Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen mehrpoliger Ringmagnete (1), die zwei oder ein Vielfaches davon entgegengesetzt orientierte magnetische Pole in ihrem Ringaußenumfangsbereich aufweisen. Zur Ermöglichung der Fertigung besonders klein dimensionierter Ringmagnete, insbesondere Seltenerd-Ringmagnete, wird vorgeschlagen, ein Pulver (6') aus einem magnetisch orientierbaren Material in einem Presshohl (6) einer Matrize (5) ringförmig zu verpressen und dabei 2- oder mehrpolig magnetisch zu orientieren. Vorteilhafterweise wird das Pulver mittels eines Magnetfeldes in das Presshohl (6) eingesaugt.
Beschreibung[de]
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines
mehrpolig orientierten Ringmagneten mit den oberbegrifflichen Merkmalen des Patentanspruchs
1, eine Vorrichtung zum Durchführen eines solchen Verfahrens sowie derart gefertigte
Ringmagnete.
Mehrpolig angeordnete Magnete werden insbesondere für den Bau von
Elektromotoren verwendet. Zu diesem Zweck werden z. B. einzelne schalen- oder quaderförmige
Magnete auf den Eisenrotor eines Motors montiert und mit wechselnder Poligkeit magnetisiert.
Für kleine Motoren sind beispielsweise Anordnungen bekannt, wie aus den
1B bis 1D ersichtlich.
In 1C sind quader- bzw. „brotlaibförmige" Magnete
in einer nichtmagnetischen Halterung so montiert, dass am Außenumfang wechselseitig
vier Pole entstehen. In der Version 1B wird der magnetische Fluss über weichmagnetische
Zwischenstücke geführt. Auf diese Flussleitstücke kann man verzichten, wenn man
Magnetsegmente verwendet (siehe 1D).
Mehrpolige Ringmagnete mit hochwertigen SE-Magneten (SE: Seltenerd)
würden kleinere Bauformen oder höhere Leistungen bzw. Drehmomente bei der Verwendung
als Motorenbestandteil ermöglichen. Theoretisch bekannt ist dies aus Schweer, Maxon
Motor AG, "Zwei-und höherpolige bürstenlose Gleichstrommotoren mit Luftspaltwicklung".
In diesen Fällen müssen die einzelnen Magnetsegmente jedoch aufwändig hergestellt,
zu einer mehrpoligen Magnetstruktur montiert und magnetisiert werden.
Allgemein bekannt sind mehrpolige kunststoffgebundene Ringmagnete,
die meist isotrop hergestellt und anschließend mehrpolig magnetisiert sind. Diese
isotropen Magnete weisen keine innere magnetische Orientierung auf und haben daher
nur Remanenzen <0,7 T. Orientierte mehrpolige Magnete aus kunststoffgebundenem SmCo
mit Remanenz bis max. 0,8T sind ebenfalls bekannt.
Für segmentierte Magnete ist ferner eine Anordnung ähnlich der in
1D bekannt, die eine besonders hohe Magnetflussdichte
am Außenumfang liefert. Vorgeschlagen wurde in Halbach, "Design of Permanent Multipole
Magnets with oriented Rare Earth Cobalt Material", Nucl. Instr. and Methods 169
(1980), 1-10 auch eine Segmentierung aus mehreren Segmenten je Pol, welche eine
annähernd sinusförmige Magnetisierung liefert. Wegen des hohen Herstellungsaufwands
ist eine Umsetzung für Motoren jedoch nicht gebräuchlich.
SE-Magnete 1 können theoretisch aus einem pulver- oder granulatförmigen
Material gepresst und gesintert werden. Zum Pressen müsste das zu verpressende Material
bzw. Pressgut in eine als Presshohl bezeichnete Öffnung einer Matrize eingefüllt
werden, wie in der Pulvermetallurgie üblich. Da das Magnetpulver aber keine Kieselfähigkeit
aufweist, ist die Füllung zeitraubend und nicht automatisierbar. Im Falle von granulierten
Pulvern werden unzureichende Magnetwerte wegen unbefriedigender Ausrichtung der
einzelnen Partikel erreicht. Nach dem Einfüllen wird eine mehrpolige Ausrichtung
des Pressguts mit an sich bekannten Vorrichtungen, zum Beispiel mit Elektrospulen,
mit stromdurchflossenen Leitern oder mit Dauermagneten vorgeschlagen. Mit einer
solchen Verfahrensweise können also Ringmagnete nicht wirtschaftlich hergestellt
werden, weil das Pulverbefüllen sehr zeitraubend ist und bei kleinen Wandstärken
und großen Höhen nicht bzw. nicht befriedigend gelingt. Außerdem lassen sich mit
bekannten Vorrichtungen im Fall der Herstellung von SE-Magneten nur unzureichende
Pulverausrichtungen und damit nur eine unzureichende Magnetqualität erreichen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung
hochwertiger mehrpoliger Magnete, insbesondere SE-Ringmagnete anzugeben. Insbesondere
soll ein Verfahren zur automatisierten Herstellung von zwei- oder mehrpoligen Magnetringen
mit dünnwandigen Ringquerschnitten vorgeschlagen werden.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 bzw. eine Vorrichtung zum Durchführen eines solchen Verfahrens mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand abhängiger
Ansprüche.
Die vorliegende Erfindung zeigt einen Weg auf, wie einstöckige Ringmagnete
mit mehrpoliger Magnetisierung am Außenumfang wirtschaftlich hergestellt werden
können. Bisher sind hochwertige SE-Ringmagnete mit insbesondere einer Remanenz >1
T in mehrpoliger Ausführung 2n, mit n>1 als Anzahl der Pole, nicht bekannt.
In vorteilhafter weise ermöglicht die erfindungsgemäße Verfahrensweise
die Herstellung hochwertiger Magnete, insbesondere SE-Ringmagnete mit kleinen Bauformen
bei zugleich hoher magnetischer Qualität. Bei Verwendung dieser Magnete in Elektromotoren
wird eine geringere Dicke des Außenrückschlusses benötigt, so dass mehr Platz für
die Wicklung verfügbar ist. Außerdem ist eine sinusförmige Magnetisierung möglich,
so dass die Rastmomente geringer sind und die Schrägung der Wicklung reduziert werden
kann. Neben der effektiven Fertigung 2-poliger Ringmagnete ist insbesondere auch
die Herstellung von mehrpoligen Ringmagneten mit mehr als zwei gleichgerichteten
Polen pro Ringmagnet möglich.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden am Außendurchmesser
der so hergestellten einstöckigen Ringmagnete Magnetflussdichten
höher als die Remanenz des Materials erreicht, was sonst mit Schalenmagneten oder
radial vorzugsgerichteten Ringmagneten nicht und mit unterschiedlich vorzugsgerichteten
Magnetsegmenten nur sehr aufwändig erreicht werden kann.
Ausführungsbeispiele werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
1A einen verfahrensgemäß hergestellten
Ringmagneten;
1B-1D Ringmagnete bzw. Ringmagnetanordnungen gemäß
dem Stand der Technik;
2A, 2B
schematisch zwei Verfahrensschritte bei der Herstellung eines Ringmagneten;
3 einen Schnitt durch eine Vorrichtung
zum Herstellen eines solchen Ringmagneten;
4A, 4B
eine zweite Vorrichtung zum Herstellen eines solchen Magneten;
5A-5C eine weitere Vorrichtung zum Fertigen eines
solchen Magneten in Draufsicht und in seitlicher Ansicht und bei verschiedenen Verfahrensschritten;
6 den Gradientenverlauf und Feldstärkeverlauf
für ein entsprechendes Elektrojoch;
7 eine Anordnung zur Herstellung 2-poliger
Ringmagnete;
8 eine Anordnung zum Herstellen 4-poliger
Ringmagnete in Aufsichtsdarstellung;
9 den Verlauf der Feldstärke eines vierpoligen
Ringes über dem Winkel; und
10 den Verlauf der Flussdichte eines
vierpoligen Ringes über dem Winkel.
Wie aus 1A ersichtlich, ist ein mehrpoliger
Magnet, insbesondere Ringmagnet 1 in vorteilhafter Weise unsegmentiert
in einem Stück gefertigt. Ein solcher mehrpoliger Ringmagnet 1 weist erste
Pole 2 (z.B. Nordpole N) auf, aus denen Magnetfeldlinien austreten, insbesondere
in den zentralen Polpunkten seitlich senkrecht aus dem Zylinderumfang des Ringmagneten
austreten. Ferner weist ein solcher Ringmagnet 1 zweite Pole
3 (z.B. Südpole S) auf, bei denen in den zylindrischen Außenumfang des
Ringmagneten 1 magnetische Feldlinien eintreten. Bei der dargestellten
Ausführungsform weist der Ringmagnet 1 jeweils zwei erste und zwei zweite
Pole 2 (z.B. Nordpol N) bzw. 3 (z. B. Südpol S) auf.
Ein vorteilhaftes Verfahren zum Herstellen derartiger hochwertiger
mehrpoliger Ringmagneten, insbesondere SE-Ringmagnete für die Anwendung in Motoren
besteht aus einer Vielzahl verschiedenartiger Schritte. Nachfolgend werden Ringmagnete
mit 2n Polen mit n = 1-4 als Anzahl gleichgerichteter Pole, also 2-8-polige Ringmagnete
betrachtet. Prinzipiell sind aber auch Ringmagnete mit mehr als 8 Polen fertigbar,
wobei in der Regel mit zunehmender Polanzahl ein nur relativ geringerer Leistungszuwachs
zu verzeichnen ist.
Das erste beispielhaft beschriebene Verfahren ist insbesondere für
die Fertigung von SE-Ringmagneten mit mehr als zwei Polen vorteilhaft. Es wurde
gefunden, dass die Fertigung von Ringmagneten mit einem Verhältnis Innen-/Außendurchmesser
>0,30 besonders vorteilhaft ist. Bei Ringmagneten mit kleineren Wandstärken als
diesem Verhältnis entspricht, besteht eine starke Neigung zur Rissbildung. Außerdem
gelingt bei kleineren Verhältnissen als 0,3 die Rückführung des Magnetflusses im
Ringmagneten nicht ausreichend, so dass zunehmend ein Streufluss austritt und die
Amplitude der Magnetflussdichte am Außenumfang reduziert wird.
Als Material bzw. Werkstoff bieten sich SE-TM-Werkstoffe (SE= Seltenerden;
TM=Übergangsmetalle Fe, Co,...) auf Basis der intermetallischen Verbindungen von
zum Beispiel Nd2Fe14B, SmCo5, Sm2 (Fe,
Co, Zr)17 vorteilhaft an.
Die Herstellung erfolgt zweckmäßiger Weise in pulvermetallurgischer
Art und weise. In einem ersten Schritt wird dabei üblicherweise eine Legierung erschmolzen,
welche als Basismaterial bzw. Basiswerkstoff dient. Die erstarrte Legierung wird
zu Pulver mit typischerweise einer Teilchengröße von 4 &mgr;m gemahlen.
Das Pulver wird in einem weiteren Verfahrensschritt, einem Befüllungsschritt
in die Öffnung einer Pressenmatrize eingefüllt.
In einem nächsten Herstellungsschritt, einem Orientierungsschritt
wird das Pulver in dem Presswerkzeug mehrpolig in einem angelegten Magnetfeld ausgerichtet.
Dieses ausrichtende mehrpolige Feld ist vorteilhafter Weise entlang des Ringumfangs
sinusförmig und weist insbesondere eine Stärke von mehr als 1,6 kA/cm an den Polen
auf.
Nach der Ausrichtung des Pulvers in der Öffnung der Matrize wird das
Pulver im einem Pressschritt in einer Richtung zweckmäßigerweise senkrecht zu dem
ausrichtenden Feld gepresst. Dabei sollte das ausrichtende bzw. orientierende Feld
weiter anliegen, bis eine ausreichende Dichte des Presskörpers erreicht ist. Gemäß
ersten Versuchen erscheint dabei eine Dichte von 40% und mehr der Massivdichte des
massiven Legierungsmaterials besonders vorteilhaft.
In einem nächsten Herstellungsschritt wird der Presskörper gesintert.
Das Sintern erfolgt vorteilhafter Weise unter Vakuum oder unter einem Schutzgas.
Zweckmäßiger weise wird der Presskörper bis auf eine Dichte von mehr als 95% der
Massivdichte gesintert. Zur Erzielung einer Koerzitivfeldstärke von mehr als 8,8
kA/cm kann eine Wärmebehandlung durchgeführt werden. Gegebenenfalls wird abschließend
eine mechanische Bearbeitung zur Erzielung der gewünschten Abmessung und Toleranz
des Presskörpers bzw. Ringmagneten durchgeführt.
Nach der Herstellung des Presskörpers wird dieser entsprechend der
zuvor nach dem Befüllen eingeprägten Orientierung mit einer Feldstärke von mehr
als 8 kA/cm in einem annähernd sinusförmigen Feld magnetisiert
bzw. auf magnetisiert. Ein derart gefertigter Ringmagnet 1 weist gemäß
ersten Versuchen eine Remanenz >1,0 T auf, welche an einem Ringteilstück messbar
ist.
Der auf diese Art und Weise hergestellte ringförmige Presskörper bildet
einen Ringmagneten mit einer weitgehend sinusförmigen Magnetisierung aus, deren
Amplitude Bm [mT] in einem Abstand s zum Außendurchmesser gemessen der
folgenden Beziehung genügen soll:
und n als Anzahl der Polpaare (n = 1,2,3,4,...) sowie Da, Di
als Außen- bzw. Innendurchmesser [mm].
Derart gefertigte SE-Ringmagnete 1 sind zur Herstellung von
Motoren besonders vorteilhaft verwendbar.
Mehrpolige Ringmagnete sind zur Erhöhung des Drehmoments und zur Reduzierung
des Eisenquerschnitts insbesondere bei PM-Motoren (PM: Permanentmagnet) vorteilhaft
einsetzbar. Ein weiterer Anwendungsbereich sind Schrittmotore. Unter Mehrpo-ligkeit
wird hier wieder eine Anzahl von Polen 2n mit n = 1,2,3,... verstanden.
Zur Formgebung bzw. Herstellung des Presskörpers bei insbesondere
dem vorstehend beschriebenen Verfahrensablauf wird ein zweistufiges Verfahren vorgeschlagen,
welches anhand der 2A und 2B
veranschaulicht ist. Im Befüllungsschritt wird das Pressgut bzw. Pulver
6' magnetisch in das in 2A skizzierte Presshohl
6, das heißt die Öffnung der Matrize 5 einer Pulverpresse eingezogen
bzw. magnetisch eingesaugt. Zum Einsaugen wird ein axial durch die Matrize führendes
Feld angelegt, welches parallel zur Pressrichtung verläuft. Das Presshohl
6 weist ein rohrförmige Außenwand ein rundstabförmiges Mittelstück
4 auf, um einen ringförmigen Hohlraum zu erzeugen.
Im nachfolgenden Orientierungsschritt wird das in das Presshohl
6 eingefüllte Pulver 6' mit einem transversalen, mehrpoligen Magnetfeld
orientiert bzw. ausgerichtet. 2B skizziert das in dem
Presshohl 6 wirkende Magnetfeld mit bogenförmig verlaufenden magnetischen
Feldlinien. Dabei sollte die Pulverdichte vorteilhafter Weise zwischen 15% und 45%
TD (TD: Theoretischer Dichte des Pulverwerkstoffs) betragen. Dieses transversale
magnetische Feld verläuft im wesentlichen in einer transversalen Ebene zu dem ersten
Feld, welches zum Einsaugen des Pulvers 6' in das Presshohl 6
verwendet wurde.
Die beiden Magnetfelder können auf verschiedene Art und Weise erzeugt
werden, insbesondere durch Dauermagnete, ein pulsförmige erregtes Magnetfeld oder
zum Beispiel mittels eines Elektrojochs als ein statisches Feld.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das erste Befüllungs-
bzw. Einsaugfeld ein statisches Feld, vorteilhafter Weise mit einer Pulsdauer >100
ms erzeugt, welches gegebenenfalls mit einem Haltefeld beim Abziehen des Füllschuhs
gekoppelt werden kann. Der Gradient des Magnetfelds in axialer Richtung am Rand
des Presshohls 6 beträgt dabei vorteilhafter Weise mehr als 10 mT/mm.
Das zweite Feld, also das Orientierungs- bzw. Ausrichtfeld ist in
der bevorzugten Ausführungsform ein Pulsfeld, welches über eine Kondensatorentladung
mit weniger als 100 ms Dauer mit zum Beispiel einer Mäanderspule n-polig erzeugt
wird. Dieses Orientierungsfeld kann während eines Zyklus gegebenenfalls mehrfach
appliziert werden. Die Feldstärke im Presshohl 6 beträgt vorteilhafter
Weise mehr als 1,6 kA/cm.
Anhand der 3-6
werden Ausführungsbeispiele für verschiedene Systeme zum Herstellen von Ringmagneten
veranschaulicht. Dargestellt sind dabei nur einzelne hier hervorzuhebende der insgesamt
erforderlichen üblichen Pressenbestandteile.
3 zeigt ein System, bei welchem der Aufbau
einer Presse ohne magnetisierbare Materialien in den Pressenbestandteilen im Matrizenbereich
erfolgt. Dabei befinden sich der obere Pressstempel 10 am Spulenrand einer
Axialspule 11, welche zum Erzeugen des Einsaugfeldes verwendet wird. Eine
Orientierungsspule 13 zum Erzeugen eines wechselpoligen Orientierungs-
bzw. Ausrichtfeldes umschließt die Matrize 5, in die die rohrförmigen Pressstempel
10, 12 beim Pressen eintauchen. Die Orientierungsspule
13 ist in zweckmäßiger Weise mäanderförmig gewickelt, so dass die Polarität
des erzeugten Feldes wechselt (N-S-N-S-...).
Zum Befüllen des Presshohls der Matrize wird Pulver über das Presshohl
gebracht. Dies wird vorteilhafter Weise mit Hilfe eines Füllschuhs durchgeführt,
welcher in seinem Innenraum einen Pulverüberschuss aufweist. Durch das Einschalten
des Axialfeldes der Axialspule 11, also das Einschalten des Befüllungs-
bzw. Einsaugfeldes, wird das Presshohl befällt. Anschließend wird
der Füllschuh mit überschüssigem Pulver abgezogen und das Befüllungsfeld ausgeschaltet.
Danach wird das zweite Magnetfeld, also das Orientierungs- bzw. Ausrichtfeld
zum Orientieren des Pulvers eingeschaltet. Das Orientierungsfeld wird dabei zum
Beispiel mit einem oder mehreren Pulsen erzeugt. Es folgen das Pressen und zweckmäßigerweise
ein Puls mit der Orientierungsspule in Gegenrichtung, was eine Entmagnetisierung,
zumindest eine teilweise Entmagnetisierung des Presskörpers bewirkt.
Letztendlich wird der Presskörper ausgestoßen und gesintert. Vorteilhafter
Weise wird durch diese Vorgehensweise das Pulver gleichmäßig mit einer Dichte von
bei ersten Versuchen 2,2 g/cm3 gefüllt. Überraschender Weise hat das
Sinterteil eine gute Anisotropie mit sog. lateraler Vorzugsrichtung (transversal
zur Pressrichtung).
Lässt man zum Vergleich das zweite transversale Feld weg, so besitzt
das gesinterte Teil eine Anisotropie mit einer axialen Vorzugsrichtung.
4 zeigt ein System, bei dem in der Pulsspule
13 sternförmig verlaufende Eisenkerne 15 eingesetzt sind. Das
Pressen erfolgt außerhalb der Axialspule 11. Ansonsten ist der Ablauf wie
bei dem direkt vorstehend beschriebenen Beispiel. Der bei ersten Versuchen erzeugte
Presskörper hatte eine Höhe von 5 mm.
Bei einer Variante dieses Verfahrens werden Eisenkerne 15,
die zum Erzeugen des Orientierungsfeldes um die Pressform angeordnet sind, beim
Befüllen jedoch um z.B. 25 mm in radialer Richtung nach außen gezogen, anschließend
beim Orientieren und Pressen jedoch wieder an die Pressform herangeschoben. Die
Eisenkerne können mechanisch, hydraulisch, motorisch oder pneumatisch bewegt werden.
Während 4A einen seitlichen Schnitt durch ein solches
System zeigt, ist in 4B eine Draufsicht skizziert,
welche sechs seitlich von außen auf die Matrize zuführende Magnetanordnungen zeigt.
Das in einer solchen Anordnung eingefüllte Pulver wird somit mit einem Magnetfeld
zur Erstellung eines 2n- mit n = 3 bzw. 6-poligen Magneten ausgerichtet. Der erste
derart erstellte Versuchskörper hatte eine Höhe von 11 mm bei einer im Vergleich
zum vorigen Versuch besseren Befüllung.
Eine weitere Anordnung zum Herstellen von Ringmagneten ist in
5 mit den 5A – 5C
skizziert. Aus der Draufsicht in 5 ist eine Anordnung mit Ausricht-
bzw. Orientierungsmagneten aus einer Nd-Fe-B-Legierung rund um die Matrize herum
und weiteren Pressenbestandteilen dargestellt.
Erste Ausricht- bzw. Orientierungsmagnete 22 dienen dazu,
ein magnetisches Orientierungsfeld an die Matrize 25 anzulegen, wobei die
magnetischen Feldlinien vom Zylinder-Außenumfang der Matrize 25 wegführen.
In dem Joch 24 sind außerdem zweite Ausricht- bzw. Orientierungsmagnete
23 eingesetzt, welche ebenfalls zur Matrize 25 führen und ein
magnetisches Feld anlegen, dessen magnetische Feldlinien zu der Matrize
25 und durch deren Wandung hindurch in deren Innenraum hineinführen. Die
Matrize 25 weist eine innenseitige Öffnung, das sogenannte Presshohl
26 als Aufnahme für ein zu verpressendes Pulver auf. Mittig führt durch
das Presshohl 26 ein Stab bzw. Dorn 27, welcher beim Pressvorgang
für die Erzeugung der Ringöffnung des Ringmagneten 1 sorgt.
Mit einer solchen Anordnung ist ein Ringmagnet, wie der in
1A dargestellte, herstellbar. In dem Ringmagnet würden
sich die einzelnen Partikel des Pulvers insbesondere längs gebogenen Bahnen ausrichten,
welche längs der Feldlinien von dem Eintrittspunkt der Feldlinien zu dem nächstgelegenen
Austrittspunkt der Feldlinien verlaufen.
In einem ersten Befüllungsschritt (5B)
wird wieder ein axiales Füllen aus einem Füllschuh 26* unter zu Hilfenahme einer
ersten Spule 29 vorgenommen, wie dies vorstehend bereits beschrieben ist.
In einem zweiten Schritt (5C) wird das Orientierungssystem
mit dem Joch 24 und den Magneten 22, 23 zur Orientierung
abgesenkt, um das in das Presshohl 26 eingefüllte Pulver 26' mehrpolig
auszurichten und mit Stempeln 28 zu verdichten. Durch eine entsprechende
Abstimmung der Positionen wird sichergestellt, dass die Orientierung bereits aktiv
ist bzw. aktiv wird, wenn die Pulverdichte noch unter 45% TD liegt.
Aus einer Nd-Fe-B-Legierung werden mit dieser Vorrichtung erste Ringmagnete
versuchsweise hergestellt. Die Ringe haben nach dem Sintern eine Abmessung Außen-
bzw. Innendurchmesser 14,75 bzw. 9,75mm in Polrichtung und 15,7 bzw. 10,05 mm quer
zur Polrichtung. Aufgrund der unterschiedlichen Schwindung parallel und senkrecht
zur Vorzugsrichtung ist der Sinterkörper nicht ideal ringförmig, was die je nach
Winkel unterschiedlichen Ringabmessungen erklärt. Die Sinterdichte beträgt 7,61
g/cm3. Die Ringmagnete weisen eine 4-polige Orientierung mit einer Magnetflussdichte
bzw. Amplitude von ca. 500 mT an deren Oberfläche bzw. in einem Abstand von 0,6
mm von deren Oberfläche auf (siehe 9).
Mit der gleichen Vorrichtung und der gleichen Nd-Fe-B-Magnetlegierung
sind gesinterte und geschliffene vierpolige Ringe der Abmessung ∅10,35 ×
∅5,3 × 6,2 mm hergestellt worden. Der Magnet weist eine Dichte von 7,60
g/cm3 auf, was 98,4% der Massivdichte entspricht. Das Innen- zu Außendurchmesserverhältnis
Di/Da beträgt 0,51.
Die am Außenumfang in einem Abstand s von 0,6 mm gemessene Magnetisierung
hat einen sinusförmigen Verlauf und weist Amplitudenwerte Bm der Magnetflussdichte
von 425 bis 514 mT auf, s. 10. Somit genügt der Ringmagnet
(ohne Eisenrückschluss) der Beziehung Bm(s) ≥ 450 (2n/n+1)·C(s)·K(Da,Di)
[mT],
denn mit
und n = Anzahl der Polpaare (n =2), sowie Da, Di Außen- bzw.
Innendurchmesser [mm] ergibt sich 450·(2n/n+1)·C(s)·K(Da,Di)=
375 mT.
An dem erfindungsgemäß hergestellten Magneten wurden im Mittel mehrerer
Proben 460 mT gemessen (siehe 10).
Ein weiteres, mit den vorstehenden Verfahren kombinierbares bzw. alternatives
Verfahren zur Herstellung mehrpoliger Ringmagnete mit n = 2-4 in besonders bevorzugter
Ausführungsform, wobei der Fall n=2 aus 2B ersichtlich
ist, verwendet im wesentlichen übliche pulvermetallurgische Verfahrensschritte mit
Pressen in einem Pressenwerkzeug. Neben dem Bezug auf die vorstehend aufgeführten
Figuren wird nachfolgend insbesondere auf die 6-8
Bezug genommen.
Ein übliches pulvermetallurgisches Verfahren ist dabei hinsichtlich
Verfahrensschritten und Aufbau der Pressvorrichtung entsprechend anzupassen. Die
Presse bzw. das darin eingesetzte Werkzeug weisen ein Magnetsystem auf, welches
in der Füllstellung und/oder Pressstellung um die Matrize 5 herum angeordnet
ist.
Das Magnetfeld zum Einfüllen von Pulver in das Presshohl
6 und das Magnetfeld zum Orientieren des Pulvers in dem Presshohl
6 kann durch ein Dauermagnetsystem erzeugt werden. Möglich ist auch die
Erzeugung mit Hilfe einer 2n-poligen Pulsspule mit oder ohne ferromagnetischen Spulenkernen
oder die Erzeugung mit Hilfe eines Elektrojochs. Das magnetische Füllfeld und das
magnetische Orientierungsfeld können dabei die gleiche oder verschiedene Quellen
besitzen.
Das Magnetsystem besteht dabei zur Erzeugung eines Orientierungsfeldes
aus einer ersten Magnetfeldspule 32, welche ein von der seitlichen bzw.
zylindrischen Umfangswandung der Matrize 5 wegführendes magnetisches Feld
erzeugt, und einem zweiten Magnetfeldspule 33, welcher ein zur seitlichen
Umfangswandung der Matrize 5 hinführendes Magnetfeld erzeugt, um bei dem
in 7 dargestellten Ausführungsbeispiel 2-polige Ringmagnete
herzustellen. Durch entsprechend geeignete Polschuh- bzw. Übergangsstücke
34 werden die im zentralen Luftspalt der Spulen 32,
33 erzeugten Magnetfelder zu der seitlichen Umfangswandung der Matrize
5 hin zu der dort gewünschten Polstelle gebündelt bzw. konzentriert. Die
Übergangsstücke 34 haben somit eine Art Jochfunktion.
Neben der in 7 dargestellten Anordnung
mit einem 2-poligen Elektrojoch zur Herstellung 2-poliger Ringmagnete sind auch
höherpolige Anordnungen einsetzbar.
8 stellt eine Pressenanordnung mit einer
4-poligen Magnetisierungsanordnung zur Herstellung 4-poliger Ringmagnete dar. Der
seitlichen Umfangswandung einer Matrize 5 mit einem innenseitigen Presshohl
6 benachbart sind vier Magnetfeldspulen 42, 43 angeordnet.
Benachbart sind dabei jeweils erste Spulen 42 zur Erzeugung eines Magnetfeldes,
welches von der seitlichen Umfangswandung der Matrize 5 wegführt, und zweite
Magnetfeldspulen 43 zum Erzeugen eines Magnetfeldes, welches zur seitlichen
Umfangswandung der Matrize 5 hinführt. Die vier Magnetfeldspulen
42, 43 sind dabei so angeordnet, dass über den seitlichen Umfang
der Matrize 5 gesehen immer wechselnd Magnetfelder zu diesem hinführen
bzw. von diesem wegführen. Vorteilhafterweise wird ein hinsichtlich der magnetischen
Polarität über den zylindrischen Umfang der Matrizenwandung sinusförmiges Magnetfeld
ausgebildet.
In einer nicht dargestellten einfachen Ausführungsform sind die Magnetfeldspulen
42, 43 derart ausgerichtet, dass ihre zentrale Längsachse, welche
parallel zum innenseitig erzeugten Magnetfeld verläuft, radial zur Mitte der Matrize
5 hin angeordnet ist.
Bei der besonders bevorzugten Ausführungsform aus 8
sind die Magnetfeldspulen 42-A und 43-A durch eine einzige Spule realisiert, die
in Form einer 8 gewickelt ist und durch deren Öffnungen die Schenkel des flussleitenden
Jochs verlaufen. Das gleiche gilt für die Magnetfeldspulen 42-B und 43-B. Bei Bestromung
der 8-förmigen Spule entstehen an den Polschenkeln verschiedene Pole N und S.
Durch entsprechende Ausbildung der Schenkelspitzen kann der Magnetfluss
konzentriert und damit in seinem Verlauf und seiner Amplitude im Presshohl beeinflusst
werden. Vorteilhaft wird ein sinusförmiges Magnetfeld mit hoher
Amplitude angestrebt. Weiterhin kann der Dorn im Presshohl, der die Bohrung des
Ringmagneten formt, aus einem magnetischen Material bestehen. Dies kann vorteilhaft
sein, wenn die Orientierungsrichtung stärker von lateral zu radial übergehen soll.
Gemäß nicht in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen kann
mit einer derartigen Anordnung von zwei oder mehr paarigen Magnetfeldspulen
42, 43, welche jeweils ein Joch 24 aufweisen, ein jeweils
gegenpoliges Magnetfeld an die Umfangswandung einer Matrize 5 angelegt
werden. Ein C-förmiges Joch wäre beispielsweise geeignet, mit Hilfe von zwei derart
benachbart angeordneten Magnetfeldspulen 42, 43 2-polige Ringmagneten
herzustellen.
Auch ist es möglich, zwei derart benachbarte Magnetfeldspulen
42, 43, welche mit einem Joch 24 verbunden sind, derart
verschwenkbar anzuordnen, dass sie um 90° verschwenkt werden können, um das
Magnetfeld nicht mehr in einer Ebene senkrecht zur Längsachse der Matrize
5 sondern in einer Ebene parallel zur Längsachse der Matrize
5 anzuordnen. Dadurch kann eine solche Anordnung in einer ersten Stellung
zum Füllen des Presshohls 6 mit Pulver und in einer zweiten, um 90°
verschwenkten Stellung zum Orientieren des eingefüllten Pulvers verwendet werden.
Möglich ist natürlich auch der Einsatz von mehr oder weniger Magneten
bzw. -spulen um ein solches Joch 24.
Verfahrensgemäß soll das Magnetfeld auf eine besonders bevorzugte
Art und Weise angelegt werden. Dabei soll das Magnetfeld zum Füllen des Presshohls
6 derart bereitgestellt werden, dass am Rand des Presshohls 6
ein magnetischer Gradient in der Pressrichtung von vorzugsweise mindestens 10 mT/mm
erzeugt wird. Dieser magnetische Gradient bewirkt eine Magnetkraft in Richtung des
Presshohls 6, mit welcher auch enge Spalte bzw. Presshohls 6 mit
Pulver gefüllt werden können. Bei ersten Versuchen erwiesen sich magnetische Gradienten
von mehr als 25 mT/mm als besonders vorteilhaft.
Ferner soll das Magnetsystem zum Erzeugen des Ausrichtfeldes, welches
bei den dargestellten Ausführungsbeispielen durch die Magnete 32,
33 bzw. 42, 43 und Jochelemente 34 bzw.
24 erzeugt wird, ein mehrpoliges Feld transversal zur Pressrichtung mit
einer bevorzugten Maximalfeldstärke > 1,6 kA/cm erzeugen. Ein solches mehrpoliges
Feld bewirkt eine mehrpolige Ausrichtung des in das Presshohl 6 eingefüllten
Dauermagnet-Pulvers mit einem hohen Grad an Orientierung. Bei ersten Versuchen zeigte
sich eine Feldstärkenamplitude von mehr als 4 kOe als besonders vorteilhaft. Unter
der Maximalfeldstärke oder Feldstärkenamplitude ist dabei die maximale Feldstärke
im Presshohl 6 in radialer Richtung zu verstehen.
Ferner sollte das Orientierungsfeld mindestens so lange aufrecht erhalten
werden, bis beim Kompaktieren die Pressdichte mindestens 40% TD (TD: Theoretische
Dichte des Pulverwerkstoffes) erreicht hat.
Bei ersten Pressversuchen hat sich gezeigt, dass mit diesen Werten
des Gradienten und der Feldstärke sowohl geringe Ringwandstärken von zum Beispiel
2,5 mm als auch hohe Orientierungsgrade von zum Beispiel 95% erreicht werden konnten.
Die geforderten Werte können bevorzugt durch eine Schrägung der Polschuhe,
also eine Flusskonzentration der magnetischen Feldlinien, eingestellt werden, wie
dies aus der Polschuhanordnung neben dem in 6 dargestellten
Kurvenverlauf ersichtlich ist. Eine Flusskonzentration ist dabei sowohl in axialer
als auch in transversaler Richtung zu empfehlen. Außerdem sollte der Abstand des
Polschuhs zu dem Pulver möglichst gering sein, weshalb eine geringe Wandstärke der
seitlichen Umfangswandung der Matrize 5 bevorzugt wird.
Hohe Verhältnisse der Höhe relativ zu der Wandstärke der zu erzeugenden
Ringmagnete können durch eine Modifizierung der Position der Maximalfeldstärke und
des Gradienten erzielt werden.
6 zeigt einen beispielhaften Verlauf
des Gradienten und der Feldstärke für ein Elektrojoch. Die in der Zeichnung senkrechte
Unterteilung ist dabei relativ von der Oberkante der Matrize 5 angegeben.
Vorliegend ist ein Positionsbereich von -50 mm bis +50 mm abgebildet. Die zentrale
kräftige Linie stellt die Oberkante der Pressform dar. Die gepunktete Kurve zeigt
den Gradienten, welcher gemäß der oberen Skala bei einer Höhe von 10 mm oberhalb
der Matrizenoberkante mit einem Wert von etwa 15 mT/mm bis zu einer Position von
etwa -5 mm, das heißt 5 mm unterhalb der Matrizenoberkante, zu einem Wert von etwa
30 mT/mm ansteigt und dann bis zu einer Höhe von 40 mm unterhalb der Matrizenoberkante
zu einem Wert von etwa -17 mT/mm abfällt. Die durchgezogene Linie stellt die Feldstärke
dar, welche gemäß der unteren Skala von einem Wert von etwa – 0,4 T (-3,2
kA/cm) bei einer Höhe von 20 mm oberhalb der Matrizenoberkante zu einem Wert von
gut 1,2 T (10 kA/cm) bei einer Höhe von 20 mm unterhalb der Matrizenoberkante ansteigt,
um dann zu einem wert von etwa 0,95 T (8 kA/cm) bei einer Höhe von 40 mm unterhalb
der Matrizenoberkante abzufallen.
Ein dieses Feld erzeugender Polschuh 24 ist rechts neben
der Abbildung dargestellt. Über eine Höhe H von 10 mm verläuft die der Matrizenwandung
zugewandte Seite des Polschuhs 24 parallel, so dass Magnetfeldlinien auf
diesen Bereich konzentriert werden. Unterhalb dieses Bereichs verläuft die Wandung
des Polschuhs 24 abgeschrägt von der Matrizenwandung weg. Die Magnetisierung
des herzustellenden Ringmagneten kann dementsprechend durch eine geeignet gewählte
Geometrie und Positionierung des Polschuhs 24 beeinflusst werden.
Die 9 und 10
zeigen schließlich den im wesentlichen sinusförmigen Verlauf der Feldstärke (9)
und der Flussdichte (10) eines vierpoligen Ringes über
dem Winkel bei erfindungsgemäßen vierpoligen Ringmagneten.
Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen eines mehrpoligen Ringmagneten (1)
aus einer Seltenerd-Legierung, der zwei oder ein Vielfaches davon entgegengesetzt
orientierte magnetische Pole im zylindrischen Außenumfangsbereich aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Pulver (6'; 26') aus einem
magnetisch orientierbaren Material in einem Presshohl (6; 26)
einer Matrize (5; 25) ringförmig verpresst und dabei 2- oder mehrpolig
magnetisch orientiert und anschließend gesintert wird.
verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Pulver (6';
26') mittels eines im wesentlichen zur Pressrichtung parallelen Magnetfeldes
in das Presshohl (6; 26) gezogen wird, insbesondere mit einem
Magnetfeld mit magnetischem Gradienten ≥ 10 mT/mm.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das eingefüllte Pulver (6';
26') im Presshohl (6; 26) vor dem Verpressen orientiert
wird.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem das Pulver (6';
26') im Presshohl (6; 26) während des Verpressens orientiert
wird.
Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, bei dem die 2- oder mehrpolige Orientierung
des Pulvers (6'; 26') bereits bei einer Pulverdichte zwischen
15% und 45% theoretischer Dichte des Werkstoffs des Pulvers (6';
26') durchgeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 4, 5 oder 6, bei dem zum Orientieren des Pulvers
(6'; 26') ein Magnetfeld mit einer Feldstärkenamplitude im Presshohl
von zumindest 1,6 kA/cm, insbesondere zumindest 3,2 kA/cm transversal zur Pressrichtung
an das eingefüllte Pulver (6'; 26') angelegt wird.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem der gepresste Körper
nach einem Sintervorgang 2n polig aufmagnetisiert wird.
Verfahren nach Anspruch 7, bei dem das Aufmagnetisieren mit einer Feldstärke
>8 kA/cm auf einen Presskörper mit mehr als 95% der Massivdichte des Materials des
Pulvers (6'; 26') mit einem sinusförmigen Feld durchgeführt wird.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem das magnetisch
orientierte Pulver (6'; 26') im wesentlichen senkrecht zur Orientierungsrichtung
verpresst wird.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem als Pulver (6';
26') ein Pulver aus einem Seltenerd-Material verwendet wird.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem die Magnetfelder
durch Dauermagnete, Pulsfelder oder statische Felder erzeugt und ein- oder mehrfach
angelegt werden.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem der gepresste
Körper (1) vor dessen Ausstoßen aus der Matrize (5;
25) durch einen Puls in Gegenrichtung entmagnetisiert wird.
Verfahren nach einem vorstehenden Anspruch, bei dem beim Befüllen
des Presshohls (6; 26) mit Pulver (6'; 26')
ausschließlich ein in Befüllungsrichtung wirkendes Magnetfeld angelegt wird.
Vorrichtung zum Durchführen eines Verfahrens nach einem vorstehenden
Anspruch zum Herstellen von mehrpoligen Ringmagneten (1) mit zumindest
einem Spulenpaar (22, 23; 42, 43), zum Erzeugen
eines Magnetfeldes und insbesondere zumindest einem Joch (24;
34) zum Führen des zumindest einen Magnetfelds zum nicht-achsparallelen
Außenumfang einer Matrize (5; 25) einer Pulverpressvorrichtung.
Vorrichtung nach Anspruch 14, bei der die Vorrichtungsbestandteile
zumindest im Bereich der Matrize (5; 25) und um diese herum aus
einem nicht magnetisierbaren Material bestehen.
Mehrpoliger, insbesondere 2- bis 8-poliger Ringmagnet (1)
aus pulvermetallurgischer Fertigung gemäß einem Verfahren nach einem der Ansprüche
1 – 13.
Ringmagnet nach Anspruch 16 mit einem Innen-/Außendurchmesser-Verhältnis
>0,30.
Ringmagnet nach Anspruch 16 oder 17 mit einer Massivdichte >95% der
Festkörpermaterialdichte.
Ringmagnet nach einem der Ansprüche 16 bis 18 mit einer Koerzitivfeldstärke
>8,8 kA/cm und einer Remanenz >1,0 T.
Ringmagnet nach einem der Ansprüche 16 bis 19 mit einer annähernd
sinusförmigen Magnetisierung am Außenumfang, mit einer Amplitude Bm im
Abstand s vom Außendurchmesser gemäß:
und n als Anzahl der Polpaare (n = 1,2,3,4,...) sowie Da, Di als Außen- bzw. Innendurchmesser
[mm].