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Dokumentenidentifikation DE20317172U1 25.03.2004
Titel Vorrichtung zum Aufwickeln von Schnüren für den Weinbau
Anmelder Braun Maschinenbau GmbH, 76835 Burrweiler, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Reble & Klose, 68165 Mannheim
DE-Aktenzeichen 20317172
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 25.03.2004
Registration date 19.02.2004
Application date from patent application 04.11.2003
IPC-Hauptklasse A01G 17/02
IPC-Nebenklasse B65H 54/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Haspel zum Aufwickeln von Schnüren für den Weinbau, insbesondere von Laubheftschnüren oder Weinbergsdraht, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Im Weinbau werden die jungen Triebe der Reben in bekannter Weise mit Hilfe von Heftschnüren und Heftdrähten entlang der Rebzeilen an den Weinbergpfählen fixiert, um ein Herunterhängen derselben zu vermeiden. Zum Entfernen der Heftschnüre werden diese auf horizontal angeordnete Haspeln aufgewickelt, die am Ende einer Rebzeile positioniert werden und die mechanisch über im Wesentlichen horizontal verlaufende Zapfwellen der Arbeitsgeräte, insbesondere Traktoren, angetrieben werden, so dass die Schnüre und auch Weinbergdrähte über die gesamte Länge einer Rebzeile hinweg aus den Reben herausgezogen werden.

Hierbei ergibt sich das Problem, dass die dünnen Heftschnüre bei sehr langen Rebzeilen von z.B. 1,5 Km Länge leicht reißen, was zu einem erheblichen zusätzlichen Zeitbedarf für das Entfernen der Schnüre führt.

Demgemäß ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, welche ein zuverlässiges Entfernen von Heftschnüren oder von Weinbergdraht auch bei sehr langen Rebzeilen ermöglicht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.

Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Durch die Erfindung ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass ein Entfernen und gleichmäßiges Aufwickeln der entfernten Heftschnüre oder auch Weinbergdrähte in kürzester Zeit erfolgen kann, indem die Vorrichtung an einem Arbeitsgerät, insbesondere am Heck eines Weinbergtraktors, befestigt wird, der anschließend in Vorwärtsrichtung zwischen den Rebzeilen von einem Entnahmepunkt zum nächsten hindurchgefahren wird.

An den Entnahmepunkten, die z.B. alle 150 m oder 200 m voneinander entfernt liegen, wird die Schnur dann aufgetrennt, und das freie Ende auf den Haspelkörper aufgewickelt, der hierzu in erfindungsgemäßer Weise in vertikaler Richtung verläuft. Hierbei wird ein gleichmäßiges Aufwickeln der Schnur auf den Haspelkörper durch den gleichzeitigen Einsatz einer Schnurspuleinrichtung erreicht, die ein in diesem.Falle vertikal auf- und abbewegtes Schnurführungselement mit einer Öse umfasst, durch welche hindurch die Schnur oder der Weinbergdraht geführt ist.

Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnungen anhand einer bevorzugten Ausführungsform beschreiben.

In den Zeichnungen zeigen:

1 eine schematische räumliche Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

2 eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

3 eine schematische Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

4 eine schematische Aufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung,

5 eine schematische räumliche Detaildarstellung der Schnurspuleinrichtung, und

6 eine weitere schematische räumliche Detaildarstellung der Schnurspuleinrichtung zur Verdeutlichung der Lage des Schnurführungselements.

Wie in 1 bis 4 gezeigt ist, umfasst eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Aufwickeln von Schnüren 2 für den Weinbau, insbesondere von Laubheftschnüren oder Weinbergsdraht, einen durch einen Motor 4 angetriebenen rotierenden Haspelkörper 6, der in einem Gestell 28 an einem Arbeitsfahrzeug, insbesondere an einem Traktor, aufgenommen ist.

Dem rotierenden Haspelkörper 6 ist eine in den 5 und 6 im Detail dargestellte Schnurspuleinrichtung 8 zugeordnet, die eine Gewindespindel 12 enthält, welche ein Kreuzgewinde 10 aufweist, das zwei sich einander überkreuzende Gewindegänge besitzt.

Die Schnurspuleinrichtung 8 umfasst weiterhin ein mit einer Durchführung für eine Schnur 2 versehenes Schnurführungselement 14, welches bei einer vorgegebenen Drehrichtung der Gewindespindel 12 über einen in den Gewindegang des Kreuzgewindes 10 eingreifenden Vorsprung – z.B. in Form eines Zapfens – relativ zum Haspelkörper 6 in axialer Richtung der Gewindespindel 12 abwechselnd vor- und zurück bewegt wird, um einen gleichförmigen Wickel auf dem Haspelkörper 6 zu erzeugen.

Anders ausgedrückt wird die Rotationsbewegung der Gewindespindel durch das gestellfeste Schnurführungselement 14 aufgrund des in dem Endlos-Gewindegang des Kreuzgewindes 12 – der ähnlich wie bei einem handbetätigten Drillbohrer ausgestaltet sein kann – entlanggeführten Vorsprungs in eine Linearbewegung überführt, was eine sehr zuverlässige und konstruktiv einfache Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ermöglicht.

Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt der Antrieb des Haspelkörpers oder der Haspel 6 über einen Hydraulikmotor 4, der gemäß der Darstellung der 1 und 3 auf der Unterseite des Gestells angeordnet ist, und der durch eine Hydraulikpumpe des Arbeitsfahrzeugs gespeist wird.

Die Gewindespindel 12 wird in erfindungsgemäßer Weise über ein Reibradgetriebe angetrieben, welches ein am Ende der Gewindespindel 12 angeordnetes, gummiertes Reibrad 18 umfasst, das zum Antrieb der Gewindespindel durch nicht näher dargestellte federelastische Mittel – insbesondere eine Spiraldruck- oder Zugfeder – an einen scheibenartigen Rand 20 des vorzugsweise metallischen Haspelkörpers 6 angestellt wird.

Wie der Darstellung von 5 und 6 entnommen werden kann, ist die Schnurspuleinrichtung 8 zum Anstellen des Reibrades 18 an den Haspelkörper 6 um eine im Wesentlichen parallel zur Rotationsachse 32 der Gewindespindel 12 verlaufende Schwenkachse 22 verschwenkbar.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das Schnurführungselement 14, 26 durch eine gestellfeste Gleitführung 24 geführt, durch die ein Verdrehen desselben gegenüber der Rotationsachse 32 der Gewindespindel 12 verhindert wird. Das Schnurführungselement ist hierbei in vorteilhafter Weise als Quertraverse 26 ausgebildet, an deren freiem Ende eine Führungsöse 15 geformt ist, wie dies der 6 entnommen werden kann.

Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, die auch ein Arbeiten in sehr dich zueinander angeordneten Rebzeilen ermöglicht, sind die Rotationsachse 32 der Gewindespindel 12 und vorzugsweise auch die Rotationsachse des Haspelkörpers 6 vertikal angeordnet, wodurch sich eine sehr kompakte Bauweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergibt.

Weiterhin kann auf der Unterseite des Gestells 28 ein Stützfuß 30 vorgesehen sein, welcher den Hydraulikmotor 4 zum Antrieb des Haspelkörpers 6 schützt, und auf welchem die Vorrichtung 1 abstellbar ist, wenn diese am Heck eines Traktors betrieben wird. Durch den Einsatz eines Stützfußes 30 wird ein besonders schwingungsarmer Betrieb der Vorrichtung gewährleistet.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (1) zum Aufwickeln von Schnüren (2) für den Weinbau, insbesondere von Laubheftschnüren oder Weinbergsdraht, mit einem durch einen Motor (4) angetriebenen rotierenden Haspelkörper (6), der in einem Gestell (28) an einem Arbeitsfahrzeug, insbesondere an einem Traktor; aufgenommen ist, gekennzeichnet durch eine dem rotierenden Haspelkörper (6) zugeordnete Schnurspuleinrichtung (8), die eine ein Kreuzgewinde (10) enthaltende, mit dem Haspelkörper (6) antriebsmäßig gekoppelte rotierende Gewindespindel (12) sowie ein mit einer Durchführung für eine Schnur (2) versehenes Schnurführungselement (14) umfasst, welches bei einer vorgegebenen Drehrichtung der Gewindespindel (12) über einen in das Kreuzgewinde (10) eingreifenden Vorsprung zur Erzeugung eines gleichförmigen Wickels auf dem Haspelkörper (6) in axialer Richtung der Gewindespindel (12) abwechselnd vor- und zurück verfahren wird.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb des Haspelkörpers (6) über einen Hydraulikmotor (6) erfolgt, der durch eine Hydraulikpumpe des Arbeitsfahrzeugs gespeist wird.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (12) über ein Reibradgetriebe (18, 20) mit dem Haspelkörper (6) gekoppelt ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibradgetriebe ein am Ende der Gewindespindel (12) angeordnetes, insbesondere aus gummiartigem Material gefertigtes oder ein solches enthaltendes Reibrad (18) umfasst, welches zum Antrieb der Gewindespindel an einen scheibenartigen Rand (20) des Haspelkörpers (6) anstellbar ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnurspuleinrichtung (8) zum Anstellen des Reibrades (18) an den Haspelkörper (6) um eine im Wesentlichen parallel zur Rotationsachse (32) der Gewindespindel (12) verlaufende Schwenkachse (22) verschwenkbar ist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Reibrad (18) durch federelastische Mittel, insbesondere eine Spiraldruck- oder Zugfeder, gegen den scheibenartigen Rand (20) des Haspelkörpers (6) gedrängt wird.
  7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schnurführungselement (14, 26) durch eine gestellfeste Gleitführung (24) geführt wird, welche ein Verdrehen desselben gegenüber der Rotationsachse (32) Gewindespindel (12) verhindert.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Schnurführungselement als Quertraverse (26) ausgebildet ist.
  9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse (32) der Gewindespindel (12) und/oder die Rotationsachse des Haspelkörpers (6) sich im Wesentlichen in vertikaler Richtung erstrecken.
  10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterseite des Gestells (28) ein Stützfuss (30) vorgesehen ist, auf welchem die Vorrichtung (1) abstellbar ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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