Variante zu Figur 1;
Fig. 3
Ein Blockschema einer erfindungsgemässen Vorrichtung nach einem ersten Ausführungsbeispiel;
Fig. 4
Ein Blockschema einer erfindungsgemässen Vorrichtung nach einem zweiten Ausführungsbeispiel;
Fig. 5
Ein Blockschema einer erfindungsgemässen Vorrichtung nach einem dritten Ausführungsbeispiel;
Fig. 6
Ein Blockschema einer erfindungsgemässen Vorrichtung nach einem vierten Ausführungsbeispiel;
Fig. 7
Ein Blockschema einer erfindungsgemässen Vorrichtung nach einem fünften Ausführungsbeispiel;

Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Wege zur Ausführung der Erfindung

Figur 1 zeigt eine Schaltungsanordnung mit einer Drehfeldmaschine 1, die über ein Sinus-Filter, bestehend aus einem dreiphasigen Netzwerk mit Filterinduktivitäten Lfil und Filterkapazitäten Cfil, von einem Umrichter 2 gespeist wird. Die Kapazitäten des Filter sind zu einem mit dem Zwischenkreis nicht verbundenen Sternpunkt zusammengefasst. Der Zwischenkreis ist durch den Zwischenkreiskondensator Czk dargestellt. Am Zwischenkreiskondensator liegt eine Gleichspannung UDC. Zur Drehmomentregelung des Motors 1 ist ein Drehmomentregler 3 vorgesehen. Dieser wird gemäss Figur 1 gespeist von der Zwischenkreisspannung UDC, von einem vom Umrichter abgegebenen Strom iinv und einer Filterausgangsspannung ufil. Nach der Variante gemäss Figur 2 kann anstelle der Filterausgangsspannung ufil auch ein Filterstrom ifil gemessen werden. Beim Umrichter 2 kann es sich sowohl um einen Zweipunkt- wie auch um einen Dreipunktwechselrichter handeln.

Unterstrichene Grössen bezeichnen im folgenden jeweils Vektoren. Diese können aus den gemessenen Leiterströmen oder Leiterspannungen der Phasen durch die bekannte 120°/90°-Transformation in Vektoren transformiert werden.

Aus den gemessenen Grössen und einem Fluss-Sollwert Ψsoll und einem Drehmoment-Sollwert Tsoll berechnet der Drehmomentregler 3 einen optimalen Steuerungsvektor S(SA,SB,SC), der für die Ansteuerung der Schalter des Umrichters 2 verwendet wird.

Die Figuren 3-7 zeigen Blockschemata verschiedener Varianten von Drehmomentreglern 3. Derjenige Teil des Reglers, der sich oberhalb der strichlierten Linie befindet, entspricht den bereits bekannten DTC-Reglern. Der untere Teil umfasst die erfindungsgemässen Anpassungen.

Im folgenden wird noch einmal kurz auf das Grundprinzip der DTC-Regelung eingegangen und die der Erfindung zugrunde liegende Problematik erläutert:

Beim DTC-Verfahren wird aus einer Umrichterausgangsspannung uinv und einer Korrekturgrösse ein Fluss-Istwert Ψist berechnet. Die Korrekturgrösse entspricht in erster Näherung dem Spannungsabfall Rs&peseta;is am Kupferwiderstand des Stators. Viel genauer wird die Berechnung, wenn ein Motormodell zu Hilfe genommen wird. Dies ist jedoch für die Erfindung nicht von Bedeutung, so dass an dieser Stelle mit dem erwähnten Spannungsabfall weitergefahren wird.

Der Fluss-Istwert ergibt sich also durch: Ψist = ∫(uinv - Rsis)dt. Die Umrichterausgangsspannung uinv wird dabei mit Hilfe eines Spannungsbildners 8 aus der Zwischenkreisspannung UDC und dem aktuellen Steuerungsvektor S gebildet. Aus dem berechneten Fluss-Istwert Ψist und einem vom Umrichter abgegebenen Strom iinv wird anschliessend ein Drehmoment-Istwert Tist gebildet. Den Strom iinv erhält man durch Messen zweier Phasenströme und Transformation in einen Vektor. Der Drehmoment-Istwert Tist ergibt sich schliesslich durch Bildung des Vektorprodukts des Stromes iinv und des Flusses Ψist. Ausserdem wird noch der Betrag Ψist des Fluss-Istwertes Ψ ist gebildet. Tist und Ψist werden anschliessend mittels eines Hysteresereglers 4 mit entsprechenden von aussen vorgegebenen Sollwerten Ψsoll bzw. Tsoll verglichen. Das Ergebnis dieses Vergleichs und das Ergebnis eines Vektorzuordners 12, der anhand des Fluss-Istwertes Ψist einen aktuellen Flussektor bestimmt, wird einer Logikschaltung 13 zugeführt, die einen optimalen Steuerungsvektor S(SA,SB,SC) für den Umrichter bestimmt.

Wird nun aber wie bei der Erfindung ein Sinus-Filter zwischen Umrichter und Motor geschaltet, so ergibt sich bei der Schaltfrequenz einerseits aufgrund der doppelten Integration des Filters eine 180° Phasenverschiebung von Strom und Spannung, so dass das DTC-Verfahren nicht mehr unmittelbar angewendet werden kann. Andererseits entstehen durch das Filter resonante Oszillationen, die gedämpft werden sollen. Deshalb muss das bekannte Verfahren bzw. die bekannte Vorrichtung, wie nachfolgend dargestellt wird, angepasst werden.

Die Anpassung besteht im wesentlichen darin, dass ein durch das Filter fliessender Strom bzw. eine Filterausgangsspannung gemessen wird und der Fluss-Sollwert, bzw. dessen Betragswert, und der Drehmoment-Sollwert nach Massgabe der gemessenen Filtergrössen korrigiert werden. Sie werden insbesondere proportional zu einem oszillierenden Teil der Filterausgangsspannung vermindert. Zur Berechnung dieser oszillierenden Störgrösse bestehen verschiedene Varianten:

Ein erstes Ausführungsbeispiel (Figur 3) umfasst das Messen der Filterausgangsspannung an jeder Phase und eine Umwandlung z.B. mittels 120°/90°-Transformation in einen Vektor ufil. Ausserdem wird vom Fluss-Istwert Ψist das Produkt iinvLfil abgezogen. Dazu sind ein Multiplikator 5 und ein Differenzbildner 7 vorgesehen. Auf diese Weise erhält man eine Grösse Ψ s, die einem Ständerfluss oder Statorfluss entspricht. Die Spannung ufil wird nun in eine Komponente ufild parallel zu Ψs und eine Komponente ufilq senkrecht zu Ψs aufgeteilt. Zu diesem Zwecke ist Vektorproduktbildner 9 und ein Skalarproduktbildner 10 vorgesehen, die die Spannung ufil mit Ψs multiplizieren. Aus dem Vektorprodukt entsteht die Komponente ufilq, aus dem Skalarprodukt die Komponente ufild. ufild stellt gerade den Oszillationen hervorrufenden Anteil der Filterausgangsspannung und wird deshalb in einem weiteren Multiplikator 5 mit der Konstante K1 multipliziert, einem Begrenzer 6 zugeführt und in einem Differenzbildner 7 vom Fluss-Sollwert Ψsoll abgezogen. Der oszillierende Teil von ufilq muss hingegen noch gebildet werden. Nach Figur 3 geschieht dies dadurch, dass von ufilq ein konstanter Wert ω.Ψs abgezählt wird. ω entspricht dabei der Kreisfrequenz des Ständerflusses. Im stationären Zustand sollte ufilq genau diesem Wert entsprechen, so dass also die Differenz ufilq-ω&peseta;Ψs gerade dem oszillierenden Teil Δufilq von ufilq entspricht. Dieser Wert wird ebenfalls in einem Multiplikator 5 mit einer zweiten Konstante K2 multipliziert und einem Begrenzer 6 zugeführt. Mit dem Ausgang dieses Begrenzers wird schliesslich der Drehmoment-Sollwert mittels eines weiteren Differenzbildners 7 vermindert.

Der Kern des erfindungsgemässen Verfahrens bzw. der Vorrichtung beruht also darauf, dass der Einfluss des Sinus-Filters in die Regelung miteinbezogen wird, indem erstens die Oszillationen verursachenden Anteile der Filterausgangsspannung gedämpft werden und statt der direkten Regelung von Motorfluss oder Motormoment entsprechende Grössen vor dem Filter, sozusagen ein virtueller Umrichterfluss bzw. ein Umrichtermoment, als Istgrössen geregelt werden.

Ein zweites Ausführungsbeispiel (Figur 4) unterscheidet sich vom ersten dadurch, dass die oszillierenden Teile der Komponenten ufild und ufilq mittels einer Hochpass-Filterung gewonnen werden. Dazu sind zwei Hochpassfilter 14 vorgesehen, die nach der Vektor- bzw. Skalarproduktebildung 9, 10 vor die Multiplikatoren 5 geschaltet sind.

Bei einem dritten Ausführungsbeispiel (Figur 5) wird anstelle einer Filterausgangsspannung ufil ein Filterstrom ifil gemessen. Figur 5 basiert also auf Figur 2. ifil erhält man beispielsweise durch Messen von zwei durch die Filterkondensatoren Cfil fliessenden Strömen und Umwandlung dieser in einen Vektor. Zwei Ströme genügen, da die Summe aller Ströme wegen der Sternschaltung der Kondensatoren Null sein muss. Aus dem Strom ifil kann mittels begrenzter Integration die Spannung ufil am Kondensator berechnet werden. Aus diesem Grund ist in Figur 5 am Eingang von ifil ein begrenzter Integrator 15 vorgesehen. Ansonsten entspricht die Anordnung nach Figur 5 derjenigen der Figur 4.

Selbstverständlich kann auch die Variante nach Figur 3 auf das dritte Ausführungsbeispiel angewandt werden. Nach einem vierten Ausführungsbeispiel (Figur 6) kann die Integration auch nach der Skalar- bzw. Vektorproduktebildung vorgenommen werden.

Figur 7 zeigt schliesslich ein auf Figur 2 basierendes Ausführungsbeispiel, bei dem die Integration bei der Komponentenbildung einerseits vor der Skalarproduktebildung 10 und andererseits nach der Vektorproduktebildung 9 vorgenommen wird. Da der Strom ifil von vornherein parallel zu Ψ s sein sollte, stellt der übrigbleibende Teil eines Vektorprodukts gerade den Oszillationen verursachenden Anteil dar. Umgekehrt verhält es sich mit dem Skalarprodukt, da hier die Spannung multipliziert mit Ψs Null ergeben sollte. Deshalb wird bei der Skalarproduktbildung zuerst die Spannung berechnet und bei der Vektorproduktbildung erst danach.

Die Erfindung weist den Vorteil auf, dass das bekannte DTC-Verfahren bzw. die bekannte DTC-Vorrichtung auch für eine Anordnung mit Sinus-Filter im wesentlichen weiterverwendet werden kann. Die Erfindung stellt einen für den Einsatz mit Sinus-Filter geeigneten Zusatz zur Verfügung, der den bekannten Teil praktisch unberührt lässt. Deshalb kann ein vorhandenes System auf einfache Weise ergänzt werden, ohne dass auf die Vorteile eines Sinus-Filters verzichtet werden muss.

Bezugszeichenliste

  • 1 Drehfeldmaschine
  • 2 Umrichter
  • 3 Drehmomentregler
  • 4 Hystereseregler
  • 5 Multiplikator
  • 6 Begrenzer
  • 7 Differenzbildner
  • 8 Spannungsbildner
  • 9 Vektorproduktebildner
  • 10 Skalarproduktebildner
  • 11 Betragsbildner
  • 12 Vektorzuordner
  • 13 Logikschaltung
  • 14 Hochpassfilter
  • 15 begrenzter Integrator
  • ufil Filterspannung
  • ufild Komponente von ufil ∥zu Ψs
  • ufilq Komponente von ufil⊥ zu Ψs
  • Δufilq oszillierender Teil von ufilq
  • ifil Filterstrom
  • Lfil Filterinduktivität
  • Cfil Filterkapazität
  • Czk Zwischenkreiskondensator
  • Ψist Fluss-Istwert
  • Ψist Betrag des Fluss-Istwert
  • Ψsoll Fluss-Sollwert
  • Tist Drehmoment-Istwert
  • Tsoll Drehmoment-Sollwert
  • uinv Umrichterausgangsspannung
  • iinv Umrichterstrom
  • UDC Zwischenkreisspannung
  • Rs Kupferwiderstand des Ständers
  • is Ständerstrom
  • Ψs Ständerfluss
  • ω Kreisfrequenz des Ständerflusses
  • S (SA,SB,SC) Steuerungsvektor für Umrichter
  • K1, K2 Proportionalitätsfaktoren


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur direkten Drehmomentregelung einer Drehfeldmaschine (1), die von einem mehrphasigen Umrichter (2) über ein dazwischen geschaltetes Sinus-Filter (Lfil, Cfil) gespeist wird, welches Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
    • (a) Berechnen eines Fluss-Istwertes Ψist aus einer Umrichterausgangsspannung uinv und einer Korrekturgrösse, die im wesentlichen einem Spannungsabfall an einem Kupferwiderstand des Ständers der Drehfeldmaschine entspricht;
    • (b) Berechnen eines Drehmoment-Istwertes Tist aus einem vom Umrichter abgegebenen Strom iinv und dem Fluss-Istwert Ψist;
    • (c) Vergleichen des Betrages des Fluss-Istwertes Ψist und des Drehmoment-Istwertes Tist mittels eines Hysteresereglers (4) mit einem Drehmoment-Sollwert Tsoll bzw. einem Fluss-Sollwert Ψsoll;
    • (d) Bilden eines optimalen Steuerungsvektors S(SA, SB, SC) für den Umrichter nach Massgabe des Hysteresereglers (4) und des Betrages des Fluss-Istwertes Ψist;
    dadurch gekennzeichnet, dass
    • (e) ein durch das Filter fliessender Strom ifil und/oder eine Filterausgangsspannung ufil gemessen werden und
    • (f) der Fluss-Sollwertes Ψsoll und der Drehmoment-Sollwert Tsoll bevor sie dem Hystereseregler (4) zugeführt nach Massgabe des durch das Filter fliessenden Stromes ifil und/oder der Filterausgangsspannung ufil korrigiert werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluss-Sollwert Ψsoll und der Drehmoment-Sollwert Tsoll dadurch korrigiert werden, dass:
    • (a) ein Statorfluss Ψs aus einer Differenz des Fluss-Istwertes Ψist und eines Produktes des vom Umrichter abgegebenen Stromes iinv mit einer Induktivität Lfil des Sinus-Filters gebildet wird;
    • (b) die Filterausgangsspannung ufil anhand des Statorfluss Ψs in eine zum Statorfluss parallel Komponente ufild und ein zum Statorfluss senkrechte Komponente ufilq umgewandelt wird;
    • (c) der Fluss-Sollwert Ψsoll um einen zur Komponente ufild proportionalen Anteil vermindert wird und der Drehmoment-Sollwert Tsoll proportional zu einen oszillierenden Anteil Δuqfil der Komponente ufilq vermindert wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oszillierende Anteil Δufilq der Komponente ufilq aus einer Differenz der Komponente ufilq und dem Produkt ω&peseta;Ψs des Statorflusses Ψs und einer Kreisfrequenz ω des Statorflusses Ψs erzeugt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oszillierende Anteil Δufilq der Komponente ufilq mittels einer Hochpassfilterung der Komponente ufilq erzeugt wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auch die Komponente ufild einer Hochpassfilterung unterworfen wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
    • (a) der durch das Filter fliessende Strom ifil gemessen wird und
    • (b) die Filterausgangsspannung ufil durch Integration des Stromes ifil erzeugt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Umwandlung der Filterausgangsspannung ufil in die zum Statorfluss parallele Komponente ufild und die zum Statorfluss Ψs senkrechte Komponente ufilq durch Bildung des Skalar- und des Vektorprodukts von ufil und des Statorflusses Ψs erfolgt.
  8. Vorrichtung zur direkten Drehmomentregelung einer Drehfeldmaschine (1), die von einem mehrphasigen Umrichter (2) über ein dazwischen geschaltetes Sinus-Filter (Lfil, Cfil) gespeist wird, umfassend:
    • (a) einen Drehmomentregler (3), der
      • aus einer Umrichterausgangsspannung uinv und einer Korrekturgrösse, die im wesentlichen einem Spannungsabfall an einem Kupferwiderstand des Ständers der Drehfeldmaschine entspricht, einen Fluss-Istwertes Ψist berechnet;
      • aus einem vom Umrichter (2) abgegebenen Strom iinv und dem Fluss-Istwert Ψist einen Drehmoment-Istwert Tist berechnet;
      • den Betrag des Fluss-Istwertes Ψist und den Drehmoment-Istwert Tist mittels eines Hysteresereglers (4) mit einem von aussen vorgegebenen Drehmoment-Sollwert Tsoll bzw. einem Fluss-Sollwert Ψsoll vergleicht; und
      • einen optimalen Steuerungsvektor S(SA, SB, SC) für den Umrichter (2) nach Massgabe des Hysteresereglers (4) und des Fluss-Istwertes Ψist bildet;
    dadurch gekennzeichnet, dass
    • (b) Strom- und Spannungsmessmittel vorgesehen sind, die einen durch das Filter fliessenden Strom ifil und/oder eine Filterausgangsspannung ufil messen, und
    • (c) Mittel vorgesehen sind, die den Fluss-Sollwert Ψsoll und den Drehmoment-Sollwert Tsoll bevor sie dem Hystereseregler zugeführt werden nach Massgabe des durch das Filter fliessenden Stromes ifil und/oder der Filterausgangsspannung ufil korrigieren.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Mittel umfassen:
    • (a) einen ersten Multiplikator (5) zur Bildung eines Produktes des vom Umrichter abgegebenen Stromes iinv mit einer Induktivität Lfil des Sinus-Filters;
    • (b) einen ersten Differenzbildner (7), der einen Statorfluss Ψs aus einer Differenz des Fluss-Istwertes Ψist und des Produktes des vom Umrichter abgegebenen Stromes iinv mit der Induktivität Lfil des Sinus-Filters berechnet;
    • (c) einen Koordinatentransformator (9, 10), der die Filterausgangsspannung ufil anhand des Statorfluss Ψs in eine zum Statorfluss parallel Komponente ufild und ein zum Statorfluss senkrechte Komponente ufilq umwandelt; und
    • (d) ein Sollwertregler, der den Fluss-Sollwert Ψsoll um einen zur Komponente ufild proportionalen Anteil vermindert und den Drehmoment-Sollwert Tsoll proportional zu einen oszillierenden Anteil Δuqfil der Komponente ufilq vermindert.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwertregler sowohl für die Komponente ufild als auch für die Komponente ufilq je einen Multiplikator (5), der die Komponenten mit einer ersten Konstanten K1 bzw. einer zweiten Konstanten K2 multipliziert, je einen den Multiplikatoren nachgeschalteten Begrenzer (6) und je einen den Begrenzern (6) nachgeschalteten Differenzbildner (7) umfasst, wobei der der Komponente ufild zugeordnete Differenzbildner auf den Fluss-Sollwert Ψsoll und der der Komponente ufilq zugeordnete Differenzbildner auf den Drehmoment-Sollwert Tsoll wirkt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche


Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com