Die vorliegende Erfindung betrifft flammenhemmende Zusammensetzungen,
die insbesondere zur Vermeidung und Bekämpfung von Lauffeuern vorgesehen sind.
Insbesondere betrifft die Erfindung Zusammensetzungen mit erhöhter
Stabilität und reduzierter Korrosivität gegenüber Eisenmetallen.
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung flammenhemmende
Zusammensetzungen, die insbesondere die Aufgabe haben, die Entstehung bzw. Ausbreitung
von Lauffeuern zu verhindern, und die vor allem für eine Anwendung aus der Luft
geeignet sind.
Gemäß noch einem anderen, spezifischeren Aspekt betrifft die Erfindung
flammenhemmende Zusammensetzungen, die speziell für eine Anwendung aus der Luft
vorgesehen sind und mit einem Kohlenhydrat-Verdickungsmittel wie einem Galactomannan-
oder derivatisierten Galactomannan-Verdickungsmittel, wie z. B. Guar Gum, Hydroxypropylguar
und dergleichen, verdickt werden und dennoch eine Kombination aus reduzierter Korrosivität
und erhöhter Stabilität aufweisen.
Es wurde eine große Vielfalt an flammenhemmenden Zusammensetzungen
vorgeschlagen, die zur Verhinderung oder Bekämpfung der Ausbreitung eines Lauffeuers
(Waldbrände, Flächenbrände, usw.) eingesetzt werden. Im Allgemeinen enthalten solche
Zusammensetzungen ein Flammverzögerungssalz (z. B. Ammoniumphosphat -- Monoammoniumphosphat
(MAP) und/oder Diammoniumphosphat (DAP)--, Ammoniumpolyphosphat, Ammoniumsulfat
und dergleichen), ein wässriges, flüssiges Hilfsmittel und verschiedene funktionelle
Zusatzmittel, die bestimmte Charakteristiken der Zusammensetzung verbessern. Diese
funktionellen Zusatzmittel können zum Beispiel Verdicker (für ein besseres Abwurfergebnis
aus der Luft und zur Verbesserung der Brandflächenabdeckung), Korrosionsinhibitoren
(zur Reduzierung der Korrosivität der Zusammensetzungen gegenüber Metallkomponenten
von Aufbewahrungs- und Einsatzgerätschaften), Färbemittel (zur Verbesserung der
Genauigkeit und Erfassung aufeinander folgender Lufteinsätze), Stabilisatoren (zur
Vermeidung einer Trennung der verschiedenen Komponenten der Zusammensetzung bei
Lagerung und Transport), Verderbinhibitoren (zur Vermeidung eines mikrobiellen Abbaus
bestimmter Komponenten) usw. enthalten.
Illustrative Beispiele für solche flammenhemmenden Zusammensetzungen
des Standes der Technik sind in den US-Patenten 3,196,108 (Nelson) und 3,730,890
(Nelson), 3,960,735 (Lacey), 4,176,071 (Crouch), 3,634,234 (Morgenthaler), 3,257,316
(Langguth), 4,822,524 (Strickland), 4,447,336 (Vandersall) und 4,839,065 (Vandersall)
offenbart.
Wie in den Patenten von Crouch '316, Strickland '524, Morgenthaler
'234 und Vandersall '336 erläutert wird, werden vorzugsweise verschiedene natürliche
und synthetische Gummis zum Verdicken von flammenhemmenden Zusammensetzungen verwendet.
Flammverzögerungsmittel, die solche Cellulose-Verdicker enthalten, sind jedoch vor
allem für Instabilität anfällig und bewirken, dass die Komponenten über längere
Lagerzeiten ihre Viskosität verlieren. Leider können die anderen funktionellen Zusatzmittel
solche Instabilitätsprobleme verursachen oder dazu beitragen. Es wurde daher beobachtet,
dass eine reduzierte Korrosivität und erhöhte Stabilität für bestimmte Zusatzmittel
für Flammverzögerungsmittel, die mit natürlichen oder synthetischen Galactomannangummi-Komponenten
verdickt werden, widersprüchliche Anforderungen sind.
Die US 3,350,305 offenbart
wässrige Phosphat-Feuerbekämpfungslösungen mit verminderter Neigung zur Korrosion
von Kupfermetall und kupferhaltigen Legierungen.
Die DE 3347742 offenbart ein
Sprühmittel zur Beseitigung von Gerüchen, das Polyvinylpyrrolidon als aktive Substanz
enthält.
Die US 4,392,994 offenbart
ein Verfahren zur Begrenzung der korrosiven Beschaffenheit einer Cellulose-Isolierung.
Die US 4,983,326 offenbart
ein wässriges Konzentrat, das mit Wasser verdünnt und zur Feuerbekämpfung verwendet
wird.
Man fand heraus, dass sich bestimmte funktionelle Zusatzmittel des
Standes der Technik, die ein gewisses Maß an Korrosions- und/oder Stabilitätskontrolle
bieten, nachteilig auf die menschliche Gesundheit auswirken und von verschiedenen
staatlichen Feuerbekämpfungsbehörden so registriert sind. Insbesondere wird der
Einsatz von Thioharnstoff in Flammverzögerungsmitteln vom United States Forest Service
untersagt.
Die Bereitstellung eines nichttoxischen Korrosionsinhibitors für gummiverdickte
Flammverzögerungsmittel, der die Langzeitstabilität der Zusammensetzungen nicht
beeinträchtigt und der die Korrosionseigenschaften der Zusammensetzungen nicht beeinträchtigt,
wäre von großem Vorteil.
Es wäre daher die Bereitstellung eines nichttoxischen funktionellen
Zusatzmittels für gummiverdickte Flammverzögerungsmittel sehr vorteilhaft, das sowohl
die Korrosivität als auch die Stabilität von gummiverdickten Flammverzögerungsmitteln
verbessert.
Man hat nun festgestellt, dass gummiverdickte flammenhemmende Zusammensetzungen,
die ein ausgewähltes Korrosionsinhibitor-Zusatzmittel enthalten und Eisenmetall-Korrosionseigenschaften
der Zusammensetzung. [sic]
Kurzum enthalten die verbesserten gummiverdickten flammenhemmenden
Zusammensetzungen der Erfindung ein Flammverzögerungssalz, einen
Gummiverdicker, einen wässrigen Flüssigkeitsträger und ein Zusatzmittel, umfassend
wenigstens eine nichttoxische, wasserlösliche Carbonsäure und/oder ein Salz davon,
mit der folgenden Strukturformel:
wobei R eine substituierte oder nichtsubstituierte Phenylgruppe oder eine substituierte
oder nichtsubstituierte Kohlenstoffkette mit konjugierter Ungesättigtheit ist, und
X Wasserstoff oder ein Metall ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Zusatzmittel
Benzoesäure.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das
Zusatzmittel Sorbinsäure.
Gemäß noch einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Carbonsäure
oder das Salz ein Gemisch aus einer nichttoxischen, wasserlöslichen aromatischen
Carbonsäure oder ihrem Salz und einer nichttoxischen, wasserlöslichen, substituierten
oder nichtsubstituierten, gerad- oder verzweigtkettigen Säure oder ihrem Salz, insbesondere
ein Gemisch aus Natriumbenzoat und Sorbinsäure.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung scheint
die Kombination aus solchen aromatischen und gerad-/verzweigtkettigen Komponenten
die optimale Kombination aus Korrosionsinhibition und Stabilitätsverbesserung zu
liefern.
Zu repräsentativen Beispielen für aromatische Carbonsäuren, die in
der Praxis der Erfindung Verwendung finden, gehören Benzoesäure, Salicylsäure und
Phenylessigsäure.
Zu repräsentativen Beispielen für gerad- oder verzweigtkettige Säuren,
die in der Praxis der Erfindung Verwendung finden, gehören Sorbinsäure, Zimtsäure
)3-Phenyl-2-propensäure), Maleinsäure, Bernsteinsäurederivate mit einer Seitenkette
mit konjugierter Ungesättigtheit und 2-Furancarbonsäure.
Weitere geeignete aromatische und gerad- oder verzweigtkettige Säuren/Salze
können von der fachkundigen Person ohne unnötige Experimente unter Berücksichtigung
der vorliegenden Offenbarung ermittelt werden.
Zusätzlich zu der oben beschriebenen neuartigen flammenhemmenden Zusammensetzung
sieht die Erfindung auch Verfahren zur Herstellung neuartiger flammenhemmender Zusammensetzungen
vor, bei denen die Zusatzverbindung mit den anderen Komponenten der flammenhemmenden
Zusammensetzung vermischt wird, um die verbesserte Endzusammensetzung zu erzeugen.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung auch Verfahren zur Verwendung
solcher Zusammensetzungen zur Verhinderung und/oder Hemmung der Ausbreitung von
Lauffeuern, umfassend den Schritt des Aufbringens solcher verbesserter flammenhemmender
Zusammensetzungen auf die Vegetation aus der Luft.
Natriumbenzoat hemmt bekanntlich die Korrosion von Eisen im nahezu
neutralen Bereich, z. B. Stahl in mit Luft versetztem destilliertem Wasser, und
hemmt bekanntlich die Korrosion von Stahl in Wasser bei einem pH-Wert von 7,5, das
17 ppm NaCl enthält (Corrosion and Corrosion Control, Uhlig & Revie (Wikley), S.
266 et seq.). Natriumbenzoat wurde möglicherweise in einer Publikation als Korrosionsinhibitor
in Flammverzögerungsmitteln offenbart, die mit einer unbekannten Art von Verdickungsmittel
verdickt sind; es ist kein Stand der Technik bekannt, der seine Verwendung zur Stabilisierung
und Hemmung von Korrosivität von Flammverzögerungsmitteln lehrt; die Gummiverdicker
enthalten, wie hierin offenbart wird.
Die folgenden Beispiele illustrieren die Umsetzung der Erfindung,
beabsichtigen jedoch nicht, ihren Umfang zu begrenzen. In jedem Beispiel werden
die angegebenen Komponenten der flammenhemmenden Formulierung mit einer von mehreren
in der Technik allgemein bekannten Mischtechniken mechanisch vermischt, um die angegebenen
Endzusammensetzungen zu erhalten. Die aufgeführten Ergebnisse wurden im Rahmen einer
Prüfung dieser Zusammensetzungen mit standardisierten Verfahren in Übereinstimmung
mit Beschaffungsspezifikationen des US Forest Service hinsichtlich Viskositätsverlust
und Eisenkorrosionsrate erhalten. Die Korrosionsrate wird mit dem NACE-Gewichtsverlustverfahren
unter Verwendung von 4130 Weichstahl, Teilimmersion bei 49°C (120°F), Immersionsdauer
90 Tage, gemessen.
1. BEISPIEL
Formulierung: Ammoniumsulfat – lichtecht
Gew.-% in endgültigemInhaltsstoffFlammverzögerunqsmittelAmmoniumsulfat14Tetranatriumhexacyanoferrat0,32Diammoniumphosphat0,95Hydroxypropylguar0,82Xanthan0,008Eisenoxid (Fe2O3)0, 13Sorbinsäure(wie unten)Natriumbenzoat(wie unten)WasserRest
1. Tabelle2. Beispiel
Formulierung: Ammoniumsulfat – verblassend
Gew.-% in endgültigemInhaltsstoffFlammverzögerungsmittelAmmoniumsulfat14Diammoniumphosphat0,95Tetranatriumhexacyanoferrat0,32Carbohydratverdicker0,83Verblassungspigment0,13Eisenoxid (Fe2O3)0, 03Bakterizid/Verderbinhibitor0,10Schaumdämpfungsmittel/ Antischaummittel0,06Sorbinsäurewie untenNatriumbenzoatwie untenWasserRest
2. Tabelle (obige Formulierung).Tabelle 2A (obige Formulierung, ohne TSHCF)3. BEISPIEL
Gew.-% in endgültigemInhaltsstoffFlammverzögerungsmittelAmmoniumsulfat8,4Diammoniumphosphat3,2Hydroxypropylguar0,82Eisenoxid (Fe2O3)0, 13Bakterizid/Verderbinhibitor0,10Sorbinsäure wie untenNatriumbenzoatwie untenWasserRest
3. Tabelle
Die nachfolgenden Formulierungen sind Gemische, die zufriedenstellende
Eisenkorrosions- und Stabilitätsergebnisse liefern.
4. BEISPIEL
Dieses Beispiel veranschaulicht die Umsetzung der Erfindung in Verbindung
mit Zusammensetzungen, die den im US-Patent 4,983,326 von Vandersall offenbarten
ähnlich sind.
6. BEISPIEL
Dieses Beispiel veranschaulicht die Umsetzung der Erfindung mit anderen
Korrosionsinhibitor-Stabilisatorkomponenten als Natriumbenzoat und Sorbinsäure.
7. BEISPIEL
Dieses Beispiel veranschaulicht eine Flüssigkonzentratformel, die
zur Verdünnung mit Wasser auf eine endgültige Flammverzögerungssalzkonzentration
geeignet ist, die die Verbrennungsverzögerungswirksamkeit in einer bestimmten Brandsituation
erfüllt. Das Galactomannangummi wird zuvor in einem nichtwässrigen Träger dispergiert,
um. eine Flüssigkonzentratverdickerlösung herzustellen, und kann in einer veränderlichen
Rate direkt zum vermischten Endprodukt gegeben werden, um eine gewünschte Viskosität
zu erzielen.
Nachdem die Erfindung nun so beschrieben wurde, dass sie von der fachkundigen
Person ausgeführt und verwendet werden kann, und nachdem die derzeit bekannte beste
Methode für ihre Umsetzung ermittelt wurde, wird Folgendes beansprucht.
Anspruch[de]
Flammenhemmende Zusammensetzung, die ein Flammverzögerungssalz, einen
Gummiverdicker, einen Flüssigkeitsträger und ein Zusatzmittel enthält, wobei das
Zusatzmittel eine nichttoxische, wasserlösliche Carbonsäure und/oder ein Salz davon
ist, mit der folgenden Strukturformel:
wobei R eine substituierte oder nichtsubstituierte Phenylgruppe oder eine substituierte
oder nichtsubstituierte Kohlenstoffkette mit konjugierter Ungesättigtheit ist, und
X Wasserstoff oder ein Metall ist, wobei das Zusatzmittel in der Zusammensetzung
in einer Menge vorliegt, die die Stabilität der Zusammensetzung effektiv verbessert
und die Korrosivität der Zusammensetzung gegenüber Eisen reduziert.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Zusatzmittel Benzoesäure
ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Zusatzmittel Sorbinsäure
ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Zusatzmittel eine Kombination
aus Benzoesäure und Sorbinsäure ist
Verfahren zur Herstellung einer flammenhemmenden Zusammensetzung, wobei
das Verfahren das Vermischen eines Flammverzögerungssalzes, Gummiverdickers, Flüssigkeitsträgers
und Zusatzmittels umfasst, wobei das Zusatzmittel eine nichttoxische, wasserlösliche
Carbonsäure und/oder ein Salz davon ist, mit der folgenden Strukturformel:
wobei R eine substituierte oder nichtsubstituierte Phenylgruppe oder eine substituierte
oder nichtsubstituierte Kohlenstoffkette mit konjugierter Ungesättigtheit ist, und
X Wasserstoff oder ein Metall ist, wobei das Zusatzmittel in einer Menge enthalten
ist, die die Stabilität der Zusammensetzung effektiv verbessert und die Korrosivität
der Zusammensetzung reduziert.
Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Carbonsäure Benzoesäure ist.
Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Carbonsäure Sorbinsäure ist.
Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Carbonsäure eine Kombination aus
Benzoesäure und Sorbinsäure ist.
Verfahren zum Verzögern oder Löschen eines Lauffeuers, einschließlich
des Schritts des Aufbringens der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis
4 auf die Vegetation aus der Luft.