Da gerade bei Rotwein die Farbe ein augenfälliges Qualitätsmerkmal
ist, verdient bei der Bereitung von Rotwein neben dem gebiets- und sortentypischen
Geschmacksbild die Gewinnung des Farbstoffes besondere Beachtung. Der Rotweinfarbstoff
befindet sich innerhalb der mikroskopisch kleinen Hülsenzellen der Beeren von lebendem
Zellplasma eingeschlossen; er kann aus den Zellen erst dann austreten, wenn das
Zellplasma abgetötet wird. Um den Farbstoff aus den Hülsenzellen herauszulösen,
gibt es verschiedene Verfahren zur Behandlung von Rotweinmaische, deren bekanntestes
die Maischegärung ist.
Maische ist ein inhomogenes Gemisch aus Saft, Beerenschalen und gegebenenfalls
auch Stielen, also aus Stoffen unterschiedlicher Dichte, und neigt schon deshalb
zur Entmischung, wobei die festen Bestandteile, die sogenannten Trester, aufschwimmen.
Dieser Vorgang wird durch die bei der Maischegärung frei werdende Kohlensäure verstärkt;
es entsteht ein sogenannter Tresterhut, der auf der Flüssigkeit schwimmt und sich
dadurch dem Auslaugungsprozess entzieht. Durch Berührung mit Luftsauerstoff oxidiert
dieser Tresterhut und trocknet durch Erwärmung infolge der Gärung aus, wodurch Geschmack
und Farbe des Weines ungünstig beeinflusst werden.
Die meisten bekannten Gärverfahren bemühen sich daher um das periodische
Untertauchen oder Untergetauchthalten des Tresterhutes. Dem klassischen Verfahren
der Maischegärung in offenen Bottichen und Behältern mit Stoßen des Maischehutes
nachempfunden sind Maischetauchvorrichtungen mit flügelartigen Tauchelementen, die
um jeweils eine horizontale Achse so verschwenkbar sind, dass sie sich beim Eintauchen
möglichst horizontal auf die Maische bzw. den Maischehut legen, um diesen nach unten
zu drücken, beim Auftauchen jedoch nach unten klappen können, um gegenüber der Maische
einen möglichst geringen Widerstand zu bieten.
Um die Vorrichtung mit den Tauchelementen nicht nach jedem Eintauchvorgang
drehen zu müssen, ist es bei einer Vorrichtung mit zentraler Hubstange auch bekannt,
die an radial zur Behälterachse verlaufenden Querstäben angeordneten Tauchflügel
mit einer von der Behälterachse zur Behälterwand hin zunehmenden Fläche auszubilden
(DE 299 15 659 U1). Hierdurch gelingt
es, die Tauchflügel bei der Aufwärtsbewegung zum Erzeugen eines Drehmoments auf
das gesamte Tauchelement auszunutzen, um schon während des Hubvorganges die Verdrehung
des Tauchelements als Ausgangsbasis für einen neuen Eintauchvorgang zu erreichen.
Dadurch werden Antriebsvorrichtungen für die Erzeugung einer Drehbewegung und entsprechende
Steuereinrichtungen entbehrlich.
Wenn auch die freie Schwenkbewegung der Flügel bei den bekannten Tauchelementen
meist nur zwischen einer annähernd horizontalen und einer schräg nach unten zur
Behältersohle gerichteten Endstellung möglich ist, die Flügel also keine vertikale
Lage einnehmen können, so ist doch, um die beim Eintauchen zum Herunterdrücken des
Maischehutes erforderliche, annähernd horizontale Lage der Flügel zu erreichen,
eine gewisse Dickflüssigkeit der Maische erforderlich, um den Widerstand zu erzeugen,
der notwendig ist, um die nach unten bewegten Flügel in die zum Durchmischen der
Maische erforderliche horizontale Lage zu bringen. Dies gelingt beispielsweise bei
einer dünnflüssigen Maische vor ausgeprägter Bildung des Maischehutes noch nicht.
Gleichwohl wird auch ein Durchmischen solcher Maische angestrebt, insbesondere dann,
wenn beispielsweise Eichenholz-Chips schon von vornherein in die Maische gegeben
werden, um dem Rotwein ein Barrique-Aroma zu verleihen. Vor allem hier ist von Anfang
an eine Durchmischung der Maische erforderlich, zumindest wünschenswert.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Möglichkeit zu schaffen, um die zum Durchmischen der Maische, insbesondere aber
zum Untertauchen des Maischehutes erforderliche horizontale Lage der Flügel auch
dann schon sicherzustellen, wenn die Maische überhaupt oder noch eine relativ dünnflüssige
Konsistenz hat.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zum Mischen
von Maische, insbesondere Rotweinmaische, mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Der Grundgedanke der Erfindung liegt darin, die Tauchflügel an den
Querstäben, um die sie verschwenkbar sind, gewichtsausgeglichen zu lagern. Dadurch
reicht auch eine geringere Widerstandskraft, wie sie zum Beispiel bei dünnflüssiger
Maische zur Wirkung kommt, aus, um die Tauchflügel bei der Eintauchbewegung mit
Sicherheit in eine zumindest annähernd horizontale Lage zu bringen. Die gewichtsausgeglichene
Lagerung der Tauchflügel an den Querstäben kann dadurch erreicht werden, dass auf
der den Tauchflügeln bezüglich des Querstabes gegenüberliegenden Seite Gegengewichte
angeordnet sind, aber auch dadurch, dass die Tauchflügel an den Querstäben federbelastet
gelagert sind.
Eine besonders vorteilhafte Lösung aber besteht darin, die Tauchflügel
zweiteilig auszubilden, wobei einem Flügelteil bezüglich des Querstabes gegenüberliegend
ein weiteres Flügelteil mit geringeren Abmessungen zugeordnet ist und beide Flügelteile
über den Querstab hinweg starr miteinander verbunden sind. Da dieses zweite Flügelteil
mit geringeren Abmessungen eine geringere Fläche und ein geringeres Gewicht aufweist
als das erste Flügelteil, wird sich ein erfindungsgemäß ausgebildeter Tauchflügel
bei der Hubbewegung ohne weiteres in die gewünschte Schräglage einstellen. Bei der
Eintauchbewegung reicht schon ein vergleichsweise geringer Widerstand
der Maische aus, um das – größere – Flügelteil in die horizontale Lage
zu bringen, da das Gewicht des – kleineren – Flügelteils ein Teil dessen
Gewichtes kompensiert.
Die Erfindung wird nachstehend im Zusammenhang mit einem stehenden
kreiszylindrischen Behälter näher erläutert, wobei dieser Einsatz nicht einschränkend
zu sehen ist. Es zeigt
1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in
einem schematischen Vertikalschnitt durch den oberen Teil eines kreiszylindrischen
stehenden Behälters,
2 einen Querschnitt entlang der Linie
II–II in 1,
3 eine schrägbildliche Darstellung eines
erfindungsgemäß ausgebildeten Tauchflügels und die
4 und 5
schematische Darstellungen dieses Tauchflügels beim Eintauch- bzw. Hubvorgang.
In der Zeichnung ist die Erfindung im Zusammenhang mit einem kreiszylindrischen
stehenden Behälter dargestellt, wobei der Behälter 1 nur schematisch angedeutet
ist. Der Behälter 1 besitzt eine zylindrische Behälterwand 2 sowie
eine – Behälterdecke 3. Im unteren – nicht dargestellten –
Bereich kann der Behälter 1 grundsätzlich beliebig ausgebildet sein; er
kann eine Standvorrichtung mit Füßen, ein Mannloch zur Reinigung und Befüllung sowie
Austragsvorrichtungen für Most und Maische in an sich bekannter Ausbildung umfassen.
An der Behälterdecke 3 ist zentrisch, d. h. in der Behälterachse
4, eine Hubvorrichtung 5 befestigt, die außerhalb des Behälters
1 eine Zylinderkolbeneinheit 6 und innerhalb des Behälters
1 eine Zylinderhubstange 7 umfasst, an deren unterem Ende ein
Tauchelement 8 befestigt ist. Die Hubvorrichtung 5 könnte bei
einem offenen Behälter auch an einer Traverse befestigt sein. Mittels einer durch
die Zylinderkolbeneinheit 6 bewirkten Abwärtsbewegung wird das Tauchelement
8 beim Eintauchvorgang in Richtung des Pfeils 9 in die in dem
Behälter befindliche Maische eingetaucht und bei dem darauffolgenden Hubvorgang
in Richtung des Pfeils 10 wieder gehoben.
Wie vor allem 2 erkennen lässt, umfasst
das Tauchelement 8 zwei Querstäbe 11, die, entlang des Behälterdurchmessers
miteinander fluchtend, am unteren Ende der Hubstange 7 biegesteif und drehfest
mit dieser verbunden sind. Theoretisch können die Querstäbe 11 auch in
anderer Weise angeordnet sein; beispielsweise können drei jeweils unter 120°
oder vier unter jeweils 90° zueinander vorgesehen sein.
An jedem der Querstäbe 11 ist ein Tauchflügel 12
gelenkig angeschlossen. Die Tauchflügel 12 haben im dargestellten Ausführungsbeispiel
etwa die Form von Kreissektoren mit spitzem Zentriwinkel und bestehen aus zwei Teilen,
einem ersten Flügelteil 12a und einem zweiten Flügelteil 12b,
das eine etwas geringere Grundfläche besitzt als das Flügelteil 12a. Die
Flügelteile 12a und 12b sind zu beiden Seiten jeweils eines Querstabes
11 angeordnet und durch Ringe 13 gelenkig an diesem angeschlossen.
Ein solcher Tauchflügel 12 ist in 3 im Schrägbild
und in größerem Maßstab dargestellt.
Wie 3 zeigt, sind die beiden Flügelteile
12a, 12b durch Ringe 13 miteinander verbunden und mittels
dieser Ringe an dem Querstab 11 um dessen Achse 14 verschwenkbar
gelagert. Der Verschwenkwinkel der Tauchflügel 12 ist beschränkt, und zwar
durch Langlöcher 15 in den Ringen 13 und Anschläge 16
an dem Querstab 11. An den Längsseiten können die Flügelteile
12a und 12b Abkantungen 17 besitzen.
Die Funktion der Tauchflügel 12 kann anhand der
4 und 5 erläutert
werden, und zwar zeigt 4 einen Tauchflügel
12 in der Stellung beim Eintauchen in die Maische in Richtung des Pfeils
9 und 5 den Tauchflügel 12 bei der
Hubbewegung in Richtung des Pfeils 10. Dabei lässt zunächst 5
erkennen, wie der Tauchflügel 12 beim Hochfahren aus der Maische einerseits
durch den auf die Oberflächen der Flügelteile 12a und 12b wirkenden
Widerstand der Maische, aber auch durch das etwas größere Eigengewicht G1
des Flügelteils 12a gegenüber dem Eigengewicht G2 des Flügelteils
12b eine durch den Anschlag 16 begrenzte Schräglage einnimmt.
Die Schräglage ist durch die Winkel &agr;2 zur Horizontalen bzw. &bgr;2
zur Vertikalen gekennzeichnet.
Während der Tauchflügel 12 im unbelasteten Zustand, also
oberhalb des Maischespiegels in dieser Lage verharrt, weil das Gewicht G1
des – größeren – Flügelteils 12a größer ist als das Gewicht
G2 des – kleineren – Flügelteils 12b, reicht beim
Eintauchvorgang, wie er in 4 dargestellt ist, ein vergleichsweise
geringer Widerstand der Maische aus, um den – größeren – Flügelteil
12a in die annähernd horizontale Lage zu bringen, da sein Gewicht G1
durch das Gewicht G2 des kleineren Flügelteils 12b zum Teil
kompensiert wird. Diese annähernd horizontale Lage des Tauchflügels 12
ist durch die Winkel &agr;1 bzw. &bgr;1 zur Horizontalen gekennzeichnet.
Die Flügelteile 12a und 12b können in derselben
Ebene liegen; sie können aber, wie in der Zeichnung angedeutet, auch unter einem
stumpfen Winkel zueinander angeordnet sein. Wenn, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel,
der Winkel &agr;1 etwa 6° und der Winkel &bgr;1 etwa 14°
betragen, führt dies zu einem Öffnungswinkel &khgr; der beiden Flügelteile
12a und 12b von etwa 160°. Ergänzend hierzu ist in
5 angedeutet, dass der Winkel &agr;2 beim
Hubvorgang des Tauchflügels 12 etwa 45° beträgt; dann beträgt unter
diesen Umständen der Winkel &bgr;2= 65°.
Selbstverständlich ist die Realisierung der Erfindung nicht auf das
in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Es kann vielmehr die
Gelenkigkeit der Tauchflügel gegenüber dem Querstab auch auf andere Art und Weise
sichergestellt werden, wie auch die auf das – größere – Flügelteil
12a wirkende Gegenkraft G2 auch auf andere Art und Weise aufgebracht
werden kann. Schließlich sind erfindungsgemäß ausgebildete Tauchflügel auch bei
Hubvorrichtungen einsetzbar, die mit zwei oder gar drei Hubstangen arbeiten.