Die Erfindung betrifft ein Eloxiergestell mit Komponenten aus Titanwerkstoffen
sowie ein Verfahren zur Herstellung bzw. zur Reparatur von solchen Eloxiergestellen.
Weiterhin betrifft die Erfindung Klemmelemente für solche Eloxiergestelle.
Solche Eloxiergestelle sind in einem Katalog der Anmelderin vom Sommer
2002 gezeigt, auf dessen Offenbarungsgehalt im Hinblick auf die Gestaltung
von Eloxiergestellen Bezug genommen wird. Zur Verwendung beim Eloxieren von Gegenständen
wird dabei wie folgt vorgegangen. Ein zu eloxierender Gegenstand wird zwischen zwei
federnd ausgebildeten Klemmelementen eingeklemmt. In dieser Stellung ist er leitend
mit einem zentralen Halteelement verbunden, das wiederum mit einer Elektrode einer
Spannungsquelle verbunden ist. Das Halteelement mit dem zu eloxierenden Gegenstand
wird anschließend in ein Tauchbad eingebracht, wobei die andere Elektrode der Spannungsquelle
an dem leitenden Beckenmaterial vorgesehen ist, in dem sich das Tauchbad befindet.
Durch Aufrechterhalten eines Stroms werden Metallionen auf der Oberfläche des zu
eloxierenden Gegenstandes abgeschieden.
Bei den bekannten Eloxiergestellen ist von Nachteil, daß diese regelmäßig
ersetzt werden müssen, weil bei den Klemmelementen Ermüdungserscheinungen auftreten.
Dadurch entstehen hohe Kosten, weil das für den Ersatz des Eloxiergestells benötigte
Material sehr teuer ist.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Eloxiergestell bereitzustellen,
mit dem sich Eloxierverfahren ökonomischer vornehmen lassen.
Gemäß der Erfindung ist ein verbessertes Eloxiergestell vorgesehen,
bei dem das Klemmelement über wenigstens einen warm verformten Niet mit dem Halteelement
verbunden ist. Durch das Vorsehen einer Nietverbindung lassen sich auf einfache
Weise einzelne Klemmelemente austauschen, wenn diese ermüdet oder zerstört sind.
Dazu braucht lediglich der Niet entfernt werden, wobei anschließend ein neues Klemmelement
aufgenietet wird.
Im Übergangsbereich zwischen Niet, Klemmelement und Halteelement ist
eine stoffschlüssige oder zum größeren Teil geschlossen ausgebildete, formschlüssige
Verbindung vorgesehen. Eine solche Verbindung stellt sicher, daß keine aggressiven
Chemikalien in den Übergangsbereich zwischen Niet, Klemmelement und Halteelement
eindringen können. Erfindungsgemäß hat sich herausgestellt, daß dadurch eine besonders
lange Haltbarkeit des Eloxiergestells erreicht wird, und zwar insbesondere auch
nach einer Reparatur, bei der ein neues Klemmelement am Halteelement angebracht
wird.
Das Halteelement kann dabei Titan der Sorte DIN 37.025 aufweisen,
was sehr ökonomisch ist. Abweichend davon kann das Halteelement auch Titan der Sorte
DIN 37.035 aufweisen, wenn höhere Kosten in Kauf genommen werden. Das Klemmelement
wird bevorzugt aus hochfestem Titan der Sorte DIN 37.055 oder DIN 37.065 hergestellt.
Dadurch läßt sich eine schnelle Ermüdung des Klemmelements vermeiden. Dabei wird
bevorzugt Titan der Sorte DIN 37.065 verwendet weil sich dadurch besonders gut federnde
Klemmelemente herstellen lassen, die eine Elastizität aufweisen.
Für den Niet wird bevorzugt Titan der Sorte DIN 37.035 verwendet,
das eine ausreichende Festigkeit aufweist. Dieser Titanwerkstof läßt sich auch gut
bei einem Warmnietverfahren verarbeiten, wobei eine hohe Resistenz gegen ungewolltes
Verbrennen bei der Verarbeitung vorliegt. Abweichend davon kann auch Titan anderer
Sorten wie z. B. DIN 37.025 verwendet werden. Dabei ergibt sich jedoch eine etwas
verminderte Festigkeit. Wenn für den Niet Titan der Sorte DIN 37.055 oder DIN 37.065
verwendet wird, dann ist zwar eine erhöhte Festigkeit gegeben, jedoch besteht bei
der Verarbeitung mit einem Warmnietverfahren eine vergrößerte Gefahr, daß der Niet
verbrennt. Dem kann mit einer kürzeren Erwärmzeit begegnet werden.
Das mit einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Eloxiergestell
weist ein Schliffbild im Übergangsbereich zwischen dem Schaft des Niets und dem
Nietloch im Halteelement und im Klemmelement makroskopisch eine stoffschlüssige
Verbindung auf. Man hat bei einem solchen Schliffbild mit bloßem Auge den Eindruck,
daß eine einheitliche Verbindung zwischen Halteelement, Nietschaft und Klemmelement
vorliegt, die fast wie eine Schweißverbindung aussieht. Mikroskopisch läßt sich
im Schliffbild allerdings ein Gefügeunterschied zwischen dem Schaft des Niets, dem
Nietloch und/oder dem Klemmelement feststellen. Dadurch läßt sich ein mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestelltes Eloxiergestell leicht erkennen, zumal beide Seiten des Niets
einen Nietkopf aufweisen. Um je einen Nietkopf herum weist dabei das Klemmelement
bzw. das Halteelement eine im wesentlichen kreisförmige Einprägung in der Oberfläche
auf, die von dem zum Herstellen der Nietverbindung verwendeten Kopfwerkzeug bzw.
Nieteisen herrührt.
Erfindungsgemäß weist das Klemmelement wenigstens ein Nietloch mit
einem Durchmesser von kleiner als 5 mm und insbesondere von 2,5 mm bis 4 mm auf.
Derart kleine Löcher in Klemmelementen waren bisher unbekannt. Im Stand der Technik
sind Klemmelemente mit Löchern von größer als 5 mm bekannt, die für ein mittiges
Anschweißen mit einem Titanschweißverfahren bereitgestellt werden. Eine besonders
ökonomisch und dabei ausreichend haltbare Nietverbindung läßt sich mit einem Nietloch
mit einem Durchmesser von ca. 3,2 mm herstellen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen der Warmnietverbindung
wird der Niet während der Warmnietung auf eine Temperatur von ca. 300°C bis
600°C, vorzugsweise auf ca. 400°C bis 480°C erwärmt. Eine besonders
feste und zuverlässige Verbindung ergibt sich dann, wenn der Niet auf eine
Temperatur von ca. 410°C bis 450°C erwärmt wird.
Dabei ist während des Erwärmens vorgesehen, den Niet mit einem in
Längsrichtung wirkenden Druck zu beaufschlagen, wobei an einer Längsseite des Niets
ein Kopfwerkzeug angreift und wobei auf der anderen Längsseite des Niets ein Nieteisen
angreift. Dieser Druck wird aufrechterhalten, bis sich unter Verformung des Nietschafts
ein Nietkopf ausbildet. Die Druckspannung in Längsrichtung des Niets beträgt wenigstens
für eine kleine Zeitspanne ca. 100 N/mm2 bis 200 N/mm2. Vorzugsweise
wird ein Druck von ca. 150 N/mm2 erzeugt.
Vorteilhafterweise wird der Druck nach dem Ausbilden des Nietkopfs
für eine Haltezeit von ca. 3 bis 10 Sekunden und insbesondere für eine Haltezeit
von ca. 6 bis 7 Sekunden beibehalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann besonders einfach mit einem Elektro-Warmnietverfahren
durchgeführt werden.
Die einzige Figur zeigt einen Querschnitt durch einen Teilbereich
1 eines Eloxiergestells gemäß der Erfindung.
Das Eloxiergestell 1 gliedert sich in ein zentrales Halteelement
2, das im vorliegenden Fall aus einer ersten Halteelementplatte
3 und einer zweiten Halteelementplatte 4 hergestellt ist. In dem
in der Figur gezeigten Ausschnitt ist ein erstes Klemmelement 5, ein zweites
Klemmelement 6, ein drittes Klemmelement 7 und ein viertes Klemmelement
8 am Halteelement 2 befestigt. Hierzu ist ein durch die Bauteile
3 bis 7 verlaufendes Nietloch 9 mit einem Durchmesser
von ca. 3,2 mm vorgesehen. Im Nietloch 9 ist ein Niet 10 eingesetzt,
der einen unteren Nietkopf 11 und einen oberen Nietkopf 12 aufweist.
Im Bereich des oberen Nietkopfs 12 ist ein Kopfwerkzeug 13 angesetzt.
Im Bereich des unteren Nietkopf 11 ist ein Nieteisen 14 vorgesehen.
Der Niet 10 ist aus Titan der Sorte Grade 2 hergestellt.
Die erste Halteelementplatte 3 und die zweite Halteelementplatte
4 sind aus Titan der Sorte Grade 1 hergestellt. Die Klemmelemente
5–8 sind aus Titan der Sorte Grade 4 hergestellt.
Zur Veranschaulichung ist zwischen dem dritten Klemmelement
7 und dem ersten Klemmelement 5 eine Metalldose 15 geklemmt,
die auf diese Weise für eine Galvanisierung mit dem Halteelement 2 verbunden
ist, das wiederum mit einem Pol einer in dieser Ansicht nicht gezeigten Spannungsquelle
in Verbindung steht.
Zu Herstellung des Eloxiergestells 1 wird dabei wie folgt
vorgegangen. Zunächst werden die beiden Halteelementplatten 3,
4 und die Klemmelemente 5–8 wie in der Figur gezeigt
zueinander angeordnet, wobei der Niet 10 in das Nietloch 9 eingeschoben
wird. Zwischen Nietloch 9 und Niet 10 wird dabei ein vor allem
fertigungsbedingter Spalt von ca. 0,1mm bis 0,3mm vorgesehen sind.
Der Niet 10 kann beim Einschieben in das Nietloch
9 einen bereits fertiggestellten oberen Nietkopf 12 aufweisen.
In diesem Zustand ragt der noch unverformte Schaft des Niets 10 auf der
Unterseite über das dritte Klemmelement 7 hinaus, wobei der in der Figur
gezeigte untere Nietkopf 11 noch nicht hergestellt ist. Abweichend davon
kann der Niet 10 in dem Zustand des Einsetzens auch ausschließlich aus
dem Nietschaft bestehen.
Daraufhin wird das Kopfwerkzeug 13 am Ort des oberen Nietkopfs
12 angesetzt. Das Nieteisen 14 wird an dem gegenüberliegenden
Ende des Niets 10 auf den Nietschaft aufgesetzt. Das Kopfwerkzeug
13 und das Nieteisen 14 werden nun mit einer elektrischen Spannung
beaufschlagt, wodurch sich ein Stromfluß zwischen dem Kopfwerkzeug 13,
dem Niet 10 und dem Nieteisen 14 einstellt, der zuerst den Niet
10 und dadurch den Bereich des Eloxiergestells 1 um den Niet
10 herum erwärmt. Der dabei entstehende Strom wird so eingestellt, daß
sich der Niet 10 auf eine Temperatur von ca. 410°C bis 450°C erwärmt,
wobei dabei eine Temperatur von bis zu 480°C im Bereich des Niets
10 entstehen kann. Während des Erwärmens und danach werden das Kopfwerkzeug
13 und das Nieteisen 14 so aufeinander zugepreßt, daß im Nietschaft
eine mechanische Spannung von bis zu 200 N/mm2 entsteht. Eine besonders
feste Verbindung ergibt sich dabei bereits mit einer mechanischen Längsspannung
im Niet 10 von ca. 150 N/mm2. Mit zunehmender Erwärmung des
Niets 10 erweicht sich dieser, wobei sich das Kopfwerkzeug 13
und Nieteisen 14 aufeinander zu bewegen. Dabei werden der obere Nietkopf
12 und der untere Nietkopf 11 hergestellt. Sobald sich der Nietkopf
12 das Nieteisen 14 soweit zueinander bewegt haben, daß der obere
Nietkopf 12 und der untere Nietkopf 11 hergestellt sind, wird
die elektrische Spannung zwischen Kopfwerkzeug 13 und Nieteisen
14 ausgeschaltet. Der mechanische Druck zwischen Kopfwerkzeug
13 und Nieteisen 14 wird aufrechterhalten, bis sich der Niet
10 etwas abgekühlt hat.
Anschließend kann der Stromfluß ein zweites Mal eingeschaltet werden,
wobei die äußeren Randbereiche des Kopfwerkzeugs 13 und des Nieteisens
14 das dritte Klemmelement 7 und das erste Klemmelement
5 vorzugsweise berühren. Dadurch ergibt sich ein Stromfluß besonders zwischen
diesen beiden Randbereichen, wobei eine leichte Verformung an denjenigen Stellen
der Oberfläche des dritten Klemmelements 7 und des ersten Klemmelements
5 auftritt, die vom Kopfwerkzeug 13 und vom Nieteisen
14 beaufschlagt werden. Es wird vermutet, daß sich dadurch eine besonders
dichte Packung des Niets 10 im Nietloch 9 ergibt, denn derart
hergestellte Nietverbindungen erweisen sich als besonders haltbar beim Einsatz in
Eloxierbädern. Anschließend wird die elektrische Spannung zwischen Kopfwerkzeug
13 und Nieteisen 14 ausgeschaltet. Nach dem Abkühlen des Niets
10 werden Kopfwerkzeug 13 und Nieteisen 14 von dem Halteelement
2 weg bewegt und die Nietverbindung ist hergestellt.
1
- Eloxiergestell
2
- Halteelement
3
- erste Halteelementplatte
4
- zweite Halteelementplatte
5
- erstes Klemmelement
6
- zweites Klemmelement
7
- drittes Klemmelement
8
- viertes Klemmelement
9
- Nietloch
10
- Niet
11
- unterer Nietkopf
12
- oberer Nietkopf
13
- Kopfwerkzeug
14
- Nieteisen
15
- Metalldose