Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zielscheibe, die beheizbar
ist, insbesondere eine Zielscheibe, die bereichsweise beheizbar ist und deren Beheizung
gesteuert werden kann.
Es ist bekannt, Ziel- oder Schießscheiben herzustellen, die frei wählbare
Formen oder Umrisse haben, die dann bei Beleuchtung durch Tages- oder Kunstlicht
sichtbar sind und anvisiert werden können. üblicherweise bestehen derartige Zielscheiben
aus Sperrholz. Aus EP 0 485 040 A1
eine Zielscheibe bekannt, die eine Trefferlast ohne nennenswerte Zerstörung aufnehmen
kann. Diese Zielscheibe besteht aus einer besonderen Polyolefinmischung, nämlich
70-90% HDPE und 30-10% LDPE, die beim Beschluß ein Projektil hindurchtreten läßt
und sich anschließend wieder schließt, so daß im wesentlichen kein Einschußloch
zurückbleibt.
Nachteilig an den bekannten Zielscheiben ist, daß sichtbares Licht
erforderlich ist, um sie anvisieren zu können. Denn die bekannten Zielscheiben nehmen
schnell die Temperatur der Umgebung an, so däß sie mit einer Wärmebilderfassung
nicht sichtbar gemacht werden können.
Der vorliegenden Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, eine Zielscheibe
bereit zu stellen, die den von der Zielscheibe imitierten Zielen dahingehend ähnlich
ist, daß sie hinsichtlich der Wärmestrahlung dem imitierten Ziel entspricht.
Zur Überwindung der vorgenannten Nachteile wird erfindungsgemäß eine
Zielscheibe bereitgestellt, die zumindest teilweise beheizbar ist, um ein erwünschtes
Wärmebild wiederzugeben. Insbesondere ist dies eine herkömmliche Zielscheibe, beispielsweise
eine Zielscheibe aus einem Polyethylengemisch aus 70 – 90 % HDPE und 30 –
10 % LDPE, die bereichsweise beheizbar ist.
Das bereichsweise Beheizen der Zielscheibe erfolgt mittels flexibler
Heizelemente, die sich beim Anlage elektrischen Stromes erwärmen. Diese flexiblen
Heizelemente werden als Elemente für die bereichsweise Behelzug der Zielscheibe
verwendet und bestehen aus elektrisch leitenderm Gewebe oder Gewirke, an das an
zwei gegeüberliegenden Enden oder Kantenbereichen Spannung angelegt werden kann.
Das elektrisch leitende Gewebe oder Gewirke kann zum einen aus einem
flexiblen Leiterbahngewebe, beispielsweise Metallwolle oder Spiralgewirke, insbesondere
( Edel- ) Stahl bestehen, das ein flächiges Element bildet. An zwei gegenüberliegenden
Kanten des flächigen Elementes wird dann Spannung angelegt, wenn das Element heiyen
soll. Dieses flächige Element kann in ein Polyolefin, beispielsweise ein Gemisch
aus 70 - 90 % HDPE und 30 - 10 % LDPE oder auch reines HDPE mit eingegossen sein.
Dabei würde ein Treffer nicht notwendigerweise Leiterbahnen zerstören, da das Leiterbahngewebe
Lücken läßt, die von Leiterbahngewebe frei sind. Selbst wenn ein Treffer Leiterbahnen
unterbricht, würde die Leitung durch die verbleibenden Leiterbahnen noch für eine
ausreichende Beheizung hinreichen, weiterhin erwärmt ein durchtretendes Projektil
dieses Polyolefingemisch so, daß es erweicht, so daß sich das flexible Leiterbahngewebe
wieder aneinander legen kann, um eine neue elektrische Verbindung herzustellen.
Alternativ kann das flächige Element aus flexiblem Leiterbahngewebe
bestehen, ohne in eine Gußmasse eingebettet zu sein.
Bei dieser Ausführungsform wird das flexible Leiterbahngewebe durch
durch äußere Begrenzung in Form gehalten, beispielsweise durch ein Gitter oder eine
Kassette, die das flexible Leiterbahngewebe umgibt. Ein solches Gitter oder eine
Kassette kann selbst leitend sein, beispielsweise aus Metall bestehen, oder auch
nicht leitend sein, wie beispielsweise ein Kunststoff. Weiterhin ist es möglich,
das flexible Leiterbahngewebe in Form eines flächigen Elementes dadurch zu fixieren,
daß kleine Flächenbereiche des Elementes in der Dickenrichtung oder in der Fläche
selbst liegen von einem Polyolefin ausgefüllt werden.
Überdies kann das flächige Element durch eine Gitteranordnung flexiblen
Leiterbahngewebes, beispielsweise flexibler Metallfäden, die spiralig sein können,
erzeugt werden. Spannung zur Beheizug kann an gegenüberliegenden Kanten angelegt
werden.
Als weitere Ausführungsform kann das flexible Leiterbahngewebe, beispielsweise
Metalwolle oder ein Spiralgewirke aus Metall, beispieisweise (Edel-) Stahl dadurch
in seiner Form als flexibles Heizelement festgelegt sein, das es in einem Schlauch
enthalten ist. Dieser Schlauch kann ein Kunststoffschlauch, beispielsweise aus Polyethylen
mit oder ohne Gewebsverstärkung sein. Alternativ kann der Schlauch dadurch gebildet
werden, daß er in die zu beheizende Zielscheibe aus beispielsweise Polyethylen selbst
eingeformt ist. Das Material des Schlauches ist dabei so zu wählen, daß Projektile,
die den Schlauch selbst treffen, die Gesamtform des Schlauches nicht wesentlich
beeinträchtigen, sonder nur Schlitzen hinterlassen, an denen sich das umgebende
Material des Schlauches gegeneinander legt. Als Material für den Schlauch eignet
sich Schlauch aus einem HDPE oder aus 70 – 90 % HDPE mit 30 - 10 % LDPE. Falls
der Schlauch in die Zielscheibe aus Polyethylen selbst eingeformt ist, bildet das
Material der Zielscheibe selbst die Schlauchform, vorzugsweise aus 70 - 90 % HDPE
und 30 – 10 % LDPE.
In dieser Ausführungsform wird ein Projektil, das durch den Schlauch
hindurchtritt und flexibles Leiterbahngewebe zerstört, die Leiterbahn dennoch nicht
vollständig oder dauerhaft unterbrechen können, da sich das flexible Leiterbahngewebe
wieder aneinander legen kann, um eine ektrische Leitung zu ermöglichen.
Die Spannung liegt bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen über
flächige Zuleiterbahnen an, beispielsweise Gewebebänder aus Metall. Die Heizleistung
der flexiblen Heizelemente liegt im Bereich zwischen 10 – 200 Watt, vorzugsweise
10 – 100 Watt und besonders bevorzugt 58 – 72 Watt, der Gesamtwiderstand
liegt im Bereich zwischen 0, 5 – 10 Ohm, 1 – 5 Ohm und bevorzugt 2 –
2, 5 Ohm.
Die flexiblen Heizelemente lassen sich auf der Vorder- oder Rückseite
oder auch im Seitenbereich einer herkömmlichen Schießscheibe befestigen, so daß
sie beim Anliegen von Spannung Wärme erzeugen, die als Muster dem Wärmebild entspricht,
das von dem imitierten Ziel abgegeben würde. So kann beispielsweise das in einem
Schlauch enthalten flexible Leiterbahngewebe in Nuten geklemmt werde, die sich auf
der Rückseite einer dreidimensionalen Schießscheibe ergeben, um den Umriß einer
Person zu erwärmen, d. h. den Umriß im Wärmebild wiederzuspiegeln.
Ein flexibles Heizelement als flächiges Element kann beispielsweise
verwendet werden, um eine flächige Wärmequelle wiederzugeben, wie beispielsweise
Motor- oder Abgaskanal eines Fahrzeuges.
Die erfindungsgemäßen flexiblen Heizelemente, die als Teil einer Zielscheibe
verwendet werden, ermöglichen die willkürliche Darstellung eines Wärmebildes, um
das Wärmebild eines tatsächlichen Zieles zu imitieren. Die besondere Anordnung des
flexiblen Leiterbahngewebes als flächiges Element oder in einem Schlauch enthalten,
ermölicht den vielfachen Beschuß des flexiblen Heizelementes, wobei die Wärmeleistung
auch bei einer hohen Trefferzahl erhalten bleibt. In der besonderen Anordnung des
flexiblen Leiterbahngewebes als flächiges Element oder in einem Schlauch enthalten
bewirkt, daß sich das flexible Leiterbahngewebe auch nach Beeinträchtigung durch
ein Projektil wieder so anordnen kann, daß eine elektrische Leitung möglich wird
und das Wärmebild nicht wesentlich verändert wird. Daher bietet das flexible Heizelement
die Möglichkeit, eine hohe Anzahl von Projektiltreffern hindurchtreten zu lassen,
ohne daß das Wärmebild wesentlich beeinträchtigt würde. Insbesondere bei einer Zielscheibe
aus Polyethylen mit 70 – 90 % HDPE und 30 – 10 % LDPE führt die Verwendung
des erfindungsgemäßen flexiblen Heizelementes zu einer Zielscheibe, die ein willkürlich
einstellbares Wärmebild erzeugt, bei der sowohl die Zielscheibe selbst als auch
das flexible Heizelement selbst eine hohe Zahl von Treffern hindurchtretender Projektile
aufnehmen kann, ohne daß die Stabilität der Zielscheibe selbst oder des flexiblen
Heizelementes oder des Wärmebildes durch eine hohe Anzahl von Treffern beeinträchtigt
wird.
Nach einer solch hohen Anzahl von Treffern, daß das flexible Heizelement
seine Funktion verloren hat, beispielsweise durch zahlreiche Treffer auf dieselbe
Stelle, kann die Schleßscheibe mit flexiblem Heizelement noch für den Beschuß bei
natürlicher oder künstlicher Beleuchtung verwendet werden.
Die Erfindung wird nun anhand von Zeichnungen näher erläutert, bei
denen
1 eine schematische Darstellung eines
flächigen Heizelementes ist,
2 eine schematische Darstellung eines
Heizelementes im Querschnitt, das im Schlauch enthalten ist, und
3 und 4
schematische Darstellung einer Yielscheibe mit Heizelement sind.
In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugsziffern gleiche Teile.
1 zeigt das flexible Leiterbahngewebe
10, das regelmäßig oder unregelmäßig zwischen zwei auf gegenüberliegenden
Seiten angeordneten elektrischen Zuleitungen 11 positioniert ist. Eine
optionale reflektierende Beschichtung 12, beispielsweise aus Alumunium,
kann ausßen auf jeder Oberfläche des flexiblen Heizelementes aufgebracht sein; hier
dargestellt ist die Ausführungsform des flexiblen Heizelementes als flächiges Element,
nicht dargestellt ist eine Umhüllung aus Polyethylen, in welches das flexible Heizelement
insgesamt eingegossen sein kann, bzw. eine Kassette oder eine Umrahmung zur Einfassung
und Umhüllung des flexiblen Heizelementes.
2 zeigt als weitere Ausführungsform des
erfindungsgemäßen flexiblen Heizelementes das flexible Leiterbahngewebe
10, das in einem Schlauch 13 enthalten ist. Die elektrischen Zuleitungen
11 sind jeweils an den Öffnungen der Schlauchenden angebracht. Ein solcher
Schlauch hat beispielsweise eine Wandstärke von 1 – 5 mm und einen Innendurchmesser
von 10 – 50 mm, vorzugsweise 15 – 35 mm.
3 zeigt eine Zielscheibe, die an ein
auf ihrer Oberfläche angeordnetes flexibles Heizelement aufweist, mit dem flexiblen
Leiterbahngewebe 10 und den elektrischen Zuleitungen 11.
4 zeigt eine Zielscheibe 1 mit
einem flexiblen Heizelement in der Ausführungsform in welcher das flexible Leiterbahngewebe
in einem Schlauch enthalten ist. Das flexible Leiterbahngewebe 10 ist hier
an der Umfangslinie der Zielscheibe angeordnet.
Die elektrische Leistung zur Wärmeerzeugung durch die flexiblen Heizelemente
kann durch eine Batterie bereitgestellt werden, die als bevorzugte Ausführung steuerbar
ist. Durch eine Anordnung einzelner flexibler Heizelemente innerhalb einer Zielscheibe
lassen sich durch Beheizung einzelner Elemente unterschiedliche Wärmebilder herstellen,
ohne daß die Zielscheibe selbst oder die Anordnung der Heizelemente innerhalb der
Zielscheibe verändert werden müßten.