Die Erfindung betrifft ein Düngemittel, insbesondere einen Rasendünger
als Granulat, welches Eisen-(II)-Sulfat enthält.
Rasenflächen werden in der Regel ganzjährig ohne Rücksicht auf Witterungseinflüsse
genutzt. Hierdurch sind sie teilweise extremen Belastungen ausgesetzt. Demzufolge
ist eine ausreichende Pflege der Grasnarbe erforderlich, um Schäden, insbesondere
um eine Moos- und Unkräuterausbreitung zu verhindern.
Die bedarfsgerechten Nährstoffversorgung der Gräser ist entscheidend
für eine dauerhafte gute Rasenqualität. Es gibt ein sehr großes Angebot an
Rasendüngern, auch mit integrierten Moosvernichtern. Die Nährstoffkomponenten von
Düngemitteln setzen sich im allgemeinen sowohl aus organischen als auch aus mineralischen
Bestandteilen zusammen. In diesem Zusammenhang ist auch der Einsatz von Eisen-(II)-sulfat
zur Eisenversorgung bei Rasen und Gehölzen bekannt. Eisen-(II)-sulfat gilt als Moosvernichter
und fördert die Blattgrünbildung.
Bei den bekannten Düngemitteln kommt trockenes granulatförmiges Eisen-(II)-sulfat
zur Anwendung. Hierfür ist eine Trocknung und Aufbereitung des Eisen-(ll)-sulfats
notwendig, was sich entsprechend kostenerhöhend auf ein verkaufsfähiges Produkt
niederschlägt. Nachteilig ist ferner, dass Eisen-(II)-sulfat durch Oxidation mit
Luftsauerstoff an Wirksamkeit verliert und zu Alterungserscheinungen, insbesondere
Verklumpen, neigt.
Der Erfindung liegt daher, ausgehend vom Stand der Technik, die Aufgabe
zugrunde, ein kostengünstigen und sowohl herstellungs- als auch anwendungstechnisch
verbessertes Düngemittel zu schaffen.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in einem Düngemittel,
insbesondere als Rasendünger, gemäß den Merkmalen von Patentanspruch 1.
Das erfindungsgemäße Düngemittel besteht aus einem rieselfähigen
Granulat in Form einer Mischung aus feuchtem Grünsalz als Eisen-(II)-sulfat-Lieferant
und einem Trockenmittel, insbesondere einem inerten Trockenmittel.
Grünsalz fällt als Abfall oder Nebenprodukt bei verschiedenen industriellen
Prozessen, beispielsweise der Titandioxidherstellung aus Titanerz, an. Bei der Titandioxidherstellung
nach dem Sulfatverfahren wird das fein gemahlene Titanerz mit konzentrierter Schwefelsäure
aufgeschlossen. Das im Erz enthaltene Eisenoxid reagiert zu Eisensulfat, das Titanerz
zu Titansulfat. Die Abtrennung des Eisensulfats vom Titansulfat erfolgt durch Kristallisation.
Aufgrund der höheren Wasserlöslichkeit kristallisiert das Eisensulfat zu grünem
Eisen-(II)-sulfat aus und kann abgetrennt werden. Dieses sogenannte Grünsalz ist
mithin ein Abfallprodukt der Titandioxidherstellung. Auch bei Beizprozessen, beispielsweise
in Hüttenwerken, fällt Grünsalz an. Es ist in der Konsistenz feucht, besitzt jedoch
die gleichen chemischen Eigenschaften, insbesondere was die Moosbekämpfung und Unkrautvernichtung
anbelangt, wie trockenes Eisen-(II)-sulfat in Granulatform. Dabei ist Grünsalz wesentlich
kostengünstiger. Durch die Mischung des feuchten Grünsalzes mit dem Trockenmittel
erhält man ein rieselfähiges Produkt. Das Trockenmittel hat innerhalb der Mischung
die Funktion der Trocknung und die eines Feuchtigkeitspuffers bzw. -regulators.
Die Mischung erhält hierdurch die für den Einsatz als Düngemittel notwendigen Eigenschaften.
Das Düngemittel kann als Streugut auf die Rasenflächen aufgebracht werden. Auch
die Auflösung des Düngemittels in Wasser ist möglich. Das Düngemittel kann dann
beispielsweise mittels einer Gießkanne auf die Rasenfläche aufgetragen werden.
Die Trocknungs- und Pufferwirkung des Trockenmittels gewährleistet
eine optimale Einstellung des Grünsalzes. Die Oxidation mit Luftsauerstoff wird
vermieden ebenso wie ein Verklumpen.
Erfindungsgemäß wird das feuchte Grünsalz zur Herstellung des
Düngemittels verwendet. Eine aufwendige Aufbereitung oder Trocknung des Grünsalzes
vor dessen Verarbeitung ist nicht erforderlich. Die Feuchtigkeitsregulierung übernimmt
das Trockenmittel. Hierdurch können die Kosten für das Düngemittel reduziert werden.
Auch die Lagerfähigkeit und Alterungsbeständigkeit des Düngemittels ist höher, da
das Trockenmittel eine Feuchtigkeitsregulierung sicherstellt.
Insgesamt zeichnet sich das erfindungsgemäße Düngemittel sowohl
durch seine herstellungs- als auch Anwendungstechnischen Vorteile aus und dies bei
geringen Kosten in der Produktion. Es fördert die Blattgrünbildung und vernichtet
zuverlässig Moos und Unkräuter. Das Düngemittel kann sowohl trocken als auch nass,
also in Wasser aufgelöst auf die Rasenflächen aufgetragen werden. Beim trockenen
Aufbringen kann das Düngemittel mit der Hand oder geigneten Streugeräten aufgebracht
werden. Für den nassen Auftrag wird eine Düngemittellösung mit Wasser hergestellt.
Für die Praxis ist von einem Mischungsverhältnis von Wasser zu Düngemittel zwischen
1,5 bis 2,5 : 1 auszugehen.
Als Trockenmittel kommen feinkörnige oder pulverförmige Substrate
mit großer Oberflächenstruktur zur Anwendung, die hygroskopische Eigenschaften
aufweisen, also Feuchtigkeit aufnehmen und auch abgeben können.
Als besonders gutes Trockenmittel wird gemäß Patentanspruch
2 ein Silicagel angesehen. Bei Silicagel, auch Kieselgel genannt, handelt es sich
um eine feste amorphe Kieselsäure, deren Einsatz als Adsorptionsmittel für Gase,
Dämpfe und Flüssigkeiten grundsätzlich bekannt ist. Es lässt sich mit verschiedenen
Porendurchmessern herstellen. Silicagele absorbieren Feuchtigkeit auf ihrer großen
inneren Oberfläche, die bis zu 800 m2/g betragen kann.
Silicagel wird synthetisch hergestellt als Kondensationsprodukt von
Siliciumdioxid. Hierzu kann Natriumsilicat mit einer Mineralsäure, beispielsweise
Schwefelsäure, gemischt werden. Aus diesen beiden Stoffen wird ein Sol (SiO2,
Na2SO4, H2O) erzeugt, welches zu Gallerte erstarrt.
Aus den zerkleinerten Gallertestücken wird das entstandene Natriumsulfat ausgewaschen.
Die unterschiedlichen Eigenschaften wie Porenvolumen, Porendurchmesser und innere
Oberfläche erreicht man durch Führung des Waschvorgangs mit unterschiedlichen pH-Werten,
Temperaturen und anderen Parametern. Das gewaschene Produkt heißt Hydrogel.
Nach dem Trocknen entsteht daraus Silicagel als ungleichförmiges Granulat.
Es hat sich herausgestellt, dass Silicagel besonders vorteilhaft ist
für den Einsatz als Trockenmittel in der erfindungsgemäß vorgesehenen Mischung
mit feuchtem Grünsalz.
Neben dem Hauptbestandteil Silicat (SiO2) enthält das Silicagel
noch Aluminium (Al2O3)' Natrium (Na2O),
Sulfat (SO42-) sowie Eisen (Fe2O3),
Kalium (K2O), Lanthan (La2O3), Ammonium (NH4+),
Chlorid (Cl-) und Cer (Ce2O3). Auch Calcium (Ca)
und Magnesium (Mg) kann enthalten sein.
Auch Tonerde, insbesondere aktivierte Tonerde, kann als Trockenmittel
zum Einsatz gelangen, wie dies Patentanspruch 3 vorsieht. Aktivierte Tonerde ist
aktiviertes Aluminiumoxid (Al2O3). Es handelt sich um ein
natürliches Tonmineral (Bentonit) in bröseliger Form mit ähnlichen Adsorptionseigenschaften
für Feuchtigkeit wie Silicagel.
Nach Patentanspruch 4 liegt der Anteil an Trockenmittel zwischen 5
Gew.-% und 15 Gew.-%, insbesondere bei ca. 10 Gew.-%, bezogen auf die Menge des
Grünsalzes. Praktische Versuche haben hier sehr gute Ergebnisse gezeigt. Das Material
ist rieselfähig, problemlos handhabbar und mit unterschiedlichsten Dosieraggregaten
präzise und in exakt vorbestimmbaren Mengen zu konfektionieren und in geeignete
Behältnisse abzufüllen.
Das erfindungsgemäße Düngemittel kann zu einer gezielten Eisenversorgung
von Rasen und Gehölzen verwendet werden. Es wirkt besonders bei Rasen in feuchten
schattigen Lagen. Das Düngemittel beseitigt Moos und wirkt einer Unkrautausbreitung
entgegen. Es beseitigt auch rasch Eisenmangel (Chlorosen), beispielsweise bei Rhododendren
oder Rosen. Zudem fördert das Düngemittel die Blattgrünbildung und regt das Pflanzenwachstum
an. Bei Rasen wird auf das Zusammenwachsen der Grasnarbe unterstützt.
Zur zusätzlichen Versorgung des Bodens bzw. der Rasenflächen und anderer
Pflanzen mit Mineralstoffen kann das Düngemittel weiterhin Mineralstoffe, insbesondere
Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Calcium (Ca) und/oder Magnesium (Mg) enthalten
(Patentanspruch 5). Durch die optimale Kombination des Eisen-(II)-Sulfats mit den
vorgenannten Mineralien wird eine gute Sofort- und zuverlässige Langzeitwirkung
erzielt.
Gemäß den Merkmalen von Patentanspruch 6 besitzt das Granulat
aus Grünsalz und Trockenmittel eine Korngröße von 50 µm bis 5 mm, wobei als
untere Korngröße 50 µm anzusehen ist. Die obere Korngröße liegt bevorzugt
bei 1 mm.