Die Erfindung betrifft eine Klimaanlage gemäß dem Oberbegriff des
Hauptanspruchs.
Klimaanlagen, insbesondere solche für Kraftfahrzeuge, mit einem in
einem geschlossenen Kreislauf geförderten Kältemittel, einem Verdampfergehäuse mit
einem Lufteintritt, einem Luftaustritt, einem Innenraum und einem darin angeordneten
luftdurchströmten Verdampfer sind in vielen unterschiedlichen Bauformen bekannt.
Nachteilig an solchen Klimaanlagen ist, dass ihr oftmals stark zerklüfteter
Innenraum, wenn überhaupt, nur sehr schwer zugänglich ist, dass sich aber insbesondere
am Verdampfer und dem diesen umgebenden und sich in Strömungsrichtung dahinter anschließenden
Lüftführungskanälen Mikroben oder Pilzkulturen ansiedeln, die dort ungehindert gedeihen
können, wodurch sich das Innenraumklima in einem Fahrgastraum wesentlich verschlechtert
bzw. sogar gesundheitsgefährdend wird, da Pilzsporen und andere Verunreinigungen
von dem Kühlluftstrom unmittelbar in den Fahrgastraum befördert werden.
Um solche Verschmutzungen beseitigen zu können ist es in der Regel
erforderlich, das Verdampfergehäuse einer Klimaanlage zu öffnen und mit einer Reinigungs-
und/ oder Desinfektionsmittel zu reinigen, was jedoch sehr arbeitsaufwändig und
deswegen teuer ist, sodass diese Wartungsarbeiten an einer Klimaanlage aus Kostengründen
oftmals unterlassen werden, wodurch auch die einwandfreie Funktion der Klimaanlage
leidet. Auf Grund des stark zerklüfteten Innenraumes kann eine solche Reinigung
oftmals nicht sehr gründlich durchgeführt werden, wodurch sich das gesamte Reinigungsverfahren
wenig effektiv gestaltet.
Aufgabe der Erfindung ist es eine Klimaanlage zur Verfügung zu stellen,
die auf einfache und kostengünstige Art und Weise in einem optimalen Betriebszustand
gehalten werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe wird in Verbindung mit den Oberbegriffsmerkmalen
erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebene
technische Lehre vermittelt. Dadurch, dass mindestens eine in den Innenraum des
Verdampfergehäuses gerichtete Einspritzvorrichtung an diesem angeordnet ist, die
an einer Versorgungsleitung angeschlossen ist, durch die Reinigungs- und/ oder Desinfektionsmittel
in das Verdampfergehäuse einspritzbar ist, wird erreicht, dass das Verdampfergehäuse
für eine Reinigung der Klimaanlage nicht mehr zerlegt werden muss, wodurch sich
eine enorme Arbeitserleichterung einstellt und dies schnell, effektiv und kostengünstig
ausgeführt werden kann, was weiterhin den Vorteil mit sich bringt, dass die Reinigungsfrequenz
der Klimaanlage deutlich erhöht werden kann, ohne dass die Reinigung einen wesentlichen
Kostenfaktor bei der Wartung eines Kraftfahrzeuges darstellt.
Die Reinigung selbst erfolgt dabei wie üblich bei Motor- und Klimaanlagenstillstand,
worauf nach Einspritzen des Reinigungs- und/ oder Desinfektionsmittels eine längere
Einwirkzeit und Verdunstungszeit eingehalten werden muss, worauf die Klimaanlage
sofort wieder in Betrieb genommen werden kann.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
ergeben sich mit und in Kombination aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht
die Einspritzvorrichtung aus einer Versorgungsleitung, die von außen in das Verdampfergehäuse
geführt ist und die innerhalb dieses Verdampfergehäuses mit Austrittsöffnungen für
das Reinigungsmittel versehen ist, welche beispielsweise aus einfachen in die Versorgungsleitung
eingebrachten Einstichlöchern bestehen können. Eine solche Ausführungsform einer
Einspritzvorrichtung ist extrem kostengünstig und auch deswegen von besonderem Vorteil,
weil die mit den Austrittsöffnungen versehene Bereiche der Versorgungsleitung optimal
der Kontur des Verdampfergehäuses angepasst werden kann. Weiterhin kann durch die
Verwendung von T-Stücken oder anderen Verbindern eine Aufteilung der Versorgungsleitungen
in zwei oder mehrere Einspritzvorrichtungen erfolgen.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform des Gegenstandes der
Erfindung besteht die Einspritzvorrichtung aus separaten Düsen, die sich durch die
Wandung des Verdampfergehäuses hindurch erstrecken und an eine gemeinsame Versorgungsleitung
angeschlossen sind. Hierdurch wird es möglich Düsen mit definiertem Einspritzwinkel,
vorher bestimmbarer Einspritzmenge und Einspritzqualität auszuwählen, sodass sich
das Reinigungsergebnis gegebenenfalls bei minimiertem Einsatz von Reinigungs- oder
Desinfektionsmitteln weiter verbessert.
Vorteilhaft ist es ebenfalls, wenn mehrere Einspritzvorrichtungen
in einer Förderrichtung der Luft vor und auch hinter dem Verdampfer angeordnet sind,
wobei sich eine Anordnung im oberen Bereich des Verdampfergehäuses anbietet, da
die Reinigungsmittel dann schwerkraftbedingt und auf Grund seiner Adhäsion entlang
der inneren Oberfläche des Verdampfergehäuses und des Verdampfers, ihre Reinigungswirkung
entfachend, langsam nach unten laufen können und während dessen verdampfen, sodass
ein weiter optimiertes Reinigungsergebnis erzielt werden kann.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist
die Einspritzrichtung einiger Austrittsöffnungen oder Düsen so ausgerichtet, dass
die Reinigungs- und Desinfektionsmittel parallel ro einer Strömungsrichtung der
Luft durch den Verdampfer durch diesen hindurch befördert werden, wodurch sichergestellt
werden kann, dass die gesamte große Oberfläche des Verdampfers wie auch die Innenwandungen
des Verdampfergehäuses und der Kühlluftzuführungen von dem Reinigungsmittel benetzt
werden.
Um sicherzustellen, dass auch Bereiche hinter dem Verdampfergehäuse
eine ausreichende Reinigung enfahren, kann ein Teil der Einspritzvorrichtung im
Bereich des Luftaustritts des Verdampfergehäuses in Strömungsrichtung der gekühlten
Luft erfolgen, sodass dort befindliche Pilzkulturen ebenfalls abgetötet werden.
Von besonderem Vorteil ist weiterhin, dass an der Versorgungsleitung
ein Kupplungsstück zum Anschluss einer Reinigungsmittelzuführung vorgesehen ist,
sodass eine solche ohne größeren Aufwand an die Klimaanlage angeschlossen werden
kann, ohne dass der Einsatz von Werkzeugen erforderlich wird.
Von besonderer Bedeutung ist weiterhin eine Ausführungsform der Klimaanlage,
bei der ein Vorratsbehälter für ein Reinigungsmittel über ein ansteuerbares Schaltventil
permanent an die Versorgungsleitung der Einspritzvorrichtung angeschlossen ist,
wobei dieses Schaltventil manuell, halbautomatische oder vollautomatisch über eine
elektronische Steuerung betätigbar ist, sodass eine Reinigung oder Desinfektion
der Klimaanlage nicht notwendiger Weise nur bei einem Werkstattaufenthalt durchgeführt
werden kann, sondern in regelmäßigen Zeitabständen oder in Abhängigkeit der tatsächlichen
Betriebsstunden durchgeführt werden kann, wenn sichergestellt wird, dass das Fahrzeug
nach der Durchführung der Reinigung für eine Mindestdauer nicht wieder in Betrieb
genommen wird.
Vorteilhaft ist weiterhin die Ausgestaltung der Einspritzvorrichtung
als Nachrüstsatz, sodass auch ältere Klimaanlagen damit ausgestattet werden können.
Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen
näher beschrieben. Es zeigen:
1 ein Verdampfergehäuse in geschnittener
Seitenansicht,
2 das Verdampfergehäuse der
1 in einer teilweise geschnitten Ansicht von oben,
3 ein Verdampfergehäuse in Seitenansicht
mit einer Variation der Einspritzvorrichtung,
4 eine Draufsicht auf das Verdampfergehäuse
gem. 3 und
5 eine Draufsicht auf ein weiteres Verdampfergehäuse
mit einer in einen Verdampfer integrierten Einspritzvorrichtung.
Eine Klimaanlage, insbesondere eine solche für Kraftfahrzeuge, wird
in der Regel mit einem in einem Kreislauf umgewälzten Kältemittel betrieben, welches
in einem als luftdurchströmter Verdampfter 2 ausgebildeten Wärmetauscher
entspannt wird und unter Wärmeaufnahme aus der zugeführten Luft verdampft.
Das Verdampfergehäuse 1 weist einen freien Innenraum
3 auf, in dem der Verdampfer 2 so angeordnet ist, dass der Innenraum
3 in zwei separate Räume aufgeteilt wird. Weiterhin weist das Verdampfergehäuse
1 einen Lufteintritt 9 und einen Luftaustritt 10 auf,
dem sich ein Kühlluftkanal 11 anschließt, durch den die abgekühlte Luft
in den Fahrgastraum eines Kraftfahrzeuges befördert wird.
Wie in den 1 und 2
dargestellt, ist im Innenraum 3 des Verdampfergehäuses 1 auf jeder
Seite des Verdampfers 2 eine schlauchartige Einspritzvorrichtung
4 vorgesehen, die mit einfachen, als Löchern ausgebildeten Austrittsöffnungen
7 versehen ist, die in den Innenraum 3, bevorzugt aber gegen den
Verdampfer 2 gerichtet sind, sodass die Reinigungs- und Desinfektionsmittel
13 die gesamte Oberfläche des lamellenförmig aufgebauten Verdampfers
2 benetzen kann, bevor sie verdunstet ist. Die Ausführung der Einspritzvorrichtung
4 als Schlauch oder dünnes Rohr ermöglicht es, sie an die oftmals sehr
komplexe Kontur eines Verdampfergehäuses 1 anzupassen, sodass sie höchst
wirksam, aber für den Luftstrom wenig hinderlich in dem Verdampfergehäuse
1 angeordnet werden kann.
Eine Ausführungsform, wie sie in den 3
und 4 dargestellt ist, weist eine Einspritzvorrichtung
5 auf, die separate Düsen 8 besitzt, die beispielsweise in der
Wandung des Verdampfergehäuses 1 angeordnet sind und an eine gemeinsame
Versorgungsleitung 6 angeschlossen sind. Die Anordnung der Düsen
8 muss nicht notwendiger Weise in der Wandung des Verdampfergehäuses
1 erfolgen, sondern kann an beliebiger Stelle innerhalb des Verdampfergehäuses
1, etwa an separaten Befestigungslaschen oder direkt am Verdampfer durchgeführt
werden.
Die Ausführungsform der Einspritzvorrichtung 5 mit Düsen
8 erlaubt es, auch den Druck bzw. die Austrittsgeschwindigkeit des Reinigungs-
und Desinfektionsmittels zur Verbesserung des Reinigungsergebnisses mit heranzuziehen.
Weiterhin lassen sich einzelne Düsen 8 auch im Bereich des Luftaustritts
10 des Verdampfergehäuses 1 mit einer Ausströmrichtung in Richtung
des Kühlluftkanals 11 oder auch unmittelbar in diesen einsetzen, sodass
auch die Kühlluftkanäle 11, zumindest bis zu ihrer ersten Verzweigung,
mit dem Reinigungs- und Desinfektionsmittel gereinigt werden können.
Wie in der 5 dargestellt ist, kann eine
Einspritzvorrichtung (5) auch in einem Verdampfer (2) integriert
sein, sodass eine optimale Reinigungswirkung erzielt werden kann.
An der Versorgungsleitung 6 ist ein Kupplungsstück
12 zum Anschluss einer Reinigungsmittelzuführung vorgesehen, wobei ein
Vorratsbehälter 15 für das Reinigungsmittel 13 über ein ansteuerbares
Schaltventil 14 permanent an die Versorgungsleitung 6 angeschlossen
werden kann, wobei das Schaltventil 14 manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch
über eine elektronische Steuerung 16 betätigt werden kann, wobei diese
beispielsweise auf eine maximale Betriebsdauer der Klimaanlage, einen maximalen
Zeitablauf oder eine zurückgelegte Fahrstrecke als Impulsgeber für die Inbetriebsetzung
der Einspritzvorrichtung 4,5 herangezogen werden kann.