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Dokumentenidentifikation DE20305208U1 15.04.2004
Titel Vorrichtung zum Mischen von Maische, insbesondere Rotweinmaische
Anmelder SPEIDEL Tank- und Behälterbau GmbH, 72131 Ofterdingen, DE
Vertreter Patentanwälte Möll und Bitterich, 76829 Landau
DE-Aktenzeichen 20305208
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 15.04.2004
Registration date 11.03.2004
Application date from patent application 01.04.2003
IPC-Hauptklasse C12G 1/00

Beschreibung[de]

Da gerade bei Rotwein die Farbe ein augenfälliges Qualitätsmerkmal ist, verdient bei der Bereitung von Rotwein neben dem gebiets- und sortentypischen Geschmacksbild die Gewinnung des Farbstoffes besondere Beachtung. Der Rotweinfarbstoff befindet sich innerhalb der mikroskopisch kleinen Hülsenzellen der Beeren von lebendem Zellplasma eingeschlossen; er kann aus den Zellen erst dann austreten, wenn das Zellplasma abgetötet wird. Um den Farbstoff aus den Hülsenzellen herauszulösen, gibt es verschiedene Verfahren zur Behandlung von Rotweinmaische, deren bekanntestes die Maischegärung ist.

Maische ist ein inhomogenes Gemisch aus Saft, Beerenschalen und gegebenenfalls auch Stielen, also aus Stoffen unterschiedlicher Dichte, und neigt schon deshalb zur Entmischung, wobei die festen Bestandteile, die sogenannten Trester, aufschwimmen. Dieser Vorgang wird durch die bei der Maischegärung frei werdende Kohlensäure verstärkt; es entsteht ein sogenannter Tresterhut, der auf der Flüssigkeit schwimmt und sich dadurch dem Auslaugungsprozess entzieht. Durch Berührung mit Luftsauerstoff oxidiert dieser Tresterhut und trocknet durch Erwärmung infolge der Gärung aus, wodurch Geschmack und Farbe des Weines ungünstig beeinflusst werden.

Die meisten bekannten Gärverfahren bemühen sich daher um das periodische Untertauchen oder Untergetauchthalten des Tresterhutes. Dem klassischen Verfahren der Maischegärung in offenen Bottichen und Behältern mit Stoßen des Maischehutes nachempfunden sind Maischetauchvorrichtungen mit flügelartigen Tauchelementen, die um jeweils eine horizontale Achse so verschwenkbar sind, dass sie sich beim Eintauchen möglichst horizontal auf die Maische bzw. den Maischehut legen, um diesen nach unten zu drücken, beim Auftauchen jedoch nach unten klappen können, um gegenüber der Maische einen möglichst geringen Widerstand zu bieten.

Um die Vorrichtung mit den Tauchelementen nicht nach jedem Eintauchvorgang drehen zu müssen, ist es bei einer Vorrichtung mit zentraler Hubstange auch bekannt, die an radial zur Behälterachse verlaufenden Querstäben angeordneten Tauchflügel mit einer von der Behälterachse zur Behälterwand hin zunehmenden Fläche auszubilden (DE 299 15 659 U1). Hierdurch gelingt es, die Tauchflügel bei der Aufwärtsbewegung zum Erzeugen eines Drehmoments auf das gesamte Tauchelement auszunutzen, um schon während des Hubvorganges die Verdrehung des Tauchelements als Ausgangsbasis für einen neuen Eintauchvorgang zu erreichen. Dadurch werden Antriebsvorrichtungen für die Erzeugung einer Drehbewegung und entsprechende Steuereinrichtungen entbehrlich.

Wenn auch die freie Schwenkbewegung der Flügel bei den bekannten Tauchelementen meist nur zwischen einer annähernd horizontalen und einer schräg nach unten zur Behältersohle gerichteten Endstellung möglich ist, die Flügel also keine vertikale Lage einnehmen können, so ist doch, um die beim Eintauchen zum Herunterdrücken des Maischehutes erforderliche, annähernd horizontale Lage der Flügel zu erreichen, eine gewisse Dickflüssigkeit der Maische erforderlich, um den Widerstand zu erzeugen, der notwendig ist, um die nach unten bewegten Flügel in die zum Durchmischen der Maische erforderliche horizontale Lage zu bringen. Dies gelingt beispielsweise bei einer dünnflüssigen Maische vor ausgeprägter Bildung des Maischehutes noch nicht. Gleichwohl wird auch ein Durchmischen solcher Maische angestrebt, insbesondere dann, wenn beispielsweise Eichenholz-Chips schon von vornherein in die Maische gegeben werden, um dem Rotwein ein Barrique-Aroma zu verleihen. Vor allem hier ist von Anfang an eine Durchmischung der Maische erforderlich, zumindest wünschenswert.

Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, um die zum Durchmischen der Maische, insbesondere aber zum Untertauchen des Maischehutes erforderliche horizontale Lage der Flügel auch dann schon sicherzustellen, wenn die Maische überhaupt oder noch eine relativ dünnflüssige Konsistenz hat.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zum Mischen von Maische, insbesondere Rotweinmaische, mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Der Grundgedanke der Erfindung liegt darin, die Tauchflügel an den Querstäben, um die sie verschwenkbar sind, gewichtsausgeglichen zu lagern. Dadurch reicht auch eine geringere Widerstandskraft, wie sie zum Beispiel bei dünnflüssiger Maische zur Wirkung kommt, aus, um die Tauchflügel bei der Eintauchbewegung mit Sicherheit in eine zumindest annähernd horizontale Lage zu bringen. Die gewichtsausgeglichene Lagerung der Tauchflügel an den Querstäben kann dadurch erreicht werden, dass auf der den Tauchflügeln bezüglich des Querstabes gegenüberliegenden Seite Gegengewichte angeordnet sind, aber auch dadurch, dass die Tauchflügel an den Querstäben federbelastet gelagert sind.

Eine besonders vorteilhafte Lösung aber besteht darin, die Tauchflügel zweiteilig auszubilden, wobei einem Flügelteil bezüglich des Querstabes gegenüberliegend ein weiteres Flügelteil mit geringeren Abmessungen zugeordnet ist und beide Flügelteile über den Querstab hinweg starr miteinander verbunden sind. Da dieses zweite Flügelteil mit geringeren Abmessungen eine geringere Fläche und ein geringeres Gewicht aufweist als das erste Flügelteil, wird sich ein erfindungsgemäß ausgebildeter Tauchflügel bei der Hubbewegung ohne weiteres in die gewünschte Schräglage einstellen. Bei der Eintauchbewegung reicht schon ein vergleichsweise geringer Widerstand der Maische aus, um das – größere – Flügelteil in die horizontale Lage zu bringen, da das Gewicht des – kleineren – Flügelteils ein Teil dessen Gewichtes kompensiert.

Die Erfindung wird nachstehend im Zusammenhang mit einem stehenden kreiszylindrischen Behälter näher erläutert, wobei dieser Einsatz nicht einschränkend zu sehen ist. Es zeigt

1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in einem schematischen Vertikalschnitt durch den oberen Teil eines kreiszylindrischen stehenden Behälters,

2 einen Querschnitt entlang der Linie II–II in 1,

3 eine schrägbildliche Darstellung eines erfindungsgemäß ausgebildeten Tauchflügels und die

4 und 5 schematische Darstellungen dieses Tauchflügels beim Eintauch- bzw. Hubvorgang.

In der Zeichnung ist die Erfindung im Zusammenhang mit einem kreiszylindrischen stehenden Behälter dargestellt, wobei der Behälter 1 nur schematisch angedeutet ist. Der Behälter 1 besitzt eine zylindrische Behälterwand 2 sowie eine – Behälterdecke 3. Im unteren – nicht dargestellten – Bereich kann der Behälter 1 grundsätzlich beliebig ausgebildet sein; er kann eine Standvorrichtung mit Füßen, ein Mannloch zur Reinigung und Befüllung sowie Austragsvorrichtungen für Most und Maische in an sich bekannter Ausbildung umfassen.

An der Behälterdecke 3 ist zentrisch, d. h. in der Behälterachse 4, eine Hubvorrichtung 5 befestigt, die außerhalb des Behälters 1 eine Zylinderkolbeneinheit 6 und innerhalb des Behälters 1 eine Zylinderhubstange 7 umfasst, an deren unterem Ende ein Tauchelement 8 befestigt ist. Die Hubvorrichtung 5 könnte bei einem offenen Behälter auch an einer Traverse befestigt sein. Mittels einer durch die Zylinderkolbeneinheit 6 bewirkten Abwärtsbewegung wird das Tauchelement 8 beim Eintauchvorgang in Richtung des Pfeils 9 in die in dem Behälter befindliche Maische eingetaucht und bei dem darauffolgenden Hubvorgang in Richtung des Pfeils 10 wieder gehoben.

Wie vor allem 2 erkennen lässt, umfasst das Tauchelement 8 zwei Querstäbe 11, die, entlang des Behälterdurchmessers miteinander fluchtend, am unteren Ende der Hubstange 7 biegesteif und drehfest mit dieser verbunden sind. Theoretisch können die Querstäbe 11 auch in anderer Weise angeordnet sein; beispielsweise können drei jeweils unter 120° oder vier unter jeweils 90° zueinander vorgesehen sein.

An jedem der Querstäbe 11 ist ein Tauchflügel 12 gelenkig angeschlossen. Die Tauchflügel 12 haben im dargestellten Ausführungsbeispiel etwa die Form von Kreissektoren mit spitzem Zentriwinkel und bestehen aus zwei Teilen, einem ersten Flügelteil 12a und einem zweiten Flügelteil 12b, das eine etwas geringere Grundfläche besitzt als das Flügelteil 12a. Die Flügelteile 12a und 12b sind zu beiden Seiten jeweils eines Querstabes 11 angeordnet und durch Ringe 13 gelenkig an diesem angeschlossen. Ein solcher Tauchflügel 12 ist in 3 im Schrägbild und in größerem Maßstab dargestellt.

Wie 3 zeigt, sind die beiden Flügelteile 12a, 12b durch Ringe 13 miteinander verbunden und mittels dieser Ringe an dem Querstab 11 um dessen Achse 14 verschwenkbar gelagert. Der Verschwenkwinkel der Tauchflügel 12 ist beschränkt, und zwar durch Langlöcher 15 in den Ringen 13 und Anschläge 16 an dem Querstab 11. An den Längsseiten können die Flügelteile 12a und 12b Abkantungen 17 besitzen.

Die Funktion der Tauchflügel 12 kann anhand der 4 und 5 erläutert werden, und zwar zeigt 4 einen Tauchflügel 12 in der Stellung beim Eintauchen in die Maische in Richtung des Pfeils 9 und 5 den Tauchflügel 12 bei der Hubbewegung in Richtung des Pfeils 10. Dabei lässt zunächst 5 erkennen, wie der Tauchflügel 12 beim Hochfahren aus der Maische einerseits durch den auf die Oberflächen der Flügelteile 12a und 12b wirkenden Widerstand der Maische, aber auch durch das etwas größere Eigengewicht G1 des Flügelteils 12a gegenüber dem Eigengewicht G2 des Flügelteils 12b eine durch den Anschlag 16 begrenzte Schräglage einnimmt. Die Schräglage ist durch die Winkel &agr;2 zur Horizontalen bzw. &bgr;2 zur Vertikalen gekennzeichnet.

Während der Tauchflügel 12 im unbelasteten Zustand, also oberhalb des Maischespiegels in dieser Lage verharrt, weil das Gewicht G1 des – größeren – Flügelteils 12a größer ist als das Gewicht G2 des – kleineren – Flügelteils 12b, reicht beim Eintauchvorgang, wie er in 4 dargestellt ist, ein vergleichsweise geringer Widerstand der Maische aus, um den – größeren – Flügelteil 12a in die annähernd horizontale Lage zu bringen, da sein Gewicht G1 durch das Gewicht G2 des kleineren Flügelteils 12b zum Teil kompensiert wird. Diese annähernd horizontale Lage des Tauchflügels 12 ist durch die Winkel &agr;1 bzw. &bgr;1 zur Horizontalen gekennzeichnet.

Die Flügelteile 12a und 12b können in derselben Ebene liegen; sie können aber, wie in der Zeichnung angedeutet, auch unter einem stumpfen Winkel zueinander angeordnet sein. Wenn, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel, der Winkel &agr;1 etwa 6° und der Winkel &bgr;1 etwa 14° betragen, führt dies zu einem Öffnungswinkel &khgr; der beiden Flügelteile 12a und 12b von etwa 160°. Ergänzend hierzu ist in 5 angedeutet, dass der Winkel &agr;2 beim Hubvorgang des Tauchflügels 12 etwa 45° beträgt; dann beträgt unter diesen Umständen der Winkel &bgr;2= 65°.

Selbstverständlich ist die Realisierung der Erfindung nicht auf das in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Es kann vielmehr die Gelenkigkeit der Tauchflügel gegenüber dem Querstab auch auf andere Art und Weise sichergestellt werden, wie auch die auf das – größere – Flügelteil 12a wirkende Gegenkraft G2 auch auf andere Art und Weise aufgebracht werden kann. Schließlich sind erfindungsgemäß ausgebildete Tauchflügel auch bei Hubvorrichtungen einsetzbar, die mit zwei oder gar drei Hubstangen arbeiten.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Mischen von Maische, insbesondere Rotweinmaische, mit mindestens einem in vertikaler Richtung auf die Maische bzw. den Maischehut absenkbaren Tauchelement mit mindestens einem Tauchflügel, wobei jeder Tauchflügel an einem horizontal an einer Hubvorrichtung angeordneten Querstab um dessen Achse verschwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Tauchflügel (12) an dem Querstab (11) so angelenkt ist, dass sein Gewicht durch eine diesem entgegenwirkende Kraft zum Teil ausgeglichen wird.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der dem Tauchflügel (12) bezüglich des Querstabes (11) gegenüberliegenden Seite ein Gegengewicht angeordnet ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tauchflügel (12) an dem Querstab (11) federbelastet gelagert ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tauchflügel (12) aus zwei einander bezüglich des Querstabes (11) gegenüberliegenden Flügelteilen (12a, 12b) besteht, wobei ein Teil (12b) geringere Abmessungen aufweist als das andere Teil (12a) und dass beide Flügelteile (12a, 12b) über den Querstab (11) hinweg starr miteinander verbunden sind.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Hubvorrichtung (5) eine in einem kreiszylindrischen Behälter (1) zentrisch angeordnete Hubstange (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche zumindest eines der beiden Teile (12a, 12b) des Tauchflügels (12) von der Behälterachse (4) zur Behälterwand (2) hin zunimmt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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