Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungselektronik.
Sie geht aus von einer Stromrichterschaltungsanordnung mit einem lastseitig angeordneten
Filternetzwerk gemäss dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.
Stand der Technik
Eine solche Stromrichterschaltungsanordnung ist schon in den Europäischen
Patentanmeldungen EP 0 682 401 A1 und EP 0 682 402 A2 beschrieben. In diesen Schriften
ist ein allenfalls mittels Widerständen verlustbehafteter LC-Tiefpass zwischen
die Lastanschlüsse und eine Last eingefügt. Die Anschlüsse der Kondensatoren können
entweder zu einem Sternpunkt zusammen geführt werden oder mit dem Plus- bzw. Minusanschluss
des Zwischenkreises verbunden sein. Die in diesen Schriften gezeigten Schaltungsanordnungen
werden vorzugsweise für Niederspannungsanwendungen eingesetzt.
Bei Niederspannungsanwendungen ist der Abstand zwischen der Nutzfrequenz
(in der Regel 50/60 Hz) und der Schaltfrequenz der Halbleiterschalter sowie deren
Vielfache (Oberschwingungen) sehr gross. Die Resonanzfrequenz des LC-Tiefpasses
kann deshalb im Bereich zwischen der höchsten Nutzfrequenz und der niedrigsten
Oberschwingung so gewählt werden, dass die Resonanzfrequenz des Filters nicht angeregt
wird. Ist aber die Schaltfrequenz der Halbleiterschalter niedriger, z.B. bei Mittel-
oder Hochspannungsanwendungen, kann eine solche Auslegung nicht mehr gefunden werden.
Eine mögliche Lösung wäre die aktive Ausregelung der Resonanzfrequenz durch die
Umrichterregelungselektronik. Dies erfordert jedoch einen erheblichen Rechenaufwand
und zusätzliche Messeinrichtungen. Ein andere Lösung wäre die Erweiterung des Filters
um einen Bedämpfungswiderstand, entweder in Serie mit dem Kondensator oder parallel
zur Drossel (siehe auch EP 0 682 402). Bei Mittel- und Hochspannungsanwendungen
würden aber die Verluste im Bedämpfungswiderstand für eine wirksame Bedämpfung
zu hoch.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Stromrichterschaltungsanordnung
anzugeben, bei welcher die Resonanzfrequenz des lastseitig angeordneten Filters
wirksam bedämpft werden kann, ohne dass die Verluste zu gross werden.
Diese Aufgabe wird bei einer Stromrichterschaltungsanordnung der eingangs
genannten Art durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.
Kern der Erfindung ist es also, dass im Rahmen des Filters Dämpfungsmittel
vorgesehen sind, die ein selektive Bedämpfung der Resonanzfrequenz des Filters
erlauben. Nach einem realisierten Ausführungsbeispiel umfassen die Dämpfungsmittel
einen Parallelschwingkreis. Der Parallelschwingkreis ist für jeden Phasenbaustein
vorgesehen und wird in Serie mit dem Kondensator des LC-Tiefpasses geschaltet.
Der zweite Anschluss der Parallelschwingkreise kann entweder zu einem gemeinsamen,
allenfalls geerdeten Sternpunkt zusammengefasst werden oder zum Plus- und/oder
Minusanschluss des Zwischenkreises zurückgeführt sein. Im Falle der Zurückführung
zum Plus- und zum Minusanschluss sind pro Phasenbaustein zwei Parallelschwingkreise
und zwei Filterkondensatoren vorgesehen.
Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich aus den entsprechenden abhängigen
Ansprüchen.
Der Vorteil des erfindungsgemässen Aufbaus besteht darin, dass die
Resonanzfrequenz des LC-Tiefpasses selektiv gedämpft werden kann, so dass im übrigen
Frequenzbereich kaum eine Dämpfung wirksam ist und die Verlust gesamthaft verringert
werden können.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im
Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Schaltungsaufbaus;
- Fig. 2
- Ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Schaltungsaufbaus;
- Fig. 3
- Ein drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Schaltungsaufbaus.
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung
sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind
in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen
Schal tungsanordnung 1. Mit 2 sind drei Phasenbausteine bezeichnet, die an einen
Gleichspannungszwischenkreis, dargestellt durch den Zwischenkreiskondensator Czk
und den Plus- und den Minusanschluss +/-, angeschlossen sind. Die Phasenbausteine
werden durch eine Serieschaltung von Leistungshalbleiterschaltern 3, z.B. GTOs,
IGBTs oder Leistungstransistoren, gebildet, wobei ein mittlerer Knotenpunkt der
Serieschaltung einen Lastanschluss 4 bildet. An den Lastanschluss 4 kann eine Last
5, z.B. ein Motor, angeschlossen werden. Zwischen den Lastanschluss 4 und die Last
5 ist nun ein Filternetzwerk, bestehend aus einer Filterinduktivität Lf und einem
Filterkondensator Cf, geschaltet. Das Filternetzwerk wirkt also als LC-Tiefpass
mit dem Zweck, die Last 5 vor zu steilen Spannungsflanken verursacht durch die
schaltende Arbeitsweise der Leistungshalbleiterschalter 3 zu schützen.
Nach der Erfindung umfasst das Filternetzwerk ausserdem Dämpfungsmittel,
gebildet z.B. aus einem Dämpfungskondensator Cb, einer Dämpfungsinduktivität Lb
und einem Dämpfungswiderstand Rb. Diese Elemente sind in der Art eines Parallelschwingkreises
angeordnet. Die Resonanzfrequenz des Parallelschwinkreises wird nun ungefähr gleich
gross wie die Hauptresonanzfrequenz des Lf-Cf-Filters gewählt. Dadurch erhält man
im Bereich der Hauptresonanzfrequenz eine wirksame und selektive Dämpfung der Einflüsse
der Hauptresonanzfrequenz.
Die Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises wird vorzugsweise
um weniger als einen Faktor 2 und insbesondere etwa gleich gross wie die Hauptresonanzfrequenz
gewählt. Je genauer die Parallelschwingkreisresonanzfrequenz auf die Hauptresonanzfrequenz
abgestimmt werden kann, desto selektiver ist die Dämpfung.
Die Kondensatoren Cb der erfindungsgemässen Parallelschwingkreise
können entweder wie in Figur 1 gezeigt zu einem gemeinsamen Sternpunkt zusammengefasst
werden, oder es sind pro Phasenbaustein zwei Parallelschwingkreise vorgesehen,
die zum Plus- bzw. Minusanschluss des Zwischenkreises zurückgeführt werden (Figur
3). Der gemeinsame Sternpunkt kann gemäss Figur 2 auch geerdet werden, insbesondere
kann zu diesem Zweck ein Erdungskondensator Ce vorgesehen werden. Der gemeinsame
Sternpunkt kann aber auch entweder mit dem Plus- oder dem Minusanschluss des Zwischenkreises
verbunden werden.
Die Anordnung mit den geerdeten bzw. auf einen gemeinsamen Sternpunkt
zusammengeführten Parallelschwingkreisen zeichnet sich gegenüber der Anordnung
nach Figur 3 durch einen verminderten Bauteilaufwand und damit durch geringere
Herstellungskosten aus. Die Variante nach Figur 3 ist hingegen im Bezug auf Filterung
von Gleichanteilen im Ausgangsspannungssystem von Vorteil. Dasselbe gilt für die
Variante mit auf den Plus- oder Minusanschluss zurückgeführten Sternpunkt.
Insgesamt steht also mit der Erfindung eine Stromrichterschaltungsanordnung
mit lastseitig angeordnetem Filter zur Verfügung, bei dem die Verluste gesamthaft
gesehen verringert werden können.
Bezugszeichenliste
- 1
- Stromrichterschaltungsanordnung
- 2
- Phasenbaustein
- 3
- Leistungshalbleiterschalter
- 4
- Lastanschluss
- 5
- Last
- Lf
- Filterinduktivität
- Cf
- Filterkondensator
- Lb
- Dämpfungsinduktivität
- Cb
- Dämpfungskondensator
- Rb
- Dämpfungswiderstand
- Ce
- Erdungskondensator
- Czk
- Zwrischenkreiskondensator
- +
- Plusanschluss
- -
- Minusanschluss