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Dokumentenidentifikation DE10241524A1 25.03.2004
Titel Dreidimensionales, mobiles Ziel
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, dieses vertreten durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, 56068 Koblenz, DE
Erfinder Gehrmann, Klaus, 72213 Altensteig, DE
DE-Anmeldedatum 07.09.2002
DE-Aktenzeichen 10241524
Offenlegungstag 25.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.03.2004
IPC-Hauptklasse F41J 7/00
IPC-Nebenklasse F41J 9/02   
Zusammenfassung Es wird ein dreidimensionales, mobiles Ziel mit menschlicher Gestalt, zum Beschuss mit Handfeuerwaffen, welches ein funkferngesteuertes Fahrwerk, im Fußbereich ein erstes, im Kniebereich ein zweites und im Hüftbereich ein drittes verriegelbares Gelenk aufweist und bei dem das erste, zweite und dritte verriegelbare Gelenk durch mindestens einen Gasballon, der über einen Seilzug ein Entriegelungselement blockiert und bei einem Treffer zerstört wird, entriegelt wird, vorgestellt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein dreidimensionales, mobiles Ziel mit menschlicher Gestalt, zum Beschuss mit Handfeuerwaffen.

Dreidimensionale, mobile Ziele finden Verwendung bei der Ausbildung von Spezialkräften und Sondereinheiten für die innere und äußere Sicherheit. Um eine möglichst reale Übungsumgebung zu schaffen sind die dreidimensionalen Ziele in menschlicher Gestalt ausgeführt und mit Granulat gefüllt. Die Extremitäten sind entweder aus einem festen oder formbaren Kunststoff. Um die Illusion zu perfektionieren werden die Ziele mit Haarteilen und Kleidung ausgerüstet.

Nachteil dieser Ziele ist, dass sie bei einem Treffer nicht oder nur unrealistisch reagieren. Die Treffermeldung für den Schützen erfolgt entweder nicht, durch unrealistisch auslaufendes Granulat oder Umstürzen des Zieles.

Der im Patentanspruch 1 beschriebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein dreidimensionales, mobiles Ziel mit menschlicher Gestalt, zum Beschuss mit Handfeuerwaffen, zu schaffen, welches als Treffermeldung eine realistische Reaktion ausführt.

Dieses Problem wird durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale eines dreidimensionalen, mobilen Zieles mit menschlicher Gestalt, zum Beschuss mit Handfeuerwaffen, welches ein funkferngesteuertes Fahrwerk, im Fußbereich ein erstes, im Kniebereich ein zweites und im Hüftbereich ein drittes. verriegelbares Gelenk aufweist und bei dem das erste, zweite und dritte verriegelbare Gelenk durch mindestens einen Gasballon, der über einen Seilzug ein Entriegelungselement blockiert und bei einem Treffer zerstört wird, entriegelt wird, gelöst.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die Mobilität des Zieles durch ein ferngesteuertes Fahrwerk realisiert wird. Ein ferngesteuertes Fahrwerk hat den Vorteil, dass das Ziel im Einsatz vorwärts, rückwärts, rechts und links bewegt werden kann ohne das auf lästige Verbindungskabel Rücksicht genommen werden muss.

Weiter ist die Anbringung eines ersten Gelenks im Bereich der Füße vorteilhaft um das Umfallen des Zieles nach hinten zu ermöglichen.

Die Anbringung eines zweiten Gelenkes im Kniebereich ist vorteilhaft um ein Zusammenfallen des Zieles, einem menschlichen Kniefall identisch, zu ermöglichen. Dabei kann das Gelenk als Scharniergelenk oder als Teleskopgelenk ausgeführt sein, solange die Wirkung ein Verkürzen des Abstandes zwischen Fuß- und Hüftbereich ergibt.

Ein drittes Gelenk im Hüftbereich ermöglicht vorteilhaft das Abknicken des Oberkörpers nach vorn, besonders dann wenn das Ziel durch das Umfallen nach hinten gegen ein Hindernis fällt.

Ein Vorteil der Erfindung ist die zeitliche Abhängigkeit der Entriegelung die beim zweiten Gelenk beginnt, vorauf das erste Gelenk folgt und sich bei Bedarf das dritte Gelenk anschließt. Das erste, zweite und dritte Gelenk können durch ein Entriegelungselement zum Entriegeln des zweiten Gelenkes entriegelt werden. Die Verriegelung erfolgt im Gebrauch durch die Spannung des Entriegelungsmomentes mit dem Seilzug. Die Spannung des Seilzugs wird aufgehoben wenn der mit dem Seilzug verbundene Gasballon bei einem Treffer zerstört wird.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist in Patentanspruch 2 angegeben. Sofern das Ziel über mehr als eine Trefferzone verfügt wird für jede Trefferzone ein Gasballon verwendet. Das Ziel bietet überraschend den Vorteil mehrere Schwierigkeitsgrade einzustellen, je nachdem wie viele Gasballons direkt mit dem Entriegelungselement verbunden werden. Sind alle Gasballons einzeln mit dem Entriegelungselement verbunden müssen alle Gasballons getroffen werden, bevor das Ziel eine Reaktion zeigt. Werden die Gasballons zunächst untereinander verbunden und dann gemeinsam mit einem Seilzug der über eine bewegliche Schlaufe an der Verbindung der Ballons angebracht ist mit dem Entriegelungselement verbunden, genügt ein Treffer um die Spannung im Seilzug aufzuheben. Der getroffene Gasballon verlängert die Verbindung zwischen den Gasballons. Die bewegliche Schlaufe gleitet entlang der Verbindung und die Spannung im Seilzug wird aufgehoben.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist in Patentanspruch 3 angegeben. Die Ausformung des Zieles in seiner menschliche Gestalt erfolgt bekannterweise mit einem Kunststoff mit wenigen Millimetern Wandstärke. Der Innenraum des Zieles ist hohl. Ein Trefferbereich, beispielsweise im Bereich des Kopfes, wird festgelegt, indem eine Öffnung in der äußeren Hülle des Zieles vorgesehen wird, welches den Geschosseintritt erlaubt. Der durch die Öffnung definierte Trefferbereich ist kleiner wie der Gasballon, der durch eine große Öffnung im Rücken im Ziel positioniert wird. Das Ziel gilt dann als getroffen, wenn ein Geschoss durch die Öffnung im Trefferbereich ins Innere des Zieles vordringt und den Gasballon zerstört, der dann über den Seilzug, das Entriegelungselement und dieses die Reaktion des Zieles auslöst.

Patentanspruch 4 beschreibt einen besonderen Vorteil der Erfindung. Durch eine Umlenkung des Seilzugs ergibt sich die Möglichkeit die Wirklinie der Vorspannungskraft zu verändern und so die Spannkraft auf das Entriegelungselement einzustellen um eine sichere Verriegelung der verriegelbaren Gelenke zu gewährleisten.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist in Patentanspruch 5 angegeben. Ein . elastisches Band vorzugsweise ein Gummiband wird um den Gasballon geschlungen. Durch das Band wird eine rutschfeste Verbindung des Seilzuges mit dem Gasballon hergestellt

Die einzige 1 stellt eine schematische Seitenansicht des Zieles im Teilschnitt dar.

Es zeigt 1 einen dreidimensionalen Körper 1 mit menschlicher Gestalt, der verschiedene Öffnungen aufweist. Zwei Öffnung 2 sind die Trefferzonen und befinden sich im Kopf- und Brustbereich des dreidimensionalen Körpers 1. Im Rückenbereich weist der dreidimensionale Körper 1 ein dritte, große Öffnung 3 auf, durch die die Gasballons 4 in dem dreidimensionalen Körper 1 anbringbar sind. Zwei weitere Öffnungen befinden sich im Bauch- und Kinnbereich für die Durchführung des Seilzuges 5. Weiter ist der dreidimensionale Körper 1 in seinem unteren Bereich zum Anschluss des ersten, zweiten und dritten Gelenkes geöffnet.

Das dritte Gelenk 6 im Hüftbereich des dreidimensionalen Körpers 1 ist ein Scharniergelenk. Das Gelenk lässt eine Bewegung nach vorn, ähnlich einer menschlichen Verbeugung zu. Der obere Schenkel 7 ist fest mit dem dreidimensionalen Körper 1 verbunden. Der untere Schenkel 8 ist gleichzeitig der obere Schenkel des zweiten Gelenkes 9. Zur Verriegelung weist das dritte Gelenk 6 einen Drehriegel 10 auf. der am unteren Schenkel 8 befestigt ist und an einem Vorsprung im oberen Schenkel eingreift. Weiter ist am unteren Schenkel 8 eine Kippstütze 11 befestigt.

Das zweite Gelenk 9 ist ein Schiebegelenk und besteht aus dem unteren Schenkel 8 des dritten Gelenkes 6 und dem unteren Schenkel 12 des zweiten Gelenkes 9. Der untere Schenkel 12 des zweiten Gelenkes 9 ist gleichzeitig der Obere Schenkel des ersten Gelenkes 13. Der untere Schenkel 12 des zweiten Gelenkes 9 weist ein Langloch 14 auf, welches den unteren Schenkel 8 des dritten Gelenkes 6 in seiner Bewegungsmöglichkeit einschränkt. Zu diesem Zweck ist am unteren Schenkel 8 des dritten Gelenkes 6 ein Bolzen angebracht, der in dem Langloch 14 geführt wird und über die Abmaße des unteren Schenkels 12 des zweiten Gelenkes 9 hinausragt. Ferner weist der untere Schenkel 12 des zweiten Gelenkes 9 das Verriegelungselement 15 auf, welches auf den Bolzen des am unteren Schenkel 8 des dritten Gelenkes 6 einwirkt und das zweite Gelenk 9 in seiner oberen Lage, je nach Stellung verriegeln und freigeben kann. Das Verriegelungselement 15 ist ein Kipphebel mit mittiger Lagerung der an einem Ende eine Möglichkeit zum Umlenken des Seilzuges 5 aufweist.

Das erste Gelenk 13 ist ein Scharniergelenk und besteht aus dem unteren Schenkel 12 des zweiten Gelenkes 9 und der Grundplatte 16. Das Gelenk ermöglicht dem Ziel das Umfallen nach hinten, ähnlich dem menschlichen Umfallen nach hinten.

Unterhalb der Grundplatte 16 ist ein zweiachsiges Radfahrwerk 17 angeordnet. Eine Achse des Radfahrwerkes 17 ist durch einen Drehschemel 18 mit der Grundplatte verbunden und ermöglicht die Lenkung des Zieles. Das Fahrwerk ist mit einem elektrischen Antrieb 19 ausgerüstet, der über eine Batterie 20 betrieben wird. Der elektrische Antrieb 19 wird mit Hilfe einer Funkfernsteuerung 21 angesteuert.

Weiter sind um die Gasballons 4 elastische Bänder 22 geschlungen. an denen der Seilzug 5 befestigt ist. Der Seilzug 5 wird von jedem Gasballon durch die Öffnungen in dem dreidimensionalen Körper 1 nach außen geführt. Die Gasballons nutzen die Hülle des dreidimensionalen Körpers 1 als Gegenlagerung um die Kräfte des Seilzuges 5 aufnehmen zu können. In der 1 ist der Seilzug 5 von jedem Gasballon an einer Stelle 23 zusammengeführt. Der Seilzug 5 ist um eine Umlenkung 24 an der Grundplatte 16 über die Umlenkung 25 an dem Entriegelungselement 15 an der Grundplatte 16 befestigt.

Zur Erläuterung der Erfindung wird folgender Funktionsablauf beschrieben: Bei dem Beschuss des dreidimensionalen Körpers 1 mit menschlicher Gestalt gelangt das Geschoss im Fall eines Treffers durch den Torso. Einer der Gasballons wird zerstört. Der Seilzug 5, der mit dem elastischen Band 22 an dem Gasballon 4 befestigt war, gleitet durch die Öffnung 2 in dem dreidimensionalen Körper 1 und gibt dabei die Seilspannung auf. Das Entriegelungselement 15 wird durch das Eigengewicht des Zieles und die fehlende Gegenkraft des Seilzuges aus.

seiner waagrechten Verriegelungsposition gerückt. Der Bolzen des unteren Schenkels 8 des zweiten Gelenkes 6 wird freigegeben und der untere Schenkel 8 gleitet in den unteren Schenkel 12, solange bis die Kippstütze 11 die Grundplatte 16 erreicht. Diese Bewegung ähnelt dem Kniefall eines Menschen.

Das Auftreffen der Kippstütze 11 auf der Grundplatte 16 erzeugt ein Drehmoment, welches den dreidimensionalen Körper 1 über das erste Gelenk 13 zum Umfallen nach hinten bringt. Dieser Bewegungsablauf ist dem Umfallen eines Menschen identisch. Bei dem Umfallen gleitet der untere Schenkel 8 weiter in den unteren Schenkel 12. Der Drehriegel 10 setzt mit seiner Unterkante auf dem unteren Schenkel 12 auf und wird beim weiteren Eingleiten des unteren Schenkels 8 in den unteren Schenkel 12 verdreht. Die Verdrehung bewirkt das Entriegeln des dritten Gelenkes 6. Bei entriegeltem Gelenk hat der dreidimensionale Körper 1 während dem Umfallen die Möglichkeit eine weitere Bewegung auszuführen, die dem Einknicken eines Menschen in der Hüfte identisch ist. Notwendig wird diese Bewegung wenn der dreidimensionalen Körper 1 während des Umfallens nach hinten gegen ein Hindernis, beispielsweise eine Wand oder ein weiteres Ziel, trifft.

1. Dreidimensionaler Körper mit menschlicher Gestalt 2. Öffnung, Seildurchführung 3. Große Öffnung 4. Gasballon 5. Seilzug 6. Drittes Gelenk 7. Oberer Schenkel 8. Unterer Schenkel des dritten Gelenks 9. Zweites Gelenk 10 . Drehriegel 11 . Kippstütze 12. Unterer Schenkel des zweiten Gelenks 13. Erstes Gelenk 14. Langloch 15. Entriegelungshebel 16. Grundplatte 17. Radfahrwerk 18. Drehschemel 19. Antrieb 20. Batterie 21. Funkfernsteuerung 22. Elastisches Band 23. Stelle, Seilzug 24. Umlenkung, Grundplatte 25. Umlenkung, Entriegelungselement

Anspruch[de]
  1. Dreidimensionales, mobiles Ziel mit menschlicher Gestalt, zum Beschuss mit Handfeuerwaffen, welches

    – ein funkferngesteuertes Fahrwerk,

    – im Fußbereich ein erstes,

    – im Kniebereich ein zweites und

    – im Hüftbereich ein drittes verriegelbares Gelenk aufweist und

    bei dem das erste, zweite und dritte verriegelbare Gelenk durch mindestens einen Gasballon, der über einen Seilzug ein Entriegelungselement blockiert und bei einem Treffer zerstört wird, entriegelt wird.
  2. Dreidimensionales mobiles Ziel nach Anspruch 1, bei dem das erste, zweite und dritte Gelenk durch mindestens einen Treffer entriegelt werden.
  3. Dreidimensionales mobiles Ziel nach den Ansprüchen 1 und 2, bei dem der Gasballon innerhalb des dreidimensionalen Ziels im Trefferbereich untergebracht ist.
  4. Dreidimensionales mobiles Ziel nach den Ansprüchen 1 bis 3, bei dem der Seilzug mindestens eine Umlenkung aufweist
  5. Dreidimensionales Ziel nach den Ansprüchen 1 bis 4, die dem die Gasballons. zur Verbindung mit dem Seilzug mit einem elastischen Band umschlungen sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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