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Dokumentenidentifikation DE10251821B3 15.04.2004
Titel Hydraulisches Zeitglied
Anmelder HK Präzisionstechnik GmbH, 78727 Oberndorf, DE
Erfinder Mayer, Xaver, 72415 Grosselfingen, DE;
Eger, Martin, 78727 Oberndorf, DE
Vertreter Ott, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 72108 Rottenburg
DE-Anmeldedatum 07.11.2002
DE-Aktenzeichen 10251821
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.04.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.04.2004
IPC-Hauptklasse F15C 3/02
IPC-Nebenklasse F15C 4/00   F15B 21/10   
Zusammenfassung Es wird ein hydraulisches Zeitglied zur zeitverzögerten Ansteuerung von Hydraulikkomponenten und insbesondere zur Realisierung von Folgesteuerungen für die in einer hydraulischen Spannvorrichtung enthaltenen Spannelemente vorgeschlagen. Im Zeitglied sind ein Betätigungszylinder (1) und ein an eine Steuerleitung (6) angeschlossenes Ventil (2) angeordnet und die Kolbenstange (12) des Betätigungszylinders (1) ist über die extern hydraulisch ansteuerbare Steuerleitung (6) aus ihrer Ausgangsposition in eine das Ventil (2) öffnende Endposition auslenkbar, so dass auf Grund der Laufzeit der Kolbenstange (12) das Ventil (2) zeitverzögert öffnet und den Eingang (4) der Steuerleitung (6) auf einen Ausgang (7) des Zeitglieds entsprechend zeitverzögert durchschaltet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Zeitglied gemäß der Gattung des Anspruchs 1.

Für Bearbeitungsmaschinen werden zum Spannen der zu bearbeitenden Werkstücke hydraulische Spannvonichtungen verwendet, die zwei oder mehrere hydraulische Spannelemente besitzen können. Um ein exaktes Spannen des jeweiligen Werkstücks sicherzustellen, ist es oftmals erforderlich, dass die einzelnen Spannelemente in einer vorgegebenen zeitlichen Abfolge nacheinander beim Spannvorgang betätigt werden. Dies könnte theoretisch dadurch realisiert werden, dass jedes Spannelement über eine separate hydraulische Steuerleitung von einem externen Hydrauliksystem angesteuert wird, jedoch ist dies in der Praxis nicht akzeptabel, da oft die Forderung besteht, dass die verwendeten hydraulischen Spannvonichtungen möglichst nur über eine einzige hydraulische Spann- und Löseleitung angesteuert werden sollen.

Aus der DE 1 840 781 U ist ein als Zeitglied wirkendes Verzögerungselement bekannt, welches für pneumatische und hydraulische Anlagen geeignet ist. Ein von einem Druckmedium betätigter Kolben ist an einer Verdickung von einem O-Ring umschlossen, so dass der O-Ring den Druckraum um die Kolbenstange in diesem Bereich so lange abschließt, bis der Kolben sich bis zu einer Kolbenverjüngung verschoben hat. In dieser Position kann ein Steuerimpuls an einer Ausgangsleitung abgenommen werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein hydraulisches Zeitglied zu schaffen, welches in hydraulischen Spannvonichtungen zur zeitverzögerten Ansteuerung von Spannelementen einsetzbar ist.

Die Lösung dieser Aufgabe erhält man durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Im erfindungsgemäßen Zeitglied sind ein Betätigungszylinder und ein von diesem betätigbares Ventil angeordnet, welches auf Grund der Laufzeit der Kolbenstange des Betätigungszylinders zeitverzögert geöffnet wird, wenn der Betätigungszylinder hydraulisch angesteuert und von seiner Ausgangsposition in seine Endposition ausgelenkt wird. Erst in der Endposition wird das Ventil von der Kolbenstange geöffnet, so dass der Steuerdruck vom Eingang des Zeitglieds auf dessen Ausgang durchgeschaltet wird. Der Ausgang des Zeitglieds kann somit beispielsweise an einen zweiten Spannzylinder angeschlossen sein, der gegenüber einem direkt mit der eingangseitigen Steuerleitung verbundenen ersten Spannzylinder entsprechend zeitverzögert betätigt wird.

Das erfindungsgemäße Zeitglied hat insbesondere den Vorteil, dass die Laufzeit der Kolbenstange durch die Bauform des Betätigungszylinders und durch eine Begrenzung des Volumenstroms des zur Ansteuerung eingespeisten Hydrauliköls sehr genau definiert werden kann.

In der bevorzugten Ausführungsform wird zur Begrenzung des Volumenstroms dem Betätigungszylinder eine drossel vorgeschaltet, Drosselwirkung einstellbar ist. Dadurch lässt sich ein gewünschter Volumenstrom durch entsprechende Justierung der Drossel einstellen, um somit eine gewünschte Laufzeit für die Kolbenstange und dementsprechend eine geforderte Zeitverzögerung für die Durchschaltung der Steuerleitung auf den Ausgang des Zeitglieds zu erhalten.

Bei der bevorzugten Ausführungsform wird der Kolben des Betätigungszylinders beidseitig hydraulisch angeströmt, wobei die dabei wirksame Kolbenfläche an der Zylinderkopfseite größer ist als an der Seite, wo die Kolbenstange vom Kolben abragt. Dadurch ergibt sich eine Reduzierung der den Kolben bewegenden Kraft, was sich bei Anwendungsversuchen als vorteilhaft gezeigt hat. Bei Versuchen wurde dabei ein Betätigungszylinder verwendet, der mit einer auf der Kolbenstange aufgesetzten Druckfeder ausgestattet war, die den Kolben im Ruhezustand hält beziehungsweise bei druckloser Steuerleitung in die Ausgangsposition drückt.

Das vom Betätigungszylinder über dessen Kolbenstange zu öffnende Ventil kann gemäß einer Weiterbildung der Erfindung als Rückschlagventil ausgebildet sein, wobei zusätzlich ein zwischen Kolbenstange und Ventil wirksamer Zwischenkolben vorgesehen sein kann, um den Druckraum um das Ventil von dem Druckraum, in welchem die Kolbenstange einliegt, sicher abtrennen zu können.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Zeitglieds und

2 einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Zeitglied, wie in 1 schematisch dargestellt, jedoch mit einem zusätzlichen Zwischenkolben vor dem Betätigungselement des Ventils.

1 zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines erfindungsgemäßen Zeitglieds mit einem Betätigungszylinder 1, einem Ventil 2 und einer einstellbaren Drossel 3. Über einen Eingang 4 ist eine Hydraulikpumpe 5 an die Steuerleitung 6 des Zeitglieds angeschlossen, die einerseits über die Drossel 3 zum Betätigungszylinder 1 und andererseits zum Ventil 2 führt. Wird das Ventil 2 ge6ffnet, wird der Eingang 4 über die Steuerleitung 6 und über das Ventil 2 auf den Ausgang 7 durchgeschaltet. Am zusätzlich dargestellten Anschlusspunkt 8 liegt der gleiche Steuerdruck an, wie am Eingang 4, wenn die externe Hydraulikpumpe 5 einen entsprechenden Steuerdruck einspeist.

In 1 befindet sich der im Betätigungszylinder 1 einliegende Kolben 9 in seiner Ausgangsposition. Sobald die Hydraulikpumpe 5 Steuerdruck auf die Steuerleitung 6 gibt, fließt über die Drossel 3 ein reduzierter Volumenstrom in den links vom Kolben 9 angeordneten Betätigungsdruckraum 10. Gleichzeitig strömt über die Leitung 11 Hydrauliköl in den die Kolbenstange 12 umgebenden Gegendruckraum 13. Da die wirksame Fläche am Zylinderkopf 14 deutlich größer ist als die dem Gegendruckraum zugewandte Ringfläche 15, drückt die resultierende Kraft den Kolben 9 und damit auch die Kolbenstange 12 in Pfeilrichtung 16, bis dieser in seiner Endposition ein Betätigungselement 17 am Ventil 2 betätigt und dieses öffnet. Die Laufzeit, die der Kolben 9 benötigt, bis er aus der Ausgangsposition in die Endposition ausgelenkt ist, bestimmt die Zeitverzögerung des hydraulischen Zeitglieds. Durch eine entsprechende stärkere oder geringere Drosslung der verstellbaren Drossel 3 kann eine größere oder geringere Zeitverzögerung am Zeitglied eingestellt werden.

Eine im Betätigungszylinder 1 einliegende und die Kolbenstange 13 umgebende Druckfeder 18 drückt den Kolben 9 in die dargestellte Ausgangsposition, so dass dieser auch aus der Endposition bei abfallendem Steuerdruck wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrt.

Bei dem dargestellten Zeitglied kann an den Anschluss 8 ein erster Spannzylinder einer Spannvorrichtung angeschlossen werden, während an den Ausgang 7 ein zweiter Spannzylinder anschließbar ist, der dann bei Anlegen eines hydraulischen Steuerdrucks an den Eingang 4 zeitverzögert betätigt wird.

Bei dem in 2 dargestellten Längsschnitt sind die denen von 1 entsprechenden Komponenten mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet. Außerdem ist hier die Endposition 9' des Kolbens und die Endposition 12' der Kolbenstange angedeutet.

In 2 ist zwischen dem Ventil 2 und der Kolbenstange 12 ein Zwischenkolben 19 angeordnet, der eine hydraulische Entkopplung der Druckräume im Bereich des Ventils 2 einerseits und im Bereich des Betätigungszylinders 1 andererseits gewährleistet. Erreicht die Kolbenstange 12 ihre Endposition 12', wird der Zwischenkolber 19 geringfügig nach rechts verschoben und öffnet damit das Ventil 2.

In 2 sind die Anschlüsse 7 und 8 nicht dargestellt. Der Eingang 4 ist als Bohrung zur Steuerleitung 6 ausgeführt sein, während der Ausgang 7 als eine zum Druckraum 20 führende Bohrung ausgebildet sein kann.

Damit der Zwischenkolben 19 in der ihn umschließenden Bohrung dicht einliegt, besitzt er vorzugsweise eine umlaufende Dichtung 21, die in einer Ringnut 22 einliegt.


Anspruch[de]
  1. Hydraulisches Zeitglied zur zeitverzögerten Ansteuerung von Hydraulikkomponenten und zur Realisierung von Folgesteuerungen für die in einer hydraulischen Spannvonichtung enthaltenen Spannelemente, dadurch gekennzeichnet, dass im Zeitglied ein Betätigungszylinder (1) und im Abstand vom Betätigungszylinder (1) ein Betätigungselement (17) eines an eine Steuerleitung (6) angeschlossenen Ventils (2) angeordnet sind, und dass Kolbenstange (12) des Betätigungszylinders (1) über die extern hydraulisch ansteuerbare Steuerleitung (6) aus ihrer Ausgangsposition in eine das Ventil (2) öffnende Endposition auslenkbar ist, so dass auf Grund des Abstandes zwischen Betätigungszylinder (1) und Betätigungselement (17) und auf Grund der Laufzeit er Kolbenstange(12) das Ventil 2 zeitverzögert öffnet und den Eingang (4) der Steuerleitung (6) auf einen Ausgang (7) des Zeitglieds entsprechend zeitverzögert durchschaltet.
  2. Zeitglied nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungszylinder (1) über eine den Volumenstrom reduzierende Drossel (3) an die hydraulische Steuerleitung (6) angeschlossen ist.
  3. Zeitglied nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselwirkung der Drossel (3) einstellbar ist.
  4. Zeitglied nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (12) des Betätigungszylinders (1) den ihn umgebenden Zylinderraum in einen Betätigungsdruckraum (10) und einen Gegendruckraum (13) unterteilt, wobei an dessen Zylinderkopf (14) sich der zylindrische Betätigungsdruckraum (10) befindet und im Gegendruckraum (13) die Kolbenstange (12) einliegt, und dass der Gegendruckraum (13) an die hydraulische Steuerleitung (6) angeschlossen ist.
  5. Zeitlied nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (2) ein Rückschlagventil ist.
  6. Zeitglied nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Kolbenstange (12) und den Betätigungselement (17) des Ventils (2) ein Zwischenkolben (19) in einer koaxial zur Kolbenstange (12) angeordneten Bohrung axial beweglich mit wenigstens einer umlaufenden Dichtung (21) einliegt.
  7. Zeitglied nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (9) des Betätigungszylinders (1) gegen die Kraft einer Druckfeder (18) oder eines anderen Federelements aus seiner Ausgangsposition hydraulisch auslenkbar ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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