PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE20317363U1 01.04.2004
Titel Datenträger
Anmelder Winter AG, 82140 Olching, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 20317363
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.04.2004
Registration date 26.02.2004
Application date from patent application 11.11.2003
IPC-Hauptklasse B42D 15/04
IPC-Nebenklasse B42D 15/10   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Datenträger für visuell lesbare Daten.

Es sind Datenträger bekannt, die aus einem Faltblatt bestehen, das zwischen festen Deckblättern aus Pappe angebracht ist. Solche Datenträger für visuell lesbare Information im Kreditkartenformat bieten einerseits ein Optimum an Handlichkeit und Mobilität und andererseits eine angemessene Informationskapazität bei geringem Platzbedarf. Daneben stellen sie bedingt durch die meist sehr hohen Auflagen einen idealen Werbeträger dar.

Derartige Einrichtungen werden in verschiedenen Ausführungen als Vorteilskataloge, Informationsblätter, Spielpläne, Prospekte, Ortspläne etc. genutzt. Sie sind wegen ihres kleinen Formats leicht, beispielsweise in Brieftaschen, mitzuführen.

Die auf solchen Datenträgern visuell lesbare Informationen sind auch für einen unberechtigten Besitzer der Karte offen zugänglich. Sie können daher nicht Träger von "geheimen" visuell lesbaren Informationen, z.B. numerische Sicherheitscodes oder dergleichen, sein.

Für verschiedene Anwendungen besteht jedoch ein Bedürfnis, auch visuell lesbare "geheime" Informationen sicher gegen unberechtigten Zugriff geschützt auf einer Karte zu verwahren.

Bisher bekannte Anwendungen, bei denen visuell lesbare Daten vor dem offenen Zugang geschützt sind, nutzen in der Regel einfache Papierdatenträger, die in schwarz bedruckten Umhüllungen oder Umhüllungen mit "Stördrucken", wie z.B. dem "Zahlenmeer" bei PIN-Briefen für Mobilfunkkunden, EC-Karten, usw., in Verkehr gebracht werden. Die Nutzung solcher Datenträger mit vertraulichen visuell lesbaren Informationen ist an die Verwahrung in gut verschließenden und manipulationssicheren Umschlägen gebunden. In der Praxis kommen die verwendeten Umschläge diesen Anforderungen oft nicht nach, so dass das Inverkehrbringen dieser bekannten Papierdatenträger mit einem nicht unerheblichen Risiko verbunden ist.

Aus der DE 299 80 104 U1 ist ein Datenträger mit Faltblatt bekannt. Der Datenträger weist ein zusätzliches Fach zum Einschub von Kreditkarten auf.

Aus der EP 0 288 472 B1 ist ein Datenträger mit Faltblatt bekannt, wobei die Deckblätter nicht direkt miteinander verbunden, sondern an diagonal gegenüberliegenden Ecken des Faltblatts befestigt sind.

Die Erfindung zielt darauf ab, einen visuell lesbaren Datenträger zur Verfügung zu stellen, der in einem handlichen Format Platz für eine größere Menge an Informationen bietet und gleichzeitig geschützte Daten für besondere Sicherheitsansprüche trägt. Darüber hinaus soll der Datenträger eine ausreichende mechanische Festigkeit aufweisen.

Die Erfindung erreicht dieses Ziel vorrichtungsgemäß dadurch, dass ein Datenträger für visuell lesbare Daten mit einem Faltblatt, auf dem visuell lesbare Daten aufgebracht sind, steifen Deckblättern, wobei das Faltblatt an einem der Deckblätter befestigt ist und die Deckblätter schwenkbar miteinander verbunden sind, und einem geschützten Datenbereich auf einem Deckblatt und/oder dem Faltblatt mit einer auf dem Datenbereich angeordneten Abdeckung, die leicht und nur unter Beschädigung oder Zerstörung der Abdeckung entfernbar ist, bereitgestellt wird.

Das Faltblatt besteht vorzugsweise aus Papier, Kunststoff oder einem anderen geeigneten, faltbaren und mit visueller Information versehbaren Material. Es ist mit einer permanenten Faltung versehen, so dass es sich auch im entfalteten Zustand leicht wieder zusammenfalten läßt. Bei einigen Ausführungsformen können die durch die Faltung entstehenden Segmente auch durch ein steifes Material gebildet werden. Hierbei sind dann nur die Falten selber aus einem faltbaren Material. Das Faltblatt kann mit Veranstaltungskalendern, Ortsplänen, Tarifinformationen, Gebrauchsanweisungen und allgemeinen Informationen jeder Art bedruckt sein.

Das Faltblatt ist in bevorzugten Ausführungsformen rechtekkig. Andere Ausführungsformen haben, beispielsweise zur Erzielung eines besonderen Designs, nicht-rechteckige Formen.

Bei rechteckigen Faltblättern verlaufen die Falten bevorzugt parallel zu den Rändern des Blatts. In einer Richtung, bevorzugt der Längsrichtung des Rechtecks und der durch die Faltung entstehenden rechteckigen Segmente, besteht die Faltung in einer bevorzugten Ausführungsform aus einer Ziehharmonikafaltung. Die Falten sind dabei jeweils durchgehend in einer Richtung, wobei aufeinanderfolgende Falten in verschiedene Richtungen, das heißt abwechselnd zur Oberseite (nach vorne) und zur Unterseite (nach hinten) zeigen. Die in Querrichtung verlaufende Faltung wird dagegen im zusammengefalteten Zustand der ersten Faltung angebracht. Hierdurch weisen die querverlaufenden Falten in aufeinanderfolgenden Segmenten abwechselnd in verschiedene Richtungen. In anderen Ausführungsformen ist diese Faltung bezüglich der Längs- und Querrichtung vertauscht. Bevorzugt ist die Faltung derart ausgebildet, dass alle Segmente die gleiche Größe und Form aufweisen.

Die steiferen Deckblätter umfassen ein vorderes und ein hinteres Deckblatt. Die Deckblätter dienen zum Greifen des Datenträgers und als mechanischer Schutz für das Faltblatt. Sie weisen in bevorzugten Ausführungsformen in etwa die Form und Größe der Faltblattsegmente auf. Sie sind jedoch bevorzugt etwas größer als diese. Hierdurch wird das Greifen der Deckblätter erleichtert und der Schutz des Faltblatts im zusammengeklappten Zustand verbessert. In einigen Ausführungsformen tragen die Deckblätter ebenfalls visuelle Information.

Die Deckblätter sind bevorzugt aus Papier, Pappe oder Karton ausgebildet. Alternativ können die Deckblätter auch – wie eine herkömmliche Kreditkarte – aus Kunststoff bestehen.

Die beiden Deckblätter sind schwenkbar miteinander gekoppelt. In bevorzugten Ausführungsformen verläuft die Kopplung entlang zweier gleichlanger Kanten der Deckblätter. In einigen Ausführungsformen wird die Kopplung dadurch erreicht, dass die beiden Deckblätter einstückig ausgebildet und über einen Falz gekoppelt sind.

Die Herstellung aus demselben Material und aus einem Stück führt zu einer wesentlichen Senkung der Herstellkosten. Alternativ können die beiden Deckblätter auf andere Weise gekoppelt sein, beispielsweise durch eine Klebeverbindung. Hierbei können die Deckblätter direkt miteinander oder über Verbindungselemente verklebt sein.

Die schwenkbare Kopplung zwischen den Deckblättern geschieht in einigen Ausführungsformen über einen Buchrücken. Dies ist besonders vorteilhaft um Faltblätter zwischen den Deckblättern unterzubringen, die im zusammengefalteten Zustand eine größere Dicke aufweisen. Auch in diesem Fall werden in bevorzugten Ausführungsformen beide Deckblätter und der Buchrücken aus dem gleichen Material und einstückig hergestellt. Der Buchrücken weist an seinen beiden Längsseiten jeweils einen Falz auf, durch den er von den Deckblättern abgetrennt und schwenkbar mit diesen gekoppelt ist.

Einige Ausführungsformen weisen abgerundete Ecken der Deckblätter auf. In einigen Ausführungsformen sind auch die inneren Ecken, also die Ecken der verkoppelten Seiten, abgerundet. Der Falz oder Buchrücken zwischen den Deckblättern ist in diesem Fall etwas kürzer als die Kantenlänge der Deckblätter, so dass der Falz oder Buchrücken nicht in den Bereich der abgerundeten Ecken reicht.

Der Aufbau des Datenträgers und insbesondere die Abmessungen der Deckblätter im zusammengeklappten Zustand richten sich nach der gewünschten Anwendung des Datenträgers. Die Mobilität und Einsetzbarkeit – auch die Akzeptanz beim Endverbraucher – ist dann besonders groß, wenn der Datenträger nach Art einer Kreditkarte ausgebildet ist. Vorteilhaft ist die Länge des Datenträgers kleiner als 11 cm, besonders bevorzugt kleiner als 9 cm. Der Datenträger hat im zusammengeklappten Zustand insbesondere eine Breite von weniger als 9 cm, besonders bevorzugt weniger als 7 cm, wobei sein Format im wesentlichen dem ISO-Norm-Kartenformat entspricht. Selbstverständlich sind auch andere Formate möglich, z.B. für Gewinnspiele oder Lose, bei denen beispielsweise mehr Informationsbedarf für den Kartennutzer besteht.

Das Faltblatt wird auf der Innenseite eines der Deckblätter angebracht. Die Anbringung geschieht in bevorzugten Ausführungsformen durch ein flächiges Verkleben des hintersten beziehungsweise vordersten Faltblattsegments mit dem hinteren beziehungsweise vorderen Deckblatt. Die Anbringung am hinteren (des im aufgeklappten Zustand rechten) Deckblatt erleichtert dabei das Auffalten des Faltblatts für Rechtshänder, da es in diesem Fall mit der rechten Hand ausgeführt wird. Alternativ kann es auch im Falzbereich (z.B. Buchrücken) mit den Deckblättern verbunden sein, so dass beide Innenseiten der Deckblätter mit Information versehen werden kann.

Das Faltblatt ist in bevorzugten Ausführungsformen derart gefaltet, dass es nach außen geöffnet wird, d.h. nach rechts bei der Befestigung auf dem hinteren Deckblatt beziehungsweise nach links bei der Befestigung am vorderen Deckblatt. Es weist dabei in bevorzugten Ausführungsformen eine ungerade Anzahl von Segmenten (das heißt eine gerade Anzahl von Falten) in Längs- und Querrichtung auf. Dadurch befindet sich im zusammengefalteten Zustand die freie Ecke des Faltblatts, d.h. die Ecke, an der das Faltblatt zum Auffalten gegriffen und durch eine aufziehende Bewegung geöffnet wird, an der äußeren Seite, also der Seite zu der das Auffalten erfolgt. Dies erleichtert das Auffalten und das Zusammenfalten in jeweils einer einzigen und natürlichen Bewegung. Die Faltung und die Befestigung des Faltblatts am Deckblatt ist bei einigen Ausführungsformen derart, dass das Auffalten nach unten erfolgt. Bei anderen Ausführungsformen erfolgt das Auffalten nach oben.

Der geschützte Datenbereich ist auf einem der Deckblätter angebracht. Dies kann auf der Außenseite der Deckblätter oder auf deren Innenseite, soweit diese nicht durch das Faltblatt verdeckt ist, geschehen. Der geschützte Datenbereich ist gegen einen unberechtigten Zugriff auf die visuell lesbaren Daten geschützt. Hierfür sind die geschützten visuell lesbaren Informationen auf dem Datenträger durch einen gegen Manipulation geschützten Leseschutz abgedeckt, der nur unter Beschädigung/Zerstörung des Leseschutzes die darunterliegenden Daten freigibt, d.h. nach dem Lesen der Daten nicht wiederherstellbar ist. Ein ggf. stattgefundener unberechtigter Zugriff auf die abgedeckten Daten kann demnach durch den berechtigten Inhaber des Datenträgers jederzeit festgestellt werden. Der erfindungsgemäße Datenträger ist als verläßlicher und gegen Manipulation geschützter Träger von visuell lesbaren Sicherheitsdaten für den öffentlichen Verkehr für bestimmte Anwendungen genauso vorteilhaft und vielfältig einsetzbar, wie es z.B, bekannte Chipkarten sind, – ohne jedoch ein aufwendiges Datenerkennungs- und Verarbeitungssystem zu benötigen.

Als Leseschutz für die auf dem Datenträger gespeicherten geschützten visuell lesbare Daten werden verschiedene Abdekkungsvarianten vorgeschlagen:

Bei einer bevorzugten Variante ist die Abdeckung ein auf dem Datenbereich, auf dem die visuell lesbaren Daten aufgebracht sind, aufzuklebendes oder aufzusiegelndes Etikett oder Rubbelfeld, das nur unter Zerstörung oder Beschädigung des Etiketts bzw. Rubbelfeldes, welches dabei zerreißt oder sich irreversibel deformiert, vom Datenbereich entfernbar ist, mindestens in einem Ausmaß, um die dort vorhandenen visuell lesbaren Daten freizulegen. Dabei ist im einfachsten Fall das Etikett bzw. Rubbelfeld aus einem homogenen deckenden Material gefertigt. Um besonderen Sicherheitsansprüchen nachzukommen, ist das Etikett vorzugsweise aus einem transparenten Material gefertigt und mit einer abrubbel-, abkratz- und/oder abziehbaren Deckschicht, insbesondere Farbschicht, beschichtet.

Alternativ dazu sind derartige Etiketten oder Rubbelfelder bevorzugt mit einer metallisierten Oberfläche, insbesondere eine Hologrammoberfläche, versehen, so dass sie sich ebenso lediglich "zerstörend", zumindest unter sichtbarer Beschädigung der Oberfläche, abziehen lassen, um mindestens die Fläche des visuell lesbaren Datenbereichs freizulegen.

Bei einer weiteren bevorzugten Variante der Abdeckung wird eine abrubbelbare Deckschicht unmittelbar auf dem visuell lesbaren Datenbereich des Trägers aufgetragen, besonders bevorzugt in Form einer abrubbel-, abkratz- und/oder abziehbaren Farb-, (heiß aufgesiegelten und/oder ausgehärteten) Klebe- oder metallischen Schicht. Diese Deckschichten können zusätzlich durch eine abziehbare transparente Folie abgedeckt sein.

All diesen Varianten ist gemeinsam, dass einerseits die Abdeckung durch den berechtigten Inhaber des Datenträgers einfach und schnell mittels Rubbeln, Kratzen oder Abziehen entfernt und die darunter liegenden Sicherheitsdaten freigelegt werden können; andererseits aber ein Unberechtigter nur durch sichtbare Beschädigung/Zerstörung der Originalabdeckung Zugang zu den Sicherheitsdaten erlangt.

Als weiteres Merkmal besonderer Sicherheit sind die zuvor beschriebenen Etiketten und/oder die Deckschichten selbst vorzugsweise zusätzlich mit Anstanzungen versehen, so dass die Etiketten und Deckschichten bei Ablöseversuchen sofort zerreißen bzw. sichtlich beschädigt werden. Der Sicherheitsstandard der Datenträger wird weiter dadurch erhöht, dass vorzugsweise die Etiketten an ihrer Oberfläche mit Stördrucken versehen sind. Diese sollen verhindern, dass die darunter liegenden visuell lesbaren "geheimen" Informationen anhand ihres Reliefs oder am Durchscheinen durch die Abdeckung erkennbar sind.

Zusätzlich kann wenigstens das den geschützten Datenbereich tragende Deckblatt bevorzugt aus einem Sperrschichtkarton gefertigt sein, der vorteilhaft nicht durchleuchtet werden kann.

Nach Realisierung einer der beschriebenen Abdeckungsvarianten, verstärkt auch in deren Kombination, wird der erfindungsgemäße Datenträger auch einer Verwahrung geheimer Informationen höchsten Sicherheitsstandards gerecht. Es ist mit normalen Mitteln nahezu unmöglich, die geheimen Informationen auf dem Datenträger sichtbar zu machen und nach der Einsichtnahme diesen Vorgang so rückgängig zu machen, dass dies nicht als Manipulation erkennbar wäre.

Der Datenträger stellt daher eine einfach handzuhabende und besonders kostengünstige Lösung zur Verwahrung von Informationen dar, die einerseits im öffentlichen Verkehr zirkulieren und andererseits für den Berechtigten Inhaber ein schützenswertes Geheimnis darstellen, wobei gleichzeitig ein Faltblatt mit visuell lesbaren Daten fest mit diesen geschützten Daten verbunden ist und dem Benutzer in handlicher Form als Informationsquelle dient. Die geschützten Daten können z.B. numerische Sicherheitscodes, Zugangscodes, etc. für verschiedenste Anwendungen sein. Diese können z.B. für Lose, Gewinnspiele, und ähnliches einsetzbar sein. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung des erfindungsgemäßen Datenträgers als Werteinheitenträger, sog. "Prepaid Card", "Value Card" oder "Calling Card", in Systemen der Telekommunikation. Dabei ist die mit Hilfe der erfindungsgemäßen Abdeckung vor unberechtigtem Zugriff geschützte visuell lesbare Information ein numerischer Code, der eine geldwerte Zugangsberechtigung für bei dem Kartenherausgeber, z.B. einem Mobilfunkprovider, verwaltete Telefoneinheiten bedeutet. Sowohl für den Kartenherausgeber, als auch für den Kartenkäufer bzw. Inhaber stellt ein kartenförmigen Werteinheitenträger eine organisatorisch besonders praktische und außerdem hohen Sicherheitsansprüchen gerecht werdende Lösung für den öffentlichen Umgang mit solchen Daten dar. Der hohe Sicherheitsstandard des Werteinheitenträgers ist im vorliegenden Anwendungsbereich umso bedeutender, als der Mißbrauch auf der Grundlage des irgendwann "gelesenen" Sicherheitscodes möglich wäre, ohne den Werteinheitenträger tatsächlich zu besitzen. Auf dem Faltblatt können dabei Informationen zu Tarifen, Gebrauchsanweisungen und ähnliches aufgedruckt sein.

Für das Auftragen der visuell lesbaren Sicherheitsdaten im Datenbereich des Trägerelements (sog. Personalisierung bzw. Kodierung des Datenträgers) werden verschiedene Technologien angewendet. Bevorzugt werden hierfür verwendet: Thermotransferdruck, Laserdruck, Ink-jet oder Laserengraving, wobei die Sicherheitsdaten nach dem Prozeß der Personalisierung, wie zuvor beschrieben, abgedeckt werden.

Bei einer hochwertigen Ausführungsform des Datenträgers werden die Deckblätter oder Bereiche auf diesen nach dem Bedrukken durch eine transparente Folie abgedeckt, so dass die bedruckten Werbe- und/oder Informationshinweise gegen Abrieb und Manipulation geschützt sind. Alternativ kann auch eine transparente Lackierung aufgebracht werden.

Bei einer weiteren bevorzugten Variante ist auf den Deckblättern des Datenträgers zusätzlich wenigstens ein Datenbereich vorgesehen, auf dem maschinenlesbare Daten, z.B. in Form von Barcodes, Magnetstreifen, Speicherchips oder Mikroprozessoren, vorhanden sind. Hiermit stellt die Erfindung einen Kombidatenträger sowohl für zugriffsgeschützte maschinenlesbare Daten als auch für zugriffsgeschützte visuell lesbare Daten zur Verfügung, wodurch neue Anwendungsbereiche für derartige Datenträger erschlossen werden, insbesondere als Prepaidkarten-, Kreditkarten- oder kreditkartenähnliche Ausführungen.

Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele. In der Beschreibung wird auf die beigefügte schematische Zeichnung Bezug genommen. In der Zeichnung zeigen:

1 eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Datenträger mit aufgeklappten Deckblättern und entfaltetem Faltblatt;

2 eine Seitenansicht eines zusammengeklappten Datenträgers gemäß 1 mit zusammengefaltetem Faltblatt;

3 eine Rückansicht des zusammengefalteten Datenträgers gemäß 1 mit einem Bereich geschützter Daten; und

4 eine Draufsicht auf den Datenträger mit freigelegten Sicherheitsdaten.

Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele betreffen einen als Werteinheitenträger eingesetzten Datenträger für visuell lesbare Sicherheitsdaten im Kreditkartenformat, welche eine numerisch kodierte Werteinheit darstellen, – nachfolgend "Wertkarte" genannt. Diese Wertkarte trägt zusätzlich ein Faltblatt mit Gebrauchsanweisungen, Tarifen, einem Vorteilskatalog und weiteren Informationen. Der Einfachheit halber sind in den Figuren die gleichen oder entsprechende Merkmale mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.

Die 1 zeigt eine Draufsicht auf eine solche Wertkarte 1 mit aufgeklappten Deckblättern 3,4 und entfaltetem Faltblatt 2. Die Deckblätter 3,4 sind aus Pappe oder Karton und das Faltblatt 2 aus Papier gefertigt. Das vordere Deckblatt 3 liegt in 1 links und das hintere Deckblatt 4 rechts. Die Deckblätter 3,4 sind im wesentlichen rechteckig und haben beide die Abmessungen einer Kreditkarte. Sie sind entlang jeweils einer ihrer langen Kanten über einen Buchrücken 12 gekoppelt. Der Buchrücken 12 und die Deckblätter 3,4 bestehen aus demselben Material und sind einstückig ausgebildet. Die Verbindung des Buchrücken 12 mit den Deckblättern 3,4 ist mittels zweier Falze 11 schwenkbar ausgebildet. Die Deckblätter 3,4 weisen abgerundete Ecken 10 (nur eine Ecke ist in der Figur bezeichnet) auf. Der Buchrücken 12 ist etwas kürzer als die langen Kanten der Deckblätter 3,4, so dass er nicht in den Bereich der abgerundeten Ecken 10 reicht. Das vordere Deckblatt 3 trägt auf seiner abgebildeten Innenseite einen Bereich 14 mit visuell lesbaren Daten. Auch die nicht sichtbare Außenseite des vorderen Deckblatts 3 weist einen solchen Bereich für visuell lesbare Daten auf.

Das Faltblatt 2 ist in 1 in (beinahe) aufgefaltetem Zustand dargestellt. Es ist aus Papier und hat ein rechteckiges Format. In der Längsrichtung der Deckblätter 3,4 weist es eine Ziehharmonikafaltung auf, d.h. durchgehende Falten, die parallel zur Längskante verlaufen und abwechselnd nach vorne und hinten zeigen. In Querrichtung ist eine Faltung ausgebildet, die parallel zu den quer verlaufenden Kanten des Blattes verläuft und in jedem durch die Längsfaltung gegebenen Segment abwechselnd nach vorne und hinten zeigt. Diese beiden Faltungen teilen das Faltblatt in Segmente 15 ein. Diese Segmente 15 haben alle dieselbe Größe und in etwa das Format der Deckblätter 3,4. Sie sind jedoch etwas kleiner als die Deckblätter 3,4, so dass diese im zusammengeklappten Zustand einen mechanischen Schutz für das Faltblatt bilden und die Wertkarte 1 leicht an den Deckblättern 3,4 gegriffen werden kann.

Das untere linke Segment des Faltblatts 2 ist flächig mit der Innenseite des hinteren Deckblatts 4 verklebt.

Die Faltung des Faltblatts 2 ist permanent, so dass das Faltblatt 2 leicht wieder zusammengefaltet werden kann. Die Faltung besteht aus einer geraden Anzahl von Längs- und Querfalten. Hierdurch liegt die Ecke 17 im zusammengefalteten Zustand rechts oben, d.h. in der Öffnungsrichtung des Faltblatts 2. Bei aufgeklappten Deckblättern 3,4 kann die Wertkarte 1 somit mit der linken Hand am vorderen Deckblatt 3 gegriffen werden, wobei das Faltblatt 2 mit der rechten Hand über die obere rechte Ecke 17 leicht mit einer durchgehenden Bewegung auf- und zusammenfaltbar ist.

Das Faltblatt 2 ist mit Tarifinformationen, Gebrauchshinweisen und weiteren Informationen beidseitig bedruckt.

2 zeigt die Wertkarte 1 in zusammengeklapptem Zustand. Die Deckblätter 3,4 sind sind dazu um die Falze 11 gegenüber dem Buchrücken 12 geschwenkt. Das Faltblatt 2 ist zusammengefaltet und befindet sich zwischen den Deckblättern 3,4. Die Abmessung der Deckblätter 3,4 ist etwas größer als die des zusammengefalteten Faltblatts 2, wodurch dieses durch die Deckblätter 3,4 mechanisch geschützt wird. Durch den Buchrükken 12 haben die Deckblätter 3,4 im zusammengeklappten Zustand den notwenigen Abstand, um das zusammengefaltete Faltblatt 2 aufzunehmen.

3 zeigt eine Draufsicht der Außenseite des hinteren Deckblatts 4 der Wertkarte 1 im zusammengeklappten Zustand. Das Deckblatt 4 hat abgerundete Ecken 10. In einem Bereich 13 sind visuell lesbare Daten angebracht. Ein weiterer Bereich trägt einen Barcode 16.

Das Deckblatt 4 weist einen Abschnitt bzw. einen Datenbereich 5 für visuell lesbare Sicherheitsdaten auf. Der Datenbereich 5 ist mit einem rechteckigen, länglichen Haftetikett 6 oder einem Hot-stamp abgedeckt. Vor der Abdeckung werden die o.g. Sicherheitsdaten in dem Datenbereich 5 aufgebracht, z.B. im Thermotransferdruck-, Laserdruck-, Ink-Jet- oder Laserengravingverfahren. Nach diesem Vorgang, der sog. Personalisierung der Wertkarte 1, wird der Datenbereich 5 mit dem selbstklebenden Haftetikett 6 oder Hot-stamp abgedeckt.

Das in 3 dargestellte Haftetikett 6 besteht aus einer transparenten Trägerfolie mit aushärtbarer Klebeschicht, die mit einer (undurchsichtigen) abrubbelbaren silbrigen Farbschicht beschichtet ist. Die Farbschicht ist ferner mit einem sog. "Stördruck" bedruckt, d.h. mit unregelmäßig schwarzen Abschnitten, so dass die Oberfläche des Haftetiketts 6 eine unregelmäßige schwarz-graue Schattierung aufweist. Die Trägerfolie des Haftetiketts 6 ist außerdem mit mehreren pfeilförmigen Anstanzungen versehen, die längs der Trägerfolie mit wechselnder Orientierung aneinandergereiht sind. Wird die Abdeckung des Datenbereichs mit einem Hotstamp realisiert, ist eine solche Anstanzung nicht erforderlich, da dieser aufgrund seiner extrem dünnen Materialstärke ohnehin nicht zerstörungsfrei abgelöst werden kann.

Diese Ausgestaltung des Haftetiketts 6 macht eine Manipulation, d.h. ein unberechtigtes Lesen der Sicherheitsdaten nahezu unmöglich, ohne dass die Manipulation nicht feststellbar bliebe. Die Sicherheitsdaten können lediglich freigelegt werden, indem die Farbschicht vom Haftetikett 6 und die Trägerfolie des Haftetiketts 6 wenigstens teilweise abgekratzt oder abgerubbelt werden. In beiden Fällen wird die Abdeckung des Datenbereichs 5 sichtbar beschädigt bzw. zerstört. Die einmal abgerubbelte Farbschicht ist mit einfachen Mitteln nicht wiederherstellbar. Auch ein Abziehen des Haftetiketts führt aufgrund der Anstanzungen zu einem Zerreißen der Trägerfolie selbst, was bei einem Versuch der Wiederherstellung der Abdeckung auf jeden Fall sichtbar bleibt. Als weiteres Sicherheitsmerkmal verhindert der "Stördruck" auf dem Haftetikett 6, dass die darunterliegenden Sicherheitsdaten bei aufgeklebtem Haftetikett 6 durchscheinen oder anhand ihres Reliefs, das sich gegebenenfalls auf der Oberfläche des Haftetiketts 6 abbildet, erkennbar sind.

Anhand von 4 wird dies nochmals veranschaulicht. 4 zeigt das Deckblatt 4 entsprechend der 3 jedoch mit teilweise freigelegten Sicherheitsdaten, hier ein Zahlencode 21. Die Trägerfolie des Haftetiketts 6 ist dort von links teilweise abgerubbelt; außerdem ist auch die Farbschicht auf der Trägerfolie des Haftetiketts 6 teilweise abgerubbelt. Der Zahlencode 21 ist nunmehr (teilweise) erkennbar – bei gleichzeitig sichtbarer und irreversibler Zerstörung der Originalabdeckung.


Anspruch[de]
  1. Datenträger (1) für visuell lesbare Daten mit: –

    einem Faltblatt (2), auf dem visuell lesbare Daten aufgebracht sind,

    –steifen Deckblättern (3,4), wobei das Faltblatt (2) an einem der Deckblätter (3,4) befestigt ist und die Deckblätter (3,4) schwenkbar miteinander verbunden sind,

    – einem geschützten Datenbereich (5) auf einem Deckblatt (3,4) und/oder dem Faltblatt (2) mit einer auf dem Datenbereich (5) angeordneten Abdeckung (6), die leicht und nur unter Beschädigung oder Zerstörung der Abdeckung (6) entfernbar ist.
  2. Datenträger (1) gemäß Anspruch 1, bei welchem die beiden Deckblätter (3,4) einstückig ausgebildet sind.
  3. Datenträger (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem der geschützte Datenbereich (5) außen auf einem der Deckblätter (3,4) angebracht ist.
  4. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Deckblätter (3,4) nach Art einer Kreditkarte ausgebildet sind.
  5. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Deckplätter (3,4) aus Papier, Pappe, Karton oder Kunststoff ausgebildet sind.
  6. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Deckblätter (3,4) visuell lesbare Information tragen.
  7. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem das Faltblatt (2) mit einem der Deckblätter (3,4) auf dessen Innenseite verklebt ist.
  8. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Deckblätter (3,4) auch wenigstens einen Datenbereich umfassen, auf welchem maschinenlesbare Daten gespeichert sind.
  9. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Deckblätter (3,4) und die durch die Faltung entstehenden Segmente (15) des Faltblatts (2) im wesentlichen die gleiche Form und Größe haben, wobei die Deckblätter (3,4) etwas größer als die Segmente des Faltblatts (2) sind.
  10. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem das Faltblatt (2) ein rechteckiges Format hat.
  11. Datenträger (1) nach Anspruch 10, bei welchem das Faltblatt (2) eine parallel zu seinen Kanten verlaufende Längs- und Querfaltung aufweist.
  12. Datenträger (1) nach Anspruch 11, bei welchem die durch die Faltung entstehenden rechteckigen Segmente (15) im wesentlichen dieselbe Größe haben.
  13. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Deckblätter (3,4) über einen Buchrücken (12) verbunden sind.
  14. Datenträger (1) gemäß Anspruch 13, bei welchem die beiden Deckblätter (3,4) mit dem Buchrücken (12) einstückig ausgebildet sind.
  15. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Abdeckung (6) ein ablösbares aufzuklebendes oder auf zusiegelndes Etikett ist, welches beim Ablösen zerreißt oder sich irreversibel deformiert.
  16. Datenträger (1) nach Anspruch 15, bei welchem das Etikett aus transparentem Material gefertigt und mit einer abrubbel-, abkratz- und/oder abziehbaren Deckschicht, insbesondere Farbschicht, beschichtet ist.
  17. Datenträger (1) nach Anspruch 14, bei welchem das transparente Material mit Anstanzungen versehen ist.
  18. Datenträger (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, bei welchem die Abdeckung (6) als Hot-stamp ausgebildet ist.
  19. Datenträger (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem wenigstens das den geschützten Datenbereich (5) tragende Deckblatt (3,4) aus einem Sperrschichtkarton gefertigt ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com