Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verarbeitungsverfahren und
eine Verarbeitungsvorrichtung für organische Abfälle und ein Verarbeitungsverfahren
und eine Verarbeitungsvorrichtung für anorganische Abfälle.
In den vergangenen Jahren wurde die Entsorgung organischer Abfälle,
einschließlich Harzen, wie z. B. Kunststoffbehältern oder Polyvinylchlorid oder
radioaktiver Materialien zu einem großen Problem. Herkömmlich werden die organischen
Abfälle durch Verbrennen entsorgt, wobei jedoch bei einem solchen Verarbeitungsverfahren
Probleme dahingehend entstehen, dass gefährliche Materialien, wie z. B. Dioxin,
Stickstoffoxide und dergleichen erzeugt werden und zur Rückgewinnung dieser gefährlichen
Materialien eine große Anlage erforderlich ist.
Darüber hinaus enthalten anorganische Abfälle auf dem Gebiet der Atomenergie
neben den radioaktiven Materialien ein großes Volumen an Natriumnitrat. Folglich
werden radioaktive Materialien mit Natriumnitrat als verfestigter Körper in einem
unter der Erde befindlichen Verarbeitungsbereich gelagert. Als Ergebnis einer aktuellen
Studie der Untergrundumgebung wird berichtet, dass der Untergrund einen niedrigen
Sauerstoffpartialdruck aufweist, wodurch es wahrscheinlich ist, dass Nitrat-Ionen
in Ammoniak umgewandelt werden. Deshalb wird darauf hingewiesen, dass eine Wahrscheinlichkeit
besteht, dass radioaktives Material wie Plutonium und dergleichen einen Komplex
mit Ammoniak bildet und aus dem verfestigten Körper ausgewaschen wird.
Kürzlich hat als Verfahren zur Zersetzung eines organischen Materials
ein Verfahren die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, bei dem Wasser mit hoher Temperatur
und hohem Druck (überkritisches Wasser) verwendet wird und bei dem der kritische
Punkt des Wassers (Temperatur: 374°C, Druck: 22,1 MPa) überschritten wird.
Der überkritische Zustand bezeichnet einen Zustand einer Substanz,
die bei einer Temperatur und einem Druck vorliegt, welche die kritische Temperatur
und den kritischen Druck überschreiten, bei denen es sich um physikalische Größen
handelt, die den einzelnen Verbindungen inhärent sind und eine Substanz in diesem
Zustand wird als überkritisches Fluid bezeichnet.
Es ist ein Verfahren bekannt, bei dem ein organisches Material und
ein Fluid, das Wasser und Sauerstoff enthält, gemischt werden, und das organische
Material bei einem überkritischen Zustand, der den kritischen Punkt von Wasser überschreitet,
oxidiert/zersetzt werden ("Verfahren zur Oxidation organischer Materialien in Wasser,
das den überkritischen Punkt überschreitet", Japanische Patentanmeldung Nr. Sho-56-68414,
eingetragen unter der Nummer 1551862). Das überkritische Wasser, dessen Eigenschaften
zwischen den Eigenschaften einer Flüssigkeit und eines Gases liegen und das mit
einem organischen Material und mit Sauerstoff in einem beliebigen Verhältnis gemischt
werden kann, kann das organische Material effektiv in kurzer Zeit zersetzen.
In dem überkritischen Zustand tritt jedoch ein Problem dahingehend
auf, dass die anorganischen Materialien, die in den organischen Abfällen enthalten
sind, auf der Oberfläche des Reaktors ausfallen, wodurch der Reaktor verstopft wird,
da die Löslichkeit anorganischer Materialien sehr klein ist. Da die Löslichkeit
der anorganischen Oxide besonders klein ist, ist es wahrscheinlich, dass solche
Schwierigkeiten verursacht werden.
Wenn beispielsweise die Abfälle eines Atomkraftwerks verarbeitet werden,
ist aufgrund des Ausfallens radioaktiver Materialien die Handhabung nicht einfach
und die Wartung der Abfallverarbeitungsvorrichtung ist sehr teuer.
Daher wird die Entwicklung eines Verfahrens und einer Vorrichtung
zur Zersetzung organischer Abfälle unter Nutzung des überkritischen Zustandes ohne
Ausfällen anorganischer Substanzen erwartet.
Ferner besteht dann, wenn Ammoniak in einem verfestigten Körper vorliegt,
wie es vorstehend beschrieben worden ist, eine Wahrscheinlichkeit, dass radioaktive
Materialien, wie z. B. Plutonium aus dem verfestigten Körper ausgewaschen werden.
Daher wird die Entwicklung eines Abfallverarbeitungsverfahrens und einer Vorrichtung
erwartet, die selbst dann, wenn die Abfälle, die nur anorganische Materialien umfassen,
verarbeitet werden, durch Umwandeln der Nitrat-Ionen oder der Nitratsalze in Stickstoff
einen Gehalt an Nitrat-Ionen in dem verfestigten Körper ausschließen können.
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dass die vorliegende Erfindung
gemacht wurde, um die Probleme der herkömmlichen Technologie zu lösen. Die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens und einer Vorrichtung,
die organische Abfälle oder anorganische Abfälle in einer kurzen Zeit effektiv zersetzen
können.
In einem ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Abfallverarbeitungsverfahren
bereit, das einen Schritt des Zersetzens der gesamten oder nahezu der gesamten organischen
Substanz, die in organischen Abfällen enthalten ist, zu Produkten mit niedrigerem
Molekulargewicht, und zwar durch Halten der organischen Abfälle in einem Medium,
das sich in einem überkritischen Zustand befindet, und in Abwesenheit eines Oxidationsmittels
für einen vorbestimmten Zeitraum, und einen Schritt des Oxidierens und Zersetzens
der Produkte mit niedrigerem Molekulargewicht zu Kohlendioxid (CO2) und/oder
Wasser (H2O) umfasst, und zwar durch Halten eines Gemischs
eines Oxidationsmittels und der Produkte mit niedrigerem Molekulargewicht in dem
Medium, das sich in einem überkritischen Zustand befindet, für einen vorbestimmten
Zeitraum.
Gemäß diesem Verfahren wird nach der Zersetzung einer organischen
Substanz in Produkte mit niedrigerem Molekulargewicht in überkritischem Wasser in
Abwesenheit eines Oxidationsmittels die organische Substanz durch Zugabe des Oxidationsmittels
zu unterkritischem Wasser oxidiert und zersetzt, in dem die anorganischen Substanzen
kaum ausfallen. Daher kann die organische Substanz effektiv zersetzt werden und
es wird verhindert, dass die anorganische Substanz ausfällt.
Nicht beschränkende Beispiele der organischen Abfälle sind Papier,
Abfälle, Aktivkohle, Asphalt und verschiedene Arten von Harzen. Die organischen
Abfälle können Nitrat, Sulfat, Chlorid, Phosphat, Silikat oder Gemische davon enthalten.
Die organischen Abfälle können unlösliche Materialien, wie z. B. Sand,
Kies, Kieselsteine und dergleichen umfassen.
Ferner enthalten einige der Harze, wie z. B. Polyethylen, Polypropylen,
PET-Harz und verschiedene Arten von Ionenaustauscherharzen keinen anorganischen
Zusatz oder organischen Zusatz und andere Harze, wie z. B. Polyvinylchlorid, Silikon,
faserverstärkter Kunststoff (FRP) und der gleichen enthalten einen anorganischen
Zusatz und/oder einen Organome tallsalzzusatz.
Beispiele für die anorganischen Zusätze sind Stabilisatoren, wie z.
B. Bleisalze oder Zinnsalze, Füllstoffe, wie z. B. CaCO3 oder SiO2,
Flammverzögerungsmittel, wie z. B. Al2(OH)3, Sb2O3,
MgO und Kohlenstoff zur Verleihung einer Leitfähigkeit oder zur Verstärkung. Bleistearat
ist ein Beispiel des Organometallsalzzusatzes.
Wenn die organischen Abfälle eine große Menge an Verunreinigungen,
anorganischen Zusätzen oder Organometallsalzzusätzen enthalten, dann wird die Menge
der Abfälle, die pro Zeiteinheit verarbeitet wird, vorzugsweise reduziert, so dass
ein Ausfallen der anorganischen Substanzen verhindert wird.
Vorzugsweise umfasst das Verfahren den Schritt des Abtrennens unlöslicher
Verunreinigungen, die in den organischen Abfällen enthalten sind, und zwar vor der
Oxidation und Zersetzung der Produkte mit niedrigerem Molekulargewicht zu Kohlendioxid
(CO2) und/oder Wasser (H2O).
Gemäß dieses bevorzugten Verfahrens kann die organische Substanz selbst
dann effektiv zersetzt werden, wenn die vorstehend beschriebenen organischen Abfälle
eine große Menge unlöslicher Verunreinigungen, anorganischer Zusätze oder Organometallsalzzusätze
enthalten, während ein Ausfallen der anorganischen Substanz in dem unterkritischen
Medium verhindert werden kann, da die ausgefallenen unlöslichen Verunreinigungen
nach der überkritischen Verarbeitung entfernt und anschließend die organische Substanz
durch die Zugabe eines Oxidationsmittels in unterkritischem Wasser oxidiert und
zersetzt wird. Daher muss die Verarbeitungsmenge nicht reduziert werden.
In diesen Abfallverarbeitungsverfahren ist es bevorzugt, die Wasserstoffionenkonzentration
des Mediums auf 10-4 mol oder mehr pro 1 kg des Mediums einzustellen.
Die Löslichkeit der anorganischen Substanz wird dadurch verbessert, was das Ausfallen
der anorganischen Substanz weiter vermindert.
Als Medium kann vorzugsweise Wasser, Kohlendioxid, ein Kohlenwasserstoff
oder Gemische davon verwendet werden.
Im Allgemeinen können Substanzen, die bei Raumtemperatur und Atmosphärendruck
in der Gasphase oder der flüssigen Phase vorliegen, in einem Medium im überkritischen
Zustand in einem beliebigen Verhältnis gleichförmig gemischt werden. Ferner kann
in dem überkritischen Medium verglichen mit einem flüssigen Medium eine höhere Massenüberführungsgeschwindigkeit
erwartet werden. Daher kann als überkritisches Medium der vorliegenden Erfindung
unter Berücksichtigung des verarbeiteten Gegenstandes Wasser, Kohlendioxid und Kohlenwasserstoffe
verwendet werden, die alle die vorstehend beschriebenen Eigenschaften aufweisen.
Darüber hinaus kann durch Mischen dieser Medien deren kritischer Punkt verändert
werden.
Als Oxidationsmittel wird zumindest die stöchiometrische Menge von
Sauerstoff, Luft, Wasserstoffperoxid, Ozon oder Gemischen davon verwendet, die zur
vollständigen Oxidation der organischen Abfälle erforderlich ist. Das 1,2- bis 10-fache
der stöchiometrischen Menge ist mehr bevorzugt.
Zur Einstellung der Wasserstoffionenkonzentration wird vorzugsweise
eine anorganische Säure verwendet und insbesondere Schwefelsäure oder Chlorwasserstoffsäure.
Beispielsweise wird jedoch eine Säure (z. B. Salpetersäure), die bei einer hohen
Temperatur pyrolysiert, zweckmäßig nicht verwendet.
Der zweite Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt eine Abfallverarbeitungsvorrichtung
bereit, die einen Zersetzungsreaktor zum Zersetzen der gesamten oder nahezu der
gesamten organischen Substanz in organischen Abfällen zu Produkten mit niedrigerem
Molekulargewicht in einem überkritischen Medium in Abwesenheit eines Oxidationsmittels,
wobei der Zersetzungsreaktor eine Zuführungseinrichtung für organischen Abfall,
eine Zuführungseinrichtung für das Medium und eine Einrichtung zur Bildung eines
überkritischen Zustands in dem Reaktor bereitstellt, wobei der Zersetzungsreaktor
keine Einrichtung zur Zuführung eines Oxidationsmittels aufweist, einen Oxidationsreaktor
zum Oxidieren und Zersetzen des organischen Produkts mit niedrigerem Molekulargewicht
zu einem Fluid, das Kohlendioxid und/oder Wasser in einem unterkritischen Zustand
enthält, wobei der Oxidationsreaktor eine Einrichtung zum Zuführen der Produkte
mit niedrigerem Molekulargewicht, die in dem Zersetzungsreaktor
erzeugt worden sind, eine Zuführungseinrichtung für ein Oxidationsmittel und eine
Einrichtung zur Bildung des unterkritischen Zustands in dem zweiten Reaktor bereitstellt,
und eine Rückgewinnungseinrichtung zum Rückgewinnen des in dem zweiten Reaktor erzeugten
Fluids umfasst, wobei die Rückgewinnungseinrichtung eine Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
zum Trennen des Fluids in ein Gas und eine Flüssigkeit, eine Gasverarbeitungseinrichtung
zum Verarbeiten des Gases und eine Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung zum Verarbeiten
der Flüssigkeit umfasst, wobei die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung ferner eine
Verfestigungseinrichtung (46) zum Verfestigen der Flüssigkeit/des Schlamms
umfasst.
Die vorstehend genannte Verarbeitungsvorrichtung kann mit einer Zuführungsvorrichtung
für neutrale Salze ausgestattet sein, die dem Medium, dass dem Reaktor zugeführt
werden soll, ein neutrales Salz zusetzt.
Der Reaktor kann mit einer Einrichtung zum Einstrahlen ultravioletter
Strahlen oder von Bestrahlungs- bzw. Radialstrahlen auf den Reaktorinhalt ausgestattet
sein.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung kann mit einer Neutralisierungseinrichtung
zum Neutralisieren einer in der Flüssigkeit enthaltenen Säure ausgestattet sein.
Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung ferner eine Einstelleinrichtung
zum Einstellen der Wasserstoffkonzentration in dem Zersetzungsreaktor (wenn sowohl
ein Zersetzungs- als auch ein Oxidationsreaktor bereitgestellt ist) oder dem Reaktor
für die Vorrichtung gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung. Die Einstelleinrichtung
kann derart gestaltet sein, dass ein Medium durch die Zugabe einer anorganischen
Säure auf eine vorbestimmte Wasserstoffionenkonzentration eingestellt und dem Reaktor
zugeführt wird.
Die Einstelleinrichtung kann so gestaltet sein, dass sie eine Säurezuführungseinrichtung
zum Zuführen einer anorganischen Säure zu dem Reaktor, eine Wasserstoffionenkonzentrationsmesseinrichtung
zum Messen der Wasserstoffionenkonzentration in dem Reaktor und eine Steuereinrichtung
zum Zuführen einer berechneten Menge der anorganischen Säure von der Säurezuführungseinrichtung
zu dem Reaktor auf der Basis eines Signals von der Wasserstoffionenkonzentrationsmesseinrichtung
aufweist.
Es ist bevorzugt, dass als anorganische Säure mindestens eine Säure
verwendet wird, die aus Schwefelsäure und Chlorwasserstoffsäure ausgewählt ist.
Durch die Bereitstellung einer Oxidationsmittelzuführungseinrichtung
zum Zuführen eines Oxidationsmittels zu dem Reaktor kann die Einstelleinrichtung
derart gestaltet werden, dass die Wasserstoffionenkonzentration gemäß den Arten
der organischen Abfälle oder der anorganischen Abfälle und der Zuführungsmenge des
Oxidationsmittels eingestellt wird. Die verschiedenen Arten der Abfälle können dadurch
mit einer hervorragenden Effizienz verarbeitet werden.
Die erfindungsgemäße Abfallverarbeitungsvorrichtung für den Reaktor
kann mit einer Abtrenneinrichtung zur Abtrennung unlöslicher Verunreinigungen ausgestattet
werden, die in den organischen Abfällen oder in den anorganischen Abfällen enthalten
sind.
Es ist bevorzugt, eine Einrichtung zum Erfassen eines Zustandes eines
Mediums in dem Reaktor bereitzustellen, um richtig bewerten zu können, ob das Medium
in dem Reaktor im überkritischen Zustand vorliegt oder nicht, so dass die Abfälle
unter den optimalen Bedingungen verarbeitet werden. Wenn in dem Reaktor zum Beispiel
eine Einrichtung zum Messen der Temperatur und des Drucks angeordnet ist, dann kann
der Zustand des Mediums erfasst werden. Anstelle des direkten Messens der Temperatur
und des Drucks innerhalb des Reaktors können die Temperatur und der Druck eines
Gemisches des Mediums und der Abfälle vor der Zuführung zu dem Reaktor gemessen
werden.
Für die Zuführungseinrichtung für die organischen Abfälle oder die
anorganischen Abfälle und für die Mediumzuführungseinrichtung kann eine Druckbeaufschlagungseinrichtung
zum Beaufschlagen der organischen Abfälle oder der anorganischen Abfälle und des
Mediums mit Druck sowie eine Vorheizeinrichtung zum Vorheizen der organischen Abfälle
oder der anorganischen Abfälle bereitgestellt werden. Für die Rückgewinnungseinrichtung
kann eine Druckverminderungseinrichtung zur Dekomprimierung des in dem Reaktor erzeugten
Fluids und eine Kühleinrichtung zum Kühlen desselben bereitgestellt werden. Wenn
eine Säurezuführungseinrichtung oder eine Oxidationsmittelzuführungseinrichtung
vorliegen, dann kann eine Druckbeaufschlagungseinrichtung zum Beaufschlagen der
Säure oder des Oxidationsmittels mit Druck und eine Vorheizeinrichtung zum Vorheizen
derselben angeordnet sein. Bei einem solchen Aufbau kann die Verarbeitung effizient
verbessert werden, da die Abfälle und dergleichen kontinuierlich zugeführt/rückgewonnen
und verarbeitet werden können.
Als Oxidationsmittel wird vorzugsweise das 1-fache oder mehr, vorzugsweise
das 1,2- bis 10-fache der stöchiometrischen Menge von Sauerstoff, Luft, Wasserstoffperoxid
oder deren Gemischen verwendet, die zur vollständigen Oxidation der organischen
Abfälle oder der anorganischen Abfälle erforderlich ist.
Vorzugsweise kann eine Abdeckeinrichtung zur Abdeckung mindestens
eines Teils der Zuführungseinrichtung für den organischen Abfall oder den anorganischen
Abfall angeordnet sein. Beispielsweise kann mindestens ein Teil der organischen
Abfälle oder der anorganischen Abfälle vorzugsweise in einem Handschuhkasten oder
einem Abzug angeordnet sein.
Die Abdeckungseinrichtung ist vorzugsweise explosionsfest.
Die Rückgewinnungseinrichtung umfasst eine Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung,
eine Gasverarbeitungseinrichtung und eine Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung.
Es ist ferner bevorzugt, dass die Gasverarbeitungseinrichtung einen
Filter umfasst, der eine feste Komponente, ein radioaktives Material oder eine gefährliche
Substanz in dem Gas entfernt, sowie einen Wäscher, der ein radioaktives Material
oder eine gefährliche Substanz in der Flüssigkeit zurückgewinnt.
Ferner wird als Lösung, die in dem Wäscher verwendet wird, mindestens
eine Substanz eingesetzt, die aus Wasser, einer alkalischen Lösung, die Natriumhydroxid
enthält oder Wasser, das ein Reduktionsmittel enthält, ausgewählt ist.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung umfasst vorzugsweise eine
Einrichtung zur Entnahme einer Flüssigkeitsprobe und zur Analyse der Flüssigkeit.
Es ist bevorzugt, dass die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung eine
Einrichtung zum Rühren der Flüssigkeit aufweist.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung umfasst vorzugsweise eine
Einrichtung zum Kühlen der Flüssigkeit.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung umfasst vorzugsweise eine
Einrichtung zum Aggregieren und Ausfällen anorganischer Ionen in der Flüssigkeit.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung weist vorzugsweise eine Einrichtung
zum Sammeln einer festen Komponente in der Flüssigkeit auf.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung weist vorzugsweise eine Ionenaustauschereinrichtung
zum Entfernen einer in der Flüssigkeit enthaltenen ionischen Komponente auf.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung weist vorzugsweise eine Extraktions/Rückgewinnungseinrichtung
zum Extrahieren/Rückgewinnen anorganischer Ionen in der Flüssigkeit auf, und zwar
durch Ermöglichen, dass die Flüssigkeit mit einem Extraktionsmittel in Kontakt ist.
Als Extraktionsmittel wird vorzugsweise mindestens eine Substanz eingesetzt,
die aus einer neutralen Organophosphorverbindung oder einer sauren Organophosphorverbindung
ausgewählt ist.
Als Verdünnungsmittel für das Extraktionsmittel wird vorzugsweise
Kohlendioxid verwendet.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung umfasst vorzugsweise eine
Trocknungseinrichtung zum Trocknen von Flüssigkeit/Schlamm.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung umfasst eine Verfestigungseinrichtung
zum Verfestigen von Flüssigkeit/Schlamm.
Es ist bevorzugt, dass die Verfestigungseinrichtung in einem Behälter
ein Gemisch aus einer Flüssigkeit, einem Schlamm, oder einem Gemisch davon und einem
Verfestigungsmittel verfestigt.
Erfindungsgemäß kann bei der Verarbeitung organischer Abfälle oder
anorganischer Abfälle unter Verwendung eines Mediums im überkritischen Zustand die
Ausfällung anorganischer Substanzen, die in den organischen Abfällen oder den anorganischen
Abfällen enthalten sind, effektiv verhindert werden. Daher kann ein großes Abfallvolumen
effektiv verarbeitet werden und der Konstruktionsaufwand für die Ausrüstung oder
die Betriebskosten können drastisch vermindert werden.
1 ist ein Fließdiagramm, das ein erfindungsgemäßes
Abfallverarbeitungsverfahren der Ausführungsform 1 zeigt;
2 ist ein Fließdiagramm, das ein herkömmliches
Abfallverarbeitungsverfahren zeigt;
3 ist eine Kurve, welche die Löslichkeit
von Bleioxid im überkritischen und im unterkritischen Zustand zeigt;
4 ist eine Kurve, welche die Änderungen
in dem Ionenprodukt von Wasser zeigt, wenn die Temperatur und der Druck variiert
werden;
5 ist eine Kurve, welche die Ausfällung
(%) von Cer zeigt, wenn die Menge des Oxidationsmittels variiert wird;
6 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 2 zeigt;
7 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abtrenneinrichtung zeigt, die am unteren Teil eines Reaktors angeordnet ist;
8 ist eine Kurve, welche die kritischen
Kurven von Gemischen aus Wasser und Kohlenwasserstoffen zeigt;
9 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung des Beispiels 2 zeigt, welche für das Verständnis
der Erfindung nützlich ist;
10 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 3 zeigt;
11 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung von Beispiel 3 zeigt, die für das Verständnis
der Erfindung nützlich ist;
12 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 4 zeigt;
13 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Rückgewinnungsvorrichtung für alpha-Strahlen-abgebende Radionuklide der Ausführungsform
4 zeigt;
14 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 5 zeigt;
15 ist ein Graph, der ein Phasendiagramm
von Wasser zeigt;
16 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 6 zeigt;
17 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 7 zeigt;
18 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 8 zeigt;
19 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 9 zeigt;
20 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 10
zeigt;
21 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 11
zeigt;
22 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 12
zeigt;
23 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 13
zeigt;
24 ist ein schematisches Diagramm, das
einen Teil einer Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 14
zeigt;
25 ist ein Diagramm, welches das Verteilungsverhältnis
von Aktinoiden in einem System aus 30% TBP-Salpetersäure zeigt; und
26 ist ein Diagramm, welches das Verteilungsverhältnis
von Aktinoiden in einem System aus HDEHP-Salpetersäure zeigt.
Verschiedene andere Aufgaben, Vorteile und Merkmale der vorliegenden
Erfindung werden aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung deutlich und die
neuen Merkmale werden insbesondere in den beigefügten Ansprüchen dargestellt.
In den folgenden Ausführungsformen oder der folgenden Beschreibung
der Ausführungsformen werden die gleichen Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
bezeichnet, wodurch eine mehrfache Beschreibung ausgeschlossen wird.
Ausführungsform 1
1 ist ein Fließdiagramm, das ein Abfallverarbeitungsverfahren
der Ausführungsform 1 der vorliegenden Erfindung zeigt. 2
ist ein Fließdiagramm, das ein herkömmliches Abfallverarbeitungsverfahren zeigt.
Wie es in 2 gezeigt ist, wird gemäß dem
herkömmlichen Verfahren in einem Schritt zur Herstellung eines überkritischen Mediums
1 Wasser, bei dem es sich um das Medium handelt, überkritisch gemacht.
In einem Mischschritt 2 werden dem Wasser im überkritischen Zustand organische
Abfälle, die Sulfat umfassen, zugesetzt. Das so erhaltene Gemisch wird in einem
Zersetzungsschritt 6 zusammen mit einem Oxidationsmittel für einen vorbestimmten
Zeitraum bei hoher Temperatur und hohem Druck gehalten, welche den kritischen Punkt
des Wassers überschreiten. Die Sulfat umfassenden organischen Abfälle werden in
dem überkritischen Wasser oxidiert und zersetzt.
Das so erzeugte Zersetzungsgas und die Zersetzungsflüssigkeit und
die anorganischen Substanzen, wie z. B. Sulfat, die in den organischen Abfällen
enthalten sind, werden zu einem Rückgewinnungsschritt 5 überführt, und
z. B. nach der Rückgewinnung eines gefährlichen Materials einer Verfestigungsverarbeitung
unterworfen.
Gemäß dem Verfahren der Ausführungsform 1 wird das Wasser
als Medium in dem Schritt zur Herstellung des überkritischen Mediums 1
zu einem überkritischen Zustand erhitzt und mit Druck beaufschlagt. In dem Mischschritt
2 werden dem so erhaltenen überkritischen Wasser organische Abfälle zugesetzt,
die Sulfat umfassen. Anstelle des Mischens des überkritischen Mediums mit organischen
Abfällen kann das Medium nach dem Mischen des Mediums und der organischen Abfälle
durch Erhitzen und Beaufschlagen mit Druck überkritisch gemacht werden.
In einem Teilzersetzungsschritt 3 wird das so erhaltene Gemisch,
das kein Oxidationsmittel enthält, für einen vorbestimmten Zeitraum in dem überkritischen
Wasser gehalten, wodurch die gesamten oder nahezu die gesamten organischen Materialien,
die in den Sulfat enthaltenden organischen Abfällen enthalten sind, zu Produkten
mit niedrigerem Molekulargewicht zersetzt werden.
Anschließend werden die in dem Schritt 3 erzeugten Produkte mit niedrigerem
Molekulargewicht in einem Zersetzungs/Oxidationsschritt 4 mit einem Oxidationsmittel
gemischt und für einen vorbestimmten Zeitraum bei einem unterkritischen Zustand
gehalten.
Das so erzeugte Zersetzungsgas und die Zersetzungsflüssigkeit und
das anorganische Material (Ionen) wie z. B. das Sulfat, das in den organischen Abfällen
enthalten ist, werden zu dem Rückgewinnungsschritt 5 überführt und nach
der Rückgewinnung der gefährlichen Materialien z. B. einer Verfestigungsverarbeitung
unterworfen.
Bei dem herkömmlichen Verfahren können die in den organischen Abfällen
enthaltenen organischen Materialien effektiv durch Oxidation zersetzt werden. Wenn
in den organischen Abfällen jedoch anorganische Materialien vorliegen, dann bilden
die anorganischen Materialien in dem überkritischen Zustand verglichen mit dem unterkritischen
Zustand leichter Oxide und fallen aus.
Nachstehend wird eine Erläuterung mit Blei als Beispiel angegeben.
3 ist ein Graph, der die Löslichkeit von Bleioxid unter
überkritischen und unterkritischen Bedingungen zeigt (Chemical Engineering Society,
63rd Annual Meeting, Tohoku University, Engineering Faculty, Sue et al. "Löslichkeitsmessung
von Metalloxiden in unterkritischem und überkritischem Wasser"). Die Löslichkeit
von Bleioxid in einem überkritischen Bereich von 374°C oder mehr ist niedrig.
Beispielsweise beträgt die Löslichkeit bei 450°C 0,5 × 10-3
mol/kg oder mehr. In einem unterkritischen Bereich steigt die Löslichkeit jedoch
auf 0,5 × 10-2 mol/kg an, d.h. etwa auf das 10-fache des Werts
des überkritischen Bereichs. Die Löslichkeit neigt bei gleichzeitigem Vorliegen
von Sauerstoff zur Abnahme.
Wenn daher organische Abfälle, die einen anorganischen Zusatz oder
einen Organometallsalzzusatz umfassen, wie bei dem herkömmlichen Fall in Gegenwart
eines Oxidationsmittels in einem überkritischen Zustand verarbeitet werden, dann
fallen die anorganischen Materialien, die in dem anorganischen Zusatz oder dem Organometallsalzzusatz
enthalten sind, als Oxide aus.
Da in dem Teilzersetzungsschritt 3 kein Oxidationsmittel
vorliegt, werden in dieser Ausführungsform die anorganischen Materialien, wie z.
B. Sulfat, die in den organischen Abfällen enthalten sind, nicht oxidiert, und dadurch
werden die anorganischen Oxide vor einem Ausfällen bewahrt.
Danach können die organischen Materialien durch die Zugabe eines Oxidationsmittels
in einem unterkritischen Zustand effektiv oxidiert und zersetzt werden (Schritt
4).
Wenn die organischen Materialien in dem überkritischen Wasser vor
der Oxidation durch Zugeben eines Oxidationsmittels reagieren gelassen werden, werden
Bindungen mit einer geringen Bindungsenergie in den organischen Materialien selektiv
pyrolysiert oder hydrolysiert, so dass die organischen Materialien mit hohem Molekulargewicht
zu Produkten mit niedrigerem Molekulargewicht zersetzt werden. Anschließend wird
den organischen Materialien, die zu Produkten mit niedrigerem Molekulargewicht überführt
worden sind, in einem unterkritischen Zustand ein Oxidationsmittel zugesetzt. In
einem solchen Fall reagieren die organischen Materialien aufgrund ihres niedrigeren
Molekulargewichts schnell mit Sauerstoff, wodurch der für die Oxidation erforderliche
Zeitraum stark vermindert wird.
Daher können durch Halten der organischen Abfälle in einem unterkritischen
Zustand für einen vorbestimmten Zeitraum nach dem Halten der organischen Abfälle
in einem überkritischen Zustand für einen vorbestimmten Zeitraum effektiv zersetzt
und oxidiert werden, während das Ausfällen der anorganischen Materialien verhindert
wird.
Obwohl in der Ausführungsform 1 Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel
verwendet wird, können stattdessen auch andere Materialien verwendet werden, wie
z. B. Sauerstoff, Luft, Ozon oder Gemische davon.
Die organischen Materialien werden im Allgemeinen zersetzt, wenn sie
mit Radikalen reagieren. Das Hydroxy-Radikal (·OH: nachstehend als OH-Radikal
bezeichnet) ist gegenüber den organischen Materialien besonders aktiv. Das OH-Radikal
weist das in Gleichung I in einer sauren Lösung bei 25°C gezeigte Oxidations-Reduktionspotential
auf und wird als Oxidationsmittel verwendet, das stärker ist als Ozon.
OH· + H+ + e- → H2O 2,85V gegen
NHE (1)
Um organische Materialien effektiv zu zersetzen, wird die Erzeugung der OH-Radikale
daher zu einem wichtigen Schlüsselmerkmal.
Wenn Wasser in einem überkritischen Zustand und Sauerstoff reagieren,
dann werden das OH-Radikal und das Hydroperoxid-Radikal (·O OH) erzeugt,
wie es in Gleichung II gezeigt ist.
H2O + O2 → HO2· + OH·
(11)
Gemäß dem Bericht von Baulch et al. beträgt die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante
der Gleichung II bei 500°C lediglich 10-10,5 mol/s
(Sauerstoff: 0,00631 mol, Wasser: 6,31 mol). Ferner reagiert das Hydroperoxid-Radikal
wie es in Gleichung III gezeigt ist, wobei Wasserstoffperoxid und Sauerstoff erzeugt
werden, und das resultierende Wasserstoffperoxid wird weiter unter Erzeugung des
OH-Radikals gemäß Gleichung IV zersetzt.
HO2· + HO2· → H2O2
+ O2(III)H2O2 → 2 OH· (IV)
Im Allgemeinen ist die Reaktion zwischen den Radikalen selbst schnell,
wobei die Zersetzungsreaktion des Wasserstoffperoxids bei einer Temperatur von 100°C
oder mehr leicht stattfindet. Folglich ist die Reaktionsgeschwindigkeit der Gleichungen
III und IV hoch.
Wenn in dem überkritischen Wasser eine organische Substanz in Gegenwart
von Sauerstoff zersetzt wird, dann wird die Reaktion der Gleichung II zu dem geschwindigkeitsbestimmenden
Schritt. Wenn das OH-Radikal daher direkt durch Zugabe von Wasserstoffperoxid erzeugt
wird, kann die Zersetzungsreaktion der organischen Substanz effektiv stattfinden.
Nachstehend wurde Polyethylen gemäß dem Verfahren der Ausführungsform
1 zersetzt.
Einem Reaktor (5,6 ml) wurden 10 mg Polyethylen, an dem 2 mg Ce in
Form von Cersulfat anhafteten, und 2 ml Wasser zugesetzt und es wurde eine Umsetzung
bei einer Temperatur von 400°C und einem Druck von 30 MPa für 30 Minuten durchgeführt.
Nach der Rückführung des Systems auf Raumtemperatur und Atmosphärendruck
waren 99 % oder mehr des Polyethylens, das ursprünglich als Feststoff vorlag, zu
Alkanen und Alkenen (C = 1 bis 30) zersetzt worden und lagen in der Gasphase oder
der flüssigen Phase vor.
Dem Reaktionsprodukt wurden 0,3 g Wasserstoffperoxid und 1,6 g Wasser
(insgesamt 3,6 g) zugesetzt und 30 Minuten bei einer Temperatur von 350°C und
einem Druck von 30 MPa gehalten. Nach der Umsetzung wurde das System auf Raumtemperatur
und Atmosphärendruck zurückgeführt und anschließend wurde der Gehalt an organischem
Kohlenstoff in der Gasphase und der flüssigen Phase gemessen, wobei sich zeigte,
das 99% oder mehr der organischen Materialien zu CO2 und H2O
oxidiert und zersetzt worden waren.
Die Zersetzungsflüssigkeit wurde filtriert und der Cergehalt in dem
Filtrat wurde mittels ICP (induktiv gekoppelte Plasmaspektroskopie) gemessen. Ferner
wurde nach dem Auflösen des Filters in einer Säure der Cergehalt unter Verwendung
von ICP in der gleichen Weise wie vorstehend gemessen, wobei kein Niederschlag gefunden
wurde. Folglich lag das gesamte Cer in Form von Ionen vor, und war nicht als Oxid
ausgefallen.
Zum Vergleich wurde Polyethylen in Gegenwart eines Oxidationsmittels
in herkömmlicher Weise in dem überkritischen Wasser zersetzt.
10 mg Polyethylen, an dem 2 mg Ce in Form von Cersulfat anhafteten,
2 ml Wasser und 0,3 g Wasserstoffperoxid wurden einem Reaktor (5,6 ml) zugesetzt,
und das resultierende Gemisch wurde 30 Minuten bei einer Temperatur von 400°C
unter einem Druck von 30 MPa reagieren gelassen.
Als Ergebnis wurden 99% oder mehr des Polyethylens zu Kohlendioxid
und Wasser oxidiert und zersetzt. Die Hälfte des Cers fiel als Oxid aus.
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, das gemäß dem Verfahren der
Ausführungsform 1 die organischen Abfälle ohne Ausfällen der anorganischen Materialien
effektiv zersetzt wurden.
Beispiel 1 das für das Verständnis der Erfindung nützlich
ist
Gemäß dem Verfahren des ersten Beispiels, das für das Verständnis
der Erfindung nützlich ist, wird in dem herkömmlichen Schritt zur Herstellung des
überkritischen Mediums 1, der in 2 gezeigt
ist, Wasser, dem eine anorganische Säure zugesetzt worden ist, um die Wasserstoffionenkonzentration
auf 10-4 mol/kg oder mehr einzustellen, überkritisch gemacht und als
überkritisches Medium in dem nachfolgenden Schritt verwendet.
Gemäß Smith et al. wird ein metallisches Element in einer Salpetersäure-Abfallflüssigkeit
und bei hoher Temperatur und einem hohen Druck gemäß Gleichung V hydrolysiert und
danach gemäß Gleichung VI pyrolysiert, wodurch es schließlich in das Oxid umgewandelt
wird.
Da die gemäß Gleichung V erzeugte Salpetersäure unter Erzeugung von
NOx-Gas und Sauerstoff pyrolysiert wird, wird das Oxid leicht gebildet.
M(NO3)n + n H2O → M(OH)n +
n HNO3(V)M(OH)n → MOm(VI)
Um eine solche Hydrolyse zu verhindern, muss das Gleichgewicht der
Gleichung V auch durch den Zusatz einer Säure auf die linke Seite verschoben werden.
Die Wasserstoffionenkonzentration des Wassers steht in einem engen
Zusammenhang mit dem Ionenprodukt des Wassers. In 4
ist das Ionenprodukt des Wassers mit der Temperatur und dem Druck als Variablen
gezeigt.
Beispielsweise hat das Ionenprodukt des Wassers bei einem Druck von
25 MPa bei etwa 300°C den größten Wert von 10-11 (mol/kg)2.
Daher beträgt die Wasserstoffionenkonzentration des überkritischen Wassers ohne
gleichzeitiges Vorliegen einer Säure und dergleichen 3,3 × 10-6
mol/kg. Ferner wird unter den Bedingungen des überkritischen Wassers bei 374°C
oder mehr das Ionenprodukt des Wassers kleiner als 10-11 (mol/kg)2,
und beträgt insbesondere bei 600°C 10-24 (mol/kg)2. Daher
erreicht die Wasserstoffionenkonzentration bei 600°C einen extrem kleinen Wert
von 10-12 mol/kg verglichen mit der Wasserstoffionenkonzentration bei
300°C.
In dem herkömmlichen Fall der Zersetzung der organischen Materialien
mit dem überkritischen Wasser sind Bedingungen einer hohen Temperatur und eines
relativ niedrigen Drucks (z. B. 600°C, 25 MPa) bevorzugt. Wenn daher die organischen
Materialien, die anorganische Materialien umfassen, nur mit Wasser bei einer hohen
Temperatur reagieren gelassen werden, wird die Wasserstoffionenkonzentration in
dem Reaktor extrem klein, das Gleichgewicht der Gleichung V wird auf die rechte
Seite verschoben, was zu einer Ausfällung der anorganischen Materialien als Oxide
führt.
Um die Ionenkonzentration in dem überkritischen Wasser zu erhöhen,
muss das Ionenprodukt zunehmen. Wie es in 4 gezeigt
ist, neigt das Ionenprodukt mit steigendem Druck zu einer Zunahme. Der tatsächlich
anwendbare Druck liegt jedoch bei 50 MPa oder weniger.
Beispielsweise beträgt das Ionenprodukt bei 350°C und 50 MPa 10-12
(mol/kg)2, das verglichen mit dem Ionenprodukt bei Raumtemperatur und
Atmosphärendruck 10-14 (mol/kg)2 100 mal größer ist. Die Wasserstoffionenkonzentration
liegt jedoch bei einem Wert von 10-6 mol/kg. Es ist folglich unmöglich,
durch Auswahl der Temperatur und des Drucks die Wasserstoffionenkonzentration in
dem überkritischen Wasser stark zu erhöhen. Daher wird in dieser Ausführungsform
die Wasserstoffionenkonzentration durch die Zugabe einer Säure zu dem überkritischen
Wasser eingestellt, um so die Ausfällung von Oxiden zu verhindern.
Mit dem Verfahren dieses Beispiels, das zum Verständnis der Erfindung
nützlich ist, wurden die Bedingungen zur Verhinderung einer Ausfällung des Oxids
durch die Zugabe einer Säure zu dem überkritischen Wasser untersucht.
Um die Wasserstoffionenkonzentration des Wassers auf 10-4
mol/kg einzustellen, wurden dem Wasser 5 × 10-5 mol/kg Schwefelsäure
zugesetzt.
Das so erhaltene Medium und Cernitrat (1 mg bezogen auf Cer) wurden
gemischt und 30 Minuten bei 400°C, 25 MPa reagieren gelassen. Nach der Umsetzung
wurde das System auf Raumtemperatur und Atmosphärendruck zurückgeführt und anschließend
wurde die Zersetzungsflüssigkeit filtriert. Der Cergehalt in dem Filtrat wurde mittels
ICP gemessen. Ferner wurde das Filtrierpapier in einer Säure gelöst und der Cergehalt
wurde entsprechend mit ICP gemessen, um das Vorliegen des Niederschlags zu bewerten.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.
Ferner sind als herkömmliche Beispiele das Ergebnis, das durch Verwenden
nur von Wasser, das keine Schwefelsäure enthält, als Medium und das Ergebnis angegeben,
das durch Verwenden eines Mediums erhalten wird, das mit 5 × 10-6
mol Schwefelsäure, nämlich 5 × 10-5 mol als Wasserstoffionenkonzentration
pro 1 kg Wasser.
Wie es aus Tabelle 1 ersichtlich ist, wird im Gegensatz zu den herkömmlichen
Beispielen, bei denen 100% Cer als Ceroxid ausfiel, die Ausfällungsrate 0% und das
gesamte Cer verblieb in der flüssigen Phase in einem gelösten Zustand, wenn 5 ×
10-5 mol Schwefelsäure zugesetzt wurden. Wenn 5 × 10-6
mol Schwefelsäure zugesetzt werden, fallen 70% des Cers aus.
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dass dann, wenn die Säure zur
Einstellung der Wasserstoffionenkonzentration auf 10-4 mol/kg zugesetzt
wurde, das Cer nicht ausfiel.
Tabelle 1
Ein anorganisches Material wird zum Oxid oxidiert, wenn Sauerstoff
vorliegt. In dem Verfahren dieses Beispiels wurden die Bedingungen untersucht, bei
denen ein organisches Material ohne die Ausfällung eines anorganischen Materials
zersetzt werden kann, und zwar selbst dann, wenn das Medium ein Oxidationsmittel
enthält.
5 zeigt die Ergebnisse, wenn Wasser,
Schwefelsäure und ein Oxidationsmittel Cernitrat (1 mg bezogen auf Cer) zugesetzt
wurden und anschließend bei 400°C und 30 MPa für 30 min umgesetzt wurde. Die
Ordinate gibt den prozentualen Anteil des ausgefallenen Cers an und die Abszisse
zeigt die Zugabemenge des Oxidationsmittels als Mehrfaches des stöchiometrischen
Werts.
1 kg Wasser wurden 5 × 10-3 mol Schwefelsäure zugesetzt.
Bei der Messung mittels ICP zeigte sich, dass sich der prozentuale Anteil der Cer-Ausfällung
mit steigender Oxidationsmittelzugabe erhöhte. Insbesondere dann, wenn das Oxidationsmittel
in einer Menge des 600-fachen (0,3 g Wasserstoffperoxid) des stöchiometrischen Werts
(unter der Annahme, dass sich Cer in Cerdioxid umwandelt) zugesetzt wurde, fielen
97% des Cers aus.
Wenn daher ein Oxidationsmittel vorliegt, muss die Menge der zugesetzten
Säure erhöht werden, wenn die Menge des Oxidationsmittels zunimmt.
In der Tabelle 2 sind die Ergebnisse gezeigt, die durch Zugeben des
4-fachen der stöchiometrischen Menge des Oxidationsmittels zu Cernitrat (1 mg bezogen
auf Cer) und Reagierenlassen des resultierenden Gemischs bei 400°C, 30 MPa für
30 Minuten erhalten werden. Wenn 5 × 10-2 mol/kg Schwefelsäure
dem Wasser zugesetzt wurden, dann betrug die Ausfällungsrate des Cers 0%.
Daher ist ersichtlich, das in Gegenwart eines Oxidationsmittels 5
× 10-2 mol Schwefelsäure (als Wasserstoffionenkonzentration; 10-1
mol) 1 kg Wasser zugesetzt werden müssen.
Tabelle 2
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dass selbst dann, wenn ein Oxidationsmittel
vorliegt, ein organisches Material ohne Ausfällung anorganischer Materialien zersetzt
werden kann, wenn eine Säure so zugesetzt wird, dass die Wasserstoffionenkonzentration
10-1 mol pro 1 kg des Mediums beträgt.
Ferner wurden in dem Verfahren dieses Beispiels Fälle untersucht,
bei denen Salze anorganischer Materialien, die von Nitrat verschieden waren, in
die organischen Abfälle einbezogen wurden.
Zur Herstellung der jeweiligen Proben wurde Cernitrat-, Sulfat-, Chlorid-,
Phosphat- und Oxid (1 mg bezogen auf Cer) und ein Oxidationsmittel in der 4-fachen
Menge des stöchiometrischen Werts zugesetzt. Als Medium wurde Wasser verwendet,
das 5 × 10-2 mol/kg Schwefelsäure enthielt. Jedes Gemisch des Mediums
und der Probe wurde 30 Minuten bei 400°C, 30 MPa umgesetzt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 gezeigt.
In den Fällen des Nitrats, Sulfats, Chlorids, und Phosphats wurde
durch Messung mittels ICP festgestellt, dass die Cer-Menge, die als Ionen in Wasser
vorlag, 100% betrug, wodurch die Ausfällungsrate des Cers bei 0% lag. Ferner wurden
50% des Oxids, das ursprünglich als Feststoff vorlag, in der Flüssigkeit gelöst,
was bedeutet, dass selbst dann ein Oxid in der flüssigen Phase rückgewonnen werden
kann, wenn die Menge des Oxids gering ist.
Tabelle 3
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, das gemäß diesem Beispiel das
organische Material ohne Ausfällen des anorganischen Materials nicht nur dann zersetzt
wird, wenn Nitrat enthalten ist, sondern auch dann, wenn Sulfat, Chlorid, Phosphat
oder Oxid enthalten ist.
Beispielsweise können bei der Verarbeitung organischer Abfälle, die
ein Oxid von Plutonium umfassen, mit dem Vefhahren dieses Beispiels die organischen
Abfälle (z .B. Gewebe, Handschuhe usw.), die mit Plutonium kontaminiert sind, zu
alphastrahlungsfreien Abfällen umgewandelt werden (d.h. die Abfälle umfassen nur
Elemente, die keine Alphastrahlen emittieren), da das Plutonium in Form von Ionen
in der Flüssigkeit zurückgewonnen werden kann. Dadurch können die Verarbeitungskosten
vermindert werden.
Ferner wird in dem Verfahren dieses Beispiels untersucht, ob organische
Abfälle ohne Ausfällen anorganischer Materialien verarbeitet werden können oder
nicht und zwar durch Ver-wendung von Schwefelsäure und Chlorwasserstoffsäure als
anorganische Säuren zum Einstellen der Wasserstoffionenkonzentration des Mediums.
Als Medien wurden 5 × 10-2 mol Schwefelsäure, 1 ×
10-1 mol Chlorwasserstoffsäure und 1 × 10-1 mol Salpetersäure
jeweils 1 kg Wasser zugesetzt. Cernitrat (1 mg bezogen auf Cer) und ein Oxidationsmittel
in der 4-fachen Menge des stöchiometrischen Werts wurden jedem Medium zugesetzt,
worauf 30 Minuten bei 400°C, 30 MPa umgesetzt wurde. Die Ergebnisse sind in
Tabelle 4 gezeigt.
Bei der Messung mittels ICP zeigte sich, dass Cer in dem Medium, das
Schwefelsäure enthielt und in dem Medium, das Chlorwasserstoffsäure enthielt, nicht
ausfiel.
In dem Medium, das Salpetersäure enthielt, wurden jedoch 100% des
Cers ausgefällt. Es wird angenommen, das aufgrund einer Pyrolyse bei einer hohen
Temperatur im Fall von Salpetersäure die Wasserstoffionenkonzentration 10-4
mol oder weniger pro 1 kg Wasser betrug, wodurch die Löslichkeit des anorganischen
Materials abnahm, was zu einer Ausfällung von Cer führte.
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dass dann, wenn Schwefelsäure
oder Chlorwasserstoffsäure als anorganische Säure verwendet wird, die organischen
Abfälle ohne Ausfällen anorganischer Materialien zersetzt werden.
Tabelle 4Ausführungsform 2
6 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung dieser Ausführungsform zeigt.
Eine Abfallverarbeitungsvorrichtung dieser Ausführungsform weist einen
Reaktor 11, der organische Abfälle in überkritischem Wasser verarbeitet,
eine Zuführungseinrichtung 12 für organischen Abfall, welche die organischen
Abfälle in den Reaktor 11 zuführt, eine Wasserzuführungseinrichtung
13, welche Wasser als Medium dem Reaktor 11 zuführt, einen Oxidationsreaktor
14, der die in dem Reaktor 11 erzeugten organischen Produkte mit
niedrigerem Molekulargewicht oxidiert und zersetzt, eine Oxidationsmittelzuführungseinrichtung
15, die dem Oxidationsreaktor 14 ein Oxidationsmittel zuführt
und eine Rückgewinnungsvorrichtung 30 auf, welche die Produkte von dem
Oxidationsreaktor 14 zurückgewinnt.
Die Rückgewinnungseinrichtung 30 weist eine Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
33, eine Gasverarbeitungseinrichtung 34 und eine Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
40 auf.
Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 40 weist eine Trocknungseinrichtung
bzw. einen Trockner 45, der Flüssigkeit/Schlamm trocknet und eine Vertestigungseinrichtung
46 auf, welche die Flüssigkeit/den Schlamm verfestigt.
In dieser Ausführungsform sind der Reaktor 11 und der Oxidationsreaktor
14 separat angeordnet und durch ein Rohr oder dergleichen miteinander verbunden,
so dass die in dem Reaktor 11 erzeugten Produkte in den Oxidationsreaktor
14 überführt werden. Der Reaktor 11 und der Oxidationsreaktor
14 können jedoch so gestaltet sein, dass es sich um einen Behälter handelt,
der durch eine Trennplatte in zwei Räume aufgeteilt ist. Wenn der Druck und die
Temperatur geeignet eingestellt werden können, kann als Reaktor 11 und
als Oxidationsreaktor 14 ferner ein Behälter verwendet
werden.
Die verarbeiteten Abfälle sind nicht speziell auf einen bestimmten
Typ beschränkt. Mit dieser Vorrichtung können verschiedene organische Abfälle verarbeitet
werden, die ein Harz und dergleichen umfassen, sowie diejenigen, die mit einem radioaktiven
Material und dergleichen kontaminiert sind.
Wenn organische Abfälle verarbeitet werden, die unlösliche Verunreinigungen
wie z. B. Sand, Kieselsteine umfassen, oder organische Abfälle, wie z. B. ein Harz,
das einen anorganischen Zusatz oder einen Organometallzusatz umfasst, kann in manchen
Fällen die Ausfällung der anorganischen Materialien nicht verhindert werden, und
zwar selbst dann nicht, wenn die organischen Substanzen in den Abfällen in einem
überkritischen Zustand zu Substanzen mit niedrigerem Molekulargewicht zersetzt werden
und anschließend in einem unterkritischen Zustand weiter zersetzt und oxidiert werden.
In einem solchen Fall ist es bevorzugt, die Menge der in einem Zeitraum
verarbeiteten organischen Abfälle zu vermindern. Ferner können durch Anordnen einer
Abtrenneinrichtung 18 an dem unteren Abschnitt des Reaktors 11,
wie es in 7 gezeigt ist, die anorganischen Materialien,
die im überkritischen Zustand ausgefallen sind, durch die Nutzung der Schwerkraft
oder der Trägheit entfernt werden. Dadurch wird die Ausfällung der anorganischen
Materialien in dem unterkritischen Zustand verhindert.
Die in 7 gezeigte Abtrenneinrichtung
18 kann im Inneren des Reaktors 11 oder zwischen dem Reaktor
11 und dem Oxidationsreaktor 14 angeordnet werden.
In dieser Ausführungsform wird Wasser als überkritisches Medium verwendet.
Es können jedoch auch andere Medien verwendet werden, wie z. B. Kohlendioxid, verschiedene
Arten von Kohlenwasserstoffen oder Gemische davon.
8 ist ein Graph, der die kritischen Kurven
von Gemischen aus Wasser und Kohlenwasserstoffen zeigt. In der Figur sind die kritischen
Kurven von Wasser, Benzol (a), Benzolschweres Wasser (b), Wasser-Toluol (c), Wasser-o-Xylol
(d), Wasser-1,2,5-Trimethylbenzol (e), Wasser-Cyclobenzol (f), Wasser-Ethan (g),
Wasser-n-Butan (h), Wasser-Naphthalin (h), und Wasser-Biphenyl (i) gezeigt. Der
kritische Punkt von Wasser beträgt 374°C, 22 MPa. Beispielsweise in dem Wasser-Benzolsystem
in 8 kann der kritische Punkt durch Mischen von zwei
Komponenten in einem spezifischen Verhältnis auf 300°C oder weniger abgesenkt
werden. Wenn daher ein Gemisch aus zwei oder mehr von Wasser, Kohlendioxid und Kohlenwasserstoffen
als Medium verwendet wird, können die organischen Abfälle bei milderen Bedingungen
einer niedrigeren Temperatur und eines niedrigeren Drucks verarbeitet werden, während
der überkritische Zustand aufrechterhalten wird.
Obwohl in dieser Ausführungsform Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel
verwendet wird, können auch andere Oxidationsmittel verwendet werden, wie beispielsweise
Sauerstoff, Luft, Ozon oder Gemische davon.
Wasserstoffperoxid wird bevorzugt verwendet, da durch den Einsatz
von Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel das organische Material effektiv zersetzt
werden kann.
Ferner ist zur vollständigen Zersetzung des organischen Materials
die zugesetzte Menge des Wasserstoffperoxids vorzugsweise mindestens die Menge,
die zur Umwandlung der organischen Abfälle in Kohlendioxid und/oder Wasser erforderlich
ist, und insbesondere das 1,2-bis 10-fache der Menge.
Bei der Verarbeitung organischer Abfälle mit dieser Vorrichtung wird
von der Wasserzuführungseinrichtung 13 Wasser als Medium dem Reaktor
11 zugeführt. Dem Reaktor 11, in dem das Wasser überkritisch gemacht
worden ist, werden die organischen Abfälle durch die Zuführungseinrichtung
12 für die organischen Abfälle zugeführt, mit dem überkritischen Wasser
gemischt und für einen vorbestimmten Zeitraum in einem überkritischen Zustand gehalten.
Die organischen Abfälle in dem Reaktor 11 werden in dem überkritischen
Wasser zu Produkten mit niedrigerem Molekulargewicht zersetzt. Die Produkte mit
niedrigerem Molekulargewicht werden in den Oxidationsreaktor 14 überführt,
mit dem Oxidationsmittel gemischt und in einem unterkritischen Zustand gehalten,
so dass die Produkte zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert und zersetzt werden.
Das in dem Oxidationsreaktor 14 erzeugte Fluid wird in die
Rückgewinnungseinrichtung 30 überführt, in der Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
33 in die Gasphase und die flüssige Phase getrennt und das resultierende
Gas und die resultierende Flüssigkeit werden in die Gasverarbeitungseinrichtung
34 bzw. die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 40 überführt,
um gefährliche Materialien zurückzugewinnen.
Die aufgrund der Zersetzung erzeugte Feststoff/Flüssigkeitsphase wird
nach dem Trocknen in der Trocknungseinrichtung 45 in einer Vertestigungseinrichtung
46 mit einem Verfestigungsmittel gemischt, und in einem Verarbeitungsbehälter,
wie z. B. einer Trommel zur Bildung eines stabilen verfestigten Körpers verfestigt.
Daher kann die Sicherheit während der Lagerung und Entsorgung sichergestellt werden
und zusätzlich wird die Handhabung vereinfacht. Als Verfestigungsmittel wird beispielsweise
Zementmilch vorzugsweise verwendet.
Durch die Anordnung der Zuführungseinrichtung 12 für organische
Abfälle, der Wasserzuführungseinrichtung 13 und der Oxidationsmittelzuführungseinrichtung
15 können die organischen Abfälle, das Wasser und das Oxidationsmittel
dem Reaktor 11 kontinuierlich zugeführt werden und mit der Rückgewinnungseinrichtung
30 können die verarbeiteten Produkte kontinuierlich entnommen werden. Daher
können die organischen Abfälle kontinuierlich verarbeitet werden.
Wie es vorstehend beschrieben worden ist, können gemäß der Abfallverarbeitungsvorrichtung
dieser Ausführungsform bei der Verarbeitung der organischen Abfälle unter Verwendung
eines überkritischen Zustandes die anorganischen Materialien, die bisher problematisch
waren, vor einer Ausfällung bewahrt werden.
Daher können Schwierigkeiten, wie z. B. das Verstopfen des Reaktors
aufgrund der Ausfällung anorganischer Materialien verhindert werden und die Betriebskosten
und die Wartungskosten der Vorrichtung können dadurch reduziert werden. Wenn das
anorganische Material ferner eine radioaktives Material enthält, dann kann ein Effekt
dahingehend erwartet werden, dass die Exposition des Bedienpersonals vermindert
wird.
Darüber hinaus können durch Zusetzen von Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel
OH-Radikale in einer kurzen Zeit erzeugt werden, wodurch eine große Menge organischer
Substanzen in einem kurzen Zeitraum zersetzt werden können.
Da die anorganischen Salze in einer ionischen Form ohne Oxidbildung
zurückgewonnen werden können und die anorganischen Substanzen, die von Anfang an
als Oxid vorliegen, in gewissem Maß in der flüssigen Phase zurückgewonnen werden
können, können die organischen Abfälle homogen und einheitlich gemacht werden.
Beispiel 2 das für das Verständnis der vorliegenden Erfindung
nützlich ist
9 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung dieser Ausführungsform zeigt.
Eine Abfallverarbeitungsvorrichtung des Beispiels 2, das zum Verständnis
der Erfindung nützlich ist, weist einen Reaktor 11 zur Verarbeitung organischer
Abfälle in überkritischem Wasser, eine Zuführungseinrichtung 12 zur Zuführung
organischer Abfälle, welche die organischen Abfälle in den Reaktor 11 zuführt,
eine Wasserzuführungseinrichtung 13, die Wasser als Medium dem Reaktor
11 zuführt, ein pH-Messgerät 23, das die Wasserstoffionenkonzentration
in dem Wasser im Reaktor 11 misst, eine Säurezuführungseinrichtung
16, die dem Reaktor 11 eine Säure zuführt, eine Steuereinrichtung
24, die eine berechnete Menge einer Säure dem Reaktor durch Steuern der
Säurezuführungseinrichtung 16 auf der Basis des Werts zuführt, der von
dem pH-Messgerät 23 gemessen worden ist und eine Rückgewinnungseinrichtung
30 zum Rückgewinnen von Produkten aus dem Reaktor 11 auf.
Die Rückgewinnungseinrichtung 30 weist eine Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
33, eine Gasverarbeitungseinrichtung 34 und eine Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
40 auf. Die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 40 weist einen
Trockner 45, der Flüssigkeit/Schlamm trocknet und eine Verfestigungseinrichtung
46 auf, welche die Flüssigkeit/den Schlamm verfestigt.
Als Säure, die von der Säurezuführungseinrichtung 16 zugeführt
wird, wird eine anorganische Säure verwendet, die in Wasser (Medium) ionisiert wird.
Eine Säure, die bei einer hohen Temperatur zersetzt wird, wie z. B. Salpetersäure,
wird jedoch zweckmäßig nicht verwendet. Vorzugsweise werden Schwefelsäure und Chlorwasserstoffsäure
verwendet.
Wie es in Beispiel 1 erwähnt worden ist, das zum Verständnis der Erfindung
nützlich ist, kann eine Ausfällung anorganischer Substanzen in dem überkritischen
Wasser bei der Zersetzung der organischen Abfälle verhindert werden, wenn die Wasserstoffionenkonzentration
des Wassers auf 10-4 mol/kg oder mehr eingestellt wird.
Abhängig von den Arten der organischen Abfälle ist es jedoch erforderlich,
zu berücksichtigen, dass die Wasserstoffionenkonzentration des Wassers durch das
Zersetzungsprodukt beeinflusst werden kann.
Wenn ein Kunststoffbehälter, der aus Polyethylen bzw. aus Polyvinylchlorid
besteht, in Gegenwart von Wasser bei einer Temperatur von 374°C oder mehr und
einem Druck von 22,1 MPa oder mehr gehalten wird, dann wird das Polyethylen unter
Erzeugung eines Alkohols oder einer organischen Säure hydrolysiert, während das
Polyvinylchlorid neben einem Alkohol oder einer organischen Säure Chlorwasserstoffsäure
erzeugt. Da der Chlorgehalt in dem Polyvinylchlorid 56 Gew.-% beträgt, ist dann,
wenn 0,006 g Polyvinylchlorid 1 kg Wasser zugesetzt werden, die Wasserstoffionenkonzentration
in dem Reaktor 10-4 mol/kg.
Wenn daher 0,006 g oder mehr Polyvinylchlorid 1 kg Wasser zugesetzt
werden, dann ist ein Säurezusatz nicht erforderlich. Da jedoch das Polyethylen keine
Säure erzeugt, ist bei der Verarbeitung von Polyethylen eine Säurezugabe erforderlich,
um eine Wasserstoffionenkonzentration von 10-4 mol/kg zu erhalten.
Wenn Abfälle zersetzt werden, die Polyethylen, das keine Säure erzeugt,
und Polyvinylchlorid umfassen, das Säure erzeugt, ist es durch Untersuchen des Mischverhältnisses
erforderlich, die Säuremenge abzuschätzen, die aus den organischen Substanzen erzeugt
wird.
In diesem Beispiel wird die Wasserstoffionenkonzentration in dem Reaktor
11 direkt mit dem pH-Messgerät 23 gemessen. Auf der Basis des Messwerts
berechnet die Steuereinrichtung 24 die Menge der Säure, die zur Einstellung
der Wasserstoffionenkonzentration auf 10-4 mol pro 1 kg Wasser erforderlich
ist und steuert die Säurezuführungseinrichtung 26 so, dass die berechnete
Menge der Säure dem Reaktor 11 zugeführt wird.
Bei einem solchen System kann ungeachtet der Arten der organischen
Abfälle die Wasserstoffionenkonzentration in dem Reaktor im optimalen
Zustand gehalten werden.
Ferner kann durch Zuführen der optimalen Menge der Säure gemäß der
Arten der zu verarbeitenden Abfälle die Menge der zugeführten Säure beträchtlich
vermindert werden.
Darüber hinaus kann aus den folgenden Gründen eine kompaktere Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
33 als im herkömmlichen Beispiel eingesetzt werden.
Kohlendioxid wird in Wasser gelöst und bildet Kohlensäure, wie es
in Gleichung VII gezeigt ist. In Wasser dissoziiert Kohlensäure in Ionen, wie es
in den Gleichungen VIII und IX gezeigt ist.
CO2 + H2O → H2CO3(VII)H2CO3 → H+ + HCO3-(VIII)HCO3- → H+ + (O32-(IX)
Um das Gleichgewicht der Gleichungen VII, VIII und IX auf die linke
Seite der Gleichungen zu verschieben, so dass Kohlendioxid von Wasser getrennt wird,
muss die Wasserstoffionenkonzentration in der wässrigen Lösung erhöht werden. Die
Säuredissoziationskonstante der Gleichung VIII beträgt 10-3,6 mol/l bei
20°C. Die [HCO3-/[H2CO3]-Verhältnisse
sind in Tabelle 5 für verschiedene Wasserstoffionenkonzentrationen gezeigt.
Da H2CO3 mit Kohlendioxid in der Gasphase im
Gleichgewicht steht, wird die Abtrennung des Kohlendioxids von Wasser schwierig,
wenn das Verhältnis von HCO3 , das in der flüssigen Phase gelöst ist,
zu H2CO3 größer als 1 wird. Bei dem herkömmlichen Verfahren
ist der Anteil von H2CO3 in der Flüssigkeit niedrig, da die
Wasserstoffionenkonzentration der Flüssigkeit etwa 10-7 mol/kg beträgt.
Um folglich Wasser und Kohlendioxid zu trennen, war eine große Menge Luft erforderlich,
die im Kontakt mit dem Gemisch aus Wasser und Kohlendioxid stehen musste, wodurch
entsprechend eine relativ große Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung erforderlich ist.
Da jedoch die Wasserstoffionenkonzentration auf 10-4 mol/kg
oder mehr erhöht wird, kann eine Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung verwendet werden,
die kompakter ist, als die herkömmliche Trenneinrichtung, wodurch die Kosten der
Ausrüstung vermindert werden. Ferner kann das Verarbeitungsvolumen in der Gasverarbeitungsleitung
vermindert werden, da ein Luftzusatz nicht erforderlich ist. Folglich können die
Kosten der Ausrüstung und die Betriebskosten vermindert werden.
Tabelle 5
Obwohl in diesem Beispiel die Wasserstoffionenkonzentration in dem
Reaktor 11 direkt mit dem pH-Messgerät 23 gemessen wird, kann die Anordnung
des pH-Messgeräts in manchen Fällen schwierig sein, da das Innere des Reaktors unter
einer hohen Temperatur und einem hohen Druck steht.
In einem solchen Fall kann nach dem Berechnen der erforderlichen Menge
der Säure bezogen auf die Art und das Volumen des zu verarbeitenden Abfalls ein
Gemisch aus Wasser und der berechneten Menge der Säure dem Reaktor 11 zugeführt
werden.
Die Wasserstoffionenkonzentration kann dadurch gesteuert werden, ohne
die Wasserstoffionenkonzentration des Mediums in dem Reaktor direkt zu messen und
eine Anordnung des pH-Messgeräts ist nicht erforderlich.
Wie es vorstehend erwähnt worden ist, wird die Wasserstoffionenkonzentration
in der Verarbeitungsvorrichtung für organische Abfälle dieses
Beispiels durch Einstellen der Zuführungsmenge der anorganischen Säure gemäß der
Arten der organischen Abfälle in einem optimalen Zustand gesteuert, um ein Ausfallen
des anorganischen Materials zu verhindern. Folglich kann die Verarbeitung selbst
dann einfach durchgeführt werden, wenn die Abfälle verschiedene Arten organischer
Materialien enthalten.
Ferner kann durch Einstellen der Menge der anorganischen Säure in
Wasser auf 10-4 mol oder mehr pro 1 kg Wasser bezogen auf die Wasserstoffionenkonzentration
die Ausfällung anorganischer Materialien ohne große Investitionen bezüglich der
Ausrüstung effektiv verhindert werden. Ferner kann die Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
kompakt gemacht werden.
Gemäß diesem Beispiel können die organischen Abfälle zu homogenen
und einheitlichen Abfallkörpern verarbeitet werden, da die anorganischen Salze in
einer ionischen Form ohne Bildung von Oxiden zurückgewonnen werden können und selbst
anorganische Materialien, die von Beginn an in einer Oxidform vorliegen, können
in der Flüssigkeit in einem gewissen Maß zurückgewonnen werden.
Ausführungsform 3
10 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 3 zeigt.
Eine Abfallverarbeitungsvorrichtung dieser Ausführungsform ist mit
der Abfallverarbeitungsvorrichtung von Beispiel 2, das für das Verständnis
der Erfindung nützlich ist, identisch, mit der Ausnahme, dass diese Vorrichtung
eine Oxidationsmittelzuführungseinrichtung 15 aufweist, die das Oxidationsmittel
dem Reaktor 11 zuführt.
Gemäß der Abfallverarbeitungsvorrichtung dieses Beispiels werden die
organischen Substanzen in dem Reaktor 11 in dem überkritischen Wasser niedermolekularer
gemacht, und anschließend werden der Druck und die Temperatur des Wassers zu einem
unterkritischen Zustand abgesenkt und die Produkte mit niedrigerem Molekulargewicht
werden in dem unterkritischen Wasser zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert und zersetzt.
Die Wasserstoffionenkonzentration in dem Reaktor 11 wird
durch Steuern der Säurezuführungseinrichtung 16 durch die Steuereinrichtung
24 auf der Basis des Werts, der mit dem pH-Messgerät 23 gemessen
worden ist, auf 10-4 mol pro 1 kg Wasser eingestellt.
Vorzugsweise enthalten die organischen Abfälle, die verarbeitet werden
sollen, nicht viele Verunreinigungen, anorganische Zusätze oder organische Salzzusätze.
Wenn die organischen Abfälle ein großes Volumen anorganischer Zusätze und dergleichen
umfassen, dann sollte die Menge der organischen Abfälle, die pro Zeiteinheit verarbeitet
werden sollen, abgesenkt werden. Es kann eine Trenneinrichtung zur Entfernung ausgefallener
Substanzen angeordnet werden, so dass die während der überkritischen Verarbeitung
erzeugten ausgefallenen Substanzen vor der unterkritischen Verarbeitung entfernt
werden können.
Folglich können in der Verarbeitungsvorrichtung für organische Abfälle
dieser Ausführungsform die anorganischen Materialien durch die Oxidation/Zersetzung
in dem unterkritischen Zustand, nachdem die organischen Substanzen in dem überkritischen
Wasser niedermolekularer gemacht worden sind, vor einem Ausfällen bewahrt werden.
Da die Verarbeitung in dem überkritischen Zustand und dem unterkritischen
Zustand in dem gleichen Reaktor durchgeführt werden kann, können die Kosten für
die Ausrüstung reduziert und auch der Betrieb vereinfacht werden.
Ferner können durch Einstellen der Wasserstoffionenkonzentration auf
10-4 mol pro 1 kg Wasser die anorganischen Substanzen effektiv vor einer
Ausfällung bewahrt werden.
Durch Einstellen der Zuführungsmenge der anorganischen Säure gemäß
der Art und des Volumens der organischen Abfälle und des Volumens des Oxidationsmittels
kann die Wasserstoffionenkonzentration in einem optimalen Zustand gesteuert werden,
und zwar selbst dann, wenn die Abfälle verschiedene Arten organischer Substanzen
enthalten.
Daher können Schwierigkeiten, wie z. B. ein Verstopfen des Reaktors
aufgrund einer Ausfällung anorganischer Materialien verhindert werden, und die Betriebskosten
sowie die Wartungskosten der Vorrichtung können vermindert werden. Wenn die anorganischen
Materialien ferner ein radioaktives Material enthalten, kann das Bedienpersonal
eine Verminderung des Aussetzens gegenüber der Strahlung erwarten.
Ferner kann durch die Zugabe des Oxidationsmittels ein großes Volumen
organischer Materialien in kurzer Zeit verarbeitet werden.
Da die anorganischen Salze in einer ionischen Form ohne Umwandlung
in eine Oxidform zurückgewonnen werden können und die anorganischen Materialien,
die von Beginn an in einer Oxidform vorlagen, in der flüssigen Phase in einem gewissen
Maß zurückgewonnen werden können, können die organischen Abfälle zu homogenen und
einheitlichen Abfallkörpern verarbeitet werden.
Beispiel 3, das für das Verständnis der Erfindung nützlich
ist
11 ist ein schematisches Diagramm, das
eine Abfallverarbeitungsvorrichtung dieses Beispiels zeigt.
Eine Abfallverarbeitungsvorrichtung dieses Beispiels weist den gleichen
Aufbau auf, wie die Vorrichtung der Ausführungsform 3, jedoch ist anstelle der Zuführungseinrichtung
12 für organische Abfälle eine Zuführungseinrichtung 51 für anorganische
Abfälle angeordnet, die dem Reaktor 11 anorganische Abfälle zuführt, eine
Ammoniakverarbeitungseinrichtung 52 ist für die Gasverarbeitungseinrichtung
34 bereitgestellt und eine Alpha-Nuklid-Rückgewinnungseinrichtung
53 ist für die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 40 bereitgestellt.
Wie es in 12 gezeigt ist, weist die Alpha-Nuklid-Rückgewinnungseinrichtung
53 eine Aggregations/Ausfällungseinrichtung 43 und eine Trenneinrichtung
44 auf, die eine Feststoffkomponente von der Flüssigkeit trennt.
Die anorganischen Abfälle können auch ohne die Anordnung der Zuführungseinrichtung
für die anorganischen Abfälle 51 mit der Zuführungseinrichtung
12 für die organischen Abfälle zugeführt werden. Da die organischen Abfälle
und die anorganischen Abfälle mit der gleichen Einrichtung verarbeitet werden können,
ist dies im Hinblick auf die Kosten bevorzugt.
Als zu verarbeitendes Material sind die Abfälle bevorzugt, die nur
anorganische Materialien umfassen, z. B. können verfestigte Körper verarbeitet werden,
die alphastrahlende Abfälle umfassen. Die Materialien sind jedoch nicht auf die
vorstehenden Materialien beschränkt und Abfälle, die organische Materialien umfassen,
können ebenfalls verarbeitet werden.
Wenn die anorganischen Abfälle, die ein radioaktives Material, wie
z. B. Alpha-Strahlenemittierende Radionuklide oder Nitrat umfassen, mit der vorliegenden
Vorrichtung verarbeitet werden, wird Wasser als Medium dem Reaktor 11 mit
der Wasserzuführungseinrichtung 13 zugeführt. Durch die Zuführungseinrichtung
51 für anorganische Abfälle werden die anorganischen Abfälle dem Wasser
zugeführt, das in dem Reaktor 11 überkritisch gemacht worden ist, mit dem
überkritischen Wasser gemischt und für einen vorbestimmten Zeitraum in dem überkritischen
Zustand gehalten.
Die Wasserstoffionenkonzentration in dem Reaktor 11 wird
in einer Weise eingestellt, dass auf der Basis des Werts, der von dem pH-Messgerät
23 gemessen worden ist, die Steuereinrichtung 24 die Säurezuführungseinrichtung
16 so steuert, das Schwefelsäure dem Wasser zugesetzt wird, so dass die
Wasserstoffionenkonzentration bei 10-1 mol pro 1 kg Wasser gehalten wird.
Die anorganischen Abfälle werden in dem überkritischen Wasser in dem
Reaktor 11 in Gegenwart des Oxidationsmittels oxidiert/zersetzt.
In diesem Beispiel können radioaktive Materialien (z. B. Alpha-Strahlen-emittierende
Radionuklide, einschließlich Plutonium und dergleichen) in der flüssigen Phase ohne
ausgefällt zu werden, zurückgewonnen werden, da die Wasserstoffionenkonzentration
des Wassers auf 10-4 mol/kg eingestellt worden ist. Die Salpetersäure
oder das Nitrat in den anorganischen Abfällen kann ohne ausgefällt zu werden, zersetzt
und als Ammoniak in der Gasphase zurückgewonnen werden.
Das erzeugte Fluid wird der Rückgewinnungseinrichtung 30
zugeführt, um in der Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung 33 in ein Gas und
in eine Flüssigkeit getrennt zu werden, wobei das Gas bzw. die Flüssigkeit der Gasverarbeitungsvorrichtung
34 und der Flüssigkeitsverarbeitungsvorrichtung 40 zugeführt werden.
In der Ammoniakverarbeitungseinrichtung 52 wird das Gas,
das Ammoniak umfasst, in Gegenwart eines Platinkatalysators auf 310°C oder mehr
erhitzt, um das Ammoniak in Stickstoff umzuwandeln.
In der Aggregations/Ausfällungseinrichtung 43 der Alphanuklid-Rückgewinnungseinrichtung
53 wird die Flüssigkeit, welche die Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide,
wie z. B. Plutonium und dergleichen umfasst, mit Barium zur Bildung von Bariumsulfat
gemischt, das schwach löslich ist. Die Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide
mit der Wertigkeit III und IV fallen zusammen mit Bariumsulfat aus. Die Alpha-Strahlen-emittierenden
Radionuklide der Wertigkeit V und VI fallen nach der Reduktion zur Wertigkeit III
und IV durch ein Reduktionsmittel zusammen mit Bariumsulfat aus. Wenn Cäsium, Strontium
und dergleichen in der Flüssigkeit enthalten sind, können diese durch Absorption
mit einem Absorptionsmittel, wie z. B. Zeolith, Cobaltferrocyanid und Titansäure
zusammen ausgefällt werden.
Wenn die Flüssigkeit ferner Ammoniak enthält, dann wird nach der Einstellung
des pH-Werts auf 9 durch die Zugabe von Natriumhydroxid das Ammoniak aus der Flüssigkeit
in die Gasphase abgegeben.
Das Bariumsulfat, das die ausgefallenen Alpha-Strahlen-emittierenden
Radionuklide umfasst, wird in der Trenneinrichtung 44 gesammelt und zu
verfestigten Glaskörpern oder verfestigten Zementkörpern verarbeitet.
Neben Barium kann der Flüssigkeit zur Einstellung des pH-Werts auf
4 oder mehr Eisen zugesetzt werden, so dass die Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide
zusammen mit dem so erzeugten Eisenhydroxid ausfallen. Zusammen mit dem Eisenhydroxid
können die Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide zu verfestigten Zementkörpern
verarbeitet werden. Zum Sammeln der Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide kann
auch eine gemeinsame Fällung mit Lanthanphosphat durchgeführt werden.
Die Flüssigkeit, aus der die Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide
entfernt worden sind, wird in dem Trockner 45 getrocknet, in der Vertestigungseinrichtung
46 mit einem Verfestigungsmittel gemischt und in einem Abfallverarbeitungsbehälter
(z. B. einer Trommel) verfestigt, um verfestigte Körper aus nicht-alphastrahlenden
Abfällen zu erhalten. Als Verfestigungsmittel wird z. B. Zementmilch vorzugsweise
verwendet.
Wie es vorstehend erwähnt worden ist, können anorganische Materialien,
wie z. B. ein radioaktives Material und Nitrat in der Abfallverarbeitungsvorrichtung
dieses Beispiels durch Steuern der Wasserstoffionenkonzentration des Mediums in
dem überkritischen Zustand auf 10-4 mol pro 1 kg Wasser vor einer Ausfällung
bewahrt werden. Daher können Schwierigkeiten wie z. B. eine Verstopfung des Reaktors
aufgrund einer Ausfällung der anorganischen Materialien verhindert werden und die
Betriebskosten sowie die Wartungskosten der Vorrichtung können vermindert werden.
Darüber hinaus kann ein Reduktionseffekt der Exposition des Bedienpersonals erwartet
werden.
Gemäß diesem Beispiel umfassen die verfestigten Körper der alphastrahlenden
Abfälle kein Nitrat, da nahezu alle Nitrationen während der überkritischen Verarbeitung
zu Stickstoff zersetzt werden. Daher wird selbst dann, wenn die verfestigten Körper
unter der Erde einer reduzierenden Atmosphäre ausgesetzt sind, kein Ammoniak erzeugt
und die radioaktiven Materialien, wie z. B. Plutonium können vor einem Auswaschen
aus dem verfestigten Körpern bewahrt werden.
Ferner kann der nicht-alphastrahlende verfestigte Körper, der durch
Verfestigen der Flüssigkeit/des Schlamms erhalten wird, von der bzw. dem die Alpha-Strahlen-emittierenden
Radionuklide entfernt worden sind, in einer Schicht in ziemlich geringer Tiefe deponiert
werden und somit kann die Entsorgung der Abfälle vereinfacht werden. Die in einer
tiefen Schicht deponierten Abfälle können dadurch vermindert werden, was zu einer
Reduktion der Entsorgungskosten führt.
Wenn beispielsweise ein verfestigter Glaskörper durch Rückgewinnen
der Alpha-Strahlenemittierenden Radionuklide (z. B. Plutonium) von einem verfestigten
Körper hergestellt wird, der mit herkömmlichen Verfahren aus radioaktiven Abfällen
erhalten wird, kann das Volumen der alphastrahlenden Abfälle beträchtlich vermindert
werden.
Gemäß diesem Beispiel werden die Alpha-Strahlen-emittierenden Radionuklide
durch Ausfällen gesammelt. Es können jedoch nicht nur die Alpha-Strahlen-emittierenden
Radionuklide, sondern auch anorganische Ionen, wie z. B. Metalle, die in der flüssigen
Phase gelöst sind, ausgefällt werden.
In der Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 2 kann der
identische Aufbau eingesetzt werden.
Ausführungsform 4
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung dieser Ausführungsform ist bezüglich
des Aufbaus mit der Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform
2 identisch, jedoch ist diese Vorrichtung mit einer Heizeinrichtung
25a und einem Kompressor 26a für die Zuführungseinrichtung
12 für organische Abfälle, einer Heizeinrichtung 25b und einem
Kompressor 26b für die Wasserzuführungseinrichtung 13, einer Heizeinrichtung
25c und einem Kompressor 26c für die Oxidationsmittelzuführungseinrichtung
15 und einer Druckverminderungsvorrichtung 31 sowie einer Kühlvorrichtung
32 für die Rückgewinnungseinrichtung 30 ausgestattet, wie es in
13 gezeigt ist.
In der Abfallverarbeitungsvorrichtung von Beispiel 2 oder der Ausführungsform
3 können die Zuführungseinrichtung 12 für organische Abfälle,
die Wasserzuführungseinrichtung 13, die Oxidationsmittelzuführungseinrichtung
15 und die Säurezuführungseinrichtung 16 mit den identischen Heizeinrichtungen
und Kompressoren ausgestattet sein und die Rückgewinnungseinrichtung 30
kann mit der identischen Druckverminderungseinrichtung und der identischen Kühleinrichtung
ausgestattet sein.
In der Abfallverarbeitungsvorrichtung von Beispiel 3 können die Zuführungseinrichtung
51 für anorganische Abfälle, die Wasserzuführungseinrichtung
13, die Oxidationsmittelzuführungseinrichtung 15 und die Säurezuführungseinrichtung
16 mit den identischen Heizeinrichtungen und Kompressoren ausgestattet
sein und die Rückgewinnungseinrichtung 30 kann mit der identischen Druckverminderungseinrichtung
und der identischen Kühleinrichtung ausgestattet sein.
Die Heizeinrichtungen 25a bis 25c erhitzen die organischen
Abfälle, das Medium bzw. das Oxidationsmittel und die Kompressoren 26a
bis 26c beaufschlagen die organischen Abfälle, das Medium bzw. das Oxidationsmittel
mit Druck. Gemäß eines solchen Aufbaus können die organischen Abfälle, Wasser und
das Oxidationsmittel kontinuierlich dem Reaktor 11 zugeführt werden und
die organischen Abfälle können ohne Absenken der Reaktionstemperatur und des Reaktionsdrucks
kontinuierlich verarbeitet werden.
Die in dem Oxidationsreaktor 14 erzeugten Zersetzungsprodukte
werden der Rückgewinnungseinrichtung 30 zugeführt und in der Druckverminderungseinrichtung
31 bzw. der Kühleinrichtung 32 dekomprimiert und gekühlt. Bei
einem solchen Aufbau kann das Fluid, dass aus den Produkten besteht, kontinuierlich
aus dem Oxidationsreaktor 14 entnommen werden und die anschließende Gas-Flüssigkeits-Trennung
der Flüssigkeit in der Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung 33 kann effektiv
durchgeführt werden.
Wenn die Zersetzung durch Zugabe von Sauerstoff zu einer organischen
Substanz durchgeführt wird, wird Kohlenstoff in Kohlendioxid und Wasserstoff in
Wasser umgewandelt. Unter überkritischen Wasserbedingungen wird die Trennung von
Wasser und Kohlendioxid aufgrund des willkürlichen Mischens des Wassers, welches
das Medium darstellt, und Kohlendioxid, das durch die Zersetzung erzeugt worden
ist, schwierig. Wenn das aufgrund der Zersetzung gebildete Fluid jedoch auf Raumtemperatur
gekühlt und auf Atmosphärendruck dekomprimiert wird, kann der größte Teil des Wassers
und des Kohlendioxids getrennt werden.
Folglich kann gemäß dieser Ausführungsform die Verarbeitungsgeschwindigkeit
erhöht werden und die Betriebskosten können verglichen mit einer herkömmlichen Chargenverarbeitung
stark reduziert werden. Ferner kann die Gas-Flüssigkeits-Trennung in der Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung
33 effektiv durchgeführt werden.
Ausführungsform 5
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung dieser Ausführungsform ist mit
der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist diese Vorrichtung mit
einem Temperatursensor 21 und einem Drucksensor 22 für den Reaktor
ausgestattet, wie es in 14 gezeigt ist.
In der Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsformen
3 und 4 kann der identische Aufbau eingesetzt werden.
In 15 ist das Phasendiagramm von Wasser
gezeigt. Da der Zustand des Wassers durch die Temperatur und den Druck bestimmt
wird, kann durch die Überwachung der Temperatur und des Drucks in dem Reaktor
11 bestimmt werden, ob das Innere des Reaktors 11 in einem überkritischen
Zustand oder in einem unterkritischen Zustand vorliegt.
Es ist bevorzugt, die Beurteilung, ob das Medium in dem Oxidationsreaktor
14 in einem unterkritischen Zustand vorliegt oder nicht, durch die Bereitstellung
des Temperatursensors und des Drucksensors nicht nur für den Reaktor 11,
sondern auch im Inneren des Oxidationsreaktors 14 vorzunehmen.
Wenn die Vorrichtung die Heizeinrichtungen 25a bis
25c und die Kompressoren 26a bis 26c aufweist, wie es
in der Ausführungsform 7 beschrieben ist, dann können die Temperatur und
der Druck der Abfälle und des Mediums, die erhitzt und mit Druck beaufschlagt werden,
vor deren Zuführung in den Reaktor gemessen werden. Die Bedingungen innerhalb des
Reaktors können dadurch abgeschätzt werden, ohne die Temperatur und den Druck innerhalb
des Reaktors direkt zu messen.
Ausführungsform 6
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 9
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist mindestens ein
Teil des Reaktors 11 und der Zuführungseinrichtung 12 für organische
Abfälle dieser Vorrichtung innerhalb eines Handschuhkastens 27 angeordnet,
wie es in 16 gezeigt ist.
Die Abfallverarbeitungsvorrichtungen der Ausführungsformen
3, 4 oder 5 können in einer entsprechenden Weise aufgebaut
sein.
Wenn organische Abfälle verarbeitet werden, die durch radioaktive
Materialien oder gefährliche Substanzen kontaminiert sind, dann muss ein Austreten
der radioaktiven Materialien oder der gefährlichen Substanzen nach außen verhindert
werden. Gemäß der Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 3
werden nahezu alle Verarbeitungsschritte in einem geschlossenen System durchgeführt.
Aufgrund der Aufnahme der organischen Abfälle wird jedoch die Zuführungsvorrichtung
12 für organische Abfälle teilweise zu einem offenen System. Daher muss
die Ausbreitung einer Kontaminierung dann, wenn organische Abfälle verarbeitet werden,
die durch radioaktive Materialien oder gefährliche Substanzen kontaminiert sind,
durch Anordnen der Zuführungseinrichtung 12 für organische Abfälle innerhalb
eines Abdeckungselements, wie z. B. eines Abzugs oder eines Handschuhkastens verhindert
werden.
Ferner ist es bevorzugt, dass das Abdeckungselement, wie z. B. der
Abzug oder der Handschuhkasten gemäß einer explosionsfesten Spezifikation hergestellt
ist. Daher kann die Verarbeitung selbst dann durchgeführt werden, wenn flüchtige
organische Substanzen, die zur Explosion neigen, während der Zersetzung der organischen
Abfälle erzeugt werden, oder wenn flüchtige organische Substanzen, die zur Explosion
neigen, an den organischen Abfällen haften.
Gemäß dieser Ausführungsform kann der Maßstab der Ausrüstung verglichen
mit dem Fall, bei dem die gesamte Vorrichtung innerhalb des Abdeckungselements angeordnet
ist, kleiner gemacht werden, da ein Teil der Verarbeitungsvorrichtung innerhalb
des Handschuhkastens angeordnet ist.
Ausführungsform 7
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 7
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist diese Vorrichtung
mit einer Zuführungseinrichtung 29 für neutrales Salz ausgestattet, um dem
Wasser, welches das Medium ist, ein neutrales Salz zuzusetzen, wie es in
17 gezeigt ist.
In der Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsformen
3 bis 6 kann eine entsprechende Struktur eingesetzt werden.
Im Allgemeinen wird das Löslichkeitsprodukt Ks eines Salzes MnLm
das schwer löslich ist, unter Verwendung der Aktivität als Gleichung X ausgedrückt.
Mm+ + Ln- → MnLm, Ks = a1m·a2n(X)
a1: Aktivität von Mm+, a2: Aktivität von Ln-
Die Aktivität a wird als Gleichung XI mit einem Aktivitätskoeffizienten
&ggr; und einer Konzentration C ausgedrückt.
a = &ggr;·C (XI)
Wenn die Temperatur und der Druck feststehen, dann ist auch die Aktivität
festgelegt und Ks hat entsprechend einen festen Wert. In einer verdünnten Lösung,
bei der &ggr; = 1 ist, wird die Aktivität a mit der Konzentration C identisch. Wenn
jedoch die Ionenstärke zunimmt, dann wird &ggr; zu &ggr; < 1, was zu einer Zunahme
der Konzentration C führt und die gelösten Ionen Mm+ und Ln-
in der Lösung nehmen zu, wodurch die Löslichkeit zunimmt.
Wenn daher ein neutrales Salz zugesetzt wird, nimmt die Löslichkeit
des schwach löslichen Salzes zu, was zu einer Unterdrückung der Ausfällung führt.
Als neutrales Salz wird vorzugsweise Natriumchlorid, Kaliumchlorid,
Calciumchlorid, Magnesiumchlorid, Natriumsulfat und Kaliumsulfat verwendet.
Gemäß dieser Ausführungsform kann durch den Zusatz eines neutralen
Salzes die Ausfällung der anorganischen Substanz effektiver unterdrückt werden.
Ausführungsform 8
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 8
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist diese Vorrichtung
mit einer Bestrahlungseinrichtung 28 ausgestattet, die auf den Inhalt des
Reaktors Bestrahlungsstrahlen einstrahlen kann, wie es in 18
gezeigt ist.
Bei der Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsformen
3 bis 7 kann der identische Aufbau eingesetzt werden.
Anstelle einer Bestrahlungsvorrichtung kann eine UV-Strahlen-Bestrahlungsvorrichtung,
die UV-Strahlen abstrahlt, verwendet werden.
Wenn Bestrahlungsstrahlen auf Wasser eingestrahlt werden, dann wird
ein OH-Radikal erzeugt, wie es in der folgenden Gleichung XII gezeigt ist.
H2O → H + OH· (XII)
Das OH-Radikal ist ein starkes Oxidationsmittel, wie es in der Gleichung
I gezeigt ist, wodurch die organischen Substanzen ohne den Einsatz eines Oxidationsmittels
zersetzt werden können.
Wenn ferner die UV-Strahlen oder die Bestrahlungsstrahlen in Gegenwart
eines Oxidationsmittels eingestrahlt werden, kann diese Reaktion weiter beschleunigt
werden. Beispielsweise erzeugt Sauerstoff aufgrund der Strahlung Radikale und schließlich
Wasserstoffperoxid. Das Wasserstoffperoxid reagiert gemäß der folgenden Gleichung
XIII durch die Strahlung zur Erzeugung des OH-Radikals, was zur Zersetzung der organischen
Substanzen führt.
H2O2 + h&ngr; → 2 OH· (XIII)
Ozon reagiert mit UV-Strahlen gemäß der folgenden Gleichung XIV unter
Erzeugung von Wasserstoffperoxid. Ferner reagiert das Wasserstoffperoxid mit den
UV-Strahlen gemäß Gleichung XIII zur Erzeugung des OH-Radikals.
O3 + H2O + h&ngr; → H2O2 +
O2(XIV)
Ferner reagiert das gemäß der Gleichung XII erzeugte Wasserstoffatom
mit Sauerstoff gemäß der Gleichung XV zur Erzeugung des Hydroperoxidradikals, wobei
das Hydroperoxidradikal mit Ozon gemäß Gleichung XVI und der Erzeugung des OH-Radikals
reagiert. H + O2 → HO2· (XV)O3+HO2· → OH· + 2O2(XVI)
Daher kann aufgrund der Strahlung das OH-Radikal effektiver erzeugt
werden, wodurch die organische Substanz effektiv zersetzt wird.
Wenn die Abfälle, welche das radioaktive Material umfassen, verarbeitet
werden, ohne eine äußere Strahlungsquelle einzusetzen, kann das Strahlungsfeld leicht
erzeugt werden. Folglich kann der vorstehend beschriebene Effekt ohne Bestrahlungsvorrichtung
erhalten werden.
Ausführungsform 9
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 9
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist diese
Vorrichtung mit einem Filter 25, der eine feste Komponente oder eine gefährliche
Komponente entfernt, die in der Gasphase enthalten ist, und mit einem Wäscher
26 ausgestattet, der gefährliche Substanzen entfernt, die in der Gasphase
enthalten sind, wie es in 19 gezeigt ist.
Die identische Struktur kann in der Abfallverarbeitungsvorrichtung
der Ausführungsformen 3 bis 8 eingesetzt werden.
Wenn beispielsweise Abfälle verarbeitet werden, die durch radioaktive
Materialien kontaminiert sind, die von einer Wiederaufarbeitungsanlage erzeugt worden
sind, dann gehen flüchtige Elemente, wie z. B. Technetium und Ruthenium in die Gasphase
über.
Ruthenium geht als Rutheniumtetraoxid in die Gasphase über. Wenn jedoch
eine organische Substanz vorliegt, dann wird Rutheniumtetraoxid zur Rutheniumdioxid
(RuO2) reduziert. Da Rutheniumdioxid bei Raumtemperatur in fester Form
vorliegt, kann es durch einen Filter entfernt werden.
Ferner wird Technetium zu Ditechnetiumheptoxid oder Pertechnetiumsäure
umgewandelt und geht in die Gasphase über. Wenn Technetium jedoch mit Wasser in
Kontakt ist, wie es in den Gleichungen XVII und XVIII gezeigt ist, wird es in Wasser
in einer ionischen Form gelöst.
Tc2O7 (g) + H2O → 2 HTcO4
(g) (XVII)HTcO4 (g) → TcO4- + H+(XVIII)
Wenn daher ein Wäscher angeordnet wird, kann Technetium in einer Flüssigkeit
zurückgewonnen werden.
Um die Elemente, wie z. B. Technetium und dergleichen effektiver zurückzugewinnen,
ist es bevorzugt, für den Wäscher eine von Wasser verschiedene alkalische Lösung,
die Natriumhydroxid umfasst, oder Wasser einzusetzen, das ein Reduktionsmittel umfasst.
Wenn Technetium in Kontakt mit Wasser ist, dann löst es sich in Form
negativer Ionen, wie es in den Gleichungen XVII und XVIII gezeigt ist. Da die negativen
Ionen durch die Reaktion mit Natriumionen ein Salz erzeugen, kann Technetium in
Form eines Salzes in der Lösung zurückgewonnen werden.
Ferner wird Technetium dann, wenn ein Reduktionsmittel vorliegt, von
der Pertechnetiumsäure (VII-wertig) zu Technetiumdioxid (IV-wertig) reduziert. Da
die Löslichkeit von Technetiumdioxid in Wasser bei Raumtemperatur und Atmosphärendruck
gering ist, kann Technetium in einer festen Form in Wasser zurückgewonnen werden.
Folglich können gemäß dieser Ausführungsform feste Komponenten oder
flüchtige gefährliche Elemente, die aufgrund eines Mitreißens in die Gasphase übergehen,
entfernt werden, und die mit radioaktiven Materialien kontaminierten Abfälle können
sicher verarbeitet werden.
Ausführungsform 10
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 10
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist die
Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung dieser Vorrichtung mit einem Rührer
41 zum Rühren der Flüssigkeit und einer Probeentnahme/Analyseeinrichtung
42 zu Probeentnahme/Analyse der Flüssigkeit ausgestattet, wie es in
20 gezeigt ist.
Eine entsprechende Struktur kann in der Abfallverarbeitungsvorrichtung
der Ausführungsformen 3 bis 9 eingesetzt werden.
Wenn die von der Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung 33 zu der
Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 34 überführte Flüssigkeit durch den
Rührer 41 gerührt wird, kann die flüssige Phase einheitlich gemacht werden.
Wenn durch die Probeentnahme/Analyseeinrichtung 42 ein Teil der einheitlich
gemachten Flüssigkeit als Probe entnommen und analysiert wird, kann die Zusammensetzung
der gesamten flüssigen Phase abgeschätzt werden, und in der Verfestigungsvorrichtung
46 kann ein Verfestigungsmittel ausgewählt werden, das für die Lagerung
und für die Verarbeitung am Besten geeignet ist. Da ferner der Gehalt der verfestigten
Körper deutlich wird, kann dadurch die Durchführung der Lagerung und der Verarbeitung
einfacher gemacht werden.
Selbst wenn eine Feststoffsuspension in der Flüssigkeit enthalten
ist, kann diese aufgrund des Rührens durch den Rühren 41 einheitlich gemacht
werden, wodurch die Verfestigungsverarbeitung in der Verfestigungseinrichtung
35 vereinfacht wird.
Wenn die Probeentnahme/Analyseeinrichtung 41 nicht angeordnet
ist, dann ist im Hinblick auf die Durchführung ein Mittel zur Messung des Gehalts
erforderlich, da der Gehalt der verfestigten Körper nicht klar ist. Die Messung
des Gehalts der verfestigten Körper ist jedoch nicht genau, da die Probeentnahme
der repräsentativen Probe schwierig ist, was zu einem Durchführungsproblem führt.
Ausführungsform 11
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 11
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist die
Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 34 dieser Vorrichtung mit einer Neutralisationsverarbeitungseinrichtung
46 ausgestattet, die Säuren und alkalische Substanzen neutralisiert, die
in der Flüssigkeit enthalten sind, wie es in 21 gezeigt
ist.
Die identische Struktur kann auf die Abfallverarbeitungsvorrichtung
der Ausführungsformen 3 bis 10 angewandt werden.
Wenn beispielsweise radioaktive Feststoffabfälle verarbeitet werden,
die Technetium umfassen, wird das Technetium in Ditechnetiumheptoxid umgewandelt
und in die Gasphase abgegeben.
Wenn jedoch nach der Rückgewinnung der Zersetzungsprodukte in der
Rückgewinnungseinrichtung 30 von dem Oxidationsreaktor 14 eine
alkalische Verbindung, wie z. B. Natriumhydroxid in der Neutralisationsverarbeitungseinrichtung
46 zugesetzt wird, wie es in der Gleichung XIX gezeigt ist, kann Technetium,
das in einem geringen Ausmaß nach der Gas-Flüssigkeits-Trennung in der Flüssigkeit
verbleibt, in der flüssigen Phase stabilisiert werden.
Folglich kann die Verfestigungsverarbeitung gemäß dieser Ausführungsform
einfach in der Verfestigungseinrichtung durchgeführt werden, da die gefährliche
Substanz, wie z. B. ein radioaktives Material, in der Flüssigkeit stabilisiert werden
kann.
Ausführungsform 12
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 12
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist diese
Vorrichtung mit einer Kühleinrichtung 47 zum Kühlen der flüssigen Phase
in der Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 34 ausgestattet, wie es in
22 gezeigt ist.
Eine entsprechende Struktur kann auf die Abfallverarbeitungsvorrichtung
der Ausführungsformen 3 bis 11 angewandt werden.
Wenn radioaktive Abfälle ohne Kühlung verarbeitet werden, dann siedet
die Flüssigkeit leicht aufgrund der Wärme der radioaktiven Materialien in der Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
30. Folglich besteht eine Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung einer Kontamination
des radioaktiven Materials. Wenn die Flüssigkeit mit der Kühleinrichtung
47 gekühlt wird, kann ein solches Risiko ausgeschlossen und das radioaktive
Material sicher in der flüssigen Phase gehalten werden.
Ausführungsform 13
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 13
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist die
Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 34 dieser Vorrichtung mit einem Ionenaustauscherturm
48 ausgestattet, wie es in 23 gezeigt ist.
Ein entsprechender Aufbau kann auf die Abfallverarbeitungsvorrichtung
der Ausführungsformen 3 bis 12 angewandt werden.
Wenn beispielsweise Abfälle verarbeitet werden, die durch ein radioaktives
Material kontaminiert sind, das von einer Wiederaufarbeitungsanlage erzeugt worden
ist, gehen flüchtige Elemente wie Technetium und Ruthenium in die Gasphase über.
Ein Teil davon verbleibt jedoch in der flüssigen Phase und das Technetium und das
Ruthenium liegen in der Flüssigkeit als Pertechnetiumsäure und Rutheniumchloridkomplexe
oder als Rutheniumnitrosylnitratokomplexe vor.
Die Pertechnetiumsäure, bei der es sich um ein Anion handelt, kann
mit einem Anionen-Austauscher Harz entfernt werden und das Ruthenium,
bei dem es sich um ein Kation handelt, kann mit einem Kationenaustauscherharz entfernt
werden.
Folglich kann gemäß dieser Ausführungsform die verbleibende Lösung
von dem System nach außen abgegeben werden, da die gefährlichen ionischen Komponenten,
wie z. B. die radioaktiven Materialien, die in der Lösung der Zersetzungsprodukte
enthalten sind, entfernt werden können, wodurch die Verarbeitungskosten der Abfälle
entsprechend reduziert werden können.
Ferner werden als Folge der Entfernung der gefährlichen ionischen
Komponente in der Flüssigkeit die flüssige Phase und die Feststoffphase in der Abfallflüssigkeitsbeschickung
von der Flüssigkeitsverarbeitungsleitung zu der Verfestigungseinrichtung einheitlich
und homogen. Durch Zusetzen des Verfestigungsmittels zu dieser Abfallflüssigkeit
können mit einem einfachen Verfahren einheitliche und homogene verfestigte Körper
erhalten werden, d.h. es können verfestigte Körper erhalten werden, die für eine
Lagerung und für eine Verarbeitung stabil sind.
Ausführungsform 14
Die Abfallverarbeitungsvorrichtung der Ausführungsform 14
ist mit der Vorrichtung der Ausführungsform 2 identisch, jedoch ist die
Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung 34 dieser Vorrichtung mit einer Extraktions/Rückgewinnungseinrichtung
49 ausgestattet, die gefährliche anorganische Ionen in dem Wasser in ein
Extraktionsmittel überführt, und zwar durch den Kontakt der Flüssigkeit mit dem
Extraktionsmittel, wie es in 24 gezeigt ist.
Ein entsprechender Aufbau kann in der Abfallverarbeitungsvorrichtung
der Ausführungsformen 3 bis 12 eingesetzt werden.
Beispielsweise sind in den radioaktiven Abfällen, die von einer Wiederaufarbeitungsanlage
erzeugt werden, Kernbrennstoffsubstanzen wie Uran und Plutonium enthalten. Organische
Abfälle, welche diese Elemente enthalten, werden dann, wenn sie verfestigt werden,
zu alphastrahlenden Abfällen und die Verarbeitungskosten der verfestigten Körper
erhöhen sich entsprechend. Folglich müssen diese Elemente aus den Abfällen entfernt
werden.
Als Extraktionsmittel können eine neutrale Organophosphorverbindung,
wie z. B. Tributylphosphat (nachstehend als TBP bezeichnet) und eine saure Organophosphorverbindung,
wie z. B. Dihexylphosphorsäure (HDEHP) verwendet werden.
In 25 sind die Verteilungskoeffizienten
der Aktinoide in einem 30 Volumen-% TBP-Salpetersäure-System gezeigt. Wenn die Salpetersäurekonzentration
3 mol/l beträgt, dann betragen die Verteilungskoeffizienten von Uran, Plutonium
und Neptunium mehr als 10 und der Verteilungskoeffizient von Thorium mehr als 3.
Wenn die in der Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung zurückzugewinnende
Flüssigkeit, nach dem deren Säurekonzentration durch die Extraktions/Rückgewinnungseinrichtung
49 auf 3 mol/l eingestellt worden ist, mit TBP in Kontakt gebracht wird,
dann können die Aktinoide, wie z. B. Plutonium in TBP zurückgewonnen werden. Wenn
ferner das TBP, das die Aktinoide wie z. B. Plutonium umfasst, mit einer verdünnten
Säure in Kontakt gebracht wird, können die Aktinoide, wie z. B. Plutonium in der
verdünnten Säure zurückgewonnen werden.
In 26 sind die Verteilungskoeffizienten
der Aktinoide unter Verwendung von HDEHP gezeigt. Selbst wenn die Salpetersäurekonzentration
unter 10-1 mol/l liegt, betragen die Verteilungskoeffizienten von Plutonium,
Uran und Americium mehr als 100 und folglich können sie in HDEHP zurückgewonnen
werden. Wenn ferner eine Säure mit einer Konzentration von etwa 1 mol/l, die ein
Reduktionsmittel, wie z. B. Hydrazin umfasst, mit HDEHP in Kontakt gebracht wird,
dann wird VI-wertiges Plutonium oder Uran zu III-wertigem Plutonium oder Uran reduziert
und in der Säure zurückgewonnen.
Wenn das HDEHP verwendet wird, kann die Säuremenge, die einer Abtrennungs/Rückgewinnungseinrichtung
zugesetzt wird, vermindert werden, da die Aktinoide verglichen mit dem Fall, bei
dem eine neutrale Organophosphorverbindung, wie z. B. TBP verwendet wird, bei einer
Säurekonzentration von etwa 10-1 mol/l zurückgewonnen werden, wodurch
die Betriebskosten vermindert werden können.
Als Verdünnungsmittel des Extraktionsmittels, wie z. B. des vorstehend
beschriebenen TBP oder HDEHP, wird vorzugsweise überkritisches Kohlendioxid verwendet,
um das Volumen des verwendeten organischen Lösungsmittels zu vermindern, was zu
einer Reduktion der Verarbeitungskosten der Sekundärabfälle führt.
Die spezifische Dichte von TBP bei Raumtemperatur und Atmosphärendruck
beträgt etwa 1 g/ml, d.h. die Dichte ist mit der Dichte von Wasser identisch, wodurch
mittels eines Zusatzes von n-Dodecan als Verdünnungsmittel zu TBP die organische
Phase und die Wasserphase leicht getrennt werden können. Wenn zum Rückgewinnen eines
radioaktiven Materials, wie z. B. Plutonium TBP und n-Dodecan verwendet werden,
dann werden diese radioaktiv und sie müssen als radioaktive organische Abfälle verarbeitet
werden.
Da im Allgemeinen das Mischungsverhältnis von TBP zu n-Dodecan etwa
30 : 70 (bezogen auf das Volumen) beträgt, ist die Menge des n-Dodecans,
die verarbeitet werden muss, mehr als 2 mal so groß, wie die Menge des TBP. Daher
können die Verarbeitungskosten auf 1/3 reduziert werden, wenn das n-Dodecan nicht
verarbeitet werden muss.
Da Kohlendioxid bei Bedingungen über 31°C, 7,4 MPa in einen überkritischen
Zustand übergeht und mit einer organischen Substanz in einem beliebigen Verhältnis
gemischt werden kann, können die Aktinoide, wie z. B. Plutonium und dergleichen,
im TBP von der Zersetzungsflüssigkeit zurückgewonnen werden, wenn das TBP mit dem
überkritischen Kohlendioxid in Kontakt gebracht wird. Wenn das Kohlendioxid nach
dem Gebrauch auf Raumtemperatur und Atmosphärendruck zurückgeführt wird, wird dieses
zu einem Gas und kann leicht von dem TBP getrennt werden, wodurch die Verarbeitung
des Kohlendioxids entsprechend nicht erforderlich ist.
Daher können die Verarbeitungskosten drastisch vermindert werden,
wenn das Kohlendioxid in seinem überkritischen Zustand als Verdünnungsmittel verwendet
wird.
Wie es vorstehend beschrieben worden ist, können gemäß dieser Ausführungsform
durch Rückgewinnen der gefährlichen anorganischen Ionen in der Flüssigkeit mit dem
Extraktionsmittel die Verarbeitungskosten des verfestigten Körpers reduziert werden.
Ferner ist als Folge der Entfernung der gefährlichen anorganischen
Ionen aus der Flüssigkeit die der Verfestigungseinrichtung von der Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
zuzuführende Abfallflüssigkeit in ihrer flüssigen Phase und in ihrer festen Phase
einheitlich und homogen. Lediglich durch Zugeben eines Verfestigungsmittels zu der
Abfallflüssigkeit können einheitliche und homogene verfestigte Körper erhalten werden,
d.h. mit einem einfachen Verfahren können verfestigte Körper erhalten werden, die
für eine Lagerung und Verarbeitung stabil sind.
Anspruch[de]
Ein Abfallverarbeitungsverfahren, das
einen Schritt des Zersetzens der gesamten oder nahezu der gesamten organischen Substanz,
die in organischen Abfällen enthalten ist, zu Produkten mit niedrigerem Molekulargewicht,
und zwar durch Halten der organischen Abfälle in einem Medium, das sich in einem
überkritischen Zustand befindet, und in Abwesenheit eines Oxidationsmittels für
einen vorbestimmten Zeitraum; und
einen Schritt des Oxidierens und Zersetzens der Produkte mit niedrigerem Molekulargewicht
zu Kohlendioxid (CO2) und/oder Wasser (H2O) umfasst, und zwar
durch Halten eines Gemischs eines Oxidationsmittels und der Produkte mit niedrigerem
Molekulargewicht in dem Medium, das sich in einem überkritischen Zustand befindet,
für einen vorbestimmten Zeitraum.
Abfallverarbeitungsverfahren nach Anspruch 1, das ferner einen Schritt
des Abtrennens unlöslicher Verunreinigungen umfasst, die in den organischen Abfällen
enthalten sind.
Abfallverarbeitungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die organischen
Abfälle ein Nitrat, ein Sulfat, ein Chlorid, ein Phosphat, ein Silikat oder Gemische
davon enthalten.
Abfallverarbeitungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
bei dem das Medium Wasser, Kohlendioxid, ein Kohlenwasserstoff oder Gemische davon
ist.
Abfallverarbeitungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
bei dem mindestens der stöchiometrische Wert an Sauerstoff, Luft, Wasserstoffperoxid,
Ozon oder Gemischen davon, der zur vollständigen Oxidation der organischen Abfälle
erforderlich ist, als Oxidationsmittel verwendet wird.
Abfallverarbeitungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
bei dem die Wasserstoffionenkonzentration des Mediums, das sich in einem überkritischen
Zustand befindet, 10-4 mol oder mehr pro 1 kg des Mediums beträgt.
Abfallverarbeitungsverfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
bei dem durch die Zugabe von mindestens einem von Schwefelsäure und Chlorwasserstoffsäure
die Wasserstoffionenkonzentration des Mediums, das sich in einem überkritischen
Zustand befindet, auf 10-4 mol oder mehr pro 1 kg des Mediums eingestellt
wird.
Eine Abfallverarbeitungsvorrichtung, die
einen Zersetzungsreaktor (11) zum Zersetzen der gesamten oder nahezu der
gesamten organischen Substanz in organischen Abfällen zu Produkten mit niedrigerem
Molekulargewicht in einem überkritischen Medium in Abwesenheit eines Oxidationsmittels, wobei der Zersetzungsreaktor (11) eine Zuführungseinrichtung
12 für organischen Abfall, eine Zuführungseinrichtung 13 für das
Medium und eine Einrichtung zur Bildung eines überkritischen Zustands in dem Reaktor
bereitstellt, wobei der Zersetzungsreaktor (11) keine Einrichtung zur Zuführung
eines Oxidationsmittels aufweist,
einen Oxidationsreaktor (14) zum Oxidieren und Zersetzen des organischen
Produkts mit niedrigerem Molekulargewicht zu einem Fluid, das Kohlendioxid und/oder
Wasser in einem unterkritischen Zustand enthält,
wobei der Oxidationsreaktor (14) eine Einrichtung zum Zuführen der Produkte
mit niedrigerem Molekulargewicht, die in dem Zersetzungsreaktor (11) erzeugt
worden sind, eine Zuführungseinrichtung (15) für ein Oxidationsmittel und
eine Einrichtung zur Bildung des unterkritischen Zustands in dem zweiten Reaktor
(14) bereitstellt, und
eine Rückgewinnungseinrichtung (30) zum Rückgewinnen des in dem zweiten
Reaktor erzeugten Fluids umfasst, wobei die Rückgewinnungseinrichtung (30)
eine Gas-Flüssigkeit-Trenneinrichtung (33) zum Trennen des Fluids in ein
Gas und eine Flüssigkeit, eine Gasverarbeitungseinrichtung (34) zum Verarbeiten
des Gases und eine Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung (40) zum Verarbeiten
der Flüssigkeit umfasst, wobei die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung ferner eine
Verfestigungseinrichtung (46) zum Verfestigen der Flüssigkeit/des Schlamms
umfasst.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei welcher der Zersetzungsreaktor
eine Trenneinrichtung zum Abtrennen unlöslicher Verunreinigungen umfasst, die in
den organischen Abfällen enthalten sind.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8,
bei der die Zuführungseinrichtung für organischen Abfall, die Zuführungseinrichtung
für das Medium und die Zuführungseinrichtung für das Oxidationsmittel eine Druckbeaufschlagungseinrichtung
zum Beaufschlagen der organischen Abfälle, des Mediums bzw. des Oxidationsmittels
mit Druck, und eine Vorerwärmungseinrichtung zum Vorwärmen derselben umfasst, und
bei die Rückgewinnungseinrichtung eine Dekompressionseinrichtung zum Dekomprimieren
eines Fluids, das in dem Reaktor erzeugt worden ist, und eine Kühleinrichtung zum
Kühlen desselben aufweist.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, die ferner eine Einrichtung
zum Erfassen der Bedingungen (Zustände) des Mediums in dem Zersetzungsreaktor und
dem Oxidationsreaktor umfasst.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei welcher der Zersetzungsreaktor
und der Oxidationsreaktor ferner eine Einrichtung zum Einstrahlen von UV-Strahlen
oder Bestrahlungsstrahlen auf den Inhalt des Zersetzungsreaktors und des Oxidationsreaktors
aufweist.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Gasverarbeitungseinrichtung
(33) einen Filter zum Rückgewinnen einer festen Komponente, eines radioaktiven
Materials oder einer gefährlichen Substanz, die in dem Gas enthalten ist, und einen
Wäscher zum Rückgewinnen des radioaktiven Materials und der gefährlichen Substanz
umfasst, die in dem Gas enthalten sind.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
(40) eine Einrichtung zum Aggregieren anorganischer Ionen in der Flüssigkeitumfasst,
so dass diese ausfallen.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
(40) eine Einrichtung zum Sammeln einer festen Komponente in der Flüssigkeit
umfasst.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
(40) eine Ionenaustauschereinrfchtung zum Entfernen einer in der Flüssigkeit
enthaltenen Ionenkomponente umfasst.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Flüssigkeitsverarbeitungseinrichtung
(40) eine Extraktions/Rückgewinnungseinrichtung zum Extrahieren/Rückgewinnen
anorganischer Ionen umfasst, die in der Flüssigkeit enthalten sind, und zwar durch
In-Kontakt-Bringen der Flüssigkeit mit einem Extraktionsmittel.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 17, bei der das Kohlenoxid
als Verdünnungsmittel des Extraktionsmittels verwendet wird.
Abfallverarbeitungsvorrichtung nach Anspruch 8, bei welcher der Zersetzungsreaktor
(11) eine Einrichtung zum Einstellen der Wasserstoffionenkonzentration
in dem Zersetzungsreaktor aufweist.