Die Erfindung bezieht sich auf eine Spannvorrichtung zum Spannen von
Werkstücken auf Maschinentischen und/oder Paletten mittels eines Spanneisens,
das auf einer Kolbenstange befestigt ist, die in einem Schwenkspanner gleitend und
drehbar geführt ist.
In der spanabhebenden Bearbeitung werden Spannvorrichtungen eingesetzt,
die das zu bearbeitende Werkstück in seiner vorgegebenen Lage festsetzen. Die
Spannvorrichtung der vorgegebenen Art besteht aus einem Schwenkspanner, an dem
ein Spanneisen in Form eines Spannarmes befestigt ist. Die Anforderungen an solche
Spannvorrichtungen sind durch die während der Bearbeitung auf das Werkstück einwirkenden
Kräfte vorgegeben. Der Schwenkspanner führt zwei Bewegungen aus, einmal eine drehende
Bewegung und gleichzeitig eine hebende und senkende Bewegung. So ist er in der
Lage sich von dem gespannten Werkstück zu lösen, dieses durch sein Ausschwenken
frei zu geben und über ein neues Werkstück wieder einzuschwenken und dieses festzusetzen.
Die Einsatzmöglichkeiten für solche Spannvorrichtungen sind vielseitig,
womit diese besonderen Bedingungen unterliegen. Sowohl der Schwenkwinkel als auch
der Spannhub sind auf den Fall bezogen vorgegebene Größen. Der Schwenkspanner
besteht aus einem Zylindergehäuse, in dem eine Kolbenstange geführt ist, an deren
oberen Ende das Spanneisen montiert ist. Die Kolbenstange vollführt eine lineare
Bewegung durch den Hubkolben und mittels Schwenkkurven, die entweder im Kolben
oder in einem separaten Schwenkgestänge integriert sind, eine lineare Bewegung,
die in eine Rotationsbewegung umgewandelt wird.
Die Art der Schwenk-Hub-Bewegung bestimmt u.a. die Bauweise hinsichtlich
der Größe. Ferner ist die Befestigung des Spanneisens auf der Kolbenstange maßgebend
für die Übertragung der eingeleiteten Kräfte und ausschlaggebend für die Wechselmöglichkeit
derselben. Die Spanneisen müssen den Anforderungen angepaßt sein und sind in ihrer
Spannarmlänge durch den Einsatz bestimmt. Das erfordert, daß dem Schwenkspanner
verschiedene Spanneisen zuzuordnen sind, so daß diese leicht auswechselbar sein
müssen.
Die bekannten Ausführungen (DE 44 30 457 und RÖMHELD Prospekt B 1881
Ausgabe 11-00) gehen einmal von einer konischen Befestigung aus, die einen guten
Sitz des Spanneisens infolge Reibschluß ermöglicht. Das Lösen eines solchen Spanneisens
ist jedoch nur mit Spezialwerkzeugen möglich. Eine andere Ausführung sieht vor,
das Spanneisen auf der Spannseite mit einem Schlitz zu versehen, der mittels einer
Schraubverbindung zusammenziehbar ist und so das Spanneisen auf der Kolbenstange
festsetzt. Der Schlitz auf der Spannseite stellt jedoch eine Schwächung des Querschnittes
dar.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde die Schwenkbewegung
des Schwenkspanners in die Kolbenstange zu integrieren, derart daß Schwenk- und
Hubbewegung in ein und demselben Element ausgeführt werden und die Befestigung
des Spanneisens so auf der Kolbenstange anzuordnen, daß es leicht auswechselbar
ist und dennoch für jeden Bearbeitungsvorgang die notwendige Festigkeit besitzt,
und das der Schwenkspanner durch Auswechselung der Kolbenstangen und Spannarme
jeder Situation anpaßbar ist.
Die Lösung der Aufgabe ist den kennzeichnenden Merkmalen der Ansprüche
zu entnehmen.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt einen Schwenkspanner im Längsschnitt
- Fig. 2
- zeigt einen Querschnitt durch diesen Schwenkspanner
- Fig. 3
- zeigt das aufgesetzte Spanneisen
- Fig. 4
- zeigt die Draufsicht auf das Spanneisen
- Fig. 5
- zeigt das Spanneisen mit Indexierung
Die Spannvorrichtung besteht aus dem Schwenkspanner 1 und einem Spanneisen
2. Der Schwenkspanner 1 besteht aus einem Gehäuse 3, das eine Sackbohrung in Form
eines Zylinderraumes 4 aufweist. In diesem Zylinderraum 4 ist ein Kolben 5 mit
seiner Kolbenstange 6 geführt. Der Zylinderraum 4 wird an seinem offenen Ende durch
eine Buchse 7 abgeschlossen. Die Buchse 7 hat mittig eine Längsbohrung 8, deren
Durchmesser dem Durchmesser der Kolbenstange 6 entspricht, so daß die Kolbenstange
6 in der Buchse 7 gleitend geführt ist. Die Kolbenstange 6 muß zum Spannen und
Entspannen des Werkstückes geschwenkt werden, wobei die Schwenkbewegung in einem
vorbestimmten Winkel zu erfolgen hat. Dieser Winkel ergibt sich aus den Einsatzbedingungen,
die durch die Formgebung des zu bearbeitenden Werkstückes bestimmt sind. Mit der
Schwenkbewegung wird gleichzeitig die Hubbewegung eingeleitet, durch die das Spanneisen
2 entweder auf das Werkstück aufgesetzt oder von diesem abgehoben wird. Dieser
Bewegungsablauf erfolgt innerhalb des Zylinderraumes 4.
Die Buchse 7 weist in ihrem unteren Bereich zwei sich gegenüberliegende
Bohrungen 9 auf. In diesen Bohrungen 9 ist je eine Kugel 10 eingeführt, wobei der
Kugelradius so gewählt ist, daß die Kugel aus der Bohrung herausragt. Die Buchse
7 ist im Bereich der Bohrungen 9 leicht eingeschnürt, so daß ein Ring 11 auf die
Buchse aufsetzbar ist, der die Bohrungen 9 nach außen abschließt. Die Kugeln 10
können somit nicht nach außen aus der Buchse heraus gedrückt werden, sie stützen
sich an dem Ring 11 ab. Die Kolbenstange 6 ist in ihrem unteren Teil, und zwar
im Bereich der Kugeln 10 mit zwei sich gegenüberliegenden Aussparungen 12 versehen.
Diese Aussparungen 12 bestimmen in ihrer radialen Länge den Winkel, um den die
Schwenkbewegung des Schwenkspanners vollzogen werden soll und in ihrer axialen
Höhe den Hub, um den Die Kolbenstange heb- und senkbar sein soll. Damit ist jeder
Schwenkwinkel in Verbindung mit jedem Hub an einer Kolbenstange eingebbar. Durch
leichtes Auswechseln der Kolbenstangen lassen sich somit die Schwenkspanner jedem
Einsatz anpassen.
Die Aussparungen 12 sind so tief in die Kolbenstange 6 eingelassen,
daß die Kugeln 10 sowohl an der Wandung des Ringes 11 als auch an der ausgesparten
Kolbenstange anliegen und damit einer gleitenden Bewegung folgen. Die Kolbenstange
6 mit ihren Aussparungen 12, die Buchse 7 mit ihren Bohrungen 9 und die verbindenden
Kugeln 10 bilden somit eine Einheit. In dieser Einheit ist die Schwenkbewegung
der Kolbenstange 6 nur im Bereich der radialen Länge der Aussparung 12 und der
Hub nur im Bereich der axialen Höhe der Aussparung 12 möglich.
Eine solche Anordnung läßt eine Schwenk- und Hubbewegung nur im Bereich
der Aussparung 12 zu. Soweit keine anderen Maßnahmen getroffen sind, muß die Schwenkbewegung
im ausgefahrenen Zustand von Hand vollzogen werden. In einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung wird mittels einer in die Kolbenstange 6 integrierten Kulissenbahn
23 anstelle der Aussparung 12 die Schwenk- und Hubbewegung in einem Arbeitsgang
ausgeführt. Die Kulissenbahn 23 ist so in die Kolbenstange eingelassen, daß die
Kugel 10 darin geführt ist. Hierbei ist die Kulissenbahn spiralförmig ausgebildet
und so um die Kolbenstange 6 geführt, daß Anfang und Ende den Winkelbereich bestimmen,
um den die Schwenkbewegung vollzogen werden soll. Die Länge der Kulissenbahn bestimmt
hierbei den Hub der Kolbenstange.
Das Spanneisen 2 besteht aus einem Spannarm 13, der mit einer Bohrung
14 versehen ist, die dem Durchmesser des Kopfes der Kolbenstange 6 entspricht.
Diese Bohrung 14 ist so weit wie möglich an das eine Ende des Spannarmes gelegt.
Von dieser Bohrung ausgehend ist in den Spannarm an der dem Spannvorgang gegenüberliegenden
Seite ein nach außen gerichteter Schlitz 15 eingebracht. Damit bildet der Spannarm
zwei Schenkel 16, die durch den Schlitz 15 getrennt sind, Durch diese beiden Schenkel
ist eine Bohrung 17 geführt, die zweckmäßig in einem der Schenkel mit einem Innengewinde
versehen ist, so daß mittels einer Schraube 18 die beiden Schenkel 16 zusammenziehbar
sind. Das Kopfende der Kolbenstange 6 wird zweckmäßig über den Bereich der Spannarmdicke
leicht eingeschnürt, so daß das aufgesetzte Spanneisen lagebestimmt ist durch festziehen
der Schraube 18 ist es dann auch drehsicher. Um zu verhindern, daß durch die Krafteinwirkung
das Spanneisen sich von der Kolbenstange abzieht, wird in die Kolbenstange axial
oben eine Gewindebohrung 19 eingebracht. Mittels einer Schraube 20 und einer Scheibe
21 ist das Spanneisen dann auch in dieser Richtung abgesichert.
Die Lage des Spanneisens auf der Kolbenstange ist immer dann von Bedeutung,
wenn das Spanneisen gewechselt werden muß. Um sicher zu stellen, daß der Spannarm
auch nach einem Wechsel die gleiche Position einnimmt wie zuvor, ist ein Indexstift
22 vorgesehen. Dieser Indexstift wird in einer Bohrung fixiert, die in Längsrichtung
des Spannarmes in die Kolbenstange 6 eingelassen ist. Der in diese Bohrung eingeführte
Indexstift ragt damit aus der Bohrung heraus und in den Schlitz 15 hinein, so daß
das Spanneisen mit seinem Schlitz über den Indexstift in seiner Lage fixiert ist.
Bezugszeichenliste:
- 1
- Schwenkspanner
- 2
- Spanneisen
- 3
- Gehäuse
- 4
- Zylinderraum
- 5
- Kolben
- 6
- Kolbenstange
- 7
- Buchse
- 8
- Längsbohrung
- 9
- Bohrung für Kugeln
- 10
- Kugel
- 11
- Ring
- 12
- Aussparung
- 13
- Spannarm
- 14
- Bohrung
- 15
- Schlitz
- 16
- Schenkel
- 17
- Durchgangsbohrung mit Gewindeteil
- 18
- Schraube
- 19
- Innengewinde
- 20
- Schraube
- 21
- Scheibe
- 22
- Indexstift
- 23
- Kulisse