Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von
verunreinigtem Erdboden, umfassend gefährliche Verunreinigungen wie Dioxine, Schwermetalle
und andere flüchtige Stoffe.
Viele Industriestandorte besitzen verunreinigten Erdboden, umfassend
Schwermetalle wie Hg, Pb, As, Cd und auch Dioxine, der behandelt werden muss, bevor
eine ordnungsgemäße Entsorgung des Erdbodens möglich ist. Eine große Anzahl an Verfahren
wurde für die Behandlung von verunreinigtem Erdboden vorgeschlagen. Es gibt verschiedene
Wege den Erdboden zu behandeln, abhängig vom Grad der Kontaminierung und dem Gehalt
der gefährlichen Verunreinigungen. Im Falle von Erdboden, der mit Dioxinen und Schwermetallen
verunreinigt ist, ist eine thermische Aufbereitung das wirksamste Verfahren.
Thermische Aufbereitung von verunreinigtem Erdboden kann mittels Verbrennung
bei hohen Temperaturen oder mittels Behandlung bei niedrigen und gemäßigten Temperaturen
durchgeführt werden. Um eine Gasphase mit den desorbierten gasförmigen Schwermetallen
zu bilden, muss die Gesamttemperatur der Behandlung die Temperatur der Phasenumwandlung
von der Flüssigkeit zum Gas überschreiten. Dennoch ist es aufgrund der erheblichen
Bildung von Rauchgasen nicht wünschenswert, eine thermische Aufbereitung bei zu
hohen Temperaturen durchzuführen. Eine thermische Aufbereitung bei niedriger und
gemäßigter Temperatur ist jedoch für die Eliminierung von Dioxinen nicht ausreichend.
Somit sind die Verfahren für die thermischen Aufbereitungen widersprüchlich bei
der Erreichung des gewünschten Ziels.
Pyrolyse ist ein bekanntes Verfahren, um die Menge an Rauchgasen zu
reduzieren, wenn Erdboden thermisch aufbereitet wird. Der Ofen wird vorzugsweise
indirekt geheizt und die Ofenkammer kann abgedichtet werden, um eine Luftzufuhr
zu verhindern. Bekannt sind auch Verfahren mit einer Kombination aus thermischen
Aufbereitungen bei niedrigen und gemäßigten Temperaturen, aber es gelingt ihnen
nicht, eine wirksame und vollständige Behandlung der verunreinigten Erdböden zur
Verfügung zu stellen, welche sowohl Dioxine als auch Schwermetalle umfasst. Die
bekannten Verfahren konzentrieren sich entweder auf die Eliminierung von Dioxinen
oder auf die Wiedergewinnung von Schwermetallen aus dem Erdboden. Die gemeinsame
Behandlung von Dioxinen und Schwermetallen ist nicht selbstverständlich aufgrund
des widersprüchlichen Wunsches, Dioxine zu eliminieren, während gleichzeitig die
Menge an Rauchgasen minimal gehalten wird.
EP-B1-245655 betrifft ein Verfahren zur Entfernung flüchtiger, schädlicher
Stoffe, wie Quecksilber, und Wasser aus verunreinigtem Erdboden durch thermische
Aufbereitung des Erdbodens, wobei das aus der thermischen Aufbereitung resultierende
Gas einer Kondensation unterzogen wird, um eine flüssige Phase abzuführen. Das restliche
Gas kann einer Tieftemperaturkühlung bis zu einer Temperatur unter 5°C unterzogen
werden.
WO-A1-9530453 offenbart ein Verfahren zur Entfernung flüchtiger Verunreinigungen,
wie Dioxine, aus Erdboden oder anderem Altmaterial, indem sie in einer thermischen
Desorptionsanlage erhitzt werden und das Gas des Verfahrens durch ein Matrixbett
geführt wird, um die verflüchtigten Verunreinigungen zu oxidieren.
EP-A1-624410 betrifft ein Verfahren zur Entfernung organischer Verbindungen
und flüchtiger Metalle aus Erdboden unter Verwendung thermischer Desorption. Die
verflüchtigten Verunreinigungen werden in eine Füllkörperkolonne gebracht, um einen
Gasstrom und eine Flüssigkeit zu erzeugen.
C. P. Broadbent et al. (Aufbereitungstechnik, Bd. 35 (1994) Nr. 6,
Wiesbaden) offenbart ein Verfahren zur Behandlung von Erdboden umfassend die Stufen
Erhitzen des Erdbodens im Bereich bis zu 900°C, wobei ein Erdbodenrückstand
und eine Quecksilber und Dioxine enthaltende Gasphase gebildet werden, Entfernung
des Erdbodenrückstands, weitere Behandlung des Gases durch Nachverbrennung, Quenchkühlen
der Verbrennungsgase und Behandlung des restlichen nichtkondensierten Gases.
Die gegenwärtige Erfindung unterscheidet sich von diesem Stand der
Technik im Wesentlichen dadurch, dass an den heißen Verbrennungsgasen ein erster
Quenchkühlungsschritt auf eine Temperatur im Bereich von 100°C bis 200°C
durchgeführt wird und die aus diesem Quenchkühlungsschritt der ersten Stufe austretenden
Gase gefiltert werden, bevor sie einem zweiten Quenchschritt auf eine Temperatur
im Bereich von unter 30°C zugeführt werden, wobei letzterer Grad der Kühlung
vom Stand der Technik umfasst ist.
Mit der Lösung gemäß dem Verfahren vorliegender Erfindung ist es möglich,
sowohl die Eliminierung von Dioxinen zu ermöglichen, als auch die Menge an Rauchgasen
minimal zu halten und gleichzeitig in dem verunreinigten Erdboden adsorbierte Schwermetalle
abzutrennen. Das Verfahren wird in den angefügten Patentansprüchen beschrieben.
Die Lösung gemäß vorliegender Erfindung stellt ein Behandlungsverfahren
zum Entfernen von Quecksilber und Dioxinen aus verunreinigtem Erdboden zur Verfügung,
wobei der Erdboden in folgenden Stufen behandelt wird:
i) Pyrolysieren des Erdbodens in einem Ofen bei einer Temperatur im Bereich von
450°C bis 800°C, Bilden eines Erdbodenrückstands (8), welcher an
Quecksilber und Dioxinen abgereichert ist, und einer Gasphase (7), welche
Quecksilber und Dioxine enthält, ii) Entfernen des Erdbodenrückstands, welcher an
Quecksilber und Dioxinen abgereichert ist, aus dem Ofen, iii) weiteres Behandeln
des Gases durch Nachverbrennung bei einer Temperatur von mindestens 800 °C und
einer Verweilzeit von mindestens 1 Sekunde, iv) Quenchkühlen der
heißen Verbrennungsgase, welche in Stufe iii) gebildet werden, auf eine Temperatur
im Bereich von etwa 100°C bis etwa 200°C und anschließendes Filtrieren der
Gase aus dem Quenchkühlen, v) Wiedergewinnen von Quecksilber aus dem Gas aus Stufe
iv) in einem Kondensationsgefäß, welches in einem Temperaturbereich von 2°C
bis 30°C betrieben wird, vi) Behandeln des restlichen nichtkondensierten Gases
aus Stufe v) vor der Abgabe an die Atmosphäre.
Der Dioxingehalt im Erdboden kann erheblich variieren. Ein üblicher
Durchschnittsgehalt an Dioxinen kann bei etwa 4000 ng/kg Trockenstoff liegen.
Das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung kann verwendet werden,
um eine große Anzahl an Metallen wiederzugewinnen, die im Erdboden adsorbiert sind.
Das Verfahren ist besonders geeignet zur Behandlung von Erdboden umfassend Schwermetalle
wie Hg, Dioxine und andere flüchtige Stoffe. Außerdem können anteilige Mengen von
Verunreinigungen im Erdboden wie As, Pb, Cd, Cu und Zn verringert werden. Das Verfahren
wird vorzugsweise verwendet, um Quecksilber und Dioxine aus verunreinigtem Erdboden
wiederzugewinnen. Der Quecksilbergehalt im Erdboden kann erheblich variieren. Ein
üblicher Durchschnittsgehalt an Quecksilber kann bei etwa 40 mg/kg Trockenstoff
liegen.
Bevor das verunreinigte Material der pyrolytischen Behandlung unterzogen
wird, wird das Material vorzugsweise einer einleitenden Reinigungsbehandlung unterzogen.
Zuerst kann unerwünschtes Material wie Metallteile und Kunststoffe abgetrennt werden.
Holz und gröbere Steine können auch abgetrennt werden. Dann wird der Erdboden geeigneterweise
klassiert und jedes Material, das gröber als 80 mm ist, wird abgetrennt, bevor der
Erdboden für die Pyrolyse in den Ofen eingefüllt wird. Das abgetrennte Holz und
die Steine werden vorzugsweise zerstoßen und gemahlen und anschließend in die vorstehend
erwähnte Klassierung zurückgegeben. Die entfernten Metallteile können gewaschen
und entsorgt werden und das Waschwasser wird geeigneterweise einer gesonderten Behandlung
zugeführt.
Nach der bevorzugten einleitenden Reinigungsbehandlung wird der Erdboden
zu einer Pyrolysebehandlung gebracht. Der Ofen kann ein beliebiges Modell sein,
vorzugsweise ein fortlaufend befüllter und abgedichteter Ofen. Vorzugsweise wird
von einem Drehofen Gebrauch gemacht. Der Erdboden kann mit einem Vorschub in den
Ofen gefüllt werden. Die Verwendung eines Ofens, in dem der verunreinigte Erdboden
auf einem Förderband transportiert wird, ist ebenfalls möglich. Die Ofenkammer ist
vorzugsweise luftdicht verschlossen und mit einem Inertgas, wie Stickstoff, und
Wasserdampf versorgt. Vorzugsweise wird das ganze System unter leichtem Vakuum (unterhalb
atmosphärischen Drucks) gehalten, um die Risiken eines Ausströmens in die Atmosphäre
zu vermeiden. Geeigneterweise liegt der Druck bei der Pyrolyse im Bereich von etwa
100 Pa bis etwa 5000 Pa. Die thermische Aufbereitung wird vorzugsweise in im Wesentlichen
sauerstofffreier Atmosphäre durchgeführt und der Ofen wird vorzugsweise indirekt
geheizt, z. B. durch Erhitzen der Außenwand des Ofens mit verflüssigtem Petroleumgas
und Luft oder einem ähnlichen Brennstoff. Das Heizen kann auch unter Verwendung
elektrischen Stroms durchgeführt werden. Die Temperatur während der Pyrolysebehandlung
liegt im Bereich von etwa 450°C bis etwa 800°C, geeigneterweise von etwa
500°C bis etwa 700°C und vorzugsweise von etwa 500°C bis etwa 650°C.
Die Verweilzeit in der Pyrolyse liegt geeigneterweise im Bereich von etwa 5 Minuten
bis etwa 120 Minuten, bevorzugt von etwa 10 Minuten bis etwa 90 Minuten und am stärksten
bevorzugt von etwa 20 Minuten bis etwa 60 Minuten. Durch das Pyrolyseverfahren werden
gefährliche Verunreinigungen aus dem Erdboden desorbiert und bilden eine Gasphase.
Zurück bleibt ein sauberer Erdbodenrückstand. Nach der Pyrolyse wird der saubere
Erdboden aus dem Ofen entfernt, wobei er vorzugsweise gekühlt wird.
Die Gasphase aus der Pyrolyse wird in einer Nachverbrennung weiter
thermisch aufbereitet. Das Gas umfasst bevorzugt Schwermetalle, Dioxine, Kohlenwasserstoffe,
Wasserdampf, Staub und Verbrennungsrückstände. Während der Nachverbrennung werden
im Wesentlichen alle Dioxine thermisch zersetzt. Die Nachverbrennung wird geeigneterweise
in einer mit Sauerstoff angereicherten Atmosphäre durchgeführt und das Heizen erfolgt
entweder direkt, d. h. Heizen mit einer offene Flamme, oder indirekt. Verflüssigtes
Petroleumgas zusätzlich zu Sauerstoff und Luft oder ähnliche Brennstoffe können
zum Heizen verwendet werden. Die Nachverbrennung kann bei einer Temperatur von mindestens
etwa 800°C und einer Verweilzeit von mindestens 1 Sekunde durchgeführt werden.
Geeigneterweise wird die Nachverbrennung bei einer Temperatur von mindestens etwa
900°C und vorzugsweise bei einer Temperatur von mindestens etwa 1000 °C
durchgeführt. Die obere Temperatur der Nachverbrennungsbehandlung ist nicht kritisch
und wird nur durch verfahrenstechnische Gründe begrenzt. Eine geeignete Obergrenze
der Temperatur kann auf etwa 1500°C gesetzt werden. In der vorzugsweise mit
Sauerstoff angereicherten Atmosphäre der Nachverbrennung wird der Dioxingehalt im
Gas eliminiert. Gleichzeitig werden die Kohlenwasserstoffe verbrannt.
Nach der Nachverbrennung werden die heißen Verbrennungsgase auf eine
Temperatur im Bereich von etwa 100°C bis etwa 200°C quench-gekühlt und gefiltert,
um die Rückbildung von Dioxinen zu verhindern. Die Rückbildung von Dioxinen ist
im Temperaturbereich 200–400°C wahrscheinlich. Das Quenchkühlen ist geeigneterweise
ein recht rascher Vorgang, um den kritischen Temperaturbereich so schnell wie möglich
zu passieren. Das Quenchkühlen kann in weniger als etwa 10 Sekunden und vorzugsweise
im Bereich von etwa 1 Sekunde bis etwa 10 Sekunden durchgeführt werden. Das Quenchkühlen wird
vorzugsweise durch Einspritzen von Wasser in das Gas, z. B. mit Hilfe von Sprinklern,
durchgeführt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Quenchkühlen nicht auf eine Kondensation
des Gases abzielt. Das Ziel ist im Gegenteil, das Gas während der Quenchkühlungsstufe
weiterhin im Wesentlichen in der Gasphase zu halten. Vorzugsweise wird das Quenchkühlen
bei einer Temperatur im Bereich von etwa 150°C bis etwa 200°C, geeigneterweise
im Bereich von etwa 150°C bis etwa 180°C durchgeführt.
Das Gas aus dem Quenchkühlen kann zur Abtrennung von Verbrennungsrückständen
und Staub aus dem Gas durch einen Filter geführt werden. Feststoffe aus der Abtrennung
durch den Filter können in den Pyrolyseofen zurückgeführt werden. Geeigneterweise
wird von einer so genannten Schlauchfilteranlage Gebrauch gemacht, die einen Textilfilter
enthalten kann.
Die quench-gekühlten Gase werden dann in ein Kondensationsgefäß gebracht,
um den Hauptanteil des Schwermetallgehalts in den Gasen wieder zu gewinnen. Das
Kondensationsgefäß wird in einem Temperaturbereich von etwa 2°C bis etwa 30°C
betrieben. Die Kühlfläche, vorzugsweise von etwa 2 m2 bis etwa 30 m2,
kann aus einer oder mehreren Röhren bestehen. Falls nötig, kann eine Kühlvorrichtung
an den Verflüssiger angeschlossen werden. Zu dem Zweck, das Kondensationsgefäß frei
von Ablagerungen zu halten, wird vorzugsweise im Gefäß Wasser versprüht. In Verbindung
mit dem geeigneten Kondensationsgefäß kann ein Wärmetauscher installiert werden.
In der Kondensationsstufe werden Schwermetalle und Wasser aus dem Gas kondensiert.
In den anschließenden Nachbehandlungen werden das Wasser und die Schwermetalle (in
fester Form) getrennt. Ein weiteres geeignetes Gerät zur Wiedergewinnung ist ein
Nassreiniger. Der Nassreiniger kann die Form eines Turmes haben, in dem die quenchgekühlten
Gase durch Einspritzen von Wasser, z. B. mit Hilfe von Sprinklern, gewaschen werden.
Die Hauptverunreinigungen im Gas werden dem Sprinklerwasser folgen, wonach Wasser
und feste Phase der Verunreinigungen getrennt werden. Die Trennung wird vorzugsweise
durch Zentrifugieren oder Gravimetrie erreicht. Im Falle der Verwendung einer Nassreiniger-Ausrüstung
ist der vorstehend erwähnte optionale Filter zur Abtrennung von Verbrennungsrückständen
und Staub (nach dem Quenchkühlvorgang) geeigneterweise in derselben Nassreiniger-Ausrüstung
eingebaut.
Das Wasser aus den Behandlungen zur Wiedergewinnung kann zur weiteren
Behandlung an einen aussen gelegenen Platz gebracht werden, z. B. um es von Restmengen
an im Wasser gelöstem Quecksilber zu reinigen.
Das restliche nichtkondensierte Gas aus der Wiedergewinnungsstufe
der Gase (aus dem Quenchkühlen) wird weiter behandelt, um Quecksilber und Dioxine
zu entfernen, bevor die übrigen Gase an die Atmosphäre abgegeben werden. Eine solche
Gasbehandlung kann mit Aktivkohlefiltern durchgeführt werden. Für den Fall, dass
das Gas Quecksilber umfasst, adsorbieren solche Aktivkohlefilter den Hauptanteil
des übrigen Quecksilbergehalts im Gas. Der bevorzugte Aktivkohlefilter kann nach
dem Gebrauch dem Pyrolyseofen zugeführt werden. Natürlich können andere geeignete
Geräte für Gasreinigungsverfahren zur Behandlung der nichtkondensierten Gase verwendet
werden. Die bevorzugten Aktivkohlefilter können auch mit Schwefel behandelt sein.
Andere Filter, wie mit Selen behandelte Filter, können ebenfalls zur Behandlung
des restlichen nichtkondensierten Gases verwendet werden. Eine weitere mögliche
Behandlung des restlichen nichtkondensierten Gases kann durch eine Behandlung mit
einem Zeolith durchgeführt werden.
Gemäß einer möglichen Abwandlung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung
kann das vorliegende Verfahren zur Behandlung von verunreinigtem Erdboden auch vorteilhaft
für die Rückgewinnung von Aktivkohle oder Aluminiumoxid oder anderen verunreinigten
Materialien mit desorbierbaren Schadstoffen verwendet werden, die zusammen mit dem
Erdboden behandelt werden können. Aus der Chloralkalielektrolyse stammender Schlamm
kann ebenfalls mit dem verunreinigten Erdboden gemischt werden, um die Feuchtigkeit
und das Eindringen der möglichen Quecksilberkonzentration aus dem Material in den
Ofen niedrig zu halten.
Der mit vorliegendem Verfahren behandelte Erdboden besitzt folgenden
maximalen Verunreinigungsgrad: Hg < Smg/kg Trockenstoff, Dioxin < 200 ng/kg Trockenstoff
und geringe Mengen anderer flüchtiger Substanzen, wie Erdöl, organische Lösungsmittel,
PCB, DDT und andere. Außerdem kann die Menge an Verunreinigungen wie As, Cd, Pb,
Cu und Zn ebenfalls erheblich gesenkt werden. Der maximale Verunreinigungsgrad an
Hg und Dioxin wird jedoch vorzugsweise auf einem noch niedrigeren Niveau gehalten.
Die Verunreinigung mit Hg kann sogar bei 0,1 mg/kg Trockenmasse oder noch weniger
liegen. Die Verunreinigung mit Dioxin kann sogar bei 10 ng/kg Trockenmasse oder
noch weniger liegen. Der behandelte Erdbodenrückstand kann entsorgt oder als Deponiematerial
verwendet werden.
Gemäß einer Ausführungsform vorliegender Erfindung kann ein Hochtemperaturfilter
zur Behandlung der Gase aus der Pyrolyse verwendet werden, bevor die Nachverbrennungsbehandlung
durchgeführt wird. Feststoffe aus der Abtrennung mit dem Hochtemperaturfilter können
in den Pyrolyseofen zurückgeführt werden.
Eine mögliche Ausführungsform der Erfindung wird nun unter Bezugnahme
auf die begleitende Zeichnung beschrieben werden, in der 1
ein Fließschema darstellt, das eine zur Durchführung des erfinderischen Verfahrens
geeignete Anlage veranschaulicht.
So zeigt 1 ein Fließschema zur Veranschaulichung
der bevorzugten Verfahrensstufen. In einem bevorzugten Verfahren
wird das verunreinigte Material (1) vorzugsweise einer einleitenden Reinigungsbehandlung
(2) unterzogen, in der der Erdboden klassiert und unerwünschtes Material
abgetrennt wird. Nach der bevorzugten einleitenden Reinigungsbehandlung wird der
Erdboden zur Pyrolysebehandlung (3) gebracht. Die Ofenkammer kann mit Stickstoffgas
(4) und Wasserdampf (5) versorgt werden, um einen abgedichteten
Ofen zu erhalten. Die Ofenatmosphäre ist im Wesentlichen sauerstofffrei.
Vorzugsweise wird das ganze System unter leichtem Vakuum gehalten,
um die Risiken eines Ausströmens in die Atmosphäre zu vermeiden. Das Heizen des
Ofens kann durch Erhitzen der Außenwand des Ofens mit verflüssigtem Petroleumgas
(6) und Luft oder mit elektrischem Strom durchgeführt werden. Im Pyrolyseverfahren
wird die gefährliche Verunreinigung aus dem Erdboden desorbiert und bildet eine
Gasphase (7). Zurück bleibt ein sauberer Erdbodenrückstand (8).
Nach der Pyrolyse wird der saubere Erdboden aus dem Ofen entfernt. Die Gasphase
aus der Pyrolyse wird in einer Nachverbrennungsstufe (9) weiter thermisch
aufbereitet. Das Heizen kann direkt in einer offenen Flamme durch Erhitzen mit z.
B. verflüssigtem Petroleumgas (10) und Luft erfolgen. Sauerstoff kann ebenfalls
zugegeben werden. Nach der Nachverbrennung werden die heißen Verbrennungsgase quench-gekühlt
(11), um die Rückbildung von Dioxinen zu verhindern. Das Quenchkühlen wird
durch Einspritzen von Wasser (12) in das Gas, z. B. mit Hilfe von Sprinklern,
durchgeführt. Das Gas aus dem Quenchkühlen kann zur Abtrennung von Verbrennungsrückständen
und Staub aus dem Gas durch einen Filter (13) geführt werden. Feststoffe
(14) aus der Abtrennung durch den Filter können in den Pyrolyseofen zurückgeführt
werden. Die quench-gekühlten Gase werden dann in eine Stufe zur Wiedergewinnung
(15) des Hauptanteils des Schwermetallgehalts in den Gasen gebracht. Schwermetalle
(fest) und Wasser werden aus dem Gas wiedergewonnen (16). In Nachbehandlungen
(17) werden das Wasser und die Schwermetalle (in fester Form) getrennt.
Das Wasser (18) kann zur weiteren Behandlung an einen aussen gelegenen
Platz gebracht werden. Das restliche nichtkondensierte Gas (19) aus der
Wiedergewinnungsstufe (15) wird weiter behandelt (20), bevor die
übrigen Gase (21) an die Atmosphäre abgegeben werden. Eine solche Gasbehandlung
kann mit Aktivkohlefiltern durchgeführt werden.
Die Endung ist keineswegs auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt. Auch sind alle in der Beschreibung und den angefügten Patentansprüchen
als Prozent und Teile angegebenen Zahlen, falls nicht anders angegeben, auf das
Gewicht bezogen.