Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die selektive Entfernung
von trans-ungesättigten Doppelbindungen in Fettsäureverbindungen aus einem Substrat,
das cis- und trans-Isomere der Fettsäureverbindungen enthält. Die Entfernung erfolgt
durch Adsorption der Fettsäureverbindungen mittels Zeolithmaterialien, die eine
Selektivität für das trans-Isomer aufweisen. Die Erfindung bezieht sich außerdem
auf die Entfernung von trans-Isomeren der Verbindungen durch deren selektive Adsorption
mittels der Zeolithmaterialien, die ferner einen Metallkatalysator enthalten, und
Sättigung der Doppelbindung der Fettsäureverbindungen, die in den Poren oder Hohlräumen
der Zeolithe adsorbiert sind.
Die vorerwähnten trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen können
verseifbare oder nicht verseifbare Moleküle sein. Die verseifbaren Fettsäureverbindungen
umfassen Ester, Mono-, Di- und Triglyceride, Phosphorlipide, Glycolipide, Diolester
von Fettsäuren, Wachse und Sterolester. Die nicht verseifbaren Verbindungen umfassen
freie Fettsäuren, Sterole, Karotinoide, Monoterpene und Tocopherole. Andere Fettsäureverbindungen,
die für ihre amphiphilen Eigenschaften wohlbekannt sind, sind Fettsäurederivate
wie Fettalkohole, Fettamine oder Fettsäuredimere. Die vorliegende Erfindung bezieht
sich insbesondere auf die Entfernung von trans-ungesättigten Fettsäureresten in
Triglyceriden aus eßbaren Ölen und Fetten und bezieht sich daher hauptsächlich auf
Lebensmitteltechnologie.
Öle und Fette für Lebensmittelanwendungen sind hauptsächlich Triglyceride:
Moleküle mit drei Fettsäuren, die mit Glycerol verestert sind. In den meisten Fällen
sind die Fettsäureketten nicht verzweigt, haben eine Kettenlänge von 4 bis 24 Kohlenstoffatomen
und können bis zu drei Doppelbindungen enthalten. Die physikochemischen Eigenschaften
von Triglyceriden hängen stark von der chemischen Struktur der Fettsäurereste und
vor allem von ihrer Kettenlänge und der Anzahl der vorhandenen Doppelbindungen ab.
Tatsächlich steigt der Schmelzpunkt von Triglyceriden mit zunehmender Kettenlänge
und zunehmender Sättigung der vorhandenen Fettsäurereste.
Härten durch Hydrierung ist ein gebräuchliches Verfahren, um das Schmelzprofil
eßbarer Öle und Fette zu erhöhen. In den meisten Fällen wird dieses Verfahren als
eine heterogene Reaktion mit Wasserstoffgas und einem heterogenen Katalysator durchgeführt.
Häufig verwendete Katalysatormaterialien sind Metalle wie Nickel oder Palladium,
die auf Trägern wie Kieselgur oder Siliziumdioxid fein abgeschieden worden sind.
Das Hydrierungsverfahren wird typischerweise in durchmischten Satzautoklaven bei
Temperaturen oberhalb 400 K und Wasserstoffgasdrucken oberhalb 0,1 MPa durchgeführt.
Die Durchmischung kann durch Rühren oder durch komplexere Systeme erfolgen, wie
das Umwälzen des Reaktorinhalts durch ein Venturisystem, wo Wasserstoff intensiv
mit dem Öl gemischt wird, das hydriert wird. Kontinuierliche Verfahren werden ebenfalls
verwendet.
Eine Hydrierung kann ausgeführt werden, um die vollständige Sättigung
aller vorhandenen Doppelbindungen zu erreichen. In vielen Fällen ist jedoch eine
teilweise Hydrierung beabsichtigt. Im letzteren Fall und bei den Verfahren, die
tatsächlich industriell genutzt werden, erfolgt neben der Sättigung der Doppelbindungen
durch die Addition von Wasserstoff eine Isomerisierung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
in den Fettsäureresten. Für Lebensmittelanwendungen sind die Ausgangsmaterialien
für die Hydrierung biologischen Ursprungs. In solchen Materialien, wie Palmöl, Sojaöl,
Weichsamenölen u.dgl., sind fast keine trans-Isomere vorhanden; auch die Position
der Doppelbindungen in den Fettsäureketten ist wohldefiniert. Hydrierung mithilfe
von Metallkatalysatoren wie Nickel, Palladium, Platin, Ruthenium, Rhodium u.a. führt
unvermeidlich zu cis/trans-Isomerisierung, da der Reaktionsmechanismus bei Verwendung
solcher Katalysatoren einen Übergangszustand mit einer frei drehbaren, halbhydrierten
Konfiguration enthält (L.F. Albright, J. Am. Oil Chem. Soc., 40/5, 16 (1963) und
G.Cecchi, G. Mallet, E. Ucciani, Riv. Ital. Sost. Grasse, 58/5, 228 (1981) und R.R.Allen,
J.Am. Oil Chem. Soc., 63/10, 1328 (1986)). Die Existenz dieses Übergangszustands
führt außerdem zur Stellungsisomerie von Doppelbindungen, wenn die Gesamtaddition
von Wasserstoff hinreichend langsam ist. Genauso wie gesättigte Fettsäuren erhöhen
auch solche isomere Fettsäurereste zu einem gewissen Grad das Schmelzprofil von
Triglyceriden.
Obwohl Hydrierung die Hauptursache für das Vorkommen von Fettsäureisomeren
in Lebensmittelölen und -fetten ist, lassen sich ähnliche Isomere auch in anderen
Lipiden finden. Tierische Fette wie Butterfett oder Talg weisen einige trans-Isomere
auf, und vollständig raffinierte, nicht hydrierte Fette können wegen der Hochtemperaturbehandlung
beim Raffinieren und Desodorieren ebenfalls einen sehr geringen Gehalt dieser Isomere
aufweisen (L. H. Wesdorp, Lipid Techn., 8/6, 129 (1996)). Die Menge der vorhandenen
Isomere ist jedoch in all diesen Fällen wesentlich niedriger als man es im allgemeinen
bei gehärteten Produkten erwarten kann.
Gemäß jüngsten Studien sind viele Auseinandersetzungen über mögliche
Gesundheitsrisiken dieser trans-ungesättigten Fettsäuren entstanden (M.B. Katan,
P.L. Zock, R.P. Mensink, Annu. Rev. Nutr., 15, 473, (1995) und British Nutrition
Foundation, "Trans Fatty Acids" (1995)). Aus diesem Grund sind Versuche unternommen
worden, den trans-Fettsäuregehalt in Lebensmittelprodukten zu senken. Ein wichtiger
Beitrag ist die Senkung dieser trans-Fettsäuren in hydrierten eßbaren
Fetten (J. M. Hasmann, Inform, 6/11, 1206 (1995)). Viele Veränderungen von Hydrierungsverfahren
sind vorgeschlagen worden, um dieses Ziel zu erreichen.
Das Hydrierungsverfahren von pflanzlichen Ölen wird im allgemeinen
in einem durchmischten Satzautoklaven durchgeführt. Typische Verfahrensparameter
sind ein Wasserstoffdruck im Bereich von 0,1 bis 0,5 MPa und eine Hydrierungstemperatur
im Bereich von 400 bis 475 K. Da die Isomerisierung von der Konzentration und der
Lebensdauer des sog. halbhydrierten Übergangszustands abhängt, beruht ein erster
Ansatz zur Verringerung der Isomerisierung auf der Steigerung der Wasserstoffkonzentration
an den aktiven Stellen des Katalysators. Dies kann typischerweise durch einen höheren
Druck des zugeführten Wasserstoffgases verwirklicht werden, um dessen Löslichkeit
im Öl zu erhöhen, und durch Erhöhung des Wasserstoffmassentransferkoeffizienten
durch effizientere Durchmischung
(P. R. Puri, J. Am. Oil Chem. Soc., 55/12, 865 (1978) und J. W. E.
Coenen, Riv. Ital. Sost. Grasse, 58/9, 445 (1981)). Es hat sich herausgestellt,
dass auf ähnliche Weise eine Senkung der Reaktionstemperatur eine gewisse Auswirkung
auf die Isomerisierung von Doppelbindungen hat, genauer, die Bildung von trans-Doppelbindungen
unterdrückt, aber außerdem eine verringerte Reaktionsgeschwindigkeit mit sich bringt.
Beide Maßnahmen, die Erhöhung der Wasserstoffkonzentration und die Senkung der Temperatur,
können Isomere, hauptsächlich trans-Isomere, in gehärteten Ölen und Fetten nicht
beseitigen, obwohl sie zu einem gewissen Grad in der Senkung der Konzentration von
isomerisierten Produkten in diesen Ölen und Fetten wirksam sind.
Ein zweiter Ansatz, der zur Verringerung von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen
verfolgt worden ist, ist, das katalytische System selbst zu beeinflussen. Die üblicherweise
verwendeten Metallpartikel sind 20–50 Å klein, um eine große Reaktionsoberfläche
bereitzustellen. Um die katalytischen Eigenschaften des metallischen Katalysators
zu verändern, wurde Legieren (P.N.Rylander, J. Am. Oil Chem. Soc., 47, 482 (1970)
und A.I. Thomson, J. Chem. Tech. Biotech., 37, 257 (1987) und J. D. Parry, J. Chem.
Tech. Biotech. 50, 81 (1991)) oder die Zugabe von Modifikatoren wie Amin- oder Ammonium-Verbindungen
(US-A-4307026 und US-A-4228088 und EP-A-0576477 und E. Draguez de Hault, J. Am Oil
Chem. Soc., 65, 195 (1984)) angewandt, um Isomerisierungseffekte wie die Bildung
von trans-Doppelbindungen zu verringern.
Auch weitere Mittel sind verwendet worden, um die Konzentration von
trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen zu beeinflussen. Homogene Katalyse mit
Metallkomplexen wie Ben-zoat-Cr(CO)3 oder Triphenylphosphinkomplexe von
Ruthenium oder Rhodium wurden im kleinen Maßstab untersucht (E. N. Frankel, J. Am.
Oil Chem. Soc., 90, 2446, (1968) und C. Bello, Ibid., 62, 1587 (1985) und E. A.
Emken, J. Am. Oil Chem. Soc., 65, 373, (1988)). Es wurde eine Verringerung der trans-Fettsäurebildung
bei der Hydrierung erreicht. Eine industrielle Anwendung kann jedoch nicht erwartet
werden, da die verwendeten Katalysatoren toxisch sein könnten und nach der Hydrierung
nicht einfach und ökonomisch entfernt werden könnten. Versuche, die genannten katalytischen
Systeme zu heterogenisieren, waren nicht erfolgreich.
Neben der Änderung der Hydrierungsverfahrensparameter wurde die Verwendung
von Modifikatoren, die Änderung der katalytischen Metallfunktion und der spezifische
Träger des Metalls untersucht, um den Gehalt an trans-Isomeren Fettsäuren bei der
Hydrierung zu verringern. Das Aufbringen des Metalls auf verschiedene Trägermaterialien
wie Titandioxid und Kieselgur ist veröffentlicht worden (E. Draguez de Hault, J.
Am. Oil Chem. Soc., 65, 195 (1984)). Eine feine Verteilung des Metalls in einer
porösen Struktur ist gemäß EP-A-0233642, US-A-4584139 und US-A-5492877 erreicht
worden. Keines von diesen Verfahren konnte jedoch trans-ungesättigte Fettsäureverbindungen
vollständig aus den untersuchten Substraten entfernen.
Noch weitere Versuche sind durchgeführt worden, um die cis/trans-Isomerisierung
während der Hydrierung zu beeinflussen. Elektrokatalytische Hydrierung durch die
Zugabe von Wasserstoffdonoren verringerte die Isomerisierung, ergab aber weiterhin
trans-Isomere; außerdem war die Geschwindigkeit der Reaktion geringer (EP-A-0429995
und US-A-4399007 und G.J. Yusem, J.Am. Oil Chem. Soc.).
Die Hydrierung von Fetten und Ölen auf Zeolithen ist von Koritala
berichtet worden (S. Koritala, J. Am. Oil Chem. Soc., 45, 197, (1968)). Es wurde
festgestellt, dass Pt/Na-Y-Zeolith Triglyceridproben hydrieren konnte; die cis/trans-Isomerisierung
konnte jedoch nicht beseitigt werden (A. Brehm und H. M. Polka, Chem.-Ing. Tech.,
61, 963, (1989)). Pd/CuO/ZnO/ZSM-5 ist, wenn auch mit geringem Umsatz, zur Hydrierung
von Methyllinoleat ohne irgendeine Bildung von trans-Isomeren verwendet worden;
dieser Katalysator war nicht besonders aktiv bei der Hydrierung von Triglyceriden
(R. Müller, "Selektive Hydrierung von Ölen an suspendierten Katalysatoren", MSc-Arbeit,
Oldenburg, (1991)). Die Autoren berichten über die Einführung einer Hydrierungsselektivität
für ein Palladium beladenes Zeolithmaterial dadurch, dass im Inneren der Poren auch
Kupferoxid und Zinkoxid vorhanden sind. Während der Herstellung des metallbeladenen
Zeolithmaterials ist nach dem Oxidationsschritt eine anschließende Reduktion unterhalb
473 K notwendig, um katalytisch aktives Palladium zu erhalten, während die Oxide
von Kupfer und Zink, die notwendig sind, um die Selektivität zu, erreichen, diesen
reduktiven Vorgang überstehen. Die Eliminierung von trans-Isomeren mit diesem mit
einer Metalllegierung beladenen Katalysator kann jedoch nicht der selektiven Adsorption
der trans-Fettsäureisomere zugeschrieben werden, sondern dem Ausschluß der Bildung
von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen. Der Effekt muß, auch gemäß den Autoren,
das Ergebnis der eingeschränkten Beweglichkeit des halbhydrierten Übergangszustands
sein, wenn sich dieser in den Poren des Zeolithmaterials befindet. Um die Aktivität
zu erhöhen, empfehlen sie, die Poren des Zeoliths zu erweiteren.
Dies wird jedoch sicherlich die Selektivität für die Adsorption von trans-Fettsäureverbindungen
nicht erhöhen.
Es sollte klar sein, dass die oben erwähnten Verfahren zur Vermeidung
von Isomerisierung, hauptsächlich cis/trans-Isomerisierung, nur Teillösungen dessen
sind, was man bezwecken sollte: ein Substrat, in dem keinerlei restliche trans-ungesättigten
Fettsäureverbindungen zurückbleiben. Die vorliegende Erfindung wird alle Nachteile
des Standes der Technik dadurch überwinden, dass sie ein Verfahren für die Adsorption
von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen aus Substraten, die cis- und trans-Isomere
der Verbindungen enthalten, durch ein mikroporöses Zeolithmaterial bereitstellt,
das eine Selektivität für die Adsorption der trans-ungesättigten Verbindungen aufweist,
die größer als 1 ist.
Aufgabe der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen,
das die vollständige Entfernung von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen aus
einem Substrat, das cis- und trans-Isomere der Fettsäureverbindungen enthält, ermöglicht,
mittels eines mikroporösen Zeolithmaterials, das eine Selektivität &agr;trans/cis
größer als Eins aufweist. Diese und weitere Aufgaben und Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung der Erfindung hervorgehen.
Genaue Beschreibung der Erfindung
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Entfernung
von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen aus einem Substrat, das cis- und trans-Isomere
der Fettsäureverbindungen enthält, bereitgestellt, in welchem Verfahren die trans-ungesättigten
Fettsäureverbindungen durch ein mikroporöses Zeolithmaterial selektiv adsorbiert
werden.
Im allgemeinen sind Zeolithe kristalline Alumosilikate, in denen die
drei Komponenten Aluminium, Silizium und Sauerstoff in einem starren dreidimensionalen
Gerüst mit Hohlräumen und Poren einheitlicher Größe und Form angeordnet sind. Das
Zeolithnetzwerk ist aus SiO4- und AlO4-Tetraedern zusammengesetzt,
in welchen die negative Ladung des letzteren durch Kationen wie Metallionen, Ammoniumionen
oder Alkalimetallionen neutralisiert wird.
Eine allgemeine Formel für ein Zeolith aus Alumosilikat kann geschrieben
werden als:
Mxn+x/n(AlO-2)x(SiO2)yz·H2O
wobei n die Wertigkeit des die Ladung kompensierenden Kations M ist und das x/y-Verhältnis
gemäß der Löwensteinregel kleiner oder gleich 1 ist (D.W. Breck, "Zeolithe Molecular
Sieves", J. Wiley and Sons, 1974).
Zeolithe können mit unterschiedlichen Topologien synthetisiert werden,
woraus sich Poren mit unterschiedlicher Größe, Form und Dimensionalität ergeben.
Die Größe der Öffnungen dieser Mikroporen liegt im allgemeinen zwischen 0,4 und
0,8 nm, abhängig von der Zahl der Tetraeder im Ring, der sie gliedert. Die Abmessungen
der Porenöffnung bestimmten die Zugänglichkeit des inneren Volumens des Zeoliths
durch den Ausschluß von Molekülen mit Abmessungen, welche diejenigen der Öffnung
der Zeolithporen überschreiten. Zeolithe mit einem dreidimensionalen Netzwerk aus
Poren sind in dieser Erfindung besonders interessant, um eine große Zugänglichkeit
der Substratmoleküle und eine feine mögliche Metallverteilung zu erhalten (P.B.
Weisz und V.J. Frilette, J. Phys. Chem., 64, 342 (1960)).
Drei verschiedene Molekülform-Selektivitätseffekte sind in der Zeolithliteratur
bekannt. Der erste, die Reaktanten-Form-Selektivität, zeigt sich in der Selektivität,
mit der die Öffnung der Zeolithpore, aus einer Mischung von Molekülen bevorzugt
nur ein Molekül mit einer typischen Größe oder Form hereinläßt. Die selektive Hydrierung
auf Pt/ZSM-5 von unverzweigten &agr;-Olefinen aus einer Mischung, die verzweigte
Analoga enthält, ist in der Technik wohlbekannt (P.B. Weisz, Chemtech, 3, 498, (1973)
und R.M. Dessau, J. Catal., 89, 520, (1984)). Die selektive Hydrierung von trans-2-Buten
aus einer cis-trans-Mischung auf Pt/A ist in der Literatur bekannt (N.Y. Chen, P.B.
Weisz, Chem. Eng. Prog. Symp. Ser., 73, 86, (1967)).
Eine zweite Art von Selektivität wird als Produkt-Formselektivität
definiert: das Produkt einer durch Zeolithe katalysierten Reaktion muß eine spezielle
Größe oder Konfiguration haben, um die Möglichkeit zu haben, aus den Poren und Käfigen
des verwendeten Zeolithmaterials herauszugelangen. Als ein Beispiel ist Produktselektivität
gezeigt worden durch die Abwesenheit von verzweigten Produkten wie Isobutan und
Isopentan beim Crakken von n-Alkanen auf 8-gliedrigenRing-Zeolithen.
Die dritte Art von Selektivität ist die Übergangszustand-Formselektivität.
Die Zeolithporengröße und -form kontrollieren die zulässige Größe und Form des Übergangszustands
zwischen Edukt- und Produktmolekülen. Ein Beispiel ist das Cracken von n-Hexan aus
einer Mischung von n-Hexan und 3-Methylpentan auf H-ZSM-5 (N.Y. Chen, W.E. Garwood,
J. Catal., 52 453, (1978)).
Wir haben aus einer großen Zahl unterschiedlicher Zeolithmaterialien
jene umfangreich studiert und ausgewählt, die es geradlinigen, trans-ungesättigten
Fettsäureketten von Fettsäureverbindungen erlauben, in das Innere der Zeolithporen
zu gelangen, während sie zugleich den Zugang zu diesen Poren für die gekrümmten
cis-ungesättigten Fettsäureketten dieser Verbindungen begrenzen oder ausschließen.
Typische Zeolithmaterialien, die diese Selektivität aufweisen, sind mikroporös und
haben eine 10-gliedrige Ring-Struktur. Vorzugsweise zeigt ihre chemische Zusammensetzung
ein großes Si/Me3+-Verhältnis, besser noch größer als 39 und am besten
größer als 77,5. Ein typisches Beispiel ist ein ZSM-S-Zeolith. Das Me3+
ist in vielen Fällen Aluminium, aber andere dreiwertige Kationen wie Bor oder Eisen
sind ebenfalls mögliche Kandidaten. Im allgemeinen repräsentiert Me3+
alle trivalenten Kationen, seien es Aluminium, andere oder Mischungen daraus. Ein
Zeolithmaterial, das ein extrem großes Si/Me3+-Verhältnis und die verlangten
Eigenschaften aufweist, wie sie in der Erfindung beschrieben werden, ist Silikalit.
Die in dieser Beschreibung der Erfindung gemeinte Selektivität kann
auf Basis eines einfachen, aber wohldefinierten flüssigchromatographischen Verfahrens
definiert werden. Um die Selektivität der untersuchten Zeolithstrukturen zu bestimmen,
ist eine Modelllösung aus Methyloleat und Methylelaidat eingeführt worden. Die chromatographischen
Ergebniskurven werden nach der Methode der Momente analysiert, (D.M. Ruthven, "Principles
of Adsorption and Adsorption Processes", J. Wiley and Bons, (1984)), wobei sich
das erste Moment auf die Adsorptionsgleichgewichtskonstante des Methylesters bezieht.
Der Leerraum der Adsorptionssäule wurde auf Basis des gebrochenen Mikroporenvolumens
der Zeolithkristalle berechnet (D.W. Breck, "Zeolithe Molecular Sieves", J. Wiley
and sons, (1974)). Bei einer Packungssäule aus Zeolithadsorptionsmittel wird das
erste Moment der Ergebniskurve bezeichnet als:
wobei &mgr; der Mittelwert der Ergebniskurve (s) ist, c die Konzentration von Methyloleat
bzw. Methylelaidat in der fluiden Phase (mol/cm3), t die Zeit (s), L
die Länge der Adsorptionssäule (cm), e der Leerraum des Adsorptionsbettes, v die
Geschwindigkeit der Flüssigkeit in den Zwischenräumen (cm/s) und K die Gleichgewichtskonstante
der Adsorption [(mol/cm3 Kristall)/(mol/cm3 Lösung)] bedeuten.
&agr;ist der Trennfaktor (D.D. Do, P.L.J. Mayfield, American Institute of Chemical
Engineers Journal, 33, 1397 (1987)) oder das Selektivitätsverhältnis zwischen Methylelaidat
und Methyloleat und wird hiermit bezeichnet als:
&agr;trans/cis = Ktrans/Kcis
Beim Untersuchen verschiedener Zeolithe haben wir überraschenderweise
festgestellt, dass diejenigen Zeolithe, deren mit einem Selektivitätsverhältnis
&agr;trans/cis wie durch das beschriebene Verfahren definiert und bestimmt,
größer als 1 ist, selektiv trans-ungesättigte Fettsäureverbindungen aus einem Substrat,
das cis- und trans-Isomere dieser Verbindungen enthält, adsorbieren. Zeolithe mit
einem Selektivitätsverhältnis &agr;trans/cis größer als 1,10 haben sich
sogar als noch leistungsfähiger beim selektiven Adsorbieren trans-ungesättigter
Fettsäureverbindungen aus einem Substrat, das cis- und trans-Isomere dieser Verbindungen
enthält, erwiesen.
Die Konzentration trans-ungesättigter Fettsäureverbindungen im Substrat
und das Verhältnis der cis- und trans-Isomeren darin kann sich stark unterscheiden.
Für Substrate mit einer niedrigen Konzentration trans-ungesättigter Fettsäureverbindungen
ist ein besonderer Weg zum Durchführen des Verfahrens, das in der vorliegenden Erfindung
beschrieben wird, die einfache Adsorption und nachfolgende Entfernung des mikroporösen
Zeolith-Adsorptionsmittels, das mit den trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen
beladen ist, wodurch eine Mischung zurückbleibt, die von diesen Verbindungen frei
ist. Die Reinigung vollständig raffinierter eßbarer Öle, die wegen einer Hochtemperatur-Desodorierungsbehandlung
etwas Triglyceride mit trans-Doppelbindungen enthalten, kann gemäß diesem besonderen
Adsorptionsprozeß ausgeführt werden. Sojaöl, Rapsöl, Palmöl und andere sind geeignete
Substrate, aber andere Öle pflanzlichen oder tierischen Ursprungs können ähnlich
behandelt werden. Das Adsorptionsverfahren kann satzweise oder kontinuierlich unter
Verwendung eines Säulenreaktors, der mit dem geeigneten Zeolithadsorptionsmittel
gefüllt ist, ausgeführt werden.
Für Substrate mit hohen Anteilen trans-ungesättigter Fettsäureverbindungen
ist die soeben erklärte Verfahrensvariante zum Entfernen der Verbindungen wegen
niedriger Ausbeute und hoher Kosten nicht attraktiv.
Durch das Ablagern von Metallen, wie Nickel, Platin, Palladium, Ruthenium,
Rhodium, Kobalt, Kupfer oder Mischungen daraus mit katalytischer Aktivität für die
Hydrierung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen im Inneren der Poren solcher
Zeolithmaterialien haben wir ferner überraschenderweise Mittel zum Herstellen hydrierter,
Fettsäureverbindungen enthaltender ohne trans-Isomere gefunden. Um dies zu erreichen,
kann ein zweischrittiges Hydrierungsverfahren verwendet werden. In diesem Fall werden
Verbindungen, die Fettsäure enthalten und durch Verfahren hydriert
wurden, die im Stand der Technik beschrieben sind, und daher zweifellos trans-ungesättigte
Fettsäureverbindungen enthalten, nachfolgend oder gleichzeitig mit Zeolithen behandelt,
die der vorliegenden Erfindung entsprechen. Auf diese Weise wird die vollständige
Entfernung von trans-Isomeren in gehärteten Produkten erreicht.
Substrate, die in dem Verfahren eingesetzt werden sollen, das in der
vorliegenden Erfindung beschrieben ist, können Mischungen aus cis- und trans-ungesättigten
Fettsäureverbindungen mit oder ohne Lösungsmittel sein. Wenn Lösungsmittel verwendet
werden, wird durch das Verringern der Viskosität des Substrats, das Verbindungen
umfaßt, die trans-Fettsäuren enthalten, eine höhere Adsorptionsgeschwindigkeit erreicht.
Verbindungen, die Fettsäure enthalten, können Methylester sein, wie sie im Verfahren
zur Bestimmung des Selektivitätsverhältnisses von Zeolithmaterialien für die Adsorption
von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen verwendet worden sind. Andere Verbindungen
werden für Lebensmittelanwendungen verwendet, wie Triglyceride, die in eßbaren Ölen
und Fetten vorhanden sind, seien sie teilweise hydriert oder nicht, und Di- oder
Monoglyceride, die als Emulgatoren verwendet werden. Noch weitere Substrate, die
trans-ungesättigte Fettsäureverbindungen für ähnliche oder andere Anwendungen enthalten,
können ebenfalls gemäß der vorliegenden Erfindung behandelt werden. Diese Verbindungen
können Zuckerester von Fettsäuren sein, Polyol-Fettsäureester, Fettalkohole, Fettamine,
dimere Fettsäuren, Wachse u.a., die Derivate von Fettsäuren sind.
Die mikroporösen Zeolithe mit den verlangten adsorptiven Eigenschaften
können nach ihrem Gebrauch für die zur Adsorption wieder regeneriert werden durch
Extraktion mit Lösungsmittel oder andere Methoden, wie Verbrennung in besonderen
Prozessen. Die Zeolithe, die außerdem katalytische Metalle enthalten, und daher
für die Herstellung hydrierter Produkte, die keine trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen
enthalten, verwendet werden, könnten als solche wiederverwendet werden, oder, falls
nötig, nach Reaktivierung durch geeignete Verfahren wie Decarbonisierung und Reduktion.
Die Erfindung wird nun durch den folgenden Abschnitt über Materialien
und Verfahren und Beispiele zur Veranschaulichung weiter beschrieben werden.
Materialien und Verfahren
Zeolith Y (PY-43) wird erhalten von Uetikon (CU Chemie Uetikon AG,
CH-8707 Uetikon) und ZSM-5 (CBV-8020 und CBV-1502) wird geliefert von PQ (1700 Kansas
Avenue, KS 66105–1198). ZSM-22 und ZK-5 werden gemäß veröffentlichten Verfahren
synthetisiert (P.A. Jacobs, J. A. Martens, Stud. Surf. Sci. Catal., 33, Elsevier
(1987) und W.M. Meier, G.T. Kokotailo, Z. Kristallogr., 121, 211, (1965)). Kalzinierte
Zeolithe Y und ZSM-5 werden zweimal über Nacht einem Ionenaustausch mit 1,0 M wässriger
Kochsalzlösung unterzogen, typischerweise 300 ml Lösung für 1 g Katalysator, um
eine vollständige Natriumform des Zeoliths zu erreichen. Der so erhaltene Na-Zeolith
wird zentrifugiert, gewaschen, bis es bei Zugabe einer 0,01 N Lösung von AgNO3
zum Filtrat Cl-frei ist und bei 393 K während 3 bis 4 Stunden bis zur Gewichtskonstanz
getrocknet. Pt-Zeolith wird durch Ionenaustausch mit Pt(NH3)4Cl2
hergestellt. Der Ionenaustausch wird mit 1025,2 ml einer einer 1 : 10–4
M Lösung von Pt(NH3)4Cl2 für 2 g Na-Zeolith ausgeführt.
Der so erhaltene Pt-Zeolith wird filtriert, gewaschen bis er Cl-frei ist, und bei
Raumtemperatur getrocknet. Die Kalzinierung des Katalysators wird durch Erhitzen
mit ungefähr 0,5 K/min auf 623 K für mindestens eine Stunde unter einem Sauerstoffstrom
ausgeführt, wodurch der Pt-Amin-Komplex zersetzt wird. Nach Abkühlen der Probe wird
das Pt(II) durch Erhitzen mit 0,5 K/min auf 773 K für eine Stunde unter einem Wasserstoffstrom
zum Metallzustand reduziert. Die Säurestellen, die zwangsläufig durch die Reduktion
von Pt(II) zum Metallzustand gebildet werden, werden in einem Ammoniakstrom bei
473 K für mindestens eine Stunde neutralisiert. Die dadurch gebildeten Ammoniumionen
werden gemäß dem oben erwähnten Verfahren mit Natrium ausgetauscht. Der erhaltene
Zeolithkatalysator enthält ein 1 Gew% Platin.
Eine zweite Reihe von Proben wird hergestellt. Kalzinierte Zeolithe
ZK-5 und ZSM-5 werden einem Ionenaustausch mit einer 0,1 M wässrigen Lösung von
NH4Cl unterzogen, typischerweise 100 ml Lösung für 1 g Katalysator, 4
Stunden unter Rückfluß. Der hierdurch erhaltene NH4-Zeolith wird filtriert,
gewaschen, bis er Cl-frei ist, und mit 1 K/min auf 673 K für mindestens eine Stunde
kalziniert, um den Ammoniak aus dem Katalysatormedium zu entfernen. Die Säureform
des Zeolithpulvers wird unter einer Schutzatmosphäre zur Vermeidung der Hydrolyse
des Metallchlorids und der Hydratation des Zeoliths mit berechneten Mengen PtCl2
gemischt, typischerweise 13,63 mg PtCl2 zu 1 g Katalysator. Die feste
Mischung wird mit 5 K/min unter einer Stickstoffatmosphäre auf 823 K erhitzt, um
einen Festphasen-Ionenaustausch durchzuführen. Chlorwasserstoff wird in situ gebildet
und aus dem Reaktionsmedium abgeführt. Nach dem Herunterkühlen der Probe auf Raumtemperatur
wird das Pt(II) durch Erhitzen mit 0,5 K/min auf 673 K für eine Stunde unter einem
Wasserstoffstrom zu seinem Metallzustand reduziert. Die Säurestellen werden durch
einen Ammoniakstrom neutralisiert und die gebildeten Ammoniumionen werden gemäß
dem oben erwähnten Verfahren mit Natrium ausgetauscht. Die erhaltene Zeolithprobe
enthält 1 Gew% Platin.
Die Adsorptionsexperimente mit Methyloleat und Methylelaidat werden
mit Flüssigphasenchromatographie (HPLC) auf einem Packungsbett aus Zeolithkristallen
durchgeführt. Die Metallsäule (4,6 mm Innendurchmesser und 48 mm
Packungslänge) enthält das von zwei 0,5 &mgr;m Filtern (Alltech, Deerfield, IL,
USA) eingeschlossene Zeolithadsorptionsmittel. Eine Flüssigchromatographie-Dosierpumpe
(HP1090, Hewlett Packard, Waldbronn, DE) liefert einen gleichmäßigen Fluß von n-Hexan
durch die Adsorptionssäule aus gepackten Zeolithkristallen. Das Eluent wird durch
einen Brechungsindexdetektor (R.I. HP1047A, Hewlett Packard, Waldbronn, DE) überwacht.
Eine kleine Säule, die mit Molekularsiebkügelchen (5 Å, E. Merck, Darmstadt, DE)
gefüllt ist, wird zwischen dem Auslaß der Pumpe und der Chromatographiesäule in
Reihe geschaltet, um die mobile Phase (n-Hexan) kontinuierlich zu trocknen, da Wasser
die Adsorptionsgleichgewichtskonstanten beeinflussen könnte. Die mobile Phase wird
kontinuierlich über einer gepackten Säule aus Molekularsiebkügelchen (5A, E. Merck,
Darmstadt, DE) getrocknet, um Wechselwirkungen des Wassers mit der Adsorptionsgleichgewichtskonstante
zu vermeiden. Eine kleine Menge (20 &mgr;l) reines Methyloleat (99 Gew%) und Methylelaidat
(99 Gew%) (beide Fluka Chemie AG, Buchs, CH) wird getrennt zur Zeit 0 eingespritzt,
und das Konzentrationssignal am Auslaß der Säule wird auf dem Brechungsindexdetektor
überwacht. Die Adsorptionsmessungen werden bei 338 K durchgeführt. Die Linearität
des Systems wird durch identische Experimente bestätigt, in denen die Flußrate von
n-Hexan zwischen 1 ml/min und 4 ml/min variiert wird. Zeolithe ZK-5, ZSM-5, ZSM-22,
Y, Mordenit (CBV 30A, PQ, Kansas, USA) und Beta (PB-1, Chemie Uetikon AG, Uetikon,
CH) werden gemäß den vorgeschriebenen Verfahren einem Innenaustausch mit einer wässrigen
Lösung von NaCl unterzogen. Der erhaltene Na-Zeolith wird mit 2 K/min auf 373 K
für eine Stunde kalziniert und anschließend mit 2 K/min auf 773 K für mindestens
zwei Stunden. Das Packungsbett aus NatriumZeolith wird mit ungefähr 1 K/min auf
623 K für mindestens 6 Stunden unter einem Hochdruck-Stickstoffstrom kalziniert.
Das Selektivitätsverhältnis &agr;trans/cis wird durch Auswertung
der chromatographischen Ergebniskurven gemäß der Methode der Momente bestimmt (D.M.
Ruthven, "Principles of Adsorption and Adsorption Processes, J. Wiley and Sons,
1984)). Eine genaue Beschreibung der Rechenmethode ist oben in der genauen Beschreibung
dieser Erfindung gegeben worden.
Die selektive Hydrierung von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen
aus einer Mischung, die sowohl cis- als auch trans-Isomere enthält, wird in einem
Satzreaktor durchgeführt. 8 ml einer Oktanlösung von cis- und trans-ungesättigten
Fettsäuren oder Methylestern wird in einen 10 ml Reaktor (Eigenanfertigung, KU Leuven,
BE) gegeben, und der Katalysator, wie oben beschrieben hergestellt, wird zugefügt.
Der Reaktor wird geschlossen, mit Stickstoff gespült und erhitzt. Ein Wasserstoffdruck
von 6 MPa wird aufgebracht, während die Mischung mit ungefähr 500 min–1
gerührt wird. Die Hydrierungsreaktion wird bei 338 K durchgeführt. Nach jeweils
15, 30 und abschließend nach 60 min wird eine Probe von 0,25 ml aus dem Reaktor
gezogen und zentrifugiert, um den Katalysator zu entfernen. Die Proben werden durch
isoterme Gaschromatographie bei 353 K auf einer BPX-70-Säule (SGE, Austin, USA)
analysiert. Wenn nötig, werden die Proben derivatisiert, um eine analytische Unterscheidung
zwischen cis- und trans-Isomeren zu ermöglichen. Triacylglycerole werden zu Methylestern
ihrer Fettsäureketten umgeestert. Zu 0,25 ml der Triglyceridprobe werden 1 ml Diethylether
und 1 ml einer Lösung von 3 Gew% Kaliumhydroxid in wasserfreiem Methanol zugefügt.
Die Mischung wird kräftig geschüttelt und nach drei Minuten wird die Umesterung
durch Zugabe von 1 ml destilliertem Wasser beendet. Die Fettsäuremethylester werden
dann mit n-Pentan extrahiert. Die organische Schicht wird mehrere Male mit Wasser
gewaschen und schließlich über Molekularsieb (5 Å, E. Merck, Darmstadt, DE) getrocknet.
Die relativen Empfindlichkeitskoeffizienten von Methyloleat, Methylelaidat, Methylstearat
und Methylpalmitat werden mit Methyldecanoat als Standard bestimmt. Das Verschwinden,
d.h. der Umsatz von cis- und trans-ungesättigten Methylestern zu gesättigten, der
als Xcis(%) bzw. Xtrans(%) bezeichnet wird, wird nach 60 min
Reaktionszeit bestimmt. Die Reaktionsgeschwindigkeitskonstanten erster Ordnung der
cis- und trans-ungesättigten Methylester, die als kcis bzw. ktrans
in h–1 bezeichnet werden, werden nach 15 min bestimmt.
Ein Rapsöl wird mit 0,2 Gew% eines Nickel-Trägerkatalysators (21 Gew%
Nickel auf Sililziumdioxid, Pricat 9910, Unichema, Emmerich, DE) bei 423 K und 0,3
MPa während 150 min in einem gerührten Autoklaven teilweise hydriert.
BeispieleBeispiele 1 bis 4
Na-ZK-5-, Na-ZSM-5- und Na-ZSM-22-Kristalle werden in ein Adsorberbett
gepackt und gemäß den vorbeschriebenen Verfahren kalziniert. Der Trennfaktor &agr;trans/cis
für diese Zeolithe ist höher als 1 und entspricht der vorliegenden Erfindung. Die
Ergebnisse der Adsorptionsmessungen, wiedergegeben durch die Adsorptionsgleichgewichtskonstanten
von Methyloleat und Methylelaidat und der Trennungsfaktor &agr;trans/cis
werden in Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1Vergleichsbeispiele 5 bis 7
Na-Y, Na-Mordenit und Na-Beta werden gemäß den vorgeschriebenen Verfahren
vorbehandelt. Der Trennfaktor &agr;trans/cis für diese Zeolithe, wie
in Tabelle 2 gezeigt, ist kleiner als 1.
Tabelle 2Vergleichsbeispiele 8 bis 11
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Aktivität und Selektivität
der katalytischen Hydrierung von Pt/Na-ZK-5, Pt/Na-ZSM-5, Pt/Na-ZSM-22 und Pt/Na-Y,
die gemäß den vorgeschriebenen Verfahren hergestellt wurden. Die Bedingungen der
katalytischen Hydrierung sowie die analytischen Verfahren zur Analyse der Proben
wurden zuvor angegeben. Eine Lösung von Methyloleat und Methylelaidat wird als Lipidquelle
eingesetzt. Die Zusammensetzung von Katalysator und Substrat und die Reaktionsergebnisse
sind in Tabelle 3 angegeben. Die Reaktionsgeschwindigkeitskonstanten erster Ordnung
von Methyloleat und Methylelaidat werden nach einer Stunde bestimmt.
Tabelle 3
Diese Beispiele bestätigen den Einfluß der Porengröße und Topologie
der Zeolithe auf die Selektivität und Aktivität der Hydrierung und unterstützen,
dass Pt/Na-ZSM-5 (MFI) eine optimale Zeolithstruktur ist. Da keine Selektivität
für Methylelaidat festzustellen ist, ist eine weitere Optimierung des Katalysatordesigns
erforderlich.
Beispiele 12 bis 14
Die folgenden Beispiele veranschaulichen den Effekt eines feinverteilten
Metallkatalysators in den Zeolithporen auf die Selektivität der Hydrierung von Methylelaidat.
Pt/Na-ZSM-5 wird durch konkurrierenden Ionenaustausch von Pt(NH3)4Cl2
und NaCl mit einem Na/Pt-Molverhältnis von 25 hergestellt. Der erhaltene Zeolith
wird gemäß den vorgeschriebenen Verfahren gewaschen und kalziniert. Die Zeolithproben
werden bei zwei verschiedenen Temperaturen, 773 K (Beispiele 10 und 11) bzw. 623
K (Beispiel 12) oxidiert. Die Reaktionsumsätze und die Geschwindigkeitskonstanten
sind in Tabelle 4 angegeben. Der Effekt der Herstellungsbedingungen der Zeolithe
wird deutlich veranschaulicht.
Tabelle 4Beispiel 15
Im folgenden Beispiel wird ein teilweise hydriertes Rapsöl auf einem
Pt-ZSM-5-Zeolith hydriert, der gemäß dem vorgeschriebenen Verfahren in Beispiel
13 hergestellt wurde. Nur einfach ungesättigte Verbindungen werden für die Geschwindigkeitskonstanten
und die Umsätze der cis- und trans-ungesättigten Fettsäuren, wie in Tabelle 5 gezeigt,
berücksichtigt.
Tabelle 5
Anspruch[de]
Verfahren zur Entfernung von trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen
aus einem Substrat, das cis- und trans-Isomere der Fettsäureverbindungen enthält,
bei dem die trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen durch ein mikroporöses Zeolithmaterial
selektiv adsorbiert werden, das ein Selektivitätsverhältnis &agr;trans/cis
größer als 1 aufweist.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in dem das mikroporöse Zeolithmaterial
ein Selektivitätsverhältnis &agr;trans/cis größer als 1,10 aufweist.
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, in dem das mikroporöse
Zeolithmaterial eine 10-gliedrige Ring-Porenstruktur und ein Si/Me-Verhältnis größer
als 39, vorzugsweise größer als 77,5 hat.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in dem die Fettsäureverbindungen aus der
Gruppe bestehend aus freien Fettsäuren, Monoglyceriden, Diglyceriden, Triglyceriden,
Phospholipiden, Glycolipiden und Mischungen daraus ausgewählt werden.
Verfahren gemäß Anspruch 4, in dem die Fettsäureverbindungen Triglyceride
sind.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in dem nach der selektiven Adsorption der
trans-ungesättigten Fettsäureverbindungen das mikroporöse Zeolithmaterial aus dem
Substrat entfernt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in dem die selektive Adsorption der trans-ungesättigten
Fettsäureverbindungen mit einer kontinuierlichen Substratzufuhr auf ein Packungsbett
aus mikroporösem Zeolithmaterial durchgeführt wird.
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, in dem das mikroporöse
Zeolithmaterial im Inneren seiner Poren einen metallischen Hydrierungskatalysator
aufweist, der aus der Gruppe bestehend aus Platin, Palladium, Nickel, Kupfer, Kobalt,
Rhodium, Ruthenium und Mischungen daraus ausgewählt ist.
Verfahren gemäß Anspruch 8, in dem der metallische Hydrierungskatalysator
Nickel ist.
Verfahren gemäß Anspruch 8, in dem das mikroporöse Zeolithmaterial
die Sättigung der trans-Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen der trans-ungesättigten
Fettsäureverbindungen, die vom mikroporösen Zeolithmaterial selektiv adsorbiert
werden, katalysiert.
Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 10, in dem das Substrat ein Produkt
eines Hydrierungsverfahrens ist.